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Full text of "Worterbuch zu dr. Martin Luthers deutschen Schriften"

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i 



WÖRTERBUCH 



ZU 



DE. MAKTIN LUTHERS 



DEUTSCHEN SCHRIFTEN 



VON 



PH. DIETZ, 

IM MARBUBG. 



ERSTER BAND. 
(A-F) 



l^^bst ^i>»^^»* ausführlichen^ die Eigenheit der Sprache LthU behandelnden Vorw<frte 
usid ^^n^rn Ver%eichnisse der benuMen zahlreichen Originaldrucke Lth* scher 

Schriften und Handschriften, 



LEIPZIG, 

VERLAG VON P. C. W. VOGEL. 

1870. 



Seit Diederich von Stade hat man es zwar mederholt unternommen, 
eine cmzahl „altertJtibnlicher und seltener ausdrücke in d. Martin Luthers 
hibelühersetzung" bald in selbständigen Wörterbüchern bald in abhandhingen 
zur spräche Luthers beigegebenen Wörterverzeichnissen zu erklären,*) aber 
noch nicht ist es bis jetzt versucht worden^ den gesammten Sprachschatz L.'s 
zu verzeichnen^ wie verdienstlich auch ein solches unternehmen für die sprach- 
forschung gewesen wäre, zumal L's Schriften in den nhd. wörterbiichem bis 
auf Grimm fast gar keine berilcksichtigung gefunden hatten^ was allerdings 
wenig befremden darf, da z. b, Adelung Luthers bibel für nichts weniger als 
classisch gehalten wissen wollte (vgl. lehrgebäude i, 66), und in seinem „gram- 
matisch-kritischen Wörterbuche'' beispiele aus dieser nur deshalb nahm, weil 
dieselbe in jedermans händen und stellen aus derselben den meisten bekannt 



*) Ich ßlhre hier nur folgende an: 

Bieder ich von Stade, erläuler- und erklärung der vomehmtten deutschen Wörter ^ 
deren sich doet. Martin Luther in übertetsung der bibel in die deutsche spräche gebrauchet. 
Bremen, 1724. 

Teller, vollständige darstellung und beurtheilung der deutschen spräche in Luthers 
hiMübersetzung. 2 theile. Berlin, 1794. 1795. 

Pf sc hon, erklärung der hauptsächlichsten veralteten deutschen Wörter in dr. Luther' s 
biheluberset%ung, einladungsschrift der preus%isehen haupt-bibelgesellschaft zur 30 jähr. 
süftitngsfeier der gesellsehaft am 9. oct. 1844. Berlin, bei Trowitzsch und söhn, 

Beck, Wörterbuch zu Luthers bibelUbersetzung, Siegen u. Wiesbaden. 1846. 

Hopf, Würdigung der Lutherschen bibelverdeutschung mit rücksicht auf ältere und 
nettere Übersetzungen. Nürnberg. 1847. 

Mönekeberg, beitrage zur würdigen herstellung der Lutherischen bibelübersetzung. 
Bemburg, 1855. 

Beelitz, lexilogus zur Lutherischen bibel - Übersetzung des n. lest, für gymnasien. 
in einem programm des gymnasiums zu Stendal von 1857. 

Wetzet, die spracht Luthers in seiner bibelübersetzung. Stuttgart, 1859. 

Blitz, über die arehaismen in Luthers bibelübersetzung. in einem programm derstäd^ 
tieehen realsehule zu Potsdam von 1861. 

Jütting, biblisches Wörterbuch enthaltend eine erklärung der alterthümlichen und 
seltenen ausdrücke in M. Luther*s bibelübersetzung. Leipzig, 1864. 



IV VORWORT. 

seien {s. wtb. 1, XV), erst in dem „deutschen wörterbuche" der gebrüder 
Grimm kommt, wie sich nicht anders erwarten liesz, Luther als einer ,^der 
spra^hgewaltigsten und wichtigsten Schriftsteller" der nhd, Sprachperiode zu 
seinem recht, indem belege aus seinen Schriften reichlich beigebracht werden, 
diese belege sind jedoch^ wie es auch kaum anders sein konnte, fast aus- 
schlieszlich einer späteren, nicht blosz sprachlich unzuverläszigen^ sondern 
auch unvollständigen gesammtausgabe von Luthers werken entnommen,*) wo- 
her es gekommen, dasz eine ganze reihe von Wörtern, die doch zum theil 
wiederholt bei Luther begegnen, theils der belege aus L.'s Schriften entbehrt, 
theils gar nicht einmal zur Verzeichnung gelangt ist,**) diese lücke des 



*) Hin und wieder sind zwar auch, im Grimm'schen wtb. einzeldrucke L.^acher 
Schriften zugezogen, die aber zum theil offenbare nachdrücke gewesen sein müssen, welche 
die spräche L.s noch weniger genau darstellen, als die älteren (H^itlenb., Jen,) gesammt- 
ausgaben, deren redactoren gewis nur originaldrucke vorlagen {vgl. z, b.die artikel hva^el, 
entbitten, fucker). 

**) y4U beleg hierfür diene ein nur die buchstaben A und B umfassendes Verzeichnis, 
wobei die bei Grimm fehlenden wÖrter mit einem stemehen verzeichnet sind: aal (anguilla), 
aas, abarbeiten (demerere), ^abbannen, abbeiszen, abbilden, abbinden, abblatten, abborgen, ab- 
bringen, abdecker, abdienen, abdrücken, abeadbrod, '''abendbulle, '''abendfresser, ^abendmahlstext, 
abendopfer, ♦abendswolf, "^abendwache, *abendwerk, abenteurer, '''abergeistUchkeit, aberglaube, 
abergläubig, abergläubisch, abermals, *abervater, aberwitzig, abessen, abfordern, abfressen, ab- 
setzen, abgeben, abgeizen, abgieszen, abglaube, ^abgläubisch, abgötterisch, abgöttin, "^abgöttlein, 
^abgottsbild, '''abgötze, abgraben, abgürten, abhaben, abhalten, abhaltung, abheben, abjagen, 
abkaufen, abkratzen, abkündigen, "^ablaszbapst, *ablaszbube, *ablaszbuUe, '''ablaszkäufer, ^ablasz- 
krämer, '*'ablaszprediger, ^ablaszteufel, "^ablaszverfechter, ^ablaszvogt, abläutern, ablegung, '*'ab- 
lehnung, ablernen, ablesen, "^ableser, ablohnen, ablösen, ablägen, abmahnen, abmeien, abmessen, 
abnagen, abnöthigen, abpflücken, "^abpoltern, abrechnen, abreden, abreiben, abreiten, absägen, 
abschaben, abschaffen, "^abschaffung, abschätzen, abschäumen, abscheren, abscheu f., abschieszen, 
abschinden, abschreiben, abschrift, abschütteln, "^abschwatzen, absiegen, absonderung, abspeisen, 
abstechen, abstellen, abstreichen, abtanzen, abthuung, äbtissin, abtrennen, abtrocknen, "^ab- 
trünnigkeit, aburtheilen, "'abvertilgen, abwägen, *abwärtigkeit, abwaschen, abwaschung, ab- 
wechseln, abweg, abweichen, abwendig, abwendung, abwetzen, abwickeln, abwinden, abwuchern, 
abwürgen, abzielen, abzirkeln, abzucht («» abzug\ abzwingen, achtbar, ächtigen, achtsam, 
ächzen, ackerbau, "^ackerbube, ackerknecht, 'Cadamant, '''adamantisch, adeln, "^aflenbächlein, 
'^'affengesetz, '''aATenhaufe, "^affenmaul, äffisch, afterglaube, afterkosen, aflermontag, afterrede, 
aflersabbat, aglasler, agtstein, ahle, ahne, ahnen, ahnherr. alfönzisch, '*'allerachtbarst, '^allerältest 
{u. V. a. Zusammensetzungen mit aller), "^alphabetschäler, allraun, ^altarbote, altarlein, altar- 
licht, altarstein, altartuch, althergebracht, altherkommend, altlich, amthaus, ämtlein, amtsver- 
walter, anbehalten, *anbekleben, anbilden, anbisz, anblicken, *andächtiglich, *anderwo, *anders- 
woher, andrehen, anererbt, anfahrt, anfänglich, anfeinden, anfuhren, angaffen, angeloben, angift 
(arrha), anglänzen, "^angsthad, '''angstbeichte, '*'ängster, '''angsterzhure, angstherz, '''angsthurc, 
ängstiglich, ängstlich, angstschweisz, '''angstwerk, anhalten, anhänger, *anhangung, anhauchen, 
anheimiscb, *anherokunft, anhetzen, anis, ""anklager, ""anklebig, ankleibcn, anlachen, anlegung, 
anleitung, anmalen, anmaszen, annageln, annahen, anname (unname), anregen, anregimg, an- 
reizung, anrufung, anrührlich, anschlägig, anschnauen, anschnauzen, anschüren, '^anschurzen, 
ansehung, anspinnen, anspruch, ansprühen, anstellen, anstimmen, anstreichen, "^antastung, an- 
wachsen, anwalt, anwartung, anweiser, anweisung, anwerben, anzapfen, anzeichnen, anzug, 
apfelbisz, ^apostelstaud, ^aposteltag, "'apostolisch, apotheke, apotheker, '''apothekerkunst, aprillen- 
wetter, argheif , arglistig, armbrusl, armbrustbogen, armbrustschusz, armen, armenkasten, ^armsal, 



VORWORT. V 

Grimm'schen Wörterbuchs möglichst auszufüllen, sowie einiges auf wart- und 
flexionsformen sich beziehendes nachzutragen, war ein gedanke^ mit detn ich 
mich schon seit längerer zeit umtrug^ als ich von verschiedenen seilen bestimmt 



aimselig, annseligkeit, *arre8t, i'arschhummel, arschloch, arten, artig, artland, as, aach, aschen- 
kucben, *aschenplatz , '^'aschentopf^ asehermittwoch*, aufbeiszen, aufbieten, aufborgen, *auf- 
bresten, aufbrfisten, aufdringen, aufdrücken, aufempören, '^auferhebeu, auferständnis, '''aufer- 
stehen, auferwachen, *auferwecker, *auferweckung, *auflahrung, aufflicken, aufgebot, aufgieszen, 
aofguropen, ^aufhang, aofhelfer, auflienken, aufkaufen, aufkehren, *auflag, auflösung, aufmahnen, 
aofinerkung, aufmuntern, aufnagen, aufrecht, aufrichtigkeit, ^anfrichtiglich, aufrichtung, auf- 
röhrig, 'i'aufrahrteufel, aufsagen (»i aufkündigen)y aufscharren, aufscheuchen, aufschreiben, 
aaftther, aufspalten, aufstecken, aufstellen, aufwischen {= au/fahren), aufzäumen, aufzeichnen, 
aufziehung, '*'augenbild, augenblicklich, augenschein, augenscheinlich, äuglein, ausbannen, aus- 
beichten, ausbellen, '*'ausbläsenieren, ausblühen, ausbohren, ausbreiter, ausbreitung, ausbnich, 
^usdanken, ausdenken, ausdienen, ausdrflcklich, ansfalten, ausfasten, ausfäulen, ausfeimen, aus- 
ftattero, ausflieszen, ^ausfuhrt, ausfuhnmg, ausgfinger, ausgecken, ^ausgehet, ausbandeln, aus- 
haireo, ausherrschen, auskaufen, ausklopfen, ausklügeln, auskratzen, auskündigen {edicere), 
ausleben, auslehren, ausrauben, ausrauschen, ausrechnen, ^ausregieren, ausreinigen, aus- 
reiter, ausrottnng, ausrupfen, aussaugen, ausschaben, ausschärfen, ausscheuern, ausschiffen, 
aasschinden, ausschlag (libramentum), ausschlieszen, ausschmücken, ausschreibung, ausschwä- 
ren, ausschwimmen, ausschwitzen, aussengen, aussinnen, ausspähen, ausspeculieren, ausspotten, 
aussprengen, ausspringen, anssprossen, ausspruch, ausspürzen, ^ausstreichung, ausstreiten, aus- 
studieren, 'i'ausverachten, *ausverdeut8chen, *au8verheirathen, auswachsen, auswehen, ausweiden, 
ausweisung, auswischen, auswürfling, auswürgen, auszürnen, auszwacken ; "^bachantisch, backen- 
schlag, badeknecht, ♦baderknecht, *badertaufe, badestube, *badewerk, badehut (badhut), bad- 
^nblein, ^badtuch, bahnen, baizen (beizen), halbieren, balbierer, *balbiersalbe, balgen, ♦balken- 
dodor, "^balkenrichter, *balkenträger, ball, balsamieren, "^balsamzweig, bankart, '''banketen, 
bankeüeren, '^bankpfül, bannbrief, banuisch, *bannzettel, *bapstei, ♦bapsterei, ♦bapstesel {u. v. a. 
ml bapst gebildete composiia), bärenfusz, ^bärenzahn, baretlein, *barfüszisch, barhaupt, barm- 
herziglich, bärtigt, *barwoIfisch, base, *bästen, hatten, batze, ^bauchdieb, bauchfülle, *bauch- 
jfotl, ^bauchlehre, *baucbpredigt, *baueraufruhr, ♦bauerhofTart, bäuerisch, bauerknecht, ♦bauer- 
iänn, ♦bauerleben, bäuerlein, *bauernklöppel, ♦bauernknecht, bauersfrau, *bauersknecht, bauers- 
leote, *bauersleutlein, bauersraann, ♦bauersrock, bauerstolz, bauersvolk, baugeld, bauherr, bau- 
holz, baulich, baumblatt, baumgarten, ♦baumkipfe, bäumlein, bauwerk, beängsten, beäng- 
!itij<en, beantworten, ♦bechllein, beck, beckerhaus, beckin, bedächligkeit, bedenken (=« zu- 
denken), beding, bedingimg, bedün^i^en, bedunk, bedünken, bedürftig, *beeitern, beet, befahren 
befehden, ♦befehder, befestigung. befreunden, begabung, begaukeln, begehrig, ♦begehrung, ♦be- 
jrierdlos, begierlichkeit, ♦begiening, ♦begieszer, begnügen, begriff, begriffig, begrüszen, behagen, 
behaltnng, behammg, behendiglich, beherzigen, beherzt, ♦beichthengst, beichtkind, beichtpfennig, 
^beiehlrath, ♦beichttyrann, beichtvater, beiderlei, ♦beihin, beilager, beimann, ♦beimeister, ♦bei- 
messe, beinahend, beineben, beinhaus, beisatz, beischläferin, beischlag, beiseit, beiseits, ♦bei- 
steher, beiweg, beiweib, beiwohnung, beizen, ♦bejehen, ♦bejichten, bekenner, ♦bekennung, be- 
klagte m., bekommerung, ♦bekräftung, bekränken, ♦bekflmmerung, belästem, beläuten, ♦bele- 
««Tung, belehnen, beleuchten, ♦beKerlein, beUetschier, belohner, bemänteln, bemeiden, bendel, 
Wneben, benedigen, benehmen, beulen, bequemlich, bequemlichkeif, ♦bequingen, beraubung, 
beräuchem, berechnen, bereiten (obequilare), bergab, bergauf, bergicht, berglein, ♦bergpfaffe, 
*berg8tein, bergwerk, berichter, ♦beröhsten, beropfen, ♦beschädiger, bescliädigung, beschafTung, 
bif^chaaung, bescheidlich , bescherung, beschirmer, ♦beschlafung , beschmerzen, beschmie- 
ren, besclireibung , beschreiten, beschwernis , beseligen , besieh ligung , besiegeln , besingen. 
be*itier, besoldung, besonderllch, besorgung (= betorgnis)^ besserer, ♦bestänkern, bestätiger, 
Wätigung, besteiler, bestellung, bestreiten (parem esse), bestürmen, bestürzen, besuchung, 



VI VORWORT. 

wurde y das während einer mehrjährigen beschäftigung mit den deutschen 
Schriften L.'s gewonnene material zu einem den gesammten w&rtvtnrath L/s 
au/hehmenden wörterbuche zu bearbeiten, indem ich nun hiermit den ersten 
band dieser arbeit der Öffentlichkeit übergebe^ scheint es mir nicht überflüszig, 
eine kurze Charakteristik der wesentlichsten eigenthümlichkeiten der spräche 
L,*s vorauszuschicken, wobei jedoch von grammatischer Vollständigkeit ganz 
tmd gar abgesehen ist. 

Die spräche Luthers, nach J. Grimms ausdruck (gramm. i\ XI) „kern 
und grundlage der neuhochdeutschen spr achnieder setzung'\ ist uns bekanntlich 
in einer ansehnlichen reihe von Schriften überliefert, welche theils von ihm selbst, 
theils (und zwar zu einem nicht geringen theile) von andern herausgegeben sind, 
und es kann daher wenig befremden, wenn einzelne ausgaben L/scher Schriften 
schon aus diesem gründe nicht selten sprachlich bedeutend von einander abstehen, 
aber auch die von L. selbst besorgten ausgaben seiner Schriften, worauf es hier 
vornehmlich ankommt, lassen selbst bei einer nur oberflächlichen betrachtung eine 
nicht unbedeutende sprachliche Verschiedenheit erkennen, welche zwischen den 
seiner früheren schriftstellerischen periode angehörigen werken und den späteren 
Schriften stattfindet, auf diesen sprachlichen unterschied der früheren und späte- 
ren Schriften L.'Sy den ich hier zunächst darzustellen habe, ist zwar schon 
wiederholt aufmerksam gemacht worden (man vgl, z. b. Hopf Würdigung der 



betbuch, beter, bethöning, '^'betlein, betpsalm, betracht m., betrieb m., betrieger, betrubniR, 
beUtfindlein, bettel wi., '^'bettelbauch, bettelbrot, bettelbruder, bettelbube, ♦beitelbuch, bettelkiod, 
♦beitelkindlein, bettelkloster, bettelkönig, bettelmönch, bettelorden, *bettelrecht, *bettelreicb, 
*bettel8chlo8z, bettelsreuterdienst, bettelvolk, bettgenosse, bettlein, bettlerei, bettlerich, ♦bettlers- 
volk, beltwerk, *betwei8e, beutelein, beuteisch neider, beutler, beutpfennig, bewahning, bewäl- 
tigen, bewegnis, ♦bezahlschaden, bezeigen, bezichtigen, ♦biederburger, biedennann, bienlein, 
bierbrauer, bierfasz, bierhaus, bierichen, bierkanne, bierkeller, bierknig, *bierritter, bierschenk, 
♦bildbeschirmer, bildlein, bildschnitzer, bildung, ♦bildzeichen, ♦bilgerin, bilgrara, billichkeit, binde- 
schlflssel, ♦bindrecht, binnen, biret, ♦biretlein, birken, birnbaum, birnstiel, bisam, bischoferei, 
♦bischofgötze, ♦bischofin, bischoflich, ♦bischofmantel, bischofshut, bischofthum, bisweilen, bisz 
(^ gebüs), bit.schier, bitter (petttor), bitterung, blank, bläslein, blatten, blattericht, blatterlein, 
blättlein, blechern, bleichroth, bleiern, bleigewicht, bleiholz, ♦bleiklumpe, blendung, ♦blende- 
Schlüssel, ♦blindschirmer, blindschleiche, blinzen, blödigkeit, blöszlich, blötzlingen, blutbad, 
blutdurst, blutfarbe, ♦bluticht, ♦blutkind, blfitlein, blutsauger, blutsfreund, ♦blutsippschafl, 
♦blutszeichen , blutvergieszung, blutwurst, böckisch, ♦bockrussel, bocksbarl, ♦bockskopf, 
bodenlos, borg, börste (.t«/fl), ♦böszwillig, ♦böszwilliglich, botenbrot, ♦botengeld, brachmonat, 
brachvogel, bräckin, brandnarbe, brandschade, brandschatzen, brathering, bratpfanne, bratspiesz, 
brauchung, brauer, braugeräth, bräunlein, brautbett, brantgang, ♦brauthor, ♦brautliebe, ♦braut- 
messe, brautschmuck, brautsegen, ♦brechelohn, breitopf, breme, brenner (lucanus cervu*, s. 
nachtrage)^ brettlein, brieffälscher, brieflein, briefträger, bcotdieb, brotfresser, brothaus, brot- 
messer, brolreigen, brotrinde, brotung, brüderhaus, brüderlein, brudermörder, ♦bräderschaftbrief, 
brunnloch, brunzen, ♦bubenhaus, bubenleben, bubenstand, ♦bfiblein, buchbinder, ♦buchdieb, buch- 
dnicker, ♦bücherhaus, buchse, büchsenschütze, bfichslein, buchstabieren, buchstäblein, bufTeo, 
buhlerei, buhlschaft, ♦bullenkramer, ♦bullenträger, ♦bullist, bOndnis, ♦buntkraus, burgemeister, 
burgemeisterin, bürgerin, bürgerlich, bürgern, bärgerrecht, bürgerschaft, bOrgerssohn, bürger- 
tochter, burggraf, buschicht, buszfällig, ♦butterfusz, ♦buttergeld, ♦butterig, buttermilch, butter« 
weck, butzenhut. 



VORWORT. VII 

Luiherscfien bibeiverdeutschung. s.230; und Mönckeberg beitrage etc.s.28ff.); 
am ehigehendsten aber hat sich darüber erst in neuester zeit Opitz in seinem 
schriftchen: über die spräche Luthers. Halle 1869^ ausgelassen und als sicheres 
ergebnis einer eingehenden Untersuchung ausgesprochen, auch durch zahlreiche 
beispiele und proben nachgewiesen, dasz die spräche L/s bis in die mitte der 
zwanziger jähre unter dem vorwaltenden einftusze seines heimathlichen dialectes 
(Thüringen) gestanden habe, folglich wesentlich mitteldeutsches gepräge trage, 
nachher aber eine durchgreifende Umgestaltung der sprachlichen formen wahr- 
genommen werde, als deren wesentliches merkmal die consequentere durch- 
fuhrwftg des umlcmts anztisehen sei. An diese im allgemeinen unbestreit- 
baren Sätze knüpfe ich folgende theils ergänzende theils berichtigende be- 
merkungen. 

Was zuerst das vorkommen des sog. mitteldeutschen vocalismus in den 
denkmalen der L.'schen spräche betrifft^ so musz bemerkt werden, dasz dafür 
aus den bis zum anfang der zwanziger Jahre erschienenen Schriften allerdings 
zahlreiche belege beigebracht werden können, aber schon von 1521 an ein 
successives schwinden desselben wahrzunehmen ist, so erscheint z, b. a flir o 
in den Schriften wie eigenhändigen briefen L.s bis zwn Jahre 1520 ziemlich 
regeünäszig^ von da an aber in den manuscriptüberresten, so viel ich sehe, 
gar nicht mehr und in* den drucken nur noch ausnahmsweise, denn wenn auch, 
um nur ein beispiel anzuführen, die septemberausgäbe des n. lest, von 1522 
noch an vier stellen des evangeliums Matthäi {nemlich cap, 15, 5, 16, 26. 21, 
26. 25^ 39) adder aufweist, so begegnet daneben doch tnehr als 40 mal odder. 
Anders verhält es sich mit a statt e: während einige hierher gehörige Wörter 
nur anfangs hin und wieder des mnlauts entbehren, wie z. b. langst [laDgistJ, 
lare doctrina^ gelart, hochgelart, ungelart, vorkart, schmähen, verdohnatschen, 
mdere dagegen, z. b. walzen, prachtig {welche beide noch in der bibel v. 1545 
neben welzen U7id prechtig vorkommen) länger schwanken, läszt L. bei einigen 
den Umlaut e nie zu, wie z. b. in gartner, weingartner und dem pl. von saal, 
thal, nacht, umgekehrt steht e filr a regelmäszig in den späteren wie früheren 
Schriften in erbeit (das ein par mal begegnende arbeit rührt sicher nicht von 
L her), erznel, ebenteur und den davon gebildeten Wörtern, schwankend in 
geweitig, werlich, offenberlich, senftmütig etc. e ftXr i kommt selten vor; zu den 
von Opitz a. a. o. s. 9, 13. 16 angeßhrten Wörtern, wovon sendt •« sind 
und enthalt »» Inhalt zu streichen sind, ftlge ich noch brengen, wesel mustela, 
und dessen diminutiv weselin. noch seltener ist e statt ei, auszer zwenzig (mhd. 
zweinzic, heute zwanzig) und wegem (= weigern), welche bei L. ausschlieszlich 
gelten, ' können nur einige vereinzelt begegnende formen {wie z. b. enzel ftlr 
eimel, eimmes ftir eimmeis ameise, erbes fiir erbeis erbse, leb ftir leib [in ein 
leb brod. Jer. 37, 21 nach der ausg. der propheten v. J, 1532, wo Jedoch L.s 
manuscr. leyb hat, in den bibelausgg. steht seit 1539: leblin], vortelischer för 
vorteilischer, dcis letzte beispiel nur in der bibel v. 1545, denn die früheren 
bibelausgg. haben gleich der ersten ausg. der propheten an der entsprechenden 
stette [Mal. 1,14] yorteilischer) angeführt werden; Opitz bringt zwar noch 



VIII VORWORT. 

Yorzweffeln und schmechler bei, die ich aber lieber für druck fehler halten 
möchte, desto häufiger ist der gebrauch des i ßr e, ein characteristisches 
merkmal mä. spräche, woßr man bei Opitz eine reiche ausrvahl von bei- 
spielen findet^ denen noch weitere beizufügen überfliiszig sein dürfte. Nur habe 
ich zu bemerken, dasz dieser gebrauch im cUlgemeinen bis zum jähr 1525 an- 
dauert, einzelheiten auch noch später vorkommen; dorchleuchtigist finde ich noch 
in der aufschrift eines briefes aus dem j. 1535, auch wird das bis heute beibe- 
haltene rosinfarbe hierher zu rechnen sein, i für eL obgleich L. seinem 
muster, der kaiserlichen und sächsischen canzleisprache,*) entsprechend mhd. 
t von anfang an durch ei ausdrückt, mithin für mhd, bt, bif, drt, vrt, min, 
din, sin etc, stets bei, blei, drei, frei, mein, dein, sein schreibt (nur vereinzelt 
erscheinende formen wie erdrich, bymelrich können dagegen nicht in anschlug 
gebracht werden) ^ so weicht er doch in einigen fällen von dieser regel ent- 
schieden ab. so lautet z. b. die bildungssilbe für diminutiva, abgesehen von 
dem in den frühesten Schriften vorkommenden le, nur anfangs bisweilen lein, 
später aber immer lin. ein anderes hierher gehöriges beispiel ist jenseit (jen- 
seid), woßr lange {einige mal noch in der bibel v. 1539) jensid begegnet, während 
doch disseid bei Z. von anfang an feststeht, gitig und geizig wechseln nur an- 
fangs, für sint (sind seit)^ sintemal begegnet anfangs bisweilen seint, seintemal. 
Die beispiele des i (y) für ie siiid theils solche, die nur iH den früheren Schriften 
vorkommen., theils solche, welche den späteren wie früheren angehören, bei- 
spiele der ersten art sind: spil ludus, gespilt, hilt, gribe, siben, yder {doch 1523 
auch schon yeder), yderman {noch 153 l)y glid neben gelid, fride {erscheint bis 
zum j. 1530 noch vorherrschend ohne e), sich aegrotus, diser etc.; beispiele 
der letzten: begir, begirde, girig, begirig, begirlich, papir, fiber neben fieber, 
wider [widder], fidem, gefidert [fiddern, gefiddert], unzifer, stifeln [süffeln], sihe, 
iglich, itzt, itzig, itzund. bei der endung ieren schwankt L. zwischen iren und 
ieren. o ßr sl. hierfür hat bereits Opitz aus bis zum Jahr 1520 erschienenen 
Schriften genügende belege beigebracht, wovon jedoch goffen, weil druckfehler 
fiir hoffen, zu streichen ist. ich gebe noch einige aus späteren drucken ent- 
nommene: Stolen (für stalen stahlen), sprechen {ßr sprachen), erschrocken {för 
erschraken), woffen, wage {die beiden letztem noch in der bibel v. 1545 öfter 
neben waffen und woge), o statt e. bis in den anfang der zwanziger jähre 
schreibt L., wie schon Opitz bemerkt hat, die vorsilbe ver fast ausnahmslos 
vor, welche Schreibung seit dem j. 1522 bei ihm verschwindet (schon in der 
Septemberausgabe des n. lest. v. 1522 erscheint vor -« ver nur noch vereinzelt), 
während andere md. Sprachdenkmale sie noch weit länger festhalten. Einige 
mal begegnet auch zwolff ßr zwelff. o ßrxi kommt auszer in den von Opitz 
bereits aufgeflihrten Wörtern: hauptsächlich noch vor in: bekommern, gonst 
(gonstig, missgonstig), maulworff, worfschauffel, Erfort, Frankfort, forz, worst (brat- 
worst), schos jaculatio^ bösen [bösem] simis, moschel, botter, welche wortformen 
sich nicht etwa blosz auf die früheren Schriften beschränken, sondern zum 



*) man vgl den arlikfl canzeiei. 



VORWORT. IX 

thei/y wie die belebe bei den diese Wörter behandeinden artikeln zeigen, gerade 
in den spätem drucken vorhetrschen, unigekehrt gebraucht X., mehr dem mhd* 
iautstofid entsprechend, anfangs noch a filr späteres o in kununen (furkummen, 
vberkammen^ wilkummen), summer^ kunnen (das praet, kund, kundte, ist sogar 
In den späteren Schriften noch die herrschende form), gewannen, gespunnen, 
sundem, gunderlich, besunders (Matth. 20 ^ 17, 24 ^ 3 und öfter im n. iest. v. 
j. i322u kunigy knnlgin, kuniglich; kunigreich, fnrt (doch in ma/nchen ztisam- 
mensetzungen , z, 6. hinfurt auch später noch), vberkeit obrigkeit, almusen, 
must mustum. während neben diesen Wörtern schon firühe die formen mit o 
fo) sich geltend machen, tritt fromm lieben frumm erst gegen 1530 auf, 
ohne jedoch die ältere form ganz zu verdrätigen. eben so hielt sich mttgen 
neben mdgen, hflle neben hole höhle; in httlzen ligneus läszt L. niemals ö zu, 
u fiir au ist eben so wenig häufig als i fiir ei: aus den früheren Schriften weisz 
ich nur die mich bei Opitz verzeichneten Wörter einruueu und ufferstendnis 
anztiftihren, aus späteren etwa noch alrun alraun, briich gebrauch, dummeiu 
tmmeln. die wenigen beispiele des u für eu und umgekehrt sind unter eu 
•i) 'zusammengestellt, öfter begegnet man einem schwanken zwischen au (aw) 
md eu (ew): neben den gewöhnlichen formen blewen, dewen, drewen, frewen, 
rewen, strewen, verleugnen, teufer, keufer elc, erscheinen auch blawen (zu- 
biawen), dawen, drawen, frawen {in erfrawen), rawen, strawen (verätrawen, zer- 
strawen), yerlaugnen, taufer, kaufer (verkaufer). An diese letzte bemerkung 
schliesze ich noch einiges über das auftreten des umlauts in L/s Schriften, 
eine genaue vergleichung dller autographa L/s ergibt, dasz zwar schon in den 
frühesten drucken wie manuscripten einzelne spuren des umlauts, der sich im 
md. bekanntlich nur auf das a erstreckt^ auch bei o und u auftauchen^ die 
consequeniere durchfiihrung dieses ,,characteristischen merkmais der süd" 
deutschen dialecte*' aber erst später erfolgt, wie diesz auch Opitz nachzu- 
weisen versucht hat. dieser allerdings seit 1524 regelmäsziger werdende ge- 
brauch der umlaute ö ufid ti scheint jedoch nach den von mir angestellten 
nmersuchungen nicht von L. selbst, sondern von den correctoren, wenn nicht 
gor von deri setzem seiner Schriften herzurühren, wie es überhaupt ein irr- 
thum ist, wenn mofi meint, dasz uns mit L.'s werken, wenigstens der original- 
drucke, auch dessen Schreibweise genau überliefert sei. vergleicht man nem- 
lich die drucke mit den zum theil noch vorhandenen manuscriptüberresten, so 
^gibt sich bald, dasz die bis zum jähr 1530 erschienenen ausgaben Lutherischer 
Schriften zwar im allgemeinen die Orthographie L,'s wiedergeben^ während alle 
späteren drucke bedeutende abweichungen sich erlauben, in der anwendung 
der Umlautsbezeichnungen ö und ü dagegen gleich diesen von L.'s Schreibung in 
der regel abweichen, um zugleich ein bild von der wirklichen Schreibung L.'s *) 
md dem Verhältnis der drucke zu derselben zu geben, mögen statt einer aus- 



*) Zur Vervollständigung dienet bitdes lasse ich noch einige abschnitte aus eigen- 
händigen briefen L's. hier eine stelle finden, welche so gewä/Ut sind, dasz sie zugleich 
(ten fortschriit zu einer einfacheren Orthographie erkennen lassen. 

Auch goedigstcr herr. das ich meyu trew efg auch crzccygc vuud meyn hofeklcyd ver- 
Dixn, WArtMbMli. B * 



X VORWORT. 

wähl von einzelnen Wörtern folgende zwei proben dienen, wovon die erste stelle 
der 1528 zum ersten und 1534 zum zweiten mal gedruckten schrifl: ,,vom 
nhendmal Christi^^ entnommen, die zweite ein stück aus der ilhersetzung des 
Propheten Jeremias ist. 



Hielte. Ich liab geliörti ^ie dasz e. f. g. nach abrang diszes aufisatzes. woltc eyne andere 
vnnd villeicht schwerer anflfeetzen. Szo e. f. g. nil woll; voraehlen. eynes armen beUelers 
(^ebeet. Bitt ich woKs. vnib gottes \\illeii. ni( laszen dahynn kninen. dann myrs von herlzen 
eyd iszt vnnd vielen, e. f. g. gnnslij^enn. das anch diszc Hchelznng. e. f. g. letzten tagenn. 
szo vill gntes genichts nanien vnnd gunst beraubt hatl. Gott hat. e. f. g. wol mit hoher vor- 
nunffl begnadet, das sie ynn diszen *sachen weyter sieht, dann ich adder villeicht alle e. f. g. 
vnderthanen. Aber mag doch \\o\ seynn. Ja gott will es sz(» haben, das grosz vornnnffi 
zcu weylen durch weniger vornuntR gewiszen werde. anfT das niemand aiiff sich selb sich 
vorlasze. sunderiio alleyne autT gott vnszernn herrfi. wilcher spar e. f. g. gesund unsz zcii 
gute. Vnnd dornach e. f. g. Seelen zcur selickeil. Amen {aiu einem briefe v. j. 1517 im 
i;et, archiv zu Weimar N. 108. 41). 

Darautr gnedigster herr, EGG ich vntertheniger meynüg nicht will verhalten, das ich 
»olchs EGG ansuchen, allenthalben zu vnlerthenigem danck, angenomeu hab. Vnd mag 
EGG mit guttem grund schreyben, das nieyn gemutt vnd meynüg, on rhüm zuschreyben 
lautts auch ettlicher meyner vorigen erbietung ofTcntlich geschehen, nye gewest, auch noch 
nicht ist. yemands von hohen odder nydern stenden zuschmehen , odder ichU zuschreyben 
ndder Teren odder predigen, das zu l)ewegung, vngehorsam, vneynickeyt vnd anfTrur ym lieyl. 
Reich odder die Ghristenmenschen ynn yrnuig zufuren vrsach geben mugc da Widder ich auch 
offtmals hart geschrieben vnd gepredigt habe, sondern meyn furnemen yc vnd ye alleyn 
geweszen vnd noch ist. nichts anders zuschreyben, leren, predigen, treyben vnd foddern, dann 
Has zu sterckung gottis worttes vnd ehre, auch des hcyligen warhaftigen glaubens vnd der 
liebe des nehisten vnd also heyl geineyner Christenhey It dienstlich nottig vnd nutzlich, wie 
ich mich auch mit göttlicher hilfF, für meynem Gott mit guttem gewissen zu entschuldigen 
weysz. (aus einem brief v, ,;. 152S im ge$, archiv zu ff^eimar, 0. pag, 74 FF, 2.) 

Ich merke aber, das der selben iügent viel, solch geschrey der pestilentz gern gebort. 
Denn ettliche den schweren anfT dem Schnlsack. ettliche die GoHca ynn den buchern, ettliche 
den grind an den feddern, eltliche die gicht am papir kriegen. Vielen ist die tindten schim- 
licht worden. So haben auch sonst etliche die mutterbrieue gefressen dauon sie das hertze 
wehe vnd sehnesucht zum vaterland gewoimen, Vnd mugen vileichl der gleichen schwach- 
ückeit mehr sein denn ich erzelen kann, Vnd ist wol die fahr dabey, wo die h«rrn vnd 
oberheiTU , solchen kranckheiten nicht mit ernst vnd allerley ertzney belfien vnd steuren werden 
solt wol ein land sterben draus werden, bis man weder prediger noch pfarher oder Schul- 
meister haben kundte zu letzt eytel sew vnd hunde das beste viehe mfisten sein lassen. Dahin 
doch gar vleissig die papisten erbeiten. (aus einem brief v. j. i535 im ges. archiv zu 
fTeimar A. pag. 109 H. 42. L e.) 

Ich bitte Ekfg vntertheniglich Sie wollen sich wol bedencken, ob M. philippus zuschicken 
sey, auir das itzige zu Regenspurg nichtig vnd vergeblich Golloquium, da keine hoffnuug ist. 
denn sie haben keinen man anfT ihrer seilen, der ichl'es werd sey. Vnd D. Maier ist mehr 
denn gnug dazu, wenn er gleich nichts kundte, denn. Nein oder .Ja dazu sagen. Vnd ist 
Schnepp vnd Brentius auch da, die yhnen nichts lassen nemen, vnd ob sie wollen ettwas 
lassen nemen So ist ist noch der hindergang da, das man vns fragen mäs. {aus einem brief 
V. j. 1546 im ges. archiv zu fVeimar H fol. 663 iVo. 203.) 



VORWORT. 



XI 



numtiscript. *) 
Es mangelt den hohen 
geigtern das sie die rede 
kunst grammatica so man 
}iin der kinder Bchulen 
leret, nieht recht ansehen 
Die selbige kun8t leret 
wie ein knabe solle aus 
einem wort zwey odder 
<lrey machen^ odder wie 
er einerley wort, newen 
brauch vnd mehr dentnnge 
^eben mnge, Als das ichs 
mit ettlichen exempeln be- 
weise Das wort, blnme 
nach seiner ersten vnd al- 
ten defltflnge, heisst es, eine 
rosen, lilien, violen vnd 
der gleichen, die ans der 
<*rden wecbst vnd blühet, 
Wenn ich nü Christum 
wolt mit eym feinen 
lobe preisen, vnd sehe 
wie er von der Jungfraw 
Maria kompt so ein schon 
i^ind, mag ich das wort 
Marne nemen, vnd einen 
tropum machen odder 
••ine newe dentnnge vnd 
brauch geben, vnd sagen 
Christus ist eine blume. 
Hie sprechen alle gram- 
luatici odder redemeister, 
Das blnme sey ein new 
wort worden vnd habe 
pine newe dentung, Vnd 
heisse nu nicht mehr, die 
blnme auff dem felde, 
t^ndem das kind Jhesus, 
Vnd müsse nicht hie das 
wort (Ist) srar deuteley 



druck V. j, 1528. 
Es mangelt den höhen 
geistern, das sie die rede 
kunst grammatica, so man 
ynn der. kinder schulen 
leret nicht recht ansehen. 
Die selbige kunst leret, 
wie ein knabe solle ans 
einem wort zwey odder 
drey machen, odder wie 
er einerley wort, newen 
brauch vnd mehr deutunge 
geben mtlge. Als das ichs 
mit etlichen exempeln be- 
weise. Das wort, blume, 
nach seiner ersten vnd al- 
ten deutunge, heist es eine 
rosen, lilien, violen vnd 
der gleichen, die aus der 
erden wechst vnd blühet. 
Wenn ich nu Christum 
wolt mit eym feinen 
lobe preisen, vnd sehe, 
wie er von der iungfrawen 
Maria kompt, so ein schön 
kind, mag ich das wort 
blume, ]iemen, vnd einen 
tropum machen odder 
eine newe deutunge vnd 
brauch geben, vnd sagen, 
Christus int eine blume. 
Hie sprechen alle gram- 
matici odder redenmeister, 
Das blume sey ein new 
wort worden vnd habe 
eine newe deutung, Vnd 
heisse nu nicht mehr, die 
blume auff dem felde, 
sondern das kind Jhesus, 

Vnd müsse nicht hie das 
wort (Ist) zur deuteley 



druck V, j\ 1534, 
Es mangelt den hohen 
geistern^ das sie die rede 
kunst grammatica, so man 
jnn der kinder schulen 
leret, nicht recht ansehen.' 
Die selbige kunst leret, 
wie ein knabe solle aus 
einem wort zwey odder 
drey machen, odder wie 
er einerley wort, newen 
brauch vnd mehr deutunge 
geben müge. Als das ichs 
mit etlichen exempeln be- 
weise. Das wort, blume, 
nach seiner ersten vnd al- 
ten deutunge, heist es eine 
rosen, lilien, violen, Mid 
der gleichen, die aus der 
erde wechst vnd blüliet. 
Wenn • ich nu Christii 
wolt mit einem feinen 
lobe preisen, vnd sehe 
wie er von der jungfrawen 
Maria kompt, so ein schön 
kind, mag ich das wort 
blume, nemen, vnd einen 
tropum mache]! odder 
eine newe deutunge vnd 
brauch geben, vnd sagen, 
Christus ist eine blume. 
Hie sprechen alle gram- 
matici odder redenmeister, 
Das blume sey ein new 
woii; worden vnd habe 
eine newe deutung, Vnd 
heisse nu nicht mehr, die 
blume auff dem felde, 
sondern das kind Jhesus, 

Vnd inüsse nicht hie das 
wort (Ist) zur deuteley 



*) bruchstücke des mafiutcripis zu der schrifl: vorn abendmal Christi befinden sich in 
^tr herzoglichen bibliothek zu ff'oi/'enbiiitel und in der iandesbibliothek zu Fulda. 



XII 



VOWORT. 



werden, Denn Christus 
bedeutet nicht eine blume, 
sondern er ist eine blüme 
doch ein ander blume 
denn die naturliche. 

Denn so spricht der 
poet Hoi-atius, Dixeris 
egregie, notum si callida 
verbum, reddiderit iun- 
ctiira nottttni; das ist, Oar 
fein ists geredt, wenn du 
ein gemein wort kanst wol 
vernewen. Daraus man 
hat das einerley wort, 
zwey odder vielerley wort 
wird, wenn es vber seine 
gemeine deutunge andere 
newe deutunge kriegt. 
Als Blume, ist ein ander 
wort, wenn es Christum 
heisst, vnd ein anders 
wenn es die naturliche 
rosen vnd der gleicheu 
heisst Item ein anders, 
wenn es eine gülden, 
sylbem odder hültzem 
rosen heisst. Also wenn 
man von einem kargen 
man spricht, Er ist ein 
hund, Hie heisst hund den 
kargen fiUtz, vnd ist aus 
dem allten wort ein new 
wort worden nach der 
lere Horatij Vnd mus 
nicht hie Ist eine deute- 
ley sein denn der karge 
bedeutet nicht einen Hund. 
Also redet man nu ynn 
allen sprachen, vnd ver- 
newet die worter, als, 
wenn wir sagen Maria ist 
eine morgeurodte Christus 
ist eine frucht des lelbes, 
der teüffel ist ein Gott 



werden. Denn Christus 
bedeutet nicht eine blume, 
sondern er ist eine blume. 
Doch ein ander blume 
denn die natürliche. 

Denn so spricht der 
Poet HoratiuB , Dixeris 
egregie, notum si callida 
verbum , reddiderit iun-. 
ctura nouum, das ist, Gar 
fein ists geredt, wenn du 
ein gemeyn wort kanst wol 
vernewen. Daraus man 
hat, das einerley wort, 
zwey odder vielerley wort 
wird, wenn es vber seine 
gemeyne deutunge andere 
uewe deutunge kriegt. 
Als blume, ist ein ander 
wort, wenn es Christum 
heist, vnd ein anders 
wenn es die natürliche 
rosen vnd der gleichen 
heist. Item ein anders, 
wenn es eine gülden, 
sylbern odder' hültzem 
rosen heist. Also wenn 
man von einem kargen 
man spricht. Er ist ein 
hund. Hie heist hund den 
kargen filtz, vnd ist aus 
dem alten wort ein new 
wort worden, nach der 
lere Horatij, Vnd mus 
nicht hie (Ist) eine deute- 
ley sein^ denn der karge 
bedeutet nicht einen hund. 
Also redet man nu ynn 
allen sprachen, vnd vor- 
newet die Wörter, als, 
wenn wir sagen, Maria ist 
eine morgenrödte, Christus 
ist eine frucht des leibes, 
der teuffei ist ein Gott 



werden. Denn Christus 
' bedeutet nicht eine blume, 
sondern er ist eine blume, 
Doch eine ander blume 
denn die naturliche. 

Denn so Spricht der 
poet Horatius , Dixeris 
egregie, notum si callida 
verbum, reddiderit iun- 
ctura nouum, das ist. Gar 
fein ists geredet, wenn du 
ein gemein wort kanst wol 
vernewen. Daraus mau 
hat, das einerley wort, 
zwey odder vielerley wort 
wird wenn es vber seine 
gemeine deutunge andere 
newe deutunge kriegt, 
Als blume, ist ein ander 
wort, wenn es Christum 
heist, vnd ein anders, 
wenn es die natürliche 
rosen vnd der gleichen 
heist. Item ein anders 
wenn es eine gülden, 
silbern odder hflltzern 
rosen heist. Also wenn 
man von einem karten 
man spricht. Er ist ein 
hund. Hie heist hund den 
kargen filtz, vnd ist aus 
dem alten wort ein new 
wort worden, nach der 
lere Horatij, Vnd mus 
nicht hie (Ist). eine deute- 
ley sein, denn der kargte 
bedeutet nicht einen hund. 
Also redet man nu jnn 
allen sprachen, vi^ ver- 
newet die Wörter^ als 
wen wir sagen, Maria iat 
eine morgenrödt, Christus 
ist eine frucht des leibs. 
Der Teffuel ist ein Gott 



VORWORT. 



XIU 



der welU^ Der bapst ist 
Jadas S. AagoBtin ist 
PaaloBy S. Bemard ist 
eine taabe Danid ist 
ein boltswünnlin. Vnd 
äo fort an, Ist die schrifit 
solcher rede vol. Vnd 
heiast tropas odder Meta- 
phora ynn der gramma- 
tica wenn man zweyeriey 
dingen, einerley namen 
gibt, vmb des willen das 
ein gleiehnis ynn beiden 
ist, Vnd ist denn dersel- 
bige name, nach den 
bachataben wol einerley 
wort aber potestate ac 
significatione plnra, nach 
der macht branch den- 
tnnge zwey wort, ein 
alltea vnd newes, wie 
Horatins sagt vnd die 
kinder wol wissen. 

manuscript*) 

Das Erst Capitel 

Dia sind die geschichte 
r<m Jeremia des sons Hil- 
kia ans den priestem zu 
Anathoth ym lande Ben- 
jamin, zn welchem ge- 
Schach das wort dea 
HERRN zur zeit Josia 
des Sems Amon des 
koniges Jnda ym drei- 
tzehenden iar seines konig- 
reicha Vnd hernach zur 
seit des koniges Juda 
Joakim des sons Josia 
bb ans ende des eilfiten 



der wellt, Der Bapst ist 
Judas, S. Augustin ist 
Paulus, S. Bernhard ist 
eine taube, Dauid ist 
ein boltzwürmlin, Vnd 
so fort an, ist die schriffl 
solcher rede vol, vnd 
heist tropus odder Meta- 
phora ynn der gramma- 
tica, wenn man zweyeriey 
dingen, einerley namen 
gibt, vmb des willen, das 
ein gleiehnis ynn beiden 
ist, Vnd ist denn der sel- 
bige name nach dem 
buchstaben wol einerley 
wort, aber potestate ac 
significatione plura, nach 
der macht, brauch, deu- 
tunge, zwey wort, ein 
altes vnd newes, wie 
Horatius sagt und die 
kinder wol wissen. 

druck V. j. 1532 

{erste atug. der prophe(en). 

Das Erst Capitel. 

DIs sind die geschichte 
Jeremia des sons Hilkia, 
ans den Priestern zu 
Anathoth im lande Ben 
Jamin, Zu welchem ge- 
schach das wort des 
HERRN, zur zeit Josia 
des sons Amon des 
Königes Juda, im drei- 
zehednen jar seines König- 
reichs, Vnd hernach zur 
zeit des Königes Juda 
Joakim des sons Josia, 
bis ans ende des eilfften 



der weit. Der Bapst ist 
Judas, S. Augustin ist 
Paulus, Sant Bernhard ist 
eine taube, Dauid ist 
ein holtzwttrmlin , Vnd 
so fort an, ist die schriift 
solcher rede vol, vü 
heisst tropus oder Meta- 
phora jnn der gramma- 
tica, wenn man zweierley 
dingen , einerley namen 
gibt, vmb des willen, das 
ein gleiehnis jnn beiden 
ist, Vnd ist den der sel- 
bige name nach dem 
buchstaben wol einerley 
wort, aber potestate ac 
significatione plura, nach 
der macht, branch, deu- 
tunge, zwey wort, ein 
altes vnd newes, wie 
Horatius sagt vnd die 
kinder wol wissen. 

druck V. j\ 1545. 

Cap. I. 

Dis sind die Geschichte 
Jeremia, des sons Hilkia, 
aus den Priestern zu 
Anathoth, im lande Ben 
Jamin. Zu welchem ge- 
Schach das wort des 
HERRN, Zur zeit Josia, 
des sons Amon, des 
königes Juda, un drei- 
zehenden jar seines König- 
reichs. Vnd hernach zur 
zeit des königes Juda, 
Joiakim, des sons Josia, 
Bis ans ende des eilfften 



*) d<u manugeripi der Übersetzung des prapheten Jeremia besitzt die herzogtiche bi- 



hÜQlkek %u Gotha. 



XTV 



VORWORT. 



iares Zedekia des sons 
Josia des konigeg Juda bis 
auffs gefengnis Jerusalem, 
ym fiinfiten monden. 

Vnd des HERRN wort 
gesehach zu mir vnd 
sprach Ich kandte dich 
ehe denn ich dich ynn 
mntter leibe bereitet vnd 
erwelete dich ehe denn 
du von der mutter 
geboren wurdest zum 
Propheten vnter viel 
völcker. 

Ich aber sprach Ah 
HErr, HERR, ich .taug 
niclit zu predigen, denn 
ich bin zu iung der 
HERR sprach aber zu 
mir Sage nicht Ich bin 
zu iung sondern du solt 
gehen wo hin ich dich 
sende vnd predigen, was 
ich dich heisse furcht 
dich nicht für yhnen, 
denn ich bin bey dir 
vnd wil dich erretten, 
spricht der HERR vnd 
der HERR recket seine 
band aus vnd rttret mei- 
nen mund, vnd sprach 
zu mir, Sihe, ich lege 
meine wort ynn deinen 
BdHnd Sihe ich setze 
dich heute dieses tages 
vber völcker vnd konig- 
reiche, das du aus reissen 
zubrechen verstoren vnd 
verderben solt vnd bawen 
vnd pflantzen. 

Vnd es gesehach des 
HERRN wort zu mir 
vnd sprach, Jeremia, was 
sihestu? Ich sprach, Ich 



jares Zedekia des sons 
Josia des Königes Juda bis 
auffs gefengnis Jerusalem, 
im funfilen monden. 

Vnd des HERRN wort 
gesehach zu mir, vnd 
sprach. Ich kandte dich 
ehe denn ich dich jnn 
mutter leibe bereitet, vnd 
erwelete dich, ehe denn 
du von der .mutter 
geboren wurdest , zum 
Propheten vnter viel 
völcker. 

Ich aber sprach. Ah 
HErr HERR, Ich taug 
nicht zu predigen, denn 
ich bin zu jung. Der 
HERR sprach aber zu 
mir, Sage nicht, Ich bin 
zu jung, sondern du solt 
gehen, wo hin ich dich 
sende, vnd predigen, was 
ich dich heisse, Furcht 
dich nicht für jnen. 
Denn ich bin bey dir 
vnd wil dich erretten, 
spricht der HERR. Vnd 
der HERR recket seine 
band aus, vnd rüret mei- 
nen mund, vnd sprach 
zu mir, Sihe, ich lege 
meine wort jnn deinen 
mund, Sihe, ich setze 
dich heute dieses tages 
vber völcker vnd König- 
reiche, das du aus reissen, 
zubrechen, verstoren, vnd 
verderben solt, vnd bawen 
vnd pflantzen. 

Vnd es gesehach des 
HERRN wort zu mir 
vnd sprach, Jeremia, was 
sihestu? Ich sprach, Ich 



jars Zedekia, des sons 
Josia des königs Juda, bis 
auffs Gefengnis Jerusalem, 
im fflniften monden. 

Vnd de» HERRN wort 
gesehach zu mir, vnd 
sprach ich kandte dich 
ehe denn ich dich in 
Mutterleibe bereitet, vnd 
sonderte dich aus, ehe 
denn du von der Mntter 
geborn wurdest, nnd 
stellet dich zum propheten 
vnter die völcker. 

Ich aber sprach, Ah 
HErr HERR, Ich taug 
nicht zu predigen. Denn 
ich bin zu jung. Der 
HERR sprach aber zu 
mir, Sage nicht, ich bin 
zu jung, sondern dn solt 
'gehen, wo hin ich dich 
sende, vnd predigen, was 
ich dich heisse. Furcht 
dich nicht für jnen, 
Denn ich bin bey dir, 
vnd wil dich erretten, 
spricht der HERR. Vnd 
der HERR recket seine 
band aus, vnd rüret mei- 
nen Mund, vnd sprach 
zn mir, Sihe, Ich lege 
meine wort in deinen 
mund. Sihe, Ich setze 
dich heute dieses tages 
vber völcker vnd König- 
reiche, Das du ausreissen, 
zubrechen, verstoren, vnd 
verderben solt, vnd bawen 
vnd pflantzen. 

Vnd es gesehach des 
HERRN wort zu mir, 
vnd sprach, Jerefliia, was 
sihestu? Ich sprach, ich 



VORWORT. 



XV 



sehe, einen wackern stab 
Vnd der HERR sprach 
zu mir du hast recht 
gesehen denn ich wil 
wacker sein vber mein 
wort das ichs thue. 

Vnd es geschach des 
HERRN wort zum an- 
dern mal zu mii* vqd 
sprach, was sihestu? 
Ich sprach Ich sehe ein 
beig siedend topffen von 
mittemacht her, vnd der 
HERR sprach zu mir 
Von mittemacht wird das 
Tnglück komen vber 
alle die ym lande wonen, 
denn Sihe, ich 'wil rflffen 
alle forsten jnn den ko- 
ni^eichen gegen mitter- 
nachts spricht der HERR 
das sie komen sollen vnd 
yhre stuele setzen für den 
tboren zu Jerusalem vnd/ 
rings vmb die mauren 
ber, vnd für alle stedte 
Jnda Vnd ich wil das 
recht lassen vber sie 
gehen vmb alle yhrer bos- 
heit willen^ das sie mich 
verlassen vnd reuchem 
andern gottem vnd beten 
an yhrer hende werck 
So begurte nu deine 
lenden vnd mache dich 
auff vnd predige yhn 
alles was ich dich heisse 
furchte dich nicht für 
yhnen als solt ich dich 
abschrecken , denn ich 
wil dich heute zur festen 
stad, zur eifsem seule 
^d zur ehernen mauren 
machen ym gantzen lande 



sehe, einen wackern stab, 
Vnd der HERR sprach 
zu mir. Du hast recht 
gesehen. Denn ich wil 
wacker sein vber mein 
wort, das ichs thue. 

Vnd es geschach des 
HERRN wort zum an- 
dern mal zu mir, vnd 
sprach , Was sihestu ? 
Ich sprach, Ich sehe ein 
heis siedend topffen von 
mitternacht her, Vnd der 
HERR sprach zu mir, 
Von mitternacht wird das 
vnglück komen vber 
alle die im lande wonen, 
Denn sihe, ich wil rtiffen 
alle Fürsten jnn den Kö- 
nigreichen gegen mitter- 
nacht, spricht der HERR, 
das sie komen sollen, vnd 
jre stüle setzen für den 
thoren zu Jeru^lem, vnd 
rings vmb die mauren 
her, vnd für alle stedte 
Juda. Vnd ich wil das 
recht lassen vber sie 
gehen, vmb alle jrer bos- 
heit willen, das sie mich 
verlassen, vnd renchern 
andern Göttern, vnd beten 
an jfer hende werck. 
So begürte nu deine 
lenden, vnd mache dich 
auff, vnd predige jn, 
alles was ich dich heisse. 
Furchte dich nicht für 
jnen, als solt ich dich 
abschrecken , Denn ich 
wil dich heute zur festen 
Stadt, zur eisern seule, 
vnd zur ehernen mauren 
machen im gantzen lande, 



sehe einen wackem stab. 
Vnd der HERR sprach 
zu mir. Du hast recht 
gesehen. Denn ich wil 
wacker sein vber mein 
wort, das ichs thue. 
Vnd es geschach des 
HERRN wort zum an- 
dern mal zu mir, vnd 
sprach , Was sihestu ? 
Ich sprach. Ich sehe ein 
heis siedend Topffen von 
Mitternacht her. Vnd der 
HERR sprach zu mir, 
Von Mitternacht wird das 
Vnglück. ausbrehen vber 
alle die im lande wonen. 
Denn sihe, Ich wil ruffen 
alle Fürsten in den Kö- 
nigreichen gegen Mitter- 
nacht, spricht der HERR, 
Das sie komen sollen, vnd 
jre Stüele setzen für den 
Thoren zu Jerusalem, vnd 
rings vmb die mauren 
her, vnd für alle stedte 
Juda. Vnd ich wil das 
Recht lassen vber sie 
gehen, vmb alle jre bos- 
heit willen, Das sie mich 
verlassen, vnd reuchem 
andern Göttern, vnd beten 
an jrer hende werck. 

So begürte nu deine 
Lenden, vnd mache dich 
auff, vnd predige jnen, 
alles was ich dich heisse. 
Fürchte dich nicht für 
jnen, als solt ich dich 
abschrecken , Denn ich 
wil dich heute zur festen 
stad, zur eisern seule, 
vnd zur ehernen Mauren 
machen im gantzen lande, 



XVI 



VORWORT. 



Widder • die konige Juda^ 
Widder yhre fursien, 
Widder yhre priester^ 
Widder das volck ym lande, 
das, wenn sie gleich 
Widder dich streiten, den 
noch nicht sollen wider 
dich siegen, denn ich 



Widder die Könige Juda, 
Widder jre fürsten, 
Widder jre Priester, 
Widder das volck im lande, 
das, wenn sie gleich 
Widder dich streiten, den- 
noch nicht sollen widder 
dich siegen, Denn ich 



bin bey dir, spricht der .bin bey dir, spricht der 
HERR das ich dich er- HERR, das ich dich er- 



rette, 

Vnd des HERRN wort 
geschach zu mir vnd 
sprach Gehe hin vnd 
predige öffentlich zu Je- 
rusalem vnd sprich, so 
spricht der HERR Ich ge- 
dencke der wolthat so dir 
ynn deiner iugent geschach 
vnd der liebe die ich dir 
erzeigt, da du schon wä- 
rest, da du mir folgetest 
ynn der wüsten ym lande 
da man nichts seet, da 
Israel des HERRN eigen 
ward vnd seine erste 
frucht, wer sie fressen 
wolt müste herhalten 
vnd vnglüok vber yhn 
komen spricht der 
HERR. 



rette. 

Vnd des HERRN wort 
geschach zu mii*, vnd 
sprach, Gehe hin vnd 
predige öffentlich zu Je- 
rusalem vnd sprich. So 
spricht der HERR, Ich ge- 
dencke der wolthat, so dir 
jnn deiner jugentgeschach, 
vnd der liebe, die ich dir 
erzeigt, da du schön wä- 
rest, da du mir folgetest 
jnn der wüsten, im lande, 
da man nichts seet, da 
Israel des HERRN eigen 
ward, vnd seine erste 
frucht, wer sie fressen 
wolt , mfiste herhalten, 
vnd vnglflok vber jn 
komen spricht der 



wider die Könige Juda, 
wider jre Fürsten, 
wider jre Priester, 
wider das Volk im lande, 
Das, wenn sie gleich 
wider dich streiten, den- 
noch nicht sollen wider 
dich siegen, Denn ich 
bin bey dir, spricht der 
HERR, das ich dich er- 
rette. 

Vnd des HERRN woit 
geschach zu mir, vnd 
sprach, Gehe hin vnd 
predige öffentlich zu Je- 
rusalem, vnd sprich, 80 
spricht der HERR, Ich 
gedencke da du ein 
freundliche junge Dir- 
ne, vnd ein liebe 
braut wärest, da du 
mir folgetest, in der 
wüsten, im Lande, da 
man nichts seet. Da 
Israel des HERRN eigen 
war, vnd seine erate 
Frucht, wer sie fressen 
wolt, muste schult haben, 
vnd vnglück vber jn 
komen , spricht der 
HERR. 



Diese beiden proben so wie die in der note mitgetheilten stellen aus briefen 
L/s werden, wie ich giaube, genügend überzeugt haben ^ dasz, wenigstens in 
den manuscripten L.'s, das fehlen der umlaute ö und ü regel ist, die umktuts- 
bezeichnung dagegen die ausnähme bildet» andrerseits aber wird es auch 
nicht unbemerkt geblieben sein, dasz hin und wieder, wie z, b. in nü {nun), 
zu, rhüm (rühm), blüme, rüffen, teüffel, deütünge, bedeutet, denen ich aus an- 
dern eigenhändigen Schriftstücken L.'s noch thü, früm (— fromm) ^ bapstüm, 
nur (nur)^ würm (wurm), ausrüffen, rüge (ruhe), vnrüge, iügent, die iüngen 
knaben, gut («» gut), bluten (bluten), armütt, demütt, ieflten beifUge, ein sonsl 
ungewöhfilicher tunlaut erscheint, da jedoch Z. das Zeichen ü nicht selten 
auch da verwendet, wo an einen utnlaut gar nicht gedacht werden kann, wie 
z. B, in novum, Universität, frevel, nuntium, welche bei £. noüttm, vniüersitet> 
frettel^ nüntiüm geschrieben vorkommen, so mag es auch bei den vorhin ange- 



VORWORT. XVii 

ßhrim Wörtern oft zweifelhaft sein, ob L. mit tt den umlaut hat bezeichnen 
wollen oder nicht. 

Nicht minder bedeutend als bei den vocalen sind die Schwankungen, 
welchen man bei den consonanten begegnet, zu deren darstellung ich nunmehr 
übergehe, vor edlem ist in den früheren schrifüen eine bevorzugung der tetiuis 
bemerkbar, an deren stelle später die media tritt, am entschiedensten macht 
sich diese regel bei den labialen geltend, beispiele des p für b sind unter 
B s. 198 angegeben und es bedarf hier weder einer Wiederholung noch Ver- 
mehrung derselben, nur mag noch bemerkt werden, dasz bei einigen Wörtern, 
die wir heute mit b schreiben, auch in den späteren Schriften L.'s noch p vor- 
kommt, wie z. b. in pall^ patzen , pintzen, pusch; püschel; auch schreibt L, 
Aagspurg, Marpurg (neben Marckpurg), Regenspnrg, Salzpurg, Straspurg^ ufid 
zwar nicht blosz anfangs, sondern ^ wie das in einem brief v. iö46 vorkom- 
mende Begenspurg beweist ^ auch später noch, umgekehrt steht b för heutiges 
p in banieri bauke, bech, berle^ bilger, blappern^ bochen, bosaune (basaune), 
bnuigen; brassen^ neben welchen jedoch auch die form mit p erscheint; nur 
in henbt (caput) und sebien zahlreichen zusmnmensetzungen hat Z., wie mhd.j 
stets b statt des jetzt geltenden p, wie er auch durchgängig bapst schrieb. 
]^ ßr { begegnet in wappen (wapen) fiir waffen nur noch anfangs, wapnen »» 
wtffaen dagegen hat noch die bibel v. 1545, pf fllr einfaches f bietet das 
noch in der 1523 erschienenen ausgäbe des ersten theiis des a, fest, wiederholt vor- 
kommende pflasche^ welche Variante zu flaache s. 673^ nachzutragen ist, vereinzelt 
kommt noch vor entpfremden /ur entfremden; entpfliehen filr enMiehen, harpffo für 
haife, Bcharpff fiir scharf^ Bcherpffe für scherfe schärfe, lieber den verhalt des b 
zu f (v) vgl. F2) s. 621^. md, w flir b kommt vor in wase, neben welchem base 
lair selten erscheint. Für den Wechsel zwischen media und tenuis der dentalen 
sind, wie ich glaube, genügende beispiele unter D s. 380, 381 beigebracht; 
hier nur noch die bemerkung, dasz L, zwar noch oß einfaches t ha4, wo 
heute th m gebrauch ist, wie z. b, in tal^ teil und den davon stcünmenden 
Wörtern, schwankend auch in taw (ros)^ tawen, anftawen und der endung tum 
ivgi bapstham^ bistham; eigentham, ftirstentham, heiligthum, reichthum u, s. w.)^ 
häufiger jedoch schon th verwendet^ z. b, in that, thewr (thewrung); tliier, thos 
firgiUa, thor porta und thor stultus {doch torheit^ töricht), than, thüre, thurm, 
nber auch in tham agger, tham dorn (thnmhen*^ thumkirohe, thumpfaff, thnm- 
probst) und tham stupidus (thumkün, thumkühnheit) , in welchen Wörtern heute 
nur d gilt, noch verdient erwähnt zu werden , dasz Luther seinen namen bis . 
^um j. 1517 Luder schrieb. Mit k (gk, ck) ßr g Aromm/ vor kauckein, kegen 
ikegenwertigkeit; entkegen); krieche (kriechisch); kucken, bergk (Wittenbergk, 
(xuch Wittenbnrgk, doch seit 1521 nur Wittemberg), diugkj trangk, balck (blaa- 
balck, wolfsbalck), bnrck, rinck, sarck, storck, Bchwanck, sprunck, hitzick, barm- 
berzieklich, eintrechticklich; kerklich {kärglich)^ willicklich u. s, w, schwanken 
findet auch statt in der Schreibung der substctntiva auf keit\ während L. anfangs 
2. b. bannherziokeit, einickeit, gerechtickeit, gcBchwindickeit, heiiickeit, leichtfer- 
tickeit; gelickeit, vnterthenickeit , ferlickeit, frenndlickeit , herrlickeit, schwach- 

I>inx. Wftrterbnch. G 



XVIII VORWORT. 

lickeit, zimlickeit etc. schreibt, bieten die späteren schh/ten barmherzigkeit, 
einigkeit, gerechtigkeit etc., aber auch ferligkeit^ frenndligkeit, herrlig> 
keit etc. g ßr k dagegen steht vereinzelt in volg, zang, häufiger in den mit 
werck (werg) zusammengesetzten Wörtern ^ z, b. bolwerg, fellwerg^ handwerg, 
rauchwerg, Weidwerg^ wergzeng u. a.; auch marggraf schreibt L. ßr markgraf. 
in rüge und dessen manigfaltigen Zusammensetzungen steht g /ur mhd, w, 
nhd. h; auch ßr unser reihe begegnet bei L. nur das md. rige, riege. ch 
wechselt mit g in einicher, einicherlei, dti dchlechat; er Bchlecht, welche formen 
neben einiger^ einigerlei, schlegst, schlegt noch in der bibel r. 1545 vorkommen, 
vereinzelt begegnen auch sandich; vnterthenich, widdersinnicli ßr sandig, vnter- 
thenig, widersinnig, das praet. v. ziehen, welches heute zog geschrieben wird, 
lautet bei L. noch, wie mhd., zoch. ebenso hat fliehen das praet. floch, heute 
floh, andere beispiele des ch statt des heutigen h sind schuch (schnch- 
rimen), rauch, geschach, geschieht (geschieht), geschmecht, anfangs auch noch 
sich fiir sieh, viech ßr vieh, höcher ßr höher, ßr ach dagegen begegnet in 
den späteren Schriften häufig ah. In den mit heit componierten sübst ver- 
schmilzt mhd. das h der endung mit dem voraufgehenden ch (seh); ebenso 
bei £., wie z. b. in frecheit, gleicheit, schwacheit, falseheit, keuscheit u. s. w. 
h fehlt in den späteren wie früheren schriften in blüen {neben blühen), glüen, 
früe, küe (vaccae), welchen Wörtern mhd. j zustand, das fehlen der spirans 
h in der partikel er ßr her (z. b. in erab, erauf, emach, erzu) ist ebenfails 
eine der spräche L.'s überhaupt eignende eigenthünUichkeit. Schlieszlich noch 
ein paar bemerkungen in betreff' der liquiden, den Wechsel zwischen m und 
n belegen besem und besen, bösem und bösen, fadem und faden ^ thum und 
thurm. gewöhnlich gebraucht L. schon pfennig, wie könig und honig, doch 
hat er einige mal auch noch ohne syncope des n pfenning. fiU- hier bietet er, 
einige Zusammensetzungen ausgenommen, stets apocopiertes hie. für weit kommt 
in den frühesten schriften (z. b* in den sieben buszpsalmen) bisweilen noch 
werlt (ahd. weralt) vor. 

Die Verschiedenheiten, welche eine vergleichung der aus dem anfange der 
schripstellerischen thätigkeit L.'s stammenden werke mit den späteren schriften 
in bezug auf die flexion ergibt, sind im ganzen von nur geringer bedeu- 
tung; als das hauptsächlichste beispiel, worauf auch Opitz a. a. 0. s. 25 
besonders aufmerksam macht, wird das bis zum j\ 1524 fast regelmäszige 
fehlen der vorpartikel ge bei dem part. anzusehen sein. Desto erheblicher 
, sind die fälle, in denen L.'s flexion von den heutiges tages geltenden regeln 
abweicht, ich beschränke mich hier auf eine Zusammenstellung nur der 
wesentlichsten dieser abweichungen. Was zunächst die declination der subst. 
betrifft, so ist vor allem bemerkenswerth , dasz bei L. zwar schon mehrere 
Wörter schwache form statt der alten starken angefwmmen haben, wie z. b. 
held [doch begegnet noch der pl. beide] , hirte , schatte [n] , andere dagegett, 
die heute gleichfalls zur schwachen declination übergetreten sind, o/t noch 
stark declinieren. so decliniert er z. b. fast ausnahmslos: 



VORWORT. XIX 

nom. der friede- 

gen. des friedes f friede) 

dat. dem friede 

acc. den friede. 
ebenso begegnet von rabe(n) noch der gen, rabens. schwanken zwischen starker 
und sehwacher form findet statt bei fels, wovon der gen, sing, bald feises bald 
feUen lautet. Auf der andern seite sind ehemals schwache nomtna heute theil- 
neke oder ganz in die starke declination ausgewichen^ während L. auch hier- 
bei noch oft an der ursprilnglichefi declination festhält, wie z. b. bei mond^ 
tvelches er regelmäszig decliniert: 

nom. der mond 

gen. des monden 

dat. dem monden 

acc. den monden. 
ebaiso der garte(n)y wovon der pl, noch garten, nicht, wie heute, gärten, lautet. 
bei andern kommt schon die genitivform -em, neben -en vor^ z. b. knabens 
neben knaben, herzens neben herzen, namens neben namen, menschens neben 
menschen, oder -ens gilt allein, wie z. b. bei bogens. ads vei^einzelt begegnende 
schwache plural formen mögen noch angeführt werden blitzen, festen, knechten, 
riiicken (ringe) j stemen, straussen, tagen, welche zum theil, wie z. b» blitzen 
un(/ Sternen, auch mhd. erscheinen.*^ bei den fem. zeigt sich im sing, eine 
starke neigung zu der schwachen form auch bei solchen Wörtern , die mhd. 
stark decliniert tvurden^ wie z. b. erde, dessen declination in der regel lautet- 

nom. erde, auch erden 

gen. erden 

dat» erden 

a^c. erden. 
mehr beispiele s, bei Mönckeberg beitrage s. 80. 8i. Die umgekehrte er- 
scheinung bietet der pl.; während nämlich Jetzt auch die starken fem. einen 
schwachen pl. haben, begegnet bei L. häufig die starke form selbst bei Wörtern, 
welche ursprünglich der schwachen declination angehörten, beispiele s. gleich- 
falls bei Mönckeberg a. a. o. s. 82. In betreff" des Übertritts von der A- 
declination zur I-decUnation ist zu bemerken y dasz, wie schon oben gezeigt 
mrde, der gebrauch der umlaute, zumal des ö und fl, bei L. noch sehr 
schwankend ist, woher es kommt, dasz manche Wörter im pl. bald mit 
bald ohne umlaut erscheinen, wie z. b. böden neben boden, dornen nebepi 
dornen, vögel neben vogel, hurten neben hurten^ aber auch empte neben ampte 
(l«*rme neben darme, anfangs auch noch bäume (allerley ^bawm, 1 Mos. 2, d 
irt dem i523 erschienenen ersten theil des a. lest.) neben beume. Einzelne 
ina$culina haben zwar bei L. schon die dem neutrum zugehörige pluralendung 
^x liebst dem damit verbundenen wnlaut angenommen, z. b. mann menner, gott 
gdtter, geist geister, bosewicht bösewichter, doch gelten daneben auch noch die 
pL man {d. i. manne), gotte (gdtte), geiste, bösewichte, wie er auch noch weide, 
fiumflnde, wftrme, leibe hat. ebenso bietet L. neben den heute allein geltenden 



XX VORWORT. 

neutralen pL bilder, dörfer, filsser, felder, häupter, länder, lieder, Schwerter, 
-thttmer, weiber etc. in der regel noch bilde, dorfe, fasse, felde, heupte, lande, 
liede, Schwerte, -thüme, weibe etc. nicht selten finden sich noch die Jetzt unge- 
bräuchlichen pL engele, hügele, brüdere, jüngere, töchtere neben engei, hügel, 
brttder, jünger, töchter, doch erscheint häufig auch apocope des e da, wo die 
heutige Schriftsprache in gewöhnlicher prvsa dieselbe nicht gestattet, wie z. b. 
arm ßr arme, äss ßr ässe, bret ßr brete (welcher pl, 2 Mos. 26, 20. 22. 
23, 27 u. Öfter neben bretter vorkommt) y brot /Ur brote, ding für dinge ^ fass 
ßr fasse, frösch ßr frösche,- frücht /ör fruchte «. s. f Ueberhaupt ist bei 
L. ein nicht geringes schwanken in bezug auf die bei der declination (wie 
conjugation) in ayiwendung kommende apocope und syncope zu bemerken^ 
wobei er sich, wie Mönckeberg wohl mit recht bemerkt, einzig und allein 
durch sein geßhl leiten liesz. diesz gilt nofnentlich von dem e im gen. und 
dat, sing, der starken declination, welches L. bald setzt bald auch wegläszt. 
so steht, um auch hief^filr ein paar beispiele anzußhren, i Mos. 2, 17: welches 
tages du da von issest, und cap. 3, 5: welchs tags jr da von esset; 2, 17: 
des todes sterben, dagegeti 3, 4: des tods sterben; Jer. 36, 12 ins könige« 
hans, cap. 38, 7 : ins königs hause; cap. 1, 3 in der bibel v. 1545: des eilfiten 
jars, in der ersten ausgäbe der propheten wie in L.'s manuscript aber: des 
eilfften jares ; — i Mos. 8, 5: am ersten tag, v. 13: am ersten tage; Jes. 28 ^ 16: 
wir haben mit dem tod einen band, v. 18: ewer bund mit dem tode; 1 Thess. 
1, 2: wir dancken gott, cap. 2, 13: darimib aach wir on vnterlas gotte dancken. 
hei den auf Zischlaut (s, seh, z) ausgehenden Wörtern ist die syncope des e 
im gen. sing, eigentlich unstatthaft, doch L, läszt sie öfter zu; er hat z. b. 
des tischs. 4 Mos. 3, 31; ein stück fleischs. 1 chron. 17, 3; des ertzs. 
2 Mos. 38, 29; des gesetzs. Gal. 3, 2. die neutra auf -m» entbehren sogar 
im gen. sing, der flexion ganz, es heiszt: fels des ergemis. Jes. 8, 14 \ im 
vorhofe des gefengnis. Jer. 32, 2; tafeln des Zeugnis. 2 Mos. .31, 18; ebenso 
begegnet baw des haus. 2 chron. 24, 27; vmb hass vnd hadders willen. 
Phil. 1, 15; doch vol hasses. Rom. 1, 29, wo die ersten ausgg. des n. fest. 
voll hasz (hass) hatten, noch mag bemerkt werden, dasz der von Grimm gramm. 
P, 669 misbilligte gen. gots ßr gotes bei L. häufig erscheint, dasselbe 
schwanken zwischen den volleren und syncopierten (apocopierten) flexionsfonnen 
herrscht nun auch bei der declination der adjectiva und anderer declinierbarer 
Wörter, hier nur wenige beispiele: mein armsz vnterthenigs gepeet. originalbr. 
V, j\ 1519; mein armes gebet. Jud. 9, 14 \ guts muts. 1 kön. 8, 66 1 gutes 
muts. 21, 7; was gutes. 2 chron. 12, 12; was guts. 19, 3; eyn gantzs 
creutz. originalbr. v. J. 1522. die gen. meins, deins, seins, yhrs, ewrs statt 
meines, deines, seines, yhres, ewres sind ganz gewöhnlich, ebenso die geti. 
von ein und kein, z. b. eins maus söne. 1 Mos. 42^ 11; er nam sich keins 
dings an. 39, 6, so wie die neutralen nom. (acc») sing, welchs und solchs. 
ßr meinem, deinem, seinem, einem, keinem gebraucht L. häufig und zwar nicht 
blosz im anfang, dem mhd. entsprechend, die abgekürzten formen meim, deim, 
»eim, eim, keim, woßr beispiele bei den betreffenden Wörtern gebracht werden. 



VORWORT. XXI 

seltener smd dagegen die acctisaitvformen mein, dein, sein, ein, kein ßkr meinen, 
deinen, seinen, einen, keinen. Das der I-declination zustehende bildungs-e er- 
ladet oft^ wie schon mhd., apocope, doch hat L. nicht selten auch noch die 
volle form wie z. b, angenehme, dicke, dünne, dürre, feste u. s. w,, ja an- 
fangs begegnet sogar noch das adj. sanft, wie mhd,, mit dem umlaute wie 
senftmütig mit sanftmütig noch in der bibel v. 1545 wechselt. Auch im gebrauche 
der starkefi und schwachen declination der adjectiva weicht L. von den heut* 
zutage geltenden regeln oft erheblich ab; während nemlich heute der bestimmte 
nrtikel nur die schwache form des adjectivs verlangt, läszt L, bisweilen 
auch die starke form folgen, woßr ich zu den bereits unter, der ///, 2 s. 
427' angeführten beispielen hier noch folgende nachtrage: des morgendes 
tages. spr, 27, 1; die sprenkliehe vnd bundte böeke. i Mos, 30y 35; die 
heilige kleiden 2 Mos. 40, 13; die sehöne gottesdienst. ps. 27, 4; die dicke 
wolcken. 77, 18. folgen mehrere adj.^ so stehen oft schwache und starke form 
neben einander, wie z. b. die sieben schönen fette kfle. 1 Mos. 40, 4; die 
sieben dicke vnd volle ehem. 40, 7 ; die sieben magere vnd hesliche küe. 40, 20. 
häufiger noch begegnet die starke form nach all {vgl, all S s. 52'') und dieser 
{sieh dieser //. 3 s. 439^*). starke form verleiht L, auch den einem subst. ohne 
nrtikel vorausgehenden adj., z, b. heutiges tages. 1 Mos. 22, 14; die zn* 
brochens hertzen sind. ps. 34, 19; nidriges Stammes. Ezech, 17, 6; treffliches 
hohes geystes. das ander teyl widder' d. hgml. propheten (1525) Biiij^; 
nber znschlagens vnd demütigen geists. Jes. 57, 15, der attributive vocativ 
hat bei L. im gegensatz zu der heutigen Schriftsprache stets die organische 
schwache form, z. b, lieben herm. ps. 4, 3; lieben söne. 1 Macc. 2, 50; 
lieben kindlin. Joh, 13, 33; lieben mener. apost. gesch. 2, 14. allein stehende 
ddj. schwanken zwischen starker und schwacher declination, z, b, beide 
gerechte vnd vngerechte. Ezech. 21, 3; beiden gerechten vnd vngerechten. 
21, 4; nicht viel weisen nach dem fleisch, nicht viel gewaltige, nicht viel 
edle sind bentffen. 1 Cor, 1, 26. oft ist die flexion gänzlich abgelegt, 
zumal nach detn unbestimmten artikel, z. b. ein from man. 1 Mos. 6, 9; 
eiu sehweer man. 1 Sam. 4, 18; ein gros man. i chron. 21, 6 ; ein eben 
land. 1 Mos, 11, 2; ein zart gnt kalb. 18, 7; doch auch nach dem be- 
stimmten drtikel, z, b, der ewig gott. originalbr. v. j, 1523; für den blind 
maulworffen. auff' das vbtrchristlich buch {1521) Ciif\ Bei der comparation 
flectieren die adj. wenig anders als jetzt, als besonders bemerkensn^erth mag 
angeführt werden, dasz im Superlativ das e vor dem st sich oft findet, z. b. 
feinest, kleinest, ergest^ höhest, nebest (der neheste nächste) u. s. w. 

Bedeutender noch cds die declination steht L.'s conjugation von der jetzt 
üblichen ab, doch werde ich mich bei der darstellung dieser abweichungen noch 
fnefir als bisher nur auf das allerwesentlichste beschränken müssen, um nicht zu 
lästiger Wiederholung des bereits im wtb. selbst bemerkten genöthigt zu sein. In 
^^treffder apocope und syncope begegnet bei der conjugation dasselbe schwanken 
^e hei der declination, im allgemeinen gilt bei L. die nhd. regel, das mtslautende 
^ der ersten person praes. indic. überall zu setzen {beispiele bietet die bibel 



XXII VORWORT. 

(vaf cUlen hläitem), doch fehlt es auch nicht an beispielen für das abgewor fette 
e der endung, z. b. ich danck gantz vntertheniglich. originalbr, v. J. 1535 ; ich 
bitt vntertheniglich. ebend.; solchs schreib ich. originalbr. v. j. 1546 \ ich kenn 
dich wol. das ander teyl widder d. hyml. propheten {1525) Aif'; ich hab euch 
gegeben. 1 Mos. 1, 29 {s. auch Bindseil 7, XLVIII), häufiger, ja fast 
regel ist bei L. die apocope des endungs-e im praet. der schwachen conjuga- 
tion, wodurch die dritte person sing, praet. der 3. sing, praes. gleich wird, bei- 
spiele hie für sind bei dem buclistaben E 5) angeführt, wo auf diese eigenheit 
der spräche L.'s bereits aufmerksam gemacht wurde, dagegen hat er o/t ein 
falsches auslautendes e in der 1. und 3. sing, praet. ind., z. b. ich salie dein 
Angesicht. 1 Mos. 33, 10; gott sähe, das u. s. w. 1, 4; das meer sähe vnd 
flöhe, ps. 114, 3 ; er schlüge. 1 Macc. 5, 3; läse. 5, 14. ebemo bebn impe- 
rativ: gehe in den felsen vnd verbirge dich in der erden. Jes. 2, 10; iiese das 
buch. Jes. 36, 6. In der 2. sing, praes. behält L. das e der flexion öfters 
bei, wo die jetzige spräche es auswirft, z. b. du lieltest mich. ps. 73, 32; du 
trittest. ^,9, 40; du wirffest, 89, 45; du weissest. Joh. 21, 13, nebenan weiszt. 
V. 17 ; was betrübestu dich, psi 42, Q, aber v. 12: was betrübstu dich, der- 
selbe Wechsel begegnet in der 3. sing, und 2. pl., z. b. wer von Ahab stirbt 
in der stad uyidi wer auff dem Felde stirbet. 1 kön. 21, 24; wer gleubt vnser 
predigt? Jes. 53, 1, aber: wer gleubet vnserm predigen? Joh. 12, 38; wenn 
sich trübsal vnd Verfolgung erhebt. Matth. 13, 21; alle höhe die sich erhebet. 
2 Cor. 10, 5; wem wolt jr denn gott nachbilden? oder was für ein gleichnis 
wollet jr jm zurichten? Jes. 40, 18. geht die wurzel des verbums auf i aus, 
so läszt L. in der 3. sing, praes. gewöhnlich die endung et ganz wegfallen, 
z. b. ein könig rieht das land auff. spr. 29, 4; ein narr schfltt seinen geist gar 
aus. V. 11; bedeut. Dan. 8, 22. seltener wenn die wurzel mit d endet, z. b. 
entzflnd. 4 Mos. 5, 30. ebenso bei dem pari, praet. der schwachen conjuga- 
tion: meine gebeine sind verschmacht. ps. 31, 1^; jr blut wird thewr geacht 
werden. 72, 14. Bei den bildungen mit ei ist bald das e der bildungssilbe {wie 
z, b. in bettlen, lieuchlen, samlen, strauchlen)^ bald das der endung syncopierl 
(z. b. betteln, handeln, wandeln), bcdd auch die vollere form gebraucht (z. b, 
Strauchelen. ps. 119, 165). ebenso schwanken die verba auf en zwischen voller 
und syncopierter form; so erscheint begegen und begegnen 7ieben begegeneii, 
rechen und rechnen neben rechenen, regen und regnen neben regenen^ segen 
und segnen nehen segenen u. s. w. Das praet. langsilbiger verben erscheint 
bald mit, bald ohne rückumlaut; es kommt z. b. vor brandte, kandte (bekandte, 
erkandte), nante, sandte, wandte, satzte, vereinzelt auch karete, doch steht auch 
bekennete, erkennete, nennete, setzte, ebenso das part. praet., z. b. bekand 
und bekennet, erkaud xmd erkennet, genant und genennet, gesdmiackt und 
geschmeckt ?/. s. w. Schon oben wurde beffierkt, dasz die vorparükel ge, 
welche man jetzt als nothwendig zur flexion des part. praet. gehörig misieht, 
bei L. anfangs in der regel fehlt, und erst seit 1524 (z. b. in dem 2. teil 
des a. test.) anfängt häufiger zu werden, aber auch später verwendet L 
dieselbe noch nicht so regelmässig, wie diesz heutzutage der fall ist; in der 



k 



VORWORT. XXIII 

Mbel V, 1545 erscheint z. b. blieben neben geblieben, bracht neben gebracht, 
funden neben gefunden, geben neben gegeben, gangen neben gegangen etc. 
Die verba gleichen (vergleichen), preisen, söheideu, weisen (abweisen, beweisen, 
erweisen) hfü}en bei Z. noch die ihnen ursprünglich zukommende schwache 
ronjugation. dagegen erscheinen neben den schwachen part. präet. berewet, 
gebawet, gebrewet, gespannet auch noch die starken formen berewen, gebawen, 
gebrewen, gespannen. neben gewesen gebraucht L, noch häufig gewest. ein- 
zelne Wörter, die heute der schwachen conjugation folgen, conjugieren hei L. 
noch stark, z, ft. bellen. Die Zeitwörter der ersten ablautsreihe (goth, [ahdj 
praes. i; praeL sing, a; pl. u; part. praet. u) habeti bei L. in der regel im 
pL des praet. noch das u, z. b. hülfen, blinden, funden, drungen, Schwüngen, 
zwangen, sunken (versunken), trunken, würfen, und demgemdsz die conjunctive 
hülfe, bflnde, fUnde, drünge etc. einigemal steht o für u, z, b. helfen, worfen, 
gewonnen. Bei den verbis der fünften conjugation {ahd. [mhd.J praes. I; 
prnet. sing, ei; pl. i; part. praet. \) hält L. im praet, sing, deüs frühere ei 
fest; er conjugiert z. b. schreien schrei, erscheinen erschein, bleiben bleib, 
schreiben schreib, treiben treib, ergreifen ergreif, streiten streit, leiden leid, 
beschneiden beschneit, beiszen beisz, reiszen feisz, schweigen schweig, entweichen 
entweich w. s. w. Den verbis der vierten ablautsreihe (goth. praes. in ; praet.^ 
sing, au, pl. u ; part. praet. u) gibt L. in der 2. und 3. sing, praes. ind. 
und der 2. sing, imperativi fast ohne ausnähme eu; die in der bibel vorkom- 
menden beispiele sind bei Frommann vorschlage s. 76 ff", vollständig gesam- 
melt, nebeti that begegnet nicht selten auch thet für den indicadv. Als nur 
anfangs bei L. erscheinende conjugationsformen tnogen noch erwähnt werden 
gähn gehai und stan stehen mit den imper. gang und stand. 

Endlich noch einige bemerkungen zur Wortbildung. Obgleich L, sehr 
geneigt war alle endungs-e abzuwerfen, so bietet er doch bei -vielen substan- 
liven noch oft, wie das mhd., ein e am ende, das Jetzt weggelaszeti wird, 
:. b. der hane, der narre, der schmerze, das bette, das bilde, das gesetze, 
dätö gesiebte, zwnal bei den fem. bildungen mit ung, z. b. begnadunge, deu- 
tange, hoffiiunge, meinunge, ordnunge {auch ordenunge), theilunge, thewrunge, 
vergebunge etc.; seltener bei der endung in, s. b. eselinne, lewinne, dienerinne, 
manninne, racherinne, widwinne, meist nur im anfang erscheinend. Belege für 
das auslautende e bei adjectiven wurden schon oben s. XXI gebracht, auch das 
adverbiale e hat L. noch mehrfach beibehalten, wie r. b. in balde, ofte, abe 
[mnn vgl. besonders die Zusammensetzungen mit ab); häxifiger ist jedoch, wie nhd. 
f'iberhaupt, der Wegfall desselben, wodurch der in der älteren spräche bestehende 
formelle unterschied des adj. und adv., was hier gleich bemerkt werden mag, 
verloren gegangen ist. um so treuer hat er, bei den adverbien, mit der bil- 
dungssilbe']ich die besondere adverbiale wortform festgehalten; eine reichliche 
onzahl von beispielen findet sich bei Wetzet die spräche Luthers s, 74, 75. 
Bei einzelnen adjectiven auf - isch schlieszt L. die bildungssilbe tinmittelbar 
<ifi den stamm an, während in der jetzigen spräche die bildungssilbe des 
fyijectivs erst an die schon abgeleitete substantivform anschlieszt. so kommt 



VORWORT. 

iflch /lir liareriacb, kriegisch (vr kriegeriscb, mördiach ßir mÖrderiBch, 
'- reoberisch, verfUfariacb ßr verfObreriBcb. äer vocai vor dem seh 
I, wie mhd., weggeKorfen, z. b. in adelscb, altveOelacb, bettelach, 

Ch, UtiBSCh U. ». IT. 

ug auf die ort tmd weite der composHion begegnet man bei L 
rrösserer manigfaitigkeit als in der heuligen scbrifl^rache, me 
Monckeberg beitrage s. 83— 8S zttsa^BtengestelUen beifpiele aus 
erselzung hinreichend darlhun, worauf ich hier nur verweisen 
bemerke ich rioch, dasz der voraastehende gen., welcher heute mit 
ien subslanliv zu einer uneigentUchen Zusammensetzung verbunden 
weh oß seine freie Stellung behauptet. 

Ötmte noch gar manche bemerkenswerihe eigenheil der spräche L.'s :u- 
"-If der Syntax angeführt werden, da es Jedoch meine absieht nicltl 
n dem engen rahmai eines Vorwortes eine grammalik der Lutherschen 
geben, so glaube ich hier abbrechen und mit dem wünsche schliesze» 
dasz meine arbeit, zu da- sprachliches wie theologisches inleresse 
H zehn Jahren führte und bei welcher ich es wenigstens oii fleinz 
fehlen lassen, bei den deutschen philologen wie iheologen eine 
theilung finden und von ihtien nicht ganz ohne nutzen kei seile 
'en möge, 
urg, im September 18b'9. 



QUELLENVERZEICHNIS. *) 



1516. 

K &fn ge);ftli(^ ebled hn(i)U\)nn. \ k)on redetet k)nberfc^e);b | )>nb t^otftanb, mad 
ter I alt &n mto menfd^e fe^. Sad älbamd | ))& uki« gottid Knb [c^. t^ii mie 
a I ^nn »n« ftetbcn bnnb ß^riftu« | crftccn faU. (darunter ein groszer holz- 
schnitt : Christus am kreuz), die rückseite des titelblattes trägt eine kurze 
torrede mit der unterschriß : g. aWartinuö Subcr | Subfctijjfit a//i ende : ©cbtucf t ju 
Snttenbergl tnxd) Scanne | ^runenbergl. Snno. nad) S^rtft geburt , 2:aufcnt 
fjinff^imbcTl bü im fed^tjcnben | jar am ta^ ®atbatc. \ S&c\f bcn äuguftinern. 

14 W.**) (sig. ä— S, ß S bL). dieses bilchlein, welches die cap. 7—21 
und 23—26 der später unter dem titel: eyn deutsch theologia etc. herausge- 
gebenen Schrift enthält, ist das erste deutsche product, welches L. herausgab, 
und gehört deswegen zu den vorzüglichen Seltenheiten, es findet sich in der 
k. bihl. zu Berlin, wohin es aus der an Seltenheiten reichen Meusebach'schen 
hibl gekommen ist. 



1517. 

2\ Tie (Sieben ))udi)}falm mit | beutfd^et audjlegunfl nai^ | bem fd^rtfftlic^en 
)>nne | tya ß^tifti Mb gottid gnaben, neben | fe^nd felben. toaxt erfentnifj. | 
grunbltd^ gerietet, am ende: ®ebru<ft t}U *SBittenbeTg{ ^n ber (S^firfutftlici^en 
ftab I burd^ 3oannem ©rnnenbergf 9laäf S^rift | geburt laufenb funff^unbett »nb 
im jtbent}en \ax. | S9el> ben Mugufttnem. 

46 bl. (sig. «— f), bg. A 4 bl., bg. B—H je 6 bL). das letzte blatl ist 
leer, die auf der rückseite des titelblattes stehende kurze vorrede ist unter- 
zeichnet: F. Martinus Luder Augustiner | tzu Wittenberg, \ 1517. 



*j Indem ich mich anschicke, die von mir benutzten originaldrucke Lutherscher 
'fhriften tusammenzustellen, fühle ich mich verpflichtet ^ vor allem der liberalität, mit 
u»ehher mir von den verschiedensten bibliotheken- oft die seltensten und werihvoltsten 
»chätze xur benutiung überlassen wurden^ rühmend und dankbar zu gedenken. 

**) Das formai dieser ein%eldrueke ist in der reget quari, weshalb dasselbe nur dann 
angegeben isi, wenn es davon abweicht 

Disn, WÖfUrbvck. D 



XXVI QUELLENVERZElCimiS. 

in der k, hihL zu StuUgarL eine andere, nur im titel etnxis abweichende 
Originalausgabe besitzt die k. bibl. zu Berlin. 

2\ Die ©tebcn <)ufi<)falm mit ; bcutfd^cr au^jlegüg möf bcm fd^tifftlid^en | 
flenne tin S^rifti t>n gotti« gnabcn, neben | feijn« fclben. toate ctfcntnifj. grub* 
lieb I gerid^tet | 1517. 

bo genzahl und Signatur der bogen wie nr. 2*. 



1518. 

3. iitfnn ©etmon \>on bem äblafj | önnb gnabe, but^ ben toitbigcn \>t>c^ 
torü I a)iartinü iJut^et 3luguftincr | tju Sittenberg!, ofn ende : ®ebru<ft tju SBit* 
tenberg burc^ Scanne | ®runenbergt. dlaäf g^rift gebart lau* | fent funnff ^un* 
bert ünb \fm ad^tje^enben \ \fax. 

4 bL, letzte seite leer, in der herz. bibl. :^u -Gotha, dieser sermon 
scheint nach einer stelle in einem briefe L/s an Spalatin, den de Wette i, 70 
in den november 1517 setzt, damals schon erschienen gewesen zu sein, dasz 
derselbe bereits im j. 1517 ausgegangen sei, bezeugt L. selbst in der praefalio 
zu dem 1. theil seiner lat. schrißen. dasselbe gilt nach einer bemerkung in 
der Jen, ausg. der deutschen Schriften L.*s 1 {1555), 588^ auch von der 
Schrift: „ein freiheit des sermons bäpstlichen ablasz vnd gnad belangend*', 
da mir von dieser schrift nur nachdrücke zu geböte standen, so benutzte ich 
lieber folgende spätere, beide Schriften vereinigende ausgäbe: 

4. &fn ©ermon Don bcm Slblaö | bf! gnab. burd^ ben SBirbigc | Doctore 
iDJartinü l^ut^er | Stugnftincr cju ^iU \ tenberg!. | &fn gte^i^e^t bed ©ermonfi ' 
Se<)ft(id^en äblaü bn gnab be* | langcnb Doct. SKartini Öut^er | totbbet bic Dor^ 
legung. [50 jur [d^mad^ fein, »nb beffct | ben ©ermo crtid^tet. am ende: ®c* 
brudtt CJU SEBittenberg!. | nad^ (S^rift geburt laufenb gunffl^unbert | tjnb 3ö)cnt* 
jigften tar. 

3 bg. (sig. ä— ß)^ letztes blatt leer. herz. bibl. zu Gotha. 

5. ^\fn beutfd^ ^^eologia. ba^ ift | @^n ebled Sbudflttfu, Don tet^tem k)or' 
ftanb, U)ad | 3lbam )>ub S^riftu^ te)^,.k)nb iDie älbam \)n \ m^ fterben, m\> Qifxi* 
ftud erfteen fall, (darunter ein groszer holzschnitt : Christus mit der Siegesfahne 
von eng ein und wölken umgeben), am ende: ®ebtu<ft ju ©ittenburg butd^ 3oan* 
nem | ®rüneberg. ^aä) S^rift geburt Sxiufent | "funff^unbert, bnb \fm Sld^qe^en* 
ben 3ar. (hierunter noch ein holzschnitt, welcher einen grünenden berg darstellt). 

10 bg. {sig. 21 — &), letzte seite leer, auf der rückseite des titelblattes 
und Aij^ steht L/s vorrede; den übrigen theil des bogens A füllt das register. 

6. Sluöjlegüg beutfc^ beö | S5atter bnnfer für bie | gijnfeltigen Öe^en, Doc* 
toriö I aWartini Sut^er, 3lugufti=* | ner tju SBittemberg. | 5Wid^t für bic gelcrtcn. 
am ende steht : ® oli beo l^onor et gloria. 

der titel dieser 9 bogen {sig. 21 — ^3, letzte seite leer) starken schrift steht 
in einer einfassung mit der tun das kreuz gewundenen schlänge, oben das 
zwischen zwei thürmen ruhende sächsische wappen. in der kurzen vorrede, 



hL 



QUELLENVERZEICIINIS. XXVII 

«eiche auf der rückseite des titelblattes sieht, bemerkt L,, dasz diesz pater 
noster vorhin durch seine guten freunde ausgegangen sei, gemeint ist datnit 
folgende, von einem seiner schüler, Johann Sneider, veranstaltete ausgäbe : 
äuficgög Ditb !Dcu* I tug. bc« ^el^Ugcn ^Datct Diiictö | butc^ bcn (£Ttt>i?tbiacn 
önnb I |>o^cIattcn l^tn SOlartin Sut^cr , bet ^cUiflc f c^r^ff t | Doctorn , cinfibict 
reformitcT (sich äuguftincr Drbc«, in fac^ | fjcn SSicatiu^, ju SBittebcrgf* 3m 
3)1 D. »nb fbij, yxx \ g^tebigct^, in bet faftcn, ünnb [eigner fd^ulct c^ticn, tju | 
famracn gcfa^. am ende: ®cbrucft tju itCf^xA 3m laufcnt^ funff ^unbert unb 
cu^ttje^nben 3at. 5 bogen (g 6 M., wovon das letzte einen groszen holzschnitt: 
Maria mit dem Jesuskind trägt), die auf der rückseite des titelblattes stehende 
Widmung ist datirt: Uuiteberge idibus ianuarijs. 1018, 

1. äuf^Icgung I bc« l^unbctt ünb ncünb | tcn <>falmcn. i)ijit bo | minuö 
fcomino racD, | Doctor aWartini tu | t^cr äuguftincr ju | :Ö}ittcnbcrg, ju i^ctr 
$)iewnlj* I mu« (gbncr | Sofungcr | ju iRürn | bcrg. aw ende: ®ebru(ft ju Äugf^^ 
purg burd^ ©iluanfi Ctmar , am | abcnt bnfcr lieben fraujen gebart, änno 
günftje^ I ^ni^unbcrt unb im ad^tje^enben iare. 

^Va bg, (sig. 31—©, 5D ^ bL). rückseite des titeis und letzte seile unbe- 
druckt, der titel steht in einer einfassung, 

der herausgeber dieser ausgäbe der auslegung des 109. [110,] psalms ist 
nicht L., sondern Spalatin, welcher sie Hieronynms Ebner, losunger zu Nürn- 
berg, widmete, die withnung ist datiert: 2lug|<)urg am ©ontag bem achten bet 
^^mmelfatt bet gebenebeijten muttct gotteö »nb ewigen juncfftam aOiatie, nac^ (S^rifti 
t^nfet« l^ilmad^« gebutt laufenb, fünff^unbett; »nb im ac^tje^enben jat. 



1519. 

8\ Doctot 2»attinu« gut^et 2fu- | guftinetö aSntcttic^t auff etßd^ | «tticfeU 
tie im öon fernen ab«» | gunnetn auffgetegt »nb gu gc* | meffen ä5uetben. | 1519. 

4 bL, letzte seile leer, die schrift beginnt auf der rückseite des titel- 
blattes. 

diese ausgäbe^ welche sich auf der k. bibl. zu Berlin findet, scheint mir 
ein druck Grünenbergs zu sein, wogegen folgende ausgäbe Jedenfalls ein 
Leipziger druck ist: 

8^ Doctot SWatfinuö | Sut^et auguftinet« aSntcttid^t | auff etli^ attidcl b^e 
im oö I [eignen abgunnetn auff ge^ | legt bnb tju gemeffen | SBctben. | 1519. 

die schrift erschien ende februar. vgL de Wette br. 1, 235. 

9*. (a>n ©etmon bon bem (SUd^n | ftanbt botenbett »nb cottigitet. | butc^ 
S. SKattinü 8ut^ Slu* 1 gufttnct tju Söittenbutg!. darunter noch eine kurze 
vorrede Lh^ worin er sagt „es ist eyn sermon vom elichen standt auszgegangen 
rn/er meynem namen, das myr viel lieber nit geschehen were**, der sermon 
selbst beginnt auf der rückseite des titeis. am ende findet sich noch folgende 
angäbe: ©cbtuift JU ©itteubutgf 3lad^ ß^tift gebutt [ laufeut funff ^unbett bnb 
im i 9leunie^nben tat. 



xxvni QÜELLENVERZEICHNIS. 

4 hl diese, in der landeshibl. zu Cassel sich findende Wittenberger Original- 
ausgabe, welche ich ßr einen druck Grünenbergs halte, stimmt nicht ganz 
mit der von Panzer zus. 155 N. 932. s, verzeichneten. 

die ohne L.'s vonvissen veranstaltete ausgäbe dieses sermons führt den 
titel: gm ©crmon Doti bcm ctid^cn ftanbt | !t)octoriö ÜÄartim Suttct Äu* | gufttnet 
ju iDittcnbutal 9c* | pxthiit im taufcnt fünf | ^unbcrt öü neunte | l^nben 3ar. 
{darunter das sächsische wappen). am ende: (Scbtucft ju ße^^jfjgf burd^ S38oIff< 
gauft 1 ©töcfcl in ber ©r^miffd^en gaffen 1519. 

bisweilen wurde auch folgende ausgäbe v. j. 1520 benutzt: 

9^. ß^n ©crmon üon bem Süd^cn | ftabt üorenbcrt t>fi comgirct | bnrd^ !©. 
SDZattinum | 8ut^cr Sluguftincr | ju S33itten* | bctgf. {danmter die kurze vorrede), 
cm ende: ©ebtttcft jn SBittcnbcrgf burc^ 3o]^annc ©tüncn*^ ) bcrgl Siad^ S^rift 
gcpntt 5£aufcntfunff^nnbett | önnb 3ti>cntjigftcn iat. 

4 bl.y letzte seile leer. 

10*. &)n ©crmon öon bem flq)cet ] t>nb ^3roccffion- ^n ber | Steufe toodfcn. 
iBl. 8. am ende: ©cbtndt ju SBittenbergf nad& ß^rift geBurt i gunffjen^bert 
üii im neunje^enben 3at. 

4 bl. der sermon beginnt auf der rückseite des titelblattes. 

in der k. bibl. zu Berlin, wo sich auch noch folgende aus Joan. Grünen- 
bergs officin hervorgegangene ausgäbe v. j. 1520 findet: 

10\ e^n Sermon üon bem ge<)eet i bR t>toceffion. in ber ßreufe ] tooc^en. 
Doctoriö Wlox \ tini ßnti^cr Slugufti^ | ncr gu Sitten^ | bergt am ende: ®c* 
bmdt in aBUtcnbcrgl burd^ 3oan. (Srünnen* | berg!, nad^ S^rift gcjjurt Jiifcnt 
{siel) fnnff i^nnbcrt | bnb jtoenfeigften 3ar, 

4 bL 

ir. ß^n ®ermon »on bem ^e^ßgen | l^od^mirbigen ©acra | ment ber S^auffc« | 
Ü). 3)L I S. [auf der rückseite des titelblattes ein groszer holzschnitt), am 
ende die druckerangabe : ®cbmcft jn SBittenberg bnrd^ Soannc ©mnenbcrg, 
iRaä) ß^rift gebnrt ijunfffeei^n ^unbcrt, bnb | im ^Rcunjc^enben iar. | am SDWt- 
tt)od^ bor SKartinl 

2 bg.j letzte seile leer. k. bibl. zu Berlin. 

auszer dieser von mir benutzten ausgäbe finden sich in der k. bibl. zu 
Berlin noch folgende späteren drucke: 

11^ &^n ®ermon Don bem | ^ei^ßgen ^od^toirbigen | ©acramet ber £auffe.| 
Docto* aWartini Sn«' | t^er Slnguftiner qu SBitten^^ | bergf. am ende: ©ebrudt 
cju SSäittenbergl bnrd^ | Soanncm ©mnnenbergf, nad^ ß^rift ge})nrt 1 SCanfent 
funff ^unbert bnb ^n>en^igften | IAR. 

2 bg. , letzte seile leer, die titeleinfassung zeigt auf Jeder seite einen 
musicierenden enget, oben das kursächsische wappen mit den zwei sckwertem 
in schwarzem und weiszem felde, unten ein Wappenschild mit zwei thürmen 
und dem dazwischen ruhenden sächsischen wappen. 

ir. dtfn @ermon 93on | bem ^^ligen ^od^^ | loirbigen ©acta«' { tnet bct 
Janffc. I 3). a»arti* [ nn« 8n- 1 tffct. \ SäJittemberg. | 1523. 

2 bg. in octav. rückseite des titelblattes und die drei letzten seifen leer. 



QUELLENVERZEICHNIS. xxix 

12*. 6^n ©crmon t>on bcm ©a^ ] crantcnt bcr l)ufx | !©. 9K. | 8. am ende: 
©cbtucft ju SBtttenbcrgl \>ux6f 3oannem | ©rünenbergl nad^ (S^tift ge})urt laufcnt 
funff ffätxxt, r>n im | neunbtjel^enbcn | tat. 

8 ÖLf letzte Seite leer. L. widmete diesen sermon der durchleuchten ynd 
hochgepomen furstinnen vnd frawen^ frawen Margarethen gepome von Reth- 
berge, herzogin zu Brunswigk vnd Lnnebnrgk. die Widmung auf der rückseite 
des (iielbiattes. 

in der k. bibl. zu Berlin^ wo auch noch eine andere H'iUenberger ausgäbe 
ms demselben jähr, aber ohne angäbe des druckers sich findet. 

i2\ &fn ©ermott öon bem ®a^ \ cramcnt bcr |)ufj | D. aW, | 8, am ende 
^txuit ifi S&xittnbcxi, nac^ (S^rift ^tputt \ Xaufent fuhff ^unbert, t^nb im 
neunb* \ ^^nbcn 3ar. 

2 hg. (sig. «-»). 

13*. (g|>n ©ctmon Don bcm ^o^toirbi | gen ©ocrament, bcS ^c^Itgcn ipareu 
gctjc^namt g^rifti. [ aSnb J>on bcn ©tubetfd^aftcn. | D. 3». ?. «. (darunter 
eine manstranz). gut bic ?c^cn. {eine noch gröszere monstranz filllt die 
mkseite des titelblattes). am ende: ®cbru(ft ju SBittcnbctfl! burd^ 3o^tt* 
ncm I ©runcnbcrß SJad^ S^rtft gct^utt 5Eaufcnt | gunff^unbert t)nb 9Jcunjcl^c^ 
ten|3ar. 

^V^ ^ff' ißig. a — c). in der univ. bibl zu Gieszen, auch in der landes- 
hihi zu Casselj in deren exemplar jedoch das rolhgedmckte titelblatt fehlt. 

befand sich am 29. nov. (519 unter der presse, vgl. de Wette br. 1,368. 
m folgenden jähre erschien eine zweite „anderweyt gecorrigirte** ausgäbe 
diese Sermons: 

13 . S^n ®emon ))on bem ^od^totr« | bigen @acramet, be^ ^el^Itgen nniren 
t^\im% e^ti. I SJnb Don bcn ©tubcrf^afftcn. 5D. 3». 8. «. | «nbettoc^t 
jfcorrigitt {darunter eine kleine monstranz). gut bic Seijen. (auf der rück- 
mie des titelblattes, wie bei nr. 13*, eine blattgrosze monstranz). am ende: 
@cbn«ft JU SBittcnbergf butd^ Sol^annem ®tünen | bergl, 9lad^ C^rift gc^jutt 

Joufent funff^unbert | J>nb S^^wftiflP^*^ i<^^- 

5 bg. (sig. 2t— 6), letzte seite leer, der sermon schlieszt auf bl. CHf"; 
Ciiif folgt eine kurze nachschriß L.*s: es seyn ettlich die diszen sermon on 
^le not forworffen haben etc. 

königl. bibl. zu Berlin. 

14". &fn ©ermon Don ber | ©ereJjtüg jum | Sterben | SK. 8. | % am ende: 
SebTudt JU SBtttenbetgl butd^ 3o^n: ®tüttenbergl | mnäf S^tift gehurt 1519. 

2 bg. {sig. a — b). 

her zogt. bibl. zu Gotha, der brief (de Wette i, 385)^ mit welchem L. 
^ifsen sermon Spalattn übersendet, ist undatiert. 

14^ (Sijn ©ennon bon bcr berc^tung | cgum ©tetben !Doct. ^ax* \ tini 
^«t^ «ttgufti' I ncr jn «Bitten | bergl. | SBittenbevgl. | ANNO \ M. D. XX. am 
^de: ®ebru(ft %u ffiittenbetgl burd^ | Solennem, ©rüncnbetgf | nad^ C^rtft ge*= 
m 1 1520 

8 bl in der k. bibl. zu Berlin. 



XXX QÜELLENVERZEICHNTS. 

15*. (&\fn ©crmon i)on bcr Bctra^^ | tung be« ^^ügen feJjbcn« | ß^rifti 
!D. aWartini 8utl^t gu | ©tttcnbcrg* {darunter ein groszer holzschnitt: Christus 
am kreuz). 

ß bl. die Schrift beginnt auf der rückseite des titelblattes und schlieszt 
bL A 5^ auf dem letzten blatt die angäbe des druckartes und jähr es: @c* 
brucf t ju SBittenbctgf na^ g^rift | gcburt Zan\tnt funff Hubert | DR \fm 5Bcun^ 
jc^eii' ( bcn iar. letzte seile leer. 

in der k. bibl. zu Berlin^ wo auch folgende spätere ausgäbe: 
15\ &tn ©crmon t>on bcr SBetra^ | tung bc« ^l^figcn Serben« ß^rifti 
Doctoti« I aJtortini gut^cr auguftincr ^u | ffiitteinbcrgl. am ende: ®ebtu(ft feu 
ffiittcmbcrg burc^ 3o^an. ®runcnbcrgl | 9Jad^ ß^rift gc<)urt Xaufcnt funff^unbert 
Dnb cJ>n önb jtocnfeigftcn 3ar, 

4 bl, auf dem titelblatt derselbe holzschnitt wie nr. i5\ 

16. S^n ©ennon i)on beut 8Bu^ | 3?. SW. | 8. darunter ein groszer 
holzschnitt, welcher einen Juden darstellt, und daneben die worte: be^aü, 
obbcr I gib ^in|. der sermon beginnt auf der rückseite des titelblattes mit 
der Überschrift: JHESUS. am ende eine correctur und darunter: ®cbtuc!t ju 
Wittenberg nad^ (S^rift gej)urt 1519. 

4 bl. k. bibh zu Berlin. 

es ist dies der sog, kleine sermon von dem wucher. vgl. vr, 32, 

17. ©n ©ermon gc})rebiget ^u 8ei<)gg! | üffm ©d^Iofe am tag ^etri ^n 
^)au* I U i?m. fbiiii. 3ar, burd^ ben toirbigen öater ÜDoctorcm 1 3Wartinü 8ut^t 
auguftiner ju SBittenburgl, mit | entfd^filbigung efeUc^cr articfel, fio \)m J>on 
e||Iid^en feiner abgünftigen jugemeffen | fe^n, in ber ^ bcr I)i«i>utarion ju 
8ci^>§gl gelitten, (darunter L.'s erstes bild in medaillonform mit der wn- 
Schrift: BOCTOB. MABTINÜS, LÜTTEB. AUGUSTINEB: WITTEI^B:) ®^ 

brucft JU 8ei|>tgl burd^ ©otffgang ©tödcl im iar 1519. 

4 bl, letzte seile leer, ich benutzte diesen Leipziger druck^ da mir eine 
Wittenberger ausgäbe dieses sermons nicht zur, hand war, auch dürfte dies- 
mal gerade der Leipziger druck das original sein. 



1520. 

18'. aSorcterung Doctori« | SKartini 8ut^ etlid^er | ärtiM. \)n feinem 
@ermo bon bem l i^e^ßge facra | ment. 

4 6/., letzte seile leer, der titel steht in Grünenberg's bhmeneinfassung^ 
welche oben das sächsische Wappenschild mit den zwei Schwertern trägt, in der 
Frankenberger kirchenbibliothek. eine andere Originalausgabe dieser schrift, 
welche im Januar 1520 erschien {unter dem 26. Jan, sendet sie L. an Joh^ 
Lange, vgl. de Wette br. 1, 396), findet sich in der k, bibl zu Berlin: 

18^ aSorcIerung ©octcri« | SWartini Sut^er etli< | d^er «rticfel. i?n fe^nc 
@ermon. bon bem i^e^ | Ugen ©acrament. 




QUELLENVERZEICHMS. XXXI 

* 

4 bL der tUel steht in Lothers ein/assung mit der um das kreuz gewun- 
detten schlänge. 

19". Doctot aRarttnu« gut^cr« ant^ | tooxt auff btc feebcl, go »ntct | be« 
Cfpciate |M ©tot I ^>en pgel ift au« | gaiißcn, 

i ft^. titel in einfassung, die typen weisen auf Lothers druckerei. fol- 
gende^ bei Panzer fehlende ausgäbe scheint ein Leipziger druck zu sein: 

19^. ©octcr aWortinu« ßut^cr« antoott | auff bie ^bcI,^fo bntct bc« Dffl^ 
dali I feu ®tdfpen figel ift auggangen. 

4 bl rückseite des titelblattes und letzte seile leer, beide ausgaben finden 
sich in der k. bibl. zu Berlin, 

L. schrieb * diese „(mtwort*' etc. den 7. februar, den 12. februar war sie 
schon im druck., vgl, de Wette br. 1, 404 u. i, 412. 

20. !Doctotte iDtartint intfftt WfptU \ lotton ebbet beruffung an | e)^n (S:fyxx\U 
^ fre^ So« I cUtü r>on bem Sbcip\t \ Seo Dnb fei^nem | bnre^tem fte^ | ued ^tx^ 
nttw I tet i)nb te^ | })etiret | ffiittcmberg. | ü». D. | ff • 

4 bl., letzte seile leer, in der herz. bibl. zu WolfenbütteL 

21\ (5i>n lurcj gorm | ber cjel^cn ge^jott ÜD. | SWottini | 8. | (gl>n hitcj form 
tcB I ®Iauben«. | ei>n hircj fonn be| | »atter Jjnßer«. 1 ANNO A NATALI 
CHRISTFANO \ M, />, XX, am ende: ®ebru(ft QU SBittenbergf burd^ | 3o* 
Innern ®tunen6ergl, SRad^ (S^tift gehurt laufent | funff ^unbert Dnb 3 cn* 
feigftcn iar. 

S^li bg. (sig. «—6, S 6 &/.)> ^^l^^^ seile leer, titel in Grünenbergs ein- 
fftssung mit trinker und pilger. die rückseite des titelblattes enthält L.'s vor- 
rede, in der Frankenberger kirchenbibliothek, 

eine wiederholte ausgäbe dieser schrift erschien im j, 1521 : 

2 t*. atfn futcj form ber | cjci^n ge^jott 5D. | SKartini | 8. | dtfu furcj form 
bfg I ©tauben«. | e^n furcj form beg | »atter ünger«. | SW. D. Ht. am ende: 
öcbrudt %n SBittembergl burd^ 3o^nnem (SrunenBerg 1 5Kad^ S^rift ge<)urt 1. 5. 21. 

bogenzahl und titeleinfassung wie nr. 21a. königl bibl. zu Berlin. 

22\ »on ben guten | ©erden : | ©. SK. | 8. ! SJuittenBerg. am ende : ®c^ 
tTtt(ft (u äBtttenberg be); bem tungen SDZeld^ior | 8ott^, 3m taufent funff^unbert 
tnnb ; ^t^nfetgiften tat. 
• i4\i bg. (sig. ?l — O, bg. S bl.). der titel steht in Lotthers einfassung 
mit der um das kreuz gewundenen schlänge, die vorletzte seite /Ullt ein holz- 
schnitt: Christus am kreuz, die letzte seite ist leer. 

in der kirchenbibl. zu Frankenberg, eine davon verschiedene original- 
foisgabe besitzt die k, bibl. zu Berlin: 

22*. Son ben guten | toerdenn: | !D. 3)i. 8. | 35uittenberg. am ende: ©c*» 
tnid (so!) ju ©ittenberg bei; bem tungen | ^tldfxox 8ott^er 3m laufent funff* 
tun I bert onnb jtoel^nfetgften 3ar. 

bogenzahl and titeleinfassung wie nr. 22^. 

L. widmete diese schrift dem ^^durchleuchtigen hochgebornen fursten 
>Dd herren, herren Johansen hertzog tzu Sachssen, landtgraff tza Duringen ^marg- 
graff tza Heissen.'' datiert ist die Widmung: ju Suittenbcrg am fftf. tag Snattij. 



XXXII QUELLENVfiRZElGHNlS. 

die Schrift selbst wurde aber erst im mai fertig, denn in einem briefe an 
Spalatin v. 13. mai {de Wette br, i, 447) wird sie als bald fertig erwähnt, 

23. 9$on bem ^a))ftutn ju SRome: totb | Ux ben ^od^berum))ten 9to | ma« 
ntften ju Set^^ | ÜD. ^»aTtinud ?u^ | tl^ Sluguft | Suittenberg« 

8 bg. {sig. 31 — ^), letztes blatt leer, in meiner eignen bibliothek. der 
drucker dieser atisg. ist Lotther. am 31. mai 1520 befand sich diese gegen Alveld 
den hochberühmtenr romanisten, gerichtete schrift L.'s unter der presse^ und 
den 18. aug. war sie schon in 4000 exemplaren vergriffen. 

2i\ (&tfn @ermon t>i>n bem | nttocn 2:eftament bad | ift ton ber ^i^Iige i 
SWcffc 2)oct I 3Rar. | 8. | «ug. | äBittcnbcrgf. cm ende: ©ebrudt ju Sitten* 
bergt burc!^ 3oi^n. ©tunenberg | ^aä^ S^rift geburt tau[ettb funff l^unbett t>nb 
ätoenfeigften 3315». 

4 bg. [sig. 2l~!D), letzte seile leer, der titel in derselben einfassung wie 
nr. 18\ herzogt, bibl. zu WolfenbütteL eine davon verschiedene, gleichfalls 
aus Grünenbergs officin hetworgegangene ausgäbe desselben Jahres findet sich 
in der k. bibl. zu Berlin: 

24\ &qn @etmon t>ott bem | neioen Xefitamet. bad | ift t^on b' ^l^ligen 
aWeffc Doct I 2)tor. 'i. | »ug. | ffiittenbetg!. 1 änno. 3R. | D. ff- am ende: @c^ 
btudt 2u ilBittemberg! burc!^ 3oi^nem ®runen* | betg! Siad^ ß^tift geburt taufcnt 
funff ^unbett | t>nb 3ö)enfeigften 3ar. 

bogenzahl wie nr. 24^. titeleinfassung mit pilger und trinker. 

eine dritte Wittenberger ausgäbe besitzt die univ, bibl. zu Marbwg: 

2i\ &fn @ennon ))ö bem | ndpen Xeftamet bad | ift t>on ber i^l^lige 
SKeffc Doct. I SWar. 8. | Sing. I Wittenberg!, am aide: ©ebrudt fett ©ittenburfll 
SWcIc^ior gott^er | ber iung, Slad^ ß^rifti geburt lau^ | fcnt funff^unbert, »nnb 
im I fetoenfeigften iar. 

5 bg. (sig. 31—6), letzte seile leer, titeleinfassung mit der um das kreuz 
gewundenen schlänge, dieser druck Lotthers ist ein na4:hdru,ck von nr. 2i\ 
wie dies die beibehaltung eines offenbaren druckfehlers jener ausgäbe beweist, 

unter dem 3. aug. sendet L. diesen sermon an Joh. Voigt, s. de Wette 
br. i, 475. 

25\ 3ln ben (5^riftli(!^en 3lbel | beutfd^er 9Jation: bon be« | E^rifttid^ ftan= 
be« I befferung: D. | SWartinu« | Sut^er. | aSuittenberg. 

12 bg. {sig. 8(— SK), letztes blatt leer, in der kirchenbibl. zu Franken- 
berg. 

gewidmet hat L. diese schrift seinem freunde Nicolaus von Amsdorf dorn- 
Herrn zu Wittenberg, die Widmung ist datiert: 3u ©ittcnberg; ^m Sluguftiner 
ßtofter, am abent ®. 3o^annid bopti^toe. 3m 2;aufent funff ^unbert t^nb jtDen^ 
jigften 3ar. 

noch in demselben jähre erschien eine vermehrte ausg. dieser schrift: 

2b\ %n ben ß^riftlic^nn | 3lbel beutfd^er SRation: | öon be^ ß^riftüc^en I 
ftanbe« befferung; | 5). SWartinu« | ßut^er. | Durd^ l>^n felb« ge^ | mehret 
ünb couigirt. | 55uittembcrg. am ende nur: 3u ©ittemberg, 3m 3ar. SR. 
D. ff. 



01TEI.LENVERZEICHNIS. XXXlll 

i2>2 bg. {sig. Ä— ÜÄ, Ü)i S hl.), letzte seile leer, der titeUteht in Lotthets 
fhi/tmung mit der wn das kreuz gemundenen schlänge, neu zugefilgt ist da' 
26, tibschnitt. 

in der herz. hihi, zu WolfenbütteL 

26. Xioctot 3Karttnud Sut^v | Sluauftinevd (St" | bieten. 

2 hi.y letzte seile leer, dir schri/t heginnt auf der rückseite des tilelblatles. 

hibl. zu Wolfmhüttel. 

11. ^n feubbrieff an ben ^)>ft | «co ben cjc^enben, D. | aKartiuu^ i^u* 
i^r I au| bcm (atel^n j ^np beittfd) | Doman* | bett. | Sittembergl. | 1520. 

2 hg. {sig. ?( — S3), die rückseite des titelhlaltes utui das letzte hlatt sind 
Iffr. dieser sendhrief, dessen Verdeutschung vtm L. selftst herrührt^ ist datiett : 
^u Mttenbetflf @efto ©c^tembtiö. 1520. 

28. 3Jon ben netwn (Jrfifci^nn | ©uüen t>nb luflen D. | IDiattini Öutl^t. 
Suittemberg. ain ende: iSi. J). fj. 

S hl. in der hihi, zu Wnlfenbüttel. 

29. ffltbber bie «uUen be« (Snb* | d^tift«: Doctcr a»atti* | nvA )i\xi\)n. 
^Suittembctgr. | ivx 3ar. iD^ D. BEf . 

2 Vi bg. (sig. ?l— », » tf hl.u letzte seife leer. 
m der hihi, zu IVolfenhüttel. 

erschien im nnvemher 1520; nach einem hrief v. 4 nov. {de Wette br. 
i, '^i20) war sie eben unter der presse. 

30. Sarumb ^eö Öapft« önb fe^* | not 3unfterü bud^er Don | Doct. iWartino 
Vu I t^r Dorbrat | |^t>nn. | \?ap auc^ ancje^en mer bo | »il. »arumb fie V. 
Vu* I tifM bucber t>or= | J)rennet f;a* | beil. | Sittembetflf. | iä}. I). | jf. fm ende: 
«ebrucft ju ajittembergf ^Jacb | ^xx\i «ipm, 1520. | 3«9t. 

2 hg., letztes blaff leer, scheint ein druck Grioienhergs zu seim in der 
khrrhenhihliothek zu Franken\}erg. 

W. »on bet gteVJ^^t I ei^nti ß^riften | mcnfd^en. | ^iliartinu« 8ut^. | «wt- 
tmibergae. | »nno !Domini | 1 520. 

5 hg. (sig, 8 — S). der tilel in Grimenbergs ein/assung mit pilger vnd 
trinker, auf der rückseite des titelhlaltes steht die dedicalion an ^Herony- 
«tts Müiphordty Stadivogt zu Zwickmi. 

. vielleichi dürfte auch noch folgende ausgäbe als Wittenberger (Lotl?iet\s?) 
druck gellen : 

ZW Sim ber fro^^e^t | e)^ne6 S^riften | menfc^n. | 9RaTHnuö )iut^x. \ diu 
«mttenbetfif: 3m | IX tat. 

4 hg. (sig. 8 — ^), letzte seile leer. 

von späteren Witlenb. ausgaben kenne ich noch folgende zwei: 

3r. >4Jonn ber gret^^^t | ei^nig S^riftenn | menfc^n. | 35. Jölartinu« Sut^ev. \ 

itHttembergr. | 1521. am etide: ©ebtudt feu fötttcmbetflf burc^ | Soffan. @ru* 

mbetfJL 1521. 

5 bg. (sig. a — c), letzte seile leer, die liteleinfassung wie nr. 11^. 

3l^ öon m gre^^ett | rtjne« S^tiften | mcnfd^en. | D. gWattinu« Swt^cr. 
«uittmbetg I m. S), Ijiti. 

l>nrrB, W«fUrb«ek. £ 



XXXIV QUELLEN VERZEICHNIS. 

'>V2 ^9' {^^9- ^ — c, c ^ hL)j letzte seite leer, der titel steht m einer 
schwarzf/rwulieriefi einfdssmigy tmten zwei löwen mit i9i eif tander verscMun- 
genen schwänzefL 

beide ausgabeti iti der k. bibl. zu Berlin, 

32*. 6^n Sermon . Don bcm äBud^r. | Doctoriö 3)iartini 'iuüftx \ äu^ 
guftinet gn XBittenbergt. darunter ein holzschnitt, eisten Juden vorstellend, 
neben welchem die worte: ©egal obber gib | ging | !Dcn iäf be | fjevc getoinB. (^^ 
ende : ®ebmrft gu SJittenbetflf , burd^ 3oan. ©rfintnbergf I 'iKadb g^rift gc^)urt ' 
taufent funff ^unbert tm \ gioentjigften 3ar. 

4 bg, {sig. a — b). rückseite des titeiblattes und letzte seite leer, in der 
univers, bibl. zu Gieszen. 

dieser sog. grosze sermon von dem wucher erschien gleich detn kleinen 
{s. nr. iS) bereits im j. 1519, doch komite ich eine ausgäbe au^ diesem jähre 
nicht erlangen. 

eine spätere ausgäbe besitzt die k. bibl. zu Berlin: 

32\ &i\x Sermon öon bem | 3öud^er 'iDoct. ^Jiar. | \<ut^cr Slugufti* | ner 
gu mtih I bergf. I ffiittcmbergf | Ü)?. 3^. Hii. am ende: ®ebrucft gu «Btttem^ 
bergf burc^^ So^an. ©rünenbergl | iRad^ ß(^rift ge<>urtt taufent funff l^unbert »nb 
Qtoe)^ Dnb ^to>ent}tgften 3ar. 

4 bg. {sig. 21 — ^), letzte seite leer, titel in ein/assung; unten halten zwei 
enget ein leeres Wappenschild. 



1521. 

33, (Srunb t>nnb ryxiadf ah \ (er artidel 35. Ü)?arti. | l^ut^r: §o bur* | 9io* 
m\\öft Söuüt m^ I red^tUc^ »or^ | bampt | fel^n. | ^utttemberg. 

14 bg. {sig. a—0), letzte seite leer, typefi und titeleinfnssung (mit det 
um das kreuz gewundenen schlänge) kennzeichnen diese ausgäbe, welche sich 
in der bibl. zu Wolfenbüttel findet^ als einen druck Lotthers. 

nach Rotermund verzeichnisz von den verschiedenen cuisgabeti der 
sämmtlichen Schriften dr. Martin Luthers s, 24 tir. 63, übereinstimmend mit der 
Wittenb. gesamtntausg. der deutschen werke £., th. 7 {1j54) foL 103 und der 
Jen. ges. ausg. th. 1 (1555) fol, 3i>7 soll diese schrift 1520 erschienen sein, rich- 
tiger weist sie jedoch die Jett. ausg. 1 {1560) fol. 400 dem Jahre 1521 ^ zu, 
denn unter dem 21. Jan. 1521 übersendet L. Spalatin den an fang dieser schriß 
(vgl. de Wette br. i, 544), meldet dann unter detn 2U. jan. {de Wette br. i, 
55d)y dasz täglich mehr fertig werde und erst unter dem 27. febr. und 6", 
merz übersendet et^ die letzten bogen derselben (de Wette br. 1, 561). 

34', 6in ontenic^t ber bc^t* | Knber: Dbiv bie t>oxpot \ ttn hudfet S)- 3)1. , 
)iutfftx. I «uittembcrg, | 3m 3ar 3». J). Iji. 

4 bl. Lotther (?). 

:)V\ CS^nn t>nt^crricbt | für tio begebt finber. t>bir bie | i>otT50ttenn bucber T. 



QUELLENVERZEIOHMS. xxxv 

JRartini iutffex. {darunter ein hotzschnilt: ein beichthörenäer manch.) 3imt< 
tembetgf. | 1521. 

4 hLy letzte Seite leer. Grnnenhef^g (?). 

königL bibL zu Berlin. 

diese Schrift sendet L, an Spalatin unter dem 17. febr. 1621 [de Wette 
hr. 1, 559). 

35. an Den «od ju Öcl^p^d | Doctor aßattinu« | gut^er. [ SButttcmbcrg. 
3m ^ 3K. 35. Xjci. 

4 bL, letzte seile und rückseite des iitelblattes leer, 
in der Wolfenbütteler bibliothek. 

imf diese schrift antwortete Hieronymus Emser mit der schrift: „an den 
sfier zu Wittenberg*''', worauf L. wieder folgen liesz: 

36. «uff bc« bc<fö ju ge^qid %Xii^ \ »ort 35. ÜW. ßut^er. ffiittcmberg. 1521 . 
^ bl. der titel sieht in einer aus verschiedenen figuren zusammengesetzten 

emfassung, welche in ihrem unteren theile die in einander verschlungenen 
huchstaben IG {Joh. Grünenberg) trägt, 
gleichfalls in der bibl. zu Wolfenbüttel. 

37. «uff ba« i>bttc^tift | Itc^^ t)bitgeVftIic^ , bnb bbitfunft* | fic^^ bud^ «od« 
iim|eT« JU I \^^tfp%\d änttoottt | 35. ÜK. 8. | S5at^nn aud^ 5Kumatr« fcJjng | gc* 
fefln gcbac^t mct. \ Öicber Sbod ftog mdi nit. am ende: ©cbrudt ju ffiittcmbetflf 
Durd^ ^offan. ©runenbetgf | dlaäf S^ttft flc<)urt, Siaufcnt funff l^unbert | önb c^n 
n\> jiDcnftigftem 3at. 

10 bg. {sig ä — St), letzte seile, sowie rückseite des iitelblattes leer, bibl* 
zu mifenbüttel. 

den 29. merz 1521 von L. an Joh. Lange gesandt (de Wette br. 1^580). 

38. gijn »tbber)<>ruci^ 35. 8u* 1 1^ fcl^ni« Jjrt^üg er* | cj^ungcn burd^ ben 
oU I 1er ^od^elertiften j)rteftcr gottt« | $)errn ^eron^mo (gmfer, | aStcarten %u 
aRc^f- 1 fcn. 

5 bl., letzte seile leer, in der herz. bibl. zu Wolfenbüttel, bei Panzer 
üTtnalen 2, 32 nr. 1186 ungenau nach Wald aus naclwicht vom leben Em- 
^m, s. 45. 

39. &ifn ©ernten bon | ber ipirbigen ent^fa^ung be« ^e^Itgenn | maren Setd^« 
nontg (S^rtftt, get^nn am | grünbornftag ju Sßtttentbergf; i^n fegen« | mertigte^t 
tt^ 3)ur(^feud^tigften ^eä^^ | gebornn gurften onnb aWarggraff | ju ©ranben= 
togf pp.itm] 3ungern ÜD. Ü». | 8ut^v. | Snno Domini | SW. D. IXl 

4 bl., letzte .seile leer, titeleinfassung mit trinker und pilger, „ohne 
zn^eifel der erste echte druck und zwar ron Johann Grünenberg zu Witten- 
berg besorgt, wie die lettem und die holzschnitteinfassung des titeis beweisen/* 
''. Meusebach in seinem exemplar dieses sermons, welches sich jetzt in der k. 
hihi ZU Berlin findet. 

40\ 35a« ÜÄagnificat iJör* | ttnt^ö^ei Dnnb au^ge^ | legt burc^ 35. ÜKar* ( tt* 
ninn Mfftt \ «ngufti. 

il bg. (sig. a — l), die letzte seile leer, der titel steht in Melch. Lot- 
^hers einfassung mit der um das kreuz gewundenen schlänge. 

E- 



KVi QUELLENVERZEICHNIS. 

diete in der landesbibl. zu Cassel sirh findende ausgäbe, welche mit 

bei Panzer 2, litir.1083 — 108« verzeichnelen ausgaben stimart, 
iindseH 3, XIV wegen vieler darin ffebnaichlen Schreibweisen, wk 
liniildrttcken /..'scher schrieen nicht vorzuAontmeri p/legen, /är einen 

gehaKen. da jedoch sowohl die lUeleinfassiing als auch die typen 
's einen druck Lollhers kennzeichnet, mi vermag ich diesem urihril 
licht beizustimmen; die von widern origiwUausgahen abweichewlm 
sen Inssen sich leicht aus dem umstände erklären, dasz der gröszie 
T Schrift während L.'s abwesenheit von Ifitfenberg gedruckt wurde, 
r herzoffl. hibl. zu Wolfenbüllel und der königl. bibi. zu Berlin 
\ noch folgende ausgäbe ohne tilctein/assung , die ich ebenfalls fw' 
'enberger druck halte: 

Cxi« iUiogniiicat *prteutf(^et | cnb (luSflelfflt burc^ ^. | »Dlarttnnm (iit^ 
ttembcrfl. 

^ {sig. a — 1). feWe seile leer. 

•slen bogen dieser schrift, welche L. dem herzog Johann füedrich 
m widmete {die widmnng ist datiert: Sittnnbctg, am {tönten tag 
nno. M. 'S). Jft) wurden noch vor /..'s reise nach Worms gedruckt 
1 31. merz übersendet sie L. dem herzog Joh. Friedrich, s. de K'ettt 
'), luillendet aber wurde dieselbe erst auf der IVurlburg, von wu uut 
itiuscripi den 10. Juni an !>pulafin schickte {de Wette br. 2, 16). 
E)futf(^ adiglegiift beö fieben | ofl fctfttiiflfte ^jalme • oö bem | Dftertafl • 

I bnb 'ßflngflen * Ii. | äWartinU« V « (daruuli^- ein hilzschnitt : David 

arfe\. 

bg. (sig. jl— «, (g 2 bl\. 

r königl, bibl. zu Berlin, wo noch folgende spätere ausgäbe: 

txatiä) ) auöleflung be« jie- j bcn »nb fe^jigften | ^falinen, oen bem 

$)Vmel' I fart onb iJfinsften. | aJiartinuS «ut^. ( ffiittembetfl iffi. | D. 

n ende : ©ebructt ju fflJtttemberg ÜBfcld^tor gotter | bei 3ünget. 3K. 35. ffHij. 

bg. (sig. Ä— 8, g 6 bl.), letztes blalt leer, der titet in einer ein- 

links ein satgr mit eselsohren, rechts eine nackte fruu. 

ausiegung des 67. {S8). psaltus sandte L. den 26. mui an .Welanch- 
Wetie br. 2, 8). 

D« f«^ bfl bteifi' I figift pfolnt Iwirib | f^ntv. ß^ttftlic^en ilKenf^n f u 
T&ften unbbtr bte [ !dJIutteTel) ber bögenn | onnb freuedi | ^le^gner. | 'Jiat 
\tx. I 1521. atn ende: (^bTU(ft %v. Sittembctgt | aJifßntaQ na^ i'aureii' 
1. 
. {sig. Ä— S)), letzte Seite leer, titelein fassmig wie nr. 18'. auf der 

des lilels sieht ein groszer holzschnitl .- die jungfrwt Maria mit dan 

aScn ^m «t^t ob | bie ber Öovft ma- 1 c^t ^be ju ge^ | t)ieten. | DoC' 
vtivA I Sut^. I 3}uitlemberg. 

bg. (sig. a — ^, ^ 6" bl.). angehiingt auf drei weiteren bogen (sig. 
von die letzte seile leer: 'Sia ^unbett unb adjtje^nb ] ^falm iwil^^ ju 



OUELLENVERZEICHNIS. XXXVII 

betten für | baö »ort jottiÄ feuv i^ebenn n>tbbct ben | fttoffen feijnb 'M felben, ben 
Äifft oil I menfc^en lere, öc»rttut)*ct | burd^ 3). a)iartin« | ^ut^^er. 

tf/ej<; misgabr, welche ohne zwei fei ein druck Melchior Loithet^s ist {der 
liii'l steht in der einfusmug mit der um das kreuz gewutidefieu schlaf ige), findet 
iich in der Wolfenhütteier hibliothek. eine andere, jedenfalls aus Grünenbergs 
»fficin hervorgegungene ausgäbe Ifcsitzt die k, bitpL zu Berlin: 

43^ *cn bcr 4)eici^t ob ( btc bcr ^a^jft nia* | &ft ^abc gu | ä«l>ieteu. | Doc* 
m iDJarttnu« | "iviü^tt, \ «Utttembergf. 

dieser titel steht in Grünenltergs einfassung mit pilger und trinker, die 
Schrift: von der beicht ist in dieser ausg. nur 7 bg. {sig. Ä — ®, wotfon die 
ief:te seile leer) stark: der il8,jil^.) psalm dagegen ßllt wie bei der vor- 
hergehenden wieder H hg. i^ — Ä). tcoron die letzte seile ebenfalls leer isL 

L dedicierte diese schrift ,»deui geHtrfngen vnd vliesteii Franciöco von 
JjiekiBgen^* und da tiefte diese Zueignung: ßcbenu \)m\ VXZtftiiX ^Jat^lUO^. ^ttltta 
Jimij. mi. D. fj: i. das manuscript zu der in rede stehendeti schrift {Jedoch 
'^hne die iibetrsetzuug des 119, psalms) schickte L. ofn 10, juni an Spcdatin, 
n-eicher die herausgäbe l/esorgte. über den druck äuszert sich L. m einem 
^trief vofn 15. fing, {de Wette br. 2, 41) sehr unzufrieden, welche änszerung 
'Vtf die w\ 4'i* beschriebene ausgäbe zu passen scheint, 

44*. (JuaiigcUum | 3}on ben fee^en auß* | fe^i^en ücrbeutfi^t | »nb augflelegtt 
J)t ^utif, I ffiittemberß. 

11 bg, {sig. ä— if). Mztes blatt leer, der titel hat eine holzschnittein- 
fmmg mit mönch und nonne, den typen nach ein druck M, Lotthers, 

in der landesbibl. zu Cassel. eine von dieser wenig verschiedene aus- 
gäbe befindet sich in der bibl, zu Wolfenbüttel: 

AA\ öuanflclium | 3?on ben ^je^en ani^^ | fe^fißen t>ori>eutfc^t | »nb auBftelegtt 
fflat. «ut^. I äötttembcrg. 

titeleinfassung , bogenzahl und Signatur der bogen wie bei nr. 44*, nur 
'iie Orthographie weicht hiyi und wieder unbedeutend ab. 

eine dritte, spätere ausgäbe hat die k. bibl. zu Berlin: 

44'. Suangeltum | ^on ben je^n aug« | fe^tgen t>orbeutfc^t | k>nb aufgelegt > 
iiaxti, iväf. t aSuittembetg. tun ende: (Sebrucft jn ©tttembetg be^ aße^ior 
v'ottet I iRctt^ g^rtfti geburt m. I). f^- tti. 

bogenzahl und titeleinfassung wie die tpeiden vorhergehenden itusgabeti. 

gewidmet: „dem ehrn vesten vnd gestrengen her Hangold von EinsiedLn^ 
licr üanszen von Doltczk vnnd Bernhard von Hyrszfeldt". datiert: am tag Lam- 
pfrti (17. sept,) 9Ji. ccccc. fft, unter welchem datum auch Z. das manuscript an 
>>"/«/m übersendet {s. de Wette br 2, .hJ). 

45. ®jn ^xtttfl V Ideologen | feu Tarife über btc lere !t)octor | «ut^er«. 
^n ä^en «rte^l | Doctor mtftx^. | Sc^uqrebe "^ffxlippx 3)ie* | lant^t^on imbber 
^« fett ^aripi^ »rteijl für D. l^ut^er. 

^^Ii bg, {sig, Ä — g, g ö bL), letzte seile leer, auf der rückseile des titelblattes 
'*'«e kurze vorrede Luthers, Melanchthons schutzrede beginnt auf bL I) itj''. 

m der Wolfenbütteler bibl. 



XXXVIII OUELLENVEHZEICHNIS. 

46. '^fftonaf ß^riftt tont) | äintici^rifti. {in einer e'mfasmng,) 
i4 hl, jede sHfe (ragt einen Holzschnitt mit einer Unterschrift^ und zmnr 
so, dnsz die figur Christi jedesmal auf folio verso und die entsprechend^ 
ftgur des antichrists auf folio recto des folgenden blattes steht, die figuren 
sifid von Leicas Cranach zugerichtet, die unterschrifleti voji L, gestellt worden, 
die Schrift soll 1521 zu Wittenberg ausgegangen sein, vgl, Eisl. inippl, i, 42*. 
in der univ. hihi, zu Gieszen, 



1522. 

47. aiuBlegung bcr ] e<>iftell »nnb | (guangefi | be« | äbuenW. | SWattinu« 
^^ut^et. I SBtttetnbcrg. | SW. D. | jcjij. ftm ende: ©ebrucft ju ffiittcmberg but* 
3o^nn ^timenberg, naci& S^rift flc|)urt Xau* | fent futtff^unbcrt bnnb %tocl> bnnb 
fetoenfeigftcn 3ar. 

2ß hg. (sig. « — 3, «81— (S(£). letzte seile leer, die 1, 3. 5, 7, und 9. 
:eile des titeis sind roth gedruckt, derselbe steht in einer holzschnittetnfassmig, 
worin engel, blumen, weinlauh, insecten n, a, und zwei wappen, von denen 
das im obern theile befindliche die zwei Schwerter in weiszan und schwarzem 
feld, das im untern theile zwei thtirme mit dazwischen stehendem sächs. wop- 
pen enthält, 

48. Äu^tcgutig I ber (S^)tfteUn | bfl Suangelien btc nac^ | braucfe bet Krtben 
ÄC I Icfecn »erbe bom | (Sl^riftaa bife | auff | bcn ©ontag nad^ j ejjip^nie- 1 3»ot* 
tinu« I Vut^cr. am ende: ©ebturft feu ffitttcmbcrg buTci^ 3o]^nn | (Syrunenbergf. 
nac^ (S^rift ge)>urtt JEaufent | funffl^unbert )>nb ^koal^ bn itoen^ | igften 3919t. 

HS hg. (sig, 21—3, 3la— 3ä, aaa— ttt, die hg, % und ttt je 6 hL), letzte 
hlatt leer. 

Der litel steht in einem Holzschnitte welcher in den vier ecken die von 
kre'isen ufnscHlossenen emhleme der 4 evangelisten enthält, zwischen den beiden 
ohern, Fmcos und Johannes, ist der gekreuzigte Christus, zwischen den beiden 
Jintern, Marcus und Matthäus, das sächs, wappeti mit den zwei kreuzweis ge- 
stellten .Schwertern in weiszem und schwarzem feld , nebst der jahrzahl 1322 
und den in einander verschlungenen huchstahen IG^ im linken seitentheile der 
npostel Petrus, im rechten Paulm, beide mit Heiligenschein, dargestellt, auf 
der fiickseife des titelhlattes beginnt Luthers Zuschrift an Albrecht grafen zv 
Maus feld, welche hl. Aiij* scHlieszt: ,,goben ynn der wüsten (d, i. auf der 
IVfirtburg) am tagv 8unct BÜHaheth. 1521." hierauf folgt {Auf" — A tf^): 
,,eyii kloyn vnterricht was man ynn den euangelijs suchen und gewartten soll.** 
die postille seihst beginnt mit hg, B, 

diese beiden theile der kirchenpostille , welche sich in der bihl, zu ß-'of- 
fenbilttel befinden, gehör eti aufs engste zusammen, wie diesz der schhisz der 
Huszleg. der ep. vnd ovang. vom christag etc, deutlich beweist, hier heiszt es 
nämlich hl, ttt 5\' hie wollen wyr eyn weyle still hallten, das nit werde da« 



QlIELLENVERZKir.HNIS. XXXIX 

buch tea groi»z yiiiid vbirdrusBig tzu leszen, wie wol icli hoff, es sey ynn diszeii 
tzwelffen epistoLln vnd eii an gellen eyn christlich leben szo reichlich 
furgepüdety das eynem Christen menschen vbrig gnug gesagt Ht^y, was yhm tzur 
selickeytt nott ist. unier den zwelf episteln vnd evangelien sind aber die der 
vier adventssotmiage mitbegriffen, die dediration und ^^ein klein Unterricht 
fic."^ hätten demtiach schon der auszleg. der ep. vnd euang. des aduentB vor- 
ijedruckt werden sollen, wie denn auch gleich eingangs der ausleg. des evang, 
tun 1, advent sich auf eine stelle des „Unterrichts'* bezogen wird, det^ druck 
der ausleg, der ep, und evang. des advents scheint jedoch bereits begonnen 
zu haben ^ ais L, die Widmung schrieb, da er schon unter dem 31. Juli 
1521 einen theii des manuscriptes nach Wittenberg schickte (s. de Wette bt\ 2. 
V2). die ausleg, der ep. und euang. vom christtag etc, gieng nach einer be^ 
iHerkung in der Jen, gesamintausg. i {1572) fol. 81^ den 13, febr. 1522 aus, 

49'. »om m%* I braud^ Der | ÜJicffcn. | aJiartinu« «ut^er. | ffitttcmbcrg. m. 
Ö. I pcij. {in einer einfassung , worin unten 2 enget Ym leeres Wappenschild 
Men,) 

13, bg, {sig. ä — Hl), letzte seile leer, auf der rückseite des titelblattes 
heginni die 3 seilen lange Zuschrift an die Augustiner zu Wittenberg, welche 
L datierte: au| meißner toüftcnn am tag Äat^arine. Wl, !D. ff t. 

49^ 3Som miB' | brauch ber | üßeffen. | SWartinu« i?u. | SBittcmbcrg. | SO?. S). 
nr ij. m einem Grünenbergs einfassung mit pilger und trinker nachahmenden 
holzschnitt, in welchem jedoch das obere Wappenschild ganz leer ist und ww- 
ten das sonst zwischen den zwei Ihürmen ruhende sächs* wappen fehlt, im 
'Ihriyeti stimmt diese ausgäbe genau mit der vorhergehenden. 

49^«^)ma»tf'» I braut^^bcr aReffen. | aRartinu« | Öut^er. | aßtttcmber«. | 1523. 
(dieser titel steht in der schwarzgfwtdierten einfassung mit zwei löwefi). am 
nute die druckerangabe : ®ebtu(ft gu SBittembcrg SJidd^iot t>nb SSRv \ c^ael Vot- 
t^ gebrübet, 3m 3ar | SSI, D. ffüj. 

iß^lt hg, {sig, ä— C, O 6* hl.), das letzte blatf leer. 

diese drei ausgaben finden sich in der k. bibl. zu Berlin. 

50. ©uüa 6enc bomtni: bad ift: bic | buUa i)i)m 3lbentfreffcn beö | aüetl^eV^^ 
Haften ^ern be« | ^Öa|)ft« : öotbcu* I tf^t burc^ | a)tarttn | l^ut^. | "Dem aHcr ^et^< 
ligften äiomifc^en | ftuel feum nemcn 3are. i ®ei^n maul tft t>oU flud>enö, triegenfe 
»nt) geJj^ I SSntet feiner jungen ift mu^c unb erbest. | 'ißfalmo. f. fün mde: 
Öetrurft -^u äBittembctft, ^acb (S^rifti c^c^ | burt Xaufent gunff^unbert Dn^ ^m , 
SöjeJ^Dnblioenfetgftcn 3aT. 

•3*2 hg. (sig, 81 — (£, iS 6* 6/.j, wovon dfis letzte blatt leer ist. diese aus- 
yiüfe, welche in der landesbibl, zu Cassel ist, scheint ein druck Lotthers zu sein. 

ül. Ojn treiD loormanung SDiar* | ttni ^ut^er ^u allen (Sbtif^ | ten. Sid) l^u 
^cr^uten | für aufftul^r »nnb | (gmjjotung. | i^utttembevg. 

^Vt bg, (sig. 31—©, 33 S bl.u letzte seile leer, 
in der Wolfenbütteler InbL 

52. @t^n mtf[iue aQen | ben, bo t)on megen bed n>ort got | te^ Verfolgung lei^ben 
ttofilicb, öon I). SWarttn Putber | an ben (Srnnueftenn | .f>arrtmutt Denn | (Srcnberg 



XL OrELLENVERZETCHNlS. 

ge* I fc^ebcn. | i(nttn>ort fwtttmutte i?oii | (^ronbetfl. | (Scbruift Uu ©tttfmbevc^. 

1 522. 

2^j'2 hg. die tUelehifiissung zeigt ViTschiedene thiei^gruppen und untni 

die in einandet' verschlmigenen hucJisfafßai IG. 

53. ä>on be^Der c^cftalt | be^ Sacrament^ ju | nehmen tonb anbcr | Tiett)nino[. 
S)oct. I a)iartin l<u- | ti^ert^ inel; rnun«. | sBJtttcmbevfl. 1 m. D. H. \\. 

4 hg. isig. 31 — T)), letztes hlatt leer, titeleinfasmng mit pilger und trinler, 
diese srhri/lt hatte L. den 30. merz unter händen [de Wette hr. 2, /76*). 

54\ 3Jon monfc^u | leren %\i mct^ben | ^. ÜJiarti. «ut^er. | Sittcnbctfl. 1 iDf. 
i5. ff ü. ^//^ ^vi^A*; (Sebvurft feu Mttenbetvv | :)H(fell äc^l^rlen^ ^m | feiwlj mit 
^tocn I ^igften Oav. 

2^% hg. (sig. 31—3), * 6' Z^/.), das ietzte hlatt leer, der titel sieht in 
einer portaleinfassung , in derai ohern t heile rechts ein enget die flöte hläst. 
links ein an^eret^ die trofmnel schlägt, innerhtilh der Tvölhung schwehen 2 
engelsköpfe. im rechten seitentheile htUi ein nacktes kind ein Wappenschild 
mit dem kurßirstlich sächsischen wappen {zwei Schwerter in weiszetn und 
schwarzem feld), im linken ein atideres das herzoglich sächsische wappen. 
im untern theile hängt eine kugel, nehen wekhei' rechts die jahrzahl iö22 in 
detn holzschnitl steht, die rückseite des titelhlattes enthält eine kurze vorredt. 

noch in demselhen jähr erschien folgende vermehrte ausgäbe dieser schrift : 

54^' S5on men* | fc^cn lere ju | nieijbeu. | 3lutttDüttt auft | )px\x6fc §o man 
füret men*' | fd^en lere ju me^ben. (.sv^ statt ftercfcn) | 2). SDiar. i?ut^er. | SJittem 
berg. I a)i. SD. m. 

3 bg. (sig. 31 — (S), letzte seile leer, der titel dieser ausgäbe steht in det 
holzschnitteinfassung mit pilger und trinket' und den beiden sächsischen wap- 
pen, oben das kurßirstlich sächsische, unten das herzoglich sädhsische. die 
neu hinzugekofmnene antwort auf Sprüche etc. beginnt auf bg. (^l*. 

beide ausgaben befinden sich in der landeshihl. zu Cassel. 

55. apx^itl obber mttx^ \ rid^t Don bcn ^ei^ligen, an bic | fird^ feu (grffuv^t 
. ^nn flütt I ücrjamlet. | D. ÜJiartin \int\fex | Scclefiafteö feu ©ittem* | berg. m 

ende nur die angäbe: i^ebrutft %Vi Sittemberg. | 1522. 

4 hl., letzte seile leer, diese epistel ist datiert: JBtttemberge am ^cl^enben 
tag be^ ^cumont^. l')22. der Utel steht in (irünenbergs einfassnng mit trink er 
und pilger. 

in der herz. hihi, zu* Gotha. 

56. Sibcr bcn | fatfc^ gcnantte 1 gei^ftlic^en ftanb | be« iöabft m \ ber bifc^^ 
offen. I !D. SDiart. | «ut^cr | (Scclefiaftcn i feu SBittemberg. am ende: (Skbrudt tui 
4iJittemberg burd^ | Elidel vSd^i>rlen|. ^m | fetoe^ ön ^toenfeigftc | 3ar. 

8 hg. (sig. 31 — $), letzte .seile leer, titeleinfassung wie nr. 54*. 

57. 3(ntü)ortt beutfcj^ | SDkrt. !t?u- | t^crö auff | Äöntg ^cnrid^^ i>ott | engcl* 
tanb indf. \ !t<ügen t^un m^r nid^t, | ©arl^e^t fd^n) id^ nid^t, (m derselben 
holzschnitteinfassung wie nr. öH). am ende die dmckangahe : ©ebrudt ^n 3Bit< 
temberg, burd^ | 5Ridteü ©d^ljrlcnfc, | SÖL D. Xlil 

6' bg. (sig. 81 — ^), letzte seile leer. 



QUELLENVERZEICHNIS. XLI 

58. SSom edieren | geben. | aJiattinu^ gut^r. | äBitterabcrg. | m. D. ff ii. 
{titele'mfassung wie nr, 49-'}. ^ 

4 bg. (sig. ä — ü)), letzte seite leer. 
Ar. bibl. zu Berlin. 

59. ©ild^e )ptt\m J>erj)otcn | flnb ^u e^fic^en tjnn ber ^IjUgenn fd^rifft | belebe 
KT freunbfd^afft bnb | aJiogfd^afft. | Öcuit. 1 8. 

nur 2 bl., wovon die erste und letzte seite leer sind, am ende steht: 
3Rar. fiut^er. | »Inno STO. 5D. ff ij. 
herz. bibl. zu Wolfenbüttel. 

60. e^n fetmon | 5D. 2»artim | fiut^cr«. | ©ittemberg. | ÜÄ. !D. ffii. (m 
einer einfassung wie nr. ii^). 

4 bl. letzte seite leer. 

61. eijn ©ermon bon | bem bnrcd^ten | ÜRammon | 8u. föt. | ÜDoct. STOart 
^ut^ I SBittcmbetfl änno. | Wl D. ffij. {einfassung wie nr. 52). 

e bl. in der Wolfenbütteler bibl. 

62*. (gtjn'bett buci^ün. | !Der cje^en ge<)ot. | 5)cö glawbenö. | ÜDc« bater bnfetö. | 
ted «uc SDiarien. | etlid^e berbcutfd^te | ^falmen. | Die <£pifteU fanct | $aute %n 
lito, eljn e^tiftli^ leben feu | unterrichten. | D. SKar. 8ut^. i (Sebrucft %u SSBit* 
tembcTgl I 1522. am ende: ®ebru(ft feu ©ittemberg burd^ | Sodann ©runcnbcrg | 
3)J..D. ff ü. 

oc/oe;. ^ bg. (sig. 8—6), /^/zre* fc/aW leer. 

diese ausg. der ersten einrichtung von L.'s betbiichlein findet sich in der 
k. bibl. zu Berlin wo auch ein ortginaldruck der zweiten einrichtung desselben: 

62''. etjn ©ett* I buc^ttn bnb i lege buc^fin, | SWar. 8nt^. | gemc^ret bnb itf \ 
bejiert. | totttemberg (in einer Säuleneinfassung), am ende: ©ebrudt )U SStttem«* 
berg I burd^ §Ridcl ©d^irlenfe i 3». D. Hüj 3ar. 

octav, SB bogen, wovon bg. SS jedoch nur 4 bl. zählte letzte seite leer, die 
rückseite des titelblattes enthält folgendes Inhaltsverzeichnis: !l)ie jc^n ge))Ott. ! 
tet gloiDbe. I Da« battcr bnfer. | !Ba« «uc SDiaria. | (SttUd^e bcrbeutfc^^tc ^fatmcn. \ 
I)ie üDTT^bc guii {Römern. I !Dic ®pi\it\ jun SRomern. | J)ie S<)ifteln ju %mt^ 
tbcon. I Die ej)iftel ju SEiton. | Die (5<)ifteln $ctrl | bnb 3ube. in dieses Ver- 
zeichnis ist nicht aufgenommen der bl. Xx]!' beginnende -sermon von der be- 
trachtung des heiligen leidens Christi, welchem ü}* folgender titel voraufgeht : 
&)n ©ermon bon | ber betrac^tung | be« ^^Ugcn le^ | ben« g^rifti. | D- 9Äart. 
mifvc I äJuittcmberg. 

von der dritten einrichtmig des betbüchleins benutzte ich folgende, eben- 
falls in der k. bibl. zu Berlin sich findende ausgäbe: 

62^ (Sin I Setbuc^Un | mit eim (Salenber bnb | $a[fiona(, ^äbfd^ | )u gerid^t. i 
'S. 3)}art. 8ut^. I 1538 die 1. 2. 6. und 7. zeile dieses titeis, welcher in einer 
mfassung steht, sind roth gedruckt. 

kl. octav, 32 bg. (sig. 81 — 3> ^ ~i)^ ^ ^^' i ^* **'^^^ ^^^ ^'^ drucker- 
mgabe: ©ebrucft ju SBit- I temberg burc^ | ^an« «ufft- 1 3». D. XXXVIII. die 
übrigen 5 Seiten sind leer. 

63. Da« 9lekpe S^ta« | ment Deutfd^. | äJuittemberg. 

Dinn, Wört«i¥iwh. F 



• r 



(jUlilLLENVEKZEICElNIK. 

2 bl. in foHo. die genauere beschreibung dieser sog. seplemberims- 
M n. lest JT bei Bindseil 6, IV. 

1523. 

Bon iDeüt.Uc^ | er Bberte^tt | loie iw^tt man | tfift ge^orfom | fcfeulbig i'c^. 
t^ I aSuittembcrfl | 3)1. I). Xliii. (m etide: ©ebrudt )u SäJtttfmbcrfl 
del I Sc^^rtene, ^nno. SÜi. 'S). Xliij. 

iff. fsig. ä — g, 3 6' bl.), letzte seile leer, der lilel steht in ehier 
nigen einfassung , worin oben rechts ein engel die flöte bläst, ein 
inks eine Irommel schlägt, in jedem seilenlheil ein nackter knabe 

mappenschild hält, auf der rückseile des lilelblattes und bl. '.Hij' 
■wen iarstag 1523 datierte n-idmung an Johans her zog zu Sachsen. 

nahm Luther diese schrift den 20. dec. f522 (vgl. de fVette br. 2, 2ä*i. 
?r bibl. zu Wolfenbütfel, auch in meiner eigenen. 
In bte ^n | SDcutf^e OibcnS, ' baS [te faljc^c leufc^f mct^ben ont 
n e^ltc^n feufc^tjt | gre^ffen Srmanung. | \darunier eine kleine ver- 
3}larHnu« £ut^. | SBtitent&crs. | 1523. 
bg. (sig. a— 6, S 2 bl.}, letztes blall leer, der titel sieht in Grä- 

blumeneinfassung mit den zwei musicierenden engein. das obere 
hild ist ganz leer, das untere hat nur die zwei thürme. 

Hßon onbe- | ten beö ©onamets | ixS ^cljltgen | le^namS | e^rifti. 

1^. I äBittembeta. | 3lnno. HSl. S). | Ilüi. (tiielein/assung wie nr.fi.i 

bg, {lig. Ä— D, t) ä bl.\ letzte seile leer. 

er landesbibl. zu Cassel. eine andere ausg. findet sich in der k. 

Berlin: 

$on Xnbeten befl | @actamcntä beS . ^rtfligen it'q^' \ nami 6^= ' \ix. 

■i)a. I Sittembttfl. | «nno SW. 2). | KE üj. 

<tztthi, Signatur der bogen und titelein/itssuttg wie nr. 6'6'', 

ßrfa^. Dnb antt< | mortt. baä iungl« | fratt«. ftofter. ioU ) lid; »'laiicn 

loctor Smartin^ | 8ut^r. | saJittembcrg. | ÜR. S). 55 Üj. 

, letzte seite leer, der titel dieser, von Bindseil 4, XXX sehr. 

ein zuverlässig echter druck bezeichneten ausgäbe steht in 
i, dessen beide seiteniheile je eine kantige säule enthalten, aus dern 
indem Iheile je drei engel hervorsehen, 3 andere oben zwischen beidfy 
hende halten 3 teere sehilde vor sich. 
Zueignung an Leonhard Koppen, bitrger zu Torgaw ist datiert: &'il 
tt Ste^tad ^nn bet OftettuD^. 3(nno. 1523. 
ÖJibber bie Uerfe» i rer tnb felfi^ct | fifijferltc^e | manbats. | SDIartiiiu 
Bittemberg. | 2)i. D. ff tij. [in derselben einfassung wie nr. 6'7. 
ig. (sig. 9 — iÖ, wovon 9J nur 2 bl.), letzte seite leer, befindet sie 
•chenbibl. zu Frankenberg. 

schrip war den il. Juli 1523 vollendet {de Wette br. 3, 556). 
Iw« 3Hu« e^ri> I (tua e^n fleboi' | net 3ttbe | felj. | ÜJottor a))ai 



QUELLENVERZEICHNIS. XI.III 

nu8 I iisüftx. I 35uütcmberg, | SW. D. ff tq. {in Lotthers titeleinfassung mit mönch 
und norme). 

ebenfalls in der Frankenberger kirchenbibL ich selbst besitze folgende 
mginalausgabex 

69^ Da^ 3^cf u^ S^ri* | ftu« e^n gebor* I ncr 3ubc fci> I JJoctor SWarttnu« 
i'ut^. I toittembctg. | 301. 35. ff Hj. {titeleinfassung wie nr. 67). 
4 Vi hg. {sig. «-€, D 2 6/.;. 

70. Da« tauff bud^* | lin ücrbeutfd^t | burc^ SWart. i gut^er. | »uittemberg 
a». D. H üi. 

^*A '^^* (^^9* ^y ^' ß)> ^^^^'^ ^^ii^ ^^^- ^^ ft''^^ ditf^^ ausgäbe, welche 
sich in der landesbibl. zu Cassel findet, steht in einem holzschnitt, dessen 
rechter seitentheil eine nackte frau nebst einem nackten kinde, der linke einen 
nackten mann mit eselsohren mit einem nackten kinde enthält 

71. S)a« eljn S^riftlt^c t>er^ | famtung obbcr gemeine | xtäft mt> mac^t ^bc: 
at I le lere gu J>rteijlcn : mb Ic* | rer ju bcruffen : etjn bnb | abfeufe^n : ®runb I 
n\> urfac^ auö ber | fd^rifft SWarti. | üJut^er. | ©ittemberg, 3m 3ar | SR. 35. ff iy. 
\iiteleinfassu7ig mit mönch und nonne\. am ende: ©ebruit gu SSJittemberg beJj 
Kelc^ior I Vottcr 3m 3ar 2». ©. ff tii. 

2 hg. (sig. ä, S), /e/z/^5 ft/a// /^^. diese^ in der kirchenbibl. zu Fron- 
kenherg sich findende ausgäbe, stimmt mit keiner der Panzer 2, 15 i. 152 
nr, 1711—1715 verzeichneten ausgaben. 

72. aSon orbenung | gotti« bienft ^n ber gemeJ^nc. | ©octor SWartinS | Öutt^cr. , 

Sittemberg. | 3». 35. ff \\\. 

4 bL letzte seite leer, die titeleinfassung wie bei nr. 67. 

73. Orbenüg eljn« gemc^ | nen faften«. | Wabfcl^Iag »te bte ge^«» | [tßc^cn 
9;attn JU ^an«» | bcin finb. | aWartinu« kniffet. | 3R. !D. ff tq. (in einer weisz- 
gnttidierten einfassung, worin unten zwei löwen mit verschlungenen schwänzen). 

4 bg. (sig. ä — ^35), letzte säte leer, die von der gemeinde zu Leisnick 
aufgestellte, von Z. mit einer vorrede herausgegebene „Ordnung eines gemeinen 
kastens** beginnt auf bogen ©j'. L.'s vorrede föllt den bg. 81. 

74'. &)n ©enbbriff | Tiax. gut^er« J>ber bie | frage. Ob amit tjemant on 
glauben | öcrftorben felig | »erben muge. | an ffir fangen öon | rec^cnberg jur 
ftf^ftabt: I SBittcmbcrg. ( anno. 2K. 35. XI tii. (in einfassung). 

4 bl.j letzte seite leer. 

1\\ e^n ©enbbriff | SDiar. Sut^er« | über bie frage. | Ob aud^ | ^cmanbt on 
ülato^ I ben t>er[torbcn feiig »er* | ben müge 2C. | an &c ^nfen | bon red^enbcrg 
iur I frciftabt 2C | 35utttcmberg. {in gleicher einfassung wie nr. 64, wodurch 
sich diese ausgäbe als eine von Schyrlentz gedruckte erweist). 

4 bh, letzte seite leer, 
in der k. bibl zu Berlin. 

75. ©n fenbebrieff | D. SKart. gut | an 3^an öon | fc^Iel^nife ju— 3an6^au* 

F* 



QÜELLENVERZETCHNIS. 
!^tal^ I 1)a\ben. | SBuittembetfl. (dieselbe porlalförmige einfassung 



fenbe6tteff ] 35. SSlaxt 8ut. | an bte btel) fioff | aungfralwn bie aug 
ä^mmcr ju frc^» | betg omb bc3 (Suan I iifliwm luiUen »er I tricbfn 

«berg. [einfassung wie vor.). 

ie letzte seile leer, beide sendhriefe sind daiiert: am domslag 

n. IC. li üj. 
brieff an bie | ß&tiften i)m 9iib' | bcilanb | 2ß. gut^et. 

fas /e(zfe ftto« leer, der titel hat eine einfassung, in deren unterm 

/tckte reitende figuren eine schüssel mit darauf liegender higd 

75. 76. 77 befanden sich in Vilmars bibl 
n äußmui-lten ! lieben gteunben | gotti«, aücn ß^rtften ju 5Ri | g^, 
:!arbt^c I ^nn Siefflaiib, mc^= | ncn Itcben getreu | Dnb brubcrn ^nn 
ir. Sut^cr I öatf. | aS^ttem. ] UW. 35. I3E iij (in derselben einfassung 

Uzte Seite leer. k. bibl- zu Berlin. 

■ndschreiben sind zusammengedruckt in: 

l fc^on tct> I ftlitb fenbbrieff ÜKarti gut^ctö | (äcctefiaftefi ju j ititten- 

). U üi- {schwarzgrundierte titeleinfassung.) 

•tzte Seite leer. 

t ttoft brieff on | bie Stiften ju | äugfijurg | ÜRartinue Sut^cr i SSii^ 

1 ende : ®tbnitft ju SBittemberg burc^ | $)an« Sufft 

etzte seile leer, die titeleinfassung zeigt unten eine männliche »nA 

He gestalt mit fischleib. 

'irief ist datiert: froytsg nach Nicqjai. 1323. 

I fflepftttcf) S9teue | bcnt rabt cju iBam= | betg flefonb mibbet j i>cn 

: tor^e^t re^rtt ^bcrntnn pffinbar | merbcn. 2. Simot^. 3. <«n ende: 

i- 

etzte Seite leer, das von L. mit ghssen versehene bäpstliche brere 
Aiiif', wormtf noch eine kurze nnchschrift L.'s folgt. 
k. bibl. zu Berlin. 

ittung bcr jipo fttetttltc^cn [ giflUTcn SSopftcf.'tö ju 3tom enb 5P!u«*- 
:ljbct9 in SHe^flcn funbcn | 'JJ^itilspue ailelcndit^on | Jloct. aRottinue 
rmberfl | 3B. j). ff üi 

etzte Seite leer, auf der rückseite des lilelblattes steht ein gros:(T 
der bapslesel zu Born ; ebenso bl. Aif ; das munehkalb zu Preiberg. 
< des munchkalbs beginnt bl. Bf. 

fl ftcbeb Eapitcl | ®. '5pault ju tcn | ß^prinf^crn | aulgclcst | burit , 
!ut^er. I ©ittcrabcrg. | W. ^. ff üj. 

(sig. 55— Ä), die 3 letzten seilen leer, der titel dieser aitsgaf/e, 
selbst besitze, hat dieselbe titeleinfassung nie nr. 67. die rückseite 



QÜELLENVERZEICHNIS. XLV 

des titeis ist leer. bl. A ij enthält L/s dedication an den „gestrengen vnd 
yhp^n Hans Loszer zu Pretisch erbmarschalck zu Sachsen/' 

84. (Spi\iti ®anct | ^ttt g^jjrcbtgt | »nb aufgelegt | iuxä) \ SDlaxt 8ut^. | 
Smttembetg. I üJi- D. 3GE üj, (einfassung wie nr. 70). 

26 hg, {sig. 8 — 3> ^^ — ^0^ letzte seite leer, auf der vorletzten seite 
stehen iO correcturen und darunter die druckerangabe : ®ebru({t ju ffiittcni'» 
bcrg but(^ 9li(fd | ©c&ljricnfe tjm breJ> »nb jtpcntsigften \(xx. 

in der landeshihL zu Cassel. 

85. ®n ©crmcn auff ba« | ßuangelion 9lm ®on* ! tag nad^ g|>ij)^a* | nie. 
im. tj. I D. aRatttnu« gut^er. | 3Smttemberg. | 1523. 

^V« ^^'^ /^/2:/e seite leer, der titel in M. Lotthers schwarzgrnndierter 
einfassung mit den 2 löwen. 

86. (i\fn ©ermon »on | beut gutten i^^r* | ten. Ool^an. f. | D. 9Wart. Sut^er. ' 
Sttittcmbetg. | 1523. (einfassung wie nr. 85), am ende: ©ebrucft ju ffiittem*' 
betä ^ üBelc^ior | 8ottct, 9tac^ ß^rifti gej)urt, ] 3)1. D. ff iii. 

^Vs hg.y letzte seite leer, 

87. g^n ®^tmon | auff ben ^fing* | [tag ♦ I ÜRart ♦ t'ut^cr ♦ | 95utttem* 
betg ♦ I SK. D* 3QE üi iar. {titeleinfassung wie nr. 70). 

3 hg. (sig. 31 — ß), die 3 letzten Seiten leer. 

88. ®>n Seruicn | auff baö Suan* I gcüon bon bcm | JRc^d^en man | J>nb 
armen gafaro* | Succ am pA. | 3Katt. l^ut^er. [ 95uittembcrg. (dieselbe einfassung 
vie nr, 64), atn ende: ®cbru(ft ju SBittcmbetg Durc^ Dlicfel | vgc^irlenfe ^m iar. 

aß. J). u üi 

^V* ^9' (^^ff- 21 — ß, 6 2 bl.u letzte seite leer, auf der rückseite dieses 
sermons steht folgende Warnung L.'s an die huchdrucker: „ich bitt vmb 
('hristng willen alle die do mejne sermon schreyben oder fassen , wollten sich 
der »elben zu drucken vnnd ausz zu lassen enthallten, es sey denn, das sie durch 
meyne band gefertiget odder hie zu Wittemberg durch meyn befelh zuuor ge- 
drnckt sind." 

89. &in ©ermon xA^ \ Da« (guangelium | Oo^an. 4. (gö tt>ar ci^n lonigi* | 
tcber be« fon tag frand ju | Sa^jcmaum ctc | (darunter eine kleine Verzierung) 
^Äartinu« 8ut^. | D ü)t H üi. isic) \ m^tXm. (titeleinfassung wie nr. 77). 

2 hg., letztes blatt leer. 

90. Da« «a I te lefta | mcnt beutfc^. | 3R. gut^cr. | SSöittemberg. in fol. 
der titel dieses nur die 5 bücher Mosis enthaltenden ersten theils des 

^Oten testaments steht in einem portalßrmigen holzschnitt, welcheti Panzer 
f^trrurf einer vollständigen geschichte der deutschen bibelUbersetzung. Nilmb. 
f'/^S s. 147 beschrieben hat. auf der rückseite des titelblaites steht ein 
^^zeichms der bücher des alten testaments. dann folgt auf fünf blättern 
die vorrede, am ende derselben steht Lotthers wappen: die um das kreuz 
O^ffundene schlänge, hierauf beginnt mit fol, I. das erst buch Mose, und das 
runfte endet fol. CXXXX^\ das folgende nicht numerierte blatt ist ganz mit 
Druckfehlern gefüllt. 



XLVI QUELLENVERZEICHNIS. 



1524. 

91. ©aö änbcr I tcJ^l bc^ alten | teftamcntd. (darunter ein Holzschnitt,, 
einen sitzenden geharnischten krieger, vermuthlich Josua, darstellend). foL 

auf der rückseite des titelblattes steht „das register vber die bucher 
diözos teylls." mit foU I beginnt das buch Josua, und das buch Esther 
schlieszt foL CCJCVI* mit der bemerkung: onde des bnchs Esther, darunter: 
ende des ander teyls des Allton testaments. darauf folgen vier (nicht drei, 
wie Panzer angibt) correcturen und unter denselben stehen die beiden nap- 
pcn Luthers: das lamm mit der Siegesfahne und die tveisze rose mit dein kreuz 
im herzen, hierunter wird beinerkt: dis zeichen sey zeuge, das solohe bucher 
durch meine band gangen sind, deii des falsche druckes vnd bucher Verderbens, 
vleyssigen sich ytzt viel, worauf noch folgt: Gedruckt zu Wittemberg. rfiV 
letzte Seite ist leer. 

92. Da^ Dritte | teöl be« attten | iCeftamentö, {darunter eine kleine vcr- 
zieru7ig) Sßittembcrg. 20?. !D. jj üij. 

dieser titel steht in einem bei Panzer a. a. o. s. 158 beschriebenen 
holzschniii. auf der rückseite steht das register vber die bucher dises teyb, 
welches aber nicht blosz die iyi diesem theil sich findenden bücher (Hioh — 
hohelied Salomonis), sondern auch noch die propheien enthält, die erste seite 
des folgenden blattes enthält die vorrede auf das buch Hiob, und auf der 
rückseite steht ein die ganze seite einnehmender holzschnitt, welcher die gc- 
schichte Hiobs vorstellt, mit fol. II beginnt das buch Hiob selbst und en/let 
auf fol. XÄ*, wovon die rückseite leer ist. mit fol. XXI beginnt der psalter. 
welcher in gespaltenen columnen gedruckt ist. er endet auf der ersten seite 
des LXXI. blattes mit drei correcturen. auf den 3 folgenden selten steht die 
vorrede auf den psalter u?id die vorrede auf die Sprüche Salomo, welche fol 
L XXIII beginnen und von cap. 10 an ebenfalls in gespaltenen columnen ge- 
druckt sind, auf der ersten seite von blatt IC endet das hohe lied Salomo, di^ 
letzte seite ist leer. 

93. ß^n ßefd^ic^t »ie | ®ot e^ner grbarn | flofter Sungftatoe | au^gc^olffen 
^at. I STOit eljncm Senbc«^ j brieff Säl. i^ut^crö | an bie (Sraffcn ju | STOanfefelt. 

Wittemberg. I 15-^4. 

2 bg. letztes blatt leer, der titel steht in einer einfassung, worin oben 
3 enget ein leeres Wappenschild halten, unten ruhen zwei hirsche. rückseite 
des titelblattes leer. bl. Aij* bis Aiiß enthalten die am mitwochen nach ocuii- 
1524 datierte Zuschrift an die edeln vnd wolgebonien herrn herm Günther, 
Ernst, Hoyer, Gebliard vnd Albrecht grafen zu Manszfelt. bU AiiiJ* beginnt der 
mit einigen glossen L.'s versehene „vnterricht der erbarn vnd tugentsamen jung- 
tVawen Fiorentina von Obernweymar, wie die aus dem kloster durch gottis hülff 
komen ist", welchem L. noch eine kurze nachschrift folgen läszt. 

k. bibl. zu Berlin, 



QUELLENVERZEICIINIS. XLVII 

94 &)n ß^rtftlic^^ ' CT ttoftbrieff an | btc SKiltcnbcr^ i ger. | SBic pc fid) an 
p^rcn feijnbcn I rc<!^n [oüen, anö bcm 119. | ^jfalm. | ÜDoct. SDiart. | Cutter j 95mt^ 
temberg | 3)2 ^ jE3E iiii. (steht in derselben einfassung wie nr. 70). am ende: 
§eDruA ju ©tttcmbcrg butc^ | TOdel ©d^^rtcnfe. I 3m 3arc 1524. 

2 hg. isig. % So). 

95. Der ^unbcrt Dnb i Sieben bnb jtücn'* | ^igft |>|alm auöge* | legt an bie 
ii^ri* I ftcn gu JRigcn | 'ijnn 8tff* | lanb. SDJarttnuö l^ut^er. | SSittcmberg. | M. D. 
XXIIIL 

3^1 bg. (sig. 31 — (&, ß 6 bL), letztes blaii leer, der titel steht in einer' 
impelartigen einfassung, in welcher unten 2 engel L*s Wappenschild {die weisze 
rose mit deni kreuz) halten, neben welchem die buchstahen ML stehen. 

in der bibl zu Wolfenbüttel. 

96. SHe anbet | (g|>iftel @. ^tri | i>nb cJ^nc S. | 3uba« ge* | pxtV\%i \ onb 
auflegt I burt^ aßatt. ßut^ct. | SSBtttcmberg. | M. D. XXII II. am ende: ®ebructt 
ju ©ittcmbcrg burc^ | ^anö 8ufft 1524. 

12 bg {sig. a — VX), die drei letzten seilen leer, die titeleinfassung stimmt 
mit der von nr, 77 überein. 

in der vniversitätsbibL zu Mai^burg. 

97. 3ö>f^ Se^fctlic^e tn | einige i>nb to^b | bertpcrttgc ge | |>ott ben i?u | t^r 
bette I ffenb. | 3ni 3at 1524. [einfassung wie nr. 93). 

4^2 bg. (sig. 31 — S, 5) 2 hl.), letztes blatt leer, auf der rückseite des 
fiteiblattes beginnt L.'s drei seilen lange vorrede; hierauf folgt (%V — 64'*) 
fifis mit glossen versehene wormser edict v. 8. mai 1521, und (Dl* — 62**) 
der nürnberger reichstagsabschied v. 18 april 1524; bl. S3 steht noch eine 
l'Urze nacfischrift L.^s. 

in der kirchenbibl. zu Frankenberg. 

98. ffiibber ba« bünb | J>nb toü i>erbamniö bet fic«' | bcnje^n artidtel J>cn 
ber I clenben fc^enbttd^en | ömuerfitet ju 3n* | golftat auö^ | gangen. | SWartinu« 
'vut^ier. I 3tcm bet ©iennet | 3ltti(fel »ibbet ^aulum | ®|)eratum fam^Jt fe^* | ner 
anteott. am ende: ffiittemberg. 1524. 

^ bg- (sig. 31 — §), letzte seile leer. Speratus schrift beginnt bl. Sitii**. 
fler titel dieser ausgäbe steht in derselben einfassung wie nr. 93. 

99. üDad (SlUern bie | finber gut (S^e | ntd^t gtoingen nod^ | l^^nbern, ä3nb bie , 
finber on bcr | eütern »Ulen ( fid^ nid^t | üerloben | foUen. | SWattinuö ßut^cr. | (Sr 
iiuff fie rtjn mentin J>nb fretolin | 3Äatt. 19. {titeleinfassung wie nr. 95). 

S bl. in der univ. bibl. zu Marburg. 

100. Wibber | ben netoen 3lbgott | önb aUten leuffel | bet gu SDlcljffen | fol 
et^ben | toerben. | ÜÄattinu« 8ut^t | ffiittemberg. | M. D. XXIIII. {in der bei 
nr. 77 beschriebenen titeleinfassung). am ende: ®ebrudt )U SEßittembctg \>uxd) I 
$an« gafft. 1524. 

3 bg, (sig. a — c), letzte seile leer, 
in der bibl. zu Wolfenbüttel. 

loo\ SBibber ben nei»^ | en 3lbgott, J>nb | aßten leuffel ber | gu SDiei^ffen 
iol I rt^en | toerben. aKarttnu« 8ut^er. | ffiittembetg. | M, D. XXIIIL (in der- 



XLVni QUELLENVERZEICHNIS. 

selben einfassung wie nr. 95). am ende: ®cbrudtt ju SEBittembcrg burt^ | 3o[cf^ 
ftluft. 1524. 

3 bg. {sig. 81 — ß), letzte seite leer, 

in der k. bibL zu Berlin. 

101. dtfn brtcff an btc gut** | ftcn ju ©ac^fcn | t)on bem | auffruriic^en gc^ft. 
ÜRarttnu« fiut^cr. | SBittembcrg. | 1524. 

2 bg. (sig. % 33), letzte seite leer, titelein/assung wie nr, 93, 

102. an bie »iab'^rn | aller ftcbtc bcutfd^- | e« lanb«: ba«. fie | 6^ri|tU4e 
-fc^utcn I auffrid^tcn | tnb | fällten foUen. | SKarttuuö fiut^er. | SBittcmbetg. 3)1. I, 
ff iüi. 1 8a[ft bic finbcr ju nttt fernen | »ab mxtt tfifmn ni6)t SDiatt. 19. im 
der tempelartig eti einfassung mit L.'s wappen), 

5 bg. letztes blatt leer. 

103. SSon Sauffö^anb* | lang önb tou* | d^er. | SDiavtinu«^ gut^er. | aSu-Ucm^ 
bcrg. I 1524. {einfassung wie nr, 77). am ende: (Sebrurft ju Söittcmbetfl 

burc^ ^an« !i?ufft. 

9 bg. (sig, 81—3), letzte seite leer, 

in der herz. bibl. zu Gotha, 

104*. gJ^n ©ermon J>on ber | i)el^c^t önb bem | ©actamcnt | 3tcm i>om 
brauci^ önb bcfent^ | niö ß^riftlic^cr frel^^eit. | SDiartinuö ' löut^cr | SJmttcmbcrg. 
1524. (dieser titel steht in. derselben einfassung wie nr, 80), um ende die 
druckerangabe : ©ebtudt bur^ ^an^3 Jßufft 

4V-2 bg. (sig. 21— D, S) 6 bL), letztes blatt leer. 

104^ ©ermon öon ber fflc^* | dj^t önb bem Saaa | ment ÜD. aJiarttnuö | \fu= 
t^cr. I aß. S). XXr. I SBittemberg. 

Ä ^^. (sig, 81 — ßj. ///e/ in der schwarzgi^ndierten einfassung mit den 
2 löwen. 



1525. 



1 05. ÜDic [icben | S3u|« j)falmen | mit beutfc^ | er auf«* | le^ | gung ©er* | beflctt 
burc^ I aJJarttn gut^er. | 3m. 1525. 3ar am ende: ©ebrucft ju Söittembcrg burcb 
3ofe<3]^ tlug. 

in octaVy 9^i% bg, (sig. 81 — 3^ 3 9 bl.). der titel steht in einer einfassung j 
welche auf jeder seite eine säule, oben David mit der harfe, unten L.*s wappen 
nebst den buchstaben ML zeigt, auf der rückseite des titelblattes steht L's 
vorrede: Vnter meynen ersten büchliu lies ich dazu mal auch ausgeheu die sie- 
ben buspsalmen mit einer anslegunge etc. 

106. 8Son ©. ^cnrico ^nn | üDiebmar t>erbranb, | famj>t bem je^n* | tvn 
^falmen | aufgelegt | burc^ 1 SKart. untrer. | ©ittcmberg. 

4 bg, (sig. 81— D, wovon 81 6', 5) 2 bl hat), der titel in einer einfas- 
sung, deren seitentheile je eine einfach verzierte säule enthalten, der obere 



OUELLENVERZEICHNIS. XLIX 

ikeil links eine männliche, rechts eine weihliche figur mit flügeln und in ein- 
ander verschlungenem fischähnlichetn hinterleib zeigt. 

aus Filmars öibL 

107*. ©ibber bie if\)mt^ \ Itfd^n j)ro<)^etcn, | üon bcn bllberu | onb ©acta* 
ment k. | aßartinud i^ut^er. | ^^r tor^ei^t tpirb ^berman offin | bar metben. 2, 
Ximot^. 3. I ®cbtu(ft ju toittemberg. (in der tempeUirtigen ein/assung mit L's 
Wappen), 

ii hg. {sig, 31 — 8), die letzte seile leer, die schrifl beginnt auf der rück- 
Seite des Htelblattes. am- ende stehen mehrere correcturen. 

107^ S)a« anbct tttfl totb | ber bie ^i^mlifc^en | j)ro^)^ctcn | Dom | ©acta* 
Dient. I aJiattinu^ gut^ct. | 3^v tor^^t toirb l^betmon offin | bar »erben. 2. Jtimot^. 
3. 1 ©ebrud (sie!) ju SSätttembcrg. (in derselben ein/assung wie nr. iÖ7\) 

15 hg. (sig, % — ^), letzte seile leer, auf der vorletzten seile stehen 3 
correcturen. 

in der wolfenbütteler bibl. 

unter dem ii. jan. i52ö meldet L, dasz er wider Carlstadt schreibe und 
zftar schon am 2, abschnitt, und unter dem 2. febr. zeigt er M. Hausmann 
m, dasz er fertig sei. 

108. (g^n e^riftlic^c fd^rtfft | an ^erm äSoIffgang | JReiffenbufc^; ber JRed^te : 
toctor t>nb ^recc<)tor | ju Öied^tcmbcra | Sanct änto* | niuö | Orben^, | fid^ ^nn 
ten &fAx6ftn ftanb jubegeben. | SDiartinuö gut^cr. | SSäittcmbcrg. (titeleinfasstmg 
me nr. 73), 

4 bl. der brief ist datiert: zu Wittemberg am montag nach letare. iö2ö. 

109. &fn brieff D. ÜRar^ | tini 8u%r an | bie (E^riften | gu «ntorff. (da- 
runter eine kleine Verzierung) Sßittemberg. | 1525. 3ar. (einfassung wie nr. 93). 

6 bl., wovon die 3 letzten seiteti leer sind, 

110. i&fn bticff an bie | S^riften ^n \ ©traö^jurg | toibber bcn fd^mer* | wer 
iif^lL I ÜRartin 8ut^. | !Der f)(58t9t fennet ben toeg ber ge* | rechten , aber ber 
^ettlöfen »eg nnrb | ömblommen. ^fal. 1. | ©ittemberg. (einfassung wie nr. 

5 bl.<, die letzte seile leer, 

die nr, i08, i09 und HO finden sich in der herz, bibl. zu Gotha. 

111. SSertrag jiDifc^en | bem I&blid^en 99unb gu ©c^n>a | ben, wh ben gn^et^en 
N I ffen bnb Derfamtung | ber ©atorn am | SSobenfee | önb ät | gem. | 9)?- D. 
H?. I ffitttemberg. am ende-, ©ebrudt ju ffiittemborg bur^ | 3ofo<3^ Älug. 

2 hg. (H, ©), letztes blatt leer, die rücksei te des Htelblattes enthält L's 
t^trrede, der titel steht in einer einfassung^ in welcher unten mehrere nackte 
^d bekleidete personen zu sehen sind; oben unter der Wölbung zerreiszt 
^mon den löwen. 

k, bibl. zu Berlin. 

112'. (grmannngc jum | fribe auff bie jroelff | artilel ber S9att)r* ] fd^afft J>nn | 
SAtooben. | SDlart. Sut^er | Sajittembcrg. | 1525. (titeleinfassung wie nr, 95). 

5 hg. (sig. 8 — (g) letzte seile leer, am ende steht: conuertetur dolor eins 
io capat eins | et in verticem ipsius iniquitas eins descendat. 

DtiTz, W«rtBrbach. G 



L QUELLENVERZEICHNIS. 

noch in demselben Jahre erschien eine vermehrte ausgäbe dieser schrifl: 
112^ (Srmanungc jmti | fribc auff bic jtoelff avticfct | ber SBatotfc^afft l^nn 
®d(;tt)aben, | 8lud^ toibbct bic reubifc^cn | i)nb m&tbifd^cn rotten 1 ber anbem bam-- 
rcn. I SWatt, gut^r. | ®tttembetg. | ^fatm. 7. | ©e^ne tüd tottbcn Ij^n felbij 
treffen | bnb fel^n muttonU; mirb bber t^^n audge^en. | 1525. {dieselbe ein/assung 
wie nr. 112^). 

S bg. (sig. ä— f$), das letzte blatt leer. 

113. &fn ©cnbebrieff bon | bem garten bud^ 1 Kn toibber bie | baurcn. | ÜRar^ 
tinu« Sut^er. | ©ittemberg. | HR 5D XXV. 

4 bg. (sig. a — b), letzte seite leer, der titel in Melchior Lotthers schwarz- 
grundierten einfassung mit den 2 Ionen, 
in der universitätsbibl. zu Marburg, 

114. &tn ©d^retfl^ gc | fct^ic^t bnb gerici^t (Sotc^ bber | I^oma« ajiun^r, 
bar^nn | ®ott offcntlid^ beffclbt*» | gen gel^ft lugenftrafft | bnb bevbam«» | net. [eine 
kleine Verzierung) 9)2art. Sut^cr. [in dem nr. 111 beschriebenen holzschmU\. 

2 bg. (sig. ä, 33), letztes blatt leer, diese Schrift enthält 3 briefe Tho- 
mas Münzers und einen brief der christlichon versamlunge za Frankenhauäen, 
welche Z. mit einer vorrede und einem nachwort herausgab. 

in der k. bibl. zu Berlin. 

115. SSon bem gren)cl | ber ©tittmeffe; fo | man ben Sa* | non ncn*^ | nct. 
(darunter eine kleine Verzierung) 9Wartinuö 8ut^. | ffiittemberg. | 3Ä. J). jj i?. 
(in einer portalßrmigen einfassung; auf jeder seite eine runde säule). 

4 bg. (sig. «— D). die schrift schlieszi bl. I)Uj*. bV 5Düf enthält nur die 
druckerangabe : ®cbrucf t ju ©ittemberg bnrd^ ^nö | 3Betj« SEaufent funff ^unbeti 
bnb I funff bnb ikDen^ig«* | ften tar. das letzte blatt, welches aber in dem exem- 
plar der k. bibl. zu Berlin fehlt, ist leer. 

116. 3ludlegunge ber | S^Jtfteln bnb (Juan | gelten bon ber ffti)^ \ Ugen Dretj^ 
Kni^ I ge feft bi« | auff | Dftcrn gebeffert | burd; SWar. gut^er. | ©ebrucft ju JBit^ 
temberg. | SDi. D. jjb. (dieser titel steht in dem tetnpelartigen holzschniti, in 
dessen unterm theile 2 enget L.'s wappen halten. 

51 bg. (sig. ä — 3/ ^ — h ^^ — ^^> ^ovon bg. 31 6 bl.. !j)b dagegen nur 
2 bl. hat), bl Slij enthält L.'s „vorrhede viid vermanunge an die drucker'\ 
woraus sich ergibt, dasz das manuscript zu dies^i theile der postille noch vor 
Vollendung des druckes (von einan setzer) entwendet und darnach ohne L's 
wissen und willen ^^auszer land'' (in Nürnberg, vgl. de Wette br. 6, 70) gedruckt 
worden war. aus diesem umstände erklärt sich auch, dasz derselbe, obgleich 
den 14. merz 1524 bereits unter der presse (vgl. de Wette br. 2, 489), erst 
1525 erschien. 

diese ausgäbe befindet sich in der^ kirchenbibl. zu Frankenberg. 

1 1 7. !Ba^ ©enebictuö | obbcr tt)eljf fagung | be^ l^etjügen 3^«^^ I fttic, 8uce. j. 
burd^ I S). SDtort l^ut^er | ge)}rebigt bnb | aufgelegt. | (^ebrudt ju SBit^ | temberg. 
1525. am ende: ®ebrücft ju ffiittemberg | burc^ 3org JR^aU). | Sin. jc 1525. 

5^1^ bg. (sig. 81 — g, (S nur 2 bl.), letzte seite leer, der titel dieser, in 



h. 



QUELLENVERZEIGHNIS. LI 

der univ. bibL zu Holle sich findenden predigt steht in einem holzschnitt 
welcher berge und bäume, nebst 12 paarweise. geordneten männem darstellt. 

118. gl^nc |)rebigt am | funfftcn Sontagc | nac^ Dftern | 3o^an. | poi. | Tlax* 
tinu« ?ut^. I ffitttemberg. | SD?. 3). fj »• {titelein/assung wie nr. 115). am en- 
de: ©ebturft ^,u aStttcmbetg burd^ $anö ffie^ß I S^cmfent gunff ^unbert önb gunff 
ßnb I jioen^igften 3at. 

2 i^^., «?ot»on rfa« letzte blatt leer, in der bibL zu WolfenbiJUtel 

\ 19. ®)n |>rebigt »nb | »atnung, ftd^ ya \ ^ütcn fflr falfd^en $ro^)l^ten, | auff 
Md guangelton. | Sßatt^ci, VII. ( 1 3mo brfac^, »armnb ®ott rotten | unb fectcn 
unter t)n« \^vSxt \ 2 SJon itoc^erfe^ bcruffung jmn prc^ | bigatin>t I 3 SBic man 
bic gctjftcr auff brcl^ertc^ | toel^fe, ^)robtren unb btüfcn foß. I 9»art. ßut^cr, | W\U 
tembcrg. 1525. {einfassung wie nr, 117). am ende: ©cbrudt ju SSJittembcrg 
mäf I 3org Wfato. Sin. k. 1525. 

S^jt bg. {sig, 31— C S nwr 2 bL), die 3 letzten selten leer. 

120. ®n ©crmon bon | bc« 3ubifd&cn rcic^« bnb | ber loett enbc. | SWatt^. 
24. 1 ©e^jrebigt am legten | ©ontag nac^ 1 ^fingftcn. | STOar. iviti). \ ffitttcmberg. 
m ende: ©cbrudt ju SBittcmberg burc^ | ^nö Sufft. 1525» 

2^'t bg. {sig. 8 — 6, 6 2 bl.j. der titel in einer einfassung, in welcher 
zwischen säulen 2 personen hervortreten, wovon jede eine andere auf der 
Schulter trägt. 

121. g^n ©ermon bon | ftcrtfc bnb junemen be« glato | Iben« bnb ber Hebe, 
äu« I Der (g»)iftel ®. | ^auU jun | (&pf)t^ \ fern. | aHartinuö Sut^cr » | ffitttem^ 
bcrg. I 1. 5. 25. (die titeleinfassung wie nr. So), am ende: ©cbrudt ju 2Bit* 
temberg burc^ |)an« | aöeljf. 1. 5. 25. 

2J/2 bg. (sig. ä— S, © 2 bL), letzte seite leer. 

1 22. EYN SER | man t)on ber jcr* | ftörung 3cru* | falem. | !Caö tcutfc^ 
(anbt I Qxäf alfo jcrftärt toerb, »o ( eö btc jc^t feiner ^ei^m*» | fuc^ung niii)t | er* 
fent I SM ber txvx^X \ @otti« fe^. | SWartinu« «ut^. | ffitttemberg. | ÜÄ a)XX35. 
m der portalförmigen einfassung mit flötenbläser und trommler). 

2 Vi bg. {sig. ä— 6, S 2 bl), letzte seite leer. bl. äii' steht der text: 
vU. jif . 

123. 3n)o »>rebigt auff | bte (g<>tftd ®. ^uti. 1. S^jf. | 4. 5D. aKartini 8u* 
^^ 9^^ I t^n über ber letc^e be« 6^ür | furften $->^fe^8 Stiberid^« \ ju ©ac^fen. 
3tem e^nc troftunge an | C^ürfurften bon ©ad^fen feü | ger bnb ßl^riftlid^er ge* 
tccbt^ I ttiö, greljtag« nad^ SOKfcri* I corbia üDomini, bcn* Ic^ | ten fc^ne^ leben« 
bie auf er* | ben. | ®eorgiuö ©|>alattnuö. | 1525 (in einfassung: in den vier 
f'cken die symbole der vier evangelisten, zwischen den beiden untern der apostel 
hiulifs, zmschen den beiden obem Petrus). 

4^1 bg. (sig. 91 — (&, I) nur 2 bl.}, letztes blatt leer. Spalatins tröstung 
t'fgitmi bl. (Sf. 



G 



XL OUELLENVERZETCHNIS. 

ge< I f*rtebcii. | itntttDort ^tttmwttei bcn | (Stonbctfl. | CÄcbniift t^u Mttfmberci. 
ir>22. 

2^1 1 hy. die (iteleinfassung zeigt verschiedene thieigruppen und unten 
die in einandet* vemchiungefieyi huchstaheii IG, 

5:i. i>on be^Der >\eftatt | t»e^ Sacramcnt« ju | nehmen Dnb anbcr | nctoning. 
Doct. I üJiartin Mw \ t^crt^ mc^ |'nung. | Sittcmberg. | Ü)i. D. I3E. ii. 

i hg. isig, 31 — T)), letztes hlatt leer, titeleinfassung mit piiger und irinker. 
diese sehrift hatte L, den Jtf. merz unter händeyt [de Wette itr, 2, 17 Hu 

54\ üJon mcnfc^en | leren %\i mct^ben | 35. SDiarti. «ut^er, | Sittcnbetfj. | ^J)J. 
D, ff ü. am ende: ÖJebrucft ($u IßittenberA. ! i^Jidell Sc^t^rleiife ^m | %\^^ »?Mt 
^n)en | ^igften xUv. 

2» 2 ^i^. (vi^. 21—*, iÖ 6* />/.K f/^/Ä ietzte hlatt leer, der titef sieht iu 
einer portaleinfassung ^ in deren ohern theile rechts ein engel die flöte hlitsi. 
links eifi anderer die trofmnel schlägt, innerhalh der wöllmng schweben 2 
engelsköpfe. im rechten seitentheile hält ein nacktes kind ein Wappenschild 
mit detn kurfürstlich sächsischen wappen (zwei Schwerter in weiszetn und 
schwarzem feld), im linken ein atideres das herzoglich sächsische wappen. 
im untern theile hängt eine kugel, neben welcher rechts die jahrzahl iö22 in 
detn holzschnitt steht, die rückseite des titelblaffes enthält eine kurze vorrede. 

noch in demselben jähr erschien folgende vermehrte ausgäbe dieset^ schriß: 

54'.« !J3on men«^ | fd^en leve ju | mO^ben. | 2lnttn>ortt au|f | ft)rü(i^ ^o man 
füret men*' | fd^en lere ju mei^ben. iso statt ftercfen) | 2). 3War. ^ut^er. | ©ittem- 
berg. I 9)i. !!)• ffij. 

3 bg. (sig, Sl — (S)^ letzte seile lea\ der titel diesei' ausgäbe steht in der 
holzschnitteinfassung mit piiger und trinker und den. beiden sächsischen wap- 
pen, oben das kurfürstlich sächsische, unten das herzoglich sächsische, die 
neu hinzugekommene antwort auf sprüche ctc, beginnt auf bg, (^f, 

beide ausgaben befinden sich in der landesbihl, zu Cassel. 

55. (5|>iftcl übber tMtter* | rid^t oon ben ffttfli^m, an btc | firci^ ^u (Srffurtt 
. i^nn gott I bcrpamlet. | T>, ÜJiortin «utl^r | (Scclcfiafte« ^u SBittem*» | berg. ntn 

ende nur die angafje: (JJcbrudt ^u Sittemberg. | 1522. 

4 bl,, letzte seile leer, diese epistel ist daliiTt: )JBtttemberge am ^el^nben 
tag be^ ^cumont^. Ly22, der titel steht in tirünenbergs einfassung ml trinker 
und piiger. 

in der herz, hibl, ziC Gotha, 

56. Sibcr ben | falfc^ gcnauttc i ge^ftlic^eii ftanb | befiJ *abft »n | ber btfcb- 
offen, I D. 3ßart. | l'ut^er | (Scclefiaftcn i feu fflittcmberg. am ende: (^brurft %\\ 
iütttemberg burd^ | Elidel Sci^Vrlen^j. ^m | feioe^ bn fttoenfetgfte | 3ar. 

H bg, {sig. % — ^), letzte seile leer, titeleinfassung wie nr. 54^. 

57. «nttoovtt beutfcj^ | Üßart. !t?u- | t^crö auff | ftönig $)cnri(^« bon | (gngcl' 
tanb bud^. | «ügen t^un vx\ft nici^t, | Sarl^etjt fd^iD ic^ nid^t, (m det seihen 
holzschnitteinfassung wie nr, oH). ofn ende die dmckangahe: @ebru(tt ^u W\!i- 
temberg, burd^ i aadett ®^l>rlcn%, | 3)^ D. 3£Iij, 

6' bg, (sig, 81 — $), letzte seile leer. 



QUELLENVERZEICHNIS. XLI 

58. »om (gcfi^cn | geben. | iWoTtinu« fiut^er. | SBittcrabctfl. | a)i. D. ff ii- 
(ütelemfasstmg wie nr. 49-'). ^ 

4 bg. {sig, 81 — !J)), letzte seite leer, 
k. bibl. zu Berlin. 

59. 3BiId^ ^serfon t)erj)otcn | finb %u cf)lx6ftn Ijnn bcr ^et^ßgcnn fd^rifft | belebe 
bcr freunbfd^afft bnb | aßogfd^afft. | Öcuit. 1 8. 

mir 2 bl., wovon die erste und letzte seite leer sind, am ende steht: 
mt. gut^er. I «nno ÜÄ. 35. ff ti. 
herz. bibl. zu Wolfenbüttel. 

60. e^n fermon | 5D, 3)iattini | löut^erö. | ©tttcmberg. | ÜÄ. D. ffii. (m 
fin^r einfassung wie nr. 11^). 

4 bl. letzte seite leer. 

61. &^n ©ermoit bon | bcm bnrcc^^ten | SKammon | 8u. föi. | I)oct. 9Jiatt. 
mifn. I SBittembetft Slnno. | 9)i. S). ff ij. (einfassung wie nr. 52). 

6 bl. in der Wolfenbütteler bibl. 

62*. gtjn'bctt buc^fin. | !Der cjc^n ge^)ot. | 5)cö glambcn«. | 5)c^ bater bitfcrö. | 
3}e« «uc anarien. | etliche t>erbcutfd^tc | ^falmen. | Die (S»>iftcU fanct | $auW ^u 
lito, el^n e^riftlic^ leben feu | önterridf^ten. | 35. a)tar. 8nt^. | Ocbrucft %u Sit- 
tembergf | 1522. am ende: ©ebrucft feu SBittemberg bnrd^ | Sodann ©runcnberg | 
ÜR.,D. ff x\. 

octav. ö bg. {sig. ä— (S), letztes blatt leer. 

diese ausg. der ersten einrichtung von L.'s betbUchlein findet sich in der 
L bibl. zu Berlin wo auch ein ortginaldruck der zweiten einrichtung desselben: 

62'*. (g^n ^tt^ I buc^tin bnb i lege buc^Iin, | SWar. 2vLtff. \ gcme^rct bnb gc^ | 
befjert. | toittembetg (in einer Säuleneinfassung), am ende: ©ebrudt ju SEßtttem* 
berg I bnrc!^ 5Ridcl ©c^irlenfe | 3». !t). Hüj 3ar. 

octav, S3 bogen, wovon bg. S5 jedoch nur 4 bl. zählte letzte seite leer, die 
rückseite des titelblattes enthält folgendes inhaltsverzeichnis : SDic 2<^^en gepott. 
ter gtotobc. | 35aö batter bnfct. | 3)o« äuc SDiaria. | ßttUc^e berbcutfc^tc ^fatmcn. 
Die öort^cbe guu JRomern. j S)ie St)iftel jun SRomern. | 35ie (£|>tftetn ju Zmo* 
t^n. I 3)ie C<)iftel ju SEiton. | 35ie (ipi)itln $ctti. | bnb 3ube. in dieses Ver- 
zeichnis ist nicht aufgenommen der bl. 5Cif beginnende -sermon von der be- 
trachtung des heiligen leidem Christi, welchem S^ij* folgender titel vor aufgeht: 
@^n ®ennon bon | ber betrac^tung | bed l^et^ligen le^ | ben« (^^rifti. | 3). SD2att. 
Mi)n I 35uittembetg. 

von der dritten einrichtung des betbüchleins benutzte ich folgende, eben- 
falls in der k. bibl. zu Berlin sich findende ausgäbe: 

62^ ein I «etbuc^Un | mit eim Salcnber bnb | ^affional, ^übfd^ | jn gerid^t. i 
15. SÖJart. 8ut^. | 1538 die 1. 2. 6. und 7. zeile dieses titeis, welcher in einer 
einfassung steht, sind roth gedruckt. 

kl octav, 32 bg. (sig. 81 — 3> ^ ~'^)f ^^f ^^- i ^* *^^^^ ^"^ ^^^ drucker- 
angäbe: ©ebtncft JU ©it- | temberg burc^ | ^an« Snfft. | 2». !t). XXX VIU. die 
übrigen 6 seilen sind leer. 

63. 35a« 9ictoc SEcfta* | ment 35eutfd^. | SBuittembcrg. 

Dim, WteUrbüch. F 



XLU QÜELLENVERZEICHNIS. 

222 bi. in foHo. die genauere heschreibung dieser sog, septemberaus" 
gäbe des n, (est. s bei Bindseil 6, IV, 

1523. 

64. aSon tteütlic^" | er übcrfci^tt | toic toeJ^tt man | ^l^ gc^otfam | fd^utbig fc^. 
ä»art 8ut^ I aSuittcmbctg | 3)1. !D. Hiü. am ende: ©ebrudt ju SaStttcmbetg 
©urc^ Sßidel | ©c^ijrlenfe, Slnno. 3)«. D. I3£iti. 

^V^ bg. isig, 21 — g, g 6* ft/.)^ /efz/f; ^ei/e leer, der titel steht in einer 
portaJßrmigen einfassung , worin oben rechts ein engel die flöte bläst, ein 
anderer links eine trommel schlägt, in Jedem seitentheil ein nackter knabe 
ein leeres Wappenschild hält, auf der rückseite des titelblattes und bL 'ilij' 
die am newen iarstag 1523 datierte Widmung anJohans herzog zuSachsen. 
in angriff nahm Luther diese schrift den 20, dec, £522 (vgl, de Wette br, 2, 258), 

in der bibl, zu Wolfenbüttel, auch in meiner eigenen. 

65. ain btc l^errn | ÜDeutfd^« Orbcnö, ■ baö fic falfd^c feufd^l^f wcljbcn önb 
iut teerten e^tt^en feufci^e^t | gre^ffen Srmanung. | [darunter eine kleine Ver- 
zierung) aJiarHnu« gut^cr. | ffiittcmbcrg. | 1523. 

2^2 bg. {sig, 8—6, S 2 bl.), letztes blatt leer, der titel steht in Grü- 
nenbergs blumeneinfassung mit den zwei musicierenden engein, das obere 
Wappenschild ist ganz leer, das untere hat nur die zwei thürme, 

66*. S3on anbc«« | ten bed ©aaamet^ | be^ ^et^ßgen | let^c^namd | &fxi]i\. 
üRart. Sut^cr. | ffiittcmbcrg. | Slnno. m. ©. | Htij. {titeleinfassung wie nr.65,] 

4^2 bg. (sig, 8— D, I) € bl.), letzte seile leer. 

in der landesbibl. zu Cassel, eine andere ausg, findet sich in der k. 
bibl, zu Berlin ; 

66^ 35on «nbcten bc« | ©actamcnt« be« , ^etjKgeit k)fdf^ \ nam« ß^ti* ' fti. 
a»0Tt. 8ut^r. I ©ittcmbcrg, | «nno 3». 2D. | U üj. 

bogenzahl, Signatur der bogen und titeleinfassung wie nr. 66*, 

67. aSrfa*. t)nb antt^ | »ortt. ba^ tungf* | fratoc. flcftcr. got* \ Ud^ t>'ia\\cn 
tnugc. I IBoctor aWartin^ | gut^er. | Sßittcmbctg. | 3Ä. 5D. jj uj. 

6 bl., letzte seite leer, der titel dieser, von Bindseil 4, XXX sehr, 
♦fj. 1 als ein zuverlässig echter druck bezeichneten ausgäbe steht in einem 
holzschnitt, dessen beide seitentheile Je eine kantige säule enthalten, aus deren 
oberem rundem theile Je drei engel hervorsehen, 3 andere oben zwischen beiden 
Säulen stehende halten 3 leere schilde vor sich. 

die Zueignung an Leonhard Koppen, btirger zu Torgaw ist datiert: SSSit^ 
tembcrg am gre^tag \fnn bcr Oftcrtood^c. Slnno. 1523. 

68. ©ibber btc Ucrfc- | rer »nb fclfc^cr | Se^fcrlid^ö | manbatö. | 3»artinu^ 
2ut^. t SSäittemberg. | 3Ji. 35. jjc üi. {in derselben einfassung wie nr. 67.) 

' ^ V2 ^ff' (^^9* 31 — ®, wovon SJ nur 2 bl.), letzte seile leer, befindet sich 
in der kirchenbibl, zu Prankeriberg, 

diese schrift war den li. Juli 1523 vollendet (de Wette br, 2, 35%), 
69*. !J)a« 3^efu« ß^ri* | ftu« cJ^n gebor* | ncr 3ubc | fctj. | Doctor 3)Jarti* 



QUELLENVERZEICHNIS. XLIU 

nud I in!^. I 93uUtembet8. | Wl. 3). ff itj« (m Lotthers titeieinfassung mit mönch 
und norme). 

4^lt hg, {sig, «— iD, !0 S hl). 

ebenfalls m der Frankenberger kirchenbibl. ick selbst besitze folgende 
Originalausgabe: 

G9\ 3)a^ 3^cfue (iffxx^ \ ftu« e^n gc^or* | ner 3ubc fcl> I !DoctoT SKarttnu« | 
2ut^er. I toittembetg. | 3)i. 2). ff ttj. {titeieinfassung wie nr. 67). 
^V» bg. {sig. a-^, !0 2 bl). 

70. Da« tauff bud^:^ | lin »erbeutf^t | burd^ ÜRart | Öut^cr. | »uittcmberg | 
m. ®. IX üj. 

^^A />^. ^^1^. a, b, S), /^/z/e «e/Ze /eer. rf^r titel dieser ausgäbe, welche 
sich in der landesbibl. zu Cassel findet, steht in einem holzschnitt, dessen 
rechter seitentheil eine nackte frau nebst einem nackten kinde, der linke einen 
nackten mann mit eselsohren mit einem nackten kinde enthält. 

71. S)ad e^n (S^tiftU^e i^et^ | famlung obber gemei^ne | xt6ft Dnb maöft ffaht: 
al* I Ic lere ju Dtte^Ien : »nb tc* | rcr ju bcruffen : ^n »nb | abfeufcften : ®runb | 
m Dtfac^ au« ber | fc^rifft 3Äartu | Sut^er. | üBittembcrg, 3m 3ar | SK. D. f f iq. 
{titeieinfassung mit mönch und nonne\. am ende: ©ebruit ju SSittembetg be^ 
aRelc^ior | Vetter 3in 3ar 3». 35. fj üj, 

2 hg. (sig. 81, 83), letztes blatt leer, diese^ in der kirchenbibl. zu Fran- 
kenberg sich findende ausgäbe, stimmt mit keiner der Panzer 2, 15 i. 152 
nr. 1711 — 1715 verzeichneten ausgaben. 

72. SSon crbenung | gotti« bienft ^n ber gcmei^nc. | ©octor ÜWartin^ | Öutt^cr. , 

«Jittemberg. | 3». D. ff üj. 

4 bL letzte seite leer, die titeleinfasstmg wie bei nr. 67. 

73. Drbenüg e^n« geme^ | nen faften«. | SRabf^Iag toie bic ge^* | ftl^cn 
pttcr JU ^an* | bcin finb. | SKarttnu« gut^er. | 9R. D. ff ttj. {in einer weisz- 
grundierten einfassung, worin unten zwei löwen mit verschlungenen schwänzen). 

4 bg. {sig. 81 — ®), letzte seite leer, die von der gemeinde zu Leisnick 
ftufgestellte, von Z. mit einer vorrede herausgegebene „Ordnung eines gemeinen 
knstens'' beginnt auf bogen ©j\ L.'s vorrede ßillt den bg. ä. 

74*. g^n ©enbbriff | 9Äar. Sut^erö über bie | frage. Ob au^ ^emant on 
glauben | öetftorben feltg | »erben muge. | Sin (gr fangen öon | rcc^enberg jur 
ftf^ftabt: I Sittemberg. | 3lnno. äß. !0. XI '\\\. (in einfassung). 

4 bL, letzte seite leer. 

74^ &fn ©cnbbriff | ÜWar. ßut^er« | Dbcr bie frage. | Ob au^ | i^manbt on 
glaö)*' I Ben toerftorbcn felic^ »er^» | ben mfige 2C. | an ßr fKinfen | t>on rec!^enbcrg 
]\xt I frciftabt :c. | 3Juittcmberg. (in gleicher einfassung wie nr. 64, wodurch 
sich diese ausgäbe als eine von Schyrlentz gedruckte erweist). 

4 bL, letzte seite leer, 
in der k. bibL zu Berlin. 

75. ©n fenbebrieff | ©. SKart. gut | an S^an Don | fc^^le^nift ju— 3an6^au* 



XLIV QÜELLENVERZEICHNIS. 

§cn I e^ncr ^^rat^ | falben. | SJuittcmbctg. (dieselbe portalförmige einfassmg 
wie nr. 64). 

3 blätter. 

76. ©n fcnbcBrieff | !0, aWatt M. \ an bic bre^ i^off | Sungfratoen bie au§ 
bcm I frotoen i^mmcr ju frc^* | bcrg ömb bcd (Suan I geüum »illen t>cr | trieben 
fein. I SSuittcmbctg. (einfassung wie vor.). 

2 bl., die letzte seile leer, beide seyidbriefe sind datiert: am domsiag 
nach Viti. ü». ®. U \\\. 

11. e^n brieff an bic | (S^tiftcn ^m 9iib^ | bcrianb | 3». Sut^cr. 

i bg., das letzte blatt leer, der titel hat eine einfassung, in deren unterm 
theile zwei nackte reitende figuren eine schüssel mit darauf liegender kugel 
emporhalten. 

die nr. 75. 76. 77 befanden sich in Vilmars bibf. 

78. Den 2lu§eTtt)cItcn ! lieben grcnnben | gotti^, allen S^riftcn ju 5Ri | g^, 
ateucU bnb 2:arbt^c | ^nn giefftanb, nte^* | nen lieben i^crren ] bnb brubetn t>nn 
e^rifto. I aWar. Sut^cr | gccie. | ©^ttcm. | ÜB. !0. H üj {in derselben einfassung 
wie nr. 77). 

4 bl., letzte seite leer. k. bibl. zu Berlin, 
beide Sendschreiben sind zusammengedruckt in: 

79. 3»? f^on tro I ftlic^ fcnbbrieff ÜBarti gut^etö | (gcdefiaftcn ju | lüitten* 
berg. | ÜB. S). 3£J iij. (schwarzgrundierte titelein fassung.) 

4 bl., letzte seite leer. 

80. e^n troft bticff an ] bic (S^tiften ju \ 9lugf<)urg | ÜRartinnö 8ut^er | äBit^ 
temberg. am ende: ©cbtucft ju SBittembctg burd^ | ipanö 8ufft 

1 bg., letzte seite leer, die titeleinfassung zeigt unten eine männliche und 
eine weibliche gestalt mit fischleib. 

dieser brief ist datiert: freytag nach Nicqjiai. 1523. 

81. &fn ©c^>ftfic^ ©reue 1 bcm rabt cgu ©am*' | berg gefanb toibber | ben 
gütiger. I ^IfX tori^e^t ipJjrtt ^berman offinbar | tocrben. 2. 2:imot^. 3. (un eyidt: 
ü». D. ff iij. 

6 bl., letzte seite leer, das von L. mit glossen versehene bäpstUche brcve 
schlieszt bl. Aiiiß, worauf noch eine kurze nachschrift L.'s folgt. 
in der k. bibl zu Berlin. 

82. Deuttung bcr jmo gretolid^cn | gigurcn ©apftefcW gn 9tom »nb ^^mi^' 
MU I JU frc^berg jn ÜÄe^ffen funben j ^^ilippu« ÜJiclanc^t^on | Doct. SWartinuö 
lut^ I SBittcmberg | ÜB. ®. ff iti 

8 bl., letzte seite leer, auf der rückseite des tifelblaftes steht ein groszer 
holzschnittt der bapstesel zu Rom; ebenso bl. Alf : das munchkalb zu Freiberg, 
L.'s deutung des munchkalbs beginnt bl. Bf. 

83. !Da« ficbeb Sa^^itel | ®. ^auli ju ben | g^orint^crn | aufgelegt | bmct l 
üBartinum Sut^er. | SBittcmberg. | ÜB. 2). ff iii. 

10 bg. {sig. ä— Ä), die 3 letzten seilen leer, der titel dieser ausgäbe, 
welche ich selbst besitze, hat dieselbe titeleinfassung wie nr. 67. die rückseite 



\t 



QÜELLENVERZEICHNIS. XLV 

des titeis ist leer. bL A ij enthält L.'s dedication an den „gestrengen vnd 
vhesten Hans Loszer zn Pretisch erbmarschaick zu Sachsen/^ 

84. @px\itl ©anct | $etri gcprebigt | »nb aufgelegt | burd^ | ÜWart Suti^r, i 
Suittcmberg. | SDl 35. H ttj. (einfassung wie nr. 70). 

26 hg. (sig. % — ^, aa — cc), letzte seite leer, auf der vorletzten seite 
stehen 10 correcturen und darunter die druck erangabe: ®cbru(ft ju SBittem* 

bcTf^ bur^ yiidtl I ®ci(^^rlent} ^m bre^ önb jiocntjtflften jat. 

in der landesbibl. zu Cassel. 

S5. ®n ©crmon auff baö | (guanflelion 2lm ®on* | tag na6) (Spxpffa^ | nie. 
?ucc. ij. I 3). aRarttnu« gut^r. | aSuittcmberg. | 1523. 

2 Vi bg., letzte seite leer, der titel in M. Lotthers schwarzgrundierter 
einfassung mit den 2 löwen. 

86. &fn ©crmon »on | beut guttcn ^^r^ | tcn. So^an. f. | !D. STOart. Sut^cr. ' 
Suittemberg. | 1523. {einfassung wie nr. 85). am ende: ©cbrucft ju SBittcnt* 
betg bei? ÜKelc^iot | gotter, 9?a^ (S^tifti gepurt, | ü». 35. ff üj. 

^ h ^ff-y letzte seite leer. 

87. ®jn ©crmon | auff bcn ^fing«* | ftag ♦ | ÜKart * gütiger « | S5utttem* 
Berg ♦ I ÜR. 35. 3QE üi \<xx. {titeleinfassung wie nr. 70). 

3 bg. {sig. 81 — 6), die 3 letzten seilen leer. 

88. S^n ©ennon | auff baö @uan^ I gclion »on bem | JRe^d^en man | öub 
atmen gofaro. | gucc am pA. \ ÜWart. gutf;et. | SSuittemberg. (dieselbe einfassung 
wie nr. 84). am ende: ®ebru(ft ju ffitttcmberg 35uTc^ 9?i(fcl | Sd^trlcnfe ^m iar. 
2R. D. H ni 

2V2 bg. (sig. 31 — ß, 6 2 bl.u letzte seite leer, auf der rückseite dieses 
sermons steht folgende warnung L.'s an die buchdrucker: „ich bitt vmb 
Christas willen alle die do meyne sermon schreyben oder fassen , wollten sich 
der gelben zu drucken vnnd ausz zn lassen enthallten, es sey denn, das sie durch 
meyne band gefertiget odder hie zu Wittemberg durch meyn befelh zuuor ge- 
druckt sind." 

89. dtfn ©etmon t>bet | 35aö guangeltum | 3ol^u. 4. g« toat e^n fontgi«' | 
icber be« fon lag fraud ju | 6aj)eruaum etc. | {darunter eine kleine Verzierung) 
i)JaTtinuö gut^er. | 5D 5Üi H tii. (sie) \ Sä^ttem. {titeleinfassung wie nr. 77\ 

2 bg., letztes blatt leer. 

90. 35a^ m I tt lefta | ment beutfdf^. | ü». gut^er. I SSt)ittembetg. in fol. 
der titel dieses nur die 5 bücher Mosis enthaltenden ersten theils des 

nUen testaments steht in einem portalßrmigen holzschnitt, welchen Panzer 
entwurf einer vollständigen geschichte der deutschen bibelübersetzung. Nilmb. 
^7H3 s. 147 beschrieben hat. auf der rückseite des titelblattes steht ein 
Verzeichnis der bücher des alten testaments. dann folgt auf ßnf blättern 
iie vorrede, am ende derselben steht Lotthers wappen: die um das kreuz 
(feitundene schlänge, hierauf beginnt mit fol. L das erst buch Mose, und das 
ßinfte endet fol. CXXXX^\ das folgende nicht numerierte blatt ist ganz mit 
flntckfehtem gefüllt. 



L QUELLENVERZE1GHNIS« 

noch in demselben jähre erschien eine vermehrte dusgabe dieser schrift: 
1\2\ (Jrmanungc jum | fribc auff btc jtoclff avtictd | bcr Satotfd^afft tjun . 
©df^toaben. | Äud^ totbbcr bic teubifd^cn | ötib mörbifd^n rotten | ber anbem baro* 
rcn. I aKart, gut^r- | ffltttembcrg. | '^falm. 7. | ®c^nc tücf totrben ^^n jeibe 
treffen | Dnb fe^n mutunll; mirb Dber ^^n au^^en* | 1525. {dieselbe ein/assung 
tvie nr. 112*), 

6 bg. (sig. 81— g), das letzte blatt leer. 

113. Si^n ©enbcbrieff Don | bcm garten bud^ | Un toibber bie | baurcn. | ü)iar^ 
tinu« 8ut^cr. | SBittcmberg. | SÄ !C XXV. 

4 bg. {sig. a — b), letzte seite leer, der titel in Melchior Lotthers schwarz- 
grundierten einfassung mit den 2 Ionen, 
in der universitätsbibl. zu Marburg. 

114. g^n ©^retflic^f ge | [c^ic^t oub geriet ®ote« ober | I^omaö aRun^r, 
bar^nn | ®ott offcntUc!^ beffclbi«* | gen gcJjft lugcnftrafft | onb t)ert)ani'' | net. (einr 
kleine Verzierung) SOtart. Satter, (in dan nr. 111 beschriebenen holzschrutt.. 

2 bg. (sig. ä, ©), letztes blatt leer, diese schrift enthält 3 briefe Tho- 
mas Münzers und einen brief der christlichen versamlunge zn Frankenhausfu, 
welche L. mit einer vorrede und einem nachwort herausgab. 

in der k. bibl. zu Berlin. 

115. 9Son bem gretoel | ber ©tUImeffe, fo | man ben 6a* | non nem | net. 
(darunter eine kleine Verzierung) SDiartinuö fint^. | SDäittemberg. | SW. 35. ff t). 
(in einer portalßrmigen einfassung; auf jeder seite eine runde säule). 

4 bg. (sig. 21— 5D). die schrift schlieszt bl. ^n\\ bV 3)üf etithält nur die 
druckerangabe : ©ebrndt ju SDJittemberg burd^ ^anö | ©e^ö Stanfent funff ^nnbctt 
bnb I funff bnb itoenfeig* | ften tar. das letzte blatt, welches aber in dem eaetn 
plar der k. bibl. zu Berlin fehlt, ist leer. 

116. äuölegunge ber | (S<)iftetn onb ßuan | gelien oon ber ^tf^ \ Hgen 2)retj^ 
lönt^ I gc feft bi« | auff | Dftern gebeffert | burd; aWar. fintier. | ©ebrudft ju BW 
temberg. | SJi. ®. jfO. (dieser titel steht in dem tempelartigen holzschnitt, in 
dessen unterm theile 2 engel L.'s wappen halten. 

öl bg. (sig. 81 — 3/ ^ — i; 2la — @e, wovon bg. 8 ff bl.. Db dagegen nwr 
2 bl. hat), bl Slij enthält L.'s „vorrhede vnd vermanunge an die drucker", 
woraus sich ergibt, dasz das manuscript zu diesem theile der postille noch vor 
Vollendung des druckes (von einem setzer) entwendet und darnach ohne Z.V 
wissen und willen ^^auszer land" (in Nürnberg, vgl. de Wette br. 6, 70) gedruckt 
worden war. aus diesetn umstände erklärt sich auch, dasz derselbe, obgleich 
den 14. merz 1524 bereits unter der presse (vgl. de Wette br. 2, 489), erst 
1525 erschien. 

diese ausgäbe befindet sich in der^ kirchenbibl. zu Frankenberg. 

117. !Daö äJenebictuö | obber toc^ffagung | bc^ ^e^ügen 3^^^ I ötic, 8uce. j. 
burd^ I 35. a)iart. gut^er | gc^)rebigt bnb | aufgelegt. | (Scbrucft ju %&\i* \ temberg. 
1525. am ende: ©ebrütft ju ©ittemberg | burc^ 3org 9?^att?. | 8ln. jc 1525. 

5^1^ bg. (sig. Ä — %, S nur 2 bl.), letzte seite leer, der titel dieser, in 



QUELLENVERZfiiCUNlS. LI 

<fer univ. bibi zu Hatte sich findenden predigt steht in einem hoizschnitt 
welcher berge und bäume, nebst 12 paarweise, geordneten männem darstellt. 

118. ®>nc ^reblgt am | funfften Sontagc | nai} Oftcrn | 3o]^an. | pA. 1 50lar* 
tinud intif. I ®ittembcrg. | 9K. 3). ff ö. (titeleinfassung wie nr. 115), am en- 
de: ©ebturft ^u ©tttembcrg burd^ $an« SBe^6 | loufcnt fjunff ^unbert bnb gunff 
pnb I jiDcnftigften 3ar. 

2 bg^, wovon das letzte blatt leer, in der bibl zu WolfenbütteL 

119. S^n ))rebtgt t)nb | matnung^ ftd^ ya \ pten für falfd^en $rot>]^ten, | ouff 
M^ euangdton. | 9Ratt^ci, VIL | 1 ^too brfad^, iDarumb ®ott rotten | unb fecten 
unter t>nd fc^ufct. j 2 SSon jtDcijerlc^ bcruffung junt i)rc' | bt9ann>t I 3 SBteutan 
bie gc^ftcr auff bre^crleij | toc^fe, ^^robtren unb brüfcn foll. | 5Wart, gütiger. | ffitt«» 
temfccrg. 1525. {einfasstmg wie nr, 117), am ende: ©cbrudt }U ffiittemberg 
mö) I 3org 91^. «n. k. 1525. 

3^lt bg, {sig. 8— D, S nur 2 bl), die 3 letzten seilen leer, 

120. (5tn ©cnnon bon | bcö 3ubtfcben reid^« önb | ber toclt cnbc. | ÜRatt^. 
'24. 1 ©e^rebtgt am legten | ®ontag nad^ I ^fingften. | 3Rar. Suti^. | SBittemberg. 
am ende-, ©ebrucft \\x 3Bittcmbcrg burd^ | ^nö Sufft, 1525. 

2V'i bg. {sig. Ä — ß, 6 2 bL)\ der titel in einer einfassung^ in welcher 
zwischen säulen 2 personen hervortreten y wovon jede eine andere auf der 
Schulter trägt. 

121. (S\)n ©ermon t)on | ftercte bnb gunemen bed gla)x> | Ben9 bnb ber liebe, 
iuö I ber gt>iftel @. | ^uli inn \ Qpfft^ \ fern. | TOarrinu« Öut^cr ♦ | SBittem*« 
bctg. I 1. 5. 25. (die titeleinfassung wie nr, 85), am ende: ®ebrucft JU ©it* 
temberg burc^^ |)on« | ©e^g. 1. 5. 25. 

2 */2 bg, {sig. ä — ß, © 2 bl.), letzte seite leer, 

1 22. EYN SER | mon üon ber jer* | ftörung 3eru^ | falem. | !Cae teutfd^ 
(anbt I and^ alfo jcrftört toerb, tpo | e^ bte }e^t fetner ^el^m^ | fud^ung nid^t | tx* 
fmt. I akrö ber tmptl \ ©ottiö feij. | a»artinuö «ut^. | SBittemberg. | ü» !D3E3£3S. 
in der portalförmigen einfassung mit flötenbläser und trommler), 

21/2 bg. (sig. »— S, © 2 6/.), letzte seite leer, bl. ätj* steht der text: 
tn, fif . 

123. 3ö)o »jrebigt auff | bie Qpi^itl @. ?auU. 1. S^ff. | 4. 5D. ÜÄartini 8u^ 
t^ ge* I t^an ober ber feiere beö ß^iir | furften §^rfeog griberi^d ; ju ©a^fen. 
3tem e^ne troftunge an | S^ürfurften »on Sad^fcn fcti | ger bnb ßi^riftti^er ge* 
hxbt* I niö, gre^tagö na^ ÜKiferi". I corbia I)omini, bcn: lefe | ten fe^ne« lebend 
Kc auf tt^ I ben. | ®eorgtuö ©^^alatinuö. | 1525 (in einfassung: in den vier 
f'cken die symbole der vier evangelisten, zwischen den beiden untern der apostel 

» 

Nulus, zwischen den beiden obem Petrus). 

Vi bg. {sig. 8 — S, Ü) nur 2 bl.), letztes blatt leer. Spalatins tröstung 
hegirmt bl. ©i*. 



LII UUELLENVERZEICHNIS. 



1526. 

124. Die (g^)i[tct I bc^ $roi)^tcn | 3cfata, fo man | ^nn bct ß^riftmeffe lie' 
fct, I audflcicflt önb ge^jrcbiflt ( but^ | SKart. Sut^er | aSuittcuiberft. | 1526 (dieser 
titel steht in einetn holzschnitt, welcher die geburf Jesu darstellt), am ende: 
®cbtu(ft ju ©tttembcrg bur^ Diicolaum | Sc^trlcnft, nac^ e^riftt %tpwci, 5Eau* | }cnt 
fünft ^unbctt, önb ^m fe^ö | önö jtDcnfeigften 3at. 

7 bg. {sig. 31-®), die letzte seile leer, bh Sltj e?ithältdie epistel (Jes. 5). 

125. 5>cr ^xopff^t 3ona, au«^ | gelegt burc^ 3Äart fiut^. (darunter ein 
groszer, die geschichte des Jonas darstellender holzschnitt). am etide: ^brudt 
JU 5Bittcmbetg, | miöftl gottcru^. 3m | 3». D. XXVI. iat. 

iii/2 bg. isig. ä — Wl, wovon SDi nur 2 bL), letzte seile leer. 

126. Der ^ro<)^et ^abacuc | auöc^etegt burc^ ÜRatt Sutl^. (darunter ein holz- 
schnitt, der den propheten vor einem auf einem throne sitzenden könige und 
vor einer groszen Versammlung redend darstellt), am ende: ©ebrudt ju Sit* 
tcmberg, I 2Ki^eI gotter. | ü». 5D. XXVI. 

14 bg. (sig. a — D), die letzte seile leer, 

nr. 125 u. 126 befinden sich in der bibl. zu Wolfenbüttel. 

den propheten Habacuc hatte L. den 2. Juni 1526 in arbeit {vgl. de Weite 
br. 3, 114); den 14. oct. ist er nebst dem proph. Jonas fertig {de Wette hr. 
3y 129). 

127. 3^^!^ ©ermon | auff ba^. jcn. »nb. föt. | ßopitet ijnn ber | "Hpo^itl ge- 
fc^ic^te. I aJiartinu^ Suti^er. | ©ittemberg. | 1526. ofn ende: ©ebrucft burc^ §an$ 
gufft. 

in octav, 4 bg. (sig, 21 — ^D)^ die 2 letzten blätter leer, der titel steht in 
einer einfassung, worin unten 2 enget dm kurfürstlich sächsische wappen halten. 

128. 95ier tro | ftlic^fe ^falmen | an bic Äönig^n ju §un^ | gern aufgelegt 
burci^ I aWartinum ßut^er | JBittemberg. | 15. 26. {in einfassung: auf jeder seile 
eine runde säule, worauf die Wölbung ruht, ufiten hält ein enget ein Wappen- 
schild mit kreuz und anker vor sich), am ende: ®ebrudt ju SBtttemberg burc^ 
|)an« SJart^. 1. 5. 26. 

octav, 7 bg. (sig. 21 — @), letzte seile leer, die Zuschrift an die königin 
Maria von Ungarn (bl. 2liji* — 2tüji*) ist datiert: ©ittemberg am trften M 
Sinter monb«. 1. 5. 26.* 

129. ©ermon bon | ber ^eubtfum | ma ®otteö ge^ot«, | barju bom mi^braud^ I 
t>nb red^tem braud; \ beö gefefe«, 2tu« ber | e^jiftel '^JauU | 1. limot i 1. | SDiat. 
8ut^. I aSittemberg. 1. 5. 26. 

in octav, 5 bg. (sig. a — e), die drei letzten seilen leer, der titel dieses, 
bei Panzer fehlenden sermons steht in einer einfassung^ in deren unterm theil 
ein enget ein Wappenschild mit den in einander verschlungenen buchstahen 
HW (Hans Weisz) hält. bl. b8' ff", enthalten: „der spruch saut Pauli ausg:p- 
legt. Oot wil| das alle menschen genesen vnd zu erkentnis der warheit komen, 
1. Timo. 2.'' 



QUELLENVERZEICHNIS. Llil 

130. ©crmon | SSon bcm ®a | ctamcnt M leib« | önb blutö (S^ri^ | fti, »ib^ 
J>ct Die I ©c^toarm* | geiftet. | ÜKartinu« fiut^ct. | SBittembetg- | 1526. (ätelein' 
fassung: auf jeder seile sieht neben einer runden säule eine dieselbe umfas- 
sende nackte person). am ende: ©ebtudt burc^ ^an^ \ \<ufft. 

octav, 4 bg. (sig. 31 — !D), ietztes blatt leer, 

131. (S^n aSiiter^ | rid^tung tpie fid^ | bie ß^riften ^nn | 9)?ofen foüen [c^ict* 
en gcprebiget | burci^ | SWar, 2ut^. | äBittemberg. 1. 5. 26. am ende. ®ebtucft ju' 
©ittembetg butd^ | ipan« Sei^g. 1. 5. 26. 

in octav, 18 bl {sig. ä— 35, wovon bg. % 8, © 4, ß 4 und D 2 bl, 
zähli), letzte seile leer, der titel in einer einfassung : auf Jeder seile eine ver- 
zierte Säule, oben halten 2 engel ein leeres Wappenschild, 

132. 3)er (äcfang | ©imeoni« ebbet | 9?unc bimit* | tiö ge^jrc* | bigt | »nb 
aud* I gelegt bur^ | SÖiat. Öutl^. | SBittemberg. 1. 5. 26. (titeleinfassung wie 
nr, 131). 

in octav, 3 bg, {sig. 21 — S, S 6' bl,), letzte seile leer. 

die nr. 127 bis 132 befinden sich in der bibl. zu WolfenbülteL 

133. IDcubf^e I aWeffe »nb orb^ | nung ®Dtti<J | bienftö. | ffiittemberg. am 
ende: (Sebtudt ju SBittemberg. | 3)i. !)♦ II^^Jj. darunter noch eine correctur. 

S bg. {sig. 21 — g), /ete^c seile leer, der titel in einem holzschnitt^ worin 
unten 4 hirsche stehen, auf der rüc/cseite des titelblattes beginnt die „vorrhede 
Martini Luther." 

134. Der l^unbett | onb jioelff tc • <)falm S)a | uibö, oon teic^t^umb, | e^r onb 
luft^ loie bie ge« | rechten, ber tool ge^ | brauchen, ))nb bie got^ | lofen mi^braucben. 
Se* 1 ptebigt burc^ | ÜHar. ^ut)^. | ffiittembetg 1. 5. 26. {einfassung wie nr. 129) 
m ende: ©ebTÜcft ju SBitteinbetg | but^ $an« SBeif« | 1526. 

in octav, 5^/2 bg. {sig. a — f, f 4 bl), die 3 letzten Seiten leer. 
IVolfenmtteler bibl. 



1527. 

135. Ob trieg« leuttc auc^ | l>nn [eligem ftan | be fe^ii fün | ben. | 9D?aT. 
'iut^. I (äebtudt JU 3Bittemberg. | 3K. 3)» Hoii. {darunter die zwei wappen L.'s, 
rechts: die rose mit dem kreuz im herzen, links: das lamm mit der Sieges- 
fahne), am ende: ©ebrudt ju ©ittemberg | burc^ ^anö Sbaxt 1. 5. 27. 

6*V2 bg. {sig. 31 — @, g 2 ^/.), ^öä /e/z/e blatt leer, diese schrift, welche 
sich schon den 14. od. 1526 unter der presse befand {vgl. de Wette br. 5,. 
i2d\ hat L. „dem gestrengen vnd ern vhesten Asaa von Kram ritter^' zuge- 
eignet die 2 seilen lange Zueignung beginnt auf der rückseite des titelblattes 

in meiner eignen bibl 

136. 3luff be« | fönig« ju ün^ \ geUanb leftcr | [(grifft | titel, | aßart. «u* 
tWw. I JlntiooTt. I M. D. xxvn. 



LIV yUELLENVERZEICHNIS. 

2 hg. {% AÖ), wovon die letzte seite leer, die titeleinfassung wie hei 
fir. 133. 

m der bibL zu Gotha, 

137. Da« Die) e | »ort ß^tifti rDa« | tft mein leib etc.) | noc^ feft fte^n ttnb* 
bor tic ©d^tperm | j^ciftcr. ( SDiaru "ini^tt. \ M. D. XXVIl. (titelein/hsstmg me 
)ü\ 133). am ende: ®ebru(ft jii äßittembctg ( m6)ati «ott^er äß, | S). XXVIL 

18^12 b(j. (sig. vi — ^, « 6 bl,), das letzte blatt leer. 

in der kirchenbihl. zu Frankenberg. 

diese schrift war den 2i. märz 1527 fertig (s. de Wette br. 3, 1H5). 

138. Xro* I ftunge an bic | ßbtiften ju | ^Ueöbcr | (Sr feVorften tfyx^^ \ J)re^ 
bieder« tob. | SWatti. «ut^cr. | ©ittembera. | M. ®. fpti. a/n ende: (äebrucft ju 
iiMttcmberg. | tnxd) ^n« Viufft. 

3^12 bg. (sig. 31 — D, 5) nur 2 bl.). der titel hat eitie holzschnittein/'as- 
sfotg, deren seitentheile je 2 personen, einen sitzenden nackten mann und einen 
darunter stehenden krieger, enthalten. 

befindet sich in der herz. bibl. zu Gotha, 

1 39. Db man | für bem fter | ben fliegen | muge. | Üßaxt. Lut^r | äBittem* 
bervi. ! a)?. 3). XXVIl. {gleiche einfassung mit nr. 120). am ende: e^ebni(!t 
JU ii^itterabctg. | burd) §anö i^ufft. 

3^i2 bg. (sig. 81—55, ÜD 2 bl.), letzte seite leer. 

140. 3Jber ba« (Srft | bucb aJiofe, ^)re* | bigcte | SDiart. ^^ut^et. | fampt einet 
Dutcrrid^t, »ie | ÜKofeö gu leren ift. | (Scbriicft ju ffiittemb. 1527. 

dieser titel steht in einer einfassung j welche unten den zwischen den bei- 
den schachern am kreuz hängenden Christum zeigt, die seitentheile bestehen 
aus viereckigen mit laubwerk verzierten säulen, welche oben durch eine wöi- 
hiDtg verbunden sind, neben der Wölbung stehen 2 enget, L.'s wappen vor 
sich haltend, auf detn rechten wappen steht das lamm mit der Siegesfahne, 
auf dem linken die rose mit dem kreuz im herzen. 

CCCLXII gezählte und 14 ungezählte (das register enthaltende) blätter, 
wovon die 3 letzten seilen leer siyid. die bogensignatur läuft durch 4 alpha- 
bete (31 — 3f ^ — h 2la— 3j, aa — gj). die rückseite des titelblattes enthält L.'s 
vorrede, die auslegung schlieszt bl. CCCLXIP mit: gott sey ewig lob. da- 
runter stehefi die zwei runden wappen, das lamm und die rose, und hierauf 
fiie druckerangabe: ®ebru(ft ju ffiittemberg | burd^ @eorg »fl^atocn. | SW. ^. 
i'XiJij. am ende des registers stehen noch 6 correcturen. 

in der tiniv. bibl. zu Marburg. 

141. ein e^>iftel auö | bem ^]Jrc^5]^eten 3cre* | mia , öon (S^riftu« reid^ | önb 
Öl;ri|ttic^er fret^:* | ^eit, fle<)rebi9t burd^ | ÜJiar. !tJutl;er. | Sittembcrg | !• 5. 27. 
(portalförmige titeleinfassung , in deren unterem theile 2 enget ein Wappen- 
schild mit einer eine blnme haltenden hand halten), am ende: @IDI£2i 80Ä 

in octav, 4 bg,, (sig % — D). die epistel: Jeremie am. xxiij. capitel steht 
auf der rückseite des titelblattes. 

142. «udtegnng | ber (Suongeüen, | bon Oftem bi« | auff« «bucnt, ge* | px^ 
bigt burc^ | iDtart. Üw \ t^er | SSSittemberg. | 1. 5. 2. 7. (in einfassung). 



OÜELLENVERZEICHNIS. LV 

kl. octao, 58 hff. {sig, %~^, a — J, 8la— iDim). auf der rückseite des 
titelblaites und hL Sltj' steht L/s vorrede, hierauf folgt die vorrede Stephan 
Rodfs, des herausgehers dieser evangeiienauslegung, das regist er über die pre- 
digten und endlich auf den 3 letzten seilen des bogens ä eine y,vermannng 
viid knrtze dentnng des vater vnsers/* mit bg. S beginnt dann die postille seihst, 
worin jedesmal zwischen den text und die auslegung die von Rodt verdeutsch- 
ten „soiDinen Johann Bugenhagen Pomers'' eingeschoben sind, 

diese ausgäbe des sommertheils, welche sich in der bibl. zu Wolfenbüttel 
findet, ist jedenfalls^ gleich dem hernach unter nr, 143 angeführten festtheil 
m druck Schirlentz. 

143.f[itdtegüg I ber (Suangelten | an ben fürnemtften gcften | ^m ganzen täte, 
gepre^ | btgt burc^ | SWar. Sutl^. | ©ebtürft ju Söittembcrg. | 1 527 oi/« efide : ®e* 
tnni(tt }u Stttembetg | "onxdf ^Jitcolaum | ®d^irlen^. | 1527 

kl. oclav, 61 hg. der iitel dieser ausgäbe, welche sich gleichfalls in def* 
bibl. zu Wolfenbütiel findet^ steht in einem holzschnitt, welcher in den 4 ecken 
die Symbole der evangelisten enthält zwischen den beiden oberen zeigt sie 
Christus mit der erdkugel, im rechten seitentheil Petrus und darunter L/s Wap- 
pen mit der rose, im linken Paulus und darunter das lamm mit der fahne. 
unten hält ein engel 2 Wappenschilder, von welchen das eine die buchstaben 

1. K, das andere zwei steme trägt, die rückseite des titelhlattes ist leer, auf detn 

2. blatte des ersten mit aa signierten bogens steht die „vorrhede Martin Luther", 
auf den 6 folgenden blättern die vorrede des herausgebers , Stephanus Rodt, 
und das ,,regi8ter vber die euangelien von den fürnemesten festen ym gantzen 
iar, was ein yglicbs handelt vnd wo sie zu finden.^^ hl. aa 8 ist nicht leer, 
nie Bindseil 6, XXXIV vermuthet, sondern enthält, wie 7ir. 139 eine „ver- 
loannng und kurtze deutung des vater vnsers.^' die folgenden bogen sind mit 
^"~3> Ä — J» Ää— DD signiert, auf hl. äi beginnt die postille selbst und zu- 
gleich die römischen blattzahlen, welche von I—CCCCLVI fortlaufen, die rück- 
seite dieses letzten blattes ist leer, die hierauf folgenden 24 ungezählten blätter 
enthalten das alphabetische Sachregister, unter dessen ende die oben verzeich- 
nete druckerangabe steht, zwischen text und auslegung stehen, wie bei der 
sonmierpostille, die summarien Bugenhagens. 

144. 3>tc toeiffa*' | gungc 3o^anni« 8tc!^ | tenbcrgct^ bcubfc^, I gugctid^t mit 
titifi. I ^ampt einet nuftli^ | 6)tn öorrcbe t>nb Dntctrid^^t | ÜD. SJKattin inttfcx^, 
ffite I man bie felMgc »nb ber | gleid^c meiffagungc | öcrnemen fol. | SMittcmberg. 
3)i. i). ff inj. (titeleinfassung wie nr. 138). am ende: oerbeutfc^t burc^ ©tc«^ 
P^nmn Äobt. und darunter die druckerangabe: ®ctTU(ft ju SBittembetg bur^ 
(Km« 8ufft I 3Ä. D. fftoij. 

i8 bg. {sig. «— S). 
konigl bibl. zu Berlin. 

145. etlicher ©ottlofen | bnb »ibbcrd^rifti* | f^en terc bon ber $at)iftifc^en | 
aJieffen, fo ber Siarfuffer ju (gr«^ | fürt !SD. Sonrab SHng get^an, | 35erlegung burd^ 
3uftum I a»entum am ©ontag | SRemlnifcere ge*' | <)rebiget | 1527. {einfassung 
me nr. 77). atn ende: ©ebrudt ju ©ittemberg burd^ ^m^ 8ufft, | 1527. 



LVl QUELLENVERZEICHNIS. 

5 bg- (sig. 8 — (S), letzte seite leer, die rückseile des titelblaites enthalt 
eine vorrede L's. 



1528. 

146. >Dcr ^ro^>^ct ®a6)ax 3a, au^ge^ | tcgt burd^ äWart. ^nifftx. (darunter 
der bei Biyidseil 4, XÄI beschriebene holzschnitt), am ende: ®cbru(ft ju 
:üJUtcmberg. | ÜKic^cI gotter. | a)i. 5D. XXVIIL 

S3^l'2 by. [sig. 21—3, 3ta— AI, ftt 6* bl., wovon das letzte blatt leei' isti 
Slij* — Wxxi" enthalten die vorrede L's, Wxv^ ist leer. 33i* beginnt die über- 
Setzung des propheten, welche üDiitJ" schlieszt. 

diese ausgäbe, die einzige Originalausgabe dieser schrift, besitze ich 
seihst. 

obgleich schon den iO, jan. 1527 unter der presse {de IVette br, 3, 154}^ 
ist der prophet Sacharja den 2. sept. doch erst zur hcUfte fertig {de Wette 
br. 3, 199); den 28. dec. 1527 sendet L. ihn an Spalatin {de Wette br. S, 
248). 

147*. 95om obenbmal | ßl^riftt, Sefcnbniö i a»att. giU^er. «Bittemberfl. . 1528. 
Sd^lcc^t ünb rc^t bc^uete m\6). \ ^falrn. 25. {einfassung wie nr. 95). m 
ende: (Sebrudt ju äBittcmbctg | 3)«d^cl iottffex. \ D. m. XXVIU. (siel), 

30 bg. {sig. a — J, 8 — ®), letzte seite leer, (äüj* und ®iüj[* enthalten 
correcturen. 

neben dieser ersten avsgabe, welche L. unter dem 28. märz 1528 an Wen- 
ceslaus Link sendet [de Wette br. 3, 296), wurde zuweilen auch benutzt 

147^ 3Jom »beb | mal 6[?ttfti, S3c* | fcntiii« | ü»at. 8ut^. | ©ebrudt yx toit^ 
tcm* I bcTg burd^ ^anö 333ciffcn | 1. 5. 34. 

35 bg. {sig. a — J, 81 — ÜK). der titel steht in einem holzschnitt: Dar id er- 
sticht den riesen Goliath. 

ein exemplar der ersten ausgäbe findet sich in der kirchenbibl. zuIYan- 
kenberg, letztere in der univ, bibl. zu Marburg. 

148. (Sine be* | rid^t an einen | guten freunb | bon ©eiber geftalt bc^ | Sa^ 
crament« auf!« Si^ | fd^offö ju äWeiffen | manbat. | 9)iart. gutl^. am ende: ®cbrucft 
iu SBittemberg | burd^ 3ofep]^ Ä'Iug. | .1. 5. 28. 

8 bg. (sig. 81 — ^), letzte seite leer, portalßrmige titelein fassung^ n^orin 
auf jeder seite 2 krieger stehen, unten 2 enget das Wappenschild mit den ^ 
Schwertern halten. 

in meiner bibh 

149. SBon S)er | ffiibbertauffe | an jmeen ^farr^erm, | Sin brieff I JÖiart 
Luther. I h>ittemberfl. | SK. D. XXVIU. (in der bei nr. 120 beschriebenen ein- 
fassufig). am ende: ©cbrndt ju mittmberg, ( burd^ f)an« Lufft 

6' bg. (sig. 21 — g), die drei letzten seilen leer, 
in der bibl. zu Wolfenbüttel. 

150. aSou (&x I Senl^rb leifer | ^nn Söet^ern tmb bc^ (tuan^ | gelij »iUen 



i 



QÜELLENVERZEICHNIS. LVil 

ocrbranbt giitc | fcitgc gcfd^td^t | SWart. Luther. | ©ittembcrg. | ü». 5D. XXVIIL 
(dieselbe einfasmng wie nr. 120). am ende: ®ctrudt ju toittembctg. ( butd^ 
f an« 8ufft 

^ bg. (sig. «— g), das letzte blatt leer. 

151. ein gc[i^tc ©ru* | bct ßtoufen i^nn S^ioe^^fe | Dnb feine beu* I tunge. 
(darunter ein holzschnitt, welcher in eifiem kreise ein haupt mit der dreifachen 
bäpstlichen kröne darstellt, von welchem 3 schwertspitzen ausgehen und eben 
so viele hineingehen, dieselbe figur kehrt bl.&f wieder). aSuittemberfl MDXXVIII. 
m ende: @ebrü(ft ju ©tttembetfl bnxd) ! 5Ri(feI ©c^itlen^, | 1528- 

2 bg. (sig. Ä, Sb), letzte seile leer, 
bibl. zu Wolfenbüttel 

152. Der ^top^t 3efaia | a)eub)^. | SUittemberfl. 1528. darunter steht ein 
(froszer, auf Jes. 6 sich beziehender holzschnitt. 

isy-i hg. (Bindseil i, XIII werden irrthümlich wwr i/V« bg. angegeben)^ 
das letzte blatt leer, die rückseite des tilelblattes und die 3 folgenden blätter 
enthalten die vorrede Luthers^ auf dem 5. blatte beginnt der prophet selbst, 
am ende steht eine correctur und darunter die druckerangabc: ©ebvucftt ju 
Sittemberg | burci^ f)an« 8ufft. 

den 25. mai 1528 war L. noch mit der Übersetzung des proph. Jesaia be- 
schäftigt {de' Wette br. 5, 32ß), und den 20. oct. war diese ausgäbe schon 
vergriffen. 

153. äu^Iegung | ber 2>^\)tn gc<)ot, Dur | ^ 5Kart. Sut^er ge^^re | btgt ju 
Sittembergf I äu« bem- fij. t>nb. f(. | ßa^jitet be« anbem | h\x^^ 2Rop, | fonn>t 
einer üntcrtic^t | lote SKofeö ju | leren ift. | SRart. ßut^r. | aSittembcrg 1. 5. 28. 
(iitekinfassung wie m\ 129), am ende: (äebrudt JU SEBitteuiberg | burc^ ^nö 
SSeif«. I m. SD. fföiii. 

octav, 12^2 bg. (sig. 81—3», Wt nur 4 bL). 
nr. 151^153 in der bibl. zu WolfenbiWel 

1 54. an ben furf ürften ju | Sranbenburg SWarggrauen | 3oac^im, C^riftlid^e ■ 
^Jmnanung. | D. ÜRartin Luther. 

/ bg. der brief^ welcher vom montag nach Francisci. 1528 datiert ist, be- 
ginnt auf der rückseite des liielblattes und schlieszl auf der vorletzten seite. 
die letzte seile ist leer. 

befindet sich in der k, bibl, zu Berlin. 

155. 35er !Durc^Ieu(i^tigen ^o(!^gebornen g. SJrfufen, ^er^* | tjogtn ju SRBn* 
ftetbera :tc. (S^re* | fin ju ©lofe etc. S^riftlid^e | Drfad^ be« Derlaffen fto^' 1 fterö ju 
gTv^bcrg. am ende: (Sebrudt ju äBittemberg | burd^ ^an« Lufft | 1. 5. 2. 8. 

S bg. (sig, ä — g). diese „verantwortunge der hocLgcbornon F. Vrsulen, 
hertzogin zu Möusterberg'^ etc. wurde voti L. mit einer nuchschrift, welche bl, 
Ji? bis giüj^ steht, ausgelassen. 

bibl. zu Wolfenbüttel. 

156. aSon ^riefter | @^e beö toirbi^' | gen ^errii Sicentiaten | ©teffan Älinge^ 
m, I mit einer 9Sor* | rcbe | SRart 8ut^er. | ©ittembrg. (sie!) \ 1528. (dieser 
^itel hat eine einfassung, worin unten die geburt Jesu dargestellt ist), am 

DivR« Wörterbuch. H 



LVni QÜELLENVERZEICHMS. 

ende: ©ebtuttt ju ©ittembcrg burd^ 3?i(fel ©d^irlen^, | ?)m 3ar. 9K. T. 

5 bg, [sig, 8—6), letzte seite leer. L.'s vorrede steht atj* bis ättif . 

in der Frankenberger kirchenbibL 

157. Su^Iegung ber @)n^ | fte(n t)nb Suangelten t>om Sb« | uent an 6td aujf 
Oftern. | älnbewd^t ßorrigirt burd^ | ÜRartin Öut^cr. I Darüber ein neto | Wegifter. 
M. D. XXVIIL I ©ittemberg. am ende: ®cbrurft ju ffiittemberg | mäfad MH 
Sro, !0. XXVIII. in folio. 

der titel dieser atcsgabe, welche ich selbst besitze, steht in einem holzschnitt, 
in dessen mitte oben der heil, geist in taubetigestalt schwebt, rechts davon 
Christus mit der domenkrone, links gott der vater^ beide von engein umgeben, 
unten wird ein zug gerüsteter krieger dargestellt, die riickseite des titeis ist 
leer, die folgenden 12 bl. enthalten auszer der zuschrift an Albrecht grafen 
zu Mansfeld, und „ein kleiu vuterricht etc^ ein alphabetisches Sachregister, 
hierauf folgt die postille selbst, die bogen derselben sind mit 81 - 3* 8la— 3$^ 
aaa— 9l5Rn signiert; die blätter tragen die römischen blattzahlen I—CCCXLIIII 
{druckfehler fUr CCCLIIII). die letzte seite ist leer. 



1529. 

158. 33on ^cim | Kc^c bnb geftolcn | brieffen, @ani^>t einem | ^falm aufgelegt, 
toibbcr C)erfeog | OJeorgen ju Sad^fen. | ÜWart. Lut^. | SK. 5D. XXIX. (titelein- 
fassung wie nr. 120). am ende: ®cbrii(ft ju ©tttcmberg, burt!^ | ^nd 8ufft 

1. 0« Z. «7. 

51/2 bg. (sig. 31— g), letzte seite leer, diese schrift erschien jedenfalls 
gleich im anfange des Jahres 1529, da L. bereits im dec. des j. 1528 daran 
schrieb, 

159'. Deubj^ I fiatcd^if^ | mu^. | 2»ort. i^ut^cr. (dieselbe titeleinfassunq nit 
bei nr. 140). am. ende: ®ebrü(ft ju ffiittemberg burd^ | ®eorgcn SR^ato ÜR. J). 

XXIX. 

23^1 bg. (sig. 81—3, 3 ^ ^^O, die 3 letzten seilen leer, die blätter fL\\—i 
5 haben die römischen blatt zahlen T^XCII. bl, I—III enthalten die vorrede, 
bl, IIU"— XLVIP die auslegung der 10 geböte, bl. XLVIIP—LVIP die ans- 
legung des glaubens, bl, LVIP — LXXIir von dem gebete xind die auslegung 
des vater unser s, bl. LÄXIIt" — LXXXJl^ von dem sacrament der taufe, hl 
LXXXIIP — XCII^ von dem saa'ometit des altars. 

diese ausgäbe findet sich in der univ, bibl, zu Marburg, noch in dem- 
selben Jahre erschien folgende, in der bibl. zu Wolfenbüttel sich findende ans- 
gäbe: 

159^ Deubfd^ Sa^* | te^tfmu«. | (Scmei^ret mit einer nettjen | Dnterrid^t ©nb 
»erma* | nnng ju ber ©ei^t. | 2Rart. 8ut^. | 1529. am ende: ®ebrü(ft ju 
©it 1 temberg burd^ | (äeorgcn {R^ | 3Ä. 5D- Rcif . 



QUELLEISVERZEICHNIS. LIX 

m octav^ 15 hg. (sig. ä — $), letzte seite leef\ der titel, dessen i, 3. 5. 
und 6. zeile roth gedruckt isty steht in einer portalßrmigen einfassung, worin 
unten ein offenes buch liegt, die blätter haben die römischen blattzahlen I — 
CXVIIL im text sind 24 theils gröszere theils kleinere holzschnitte angebracht. 

159% !Dcubf^ I gatcd^tf*» | mu«- | ©entehret mit einer nen> | en Don^ebe, t)nb 
t)er* I manunge ju ber | ©cic^t | SSJittemberg. (einfassung wie m\ 148). am 
ende: (Sebrütft JU ffiittemberg | burd^ ®eorgcn ÜRl^a» | 3». S). XXX. 

21 bg. (sig. 31 — H), die 3 letzten selten leer, die neue vorrede steht bL 

aii* bis aiiii^ 

von den späteren ausgaben nmrde mtch folgende benutzt: 

159^ 5Deubfci^ | (Sated^if^ | mu«. | D, ÜK. 8ut^. | «uff« neto Sotrigirt t>nb | ge^ 
beffert | SBittcmbetg. 1542. (in einer einfassung, welche unten in der mitte 
das sächsische wappen, rechts davon ein Wappenschild mit der um das kreuz 
gemmdenen schlänge^ links L.*s wappen [die weise rose] zeigt.) am ende: 
@ebTU(ft gu XBtttemberg inxöf | ©eorgen yiifcüo. in octav. 

24^2 bg. (sig. 81 — 3* ^j ^» wovon h nur 4 bl. hat), die letzte seite ist 
leer. 

nr. 159^ u. 169^ finden sich in der k. bibl. zu Berlin. 

160. »om Stiege totb* | bet bie %^x^ \ den. [ SWartinue «ut^er. | ©ebrudt ju 
Sit-' I temberg- | ÜR. 35- XXIX. am ende: ©ebtucft ju SBittembctg burd^ | $an« 
Beif« a». 5D. XXIX. | «m. XVI, tag be« «»ml. 

8 bg. (sig. 81— $), die vorletzte seite ist leer, auf der letzten seite stehen 
die beiden wappen L.'s, links das lamm mit der fahne, rechts die rose mit dem 
kreuz im herzen, der titel hat eine einfassung, deren seitentheile durch je eine 
nmde säule gebildet werden, auf welcher neben der obem Wölbung eine nackte 
person steht (rechts eine weibliche, links eine männliche), im untern theile 
halten zwei nackte kinder L.'s wappen, die weisze rose mit dem kreuz. 

in der landesbibl. zu Cassel. 

diese schrift widmete L. ,,dem durchleuchtigen hochgebonien Fürsten vnd 
heim, heim Philipps landgrauen zu Hessen, grauen zu Katzenel bogen , Zigen- 
bain vnd Nidda^^ die dedication ist datiert: am neunden octobris 1528. 

161. !J)ie toei« | ^eit ©alomo | ni«, an bie %^xan \ nen, 9Jctbeubfd^t | burd^ 
3)h 8u^. I SBittemberg. | 1. 5. 2. 9. (in derselben einfassung wie nr. 138). am 
^e: ©ebrüdtt jn aBtttembetg, burd^ | ^an« 8ufft. 1. 5. 2. 9. 

^V2 ^9' («V- «-@, g ^ il'), letzte seite leer. bl. «ij* bis «iiif steht 
L.'s vorrede. 

in der univ. bibl. zu Marburg. 

nach einem brief L.'s an W. Link den 25. mai unter der presse (s. de 
^ette br. 3. 459). 

162. Dtcfer ^emad^ ge* | fd(^tiebenen ärti«' | fein, l^aben fid^ bie i^ir bn* | tet 
bejc^rieben, ju SKat^ | puxi betglid^n, Z&c^ \ ixa Octobris :c. | ÜR D XXIX. 
Sefentni« be« | glaubend, l JD. fSlaxU Luti^et« | ffiittemberg. | Ülid. @d(^iri. 

2 bg. (% »), in octav. 
k. bibl. zu Berlin. 



LX QUELLlSNVERZEICHNIS. 

163*. (Sine f>cct* | pxt\)Xit »ibber !. bcn Stürdcn. | 9»ort. Lutl^. | ffiittcm* 
berg, I MDXXIX, {dieser titel steht in einer einfasstmg, in deren oberem theile 
die heilige dreieinigkeit von wölken und engvln umgeben dargestellt ist. im 
untern theile stehen zwei grosze Wappenschilder wovon das rechts stehende die 
um ein Ireui gewundene schlänge, das links stehende Luthers wappen [die 
weisse rose mit dem kreuz] trägt, zwischen beiden wappenschilden die gehurt 
Jesu), mn ende: ©cbruttt ju ©ittcmbctfl bur^ | 5Rt(fel ®d^ivlcntj, «nno | 3)1 
S) XXIX. 

71/2 bg. (sig. 31 — ^, bei g nur 2 bl.J, das letzte blatt leer. 

in der landesbibl. zu Cassel, 

den 20. oct 1529 arbeitete L. noch an dieser schrifl (de Wette br. S, 
516) und den 3. jan. 1530 sendet er schon die 2. aufl. derselben an Mc. 
Hausmann {de Wette br. 3, 538). 

neben dieser ersten ist bisweilen noch folgende ausg. citiert: 

163^ eine $cer- | ^Jtebiflt, «ßibet t bcn SCflrcfen. | ÜÄatt gutl^. | ©ittcmberg.i 
1542. am ende: ©ebrücft ju SBit^ | tembcrg, butc^ | 3li(fcl (Söfix^ \ lenft. änno| 
ü». 35. XLII. 

9 bg. {sig. 8—3), letzte seile leer, der titel hat eine holzschnitteinfas- 
sung, in deren unterm theile David und Goliath dargestellt sind. 

164*. S5on ber fun^ | bc n>ibbcr | bcn C>etli8cn OWft | ein ©crmon. | ÜKart. 
^ntif. I 3)?. 55. XXIX. {die einfassung wie nr. 117). am ende: (Scbrudt ju 
äüittcmbctfl, I burt^ ©corgcn SR^ato. I m. D- XXIX. 

4^li bg. (sig. 81 — ü, wovon bg. © nur 3 bl. hat), letzte seile leer. 

in der Wolfenbütteler bibl. 

oft ist auch folgende, spätere ausgäbe dieses sermons, welche sich in der 
7miv. bibl. zu Marburg findet, benutzt worden: 

1 64^ aSon bcr fun^ | bc toibbct | bcn $ctliacn gctft , (Sin | ©crnion. | 3}on 
(Sl^riftuö brübcrn imb | f(^ö>cftcrn, ffiin an^ | bcr ©crmon. | Wlaxt. fiut^. | M. D. 
XXXllIl. am ende: ®cbTU(ft ju ffiittcmbcrg | but^ ©cotgcn | JR^tt). | 3». 5). 
XXXIllI. 

bogenzahl und iiteleinfassung wie nr. 164\ 

165. Sin btc f)oäf* I itioxui gurftin, | frato ©ibtüa ^crftcgin ju | ©acbfcn, 
£)cconomta S^tt^ | fttana, ba6 ift^ bcn S]^Ttft== | l\ä)tx ^ud^Itung | 3uftt SOtcnt}. 
aKtt rincr fci^öncn »otrcbc | ©. aHatHni 8ut^. | ffiittcmbctg. 1 9». D. XXIX. 
{tileleinfassung wie nr. 77.) am ende: ©cbtuttt }U ffiJittcmbctfl | burd^ ^n^ 
Sufft. I 3m 3atc, | 3». 5D. XXIX. 

13^12 bg. (sig. 81— D, Sfl 2 bl.), letztes blatt leer. L.'s vorrede, welche 
zugleich zttschrift an ^^Hans Metsoh henbtman zu Wittemberg" ist^ steht bl 
2ßi' bis «tttf . 

in der univ. bibl. zu Marburg. 

1 66. !Dic (&pv^ I ftcl ®. ^uli jun | Solotfctn \)uxif W^^P I V^m Wltlmif' 
ton ^m (a^ | tcin )um anbctn mal | angelegt Skrbcubfc^ burc^ 3uftum | 3onain 
mit einet frönen Dor | r^cbc aJtartini «utber | an bic bewbfd^n | le[er | ®ebru(!t. 
1529. am ende: S^t gcbtucft SIMic^cl trottet. 1529. 



QUELLENVERZEICHNIS. LXI 

25 hg. (sig. Ä — 83b), die 3 letzten seifen leer. L.'s vorrede steht auf bf. 
äij. der titel dieser schrift steht in einem holzschnitt, worin unten zwei enge! 
ein Wappenschild mit der um das kreuz gewundenen schlänge halten, 

befindet sich in der k, bibl. zu Berlin, 

167. ®n furfe Dn | ttxxiöft ben ©tet*' | benbcn menf^n | ganfe ttöftUd^ t)nb 
iciig^ 1 lic^ furgu^alten an ^i^ | rem tctjten enbe, | mit einer SSorre | bc 35. SWort. 
^vttfffx. I föittemberg. | 1629. {in einfassung). am ende: ®cbru(Jt burd^ 3o^ 
jep^ »lugf. 

cctav, i2 bl.<f letzte seife leer. L.'s vorrede bl, Ätj* bis Slttii*. 

in der k. bibL zu Berlin. 



1530. • 

168. Der ^ro* | l}^et!Dantel | 3)eubf^. | SKarti. gut^er. | ffitttemberge. | 1530. 
{einfassung wie nr. 120), am ende: ©ebrurft j« ©ittembcrg, | burd^ ^nö Sufft. 

it bg, {sig, ä — 8), letzte seife leer, bl ätif bis 3liiif enthalten die wid- 
ffnmg an den kur/ürsten „Johans Fridrich hertaogen zu Sachsen, iandgraaen 
ynn Duringen vnd marggrauen zu Meissen^^ bl, JBj" beginnt „die vorrhede'^ 
welche ©üj* schlieszt. &xv^ füllt ein auf Nebucadnezars trrnim (Dan. 2) sich 
heziehender holzschnitt, welcher ^iij[' noch einmal vorkommt, gji* folgt die 
Übersetzung des propheten. 

169. ©0« XXXVm I t)nb XXXIX I e<H)UeI ^efc- | c^iel t>om | ©og. | »er- 
bfub](^t burci^ | SWart. LuÜftt. ©ittembcrg. | MDXXX. am ende : ©eDrudt ju 
föittemberg burdj 5RicfeI | ©d^rtenfe, 2W5DHI. 

der titel dieser 2 bg. (sig, % S) starken schrift steht in demselben holz- 
icfmitt, wie nr. iSS. die rückseite des titelblattes ist leer, die folgenden 3 
hl, des bogens ä enthalten die vorrede Luthers. 

m-, 168 u. 169 in der bibl. zu fVolfenbüttel. 

170. ®nc belenb | ni« S^riftß^er te | re Dnb glauben«, Durd^ | üßart. 8u* 
%t, I ^nn ficbcnjc^cn | ärtilel »er* | faffet | 3)i. J). XH. (gleiche einfassung 
mit nr, 123). am ende: Oebrudt ju Söütemberg burc^ ^o]tpif öug. 

^mr 4 bl. wovon die letzte seife leer, 
k. bibl. zu Berlin. 

171. ©n I öricff an | ben ßarbinal (&xii* \ bif^off ju Sttenfe. ' matt. Mff. 
(einfassung wie nr. 140). am ende: ®cbru(ft ju SBittemberg | burd^ (Seorgen 

2 bg. (sig. %, Sß), die 3 letzten seifen sind leer, dieser brief ist datiert : 
ex eremo (d. i, die feste Coburg), feria 4. post visitationis, anno 1530. 

172\ SJermanüg | anbie getftltc^en | Derfamlet auff bem | SReic^ötag ju 8(ug«* | 
*«t9, «nno. 1530. | SRart. gutl^r. | föittemberg. t Psal, 2, \ Et nunc Reges in- 
feJligiie, \ Erudimini Judices terrae, {in derselben einfassung wie nr, 120). 
(m ende: Oebrudt ju SBittemberg, burd^ ^an^ Lufft. | ü» 5D XXX, 



LXn QUELLENVERZEICHNIS. 

9 hg. {sig. 81—3), die 2 letzten blätter leer. 

172^ ^ermanüg | an bte getftßd^en | t>erfam(et auff bem | 9{eu^dtag ju ftaffi^ 
butfl, «nno. 1530. | 2»art Luther. | SBittemberg. | Psal. 2. | Et nunc Reges in- 
telligite, | Erudimini Judices terrae, (titelein/assung wie nr 172*). am ende: 

®ebrucft ju SBittcmberg; | burd^ 3ofcj)^ Hug. \ 2». D. JIM. 

7 hg. (sig. Ä — ®), die letzte seile leer. 

unter dem 12. mai sendet L. das manuscript dieser schrift zimi druck 
nach Wittenberg {de Wette br. 4, 14). 

173. J)a« fc^önc I eonfUemini, an | ber jal ber | CXVIII ^atm | «u«gelegt 
bUTC^ I aßatt. gut^cr^ | 2» © XXX. | SSJtttembcrg. {titeleinfassung wie nr. i20>. 

14 hg. (sig. 31 — O), wovon das letzte blatt leer ist. bl. Otti** steht nur 
die drticker angäbe: ®ebtucft ju aBitteuibcrg | burd^ $an« fiufft | 3». J). XXX. 

das schöne confttemni widmete L. ^^dem erwirdigeii herren Fridrichen ab 
zu sanct Ilgen zu Nurmberg^', und dauerte diese Widmung: ex eremo, prima 
Jalij. 1530. versendet wird diese schrift von L. den 22. aug. {s. de Wette 
br. 4, 136. 137). 

nr. 171 — 173 befinden sich in der bibl. zu Wolfenbüttel, letztere schrift 
auch in der meinigen. 

174. (Sine ?re* | bigt, ÜRatt Lu# | t^r, ba« man Kn* | ber jnr ^Stifu* \ Icn 
galten I foUc. | ©ittcmbetg. | aJKDXXX. (einfassung wie nr. 169). am ende: 
®ebTudt JU Sittemberg | butd^ dlxM ®äf\x^ \ ten|. 

Sy% bg. (sig. »—3. $ 2 bl.), die 3 letzten seiten leer. bl. «tj' bis «tiil" 
steht die dedication an Lazarus Spengler, welchem L. die schrift unter detn 
24. aug. zusendet (de Wette br. 4, 139): hierauf folgt die 4 seiten lange Zu- 
schrift an alle ,,pfarherrn vnd prediger, die Christum mit trewen meineo". 
auf bl. Sdxxi* beginnt der sermon selbst. 

diese ausgäbe besitze ich selbst. 

175. (Sin ®ib^ | bctruff | öom | gegefeur. | äßart. 8ut^r. | ffiittembctg. | 
1530. {in der bei nr. 148 beschriebenen einfassung). am ende: ®ebTltdt )U 
äBtttemberg inxdf ®tt>x* | gen JRl^atD. 

6 bg. (sig. ä-^g), das letzte blatt leer, auszer dieser ausgäbe gibt es 
auch noch eine von Hans Lufft gedruckte^ wovon mir aber nur der letzte 
bogen {bg. ^) zu gesteht gekommen ist. 

diese schrift befand sich unter der presse den 20. juli 1530 | (vgl. de 
Wette br. 4, 104). 

176. aSon ben | ©c^Ififfeln | SDtart. 8ut^. | ffiittcmberg. | SDMDXXX. (ein- 
fassung wie nr. 120). am ende: (Sebrurft ju ©Utcmbetg | ©urd^ $an« ßufft ! 

a» © XXX. 

10 bg. {sig. 31 — 9), letzte seile leer. 

nr. 175 und 176 in der univ. bibl. zu Marburg. 

MV. Der ^un* | bcrt bnb Sie«^ | benje^enb | ^falrn. | 3lu«gelcgt burd^ | D. 
ÜRatt. 8ut^. I M. D. XXX. {einfassung wie nf\ 120). am ende: @ebmdt ju 
MX I temberg burc^ | Longen | 9t^&). 



k 



QÜELLENVERZEICHNIS: LXIII 

S^li hg. (sig. «—3, $ 2 bL\ die 3 letzten selten leer. bl. «tj* bis äüti* 
steht die „aus der wusten am sonnabent nach Bartholomei. 1530'' datierte wid- 
mmg an den ^^gestrengen vnd ern vhesten Hans von Sternberg ritter." die fol- 
gende Seite ist leer. 

dieser ausgäbe des 117. psalms, welche sich in der bibl, zu IFolfenbüttel, 
nuch in der rneinigen, findet, gieng folgende zu Coburg, wo sich L. während 
desreiclistages zu Augsburg aufhielt, gedruckt voraus, von welcher L. in der 
Zuschrift an Hans von Sternberg sagt: „ich hab newlich ein buchlin vber den 
Oirij psalm lassen aasgehen, aber weil das selbige jnn eil vnd unnersehens so 
gros worden, dazu mit einem geringen ansehen, blos vnd nacket aasgangen ist," 
hab ichs widerüjpb von newem jnn die esse gestossen vnd (wie wol nicht viel) 
gebessert, damit es ein wenig bas bekleidet, angenemer werden vnd mehr fruoht 
schaffen möcht'^ 

177\ iCer ^unbert önb | fiebenje^be | ^falnt. | «umgelegt butd^ | ©. üWatt. 
ßut^. I 3m Sro. ©. 3GCE- 3ar. am ende stehen zwei correcturen und darunter 
die drucker angäbe \ (gebtudt ju ffiobitrgf bur^ | $anÖ ©cetn. ^m 1530. 3ar. 

5 bg. (sig. 21 — 6), letzte seile leer, der titel hat eine einfassung, worin 
unten zwei au/recht stehende löwen ein Wappenschild halten, 

178. ®n ®cnb* | brteff, t>m ©olmct^ | f^en, t>n\> gütbifc* | tc ber ^U | Bgen. | 
D. aHott 8ui^er. | ffitttemberg. | M. D. XXX. (einfassung wie nr. 95). am 
ende: ®ebrudt }u Sßit | tembetg butd^ | Georgen ^tffoxo. 

4 bg. {sig. 81 — ^), letztes blatt leer, auf bl. !l)Hi^ nur die druckerangabe. 
diesen von L. „ex eremo octaua septembris 1530" geschriebenen sendbrief 

hat Wenzeslaus Linck herausgegeben. 

MV. SSenna^ | nung jum ©acta | mcnt bc« feib« »nb | Mut« t>nfct« | 
^^mm. I 2Rart Sut^r. | ©ittembcrg. | SK. D. IHM. {in derselben einfassung 
me nr. 148). am ende: ®ebtudt ju toittemberg | butd^ 3ofc})^ ßttg. | SDi. 3). 

8 big. {sig. Ä — ^), die drei letzten seilen leer. 

in meiner bibl. zuweilen wurde auch nach der folgenden ^ in der univ. 
bibl. zu Gieszen sich findenden ausgäbe v. j. 1537 cUiert: 

179.^ SBetma | nung gum ©acta | ment bc« Icibö | i)nb btut« t)nfct« I 
peawm. [ SKott. Sutj^ct. I «uffö ncto Dbetfc^ | ^n. | «Bittcmbcrg. | 2». 3). XIJESSii. 
m ende: ©ebtttdt ju ©ittcmbctg | birt^ 3ofe<)^ Mug. i 2». 3). IH. Vii. 

9 bg. (sig. Ä — 3), das letzte blatt leer, der titel in einer einfassung mit 
der einhohmg der bundeslade durch David. 

180. iDct ^m^ I bctt önb eUfftc | ^falrn au«gc^ | legt birtd^ 2). I 9Katttn 
^ut^. I SBittcmbetg. | 9Ä. D. II3£. {dieselbe einfassung wie nr. ISQ). am en- 
^e: (Sebtudt JU ffiittembetg butc^ | ^aM ffiJci« «nno jc. | SR. Ü). XXX. 

5 bg. {sig. % — $), die letzte seile leer, in meiner eignen bibl. 

diese auslegung des 111. pscdms dedicierte L. „dem gestrengen vnd vhesten 
Caspar von Kokeritz zum Sees." die dedication, welche den ersten bogen fullt^ 
ni datiert: ju ffiittembetg SKontag na^ iiat^atinc. 2». D. JH. 

181*. »on c^ I fachen. | SRatt. Lut^. | ©ittembetg- | 3». 5D. XXX. (ein- 






LXIV QÜELLENVERZEICHNIS. 

fassung wie nr. 138), am ende: ÖJcbtiult ju ffiittemberg, | inxäf f)an« Lujft. . 
a». !©. XXX. 

iO bg. (sig. 31 — ß), letztes blatt leer, diese atisgabe besitze ich selbst. 

diese schrifl L's erschien später nochmals mit einer schriftJoh. Bugen- 
hagens zusammen unter dem titel: 

18l^ iBon e^efad^cn. | !C- SKatt. | 8iit^. | 3tcm. | ©om &fAxn6f \ »nb toeg^ 
kuffen IS). Soi^an SSujcn^a^ | gen ^omcr, an ftönigUc^c | SKaicftat ju ajenne^! 
matten k. | De arbore consan- \ guinitatis et affinitatis, siue de gradi- \ biis. 
Philippi Melanthonis. (sich \ aStttembcrg. | 81nno. 3)1 2). XL.' am ende: ©ebtudt 
JU «BittembcTg, \)uxä) 3ofej)^ Slug. | Wl. 5D. XXXX. 

21 bg. [sig. ä — X^. L/s abhandlnng reicht bis bl. 2Hiij.**. m der univ- 
bibl. zu Marburg. j 

182. S3on cigc | net getcd^ttgleit. | ©n ©crmon. | SWart. Lut^. | SBittemberg. 
301. 35. XXX. (ein/assung wie nr. 138). am ende: ®cbtudt }tt ffiittemberg, 
butc^ $an« Snfft. 

3 bg. (sig. 31 — 6), letzte seite leer. 

183. ©et LXXXU. | ^\alm, Stnö«« | gelegt. | ü»att Lnt^er. | ffiittembctä. 
MDXXX. {titeleinfassung wie nr. 163). am ende: ®ebtndt ju SBittemberg butd^ 

mm ©c^wenft. I m © xxx. j 

8 bg. {sig. 81— f», letztes blatt leer. * 

184. !Dad (Siebente« | l^nb Sa)>ttel | So^anmö, I t)on bem gebe* | te (S^tiftu 
®eptebtgt önb aufgelegt | butd^ D. ü»at. gut^et | ffiittcmbetg. I T). 3». XXX. (sie!) 
am ende: ©ebtndt ju ©ittembetg | bnt^ f)an« ©et«. Slnno. xc. \ Ü». 3). HX. 

18^12 bg. {sig. ä-SC, © 2 bL), letzte seite leer, der titel steht in der- 
selben ein/assung wie nr. 160. auf der rückseite des titeis L's ,,vorrliede/* 
woraus sich ergibt, dasz nicht L. selbst^ sondern C. Creutziger der hermn- 
geber dieser predigten ist. 

die nr. 183 und 184 sind in meiner eignen bibl 

185. Dct SBibbet* | tauffet Icte Du gel^tm* | nx», au8 i^eUtget fc^rtfft toibber* 
legt, mt einer fd^önen SBottebe, | SKatttni Lnt^r. | Psam. LXin. | ®te ertic^ten 
fd^alct^eit . . . | bnb atte menf^en etf^taden. | ©ittembctg. | M D XXX (titeletn- 
fassung: Johannes enthauptung). am ende: @ebtU(ft ju Sittembetg but^ | ^H^^ 
©c^itlenfe. I aWDXXX. 

25 ^J2 bg. {sig. U—i), letztes blatt leer. L.'s vorrede steht bl. Sttj* bis 
815*. 

186. «ttlic^e öffentliche | not btieffe. | SWattini Luther« | 3ln ben Surfütften 

©ranbenbutg! 
JU ©tan I bcnbutg. | Sin bic ©if^offe ju C)auelberg 2(n bie »iittctfc^afft bcr 

Sebud. 
aßatd. I Sin Äat^otina $otnung«. | SBittemberg. | SÄ^XXX. am ende : ©ebrurft 
Ju SBittembetg, | 9iidel ©^itlenfe. ^ 

6 bl. 
nr. 185 u, 186 in der k. bibl zu Berlin, 



t 



QU£LLENVERZ£ICHN1S. LXV 



1531. 

187. SBarnunge | 3). aRorttni 2u^ \ t^er, 9n feine | IteBen SDeitb^ | \öftn. 
{Sittcmbetg. | 153t. (einfassung wie nr, 120). am ende: ®ebrttd(t }U SBtttem« 
berg I J)ur(j^ fKin« 8ufft | Sß. Ü). XXXL {darunter noch eine kleine verzie- 
rung). 

S hg, ißig. 8 — J)), die letzte seile leer. 

m der univ. bibl. zu Gieszen. auch in der univ. bibl. zu Marburg, deren 
exemplar aber auf dem titelblcUt die jahrzahl 1231 hat. 

18S. t(uf bofS $er^ | meint ^iferltd^ (Sbtct, | «umgangen im 1531 iare, nac^ bem 
»cic^toge I beö 1530.iat«. | OJtofa. | Ü). SWart. Luther«. | SäKttemberg. | DüßXXXI. 
(sie!), am ende: @ebrü(ft ju SBittcmberg burd^ | 5Rtdel ©d^tttenfe. 

7 ft^. (äi^. ä — ®), fe/zf« *«7e /eer. die titeleinfassung wie nr. 185. 

nr. 187 u. 188 müssen vor dem 16. april 1531 erschienen sein {vgl de 
Wette br. 4, 238). 

189. ©ibber | ben a»cu^Ict | ju ©refcn | gebrüdt | aRart. gut^. | ©ittcm^ 
bcrg. I 1531. am ende: (Sebrutft ju ©ittemberg I Dutd^ ^n9 Sufft | 3». Ü). 
XXXI. 

^'A ^ff* (*'V- Ä — ^©). der titel steht in eifiem holzschnitt, worin unten 
'tnter einer Wölbung ein löwe liegt. — diese schrift musz vor dem 8. mai 1531 
mchienen sein {vgl. de Wette br. 4, 252). 

nr. 188 u. 189 besitze ich selbst. 

190. ®ne |)0(i^ | jett <)rebigt, ober | ben \pxviäf jun ^ixt^ \ etn am. fiti. ßa^ | 
pttel. I @e»«cbtftct bnrd^ Ü)* | SRar. gnt^er. | ffiittemberg | 1. 5. 3. 1. {einfassung 
me nr. 160). am ende: ®d>TUcft ju SBittemberg burd^ | |)an« ffiei« Ü). 3». 
XXXI. 

3 bg. {sig. a — c), die letzte seile leer. 

in der univ. bibl. zu Gieszen. 

191'. (Kn ?te* | bigt t>on ben | gngeln. | SWart. 8ut^. | SSKttemBetg. | 1531. 
titeleinfassung wie nr. 120). am ende: ©ebrucft )U ©ittemberg | butd^ $an^ 
t'ufft I SR © XXXI. 

2^h bg. {Sig. «— (E, © 2 bl). 

l91^ ein ^re* | bigt t>on ben | gngeln. | ÜÄart. 8ut^. | ffitttemberg. | 1535. 
Umfassung wie nr. 120). am ende: ©ebtudt ju Sittemberg | burd^ f)an« Snfft 1 
% J). XXXV. 

2Vi bg. (sig. «— €, © 2 6/.). 

192. (Sin @etmon | Dber bad (Snangelion, | So^nnid am« i^. Son | SDlatia 
SRagbalena, | @o man liefet am | Dftermit^ | tooc^. | !D. äßart 8ut^. | SBittem« 
berg. I XXXI. (in einfassung). am ende : ®ebtudtt }n Siittemberg | butd^ @eor^ 

3 bg. (sig. 8 — 6), letzte seile leer. 

nr. 191' und 192 finden sich in der herz, bibl. zu Gotha. 

193. Sin ®er^ | mon üom Stent} | bnb leiben, bnb nne man fid^ batein 

Dnra, WArterbach. I 



IJUELLENVBItZEICHMS. 

l. I T). SWorL fiut^. I ©iüemberg. | 1531. ieinfassung wie. nr. 120). 

(Sebtüift ju SBittemberg | S)ut* $ion« Sufft | 3)1. I). XXXL 
. {sig. 9( — S), die drei letzten seilen leer. 

35er ^fafm | SDHferere, bcubfi^ au«' [ flelegt, !Eur* 9». (£gibt< | um gö^ 
Wt eintr Sßorrebe | aWatt. Lut^et. | SBJittratterfl. 1 5DI 35 XXXI. (ri/e/em- 
wiY der enthaupluntf Johannes des täufers). am ende: @ebntdt ju 
rg I butc^ IRictel ©^ti» | fen?. 
; bg. (sig. a— aS, 8 2 hl), die letzte seile leer. bl. 1Bx\' bis aüi" 

die „vorrhede" L.'s. 
193 u. 194 sind in der bibl. zu fVolfenbüttel. 

(£in ©etmon | oon ber ^ligen 6()ri(t ] ti(^en fttrttien, burcft | SHefium 
on I (Sotbi^ auff bem ®i$toS ju | Reiben inn !Ißet|'fen , gefiKbtgt. | URtt 
tebe I üßart. ßut^er. ] ffiittcmberfl. | 1531. ieinfassung nie nr. /3«|. 

C^-biudt JU aBittemberg burc^ ^rand Sufft. 
)j. (siff- 9( — O), letzte seite leer, die vorrede L.'s sieht nuf dem 2 
latte des ersten bogens (äi, Slüij ist ein leeres blalt. der sertnun he- 
f dem 5. blatt, welches nochmals mit % sttfniert ist. 
. ßüi ©etmon | »oin ^loi^toiibigEn | Eiligen ©ocramcnt, ] bcfl leibä Dns 
^tifti, burc^ aieftum | ßtofner'Don ßolbi^ ouff bem ©cb \ lo« ju SDKtbtn 
feit I geptebifit | äUtt einer üonebe | üJtart. ^ut^r. f äBittemberg. | M. D' 

einfussung wie nr. 189). am ende: ®ebi:u(ft ju SBittetnbetg | buiii 

ffL I an. 3). XXXI. 

7. («■?. «-§). 

ier bihl zu Gotha- 

. ffiif . ^n &)i' I f jc^n , önb yaa ben | feilen , fo fid^ bei« | galten ju 

Q$ @öt' I liefen biüic^en Sterten, ] G^riflenlii^ ju fyxa.- \ betn (e?. | 3o^- 

. I Sllit einet ^ßon^ebe [ a)iart. Sut^er«. (ein/assnng wie nr. tßO). 

: ©ebrfitft ju Sffitttcni' | betg itmdf ©cotgen | 9t^lij. | 9K. S>. XXXI. 

ftff, {Hg. 3 — 3, J) i'"" 2 ^/.i, /e/zW scite leer. L.'s vorrede bl. ftj" 

195 u. 197 in ^er k. bibl. zu Berlin. 



I. 3)ie ^o|j^n | aUe a)eubf*. | 3). aWart. Siit^. | aBittcmbctg. | aW. t 
«CT ende: ®ebru(ft }U SBtttembetg butt^ | §mie Sufft, 3m jar. | -Sl 
II. 

genaticre beschreilrung dieser ausgäbe, welche ich aus der bibl- des 
rof. Heppe vor mir habe, siehe Panzer entwurf einer vollstdmdigei' 
\te etc. s. 239 f. 

se erste ausgäbe der prophelen befand sich den 10. oct. 1531 hereiif 
er presse {vgl. de Wette br. 4, 311). 



QUELLENVERZEICHNIS. LXVii 

199. 35a« fünft* I ^f ®ed^fte önb | Siebente, (Sapltel S. ( aJlatt^ci, ge^^Tcbigt ; 
Dnß airögelegt | burc^ | !D. äßart Sut^er. | ©Utembetg. | 1532, (Hfeleinfassung 
wienr. 148). am ende: ©ebrudt ju ©ittcmberg | 3o)e<)^ ßlug. | J)i, D. 3QEXtL 
K/anm^fir noch ßnf correcturen). 

W.i bg. (sig. Ä — ^3/ ^"""if cia— ^)^}, oo 2 bl), letzte seite ieer. Ätj' bis 
üif sieht L/s „vorrhede". 
in der Wolfenbütteler bibl 

200. Der CXLVII. I ^falm , \<auba 3e | rufalem. Slu«* | gelegt burc^ | D. 
l'iöit gut^ct. I ©ittembetg. j "Sil D. XXXII. (m derselben, einfassimg wie nr. 
i6(/). Off» e«£/^: ®ebru(ft ju ffiittcmberg | burd^ ^an« n>etö. | aJl. D. XXXU. 

S bg. [sig, 21 — g), /«^z/f* ft/af/ /e^. «/le? rückseite des titelblattes enthält 
^emdmmg an Hans Löser erbmarschalck zu Sachsen^ datiert: «^sonnabent nach 
Lacie 1531.*' obgleich ende des Jahres 1531 geschrieben, gieng diese psal- 
mumlegung doch erst im januar 1532 durch den druck aus (vgl. Jen. 5, 

m% 

in meiner eignen bibl. 

20 L Der ®e* | gen, fo man nac^ | ber ÜReffe f^ri^t ober | ba« aSoId, au« 
bem I üierben bud^^e aÄofi, | am. % (Sa}>. «u«* | gelegt burd^ | D. SWart. Lut^, [ 
ffiittcmberg* | MDXXXII. {einfasstmg wie nr. 163). cm ende: ©efcrucftgu W\U 
tem« I berg burd^ SfMtX \ ©d^irlen^. 

2 hg. {%, ©) letzte seite leer, 
in der landesbibl. zu Cassel. 

202/ ®n «rteff !D. | a)Jart. Lut^cv«, 2Jon | ben ®d^(eid^ern Dnb SSJin* | cfel* 
Ptetigcm. I ffiittemberg. | üJi 3) XXXIL {in dem holzschnitt, welcher die ent- 
Imptung Johannes des täufers darstellt), (im ende: ®ebrudt ju Sittemberg 
^ur* 9üdel ©d^ir* | Ien§. 

3 hg. {sig. Sl — S), die 3 letzten seilen leer, dieser brief ist Eberhard von 
'l'T Tannen amptman zn Wartburg zugeschrieben. 

in meiner bibl. 

203. ?ln ben ÜDurd^ I (eud^ttgen ^oc^gcbor | nen gürften bnb $crrn, $errn 
iibrcc^tcn, 3Rarggraffen gu | Söranbenburg, jnn '^rcu | ffen :c. ^ertjogcn :c. | 6tn 
2cnbbTieff Doct. | SKart. Lut^. SJtb* | ber ettlid^e 9tottcn* | geifter. [ ffiittemberg. , 
lVt)XXXII. {in derselben einfassung wie nr. 202). am ende: ©ebrüdt jU 
i.Httemberg | burc^ 5RidteI ©d^ir- 1 tcn^ 

2 hg. {sig. % Sd), letzte seite leer, auf der vorletzten seile steht nur die 
^fickerangabe. 

in der bibl. zu Wolfenbüttel. 

201. 3too ^ebigt Dber ber I Letd^e be« ftürfur* | ftcn §cr^og 30* | ^mi® 
5« I Sa^ffen. | 3). STOart. Luther« | SBtttemberg. | MDXXXIL {dieselbe einfas ^ 
mg wie nr. 202). am ende: ©ebrudft ju 9Ötttcmberg, burc^ | 5Wtcfel ©c^irlenfe^ 
«n jar | ajJDXXXII. 

B hg. (sig. Ä — g), das letzte blatt leer, 
landesbibl. zu Cassel. 

205. 8Bic ba« (äcfqje | bnb (guägefion re^t grünb | Itd^ juDnterfd^eibcn fmb. j 
t. aiart. Snt^erö | ^jrebigt. I 3tem, toaö ßK^ftu« »nb | fein tanigrcid^ fe^, 3lu« | 



LXVm OUEIIENVERZEICHNIS. 

bem '^tepfftttn 9)W(^ | 6(M)it d. geptebiget. | ©ittemlbcrfl SR. 35. jfjij. im dn 
beschriebenen einfassung). am ende: (JAfbrutft ju Sßjiüembetg | bur* 
. 'SW. X): XXXII. 

'. (sig. S(— S), £2 öl.),' die iefzie seile leer, 
'tibi, zu Mca-burg. 

■in trBft« | li^e ptebiflt »on | ber iuhinfft S^rifti, »nb | ben Dorfle^btn 
aüngften tafl«. | 5). äßa«. Lut^. | «ßittwnbetg. | 1532. (einfuntimg 
0\. am ende: ®ebTudt ju Sittembeig | bun^ ^atie i'iifft, j 3)}. ?. 

(«ijr. 81 — D), letzte seile leer, 
bibl. zu Wolfenbütlel. 



)a8 ©e^fte | (£a()itel ber (Spiftel | ^ouli an bie ffip^ | (er, SSen m 
iTtitfc^ Dnb loof' I fcn, flfprebifit ! biit^ | '^. Wi<xtt. Sut^r. | SÜtunt' 
). XXXIIl. atn ende: @ebTÜdt ju IBiltembeie buti^ | @eoTgcn 9t^- 

(sig. ä — Ä). die letzte seile leer, der litel steht in einem hol:- 
nson zerreiszl den lötven. 

«wir. bibl. zu Gieszen. 1 

Jen. caisg. der deutschen Schriften L.'s 5, 509'' werden diese pre- 
Jahr 1532 gesetzt. \ 

}etanttDor< | tung ber auffgelegten | auffrui, Dott $ei^s | ©eotd«, 
I nein Xroftbrieff an bte <S^rt | ften, Don j^iti aui 8ei))^ia | cnfc^ülttg 
. matt Luther i SaStttemberfl. | MDXXXJU. {einfnssung wie nr. 2Ö2). 
i^ebräctt ju SBUtembng | but^ Sädel @c^it= | len^. 
(wöfon der erste bogen mit f, die sieben folgenden mit H — @ sig- 

die letzte seite ist leer. 

k. bibl. zu Berlin, auch in der meinigen. 
iMe titint | Stntiuort auff | Sp. iSmxsen \ ne^efteti S&u6), | Xtcctoi 3Ran. 
Utembetit. (dieser titel in derselben einfassung wie nr. 189i. im 
udt ju ffiittemberj. | buw^ 5»n8 Üufft. | SW. X). XXXIIl. 
7. (k^. ?l — $, ® nwr 3. &/.), das letzte blatt ist leer. , 

emplar dieser schrift besitzt die univ. bibl. zu Marburg. 
Summa I beä g^riftlic^n 1 lebend, au« «S. '^aulo. | 1. £iinot^. t. | Slav i 
it I burt^ ] ®. ÜJiort. 8ut^. | SKittemberg. | 1533. (einfassung wie nr. I 
itfe; ®ebtudt ju «öittembetB | bind^ 3ofq>^ Rufl. | ANNO. M. D. XXXIIl. 
(sig. a~g). Wolfenbütteler bibl. 
Etliche i [c^&ne '$iebtg< | Xtn, 3lu« bei erftcn ] (S^iiftel @. Stf I ^anni«. 



QUELLENVERZEICHNIS. LXfX 

$on bcr 8ie6e. 1 D. SWatt. 8ut^. | M. D. XXXIIL (einfassung wie nr. 148). 
m ende: ©ebtucft }U ^tttetnberg | iuxäf 3t>\epff &(ug. 

ii bg. {sig. 31 — iu die predigten schlieszen auf bL 8if, bL Öüj* enthält 
mir die angäbe des druckortes und druckers, die übrigen seiten sind leer, 
der Herausgeber dieser predigten ist Caspar Creutz iger, welcher sie 
.^dem erbam vnd furachtigen Gregorio Berndt ratherrn zn Görlitz^' widmete. 
die prima Maij 1533 datierte Widmung steht bL äii'. 

befindet sich in der landesbibL zu CasseL 

21 2, 35on 3W« I ß^to eine ^re- ] btgt, !B. SWart i 8ut^r«, ju ^ofe ju 
XwgoJo gepre^ | btgt. | ffiittemberg. | MDXXXIII (iti dem nr. 163 beschriebenen 
holzschnitt). am ende eine correciur und darunter: ©ebnidt ju Sittcmberg | 
t>mii mdü ©c^rn I lenft. | SRDXXXm. 

lO^h *^- i^ff' 8—8/ fi 2 bL), letzte seite leer. 

hibl. zu Gieszen. 

213*. aSon ber totn* | cfelmeffe bnb | Pfaffen «Bet^e, 1 5D. 9Kart Luther. ' 
Sittemberg | DMXXXÜI. (einfassung wie nr. 202). am ende: ®ebrü<ft )U 
«ittcmberg | but^ Sfticfel ®dfxx^ \ lenft. | 3» S) XXXlll. 

14 bg. {sig. 8— D), letzte seite leer, auf der vorletzten seite nur die 
druckerangabe. 

in einem briefe v. 17, dec. 1533 an Hausmann (de Wette br. 4, 494) er- 
wähnt L. diese schrift als neu erschienen. 

neben dieser ausgäbe, welche ich selbst besitze, ist noch folgende 
benutzt: 

21 3^ aSon bet ©im | delmcffe bnb | »)faffen tuci^ | D. Wart. Lntffet. 
»ittcmberg. | MDXXXIUL am ende : Ocbrfidt ju äBittembcrg I burc^ 9ädel ©c^it- 
Icnt I ^l 3). XXXim. 

bogenzahl und titeleinfassung ganz wie nr. 213*. 

214. ©tt brieff | an bic ju | gtancffott | am aWe^n. | 5D. SÄart 8u* | ti)cx. 
Sittcmbcrg. | M. D. XXXIII. {die einfassung wienr. 138). am ende: ®ebru(ft 
JU SBittemberg | butd^ f)an« V^ufft. | 2». D. XXXmi. 

4 Vi bg* {sig. 81 — 6, D 2 bL), die letzte seite leer, auf der vorletzten 
seite nur die druckerangabe. 

dieser brief ist datiert : zu Weimar am sontag assumptioniß Marie SÄ. 

in der bibL zu Gotha. 

215. (Sine ?rc^ 1 bigt, aSom m^ \ loten ®^af. 8uce. fb. | Ü). SWart. 8ut^. i 
3« ffitttemberg, für | bem ß^urfurften ju | ©ac^fcn , ^ttio^ So^ \ ffan^ gribric^ 
2C I gq^rebigt | M. D. XXXIIL am ende: (^brucft }U ©ittemberg, burd^ ^nö 
Vufft I M. D. XXXIII. 

^ bg. (sig. 8 — g), letzte seite leer, der titel dieser predigt hat eine holz- 
sckrätteinfassung, in deren unterm theile Jesus, ein lamm auf den schultern 
tragend, steht, auszerdem enthält dieser holzschnitt noch 5 von kränzen wn- 
fcMoszene wappen: oben links die weisze rose mit dem kreuz im herzen und 
darüber die buchstaben ML {Martin Luther), rechts die um das kreuz gewun- 




LXX OUELLENVERZEICHNIS. 

dene schlänge, darüber PM (Philipp Melanchthon), im rechten seiientheile eine 
harfe und darüber die buchstaben 1.B [Johann Bugenhagen), im linl^en: Jo- 
nas wird von einem fisch verschlungen, darüber I.I (Justus Jonas), unten die 
taube mit dem oelzweig der arche zufliegend und darüber C.C {Caspar Creu- 
zig er). 

in der univ. bibL zu Gieszhi. 

216. 5Rec^cf(^afft be« glau | knö: bcr bicnft önb | ficrcmontcn, bcr SBruber 
jn ! Schemen önb SÖie^tcn, | toeld^e Don etltd^cn ^idar«» | ten, »nb öoti etlichen 
SSialbcnfcr genant | n>crbcn. | ©am^Jt einet nüfeltd^en SSorr^ebc | Doct..9Äatt. Lut^. 
'Ccn geift bem^jffet nic^t, bie toeiffogung | berad^tet ntd^t, prüfet aber aütß, »nb 
ba« gute behaltet, y. Zffc\\alo. ö. \ SBäittembcrg. | SK. ÜD. XHüj. ofn ende: ©cbrucft 
ju ©ittcmberg | burc^ ^an« Üufft 1 9)h D. JHüj. 

i^Va ^^. (5/^. 81— 3K, SW tf Ä>/.), /^/^/^ 5«/^e leer. LJs votrede steht bi 
Slij' bis 2liüi% e/ie folgende seite ist leer, 
in der k. bibL zu Berlin. 

217. S3on SHmofen | geben, Sin @3cttton, | ü». eaf»)er« Slbler it. mit 
D. aKart. Lut^er^ | 95orrcbe. | ffiittemberg. 3ÄJ)XXXIII. {einfassung wie nr. 
202). am ende: (gebrudt ju äöittemberg | burd^ 9ii(Jel ®äfxx^ | len^. 

9 bg. (sig. % — 3, bg. äl 6 bl., 3 ^ bl.), die letzte seite leer, die vorrede 
L.'s steht bl, ätij; und SRij. 

218. SSon bcm falf^ | en blut önb Slbgott im | S^um ju ©d^^toerin. | ÜJfit 
einer frönen Sßorrebc | J). aJiart Lut^. | Durd^ Ü». egibium gabrum. | SBittcm* 
berg. I aK353E3£Jiij. {dieselbe einfassung wie vorher nr. 217). am ende: (Sc* 
brucft JU SJittemberg | butd^ mitl ®^ir* | len^. | DDXXXIII. {siel) 

7 bg. {sig. 8( — ®J, letzte seite leer, l^.'s vorrede auf bl. 8Kj" bis äüf . 

219. SBibber ba« k^ \ fter mi> lügen bfid)Iin | «gricole ^l^agi^ genant ©eorg 
m^tl anttijort, ©alt^a^ | ffar SHaiba »jfar^crr ju | $ir«felb. I »orrebe D. aRar< 
tini I Lutl^eri. | ffitttemberg. SDiDXXXlII. {titeleinfassung nie vorher), am en- 
de: ©ebrucft ju aBittcmberg | burc^ Slictel ©d^ir«^ | Icn^. 

6 bg. (sig. 21— g), letzte seite leer. L.'s vorrede steht 3lii' bis Wxy. 

die nr. 217 — 213 befinden sich in der kirchenbibL zu Frankenberg. 

220". Satalo«^ | gu« ober SRe«« | gtftcr aücr ®iid^cr | önb fd^^rifften, 3). | aRart 
8ut^. bur^ 1 in anblaffen, bom | jar M. D. XVUI. biö in«. XXXIU, ÜMit einer 
3Jot* I r^ebe. | SEBittemberg. {in einfassung). am ende: ©ebrudtt gu SBittemberg^ 
burd^ ^n« ßufft. | M. D. XXXIII. 

in octav. 2 bg. (3t, SB), letzte seite leer. L.'s vorrede steht bl. ältj* — äiii'' 
hierauf folgen Slttii*— 9[6* die lateinischen Schriften, mit bl. 316^ beginnt die 
Verzeichnung der „deudschen biicher d. Martini Luther" , welche in folgende 
rubriken gebracht sind: 1) auslegungeti, 2) sermone, 3) „lere bucher undvef^- 
mane bücher^', 4) vermanungen, ö) verdeudschte bücher (der h. schrift)^ 6) 
vorreden auf ,yfrembde buchlin'^, 7) streitbücher, 8) sendbriefe, 9) nachgeschrie- 
bene sermon und auslegung zu fFittemberg gedruckt. 

dieser catalog ist nichts weiter aJs eine erweiterung des bereits 1528 ge- 
druckten Verzeichnisses der bis dahin erschienenen sehriften L.'s, betitelt: 



« • 



k. 



QÜELLENVERZEICUNIS. * LXXI 

220\ «etjd^d^nung | önb Äcgiftcr | aüct ©üd^er ufl fd^riff« | tcn , D. SRatt. 
Öut^. I burc^ \fyn ouögelaffcn I 95om 3fat ÜR. D. föüi. biö ^nö ad^t önb 
gn>en | jigft. | ©cbtfidt gu ^Bittembcrg | bur^ ©eorgen diffato. 

octav, 8 bL, letzte seite leer. 

nr, 220* findet sich in der groszherz. hihi, zu Weimar, nr. 220^ in der 
JVolfenbütteler hihi. 



1534. 

221. ©n brieff | 35. ÜÄart 8ut^. | ajon feinem | «ii^ bcr äBindel | mefjen, 
an einen | guten frcunb. | ffiittemberg. | M. D. XXXIllI, (ein/assung wie nr. 
215). am ende: ©ebrudt ju aBittembcrg, butc^ $an« Öufft. | SW. D. XXXIIIl. 

3 hg. (sig. 31 — (5), letzte seite leer. 

222. !lyr LXV | ^falm, bur^ | D. ÜÄart 8ut^. | ju Deffato, für ben | gür^ 
ften JU anmalt | gc})rebigt | 1. 5. 3. 4. {titeleinfassung wienr. 140). am ende 
@ebTU(ft gu Sßit^l tembetg buvc^ | ®eotgen | JR^ato. 

8^1% hg. (sig. 21—3, C> ^ ^^^j ^^^"^^ ^^'*^^ ^^^- «^A ^^- ^Kj' ä^^ä/ ^.'^ 
hirze „vorrhede", Slij* «wrf 2fiij' der psalm. 

223. 5Det | CI. ^falnt, | S)urc^ | 5D. aWat. 8ut^. | aufgelegt. | ffiittemberg. | 
M. D. XXXIIIL {die ein/assung wie nr. 215). am ende: ®ebru(ft ju SÖittem* 
bcrg, I burc^ ^an« 8ufft. | m. S). XXXV. 

18 hg. (sig. % — ®), letzte seite leer. 

die nr. 222 u. 223 finden sich in der lundeshihl. zu Cassel 

224. ©a« XV. I 6ai)itel ber | ©fften Gpiftef. ® ^au | ti 9ln bte ßorint^et. i 
2?on ber 3luffctftc* | ^ung ber tobten. | ®e<>rebigt önb aufgelegt bun^ | ÜD. SKat. 
^ul^. I SBittembctg | M. D. XXXIIIL (gleiche einfassung mit nr. 215). am 
ende: ©cbtuctt ju mittemberg | butd^ 3ofe»>^ Slug. | 51K. ü). jE3EI3333. {darunter 
noch 5 correcturen). 

36 hg. die rückseite des titelhlattes und die nächstfolgende seite enthalten 
des herausgehers (Caspar Creutziger) dedication an den kurßrsten von 
Sachsen, Johann Friedrich, auf den folgenden o seiten dieses ersten nicht 
signierten hogens steht die Übersetzung von 1 Cor. 15, die folgenden mit 21 — 
3r Ä tu (I nur 2 hl.) signierten hogen enthalten die auslegung mit vorange- 
steiiter vorrede, die auslegung endigt auf hl. ntiiji''. 

in der univ. hibL zu' Marburg. 

225. ein ©crmon | t)ber ba« guangefion ] aWatcj um )>x\. ßaj). ju [ äöittem^ 
betg im ©d^fofB ge=* I <)rebigt für bem (Sl^urfürft^ | en önb ^erfeog $etn* | ric^ gu 
^aäf^ \ |en :c. | IC. SDiort. Luther | ÖJittemberg. | 1 534. (einfassung wie nr. 
202). am ende: (^cbrugt (sie!) gu ffiittembcrg burd> | 9ttdcl Sd^irlenfe. | 1534. 

4 hg. (sig. Ä—J)), die letzte seite leer. 
Wolfenhvateler hihi. 



LXXII • yUELLENVERZEICHNlS, 



1535. 

226. aSon bet ^cilt^ | gen Xauffe: | »>rcbt8ten. S). | SKart. Suti^. | ffiittcmberg, 
ü)?. !D. XXXV. {in derselben einfassung wie nr. 207). am ende: ®ebrudt ju 
993tt^ I temberg bur^ | Georgen | diffoxo. 

14^2 hg. der erste mit a signierte bogen enthält auf dem zweiten blatte 
L 's vorrede, au f dem dritten den text: euangelion Matthei am iii (v. 13 — 17); 
das 4. bi. fehlt in dem von mir benutzten exemplar der landesbibL zu Cassel. 
die folgenden 13^. i bg,, welche die predigten enthalten, sind mit S^^Q, wovon 
91 nur 2 bl. hat, signiert. 

227. ein ©ermon | S5on bcm Ipeubtman | ju (Sopcrnaum, | aWattl^. \>\\\. | D. 
3Kart Sutl^ct. | M. D. XXXV. (einfassung wie nr. 207). am etide: (Si^rudt 
ju SBit^ I temberg burc^ | Georgen 9{^a&). 

5 bg. [sig. % — ß), das letzte blatt leer. 

228\ ein ©ermon auff | üJJatt^ci jjii. aSom | jinögroffc^cn. | 3). Ü»art gu* 
t^r. I ffiittcmbcrg. | M. D. XXXV. am ende: ®ebtu(ft ju ©ittcnberg. | butc^ 
3ofe»>^ fttug. I «nno. | M. D. XXXV. 

4V2 ft^. {sig. 31— e, e 2 ^/.). der titel hat keine einfassung. 

nr, 227 u. 228* in der univ. bibl. zu Gieszen. 

228^ ein ©er | mon auff SKat | t^ei ffii. S5om jin«*^ | groffd^en. | 5). SKar* 
tini I gut^er. | ffiittemberg. | M. D. XXXV. {titeleinfassung wie nr. 138), am 
ende: ©ebrucft ju ffiittenbctg. | burc^ 3ofe»5]^ Itug. | änno. | M. D. XXXV^. 

5 bg. {sig. 31 — ej, die zwei letzten blätter sind leer. 

229. 3^0 ^jre*' | btgt, eine Don bet | $)cifigcn Dretfolttgleit, | !Die anber, oon 
bem I gtoffen abcnb* | mal. | T>. aWart Sut^ct. | 1535. {die einfassung wie nr. 
17 9\ am ende: ©ebtudt ju ffilttemberg I but^ 3ofc») {sie) filug. | 1535. 

7 bg. {sig. % — ®), letztes blatt leer. 

230. ein e^riftli^ | 6^x fc^öner ttoft jnn | aüerle^ leiben Dnb trübfal , au« 
bem I 3[($ten ea)>. )un 9iömern, fam^t | bet au^Iegung be« euangelion auff | bcn 
aSierben ©ontag mä^ SCrinitatiö, ge^jrebigt | butd^ | 35. üKart. Öutl^. | änno. 1 535. 
23ittemberg. {die einfassung ist ein holzschniUj welcher unten den kämpf Da- 
vids und Goliaths darstellt), am ende: (SSebrucft gu SEBittemberg | burd^ ©eorgen 
JR^ato. 

^ bg. {sig. 31 — 3), die drei letzten seilen leer, 
nr. 229 u. 230 in der bibl. zu WolfenbütteL 

231. ein einfei* | ti^^c toeife | ju ©eten, für | einen guten freunb | SDlart. 
ßut^cr. I 1535. {einfassung wie 7ir. 215). am ende: ©ebrucft ju SBittemfcetg , 
burc^ f)an« gufft. | 5K. D. XXXV. 

4 bg. (sig. 81— S», letzte seile leer, die schrift beginnt Sliji* mit der Über- 
schrift', wie man beten sol für meister Peter Balbirer. 



h - 







1 



QU£LLENVERZEIGHMS. LXXUI 

231 eine Sat^aff«' | ttge {yiftorta gef^e** | ^n ju Stadfatt, am abenb j 
m geburt fi^rifti, jm | M DXXXIffl täte. | üJHt einer fd^önen »webe, | D. SKort 
Lotl^ I i^xudt )U Sßittembetg; | 9ä(fe( ©d^irlen^ | 1535 {einfassung wie nr. 

202). 

^Vs ^ff' iß^ff' ^ — ^' ^ "^ ^^*)> /^^^^^ ^^'^^ ieer, L,'s vorrede (widmung an 
Mcoiaus van Amsdorf prediger zu Magdeburg) steht hl Äii' bis ©ij**. 

233. föibbetle^ | gung ter SRünfteri^ | f^en netDen Salentlnianer Dnb | Dona*' 
ttften betentnud, an bie | l^riften ju Ofnabtugt, | jnn föeftfalen; | butc^ | !D. 3St^ 
bonum Kegium | Wt einet SBottebe S^octor | SOrtattim 8ut^. | Sßittemberg. 1535. 
(m derselben einfassung me nr, 230). 

17 bg. (sig. % — ^81), ietzte seite leer, die vorrede L.'s hl. Äii* bis äiiii^. 

234. Sbiff bie 92en>e jeit^ | tung Don SKänfter S). | aRattini Sut^ | 9$oi> 
t^be. I ffiittemberg. | M. D. XXXV. 

i bL beginnt auf der rückseite des titelblattes. 

235. etlic^ Srtidel fo | k>on ben ^a)>iften i|t neto*' | lic^ t>erfe(fc^t Dnb bd«« 
lieb I ger^ümet toibbet t>nd | Sut^rif [d^en. | ®am)>t einem ©rieffe, | S). üßatt 
Lut^. I Sittemberg. | 1535. am ende: ©ebtudt ju föittembetg, | butc^ iRidet 
S^irlen^, | 1535. 

^ &^- (Ä, ©), fe^2:/^ *«Ve /^^. L.'s brief beginnt bl. ©j['. 

236. (Sttli^e | f^tud^ !Doc. | SRattini Su^t; ttnber | bad SoncUtum Obftan« 
tirnfe, | {tooit fagen) Sonftantien^ | fe, }u Siittemberg ge^ | fteUet k>nb geilten, | 
$nb tDO man | nod^ tt)i(. | S92. £)* XH93. (m einfassung). am ende: ^^rudt 
iu I3it^ I temberg burc^ | $)an« Sufft 

octa», 3 bg. (sig. 9 — S), ^tß drd letzten seilen leer. 

die nr. 231 bis 236 finden sich in der k. bibl zu Berlin. 

237. ©efenbni« Sajati | @<)englet toei | lanb S^nbict | ©er ©tabt ?Rurm* 
fcetg. I mt »orr^ebe. | 5D. aßort 8ut^. | ©ittemberg. | M. D. XXXV. am ende : 
@etmi(tt ju saSittemberg bur^ 3ofe))^ | ^ug. | M. D. XXXV. 

21/2 bg. {sig. «— C, © 2 bl.\ letzte seite leer, 
in der kirchenbibl. zu Frankenberg. 

238. "S^ GIX ^falm | !£)eud Utubem. | SJiber ben ^rr^ter | 3uba. | 93nb 
mx aOe, bie 3nbad ort | an ft(i^ ^ben, al^ ba finb, alle | Verfolger Dnb JRotten, 
^- 1 Der e^ftu0 kDort | 9bt«gelegt burd^ | S).. SRort. Sut^. | Sittemberg. 1535. 
{titeleinfassung wie nr, 207). am ende: ©ebrnÄ ju ©ittemberg | burij^ ®eor^ 
p I 91^. 

6* bg. (sig. «— g), letztes blatt leer. 



1536. 



239. Der XXUI "ßfalm, | Snff ein abenb t>ber | Zx\(ff, noäf bcm ®ra^ | tiad, 
an«aelegt, | bnrc^ i 35. 9»art. Luther. | ©ittemberg. | MDXXXVl (einfassung wie 
f^r. 202). am ende : (»ebrudt ju ©ittemberg burc^^ | 3?tfel ©^irlenfe. 



LXXIV QUELLENVERZEICHNIS. 

9 bg. (siff. Ä — ^3), letzte seite leer. 

nr, 238 u, 239 m der landeshibL zu Cassel, 

240. !Der. jjrtf.^falm DautW t>on | bct g^toalt bct fttuime ®üttc«, | inn ben 
Ififftcn, 2ln bie ^o^n 9ic | gcnten, ®atiH)t etlid()cn fd^tcd^ | Xvi^n t)ngrtoittcrn, fo ft(^ 
im ncgft Dorganacncm [ 3orc jnn ber ©Icfi* | cn begeben ^a* | ben , oufge* | legt 
t)nb gefc^rieben. | Dutd^ 3). ämbtoftum ÜRot«' | banum ^at^ ju | ©refla». [ äIHt 
einer botrebe | 3). SOtorttni Sutl^er^. am ende: (gebrudt ju SDittemberg | bun^ 
^n« 8ufft I M. a XXXVI. 

24 bg.^ das 2. und 3. blatt des ersten, unsign. bogens enthalten L's vor- 
rede, das 4. blatt ist leer, die übrigen bogen sind mit 31 — 3 (f^ovan das letzte 
bl. leer) signiert, der titel steht in einem holzschniti, welcher unten einen 
clavierspielenden Juden darstellt 

k. MbL zu Berlin. 

241. 3too I ^od^jett I ^ebigten | 3). ÜRar. | gut^er. | SSKttemberg. 1 1536. 
{in der bei nr, 215 beschriebenen einfassung). am ende: ®cbru(ft ju SBBittcffi' 
berg I burd^ fKin« Lufft. | 2». D* XXXVL 

7'V« *^- (*'^- 21 — ^> ® ^ ^^0? letztes blatt leer, die zweite, auf dem 
schlosz Eilenburg gehaltene predigt beginnt bl, (£j[* mit einer kleinen vorrede. 
in der bibL zu Gotha, 



1537. 



242. !Die Sägenb bon | ®. 3o^anne &ifttf* \ [oftomo, an bie ^igen Se* | ter 
jnn bem üetmeinten | SoncUio }u äßantua, | butd^ £). SKarti. | \.^ut^et gcfanb. 
ÜBittembetg. | 2R. 5D. XXX VIL (m ende: (gcbtfidt ju 2Bit^ | temberg butci^ ( C)an« 
Sufft. I m. 5D. XXXVU. 

4 ft^. (sig. «— 3», Äw /ete^e fc/o/r leer. 
Wolfenmtteler bibl, 

243. einet avA ben | ^ol^n »ttileln | be^ SUeir^Kgeften | ®et>ftltc^ glou' 
ben^, I genant, 3)onatiü | Sonftantini^ !Durd^ | !£)« SRatti. Su 1 1^ 33erbeubfdbt, 
jinn bad auffgefd^obene | &)ncilium t)on | SRantuo. | SStttembetg. | 1537. (einfas- 
sung: auf jeder seite eine mehrfach zusammengesetzte säule). am ende: feV 
btüdt JU SSJitem | berg burd^ fKui« | 8ufft; | ÜR. 3). XXXVII. 

6 bg, (sig, Ä — ^)\ auf der letzten seite steht Lufts druckerzeichen: das 
mit 2 schlangen umwundene schwert, 

244. miä)^ I ©rieue 3o^an*^ | ni« ^uf« be« |>eiügen | SDierterer« , auö bem 
ge* I f engni« ju (Soften^, | 2ln bie ©eisernen | gef d^rieben. | 9Ätt einer SSorr^be j 3)oct. 
Sßart. Sut^ö. (einfassung wie nr. 148), am ende: @ebrucft )U Stttcmbeta 
burc^ 3ofe»>^ flujj. | «nno. | m. 3). jaPÖBij. 



fc 



QUELLENVERZEIGHNIS. LXXV 

5 Vü hg. {siff, 8 — g, (g 2 hl.), letztes Blatt leer, die vorrede L.'s steht hL 
!Üi' bis Htif, sein nachwort beginnt hL (gj[*. 

245. Sin XU S^riftttc^ | Sonäßum, für }mclff i^un- | bert iaten }u ®angra 
jnn ^^(a« | gonta ge^I^n, n>iber bte ^oc^ | genante l^tligtett ber | 3Rön($en 
Dnb St^ I bettenffer. | 3tem ein alt iDun«^ \ ber^tlid^ ®efc^t(j^t Dnb | ouffr^ur, t>on 
tenen, bie S^riftum | an 3üben )»nb Reiben ted^en | toolten. Unb »on melen | an^ 
t)eni |(uj^n, am ne^iften 8tat | Detieic^nt | !Dutc^ 3)t. Solennem S^meum, $fatt^ 
^ I )u ^omberg inn ^{fen , t)er<^ | beubfd^t Dnb aufgelegt | 9Rit einet 93ot« 
T^ I !C. Moxi. Sivsäfm. am ende: ®ebmdt )u S^ittemberg | burd^ 3ofe))^ filug. 
3». D. xxxvn. 

S^li hg. (sig. S— Ä, 3 2 bl.), letzte seile leer. L.'s vorrede steht hl. aif 
bis Slü]^ das 4, hlatt dieses ersten hogens ist leer. 

246. !l>a« f^nlxäfc \ SWanbat 3^cfn | ß^rifti t)nfetö ^rn | t>nb ^tonbc« 
!c j @e^ ffin inn bie | gan^e loelt, bnb ^t^iget baö (Suangeti* | um etc. SD^arä 
pj. S)enen ju einem k>n= | terric^t, fo ba6 ^rebigamt Dnb bie | @acrament S^rifti 
für onnStig | jur fee(en ^eil ad^ten toöUen, | ge^anbelt. | 'S^nxdf 3(mbrofium 9ßoi« 
iHmmn ^fot^ ju »tcflato, | 2Rit einer ©orrei^cbe | üRart gut^er. | ©ittem* 
berg. am ende: ®ebrudt )u 93ittem<* | berg bnrd^ (^ \ orgen dtffoiD. \ Wl. S). 

xxxvn. 

25 hg. die ersten 6 unsignierten blätter enthalten die vorrede L.'s und 
Moibans nndmung. die folgenden, die schrift selbst enthaltenden bogen sind 
mit Ä — a signiert, das letzte hlatt ist leer, der titel dißser schrift steht in 
dneni holzschnitt, in dessen rechtem seitentheil Christus am kreuz hängt, im 
lifiken der sündenfall dargestellt ist. unten steht in der mitte ein haum, links 
darunter Moses mit den gesetztafeln y rechts Christus mit dem drachen kcmh 
pfend. 

die nr. 243 bis 246 befinden sich in der k. bibl zu Berlin. 

247'. 3too fc^Sne | trSftUc^e ^rebigt | jn ©maUalben | get^an, bur^ 35. SWart 
Luther. I SBittembevg. | 1537. {einfassung wie nr. 202). am ende: ®ebru(ft ju 
©ittemberg | bur^ 3«clel @c3^irlen%. | ü». D. XXXVU. 

6 hg. (sig. Ä— fj), letzte seile leer. 

diese ausgäbe besitze ich selbst, ein anderer originaldruck findet sich in 
der k. bibl. zu Berlin: 

247^ 3too I f^Jne tröft» | ßc^ '^cbigt ju | ©mattalben | get^an, | bnrd^ | Ü). 

il{Qt. gut I M. D. xxxvn. {einfassung wie nr. 148). am ende-, ®ebru({t )U 
©ttembetfl | burd^ 3ofe))^ fttug. | 2». D. XXXVn, 
6 hg. {sig. ^ — %), letzte seile leer. 



1538. 



248. Hrticfol, I fo ba ^tten fol | len auffd Soncilion )U | SRantua, ober too 
ed mürbe ( fein, t>beranttoortet merben, | oon onferd t^eitö megen. I 93nb toad toir 
annemen | ober geben Ißnbten | ober nid^t tc. | X). SSUat. Sut^. | Sittemberg. 



LXXVI QUELLENVERZEICHNIS. 

M. D. XXXVIII. (m dcf^ .bei nr. 215 beschriebenen einfassung). am ende-, 
©ebtudt iu mu I tembcrg but^ ^wx^ Sufft | aW. ©, XXXVm. 

8 bg. (sig. ä— |)) , letzte seite leer, bogen 31 enthä It die auf der rürk- 
seile des titelblattes beginnende ,,vorrede D. Martini Luther.'^ 

249. 3)tc brc^ I ©t^mbola ober ®c | lentni« be« glau* | ben« ß^rifti inn bet 
fird^^en ctnttc^% | fic^ gebraust. | SKatt. Luther ©. t SBittcmbctft SW. | 35. XXViU. 
(m derselben einfassung wie nr, 246). am ende: ©ebtucft )U iDtttcmberg butd) 
3o^. toct« SR. 5D. XXXVin. 

6 bg. {sig, ä — g», /^te/^ ä^i7« /e^. die rückseite des titeis ist unbedrucki. 
die S folgenden seilen (8Ri'— «iti'j enthalten L/s „vorrhede", bl Sttf dos 
apostolische glaubensbekenntnis als das erste, bl, %4 und ^) das athanasische 
als das zweite und Sbxi den ambros, lobgesang als das dritte symbolum; das 
nicäische folgt erst am ende der schrifi als anhang, 

nr. 248 und 249 in der herz, bibl. zu Gotha. 

250. JRat^fc^Iag ein« au«* | fd^u« etlid^ct ßatbinel, SJopft | 'ßaulo be« namen« 
bem britten, auff | feinen befel^ flefcH^riebcn mt> | oberanttoottet. | SDKt einet »orrebe 
!5). äßatt. 8ut^. {darunter ein holzschnitt, das innere einer kirche darstellend). 
Sophisma Chrysippi. | Si mentiris , etiam quod verum dicis, mentiris. am en- 
de: Oebrucft ju mu \ temberg but^ 4)an« | 8ufft 1 501. D. XXXVIII. 

5 bg. (sig. 21— Cj, letztes blatt leer. L/s vorrede steht bl. Äti'— SßHj". 
die Übersetzung des lat. Originals, welches den titel föhrt: ,,CONSILIOM 
DELECTORUM CARDINALIUM \ et aliorum Praelatorum, de emen- \ daiidn 
Ecclesia** rührt von L. selbst her und wurde von ihm mit randglossen versehen. 

251. ein «rieff !C. | üWott. ßut^er | ffiiberbie ©abbatet | «n einen guten | 
Jteunb. I ©ittembetg. | 1538 (titeleinfassung wie'nr. 202). am ende: ©ebrucft 
lu Sittembetg, | t>vfxäf mdd ©c^itlen^ | 3» ÜD XXXVIII. 

8 bg. (sig. 8 — $), letztes blatt leer, 
in meiner bibl. ^ 

unter dem 27. merz 1538 schickt L. diese schrift nebst dem „ratschlag 
eines ausschus^^ (nr. 250) an Nie. Ha:usmann (s, de Wette br. 5, 104). 

252. 35a« I XUI. önb XV. | So^>itel ®. 3o^an^ | ni« , but^ | 35. SWart 
8ut^. I (\e^)rei>igt önb | aufgelegt. | ffiittemberg. | 1538. (einfassung wie nr. 215 . 
cm ende: ®ebnuft gu SBittemberg | butc^ 3ofe)>^ filug. 1538. 

72 bg. der erste bogen, welcher die Übersetzung von Jofi. 14 und eine 
vorrede enthält^ ist mit *, die folgenden mit 'H—^f äa — 3j/ öttö~*JJ8f ^f ^^ 
signiert, die auslegung des 15. cap. beginnt aufbl. 3ii*» aufbl. ©S54* stehen 
19 correcturen und darunter die druckerangabe. die letzte seite ist leer. 

in der bibL zu Wolfenbüttel. 

253. 35a« XVI. | (Sapitel ®. 3o* | ^anni« | ©e^jtebigt »nb au«ge' | legt 
burc^ I ÜD. ^JDJart. | 8ut^. | M. D. XXXVIIK | SBittembetg. w» ende: ©ebrucft 
JU ^ajittembetg, | butc^ 3oie^)^ «lug. | 1539. 

29 bg. (sig. ä— 3, S(a— gf), letzte seite leer, der titel dieser ausgäbe, 
welche ich selbst besitze, steht in einem holzschnitt, in dessen unterm iheile 



QUELLENVBRZEICHNIS. LXXVi i 

ein festlicher aufztig van kriegem dargesteUi wird, der obere theil enthält 
eine säulenhcUle, aus welcher Zuschauer hinabsehen. 

254'. eine ®ä}bnt | Oftcr^Jtcbigt, gut | bcm C^utfütftcn | ju ©ad^ffcn | gc^ 
t^n. I !D. aßatt. Luther | SSHttemBetg | M D XXXVUI. {einfassung wie nr, 202). 
m ende: ®ebnt(ft ju SHttemberg tmtdf 9H(Iel ©c^ttlen^. 

4 bg. (sig, 81 — ^5D), letzte seite leer. 

in der univ. bibl zu Gieszen. eine andere ausgäbe besitzt die herz. bibi. 
:u WolfenbOttel. 

254^ eine @6tint \ Oftet^tebigt, gut | bem S^utfütften | ju ®a^ffen | ge^ 
t^n, I »on ber ©ruberfd^fft. | D. 2»att. Lutl^t. | ffiittenifcerg | M D XXXVIII. 
m ende : ®ebtu({t ju SSittemberg | tmäf 9ltdel ©d^itlen^. 

titeleinfassung, bogenzahl und Signatur der bogen wie nr. 264*. 

255. S)et ®fxvL I äf @. ^ull ®al. i. | (e^tiftitd ffat fic^ felbjS für | m\tx 
Sunbe geben, !S)ad er | ^nß errettet ^on biefer gegen | toertigen argen VkÜ) k. 
a* I len betrübten Dnb engftigen | gemiffen ^Ifam Dnb tröft«* | Iva). S)ur^ ü). 
Wart I Sut^er aufgelegt | Sßittentberg. M. X). ^j^tni). (i/^ ^7^/ in demselben 
holzschnitt wie nr. 246 J. am ende: ®ebmdt ju fflittemberg bur^ $an« | 
©ciffm 1. 5. 38. 

5 ft^. («> * — ß)- 

256. {Hftoria | ©aleatii (iopeüt , tme | ber |>er4og ju SDMlanb; | grancifcud, 
JDtoer etn^ | gefegt ift, i)om 21. | iar bi« jnn | ba« 30. | »erbeubf^et burc^ ®. ( 
Senceloum äinten. | mt einer t)orrebe | S). aßart Sut^. | SJittemberg. | 1 538. 
(einfassung wie nr. 240). am ende: ©ebrurft }u SBit*» | temberg bur^ ^n« 
Vufft. I a». 5D. XXXVIIL 

3« ^^. {sig. 31—3, a— e), /etere *ei7e leer. L.'s vorrede steht «if— «iiif . 

257. S3a^ auff | bem Sieic^ftag ju | 9htremberg, t>on n>egen | Sdep\tl\äfex ^«^ 
ligteit, an fteiferliii^ | SDtaieftat (Stati^Iter t>nb @tenbe, Sn*» | tl^fdffer fa^n 
^Iben belangt, i»nb | barauff geanttDcrt iDorben ift, | %u6f etliche bing, n>ie bie | 
folgcnbe hirfee ^ox^ \ rebe unb {Regifter | onjelgt | aWit einer SBorreb | S). Sßart 
^. I SSittnnberg. 1538. (der titel in einem holzschnitt, in dessen oberm 
theile 3 engel ein leeres Wappenschild halten^ unten in jeder ecke ein hirsch, 
m der mitte ein engel auf einem seil sitzend.) am ende: ®ebm(It )U XBittem- 
betg, bnr^ | ^n« grif(it^mut. 

iS bg. (sig. 81 — @), letztes blatt leer, auf der riickseite des titelblatte a 
steht ein register. die folgenden 5 seilen enthalten L.'s vorrede, bl 8(4'' ist 
mbedruckt. 

258. XBie ein iglic^er | (S^rtft gegen aderle^ le^ | re, gut unb bfife, nad^ ®otte^ 
^^% fi* gebur' | H^ ^Iten fol. | aWit einer »orr^ebe | ©. SKort Lnt^. 3uftu« 
3Rentnd. | Sütiemberg | MDXXXVllI {einfassung wie nr. 202). am ende: ®e^ 
ttuA ju ©ittemberg | bur^ SRidel ©^lirlen^, | 3» D XXXVUI 

B bg. (sig. 31 — g), letzte seite leer. L.'s vorrede steht auf dem 2. und 3. 
blau des ersten bogens. bl. 814 ist unbedruckt. • 

die nr. 255 bis 258 finden sich in der k. bibl. zu Berlin. 

259. »nter* | rid^ft ber »ift^ | tatorn, an bie «^f ärgern | int «nrfflrftenti^mn 



LXXVm QUELLENVERZEICHNIS. 

gu I ©ad^ffen, ^t butc^ | 35. SKatt- 8ut^. | cotriatctt. | ©Utemfcetg. | 1538. {die 
tiieleinfassung wie nr, 215). am ende: ®ebru(ft )U VAU \ tembetg huväf \ $aitd 

8ufft. I 3». !C. xxxvin* 

12 bg. {sig. Ä — 201), ietzie seile leer, auf der rückseite des titeis ein 
kurzes Vorwort L/s^ worin er die vorgenommenen änderungen rechtfertigt, 
bl. %x\* bis Sf folgt seine vorrede, 

in der univ. bibL zu Gieszen. 



1539* 

260. SBon ben | SoncUti« t>nb | ^t^en. | !Z). SKart. 8ut^. | «Bittembetg. | t539, 
(einfassung wie nr. 216). am ende: ®ebru(tt gu Sit« | tembetg btttc^ | $an^ 

ßufft I sro. D. xxxix. 

38 bg. {sig. % — 3f ft—O- ^*^ ^^^^^'^ *^^^ enthält nur Lufts drucker- 
zeichen. 

in der univ. bihl. zu Gieszen und in meiner eignen. 

den 14. merz 1539 meldet Z. Melanchthon, dasz er diese schrift fertig 
habe {de Wette br. 5, 172). 

261. SBibet | ben Sbi\ifo^ gu | aHagbeburg | Wbxtöft (Sat^ | binaL | 3D. W(a, 
Lut^. I 1539. {einfassung wie nr. 189). am ende: @ebtä(It gu VS^ \ temBetg 
burc^ I ^an« 8ufft | STO. D. XXXIX. 

9 bg. (sig. 8 — 3), letzte seile leer, auf der vorletzten seile nur die 
druckerangabe. 

landesbibl. zu Cassel. 

262. min bte | «nttnomet | 'S). a»at. Sut^. | Stttemberg. | 1539. {ein- 
fassung wie nr. 123). 

3 bg. {sig. % — S). die schrift ist Caspar Güttel, prediger zu Eis- 
leben, gewidmet. 

herz. bibL zu Gotha. 

263. 2Bte man bte | einfeltigen, t>nb fon« | berlici^ bie branden, im | di^ften^ 
t^umb t>n- 1 temc^ften [ol, | 5Dut(^ ^. | grtbertd^ SKecum. | Söittemberg. | Aimo 
XXXIX. {einfassung wie nr. 207). am ende: @ebrudt gu SSittembetg | but<i^ 

Georgen 9t^. 

2 unsignierte und 18 mit jt — (S sign, blälter, wovon das letzte blalt leer 
ist. L.'s vorrede steht auf dem zweiten {unsign.) blatte. 

264. ftur^e t>nb ein« | fettige Su^Iegung ber | (S|nfteln Dnb (imangeticn , f o 
auff bie ©onntage t>nb für« i nemiften Sefte burd^ | gon^ iat, inn ber | ftir<lifen 
gelefen | toerben. | 3Sor bie arme $far« | tfixxn »nb $)audbeter ge« | fteft, !Dur(^ 9)t. 

rfbttoni« I um (dominum. | Non nobis Domine non nobis^ sed nomini tno da 
gloiiam. I SBtttemberg. | M. D. XXXIX. {in einfassung). am ende: (Sebrudt 
jtt Xßittemberg burd^ | Georgen 9t^a&>. | WIt. S>. XXXIX. in folio. 



tt 






QUELLENVERZEIGHNIS. LXXIX 

das ganze buch zerßllt in 3 theile, wovon der erste theil $ bogen, der 
zweite theii 9t bg. und der dritte m bogen zählt, jeder theil hat einen be- 
sondern HteL die 3 ersten seilen des ersten theiles enthalten 2 vorreden L/s, 

nr. 263 und 264 in der /r. bibl. zu Berlin. 

265. ENCHIRIDION | Der ffeinc (Sated^ifmu« für | !t)ie flcincinc ^ar^cr i mh 
^rebigcr. I 3). SWart. Utff. \ aötttembcrg , it^ \ brudt 5Rt(f. ®^lr. | 1539 in 

octav, 

dieser titel, wovon die 2, 3, 4. ö, und 7. zeile roth gedruckt sind, steht 
in einer ein/assung. die rückseite des titelblattes ist leer, die folgenden 6 
hlätter enthalten L,'s vorrede, auf bl ÄS* folgt ein neuer, ebenfalls in ein- 
fassung stehender titel, welcher wieder mit amnahme der Jahreszahl roth ge- 
druckt ist: ^e 3^^^ l 8^^^' ^^^ \^ I ^n f)aud ixiter | feinem gefinbe eut ; 
feüigßc^ für I l^olten | foL | 1539, bei jedem gebot steht ein holzschnitt, ebenso 
hei jedem der drei arlikel, bei jeder der 7 bitten, der taufe und dem abend- 
mal. auszer der auf bh gf beginnenden haustafel enthält diese ausgäbe des 
kl chatech. noch ,,em trawbuchlin für die einfeltigen pfarherr'^ (t^iüji^ bis ®ttif ) 
und ,,da8 tauffbüchlin verdeudscht^' (®5' bis $5'). auf bl. $i6^ beginnt das 
te deum laudamus. bl. ^7 ff', fehlen in dem von mir benutzten exemplar der k. 
hibl zu Berlin* 

266. S)er CX ^ato | Dijit !I)Dmtnu«, 8«»>^ebi8t önb <iMiii^ \ legt, burd^ | D. 
STOart. lAXÜftt. \ ffiittcmberg | 1539» (einfassung wie nr. 202). ofn ende: ®e* 
btudt ju mt^ I temberg bur^ | mdtl ©c^ir- 1 len^. | 2«. D. XXXIX. 

30^12 bg. (sig. 8 — 3/ ^ — ^ 8 ^ ^^-Ä ^^l^l^ ^^l^ ^^^^' 
landesbibl. zu Cassel. 

267. Dg« LIU. (5a* I ^jitel be« "^xopffttm | 3efaia, 25on beut Seiben | önb ber 
Cmligfeit I S^rifti, au«ge* | legt burc^ | T>. aWart. Luther. | ©ittcmberg. I 1539. 
(titeleinfassung mit der enthauptung Johannes des täufers). am ende ; ©ebrudt 
)U ©ittem I berg, burc^ 5Ri(feI | @*irien%. | ü». D. XXXIX. 

^*/2 bg. (sig. ä— S, 3 2 bl.), letztes blatt leer, 
in der herz. bibl. zu Gotha. 



1540. 

268*. An bie | ^orr^rm, fflt* | ber ben fflud^er | }u »>rebigen. | Sßermanung 
D. aJlart 8ut#. I SBittemberg. | 51». D. XL. {einfassung wie nr. 123), am 
ende: ©ebrutft ju ffiittcmberg, | Durc!^ 3ofe»)^ Älug. | ÜR. D. XL. 

il bg. {sig. 81 — ^8), letzte seile leer. 

268^ «n bie | ^farr^erm m^^ | ber ben ©u^ | ^er ju <>rebi^ | gen. | üBer^^, 
manung S). | ÜRartini gut^er. | SBittemberg. | ÜW. S). XXXX, am ende: ©ebrutft 
iu ^ittembevg, burd^ 3ofe)>^ Stug. | SR. D* XXXX. 



LXXX QUELLfiNVERZEIGHNlS. 

£2 hg. {sig. Ä — SK), ietztes biatt leer, die titelemfassung wie bei nr. 
268'). 

die erste ausgäbe dieser schrifl befindet sich in der tmiv. bibl. zu Gieszen, 
die zweite besitze ich selbst. 



1541. 

269. ©tber ^Kin« | ©orft | ©. ÜKart. | «ut^et. | Stttcmbera. | ÜH. T>. XU 
am ende: (gcbrfidt ju Sit- | tembctfl burd^ | Ipan« Sufft. | ÜJl. ©. XLI. 

IG bg. ^sig. 8 — O), die zwei letzten seilen leer, der titel sieht in einer 
einfassiing, welche unten einen an seiner linken hintertatze saugenden baren 
darstellt, 

diese schrifl musz vor dem 12. april 1541 erschienen sein (vgl. de Wette 
hr, 5y 34f)y wiewohl L, den 13. febr, noch daran schrieb (6, 280). 

in meiner eignen bibl 

270. SScrmanungc | jum ®ebet, | 3Btbet bcn | Zixtdtn. | SWatt. gut^. ( Sit* 
tembctg. I MDXLI. (einfassung wie nr, 202). am ende : ®ebrü(ft )U Sit* | tem* 
betg burd^ ( TOdel ®äfxx \ fen%. «nno | 3». 5D. XLI. 

7 bg. {sig. SSi — (8), letztes blatt leer, 
in der univ. bibl. zu Gieszen. 

271. 3too ^rebiflten, 1 5D. SKatt «ut^ct | «uff bet ftinbcttauffc be« | 3ungen 
^cttlcin ©erni^rb«, gür* | ften 3o^anfcn Don än^olt ®on. 3n | gegcntDettiflfeit 
beffclben SBtübern, | bnb be« 33tfd^off« bon ©ranbcnbutg. ! 3« Deffaö), IDornftag« 
önb I gvcttag« in Oftem ge^ | fd^e^n. | 3tein, ©n ®^8* | ne ©crmon am folgen* 
ben I ®ontag^ Quasi modo geniti. !D. | SD^ort. iwi^. Ober ben ©ptuc^ 3o^. | am 
20. ®Ietd^ lote mtd^ ber 93atet | gcfanb l^t. ®o fenbe ic^ | eud^ k. | Sßittembetg 
M. D. XL. am ^^ß stehen 4 correcturen und darunter: ©ebtudt ju SBittem« 
betg I bimi^ 9Hde( | ©Strien«. I a». !D. XLL 

i^V« ftö'- /'^ö'- ä— % 5» »ttr 2 ft/.), letzte seile leer. 
. Wolfenbütteler bibl 

272. (Sin ©etmon | S). (Sa[))at O^üttel, | Suff bem ©ottöader | ju (Stdleitben 
(Sic!) geti^n. | SKit einet SSotrebe !Ü. | ÜRart. 8ut^. | ©ittcmberg | MDXLL (der- 
selbe holzschnitt als iiteleinfassung wie bei nr. 202), am ende: (Sf&Ktudt )U 
ffitttem I berg burc^ Elidel | ©d^trlen^. | !l). SR. XLI. 

5 bg. [sig. Ä — (5>, /ete^e seite leer. L.'s vorrede (8ii" — Äittf) «/ cin^ 
Zuschrift an Johann Bugenhagen, dem er diesen sermon Güttels zum durch- 
lesen zuschickt, da er keine zeit habe das büchlein mit musze zu lesen. 

in der k, bibl. zu Berlin. 

273. Sßiber bie @ottIofen | btutburftigen ©auliten bnb | £)oegiten biefer le|«; 
ten fertig jeiten^ !X)eT. H}. | ^fatnt aufge^« | legt. | Vvtxdf £). Utbamtm Stegtum. 



QÜELLENVERZEICHNIS. LXXXI 

m einer »otrcbc J). | aDlattini gut^erL | SJittembcTg. | Slnno. 1. 5. 41. am en- 
de: ©ebnictt ju mttm^ \ ierg, burc^ ^o\epff \ gtug. | Anno. M. D. XLl. 

7 bg. {sig. ä—®), e/i^ zwei letzten blätter leer, die vorrede L/s steht 
bl. »i'-aüif ; bl. aittf ist leer. 

m der hibl zu Wolfenbüttel 

274. !Ocr iDcubf^ I ^faltet | SKit ben ©ummaticn. | D. 3». Öut^r. (</a- 

r«?i/CT- em Holzschnitt^ welcher den könig David betend darstellt). 3^ ^^^^ 
temberg 1 ®ö>tu(ft butd^ ©eotgcn | W^nro. ANNO. | M. D. XLL am ende : ©ebrüdt 
JU JBittem | berg butd^ ®eot' | gen JR^tt>. | änno 3». 5DXLIL 

7ÖVi 6^. (sig. «—3, a— j, A— Z, 313t, wovon bg. m S bl.), die letzte 
säte leer. 

in der herzogt, bibl. zu Gotha. 



1542. 

275. (6jemt)d, ©^ | ncn Weckten 6^rift=' | U^en fflifd^off ju ( Seilten. | ®e- 
ifbe^n iöt SJeumbutg, | änno 1542. | 20. 3anuarii. | D. SKatt. Jgut^er. | SBit^ 
tembetg. (eitifassung : David und Goliath), am ende : ©ebtucft JU S3JU'' | tcm«^ 
berg, burc^ sRi* | dd ©^trlcn^, | ÜR. 3). XLII. 

d bg. (sig. Ä — 3), die letzte seile leer, 
in der univ. bibl. zu Gieszen. 

276. gjcriegung • be« 3l(coran | »ruber SRic^arbt, "^rc- | biger Orben«, Slu:^ :. 
no, 1300. 1 aSerbcubfd^t burc^ | !B. aMar. 8u. | SBittcmberg. | M. D. XLII. {der 
fiiel in der einfassung mit dem clavierspielenden Juden), am ende: ®ebru(ft 
1» «ittem^ I bcrg: ©urd^ $anö | 8ufft. | M. D. XLIL 

21 bg. (sig. %—!£), letzte seile leer. 

mit dieser schrifl war L. beschäftigt den 26. merz 1542 (s. de Wette br. 
c^, i52), 

277. S)er »arfu | fer üWünt^ (gulenf»)ic- | gel önb «Icoran. | Mii einer 95or- 
TC^e JX I SSortmi 8ut^. | Versicu. F^anciscanorum. \ Franciscus est in coelo. i 
f'^espanso. \ Quis dubitat de illo ? | Antipho. \ Totus mundus. \ M. D. XLII. (ein- 
fasmng wie nr. 77). am ende: (gcbrudt ju SCBittemberg, 35urd^ | $an8 8ufft. I 
M. D. XLIL 

20^1% bg. (die 2 ersten bg. sind mit * sign., die folgenden mit 21 —ST, ST 
hat wtr 2 bl.), die letzte seite ist leer. L.'s vorrede steht auf bl. *ii* bis 4*. 

278. !Cer jjtf. I ^falm an^t^ I fegt, ©urc^ | !Ooctor 3ol)an ©ugen^agen, 
Römern. | !l)arinncn anäf \ öon ber Sinber lauffe. | Stern bon ben bn* | geborn 
*ini!em, önb | bon ben ftinbern bie man | ni^t teuffen fan. | ein troft Ü). | 2»ar^ 
Snt mifm für bic | ©eibern, meieren c8 bngerat | gegangen ift mit SÜnber | gc* 
teren. , Anno M. D. XLIL am ende: ©cbrucft ju SBittemberg, | burd^ 3ofep^ 
% i «tttto I a». D. XLU. 

I>ww, WAftorImclu L 



Lxxxn QUELLENVERZEICHNIS. 

9 bg. {sig. 21—3), letzte seiie leer. L/s „trosf' steht 3f— Smj*. 
7ir, 276—278 beftndefi sich in der bibl. zu Wolfenbüttel. 



1543, 

279. äJon bcn ^^ \ bcn »nb iten | Öfigcn. | ü). M. «ut^. I aW)rfi<ft ju ®it^ 
tctnbcrg, | 3)utc^ ^n« !dufft. | 2». !C. XLIII. {einfassung wie nr. 276). 

36 bg. (sig. Ä — 3» ^ — J^)' ^^' ^^^^^^ ^^^^^ ^^^^- ^"^'^ ^'^^^ Ä^eÄ«i zwei 
carrecturen. die rückseite des titelblattes enthält eine kurze vorrede L,'s, wo- 
rin er die herausgäbe dieser schrift rechtfertigt, geschrieben wurde dieselbe 
noch im j. 1542, wie aus mehreren stellen derselben hervorgeht und durch 
einen brief v. 2i. dec. 1542 {de Wette br, 5, 517) bestätigt wird. 

280. 3Jom ©d^cm ^Kim*' | »)^ota«: ©nb Dom | ©cfc^lcdfft ß^ri' | fti. | ä)lat< 
t^d am i. e(4)ttcl | D, a»art. «ut^. | 3Bittcmberg. | Ü». Ü), XLIll. am ende: 
®ebru(ft ju ^ittemberg, | butc^ ©eotgen Stl^akD. 

i^ bg. (sig. 8 — Q), letzte seile leer. 

281. 3Jon ben "it^ \ tcn 3Bottcn | ©auib«. | !B. ÜJiart. Sut^ct. I ©Utcmbcr« 

MDXLUL {einfassung: Sitnson zerreiszt den löwen). am ende: ©ebtudt ju 

©ittem«' I berg burc^ ^ftdcl | ©c^irfcnfe. | 2». ©. XLIII. 
2i bg. (sig. ä — 3£), letzte seile leer, 
die nr. 279 — 281 in meiner eignen bibl. 

282. Sludtegung ber | (£))tftcln Dnb | (Suangelien, »cm Slbucnt | an biö aujf 
Oftcrn. I ©urc^ ©octorcm aKat*» | tinum «ut^r. | aiuffö um cotrigitt »nb ettpo 
ge- I bcffcrt. I 3)nt einem nüt}Hc^cn «cgifter. | ffiittcmberg. | M. D. XLUL am en- 
de: ^btudt ju ffiittemberg but^ | ^an« gufft. | 3». D. XL (sie!) in folio. 

der titel dieser ausgäbe steht in einem holzschnitt, welcher im rechten 
seitentheile die Opferung IsaakSj im linken Mosen mit den gesetztafeln dar- 
stellt, die rückseite des titelblattes ist leer, die darauf folgenden 5 blätter 
enthalten L.'s dediccUion an den grafen von Mansfeld und „unterrichV^ etc. 
dann folgt ein 8 bl. langes register. die folgenden bogen^ welche die predig- 
ten enthalten^ sind sign. 31 — ^, a — j, 8a — 3i die oberen blaitzahlen laufen von 
I bis CCCXXXII. 

univ. bibl. zu Gieszen. 



1544. 

283. äludlegung ber | (£)>tfteln Dnb | (Suangelien, Don Oftcrn bt^ auff bad 
8^» I uent. I S). "SSlax. !t!ut | 8uffd nctp jugertc^t. | Sittembetg. | ©ebtmft butd) 
|)an« «ufft. I M. D. XLlIll. ofu mde: ©ebrüctt ju S^ittcmbetg buT^ ^n« ßufft, 
Anno M. D. XLIIIL 



^ 



OÜELLENVERZEICHNIS. LXXXII 

der titel dieser van Creuziger besorgten posHUe steht in einem holz- 
schnitt, dessen oberer theii gott den vater van walken und engein umgeben 
rm-stelit. die riickseite des titeis ist leer, die drei folgenden seilen (Slij* bis 
inj*) enthalten die dedication Creuzigers an Georg fürst zu Anhalt^ welcher 
sich auf den 4 folgenden seilen (Ätti**— 815') L/s vorrede anschlieszt. auf bl. 
mb^ stehen mehrere carrecturen, bL 86 ist leer, hierauf folgen 10 bl. register. 
die die predigten enthaltenden bogen sind sign, mit 81 — 3r ^ — h ^^ — 3jf ^^ 
— ^ und tragen die oberen blattzahlen I—CCCCLXIIIL 

Gieszen. 

284. (ginc ^Tcbigt | ober bic (g^)tftel, fo | man liefet bon ben i^etfigen | (gitgeln 
9))0C. I XII. ! a)tart ^ut^. | SGBtttemBerg. | MDXLIUI. (in derselben einfassung 
wie nr. 202). 

4 bg. (sig. ä— J)), letzte seile leer. 
in der landesbibl. zu Cassel. 

285. ftuv^ betent^ | nid ÜD. 3Jlaxt intfftx^, ))om | l^etligen ©acta« | ment . 
©ebtudt ju ©itlcmbera, I SDurt^ ^anß 8ufft. | M. Di XLmi. (einfassung wie 
nr. 269). am ende nur: M. D. XLIUl. 

7 bg. (sig. Ä— @), letzte seile leer, 
Wolfenbütteler bibl. 

286. S5on bent @cift | ber ©iberteuffer, | ^nftu« ÜÄernn«. | SDWt einet »ot* 
TÄe. I 3). ÜKatt. Lut^. | ffiittentbetfl. | M. D. XLIUI. (einfassung wie nr. 202). 
am ende steht eine correctur und darunter die druckerangabe: (i^btudt )n 
Sittem ! betg, 3:)utd^ Elidel ©^ttlen« | 9ß X) XLIIU. 

iS bg. (sig. Ä — SE). L.'s vorrede steht bl. JRf bis äüj**. 
in der k. bibl. zu Berlin. 



1545. 

287. ein «kUif^c | gügenf^tifft, öon DiKto*^ | ti« aßattini fiut^et« | tobt, ju 
Mcm I audgangen. | Papa quid aegroto sua fata precare Luthero, \ Ml melim, 
niuat seu moriatur, habes. \ Is tua dum uiuit, pestis (e adfligit et urit, \ Mors 
tua tunc certe cum morietur^ erit. \ Dura lues pestis , sed mors est durior il- 
ia^ I Elige nunc utrum perfide Papa uelis. | ©ittembetg. | ©ebtucft butd^ §an« 
blufft I 1545. (in einfassung). 

4 bl., wovon die riickseite des titelblattes und S2 das italienische original, 
hl. fliii* bis ÄiHi'' L.'s Übersetzung nebst einer nachschrifl enthalten, 
herz. bibl. zu Gotha. 

288. ffiibet ba« »at)ftum ju | Born öom Teuffei geftifft, | SKatt. 8ut^ct !D. 
'darunter ein groszer holzschnitt: der bapst wird von teufein in den hallen- 
rochen gestoszen). ffiittembctg, 1545. | butd^ ^and iJufft 

24 bg. (sig. «— «a), das letzte blatt leer, 
in der univ. bibl. zu Gieszen. 



LXXXIV OUELLENVERZEICHNIS. 

289. ©ibcr bie | XXXII. 5airtttcl | bct ÜCeoIogiftcn ton \ 8öucn. | 2Rart 8ut^. , 
SBittcmbcrg. | M. D. XLV. (einfassung wie nr. 281). am ende: ©ebrudt ju 
SBit^ I tcmbcrö, Durc^ | mdd ®äfix^ \ lenfe. I M. D. XLV. 

10 hl. (sig. a— g, (S 2 hl), letztes hlatt leer. 

290. an Surfurftcn ju | Sad^fcn, bnb 8anb* | grauen ju ^t\\tnf 5D. 2)hrt. 
8utl;er öon beni gefangenen ^. | ju Örunfmig. | SBittembcrg. am ende 2 correc- 
turen und darunter: (Scbvucft in bcr ß^urfurftü* | d^en ®tat ©ittemberg Durc^ 
Oofep^ tlug. I 2lnno m. !C. Xg». 

nr. 289 und 290 hefinden sich in der herz, hihi zu Gotha, 

291. a3a})[t trett) ^abriani üij. | bnb aiefanbcr« HL gegen Seifet | gtibe* 
rieben ©arbaroffa geübt. SIuö ber ^ift | oria jufamen gejogen nüfelic^ | ju lei'cn. 
SOiit einer SSonl^ebe | ÜD. ^iar. ßutl^cr^. (darunter ein groszer holzschnitt den 
hapsl und kaiser darstellend), am ende: ®ebrucft gu Gittern | bcrg, burd^ 3o* 
fej)^ I trug. Slnno. | 3)L I). XL9S. 

8 hg. {sig. %~^)^ die drei letzten selten leer. L.'s vorrede steht hl. Ätj* 
bis aiiij*. hl. Sliiif enthält eineti groszen holzschnitt (der hapst tritt dem kaiser 
auf den hals) mit der üherschrifl: historia von hapst Alexander III. wie er 
den heiser Friedriclien Barharossa dem Türeken verrhaten hat. Ist ein fein 
exempel der nachuolger s. Petri. 

292. (Sin JDialogu« | bcm (SHtcinb ju | c^ren gcf^ricben. | 5Durd^ ÜÄ. 3o^ii 
greber, 2ln 1 bie Durd^Ieud^tigfte ^od^gebor | ne gürftin, gran>c hoxot^ta, \ Sonigin 
ju^Dene*^ | marc!:c. | aD?it einer »orrebeiD. | ^Äart. Lut^. | SBittembcrg. M. D.XLV. 
{einfassung wie nr. 202). am ende: ®cbrurft ju SBit= | tembcrg ©utc^ | Wcfel 
©c^ir^ I lenlj. | Wl ©. XLV. 

16^1% hg. (sig. 21—91, Q 2 hl). L.'^s vorrede fällt die hlätter äij* bis 

nr. 291 u. 292 in der k. hihi zu Berlin. 

293. §aufi)oftiUa | tjbcr bie ©ontag« bnb | bcr fürnemeften geftc ©uange* I 
lia, 5Durc^ ba« ganfec jar. | !D. SÄar. i?ut^. | ffiittemberg. | a»it tjleiö auff« ncic 
über I feigen, gcbeffcrt, önb mit etlichen | ^rebigten gemc^ret. | ©ebrudt burd^ I ¥c* 
ter ©eife. | SSI. !)• XLV. in folio. 

dieser titel, dessen 1. 2. 5. 7. 8. und 9. zeile roth gedruckt sind, steht 
in demselhen holzschnitt wie nr. 282. hl. Slij* enthält L.'s vorrede, welcher bi 
Slii** his äiiiji' des herausgehers, V. Dietrichy vorrede folgt die hausposi 
zerfällt in 3 t heile: wintertheil, sommertheil und festtheil, wovon der 3. theil 
einen besonderen, in einem holzschnitt stehenden titel haX. der erste thei^ 
zählt CXV, der zweite CLIX und der dritte theil 101 fol hlätter. 

Wolfenhüttel 



OÜELLENVERZEICHNIS. LXXXV 



1546 yf. 

294. ajier ^rcWg* | tcn be« e^TOirbigen |)ertn 5D. | aMartini gut^er«, ju ©«^ 
Ic* t ben öor feinem abfd^ieb | au« biefem leben | getl^an. | ©ebrurft ju Sittem* 
l»erg | bitrc^ ^nö l^ufft, I 1546. (einfassung nne nr. 269). am ende: ®ebrucft 
^,u m« I tembetg burc^ | ^an« ü^ufft. | 1546. 

18 bg. {sig. ä — ®), fl?/^ /^fe^e seiie leer, ^auf der vorletzten seiie steht 
nur die druckerangahe. 
m meiner eignen bibL 

295. (grflerung | D. 3Äart. l^ut^ri | t>on bcr frage, bie ^\t>U \ »e^r bclan^ 
genb. ; 3»tt SSorreben ^^Uippi aJicfant^oni« [sie!) \ önb SDoct. 3o^an. ©ugen^^a«^ 
m ' ?omer« , ^ftorö ber | Sird^en ju Sit* | tcmberg. | ffiittcmberg, | ©ebrucft 
mi^ $Kin« I 8ufft | 1547. 

10 bL, wovon L/s erkinrung die 4 letzten blätter ßllt, dieselbe ist von 
G. Rörer an tag gegeben. 

in der bibl zu WolfenbütleL 

296*. 3lu«Icgung, efelicber | Xroftf^jrfic^e , fo bcr e^rtmrbtge | 5)err, Doctor 
:DJartinu« 8u^ 1 t^er, inn feiner lieben |)crrn, önb | guten greunben Öibcln bnt 
^oftiUen, mit eigener | ^anbt (ju feinem ge* | bed^tni«) ge* | fd^rieben. i ^falm. 
<'U. I !Du »olteft .... beine &ftt. 

'J bg. (sig. 21—®), letzte seile leer. 

diese Sammlung wurde von Aurifaher veranstaltet, eine andere Sammlung 
goh G. Rorarius heraus unter dem titel: 

296^ aSieler fd^ö^ | nen ©prüc^e au« göttlid^er | ©d^rifft au«legung, !Carau« ! 
Vere »nb Iroft ju nemen »el* | c^^e ber e^rntoirbige ^err | ÜDoct. aWart. iJut^er 
'eltger, loiclen in ire | ©iblien gefd^riebe. | !DergIeid^en ®pxndft bon anbern | ^errn 
aufgelegt, finb auc^ mit ein* | c^emenget | SDJit bleiö miberumb burc^ fei^n, | bnb 
geme^^ret. | (Sebrucft ju ffiittem* | berg burd^ ^an« l^ufft. | 1549. in octav. 

26 hg. (sig. Sl — 3f ^-d, letzte seile leer, die 1. 6. und 14. zeile des 
titeis sind roth gedruckt. 

in der bibl. zu IVeimar. 

297. $au«}5oftttt I ober bie ©ontag« önb ber für* | nemefteii gcfte öuangelien, 
turc^ baö ganfee 3ar, | öon 3). äWartino «ut^cro feligcn geprebigt, au« ÜJi. (Georgen 
■Rorer« feligen gcfd^riebenen ©Addern, mie er bie bon iar ju iar au« feinem bc« 
Jector« anunb auffgefafft t>nb jufamcn brad^t, Ire»* ' lid^ on attc enberung, 
äbbruc^, ober ^vl\ol% auff« nem | jugevic^t, unb in Drucf geben, {darunter ein 
Holzschnitt: Christus am kreuz, unter welchem L. und kurßrst Johann Fried- 
rich voti Sachsen knien). 11. ^tri I. | 2Bir l^ben ... bon bem ^eij. geift. \ 
Öebrudtt ju 3^na, burd^ ß^riftian «öbinger« (Srben. | «nno 3». 5D. LIX. am 
ende: ©ebrudtt )u 3^na burc^ | C^riftian Wöbinger« (Srben. foL 

diese von Andreas Poach aus dem hinterlassenen manuscripie Georg Rörer's 
mit einer vorrede von Nie. v. Amsdorf besorgte ausgäbe der hauspostille ent- 
hält 4 bl. vorstOcke, 498 fol. und 61 unfoL blätter. bl. 181 beginnt der 



LXXXVI QÜELLENVERZEICHNIS. 

„summerteil der hausposHllen*' hl. 427 der festteil, die 51 unfol. blätter ent- 
halten register und correcturen. 

298. COLLOQüIA | Ober | Xtfd^tcben ^o* \ ctot SKarttni Sut^cri, fc er 
in ötebn ] 3arcn, bic 3cit feine« Seben«, gegen (Sefe^tten gelitten, «u^ | ftemBben 
®eften bnnb feinen Sitf^gefettett gefü^ret. ÜJattnn bon allen «tti* | dein bnfcr 
{Religion, äud^ bon ^o^en ©tfiden, gtagen bnnbänttoort: 3tem, | biel merdlic^n 
^iftorij«, bnb fonft bon alterleV fiepte, Sitoft, Katff, \ ffieiffagung, ©amung, önt 
»ermanung, ©erid^t, | bnnb bntrtri^t, ju finben. | Slnfengtid^ bon 2». aUiti^oitio 
gcmterba^ jufamen getragen, ^emad^ in geioiffe j Locos Communes berfaffet, »ii 
au§ Dil anberer (Selei^rter Seute Collectaneis gcme^ret | Durd^ So^nnent Sünifa^ 
bern. | ©omlet bie bbrigen ©roden, ba§ nid^t« bmbfomme. 3o^n. 6. (darunier 
ein holzschnitt^ eine tischgesellschaft von 8 personen darstellend). ®etrudt )u 
grandfurt am 3Jla^n, im 3ar 1574. Fol. 

auf der rUckseite des titelblattes steht ein groszer, die taufe Jesu darstellender 
holzschnitt mit der Überschrift: diesz ist mein lieber son an welchem ich ein 
Wohlgefallen habe. Mattliei 3. die folgenden 9 bl. enthalten die vom 7. Juli 1569 
datierte vorrede Aurifabers und das register. hierauf folgen auf 446 fol. hl 
(Seee bg.) die tischreden. 

in der hiesigen gymnasialbihliothek. 



Von den bis jetzt existierenden gesammtausgaben der deutschen schriflen 
Luthers wurden benutzt: 

1) die Wittenberger ausgäbe von 1539 — 1558. 12 foliobände. 

2) die Jenaer ausgäbe, und zwar th. 1 von 1555. 2, 1555. 5, 1556. 4, 
1560. 5, 1575. 6, 1557. 7, 1558. 8, 1558. 

3) die Eisleber ausgäbe von 1564 — 1565. 2 foliobände, welche cUs sup- 
plementbände zu den zwei vorhergehenden ausgaben anzusehen sind. 

4) dieHailesche (Walch'sche) ausgäbe v. 1740-^1753. 24 bände in quari 

5) die Erlanger ausgäbe. 1826 — 1856 in 67 octavbänden erschienen. 

Die biblischen belege wurden in der regel Bindseils ausgäbe von Lu- 
thers bibelübersetzung entnommen, welche den text von 1545 zu gründe legt, 
öfters sind jedoch auch frühere drucke , zumal die ersten ausgaben der ein- 
zelnen theile der bibel herangezogen worden. 

Luthers briefe nach der von de Wette 1825 — 1828 in 5 bänden her- 
ausgegebenen samfnlung, welcher Seidemarin 1856 noch einen sechsten hin- 
zufiigte, und Burkhardt, dr. Martin Luther's briefwechsel. Leipz. 1866. 



k 



AbkürzungcD. 

es genügt hier nur die in der grammatik üblichen zu verzeichnen, alle 

übrigen erklären sich leicht von selbst. 



acc. accusativ. 

ftdj. iuf/ectiv, 

adv, adverh, 

ahd. althochdeutsch, 

camp, comparcUiv. 

eonj. cot\functi(my conjunctiv, 

dat. daüü. 

/. femininum. 

gen, genitiv, 

goth, goihisch. 

gr. griechisch. 

irnp, impereUiv. 

ind. indiccUiv, 

mf. infinitiv, 

mir, iniransitiv, intransiiitmm, 

iat. lateinisch. 



m, masculinum, 
md. mitteldeutsch, 
mhd. mittelhochdeutsch, 
n, neutrum. 
nd. niederdeutsch, 
nhd, neuhochdeutsch, 
nom, nominativ. 
part, participvum. 
pl. pluralis. 
praes. praesens, 
praet, praeteritum. 
refl. reflexiv^ reflexivum. 
sing, singularis. 
subst. Substantiv, 
sup. Superlativ, 
tr. transitiv, transitivum. 



A. 



1, der edelste und ursprünglichste aller 
tocaUaute, steht in den ältesten arigincU" 
drucken der deutschen Schriften Luthers, 
wie in dessen noch vorhandenen eigenhän^ 
digen briefen aus den jähren 1 5 1 7 5t« 1519 
^M/i^ /ur o. so begegnen x. 5. dem mhd, 
laulstand entsprechend an ( d, t. ane ) für 
ohne, angefehr für ohngeßfhr, argwahD (arg- 
wan) für argwöhn, kal für koth, slram 
(Reynslram, wasserstram) /ttr ström , lacht 
ßr tochl; daneben erscheinen aber auch 
ih ßr ob, adder (ader) für oder, nach für 
noch , sali für soll , welche letzlere formen 
der sog. mitteldeutschen mundart ange- 
^en. mit dem Jahre 1520 verschwinden 
die den mitteld. vocalismus repräsentieren- 
den a bei Luth. gänzlich, während beispiele 
erster art sich länger erhalten haben; arg- 
wan kommt sogar noch in der bibel v.J. 
1545 neben argwon vor,*) 

Von dem dehnzeichen ah macht Luth, nur 
selten gebrauch und noch seltener erscheint 
aa. auch hierfür einige beispiele, die vor- 
zugsweise manuscriptüberresten und den die 
Orthographie La am treuesten wiedergeben- 
den, bis zum jähr 1530 gedruckten autogr. 
iMth. entnommen sind, 

a) die dehnung bleibt unbezeichnet : asz 
ißpäler ass), ban, bare, bewaren, bezalen, 
erfaren, ermanung, fane, far {^=:^ gefahr), 
'sren, han (hanenschrei , wetterhan), bar, 
jar, kal, lam, n^ruog, par, rat, raten, rat- 
schtag, schar, tal, vennanen, verwaren, wal, 
war verus (warheit, fürwar), zai, zan. 

h) mit dehnendem h : ahnen, bahr (baar), 
t^ahr (bahre), fahl und falb, fahr, kahn und 
khan, lahm, rbam sordes, that, vnterthan, 

*) die belege ftlr diese und die folgenden 
beispiele sehe man bei den die betreffenden 
Wörter behandelnden artikeln. 

Don, Wörtorbnek. 



verrhaten und verrathen, vorfabr, wähl und 
walh, wahn, wahr («» waare), 

c) die dehnung wird durch gemination 
ausgedrückt : aal subula, saal, saat, in der 
bibel V, j, 1545 auch einigemal zaan neben 
zan. hiernach ist Kehrein gr,d. d, spräche 
des 1 5. — 1 7. jh, l, 3 zu berichtigen, wo be- 
hauptet wird, L, habe kein aa und als bei- 
spiel königssal 1 Mos, 1 4, 1 7 dienen musx, 
ein wort das in L,s bibelübersetzung gar 
nicht vorkommt; in der von Kehrein ciUerten 
stelle steht königstal. 

In seiner eigenschaß als erster buchstabe 
des alphabetes steht a in deroffenb,Joh, 1.8 
tt. a. a. st, vorkommenden formet : das a und 
das B» der anfang und das ende, me auch 
erklärend hinzugefügt wird, denn a (alpha) 
ist der erste und das lange o (omega) der 
letzte buchstabe des griechischen alphabetes. 

Einmal dient der buchstabe a auch als 
abkürzung für das obscene, sonst von Luth, 
nicht gemiedene wort arslocb : mir ist wie 
dir, mein adelirbs a. las imer drabe/i, du 
findest noch wol deines gleichen, von ehe- 
sachen, (1530). Ej\ so wird den „mit gu- 
ten gesellen" davon laufenden weibem von 
ihren männem nachgesungen, die Verbin- 
dung des adj. adclich mit arslocb ist noch 
heute in Hessen unter dem volk ganz ge- 
wöhnlich, 

jiy den Umlaut des langen me kurzen a, 
drückt Luth. stets durch e (eh, ee) aus. bei- 
spiele hierfür s, unter e. 

Aal (al, ael, abl), m. anguiUa, ein bekannter 
schlangenartiger fisch ; bei Luth, häufig die 
von der schlüpfrigkeil dieses thieres herge- 
nommene sprüchwörtliche redensart „den 
aal beim schwänz haben" : es ist nur vmb 
eynen bucbstaben zu thun , das man das d 
yns b und das b yns d verwandele, so wird 

i 



AAS 



AB 



aus dem worl leyd das wort leyb und wid- 
derumb {d. t. umgekehrt) so liaslu es wie 
deu al bey dem schwanlz. dtis ander Uyl 
Widder d, hymlischen propheten. Wittemb. 
(1525). Giij'*; es ist der teulTel, der also 
geuckell vnd Würfel spielet mit der schriffl 
und sie drehet wie er wil, das, wo man jn 
angreifet, soll man den ael bey dem schwanlz 
gefasset haben, das 14. vnd 15. cap. Jo- 
hannis. Witlenb. 1538. Xiiij** ; er {der car- 
dinal Cajelan) dachte er bette mich in der 
klappen, so hat er den ahl bey dem schwan- 
tze. EisLausg. 1, 3'*; ich besorge, ich werde 
zuletzt den ahl bei dem schwanlze nicht hal- 
ten. Burkhardl Luthers briefw, 293. 
— Für den pl. von aal , welcher mhd, acle 
lautet, bietet Luther keinen beleg. 

Die etymologie des Wortes aal ist noch 
unsicher; Grimm vermuthet [wtb. 1,5), 
dasz aal aus ahal, der Verkleinerung oder 
ableitung eines verlornen aha (schlänge) 
entsprungen sei und glaubt diese vermü- 
Üiung durch die bei Luth. vorkommende 
Schreibung ahl unterstützen zu können, 
wenn wir nun auch diese herleitung des 
Wortes aal nicht bestreiten {in der von J. 
Jonas verdeutschten schrift L.s: das der 
freie Wille nichts sey, Wittemb. 1526. 
begegnet sogar die Schreibung ahel), so 
glauben wir doch, dasz das h in ahl bei L. 
nur dehnzeichen ist. — ahd. und mhd. gilt 
nur AI {Graff l, 224. Ben. 1. 21). 

Aas (asz, ass, as), n. cadaver, lodler 
körper, welches wort Weigand (wtb. d, 
d. synon. 3, 11S7) u. a. von aasz esca, 
speise, thierfrasz als unverwandt gänzlich 
geschieden wissen wollen und nur letzteres 
von eszcn ableiten, während Grimm wtb. 

1, 6 {vgl. auch dessen gesch. d. d. spräche 

2. auß. 701) beiden Wörtern özan als war- 
zel zuweist, gebraucht Luth. sowohl für 
esca als auch für cadavcr. 

1) /tir esca: du wirst auffs land fallen vnd 
nicht wider auflgelesen noch gesamlet wor- 
den, sondern den thieren auffdem Land vnd 
den vögeln des himels zum ass werden. 
Ezech. 29, 5 (hebr. b3K LXX xarußgiofia, 
vulg. ad devorandum ; J. F. v. Meyer ülfer- 
setzt: frasz, ebenso Schmieder bei Gev' 
lach (Ue heilige Schriß). 



2) für die leicike der thiere : und das ge- 
uogel fiel auff die ass. 1 Mos. \h, 1 1 ; und 
{Simson) trat aus dem wege, das er das ass 
des lewens besehe, sihe, da war ein bien- 
schwarm in dem ass des lewens. rieht» 1 4, 8 ; 
wo aber ein ass (1522: asz) ist, da samlen 
sich die adler ( 1 522 : adeler). Matth. 24, 28. 

3) für die menschliche leiche : also ward 
das ass Isebel wie kot aulT dem felde. 2 fco». 
9 , 37 ; kein schendlicher, vnleidlicher ass 
auir erden ist, denn des menschen, zwo pre- 
digt vber der leiche des kürfürsten hertzog 
Johans zu Sachssen. Wittemb. 1532. Fiij'. 
den gebrauch des Wortes aas für den cada- 
ver des menschen vor Luther belegt Ben. 
\, 64; einen beleg aus neuerer zeit gibi 
We ig and wtb. d. d. synon. 1,2. hier slehf 
noch ein solcher aus der ersten deutschen 
bibel; 1 Mos.bi), 3 heiszt es von der Salbung 
des leichnafns Jacobs: dilz was die gewon- 
heit der bewarlen eser {vulg. : iste quippe 
mos erat cadaverum condilorum). 

der pl. von aas lautet bei Luther ( 1 Mos. 

15, 11) die ass d. i. asse. die Nürnberger 
bibel V. 1483 hat an der betreffenden stelle 
dv osse, während sie sonst auch {z.b.l Sam. 
17,46; 31, 12) die ass bietet, die sog.ersie 
deutsche bibel dagegen hat auch hier uiV 
Gen. 50, 3 die esser. 

Ab (abe), mhd. ab, abe, ahd. apa. aha, 
goth. af, der lautverschiebung und der be- 
deutung nach mit gr. ano, lat. ah stimmend, 
ist heute fast nur als adverb in vielen Zu- 
sammensetzungen übrig, während es früher 
rege, weitwaltende praeposition war. rgi 
G rimmgr. 3, 253. wtb. 1 , 6. ßir den prae- 
positionalen gebrauch des ab bietet Lttih. 
keine belege, wenn auch Schriftsteller d^i 

16. Ja M. fh. wenigstens in bestimmten 
fällen bei der alten praeposition beharrten; 
zahlreich sind dagegen die mit dem adverbia- 
len ab gebildeten composita, von denen einige 
Luth. wohl selbst erst gebildet haben mag. 

Was die bedeutung dieser partikel an- 
geht, so bezeichnet sie im allgemeinen tren- 
nung, entfernung, die sowohl ein deorsum 
als seorsum sein kann; an und ab, zu und 
ab, auf und ab bilden mithin gegensätie: 
die feldmaus wusste nirgend hin, lieH 
die wand aufT und abe. Jen. 5, 272*; 



ABARBEITEN 



ABBILDEN 



ich bin in demttligoui gehorsam bereit, so 
ich gnugsam Versicherung vnd ein frey geleil 
auff vnd abe wider in mein ge warsam erlang, 
auf nechst kanfl\igem rcichslag zu Wormbs 

zu komen. Jen, \, 480''; auch halte 

er mit dieser sach nichts zu Ihun, mochte 
derlialb zu und ab, hin und wider ziehen, 
welche slund er wolt. Jen, \, 131*; der 
den hämisch anlegt, sol sieb nichl rhümen 
als der jn bat abgelegt. 1 hon. 20, 1 1, vgl, 
awh ab- lind zugehen, ab« und zureiten, 
hinaur- und hinabfahreu u. a, 

Ibtrheitfii (aberbeilen), iahorando con- 
switre, in mehrfacher anwendung, 

1) werkseuge durch arbeit abnützen: die 
schneiten an den sensen vud haweu und gabeln 
vod heilen waren abgeerbeilet. 1 Sam, 1 3,2 1 . 

2) eine schuld nälteU arbeit abtragen : 
die andern XX (sc, gülden) soll er mir ab- 
arbeiten, de Wette br, 6, 327. 

Z) zu ende bringen, erledigen: ilzt lassl 
UDs diese wort Dauid zuuor abarbeiten, von 
den letzten warten Dauid. (1543.) Giij''. 
hierher gehört auch wohl : es were wol fein, 
auch leicht zu ihun (nemlich das Osterfest 
IN aller well zu gleicher zeit zu feiern), wo 
es die hohen maiesteten thun wollen, weil 
ti hereil alles fein abgeerbeilet {die das oster^ 
fett betreffende astronomische berechnung 
iu ende geführt) ist durch die astronomos, 
vnd allein am ausschreiben oder gebot feilet, 
ron den concilijs vnd kirchen. ( 1 539). Lij\ 

khhäf paler, ein aramäisches wort {chald. 

^^^f fyr. (^J}, welches im n, lest, an drei 

Hellen (Marc. 14,36. Röm.S, 15. GalA,ß) 
iteU mit beigefügter Übersetzung erscheint, 
hier stehe Luthers eigne erklärung dieses 
mrtes, wie er sie in der auslegung der epi^ 
Hei am 8. sonnlag nach trinitatis (ausle' 
g^ng der episteln vnd euangelien von ostem 
^isauffdas aduent. fVittemb, 1544. Aavj'*) 
gibl: das ebreische worl (abba) welches 
bcisst (wie er [der apostel] selbs deutet) lie- 
Wrvater, ist das rüflen, wie ein junges kind- 
iin, so der erbe ist, aus einfeiliger kindlicher 
zuoersicht mit seinem vater lallet vnd jm 
rüflet, ab, ab^ denn es ist das leichtcsle 
^'ortf so ein kind kan reden lernen, oder wie 
<^ie alle deutsche spräche auch schier leich- 



ter geredt hat, etha, etha (gemeint ist mit 
etha das goth, atta Luc. 2, 48, ahd, alte 
Graff I, 145, mhd. alte Ben, 1, 67, tre/- 
ches auch doimcA, schwäbisch und schwei- 
zerisch den umlaui hat), 

AbkaiiMCiii mittels Strafandrohung des 
bannes abdringen: wie wol seine kirche 
selbs drumb zUrnet {dasx nemUch hersog 
Heinrich von Braunschweig das bisthum 
Hildesheim an sich genommen hatte) vnd 
geben jtzt für, siewdllensjmabbannen. wider 
Hans Worst (1541) Nj\ vgl, bann irnd bannen. 

AbheisieMj davon beiszen : wenn du weis- 
lich geloben will, so gelobe die nasen dir 
selb nichl abzubeissen, das kanslu halten. 
Jen, 2, 153^; dancke du gotl, das ich dir 
den hals nicht abgebissen habe. Jen, 5,272"; 
die saw aber bcissets von der wurzel abe. 
tischr. 36". 

Abketen^ durch beten abwenden, entzie- 
hen: es musl ein armer leuffel sein, dem die 
(sc, meszpfaffen) sollen eine seele abbcteif 
{wohl: durch gebet bewirken, dasz eine 
seele aus dem fegfeuer erlöst und so der 
gewalt des teufeis entzogen werde), ein 
widderruff vom fegefeur, (1530). Fj''. Lu- 
ther führt diese stelle als ein sprüchwort 
an, mit welchem das plappergebet der mes- 
selesenden priester verspottet wurde, die, 
wie er selbst sagt, „die lieben psalmen dahin 
schnatterten, wie die gänse das haberstroh." 

Abbetteln (abebetleln), einem durch an- 
haltendes bitten (s. betteln) etwas abzudrin- 
gen suchen : wo e. k. f. g. denselbigcn umb 
goltes willen wollte etwas lassen geben, ei- 
nen gülden oder sechs, wäre gut, wo nichl, 
müssen wir sie abfertigen, vnd geben was 
wir vermugen, vnd doch am andern mal e. 
k. f.g. Widder abebellelu. de Wette br,3A 02. 

Abbilden^ ein bild von etwas entwerfen : 
darumb ists fein hie abgebildet, der prophet 
Sacharja, (1528). Sj'*; vnser lieber herrgott 
sich so schön, herrlich vnd lieblich in dreien 
personen abbildet vnd darstellet. Jen, 8, 300'*. 

AbbiB4eM> ligamen solvere, einen haft 
lösen: vnd wil sie {die auf dem Ubanon 
gehauenen cedem) in Aussen legen lassen 
auff dem uiecr, bis an den ort, den du mir 
wirst ansagen lassen, vnd wil sie dasclbs ab- 
binden [die flösze wieder zerlegen). 1 kön. 

1* 



ABBITTEN 



ABBRECHEN 



5, 9. in der ersten, vermuthUch 1524 er- 
schienenen ausgäbe des andern iheils des 
alt, test. übersetzte Luther „waltrechlen" 
{später waldrechten «. d.) anstatt abbinden, 
welche Übersetzung erst bei der grossen revi- 
sion der ganzen bibel (1541) geändert tourde. 
Abbitten (abebitten) , nach Luthers eig- 
ner erklärung, die er in der auslegung der 
sieben buszpsalmen v, j. 1517 zu ps. 6, 10 
(yygott hat erhört mein abbitten**) gibt, ein 
bitten, wodurch abwendung, wegschaffung 
des bösen erreicht werden soll, während er 
für das gebet um erlangung des guten erbit- 
ten gebraucht wissen will {vgl. Jen, ausg. 
\j 18"). ndt dieser erklärung, die in der 
verbesserten ausgäbe der sieben buszpsal- 
men V. J, 1525, da dUe veränderte Überset- 
zung keine Veranlassung bot, wegfiel, stimmt 
nun auch der gebrauch, den Luth. von ab- 
bitten in folgenden stellen macht: darumb 
kommen sie zauorn mit forcht vnd bitten das 
abe mit demut (sc. nicht von gottes angesicht 
verworfen zu werden), die sieben puszpsalm. 
(1517). Eij''; merck eben, das man das vbel 
am alleHelzten abebitlet vnnd abebitten soll. 
auszlegung deutsch des vatlervnnser. (1518) 
Jj" ; ich wil mich rechen, und sol mir kein 
mensch abbitten (mich durch bitten bewegen 
von der ausführung der über Babel be- 
schloszenen strafe abzustehen). Jes. 47, 3; 
doch ist neben der gemeinen schuld auch 
eine sonderliche, wo einer einen andern 
erzürnet hat, das er es yhm abebilte. deutsch 
C€Uechismus. (1529). verm. awg. Pv*; da 
haslu deinem nechslen olTenllich schaden zu- 
gefügt, solchen schaden weder abgebeten 
noch widerlegt, hausposl. Wittenb. 1545. 
festlheil 99". Aber auch die von Grimm 
(wtb. 1,13) aus den briefen Luthers ange- 
führten zwei steUen stehen, wie der zttsam- 
menhang zeigt, nicht gerade im Widerspruch 
mit obiger erklärung, da es sich in der er- 
sten stelle {de Wette br, 3, 5) um die wegschaf- 
fung einer rotterei, und in der andern {de 
Wettebr. \,3S2, bei Gr, gedr. S2)umdienie- 
derlegung eines zwischen dem bischof von 
Regensburg und dem rath ausgebrochenen 
Streites handelt, unzweifelhaft aber steht 
abbitten für erbitten in folgender stelle: 
kan aber die metze abbitten, das sie bey 



dem ersten möge bleiben, so sie je grosse lust 
zu ihm hat, mag sie wol thun. Eist, l, 60^ 

Abblatten (abblaten) , blätter abbrechen: 
vnd heisset das wort hasaph, (C|9n, ps. 29, 
9) abblaten. Eist. 2, 96". 

Abborgen j was das einfache borgen, so 
fem es auf borg nehmen bedeutet, mutuari, 
entlehnen: wende dich nicht von dem, der 
dir abborgen wil {erste ausg. des n. lest. v. 
j. 1522: der von dyr borgen will) MaUh. 
5, 42 ; also haben wir auch ynn deutschen 
landen den namen, das eltliche heissen Kralft 
odder Krafllmann, wilchs dem ebreischea 
nach gemacht odder abgeborget ist. die ept- 
stel des propheten Jesaia. (1526). Eiiij'; 
solche weise die schrifTl zu füren heisst ka- 
tachresis, abusiuus modus loquendi, ein mis- 
verstand, das man der schrifft zu weilen ei- 
nen Spruch abborget und reisset damit einen 
bossen. ein widderruff vom fegefenr. 
(1530.)Diij^ 

Abbrechen (abebrechen) , ahd. apap(b)rS- 
chan (Graff 3, 264), zusammengehöriges 
oder auch nur zusammenhängendes {durd^ 
brechen) trennen; die abgezogneren be- 
deutungen ergeben sich leicht aus der sinn- 
lichen. 

L transitiver gebrauch. 

1) sinnliches abbrechen, a) fruchte, hin- 
ter, zweige {vom bäum) abbrechen: ich wil 
thun wie ein guter bäum wenn man die fruchte 
abbricht, die er heur getragen hat. haus- 
post. Wittemb. 1545, sommerlheil 71'; vnd 
sihe ein oleblat hatte sie (die vonNoahaus- 
geschickte taube) abgebrochen. 1 Mos. 8, U ; 
wenn sie dyr nu eyn blalt abbrechen, szo 
wollen sie den ganzen wallt gewonnen haben. 
von beider geslalt (1522) Cüj'». &) güe- 
der (vom leibe) abbrechen: vnd sol seine 
flügel spalten, aber nicht abbrechen. 3 Mos. 
1,17; vnd jr {der opfertaube) den kopfl ab- 
kneipen hinder dem genick, vnd nicht ab- 
brechen. 5, 8. c) das licht abbrechen, 
d, i. einen bulzen vom licht brechen, es 
putzen, weshalb die iichtputse früher (z. 
b.bei Alberus dict. KKij^) aucA abbreche 
Mesz: was sind die zweige der ölebewme, 
welche stehen bey den zwo gülden schneu- 
tzen damit man abbricht? der prophet Sa- 
charja. (1528) Biij^ später fügte Luth, o» 



ABBRECHEN 



ABBRUCH 



der beireffenden Stelle (Sach, 4, 12) noch 
hinzu: obeu von dem gOlden leuchler. 

d) bildsäuleD, mauern, gebäude abbrechen 
B niederreiszen: was ists aber» göUen eusser- 
lieh abbrechen vnd ynnerlich viel göUen ym 
herlzen anffrichlen? der prophet Sacharja. 
(1528). Hhiij'*; vnd (ne) brachen abe die 
maoren zu Jerusalem. 2 chron. 36, 19; 
ich wil meine schewneu (früher scheuren) 
abbrechen. Lue, \2, 18. 

2) eine rede oder schrill abbrechen d. t. 
plötzlich inne hallen^ ohne dieselbe zu 
ende gefuhrt zu haben, wodurch dann der 
Zusammenhang zu einander gehöriger theile 
gestört wird: das heysst nicht leren, so zur 
vnzeit, lückisch vnd kurlz die rede ab- 
brechen vnd vnuersehens vnd vnuerwar- 
nel auff eyn anders fallen, das ander 
leyl Widder die hyml. propheten. (1525). 
?'f; das hat bisher viel yrre gemacht ynn 
den propheten, das, wenn sie vom judischen 
reich reden, kurlz abbrechen vnd von Christo 
mit unter reden, der prophet Habacuc, 
(1526) bj^; irh mus abbrechen und das 
letzte stflck Haggai andern lassen, von den 
jütden vnd jren lügen, (1543). Viij". ein 
wort vor dem mund abbrechen : wie leicht 
kann man einen vater überreden. Übertäuben, 
oder ein wort Tur dem maul abbrechen durch 
Lebendigkeit unzähliger weise, de Wette br. 
5,617. 

3) wenn abbrechen die bedeutung von 
terkürzen, entziehen, schaden, abbruch 
Ihun hat, so verbindet es Luth. gewöhnlich 
ml dem dativ der person oder saehe : La- 
ban auch seynen eygenen kindern abebricht, 
^od das yhre forhelt. vber das erst buch 
Mose. (1527). Yyij*; s. Bernhardus ist auch 
eyn zeyllang ynn solcher torheit gewesen, 
wie wol er sonst eyn heyliger man war, das 
er dem leyb so viel abbrach, das yhm der 
oddem styncken wart, epislel sanct Petri. 
(i523)Eiij^; hab ich nitdembapst, bisschof- 
fen, pfaSen vnnd munchen alleyn mit dem 
mund on allenn schwcrdsclilag mehr abbro- 
eben, denn yhm biszher alle keyszer vnnd 
konige vnd fursten mit alle yhr gewalt ha- 
ben abbrochen. eyn trew vormanung sich 
5tt Vorhuten für auffruhr. ( 1 522). Bij»* ; ich 
babe (bei Übersetzung der heil, schrift) ehe 



wollen der deutschen spräche abbrechen, 
denn von dem wort weichen, ein sendbrieff 
von dolmetschen, (1530). Cj''; ob sie jm 
nicht alle gehorchen nach dem euangelio 
bricht seiner herrschaflt vber alle creaturen 
nichts abe. von den letzten worten Dauids. 
(1543). Ciiij«\ 

//. intransitiv steht abbrechen in folgen^ 
der stelle: disze epistel (am 2. sonntag 
nadh epiph,) bricht am ende alzu vnzeyttig 
abe. ausl. d. ep. vnd euang, von der heyl. 
dreykönige fest bis auff ostem, (1525).£ij". 

Abbrechen 9 n., der in f. abbrechen suft- 
slantivisch: ich hab auch mit yhm vnd an- 
dern freundlich geredt des abbrechens an der 
stadmaur halber. Burkhardt briefw, 193. 

Abbrennen^ abbrann, (v, brinnen), vom 
feuer verzehrt werden : wo ein haus abbren- 
net, da sitzt alweg ein teufllin dabey. haus^ 
post. Wittemb. 1545. festtheil 78"; nach 
solchem ist jm {Leonhard Keiser) hende 
vnd fuss vnd der kopIT abgebrunnen. Jen. 
3,451»'. 

AbbrCHiieB; abbrannte, (v. brennen, dem 
factitiv von brinneo) machen, dasz etwas 
vom feuer vertilgt wird : lieber bruder, wilt 
du nicht ein Christ sein, so wollen wir dein 
haus abbrennen. Eisl.ausg, 1,347". figür- 
lich: wen nit eyn glaub da were, sollen 
warlich solch feurig spiesz eynem das hertz 
abbrennen, auff das vbirchrisüich buch 
bocks Emszers. Wittemb. 1521. Aiij". 

Abbringen^ wegschaffen, entfernen, auszer 
gebrauch kommen lassen: vnd (Manasse) 
bawet die höhen, die sein valer Hiskia halte 
abgebracht. 2 kön, 21.3; gemeine frawen- 
heuszer sind schwerlich abtzubringen, von 
den guten wercken (1520) Aiij'\ 

Abbrach, m., von abbrechen, steht bei 
Luther gewöhnlich für vertust, schaden, 
nachtheil (vgL abbrechen 3.) : es hat wyder 
Silber, golt, edelgestein, noch kein köstlich 
ding szo manchfeltige tzusetze vnd abbruch, 
als die guten werck. von den guten wer- 
cken. (1520) Aij"; weyl das ablasz abgehet 
vnd viel mehr abbruchs geschieht dem aller 
heyligsten stucl zu Rom. ein sendebrieff an 
Jhan von Schleynitz. (1523) Aij''; so ist nu 
das nicht allein ein diebstahl, so man zu 
nachts ynn die heusser bricht vnd eynem 



1 



AUBRÜCHIG 



ABDÜNKEL 



da seyne heyuilicli bey nacht nympt, soli- 
de n ein yglicher abbruch odder schade, der 
da geschieht deinem nehisten am gut. ausleg, 
der zehen gepol, (1528). Mvj*; wen {detm) 
disz ist vnchristlich , ja anch vnnaturlich ge- 
nieyns nulzs vnd schulzunge genissen, vnd 
doch nicht auch gemeine last vnd abbruch 
tragen. vnUrricht dem rath zcu allen Siel- 
Un. (152a). Aij\ {de Welle hr. 2. 298). 
— hiervon gebildel ist das folgende adj\ 

AbbrJlcUg (abbruchig), einlrag Üiuend, 
nachlheilig, ein von Adelung {wlb. 1,14) 
getadelter gebrauch dieses adj.: ein iglicher 
dieszer dreyer arlickel ist abbrüchig den 
geystiichen stendcn. eyn vrteyl der theolo- 
gen tzuPariss, (1521) Aiiij''; abbruchig der 
kirchcngewalt. ebend. Bj"; abbrucliig der 
macht der sacrament. e&d.Bj''; er(derbapsl) 
zureisset aus voUer gewalt, alle gelubde, 
zuSfigung, friede, eide vnd verbUndnis, die 
on bepslliche gewalt vnd besietlunge ge* 
schehen sind vnd sonderlich so sie seinen 
geistliclien beuchen, jrer Freiheit, jren Zin- 
sen vüd renteu vnd hurerey zu nahe vnd ab- 
brüchig sind. Jen. 2, 36''. — wie hier ab- 
brüchig gebrauchte man äller-nhd, auch ab- 
bruchlich: fürstlicher obcrkeit nil abbruch- 
lieh oder nachlheilig. Urkunde v.J. 1509 in 
der Zeitschrift für hess. gesch, und landes' 
künde 8, 255. hei Grimm fehlend. 

Abc (abece), n. l ) die schon mhd, vor- 
handene {Ben. 1, 3), von den drei ersten 
buchstaben entnommene benennung der gan- 
zen reihe derselben: ein fronier Schul- 
meister wenn jm ein junger knabe sol das 
a b c anffsagen, kan seer wol gedult haben. 
das 16. cap, s.Johannis. (1538). Ddj'; wie 
man die kinder jnn der schulen leret die 
buchstaben kennen, das sie müssen das a b c 
für sich vnd hinder sich sagen, vom schein 
hamphoras. (1513). Fj^; diszer romanisl 
das abece schir kann bisz auf das b. von 
dem bapstum zu Rome. (1520). Bij\ 2) so- 
dann bezeichnet abc auch den anfang, die 
elemente einer sache überhaupt: jenes eus- 
serlich leiden ist noch kinder werck, vnd 
nur das abc vom elend vnd leiden der 
Christen, das 15. cap. der 1. ep. an die 
Corinther. (1534). Kiiij^; vnd da wir viel 
darinnen {in der heil, schrift) können vnd 



verstehen, so künneu wir kaum das abc 
tischr. 2''. 

Abetevfelj m. ein teufel, der noch nichi 
über die anfangsgründe der teufelisehen 
künste hinausgekommen ist, dem die litt 
und Schlauheit des „rechten gelerten Uu- 
fels" noch abgeht: ah das ist entweder ein 
junger a. b. c. teulel oder schuelteufTeiin. 
eines, das noch nicht recht buchstaben kan. 
Wittenb. 2, 416'' (Jen. 6, 34 1": schnei Icu- 
felin, der). Grimm meint (wtb. 1, XSjjdas: 
der name abcleufel wahrscheinlich aus ei- 
nem scherz alter schulfeste zu deuten sei. 

Abdecker (abedecker), m. tischr, 401' 
name des Schinders, von abdecken, dem ge- 
fallnen vieh die haut (decke) abziehen. 

Abdiene B^ etwas durch dienstUistung er- 
langen, bezahlen, abverdieneti : ich wil dir 
helffen, vnd das aus lauter gnaden, darffsl 
mirs nicht abdienen, ausleg. der zehen ge- 
pol. (1528). Fv; als müsse er jhm solchs 
{das ewige leben) erst aufis new durch vnser 
werck ab dienen lassen, das 17. cap. j. 
Johannis. (1530). Fij''; (Christus hat) am 
creutze für dieselbigen {unsere Sünden, durch 
sein tod und leiden genug gelhan, und sie 
dem valcr abgedienet. Eist. 1, 94". 

Abilringeu, 1) einem etwas abzwingen, 
ahnöihigen: wie mir Emszer will abdringen, 
mit ganlzem stürm, auff das vbirchristUch 
buch bocks Emszer. (1521). Giiij"; die zu 
Brandenburg haben vns einen feinen eaplan 
mit hoher bitte abgedrungen. Burckhardl 
briefw.31b\ Simei (Dat'id) schuld gab, er 
helle Saul das künigreich mit gewalt abgedruD-* 
gen. derprophetHabacuc. (1526) nj'*; durch 
Wucher ahgedrungene guter. Jen, 3, IS5*. 

2) einen abdringen, von einer stelle tceg- 
drängen: hl. Holstein nicht hegehrt die grS- 
kisch leclioii, noch M. Veit als den allein 
ahzudringen. de Wette br, 5, 387. 

Abdrücken; durch druck absondern^ figür- 
lich in der redensart das herz abdrücken ^=' 
das leben nehmen: der stein wil joen das 
hertz abdrücken {dasz nemlich ein consilium 
über den bapst sei), wider das bapstu» zu 
Rom. (1545). Aiiij\ 

Abdänkel (abedunckelj, m. falscher dun- 
kel: es ist eyn abegott vnd abeglaubeo (Jen. 
3, 226: aberglauben) vnd abedunckel, der 



ADÜIND 



ABENDFRESSEN 



weyl feylet (nemUeh Christum für einen goU 
hallen, der den platten und kappen hold 
i«i, wie die manche glauben), der prophet 
J<ma. (1526). Ej''. 

khtmi (abenl), m. mhd, 4l>eiil (Ben. t,4), 
ahä, 4p(k)jint, äbiint {Graff \, 98, 99), be- 
zeichnet t) die zeit kurz vor und nach son" 
nehunlergang , abschlusx des tages und 
einbruch der nacht: es nil abend wer- 
den. Luc, 24, 29; in der demmcrung am 
ibfDf}. spr, 7| 9; am abend aber, da die 
^onne untergegangen war. Marc. \ , 32 ; 
weon sonst keyn vngeschickeyt da ist, were 
e:» kein sund, wer am abenl oder niitlernacbl 
nesz hielt, antwortt deutseh auff könig Hen- 
richs von Engelland buch. (1522). Ciij"; 
e. k. f. g. schrifTl vnd gnedigs bedencken ist 
wir zukomen. aiifl* freilag zu abend. Jen, 
2, 5G''. redensarlen: heiligen abend ge- 
ben, feierabend machen lassen, deutsch ca- 
lechismus. (1529). Dij''; es ist aber damil 
noch nicht aller tage abcnt, die sache hat 
damil noch kein ende, der 117. psalm, 
(1530). Gif. 

2) die gegend des Sonnenuntergangs : vnd 
^Abraham) richlel seine hUllen aulT, das er 
Beihel gegen abend vnd Ai gegen dem mor- 
gen halle. 1 Mos. 1 2, 8 ; viel werden komen 
vom morgen vnd vom abend vnd mit Abra- 
ham vnd Isaac vnd Jacob im himelreich sit- 
zen. Maith. 8, 1 1 ; gollcs worl isl wie ein 
plitz, der ynn einem huy von morgen gehet 
bi.s zam abend, ausleg. d. euang. von ostem 
W« auffs aduent. (1527). q vij'». 

Was die etymologie des worles abend be- 
^^*ft, so devUet es Grimm {tctb. 1, 22) aus 
Altern verlornen goth. iban, af, ebun mit der 
prac$ensbedeutung aeque pendere {wovon 
<bD.< ahd. äpant, dessen pruet. die bedeu- 
i^ng von aus dem gleichge wicht kommen, 
(A die neige gerathen, angenommen (too- 
her die Partikel 9if, ahd. apa), und also äpant 
die neige, Senkung des tages wäre, mö- 
gen diese eonjeeluren auch noch weitere be- 
gründung erfordern^ so darf doch die ver- 
vandtsdiaß mit ab wohl kaum bezweifelt 
Verden. 

khtMihf%if n. , ein für den abend be- 
itimmtes {einfaches) essen: eyn morgen 
vondabeflUbrolli. auszleg. deutsdkdes vaUer 



vnnser. (1518). FjK vollständiger s. die 
stelle unter morgen brot. 

khtmihwlltf f. die am abend abgefaszte 
bulle :^ myr ist gnug das meyn name tzu 
Rom aufT das fest {der grüne donnerstag ist 
gemeint) szo herlich auszgeruflen wirt mit 
den armen ketzern vnd nu in der well umb- 
furet wirt in derlruncken abenthullen. bulla 
cene domini. (1522). Aiiiji». gemeint ist mit 
der truncken abentbulle die von Luth. in 
arger Verhöhnung bulle vom abcntfressen 
{s. d.) des allcrheyligsten hem des bapsts 
genannte buile in coena domini vom 28. 
merz (quinto kalen. aprilis) des jahres 1521, 
welche Luih. unter den ketzern aufführt 
und als solchen verdammt, trunkene abend- 
bulle heiszt sie Luth., weil er annimmt, dasz 
dieselbe vom papst in trunkenem zustande 
abgefaszt sei. 

Abeadessf n 9 ti. mhd. Abeniei^s^en (0eii. 
I, 759, myst.i, 1S9, 19), abendmahheit, 
verwendet Luther in der Übersetzung des n. 
lest, ztoei mal {Joh. 13, 2; 21, 20) für die 
vom herm am Vorabend seines leidens mit 
den Jüngern gehaltene passahmahl zeit, wäh- 
rend er sonst das gr. wort ötTnvov, welches 
wie das lat. coena die gegen abend ge- 
haltene hauptmahlzeit bezeichnet, durch 
abendmahl {s. d.) übersetzte, in den vor- 
luth. bibeln steht überall, auch da, wo 
Luth. abendmahl hat, abentessen. dasz 
abendessen wie abendmahl kirchlich auch 
das sacrament des altars bezeichne, läszt 
sich wie Grimm thut aus der wtb. 1, 23 an- 
geführten stelle {Jen. 3, 157, in dem ersten 
Jenaerdruck 3, 16b") nicht folgern; ohne 
zwei fei bezeichnet hier, wie auch Jen. 1, 
479' ; 2, 21^ ti. a.a.st. abendessen jene« pa«- 
sahmahl überhaupt, wobei das heil, abend- 
mahl eingesetzt wurde, evidentere belege 
für den gebrauch des worles abendessen <— > 
heil, abendmahl sind willkommen. 

Abendfrf sseii 5 n. üppiges prassen zu 
abend: so gibt es die kunst des abcndfressens. 
Jen. ausg. 2,83*'. häufig in der von Luth. mit 
glossen, vor- undnachwort herausgegebenen 
unler abendbulle ertüäAnien buUa coenae do- 
ifitnt: die hochberumpte vnd tielT befürchte 
vnd weyt vorporgene bulla vom abenlfressen 
deynes herm. bulla cene domini. (1522). 



ABCNDFRESSER 



8 



ABENDS 



Aj'*; bulle des abenlfressens. ehend. Aij". 
in der f teile Jen. 3, 187" (beiChimm 3,95) : 
die leute zu entbinden von den vorbehalle- 
nen feilen in dem abendfressen des alierhei- 
ligslen herrn des bapsls begriflcn ist mtl 
abendfressen eben wohl Jene bulle gemeint. 
Offenbar gieng Lulh, mit dieser bezeich^ 
nung der mekrerwähnten bulle in seiner 
Verspottung des päbstlichen stuMes zu toeit, 
da dieselbe zugleich eine anspielung auf 
den namen coena domini enthält, welcher 
bekanntlich diesen collectivverbannungsfor" 
mein gegeben war, weil ihre Verkündigung 
mit der groszen abendmahlsfeier am grü^ 
nen donnerstage verbunden wurde, vgl. 
Jen, 3, 188 die glosse F. 

Aiieiidfresser^m. bezeichnungdespabstes : 
cynein truncken man sol ein fudder haw ausz 
dem wege wcycben, schwcyge denn Christus 
und s. Peter dem abentfresser. bulla cene 
domini. (1522). Bj\ 

Abe^lliiahl (abendmal), n. coena, be- 
zeichnet 1 ) dem griechischen dttnvov^ lat. 
coena entsprechend eine am abend gehaltene 
mahlzeit, besonders gastmahl {gemma gern- 
marum rij'* obsonor. abentmal essen) : nach 
dem abcndmal fUreten sie den jungen Tobinm 
zu der jungfrawen in die kamer. Tob. 8, 1 ; 
vnd es kam ein gelegener tag, das Herodes 
auff seinen jartag ein abendmal gab. Marc. 
6, 2 1 ; sechs tage vor ostern kam Jhesus 
gen Bethanien, daselbs machten sie jm ein 
abendmal. Joh. 12, 1. 2; es war ein 
mensch, der machte ein gros abendmal. Luc. 
14, 16. die Worte „nach dem abendmal" 
Luc. 22, 20 erklärt Luth. selbst „nach dem 
sie zu abend gegessen hatten*', wie er auch 
in den ersten ausgg. des n. lest, übersetzte. 

2) das sacrament des altars: wenn ihr 
nu zusamen komet, so helt man da nicht des 
herrn abendmal. l Cor. \\ , 20 ; ich lasse 
es von hertzen gerne zu, das das abendmal 
ein sacrament sey, ohs wol nicht ynn der 
schriflfl so genennet wird, vom abendmal 
Christi. (1528). q iiij''; nu wollen wir jhn 
(den 111. psalm) widder forn anfahen vnd 
aufl vnser Osterfest, das ist, aufls abendmal 
odder messe zthen. der 111. psalm. Wit' 
temb. 1530. Giij'*; so sind doch die andern 
abendmal nach der himelfart dawidder. vom 



abendmal ChrisU bekentnis. (1534) hiij\ 

— Nach Grimm (wtb. 1 , 25) u. a. soll 
abendmahl wie nach tmahl als beieichnung 
des sacraments erst mit der reformaUm 
aufgekommen sein» jenes bei den Luthera- 
nern, dieses bei den Reformierten; doeft 
würde man irren, wollte man hieraus schlie- 
szen, abendmahl sei der specifiseh lutheri' 
sehe, nachtmahl dagegen dier ausscMiessüch 
reformierte ausdruek für communio, da L^ 
ther selbst des wortes nachtmahl wieder- 
holt sich bedient, und umgekehrt tn streng 
reformirten bekenntnisschriften abendmahl 
neben nachtmahl gebraucht wird. 

Abendnahlsteitj m., die einsetzungsworie 
des heil. abendmaMs: vnd hab die oren ge- 
wasschen, das ich wol höre wie ym abends- 
maltext {sie) das folgende stficke (der fär 
euch gegeben ist) solle verkleren das uorge- 
hende sttlck {das ist mein leib), vom abend- 
mal Christi, bekentnis. (1528). ciij**. 

kheni^fttf, n., das bei den Juden jed^ 
abend gebrachte brandopfer (vgl. 2 Mos. 29, 
39 ff.) : ich sas einsam bis an das abend- 
opfTcr. Esra 9, 4 ; um die zeit des abend- 
opffers. Dan. 9, 21. 

Abendpredigt (abcntpredig), f. abends 
gehaltene predigt: vnd die $eibige gantze 
abentpredige fpl, ) vnd valete was sind es anders 
denn eitel redte vnd trost wort ym leiden? 
die episteld. Propheten Jesaia. (1526). Eiij^ 

AbendregeDj m., eigentlich ein abends fal- 
lender, in den drei stellen der Lutfher sehen bi- 
belübersetzung (Hiob 29,23 ; spr. Sal. 1 6, 1 5: 
Jac. 5, 7) Jedoch Übersetzung von tf'ip*:^ 
und ^£Toc oy/i/Ltog und steht mithin für spätre- 
gen (s.d.), was Luther auch sonst verwandte. 

khtmiSf vespere, adverbialiseher geni- 
tiv: abents were es fein, das man drey ves- 
per psalmen sünge. vnterricht d. visitatoren. 
(1538) Kij" ; abents wenn die kinder zabaus 
gehen, ebend. Mj''; der PhiUsier trat erzu 
Trtle morgens und abends. 1 Sam. 17, 16. 

— mtl voranstehender praeposiUon: es kan 
vor abends wol anders werden. Str. 18,26; 
ein jglichs heufllin im gantzen Israel soU 
(das passahlamm) schlachten zwischen 
abends. 2 Mos. 1 2, 6. dte letztere formet, 
welche häufig wiederkehrt (2 Mos. 29,39. 4 i ; 



ABENDSWOLF 



ABENTEUER 



30, 8. 3. Jfof. 23, 5 «. a. sL) müsxte eigenl- 
Hd^heiszen iwischen den beiden abenden, 
teomtl nach Ger lach (die heil, schtifi 
\, 146 XU 2 JIM. 12» 6) dt« zeü des 
^ownenunUrgangs gemeint ist, indem nem^ 
Udi der Untergang der s<mne die xeil, wel' 
ehe man umbestimmt abend nennt, in zwei 
hälften iheilt. 

Abcndsw^lf 9 m. die erklärung dieses wortes 
fibl Luther setbst in der auslegung des pro^ 
pheten Habacue xu eap. l, 8 „beissiger denn 
die wolffe des abends" : abendswölfle verdol- 
aielzen eüichc wolffe ans der wüsten, denn 
es beydes ym ebreischen mag aus den buch- 
sUben genomen werden, doch ich halls, das 
abendswölffe seyen, das die meynunge sey, 
der Wulff, welehs von nalur ein reyssend, 
nubisch, mördisch thier ist, aber am abend 
viel renbischer ist, weil er den tag vber nicht 
gehnffen, vnd also auff den abend hungerig 
i5t, das gleich so viel gesagt sei, abendswdlffe 
als huDgerige wolffe, die lange nicht gessen 
haben, derprophet Habacue» (1526). diiij''. 

Abendwaciiej f,, gegensatx xu morgen- 
wache, der erste theil der in vier absehniile 
getheillen nacht, Jen. \, 38". 

AbfDdwirU; adv. gegen abend, west' 
teärls, bei Luöi. noch getrennt: vnd hielten 
zwischen Bethel und Ai gegen abend werts 
an Ai. Jos, S, 9 ; der für dem lal Hinnam 
ligl von abend werts. Jos. 19, 11. -— wärts 
igoih. Tafr)>is, vafr|)s , ahd. wertes , wartes, 
»Ad. wertes) ist die adverbiale genitivform 
toR d^in nur noch in Zusammensetzungen 
vorhandenen adj. w^rt (wart) »> wohin ge^ 
richtet, gewendet, vgl. Grimm gr. 3, 89 /f. 
Oraff U 998 /f. Ben. 3, 596. 597. 

Abeiiiwerkj n. am abend verrichtete ar^ 
hat: die ersten mugen heyssen die abent- 
werck, die andernn die morgen werck. ausx^ 
l^gung der epist. u, etMng. von christag etc, 
1 1 522). Giij''. s, morgenwerk. 

ikiteaer, (ebenteur, ebentheur), n. mhd. 
ivenliure f., aus dem romanischen adven- 
iQra, aventura, aventnre, woher es schon die 
mAd. dichter entlehnten und häufig in ver- 
schiedenen bedeutungen verwandten,- vgl. 
Ben, I. 67—72. Grimm kl. sehr, 1, 84 ff. 
«Ad wtb. i, 27. auch Luther gebraucht 
das wort oß, nur nicht in der bibel. 

Dim, Wftrterbaeb. 



1 ) xunächst bexeichnet abenteuer seinem 
Ursprünge gemäss etwas das xukommt, ge- 
schieht, ein ereignis, ein Vorfall überhaupt, 
in diesem sinne steht es noch bei Luther in 
folgender stelle: nicht das ich sorge, kei- 
serliche maiestat werde solchen gifflblasem 
folgen, vnd solchen unbiUichen krieg anfa- 
hen, sondern das ich das meine nicht ver- 
seume, vnd allenthalben auff alle ebentheur 
(«=a auf jeden möglichen fall) mein gewissen 
entsq|ittldigt vnd vnbeschweret erhalten wil. 
wamunge an seine Heben deudschen. Wit^ 
(emd. 1531. Dij". 

2) gewöhnlich verknüpß sich aber mit 
abenteuer die Vorstellung eines ereignises, 
wagnises, Unternehmens mit ungewissem, 
unsicherm ausgang, und so ist auch bei 
Luth. auf abenteuer »» in eventum, auf ge- 
rathewohl, auf gut glück, auf eigne gefahr: 
wer die tauffe auff den glauben gründet vnd 
teufll auff ebentheur, vnd nicht gewis ist, 
ob glaube da sey, der tbut nichts bessers, 
denn der on glaube teuffei. Jen. 4, 323** ; 
die erzte sol man loben, die da wol vnd ge- 
wis wissen, was die seuche sey, so können 
sie dem krancken deste bas helflen, sonst 
wenn sie auff ebenthewer einhin geben, so 
gerets auch wie es kan. auslegung d. epist. 
und euang. von ostem bis auff das aduent. 
(1544). DDj''; wer da zweiffelt odder auff 
ebenteur bettet, da were besser, er lies es 
anstehen, vom kriege widder die türcken. 
(1529). Cj^ ; das Keisset das gebete ynn die 
schanlz geschlagen vnd auff ebentheur hyn 
gemurret, deudsch eatechismus. (1529). 
Piiij"; als ich auch on e. c. g. rat wis- 
sen vnd willen mich erstlich gen Wittemberg 
auff meyn ebenteur widderumb gefugt habe. 
Jen. 2, 265". de Wette br. 2, 337. wir 
geben die stelle nach dem im gesammtar- 
chiv xu Weimar Reg. Opag. 74 FF. 2 befind- 
lichen original, wovon beide drucke abwei- 
chen. 

3) veretnze/( begegnet auch ahenteur wa- 
gen und abenteur stehen ßrgefahrbringetides 
unternehmen, best^^en :. er wage sein eben- 
theur. Jen. 2, 83'*. wenn eyn kauffman den 
beuttel vol gellts bat vnd nicht mehr wiU 
mit seynen gutem vber land odder meer 

2 



ABENTEUERLICH 



10 



ABER 



«benteur sieben, von kauffshandlung vnd 
Wucher. (1524). Dj\ 

AbeBteaerllchj adj\ wunderbar, seltsam: 
g^olt ist ebcntewriich in den hoben (spricht 
der 93 psalm). Jen. 5, 2".' keine der psal- 
menüberseizungen Luthers bietet xwar an 
der betreffenden stelle (ps, 93, 4) ebenteur- 
lieh, die vulg. aber hat: mirabilis in altis 
dominus, was die Nümb. bibel von 1483 
übersetzt: der berr ist wunderlich in den 
hohen, das ist eine ebenleuerlicbe redeu ein 
christlicher schöner trosL (1535). Ej'*; es ist 
ohn Zweifel mein a))entheuerlicb geschrey 
für euch komen, als sollt ich ein ehemann 
worden sein, de Wette br, 3, 1 1 ; das wil 
ein wunderbarlicher ebenlewerlicber berr 
sein , der seine berrschafft oben aufT seinem 
halse Iregt. hausposL Jhena. 1 559. 5^433". 

Abentenerlif h ^ adv, seltsam, ungereimt: 
es scheinet ja zu vnbillich vnd vngereimpt, 
das gott das spiel so ebentbeurlich angreiffen, 
vnd sich so (örlich zur saclie stellen sol mit 
seinem gericht, das weil Adam jnn einen 
apffel beissel, sol er souiel ausgerichtet ha- 
ben , das. alle menschen nach jm bis zu end 
der weit müssen des tods sein, das 1 5. cap, 
der ersten ep, s, Pauli an die Corinther, 
(1534). Nij^; daraufTfebet s. Thomas an zu 
wundern vnd ist jm ebenlheurlich geredt, 
das er {Christus) sagt, sie wissen wo er hin 
wolle, das 14. und 15. cap, s, Johannis, 
(1538). Fiij"; dreifaltigkeit lautet ebenlewr- 
lich. hausposL Jhena. .1559. bl 464^ 

Abcitevern^ wohl gleichviel mit gaukeln: 
was ists nu wunder, das leichtfertige schwer- 
mer mit den Worten des abendmals nach 
yhrem dunckel gauckeln vnd ebenlheuren. 
das die worl Christi etc. (1527). biiij\ 

Abenteiirer, m. mhd. dventiuraere (Ben. 
1, 72). 1) ist es (Jacob) nicht ein hürischer 
ebentewrer, das ybm nicht genügt an zweyen 
(sc. Weibern), sondern noch zwo dazu haben 
mus? vber das erste buch Mose. (1527). 
Ssiij\ 2) ein mit blendwerk umgehender^ 
ein gaükler: das der Mahroet sampt seinen 
gesellen , auch ein solcher ebentheurer ge- 
west sey, wie den (denn) hey den arabem, 
seinen landsleulen, solche schwartzkunst alle 
zeit gewest vnd noch heutigies tages ist. ver- 
legung des alcoran. (1 542). Tij\ 



Aber^fiiAd. aber, aver (Befi.1,72), ahd. aver, 
avar, afar,.avur (öra/f l, 177 ff.), goth.^tar. 
diese partihel, welche ohne zweifei fori' 
bildung der einfachen partikel ab (afj ist, 
und nicht, wie Adelung (wib. l, 24. 27) 
meint, von ober oder ttßer herkommt, wurde 
im goth. stets nur als praep. mit der be* 
deutung nach, hinter gebraucht; im ahd. 
avar erlosch die natur der praep., es ward 
bloszes adverb , bis endlich aud^ dieser ad' 
verbiale gebrauch allmählich einer abge* 
zogenen conJuncUon weichen muste. vgl. 
Grimm gr. 3, 259. 4, 787. 788. wth. \, 
29. 30. 

1) aber als adverb für wieder, iciede- 
rum begegnet in L.s schrißen noch oft: 
ich armer bruder hab aber einn new fewr 
antzundt. euangelium von den tzehen ausi^ 
setzigen. (1521). aij" ; es ist aber etwas news 
auifden plan kummen. von dem bapslhumzu 
Rome. (1520). Aij"; erbeyte ein yglicher 
des tags, den er lebt, morgen weys er nichts 
ob er lebe, lebet er so erbeite er aber, vber 
das erste buch Mose. (1527) Niiij"; Abrain 
einen altar bawet zu Sichem , darnach aber 
einen als er gen Belbel kömpt. ebend. hiij'; 
wenn es aber offenbar ist, das es yederman 
weysy vnd nicht mehr verdeckt bleiben kan, 
sollen wir es aber eins hclflen schmückea 
vnd beschdnen. biiij'*; mit diesem andern 

siürm ist aber eins die bepstische messe 

zu Boden gestossen. Jen. 2, 14''; es stund 
die christenliche warheylt eyn mall alleyn 
auff sanct Pauel, aber eyn mal auff s. Alha- 
nasij. manuscr. der bibliothek xu Gotha 
cod. Chart. 379 pag. 9 {Erl. ausg. 24, 13); 
da sehen wir aber ein mal was gott vod 
uns helt. Jen. 4, 525*. gern verwendet 
Luth. aber bei Wiederholungen: das nOszlin 
beysz myr auff Heyntz von Engelland, trotz 
vnd aber trotz, antwortt deutsch auff köi^g 
Henrichs von Engelland buch. ( 1 522). Eiiij* : 
weh vnd aber weh euch verdamplen fai* 
sehen propheten. Jen. 3, 105*; amen ^nd 
aber amen. Jen. 6, 1 22" ; vnselig vnd aber 
vnselig sind die , so diesen schätz (dtu vort 
gottes) reichlich für der Ihur haben vnd jnen 
doch verachten, der 23. psalm. (1536). 
Biij" ; es tragen sich Ufglich neuwe vnnd aber 
neuwe jrrthumb zu. Uschreden 316''; da 



ABER 



11 



ABERGLAUBE 



mus sie Uosent ynd aber Uusent schekke 
bescheinen. ein chrisU, schöner trosl. (1535). 
BiiijK 

NidU minder zahlreich sind die belege 
ßrdas adverbiale aber in Luthers bibel- 
Übersetzung, in neueren bibelausgaben je- 
doch häufig mil abermal verlauscht : vnd ei- 
let vnd goss den krug aus in die Irencke vnd 
lieff aber {hebr. niy, LXX ndhy) zum brun 
za schepflen. 1 Mos, 24, 20 ; und sie ward 
aber {hebr. nv, vulg. rursumque) schwan- 
ger. 38, 4 ; zum andern mal gieng er aber 
hin. Matth. 26> 42 ; gen Thessalonich sand- 
tet jr zu meiner notdurlTt ein mal vnd dar- 
Dach aber ein mal. PhiL 4, 16. u. a, sl, 
aber ruchl gehört hierher die von Grimm 
wlb. 1 , 29 angepihrte (und nach ihm auch 
ron Jütting bibl. wörlerb» citierte) Stelle 
Joh. 21, I, da hier Luther das gr, nukiv 
\Kulg. Herum) durch abermal übersetzte, 

2) ßr die bald gelindem bald starkem 
gegensatz bezeichnende conjunetion aber 
bietet fast jedes blatl der Schriften L,s sotoie 
jedes capilel der bibel belege; es erscheint 
daher überflüssig hierfür stellen auszuheben. 
m zahlreichen fällen] namentlich wo aber 
rerdeutschung des gr. di ist, dient es weni- 
ger dazu einen gegensatz abzudrücken, als 
tielmehr den forlgang der erzählung darzu- 
legen, wie denn auch z. b, die nl, bibel hier 
nicht maar, sondern ende verwendet, um 
den gegensatz stärker auszudrücken, ver^ 
bindet sich aber mit doch: Samuel sähe 
Sau! fflrder nicht mehr , bis an den tag sei- 
nes lods, aber doch trug Samuel leide vmb 
Saul. 1 Sam. 15, 35; aber doch hielt Jehu 
nicht, das er im gesetz des herm des goltes 
Israel wandelte von gantzem herlzen. 2 kön. 
10, 31 ; aber doch ist was guts an dir fun- 
den. 2 chron. 19,3. häufig ist bei Luth. 
auch die Verbindung oder aber : vnd ob ich 
biszher zuweylen yhres bedunckens zu ernst- 
Üch odder schimpflich geschrieben helt, odder 
aber auch byntar schreiben wurdt, (bitte ich) 
mir das. frenntlich zuüortzeyhen. Lüüters 
erbieten. (1521). hl. ij" ; ich kome entweder 
widenimb zu euch vnverletzt vnd vnabgeson- 
den, oder aber ich wende mich an ein an- 
dern ort verbannt. Jen. 1, 137'. 

3) von dem wort aber sagt Luther : es 



ist aber ein wOrtlin, das heisst aber, das hat 
den bauch vol mancher sellzamen glosen, 
solchs aber macht das du vnd ich müssen zu 
weilen nicht glawben noch wissen , das wir 
doch glewben vnd wissen, von heimUehen 
vnd geslolen brieffen, ( 1 529). Dj\ 

Aberacht, f. mitleldeuUche form für ober- 
achl(^— Überacht), also nicht wiederholte acht 
(von aber '=^ wieder), sondern höchster Grad 
der achtserklärung , conscripUo superior, 
wiewohl Frisch (wtb, 1, 9) tt. a. aberacht 
und oberacht trennen, dieses, gewöhnlich 
in der formet acht vnd aberacht gebrauchte 
woH ist uns zwar in den von Luther selbst 
verfaszten Schriften nicht begegnet, gleich- 
wohl führen wir es hier auf, da es in dem 
von Luther mit randglossen herausgegeben- 
nen kaiserlichen edict vom 8. mag 1521 
wiederholt vorkommt, zwei keyserliche vn- 
einige vnd wydderwerüge gepott. (1524). 
Cj'*; Cij»; Giiij«. die bei Grimm wtb, 1, 32 
unter aberacht angeführte stelle ist der 1 520 
unter dem namen des bapsts Leo X, wider 
Luther ausgegangenen bulle entnommen, wo 
jedoch der Jenaer druck v, j. 1555 (1, 
352'*) vberacht hat. 

Abmchtff, m. ein mit der oberacht 5e- 
legter: verschriebenen echtem vndaberech- 
lern. in dem „vertrag zwischen dem lob" 
liehen bund zu Schwaben vnd den zweien 
hauffen der versamluhg der bawren'am 
Bodensee vnd Algew," dessen nachtiruck 
Luther besorgte. Jen. 3, 1 04''. 

Abergeistlich 9 jedenfalls une aberacht, 
aberglaube u. a. gebildet und ultrageistlich 
ausdrückend: auch das ich nicht der m ei- 
nung bin , das durchs euangelium sollen alle 
kttnste zu boden geschlagen werden vnd 
vergehen, wie etliche abergeistliche (EisL 
1, 187" abergeistlichen) furgeben. Jen. 
8, 392«. 

Aberglavbe^ m. ein erst im 15. jh. auf- 
tretendes, dem lat. supersUtio nachgebilde- 
tes wort , in welchem aber wie in aberacht, 
abergeisüich eine misbildung aus ober, 
aber ist, wie auch das holl. overgel6f 
bestätigt, und es kann kein zweifei dar- 
über obwalten, dasz man ursprünglich mil 
demselben einen unchristlichen, underehrisl- 
lichen Irrglauben hat bezeichnen wollen 

2* 



ABERGLÄÜBIG 



12 



AB£RWITZ 



{vgL den artikel aberglauben inWagener*t 
$taaU' undgßseUschafU'lexiean \, 102 ff. 
vnd Vilmar ptuiorcU-lheoL bläUer 4, 
169 ffS) in diesem sinn verwendet auch 
Luther das wort: ich hab geschrieben und 

gelerel zu ausroUung der fehrlichen 

misbreuch vnd aberglauben. Jen. i, 481**; 
das haben die arme leute von solchen 
lerem, das sie weg gelrieben werden vnd 
zurstrewet wie eine hent, ynn mancher- 
ley aberglauben und rotten, der prophet 
Saeharja. (1528). Ddj^ zuleUt haben 
auch die kriegsleule viel aberglaubens ym 
streyt. ob kriegsleule auch in seL stände 
sein künden. (1527). Gij^; das man keinen 
aberglauben draus mache, vnd halte solche 
geister für menschen Seelen, hauspost. Jhena. 
1559. bl. 197K aposl. gesch. 25, 19 ist 
aberglaube Übersetzung von duatdaifioyla 
(vulg. superstitio) , welches wort hier nach 
Zeller bibl. wtb. l, 9 religion, glau- 
ben Überhaupt bezeichnen soll , da Festus 
ja sonst seinen gast^ den Judenkönig Agrippa, 
müsxte beleidiget haben, indem er seine 
reUgUm aberglauben nannte, dasz jedoch 
Luther es so nicht verstanden hat, be^ 
weist seine randglosse zu dieser stelle : wie 
spöttisch vnd verechtlich redet der stollze 
beide von Christo vnd vnserm glauben, vor* 
luih. bibeln haben: von seines irrseligen 
gelaubens wegen. 

AbergläftUg^ superstitiosus : ich sehe 
euch, das jr in allen stttcken allzu abergleu- 
big seid. Act. 17, 22. 

Ahergiaiblsck^ was abergläubig : ich habe 
mich nichts anders beulissen an lag zu brin- 
gen, denn die euangelische warheit, wider 
die abergleu bischen opinion oder wahn 
menschlicher iradition. Jen. 1, 220^; Gre- 
gorius ist ein heiliger man , aCer an viel or- 
ten allzu abergleubisch. 2, 32*"; dasyhrmir 
nicht abergleubisch odder falsche heuchler 
vnd gleisner werdet der prophet Sacharja. 
(1528). Ziiji'. 

AbenMÜ^ adv. noch ein mal, wieder ein 
malf Zusammensetzung des adverbialen aber 
(^ wieder) mitdemacc. mal, bei Luih. noch 
getrennt: ich sage aber mal gnade vund gluck 
von gott tium newen heyligthum. original^ 
brief in dem gesammtarchiv zu Weimar 



Reg. N. 1 08. 42 ; hie werdet ybr aber mal 
sagen, das ist warlich heymlich gehalten. 
vrsach vnd antwort. ( 1 523). Aij* ; Adam 
erkandte aber mal sein weih. 1 Mos. 4, 25; 
(/VooA) lies aber mal eine taube fliegen. 8, 
1 0. — abwechselnd mit abermal, doch ie((e- 
ner gebrcMcht Luth. auch 

Abemaisy adv. Verbindung der partikel 
aber mit dem gen. males: da hub sich aber- 
mals ein tumult und wurde wider vnd abei^ 
mals für den Ecken erkant vnd gesprochen. Jen, 
1, 146"; damit abermals die jaden getröstet 
werden, der prophet Sacharja ( 1 528). Tij^ 

Aherrater^ m. groszvater: wenn ichaufler- 
stehe, so stehet zugleich mein weih auch auff, 
meine kinder auch, ja mein vater vnd mutler, 
vnd desselben vater vnd grossvater vnd so 
fort an, item, mein herr odder landsfürst vnd 
desselben vater vnd abervater. das 1 5. cap. 
der ersten epist. an die Corinther. (1534). 
biij\ vgl. Frisch wtb. \, 4 aberene, 
Schmeller wtb. 1, 10 aberuranherr. 

AberwÜi^ /*(?), verstandlosigkeit, verrüdU- 
heit, Wahnwitz: allhie da man entweder geh- 
hng hinstirbt, oder invberwitz aus schwach- 
heil feil, hauspost. IVittemb. 1545. fest- 
theil bl. 101". in der correspondierenden 
stelle bl. 100^ heiszt es: das dieser menscb 
gehling hingangen oder in wahnwitz gefallen 
ist. der von Grimm wtb. \, 35 aus lAnth, 
beigebrachte beleg: darumb musz derapostei 
zu den Hebreern sehr in die aberwitz gangen 
seint«( uns trotz wiederholter nachforschmg 
nicht aufgestössen. dasz die redensart: in 
die aberwitz gehen zu Luthers zeit geläufig 
war, zeigt die bei Grimm angeführte stelle 
aus Pa Uli schimpf 1 , weld^er wir noch 
folgende aus Steinhöwel Esop 1 7' {Frei- 
burger druck V. j. 1545) zufügen: Xan- 
tus ward betrübet von den worten vnd ge- 
dacht von erst in jm selber weder (endreder) 
gond die in die aberwitz oder ich. 

Nach We ig and w(b. 1 , 4 wl aberwitz im- 
sammensetzung aus aber und witz, ghd. Üe 
wizze, mhd. die witze, verstand, einsieht; 
Grimm meint, dasz aber in diesem fall iick 
aus dem i des ahd. iwizzi, mhd. iwitze 
entfaltet habe. — Dasypodius dicL 460^ 
aberWitze, wanwitze. 



ABERWITZIG 



13 



ABFEIMEN 



iberwitsig^ adj. mhd, iwitzec {Ben. 3, 
l^b)u»verHändig; in demkaUerUchen ediet 
€om 8. meri 1 52 1 {zwei keyserUche gepoii, 
WiUmb. 1524. fij^) werden Luihers fchrif- 
ten als aberwitzige bezeichnet, 

ibeifCBj von etwas herunter essen, einen 
bäum abessen, die fruchte desselben bis auf 
äe letzte verzehren: du will ja essen vnd 
oasscben von einem bäum, ich wil dir einen 
vollen zurichten, den du nimermehr kanst 
abessen. Jen, 5, 264**. 

Abfall^ m. l ) für die sinnliche bedeutung 
des nieder- und wegfallens einer sache wovon 
steht uns aus Luth, kein beleg zu gebot, desto 
häufiger begegnet die abgezognere des sich- 
lossagens, trennens von einer person oder 
iache, an die man gebunden war: diese stad 
voD alters her wider die könige sich empöret 
hat, und auffrhur vnd abfall driunen geschieht. 
Esra 4, 19; er kompl nicht, es sey denn, 
das zuuor der abfalle ( 1 522 : abfall) kome. 
2 Thess. 2, 3 ; vnd wollet vnserm euangelio, 
das gott lob jtzt widerumb blühet , ja kein 
Unehre auffthun durch ewern abfall. Jen, 

2, 132*. 

2) abgang, verfall, vercuMung : {der kai- 
ier) solle den bapst vermögen , das er kein 
ablas mehr jnn deudschland schicken wolle, 
angesehen dass er jnn abfall vnd Verachtung 
komen were. von der winckelmesse, { { 534). 
Alj**; ich bin in so grossen abfall vnd Verach- 
tung komen durch diese meine heirat. Jen, 

3. 1 59\ 

Abfalles (abefallen) , sich wovon ablösen 
Hnd niederfallen, mhd, abevallen {Ben, 3, 
218). 

1) sinnliches abfallen, blaitter und fruchte 
lalleu (vom bäum) ab : gleich wie die grflnen 
blelter auff einem schönen ba wm etliche abfal- 
len etliche wider wachsen. Sir. 14, 19 ; durch 
^Dgewitter alszo viel bluet vortirbt, frucht 
abefeit. euangelium von den tzehen ausz- 
setzigen. (1521). Fiij*. -^ die blume milt ab 
itom Stengel) : das gras ist verdorret und die 
blome abgefidlen. 1 Pet, 1 , 24. die kröne 
fiüit ab {vom haupt) : die krön vnsers heubts 
ist abgefallen, kiagl, Jet. 5, 16. — der kalk 
1^1 {von der mauer) ab : sprich zu den tUn- 
chern, die mit losem kalck tünchen, das 
ablallen wird. Ezeeh. 13, 11. — in key- 



serthumen vnd königreichen sihet man nichts 
mehr, denn abfallen vnd auflsitzen, gerade 
ab sey die gantze weit mit yhrer öberkeit, 
gotts turnyr vnd reuterey, da sichs vnteman- 
der sticht vnd bricht, derprophet Habacuc, 
(1526). ciij'». 

2) figürlich, seinem irdischen und himm- 
lischen herrn abfallen , ihm untreu werden . 
Nimrod heisset auff deudsch ein abtrünniger, 
als wenn einer seinem herrn, dem er geschwo- 
ren vnd gehuldet hat, abfeit, vber das erste 
buch Mose. (1527)« ciij^; ewr veter hatten 
auch vrsache vnd anfechtunge von yhren 
uachbarn, das sie mir ab6elen. der prophet 
Sacharja, (1528). Eiiij\ einer meinung ab- 
fallen : ja wenn gleich alle wellt vnser mei- 
nunge abGele, das ander teyl widder d. 
hyml, Propheten. (1525). Jiiij^ das gewis- 
sen ßlllt uns ab, wenn es uns anstatt zu 
entschuldigen anklagt: sihe, hie würde dir 
die weit zu enge werden, S9nderiich, wenn 
das gewissen dir auch abfiele. Jen. 1, 170^. 

3) abfallen s» entfallen: es sind ein ar- 
tikel odder sechs auffs ander examen mir 
durch sie ftlrgebalten worden, wilche mir 
mehres teils abgefallen, von er Lenhard 
Keiser, (1528). Bj". in einem dieser schrift 
L.'s einverleibten briefe Keisers, 

Abfällige adj, bei Luth, häufig für ab- 
trünnig, treulos: auff wen verlessestu denn 
dich , das du mir bist abfellig worden ? Jes. 
36, 5; der teufel verfüret sie {Eva) vnd 
bracht sie zu fall , das sie von gott abfellig 
ward, zwo hochzeil predigten. { 1 536). Gy^ ; 
{Judas aus Galilaea) machet viel volcks ab- 
fellig jm nach, apost. gesch, 5, 37. 

AbfeineB; den feim {schäum, obenauf 
sich setzende unreinigkeit) abnehmen, ab- 
schäumen, abklären: diss wort {*i*yf ift 
gemeint) aber heisset nicht allein lauter, son- 
dern auch auserlesen, das abgefeimet ist auf! 
das lauterste. Eist. ausg. 2, 73*; widde- 
rumb ists tröstlich, wenn viel einerlei leiden, 
da feilet doch nicht so ein schrecklicher ge- 
danken ein, als sey er allein abgefeimet vnd 
verworffen. das schöne confitemini. (1530). 
Hiij*. — das von Luth. häufig gebrauchte 
part. praet. hat die bedeutung von ausge- 
zeichnet böse: die verzweiuelte vnd abge- 
feimete rotten der sophisten. Jen. 6, 344*; 



ABFERTIGEN 



14 



ABGEBEN 



ein abgefeimbter bube vber alle buben. 6, 
522*^; die losen abtrünnigen, abgefeimeten 
Christen. 8, 133"; ein rechter abgefeym- 
ler sacrilegus. von der beycht, (1521). 
eij^; (David) den neidhart vnd Schmeichler 
forn an setzt als den abgefeimplen schalck. 
der 101. psalm. (1534). Piiij^ Adelung, 
welcher abßfumen schreibt, erklärt [wlb, \, 
32) die zuletzt angeßhrte redensarl „ein 
abgefäunUer schalk d, i, der ausbund von 
allen sehiUken , ein listiger, durchtriebener 
mensch, der zu allen schelmereyen gleichsam 
verfeinert ist." — vgl. ausfeimen. 

Abfertigen, 1) zum absenden (zur fahrt) 
bereit machen und wirklich entsenden : wie 
Christus seinen jungem die letze gäbe vnd 
sie abfertiget, deudsch catechismus. (1529). 
Aiij*^; dasz man aufs fodderlichst bottschaft 
abfertiget, de Wette br. 3, 336; als nu Esau 
sähe, das Isaac Jacob gesegnet hatte vnd ab- 
gefertiget in Mesopotamien. 1 Mos. 28, 6 ; da 
ferligeten die brüder Paulum also balde ab. 
apost. gesch. 17, 14. 

2) weil er aber von N. mit XX floren ab- 
geferliget, so andere 100 floren kriegen. 
Jen. 6, 540\ 

3) zu ende bringen: (ich) zu weilen des 
heubts zuuerschonen mit der grossem erbeit, 
die Propheten vollend zuuerdeudschen, mgen 
vnd feiren mus, welche ich hofle auch bald abzu- 
fertigen, das schöne confUemini{l b30). Aij\ 

Abflehen ^ flehentlich von einem erbitten : 
solche vermahnung nehmet für gut, die mir 
euer söhn mit groszem fleisz abgeflehet hat. 
de Wette ftr. 5, 279. 

Abfordern (abfoddem). 1) die abgäbe 
wovon verlangen: der mich vnd dich für 
dass eine ansprechen vnd als die seinen vom 
teulTel abfoddem wolle, hauspost. Wittemb. 
1545. wintertheil bl. 20^. 

2) einen von einer stelle zurückrufen ; bei 
e. k. f. g. anzuregen um eine schrift, darin- 
nen er von e. k. f. g. wieder abgefordert 
würde sich wieder gen Wittenberg zu fügen. 
de Wette br. 3, 452; wir können mitguttem 
gewissen, aus vnserm beruff nicht tretten, 
bis so lange wir mit gewalt dauon gedrun- 
gen, oder von gott aufls new durch prophe- 
ten oder wunderzeichen abgefoddert werden. 



vermanunge zum gebet. (1541). Cj^ über 
die form abfoddem $. foddern« 

Abfressen , von etwas weg fressen : die 
hewschrecken werdens (die fruchl vom feld) 
abfressen. Deut. 28, 38; das kelberda selb« 
weiden vnd rügen vnd daselbst reiscr (von 
den bäumen) abfressen. Jes. 27, 10; es 
(das Schwert) wird dich abfressen wie die 
kefer. Nah. 3, 15. 

Abfretienj abweiden: vnd wenn es schon 
daher wechsl , wie bald kund es mit hilze, 
Wetter , hagel verderbet werden , von kcfern 
vnd andern Ihieren abgefrelzet wenlcn? der 
147. psalm. Wittemb. 1532. Ciiij«. — ab- 
fretzen verhält sich zu abfressen wie fretzen 
zu fressen, welche man sehe. 

Abfahren^ wovon weg leiten: solcher 
dunckel vns abfurct von gott. der prophel 
Jona. (1526). Ej"; weiter vom glauben ge- 
gangen vnd abgefürct. von Jhesu Christo. 
(1533). Hiiij**; die zucht, die da abfüret von 
vernünftiger lere. spr. Sal. 19, 27. auck 
für einfaches füren : der weg ist breit, der 
zur verdamnis abfüret. Matth. 1, 13. rgl. 
V. 14. 

Abgang, m. mhd. abcganc [Ben. \, Alb]. 
1) entfemung, weg fall: ich hab gehört wie 
dasz e. f. g. nach abgang dieszes aufifsatzeh 
wolle eyne andere vnnd villeicht schwerer 
auffsetzen. de Wette br. 1, 78. hier nac^ 
dem original, wovon d. W. nur in der Ortho- 
graphie abweicht. 

2) für tod d. i. abgang aus diesem leben: 
es hat mich ewer son N. bericht des jamers 
vnd vnfalls, so euch zugestanden durch ewers 
lieben herrn abgang. Jen. 4, 384^ 

Abgankeln^ ,,etnem durch blendwerk ent- 
ziehen" (Grimm wtb. \, 44); wenn sie 
aber dir gleich alle euangclisten abgegauckeU 
haben, vnd den kelch allein aulTsich gezogen, 
so werden sie dir s. Paulus nicht abgauckeln. 
eine bericht an einen guten freund. (1528). 
Hij»». 

Abgeben^ von sidi geben, fahren lassen, 
wie mhd. noch mit gen. der suche: vnser 
heubtman Hans Metzsch ist viel vnd oftmals 
von mir gutlich vnd ernstlich vermanet, er 
sollte der hurerey vnd buberey mil weibern 
abgeben. Burkhardt briefw. 192. 



ABGEFEIMT 



15 



ABGLAUbE 



ibgffdiit «. abfeimcn. 

ibgekeij davon gehn, ]) von lebendi' 
gen des gangs mächligen wesen: jrer war 
nel, die abe vnd zu giengcn. Marc. 6, 3 1 ; 
^nd da er (der propkel) von jin abgieng 
laod jn ein ]e\ve vnd scliluge jn. 1 kön, 
20, 36. mil tod abgehen, aus dem leben 
gehii , sterben (s, abgang 2) : sich betrüben 
mit einem guten freunde der mil lod abge- 
gangen isl. zwo predigt vber der leiche des 
kürfursten hertzog Jokans. (1532). Aiij"; 
wo vns ein lieber freund, weib, kind etc. mit 
lod ist abgangen. Aati^po«!. WiUemb, 1545. 
sommerteiL bl. \ 56". Grimm denkt bei die- 
ser schon vor Luth. üblichen redensarl an 
ein gehen im geleile des abholenden todes, 

2) von sacken, die sich ablösen: wenn 
sieb roenner haddern vnd verletzen ein 
schwanger weib, das jr die frucht abgehet. 
2 Mos. 21, 22; o der mörderischen slad, die 
ein solciier topffist, da das angcbrante drin- 
nen klebt vnd nicht abgehen wil. Ezech, 
24. 6; das jm alle zeen, negel vnd bar des 
ganlzen leibes abgiengen. Jen. 6, 525". 

3) /ur hinabgehen, sich niedertoärts be- 
legen: gehtt eyne wage schussel aufl die 
ander abe. auslegung der epist. vnd euang. 
vom christag etc. (1522). Rrij^ 

4) von statten gehn, ergehn, hingehn: 
(\n wirst ein fein vernanfTUg mensch werden, 
dem* alles wol anstehet vnd abgehet, was du 
angreifTest. randgl. zu spr. Sal. 3, 4 ; solche 
predigt gehet on fruchte nicht abe. zwo predig- 
ten auff der kindertauffe etc. (1540). Ciij"; 
wo viel worl sind, da gehets on Sünde nicht 
ab. spr. Sal. 10, 19; es sol keinem ge- 
:ichenckt werden, noch vngestrafTt abgehen. 
deudich calechismus. (1 529). Ciiij\ 

5) abgehen, mangeln, aufhören , ver- 
ichwinden : gelobt sey der herr der dir nicht 
hat lassen abgehen einen erben. Ruth 4, 
14; — das eyne ygliche Stadt vnd flegk yhre 
arme leul selb versorgeten, das der bet- 
tet gar abe ginge, von kauffshandlung'vnd 
^tucher. (1524). Fiiij"; nu ist abgangen der 
prauch speysse vnd gelt zusammen tragen 
io der mesz. eyn sermon von dem n. lest. 
{Grinebergs druck v. j. 1 520). Cj^ ; wenn 
solche Ordnungen abgehen. Jer. 31, 36. 



6) hat abgehen die bedeutung von sich enl- 
halten, so verbindet es sich mit dem gen. : das 
ich aber scharffer vnd hitziger byn, vber die 
sciirifll zuerhallen, wen (denn) etlich leyden 
mugen, sol mir niemand bilhch vorweysen, 
ich wils auch nil abgahn. von dem bapstum 
zu Rome. (1520). Uiij"; vnd ward ofil ge- 
warnet von seinem nachbar, das er des worts 
abgienge. das 1 5. cap. der ersten ep, an die 
Corinther. (1534). aij^ 

AbgeiieBj einem durch geiz entziehen : da- 
mit zeigt er an, wie der kOnig.zu Babylon sein 
gebew nicht gethan habe mit rechtem gut, 
sondern hals landen vnd leuten abgegeitzt. 
der prophet Habacuc. (1526). kiij"; das 
man diesem reichen herrn nicht mag abgeitzen 
vnd ab wuchern, an diepfarrherm wider den 
wucfher zu predigen» (1540). Lij\ 

Abgenessen s. abmessen. 
Abgesagt s. absagen. 
Abgesrhieden s. abscheiden. 
Abgesondert s, absondern. 
Algestorben s. absterben. 

Abgewiniieii (abegewinnen), von einem{im 
kämpf, im handelsverkehr) geiAnnen, erlan- 
gen: der zuuor nicht menschen kund vber- 
winden, ytzund engein abegcwynnet. vber 
das erste buch Mose. (1 527). hh}^ ; die weit 
ynn dem wahn stehet , das sie mit gott wil 
kaulT schlagen , verdienen vnd abgewynnen. 
auslegung der euang. an den fümemisten 
festen. Wittemb. 1527. sij"^ wie diese und 
andere bei Grimm (wtb. 1, 48) angeführten 
stellen zeigen, construierte Luth., dem mhd, 
(er wände im abe gewinnen. Trist. 158, 10) 
entsprechend, abgewinnen noch ohne acc. der 
Sache, doch fehlt es bei ihm auch nicht an 
stellen, in denen der sächliche acc. zugefügt 
ist: hendel, dadurch man furnimpt dem 
nehisten etwas abzugewinnen, deudsch cate^ 
ckismus. (1529). Liiij*; vnd David gewan jm 
ab tausent wagen, sieben tausent reuter vnd 
zwenzig tausent man zu fuss. 1 chron. 19, 4. 

Abgieuen , durch gieszen über einen ge* 
gensland ein bild von demselben nehmen: 
es mag conterfeit seyn oder abgegossen, de 
Wette br. 4, 631. 

Abglanbe (abeglaube)» m. vom rech-- 
ten glauben sich entfernender, falscher 



ABGLÄUBIG 



16 



ABGÖTTEREI 



glaube , hei Lulh. gMchmel mtf aberglaube ; 
so überselzi er x, b. Coloss. 2 , 23 iy i&f- 
Xo&Qfj<yxffa xa) Tanuyo^fQoavvri (vulg. : in 
soperslilione et humililate) in der schri/fl 
„auffdas vbirehristlich buch bocks Emsxert": 
vnd ist doch aberglauben vnd falsche nerrisch 
demulh, in der „auslegung der epist. vnnd 
euang. des aduents" dagegen : yn demut vnd 
abgia wben {beide Varianten fehlen bei Bind- 
seil), da sihestu, wo her alle abegolterey 
kompt vnd warumb es billich abegolt vnd 
abeglaube vnd abegotterey heisse, on zweyffel 
darumb, das solcher dunckel vns abfuret von 
gotl vnd abwendet von rechtem golls dienst. 
der prophel Jana. (1526). Ej\ s. auch die 
unter abdünkel gebrachte stelle. 

Abgla^blg (abegleubig), irrgläubig: nach 
der history weys ich nichts draus zu machen 
{aus cap. 23 der Genesis), denn das 
es zu Widder den ahegleubigen vnd hofferli- 
gen heiligen {die werkheiligen sind gemeint) 
geschriben ist. vber das erste buch Mose. 
(1527). Ddij**; den ketzerischen ahgleubigen 
buchern. Jen, \, 583". 

AbglaaUseli, toas abgläubig: szo ist der 
grozz man (Gerson) betrogen worden von 
'der abglewbischen , englischen geystlickeit. 
ausxleg. der epist. vnnd euang. des aduents. 
(1522). Cij"; abgottisch, abglewbisch, bep- 
stisch, herodischer goltesdienst. ausxleg. d. 
epist. vnd evang. vom christag etc. (1522). 



:!>• 



PPPJ 

Abgleiten, y,durch gleiten von etwas ab' 
kommen" {Adelung wtb. 1, 42): da gleit 
(^/t(() die hellebart von der leitern ab, vnd 
durchstach den heiligen marterer (Heinrich 
von Diedmar) mitten durch. Jen. 3, 41". 
dasx mit -hellebart die bekannte hieb' und 
Stichwaffe gemeint ist, würde xu bemerken 
überflüssig sein, hätte nicht Grimm helle- 
hon gelesen und diesx {wib. \, 50) „aus- 
geburt der hölle" erklärt. 

Abgönner (abgnnner), m. Widersacher: 
wiewol zuvor meine bdcher von meinen ah- 
gdnnem verbrennt, de Weite br, l , 599 ; 
ebenso in dem titel einer 1519 erschienenen 
Schrift Luthers: vnterricht auff ellich ar- 
lickel die im von seynen abgunnem auff ge- 
legt vnd tzu geroessen werden. 



Abgott (abegott , abtgott), m. früher n., 
mhd. abgot, apgot und die auch bei iMÜ^er 
noch vortauchende entstellte nebenform aptgol 
{Ben. \, 557), ahd. ap(b)kot, abgot [Graff 
4, 149. 150), falscher gott, göUe. ~ der 
gewöhnliche pl. ist abgOtter (abgotler), docA 
begegnet auch einmal der dal. pL abgölten 
(1 Joh. 5, 21 in der septemberausg. des 
n. lest. V. j. 1 522), was woM nicht bloszer 
druckfehler ist; auch die erste deutscht 
bibel hat 2 kön. 1 6 : nach den abgötten der 
heyden. 

Die form abtgotl bieten bis xum jähr 1 522 
erschienene schrißen Luth.s, doch nicht mehr 
das n. lest. : vnszer schmeychler habens szo 
hoch bracht vnd vns einen abtgot gemacht. 
an den christlichen adel. (1520). Gj'; nu 
höre was gott mehr von deynem abtgolt ind 
menschen leren sagt, auff das vbirehristlich 
buch bocks Emsxers. (1521). Gj"; den abt- 
gottern geopffert. ausxlegung der epist. vnnd 
euang. des aduents. (1522). Hij^ nun be- 
lege für abegott und abgolt : wo die beiden 
ein abegot betten, da hatten die jaden ybr 
viel vnd war kein dorff noch f^edr. nach) 
flecklen sie betten ein abegolt darynne. der 
112. p«a/m. (1526). dif; {Gregorius) her- 
berget hey einem heidnischen kirchner, der 
hatte ein abegolt, der antwortet ihm was er 
fraget, auslegung der euang. von ostem etc. 
{ 1 527). cv'*. s. auch die unter abglaube a\u 
dem Propheten Jona angeführte stelle, der 
bapst ewr abgolt, fehret schier mit halheoi 
karn. von er Lenhard Keiser. (1528). Pij'; 
der sauff bleibt ein allmechtiger abgolt hei 
vns deudschen. der 101. psalm. (1534>. 
Qiiij" ; dyr grawelt für den abgoltem. Rom. 
2, 22 in den ersten ausg. des n. lest. , spä' 
ter götzen ; es krimelt vnd wiroeit von aln 
göttern allenthalben, die drey symbola. 
(1538). Ciij\ 

Abgotter, m,, götxendiener (Frisch wlb. \, 
362): wie ein ertzlesterlicher geuckler, zea- 
berer vnd abgOtter. Jen. 8, 124*. Grimm 
tadelt diese form, weil sie sich mit dem 
pL von abgott mischt, und xieht abgdtle- 
rer vor. 

Abgötterei (abegölierei, abtgötterei) f. 
götxendienst , falscher goltesdienst über- 
haupt: wir lesen nicht, das bey den juden 



ABGÖTTERISCH 



17 



. ABGRUND 



bernach {nach der babyltmUchen gefangen^ 
sekaß) sey abgötterey gewesen, aber an stat 
der vorigen abgdtterey kompt hie das buch 
die kunst, Weisheit vnd lere, welche die 
rechte abgötterey ym hertzen anrichtet , das 
ist, den eigen dunckel vnd menschen gebot. 
ier prophet Sacharja. (ib2Q). Qiiij^; vber 
das alles hat dieser irachenschwantz die messe, 
viel vnzifers vnd geschmeis mancherley ab- 
gi^tterey gezeuget, artickel so da heUen 
ioUen auffs cone, %u Maniwi vberantwMiet 
y^trien. (1538). Biiij'*; solcher abegOtterey 
ist die weit vol vol, dasyhm ein ygliehergott 
abmalet nach seinem wahn vnd gutdttucken, 
vnd wil yhn ehren mit selbs erdachtem dienst. 
thtr das erste buch Mose. (1527). Yyj'>; 
daher ich furcht, das itzt ynn der Christen- 
heit mehr abtgotttrey durch die messen ge- 
schehen, dan yhe geschehen ist vnter den 
Juden, ein sermon von dem n. iesi, (1520. 
Grikhebergs druck), Biij'>. — abgötterei isi 
miuelsl der ableilungsendung -ei (mhd, -te, 
d, i. -i-e aus romanischem -ia , -ie, vgl. 
Grimm gr. 2, 9%) vom pL abgölter gebüdei ; 
ebenso mittelst der ableilungssilbe -isch das 
folgende adj. abgOtterisch. 

ibgötterisck (abgotterisch), der abgötte^ 
rei ergeben, a) adj, : es ist keyn zweyffel, 
das alle priester vnd munich diszer tzeyt mit 
bischoffen vnd allen yhren vbrem abgölte- 
risch sind, eyn vrteyl der theologen tsu 
Parisz. (1521). Bj-. 

b) substantivisch: weil alle abgötterische 
ehru auch also »agen. die propheten alle 
ieuuch. (1532). bl. 4^ später da für das 
rom sing, abgolt gebildete abgöttisch. 

Abgottia, f., das femininum von abgolt: 
das wir sie (Maria) wollen machen zu einer 
%öitin, das wollen noch sollen wir nicht 
thuee. ausleg. der euang. an den /timemt- 
iien festen. (1527). CCiiij^ 

Abgöttiscli (abegöllisch), adj. von golt 
fibgewandt und den götzen ergeben, der ab- 
götterei dienend: wer geilzig ist der ist abe- 
göllisch. vber das erste buch Mose ( 1 527). 
«iiij*; ablrttnnige abegöttisscbe leute. der 
prophet Sacharja. (1528). Eiüj"*; er (Pau- 
'«<) sähe die stad so gar abgöttisch, apost. 
!«<*. 17, m (Nikmberger bibel V. j. 1483; 
er «ah die stal, das sie geben was der abgöt- 

DiBTi, W^irterlncb. 



terey). das ist ein abgöttisches vnglenbigs 
hertz, daa mehr einem menschen denn gotl 
verlrawet. Jen. 4, 465 ; rechte abgöttische 
bilder. widder die hymeUschen propheten, 
(1525). Ci/, ein lauter abgöttisch fest ein 
predigt von den engein. (1535). Aij**; ab- 
göttische gebellin, das 5. 6. vnd 7. cap. s. 
Matth. (1532). bbj\ substantivisch ge- 
braucht: Mahmet aber ist ein abgöttischer, 
ein mörder, frawenschender, reuber vnd al- 
ler lasier vol gewest. Verlegung des ako» 
ran, (1542). Rij*; haussen sind die hunde 
vnd zeuberer, vnd die hurer, vnd todschle- 
ger, vnd die abgöttischen (vorluth, bibeln: 
diener der abgölter), offenb. Joh. 22, 1 5. 

Abgöttisch, adv. : zur könige zeit vertra- 
ten die priester ofil das volck für golt ganlz 
göltlich vnd doch die könige das volck re- 
girten ganlz abgöttisch, vnd widdenimb. 
der prophet Sacharja. (1528). Vij". 

Abgdttlein, n. dtminultv von abgoll: so 
wollen wir recht one gnade haben, vnd den- 
noch auch ein eigen abgöttlin mit vns fttren. 
Eist. ausg. 1, 551K Jen. 4, 458*. 

Abg^ttsbiM, n., götzenbild: so werden 
myr auch meyne bildstUrmer eyn crucifix 
odder marienbilde lassen müssen, ia auch eyn 
abgoltsbilde. widder die fiymelischen pro- 
pheten. (1525). Biij\ 

Abgötie, m., was abgolt: so hiengendoch 
Ismael vnd Esau an den abgötzen. Eist, 
ausg. 2, 468^; darumb verbeut er so hart 
die abgötzen. 1, 495^. 

Abgrtbea, dwrch graben ableiten: dem 
meer vol wasser gleich, welchs niemand 
austrocken noch abgraben kan. der prophet 
Habacuc. (1526). liiij". 

Abgrnnil, m. „jsum erschrecken tief ah- 
gehender grund, endlose tiefe'^ ( Wei gand 
wtb. 1, 5): vnd sie (die Schiffer) gen himel 
füren vnd in al)grund Aireu. ps. 107,26; 
sein sinn ist reicher weder kein meer, vnd 
sein wort liefTer denn kein abgrund. Sir. 
24, 39. vorzugsweise wird abgnind wie 
auch d€is ahd. abcrunli, mhd. abgrtlnde 
abgrunde, abgrund {sämtlich n.) von der 
Unterwelt, die man sich in der tiefe der 
erde dachte, gebraucht, bald mit biUd ohne 
beifugung „der bellen": ynn abgrund der 
I hellen sich sprengen, grund vnnd vrsaeh 

3 



ABGRUNDLICH. 



18 



ABHAUEN 



aller arlikeL (1520). nj^; vber einen hanf- 
fen ligen im abgnind der hellen, an kur^ 
fursten *u Sachsen vnd landgrauen xu 
Hessen. (1545). fiäii**; vnd hatten vber sich 
einen kOnig, einen engel aus dem abgrund. 
offenb, Joh. 9, 1 1 ; vnd ich sähe einen engel 
vom himel faren, der hatte den schlüssel 
zum abgrund. 20, 1. — figürlich: wie kan 
man hie anders sagen, denn das der golt 
doch nichts sey, denn ein abgrund ewiger 
liebe. Jen, 6, 50"^ ; gott hat auffgethan den 
tieffsten abgrund seines veterlichen hertzens. 
deudsch catechismus» (1529). Pj". 

Akgrottdilch, adj. unermesiUch Uef, tcn- 
ergründlich; golt sey gelobt vnd gebene- 
deyet, der nach abgrundlichem reychtumb 
seyner barmhertzikeytl Izu dieszen Izeytten 
Widder auffrichtet seyn heyliges euangelion. 
epistel an die kirch Ixu ErffurdL (1522). 
Aj^; (der vater aller barmherzigkeit) mich 
seynen son Jhesum Christum ausz abgrund- 
lichem reychthum seyner gnad hat erkennen 
vnd andere auch leren lassen, wider den falsch 
genantten geysUichen stand, ( 1 522). Aij". 

AbgEBst (abgonsl) , f,, „die von jemand 
abgewandte freundliche gesinnung" {Wei* 
gand wib. 1, 5): der legal e. k. f. durchs 

lenchtigkeit ein Schandfleck gern wolt 

anhengen vnd in abgunst bei bepstlicher 
heilig, bringen. Jen. i, 130^; das sie die 
Schmach, Verachtung, hass vnd abgunst nicht 
ertragen mügen. 4, 465"; so hat ihn der 
leidig neid und abgonst widder vertrieben 
unschuldiglich. de Wette br, 3, 338; das 
ers thu, wie sichs gebtirt vnd recht ist, nicht 
nach eigener gonst odder abgonst, sondern 
nach dem recht, das ist, nach golles vvorU 
der 82. psalm. (1530). CijS — mhd. lautete 
dies subst, abgansle f (Ben. 1 , 34), ahd. 
dagegen ohne das praefix g' (d. t. ge) 
ap(b)unst m. (Graff 1, 272). vgl. gunst. 

Abg&DBtig, adj. misgünsUg, feindlich: 
hoffertige lerer sind neydisch vnd abgünstig. 
auslegunge der epist. vnd euang. von der 
h. dreykönigefest etc. (1525). hij*; abgön- 
stige, mislrewige, eygennützige, ehrgyttige, 
verechtigeleule. ebend. ij"; etliche des ratbs 
zu Eisenach ihm abgonstig. de Wette br. 
3, 162. — Luther verwendet abgUnstig auch 
substantivisch für feind, Regnen dasz ihr 



bf mai. mich durch mein abgdnstigen nicbl 
wolle vergewaltigen lassen, de Weüs hr. 
\, 599. — abgttnstig erseheint nach Wei- 
gandwtbA,berstim ib.jh. und zwar xuenl 
(1482) abgunstig; früher galt ab(p)unstic. 

AbgiurtCB, den gwt lösen: nu weyl ich 
dir das schwerd abgürttel bab, vnnd deper 
vormessenheit den köpf abschlagen {ahge- 
schlagen)^ wollen wir wider aufT deyneii 
spiesz, degen vnd gantzen hämisch kununen. 
auff das vbirchristUch buch bocks Emssm. 
(1521). Fiiij"; das ich den kOnigen das 
Schwert abgttrte. Jes. 45, 1. 

Abbaben, atner person oder sache etwas 
abhaben gebrauchte die frühere spräche ähn- 
lich dem heutigen einem etwas anhaben, so 
auch Luther: wenn der teufel der lere nichts 
kann abhaben, so legt er sieh wider die person. 
von den Juden vnd jren lügen. ( 1 543). b iijK 

Abhag, ein wort, welches (wie viele an- 
dere) in Grimms wtb. 1, 53 Luth. zwar zu- 
geschrieben wird, demselben aber nicht an- 
gehört, die bei Grimm angeführte forml 
„spiesz abhag abziehen" für den abzug ei- 
nes heeres von der feste ist einer der Jen, 
ausg. der Schriften Luthers einverleibten 
Schrift Eck's entnommen, das original die- 
ser schrifi ist uns nicht zu gesicht gekom- 
men, doch nach dem ersten Jen. druck (li 
167") zu urlheilen schrieb Eck, der ein ober- 
deutscher war, ab hag, was der stelle aus 
Hedion bei Frisch 1, 394: vom hag a))- 
ziehen vollkommen entspricht. 

Abhalten, von etwas zurückhalten: (he 
selbigen sollen sie abschrecken, das ist, ab- 
hallen vnd abwenden, das euch nichts ge- 
schehe von yhnen. der prophet Sacharja. 
(1528). Hij^ 

Abhaadlg, von der hand kommend, rer^ 
loren gegangen, wie abhag von Luth. selbst 
nicht gebraucht, sondern in dem „vnter- 
rieht der erbam vnd tugentsamen jung- 
frawen Florentina von Obemweimar, «nie 
sie aus dem kloster, durch gottes hülff kö- 
rnen ist" vorkommend, ebendaher auch das 
wort abredig ßr in abrede stellen. Grimm 
wtb. 1, 87. 

Abhaaes (abhawen), durch hauen trorcm 
sondern. 1) sinnlich, den köpf {hals) vom 
rümpfe, glieder vom leibe abhauen: wenn 



ABHEBEN 



19 



ABKEHREN 



ich süfae, wie ein reuber oder mdrder einem 
den köpf abbawet, so ist daswerck eben dem 
gleich an xuseben, so der üUrst oder ricb- 
(er einem den bals abbawen lest, xwo hock' 
zeit prediglen* (1536). Aiiij*; vnd bieben 
joen {den mördem Isboseihs) bende vnd 
fasse abe. 2 Sam. 4, 12; vnd (Peirm) bieb 
jm {Malehus} sein recht obr ab. Luc, 22, 
50. — gras, bolz, bäume (vom boden) ab- 
hauen: (gras, das) des abends abgebauen 
wird. JM. 90» 6; welcber bawm nicht gute 
frnchi bringet wird abgehawen vnd ins fewr 
geworflen. Matth. 3, 10. 

2) figürHeh: das ich die vrsache ahbawe. 
2 Cor. 11, 12 {schon in der Nümb. hibel 
[1483]: das ich abbawe ir vrsach). den al- 
ten adam abhauen. Jen. i, S?**. 

Abk^n (abebeben) , hebend entfernen : 
Jbesos sprach, hebt den stein abe. Joh. 11, 
39; da hüben sie den stein ab. 11, 41. 

Abhelfen^ wovon helfen, erledigen: 

a) mit dal. der person, gen. der sacke: 
helft ihm der marler ab. de Wette br, 5, 187. 

6) milder praep, von statt des gen» : es die- 
net dazu, das vns von dem gÜft vnd den sttn- 
«ten abgehollTen werde. hausposL Wittemb. 
1545. sommertheil 56". 

cjmit dat. der sacke: solch vrteil bah 
ich müssen der Sachen abzuhelfen sprechen. 
Burkhardt briefw. 419. 

Ibher, von — her: die von Jerusalem 
abher kernen waren. Marc. 3, 22. nach 
Grimm {wtb. 1 , 56) i«l abher eine im 15. 
vnd 16.^. üblidie Umstellung von herab, 
vie abbin von hinab [„vnd manet jn er soll 
^ie abbin nach des wassers lauff suchen". S. 
Brandt ftei Steinköwel Esop (Freiburger 
dnukv.j. 1545) bl. 125*], anher von heran, 
ausbin von hinaus u. s. w. aber warum kat 
Luth. nur an dieser einen stelle abher und 
^Mtiiets herab ? und (was nock auffallender 
^i} warum stellte man bei der revision der 
(>ibelmjakr 1541 da« tir^iriiii^tic^ abher, 
vo/w- tu den ersten ausgaben der ganzen 
t^ibel herab gesetzt war, wieder her? 

Abjagen, 1) jagend sieh ablösen: es kan 
eioem ein rad abjagen vom wagen. Eist. 2, 
2S8^ 

2) eiaem etwas abjagen, jagend neh~ 
"i^: abzo haben wyr die taween namenl 



Widder abiagt (abgejagt) den kirchen rewbem, 
das sie nit kirch noch priesler sind mehr 
denn alle Christen, eyn widderspruck d. 
Luthersz. (1521). bl. vj*; wir woUens euch 
durch gottes wort abgezwungen vnd als den 
lesterern, Verfolgern vnd mördem abgeiagi 
haben, vermanung an die geistlichen. (1530). 
Fj^ 

Abkaifei (abkeuffen , abekeulfen) , durch 
kauf von einem erlangen : Vnd wil der bapsl 
keinen lassen Christen sein, er sey yhm dan 
vnterworffen, vnnd keulT yhm bley vnd wachs 
abe. von dem bapstum zu Rome, (1520). 
Eiiij* ; sie wollen durch den freien willea so 
viel thun, das sie gottes gnade jhm abver- 
dienen vnd abkeuffen mttgen. der 1 1 7 . psalm. 
(1530). Fj"; got sein huld gleich abkaufien 
als wer er ein troedler ader tagloner, der 
sein gnad vnd huld nit vmbsunst geben wolt. 
von den guten wercken. (1520). Biij*^; dem 
allerheiligsten vater, dem papst, solltet ihr 
geld gegeben haben vnd demselben frauen- 
krümer solche fraue abgekauft vnd bezahlet 
haben, de Wette br.'3, 83. — über die 
form keufen vgl. kaufen. 

Abkehren , 1 ) wegfegen : so ist vns der teufel 
feind, er wil vns rein abkeren. Jen. 5, 4^ 

2) einem abkehren, ihn hart mitnehmen, 
übelb^Mndeln: was thut nu dieser schriSt- 
gelerte darzu, die weil yhm der herr so alM 
gekeret hat? ausleg. der euang. von ostem 
bisauffsaduent. (1527). rvij**; gelerteleute, 
die dem bapst Johanni redhch abkereten. 
vorr. vber dien Propheten Daniel. Bindseil 
L.*s bibelübersetzung 1, 385. Grimm zieht 
auch die unter 1 ) angeführte stelle hierher, 
aber mit unrecht. 

AbkehrtB, avertere, wegwenden, 

1 ) die äugen, das gesiebt (van einem) ab- 
kehren : wo gott zQrnet vnd die äugen ab- 
keret. ausl. derepist. vnd euang. von ostem 
etc. (1544). Lv^ 

2) einen abkehren, abtuenden: Lucas hie 
nicht schreibt, wie die priester abgekeret 
haben die neune. Eist. ausg. 1, 37*. 

3) sich abkehren: so ists ein treftiiche nö- 
tige predigt gewest, das volck zu erhalten» 
das sichs nicht abkeret von gott. der pro* 
phet Sackarja. (1528). £üj^ 

4) abkehren ««iimu^enileii, zurückkehren: 

3* 



ABKNEIPEN 



20 



ABLASSEN 



sie sind zu tielT vnd za ferne von gott, in das jre 
ab\ierei{abgekeret) vnd gegangen. Jen 3, 4*^. 

5) substantivisch verwendeter inf. : abe- 
keren gotlis das ist ynnewendig entsagen, 
vorlaszen. die sieben puszpsalm, (1517). 
Aiij^ ; es ist auch keine ander vrsache jres ab- 
kerens on allein, das sie der warheitvberdrfls- 
sigworden. derpsalmmiserere. (1531). Aij^ 

Abkehren verrere und abkehren averlere 
sind, obwohl jetzt insehrifl und ausspräche 
völlig eins, ganz verschiedien, indem ersterem 
mhd, keren, kern ähd, cherran (eherian), 
letzterem dagegen mhd. k^ren, ahd. ch^rian 
zu^grunde liegt, 

Abkieipei^ abzwicken, abpfetzen, mit den 
fingemägeln oder einer zange absondern : den 
kopff(<ier op/eHatt6e) abkneipen. 3 Mos, 1, 
15; 5,8. 

Abkneipen ist ndd, afknipen (wie auch 
Bugenhagens Übertragung der bibel, über^ 
Setzung Luthers ins niederdeutsche an den 
betreffenden stellenhal), daher hochdeutscher 
abkneifen; von kneip {'^kurzes gekrümmtes 
messer), welches ndd/knexUautet, isUbknei- 
pen völlig verschieden, — Älberus dict. 
bl, Qiiij^: mutilo, ich kneip ab. 

'Abkomienj 1) weg-, loskommen, frei 
und ledig werden, a) ohne object: vnd kan 
nicht abkomen (von haus) denn sein weib 
kranck ligt. Burkhardt briefw. 124. — 
b) wie mhd, („des strttes abe komen") mit 
gen, statt der heute Üblichen praep. : darumb 
bittet er (Jona) aberroal vmb den tod, das er 
der vnlust abkeme. der prophet Jona, 
(1526). Kiiij'; damit wir aller yrrung ab- 
komen, verdeudsche ich den text Luce auifs 
deudlichsl vnd kürtzest also, vom abendmal 
ChrisU. (1528). ziij^; (mancAe/eii(e) beken- 
nen vnrecht, damit sie der marter abkomen. 
wider den bischoff zu Magdeburg. (1539). 
Ej" ; ich wil jr helfTen , das ich jr abkome. 
Aati^po^l. Wittem,b. 1545. winteriheil 78*". 

2) auszer gebrauch kommen: weil des 
bapsts tand ist abkomen. deudsch cate- 
cMsmus. (1529). Yiiij''; so sol man die 
beicht oder absolutio bei leib nicht lassen 
abkomen jn der kirchen. artickel so da hel- 
len sollen auffs conciHon zu Mantua vber- 
antwortet werden. (1538). GiijV 

Abkratiei) davonkralzen : wie man einen 



grynd abkratzt, auslegung der euang, von 
oslem etc. (1527). Zviij^ 

khkmmilgtm, den wegfaU einer loefte 
kund thun: {die besoldung) ist im allein 
ausz basz des heiligen euangeln abgekündigt. 
Burkhardt briefw. 4 4 8 ; der selbige reichs- 
tag stumpft, schimpflich vnd schendlich ward 
abgekündigt, vermanung an die geistUcktn. 
Witlemb. 1530. Aiiij". 

AbkJineB^ kürzer machen, vemUndem: 
solcher bund ist von den Juden auflgehaben 
vnd der stecke odder stab abgekflrtzt. der 
prophet Sacharja. (1528). Ffiij»; s. Pau- 
lus aus Jesaia 10 von dem abgekttrzten wort 
leret , das es an die jttden nicht reicht noch 
sie trifft, ebend. ; meine tage sind abgekfirut 
Hiob 17, 1. 

AblMMB (abelassen). mhd. abe U^en, su- 
sammengez. abel&n (Ben. 1, 949), davon 
lassen. 

1) gewöhnlich „von der forlselzung einer 
ihätigkeil sich abwenden" : sie werden nicht 
ablassen von allem das sie furgenomen ha- 
ben zu thun. 1 Mos. 11, 6; als sie nu sähe, 
das sie feste im sinn war mit jr zu geben, 
lies sie ab mit jr dauon zu reden. Ruth 1, 
18; (Salomo) lies ab von knien vnd bende 
aasbreiten gen himel. 1 hon. 8, 54; las 
nicht ab den knaben zu züchtigen, spr. 23, 
1 3. häufig auch eliptisch : ah herr herr las 
abe (sc. zu strafen). Arnos 7, 5 ; last ab lie- 
ben herrn, last ab, es ist euch zu slarck das 
trüncklin. der prophet SacAar;a. (1528). 
Ggij^; da stund er auff vnd bedrawete den 
wind vnd die woge des wassers vnd es Ues 
ab. Luc. 8, 24. das in Luthers bibelüber- 
Setzung oflvorkommende von einem ablassen 
ist die auf ihn gerichtete Ihätigkeil einsl^en : 
da lies er von ihm ab (nach der vollzoge- 
nen beschneidung des kindes hörte der herr 
auf Mosen zu plagen). 2 Mos. A, 26 ; Asahel 
wolt nicht von ihm ablassen (woüe die ver- 
folgung Abners nicht einstellen). 2 Sam. 2. 
21 ; lasset ab von diesen menschen (uiifeWai2< 
sie weiter zu verfolgen) apost. geseh. 5, 3S. 

2) erlassen, nachlassen: ablasz heysset 
szo viel alsz abelassen oder nachlassen, e$ 
(das ablasz) lessit ab alles gut vnd lessit zu 
alles vngluck. grund vnd vrsach aller ar- 
tickel, (1520). iiiij*; gott vergibt vnd ab- 



ABLASZ 



21 



ABLAUFEN 



lessl allzeit umb sonst die sünde. Jen. 1, 
577*. — in Me9er heäeutung schon goih, 
afl^UD (Matlh. 6, 1 2). 

iUitt (ablas), anfangs wie ahd.und mhd. 
m., später wohl in folge nd. einßuszes n., 
kirehHeher erlasx, naehlassung der genug- 
ihuwng fwr die sünde (ums geld): ob die 
cbristeniiche kirch noch heut beschlusz vnnd 
aosz ercleret, dass der ablass mehr dann 
die werck der genngthung hyn nehme, szo 
were es dennocht tauszentraal besser, das 
kern Christen mensch den ablas loszett adder 
(oder) begeret. etpm sermon von dem ahlasz 
vnnd gnade. (1518). Aij^; der ablas ist 
oieht geboten aach nicht geraten , sundernn 
voo der dinger tzall, die tzu gelaszen vnd er- 
leabt werden, ehend. Aiij^; von dem ablasz 
ist gDug einem gemeynen man zu wyssen, 
das {dasz) ablas sey entledigung der genug- 
thuung für die sunde. vnterricht auff etUch 
arUekel. (1519. Aij- ; {cardinal Sancti Sixli) 
forgab, wenn ich nur das ablas widderriefT, 
szo hett das ander kein nott. grund vnd vr- 
sach aller arUekel. (1520). biiij"; der sel- 
bige Detzel ftlret (furele) nu das ablas vmb 
her vnd verkauffl (e) gnade vmbs gelt , so 
thewr oder wol veil er aus allen krefilen ver- 
mochL wider Hans WorsL (1541). Lj^ 

iblaaihapsty m. ein ablasz eriheilender : 
ich hab grundlich beweyszet, das die ablas- 
bepste teuscher geweszen sind, antwortt 
deudseh auff könig Henrichs von Engelland 
hueh. (1522). Cij-. 

khlwsArltf, breve indulgentiarum: die 
ablasz brieff ynn der heyntzen kirchan. ant- 
v!<»it deud$6h etc. Fij" ; wie die ablas briue 
zn stoben vnd Qogen sind, von der winckeU 
iMsse, (1534). Aiif. 

AUasibabe^ m, ausleg, der ep, vndeuang, 
rm heyL dreykonige fest, (1525). Sj**. 

AblasibvlICj /*. Urkunde, in welcher ab- 
lasz ertheiU wird : sie lassen predigen ynn 
(leD ablaszbnllen , die tzu Rom seynd ausz- 
gangen, das die leutt mUgen vnrecht gutt 
behalten , wo sie eyn teyl des selbigen yhn 
geben, wider den falsch genantten geyst- 
liehen stand, ( 1 522). Diiij*. 

ibfauskiafer, m. der ablasz löst : solch ver- 
legen solt niemant gefallen, denn allein den al)- 
laszkeolTem .anlu^orU deudsch eie,( 1 522).Gij". 



Ablaaikraiij m. ablaszhandel : damit ha- 
ben sie jren jarmarck vnd ablaskram der 
werck bestetigen wollen. EisL ausg, 2, 154*. 

Ablasikrimer^ m. einer der mit ablasx 
handelt: vnnd solts lenger weren tzu letzt 
auch die gensze vnd der kukuck buUenlreger 
vnd ablaszkremer — — werden musten 
(mOszlen), bulla cene domni, (1522). Aj*^. 

Ablaaniarktj m. was ablaszkram : du bist 
ein ketzer vnd hast die geistlichen orden, den 
ablas - vnd messenmarckt nider gelegt, das 
14. vnd 15. cap, Johannis. (1538). uuuj^ 

AUasiprediger j m. ein den ablasz ver* 
kündigender: sie geben mir selbs allesampt 
getzeugnisz darynn, das ich recht than habe, 
das ich den ablasz predigem widderstanden 
habe, widder die bullen des endehrists. 
(1520). Aiiij^ 

Ablasiteifelj m. in der schrifl: von den 
concilijsvndkirchen. (1539). eij^ wo Luth. 
mehrere arten von leufeln auffährt, 

Ablasiverfechter, fii. der den ablasz ver- 
Iheidigl: die sach durch etlich ablas vor- 

fechter szo weyt eingerissen, widder 

die bullen des endchrists. (1520). Aj^ 

Ablasivagt^ m. commissarius indulgentia* 
rum, Jen, 1, 4*^. 

AUaafea (abelaufen), decurrere, mhd. abe 
laufen {Ben. \, 1045). aus Luth. steht nur 
der transitive gebrauch zu belegen : 

a) das sie damit vns auffs aller hdhist foddem 
zum hymel vnd yhn selbst den hals auffs eylen- 
dest ablauffen. der prophet Jona. ( 1 526). Aij^. 

b) sich ablaufen , durch laufen ermüden : 
hui bock sey tzomig vnd stosz mich ein mal, 
hol aber nil zu weyt aus, dz (dasz) du dich 
nit ablauffist. auff das vbirchrisUich buch 
bocks Emszers. (1521). Hiiij*^; was haben 
sie aber ausgericht? on das sie sich alle 
haben an Christo abgelauffen. der 1 1 0.psalm. 
(1539). Hüj**; wie hie der teufel mit seinem 
Sturmwind vnd wellen an dem herrn Christo 
sich ableuffet vnd stOsset. Jen. S, 220". 

c) einem etwas ablaufen, wegnehmen, 
„durch hurtigkeit oder list einem zuuor 
kommen vnd das begehrte erlangen" (Frisch 
\, 586): also kund der teufel den Christen 
yhre waffen , wehre vnd fourck (das ist die 
schrillt) ablauffen. das diese wort Christi 
noch fest stehen. (1527). aij^; der spruch 



ABLÄUFTIG 



22 



ABLESEN 



ist euch abeUuffen. grundvnndvnachaUer 
urtickel. (1520). kmj^ 

AblivfUg: den verschlosseneD briefhab 
ich darumb so abljiuflig(?) gesteilet, obs e. 
g, gefiel deDselbigen lassen lesen oder auch 
wegschicken, dasz die drei (tlrsten meine 
ineinung merken sollten, de WeUe hr. 3, 
503. düe von Grimm wib, l, 69 gege^ 
bene, muthmasxHche erklärung „leicht 
darüber hingleitend*' trifft jedenfalls nicht 
das richtige. 

Ablinteni^ abklären: also wird man der ge- 
hrechligkeit vergessen vnd wird das gute abge- 
leuterL zwo predigt vber derleiche des chürr 
fursten hertzog Friederichs. (1525). Biij\ 

Ablcekcri (abeleckem), betrüglicherweise 
ablocken : der romisch Nimrod vnnd sundle- 
rer aller well sund vnd helle vorkeuffl vnd 
alle yhr gell vmb solchen vnseglichen scha- 
den auszseugt vnd abeleckerl. grund vnnd 
vrsach aller artickel, (1520). iiiij^; man 
sol den deutschenn narren das golt ableckern 
wie man kan (spriMihwort der Römer), von 
dem bapslum zu Rome, ( 1 520). a iiij*. — ab- 
leckern ist zusammengesetzt aus ab und 
leckem {Altenstaig voeab, lickeren, fahen 
mit list) von lecker betrüger. 

Ablege! (abelegen), mhd. abe legen (Ben, 
1, 991), deponere, nieder ', weglegen. 

1) sinnlich, kleider, wafTen elc. {vom leibe 
oder von theilen des leibes) ablegen : (Tha- 
mar) legi den manlel ab. 1 Mos. 38, 1 9 ; (zwei 
Pfarrer) frageten yhn aus was vrsach er das 
heylige kleyd abgelegt helle, von b. Hen- 
rico ynn Diedmar verbrand. (1525). Ciiij'',* 
weyl er das mordmesser iregl vnd nicht ab- 
legt , so trawe ich yhm nicht, vaider die 
hymelischen Propheten. (1525). Eüj**. 

2) figürlich, das an' vnd aufliegende von 
sich wegschaffen, beseitigen, eigenschaften, 
lasier etc. ablegen : e. f. g. szal einen freyen 
freydigen muth schöpfen vnd die blodigkeyl 
ablegenn. das magnificat vorteutscht. (1521). 
liij*; leget die lügen ab vnd redet die warheit. 
Eph. 4, 25 ; so leget nu ab alle bosheit vnd 
allen betrug vnd heucheley vnd neid vnd alles 
afllerreden. 1 Pet.2, 1. — eine schuld ab- 
legen, sie abtragen: dasz sie die schuld, so ich 
noch schuldig bin, weich sie nitbei leben ab- 
lege, auf sich nehmen soll, de Wette br» 5, 423. 



3) ablegen tu der bedeutung von erlauen, 
nacMassen: (das ablasz) vnsz ein naszen 
macht, es lege das dritte teil (sc. der bmze) 
die genuglhung abe. grund vnnd vrsach al- 
ler artickeL (1520). eij'*; gottis worlmag 
niemandt ablegen odder wandeln, egn ser- 
tnon von dem ablas. (1520). Bj'>; diese 
g((lliche gebot durch Gregorium angezeigt, 
zeucht er mit den baren, das jm die schwar- 
ten krachen zu der busse, die der bapsl ab- 
legen kan. Jen. 1, 61*. vgl. ablassen 2). 

4) neben diesen constructionen des transi- 
tiven ablegen mit acc. erscheint bei Lulh^ 
auch noch die Verbindung mit dem ddlir : 
es gerate mit meinen sprachen wie es wolle, 
so viel sie auch dem ablas ablegen (äbbruek 
thun) , vermane ich dich doch , das du der 
mal einst nicht in meine torheit geratest. 
Jen. 1, 105K 

Ablegug 9 f. in verschiedenen bedeutun^ 
gen des ablegens : durch ablegung des sfind- 
lichen leibes. Cot. 2, 1 1 ; nu ist niemant szo 
nerrisch (auszgenummen derbapst vnd seine 
Schmeichler) der do halt, das ablegung oder 
nachlassuog derstrafl yemand bessere, grund 
vnnd vrsach aller artickeL (1520). iiiij*. 

AUeknug^ f. declinatio, abwendung: zu 

ablehnung der pein (sc. im fegfeuer) 

— ein almusen in die kästen, so in s. Peters 
münster stehen einlegen. Jen. 3, 186". r^{. 
ableinung. 

AbletUcht, adj. vom leib kommend, ah- 
sterben: anno 38 den 15. tag Aug. flcl ein 
feiner, geschickter Student in wahnwitz, ar- 
beite vnd machte sich matt vnd ableibichl 
mit stetem wachen vnd reden. iMcAr. 416*. 

AbleiieBj ablehnen, ablenken, zusammen- 
ges. aus ab und leinen , mhd. leinen (Ben. 
\, 964), ahd. hleinan (Graff 4, 1095): 
sie rhümen forn an jm edicl, wie das der vn- 
sern bekentnis so zu Augspiirg ist vberant- 
wort, sey verlegt vnd abgeleynet durch die 
heiligen euangelia. auff das vermeint keiser- 
Uchedict. (1531). Aij'*. 

AUeinug^ f. von ableinen, toM ableh- 
nung : so in die rhümliche stad Rom zu ab- 
leinung ihrer Sünden komen. Jen. 3, 187^ 

Ableschei s. abloschen. 

Ablesen , durch lesen (coUigere) abson- 
dern ;z.b, federn (vom Meid): du mttstest lange 



ABLESER 



23 



ABMESSEN 



die scbu wis5;chen, fedder ab leszen vnd dich 
eniusz putzen, das du ein testament eiiaogist. 
eyn termon ron dem newen teslamenl. 
( 1 520). Bij^ beeren {wm der Staude) ablesen : 
ich bin ein kuehirt, der maulbeer a blieset. 
Arnos 7, 14. ansiaU die trauben von dem 
stock heiszt es auch den Weinberg ablesen : 
vnd lasen ab jre Weinberge, rieht. 9, 21. 

AMcacr^ m. der das ablesen der Weinberge 
terrichtet: die ablese.r werden sie ablesen. 
iVaa. £,, 3. 

ibllegeii difßleri s. ablagen. 

iUtkieiy verdienten lohn x<»hlen, bei 
Luther schon mit persönlichem acc: wie 
dan got die knecht ablonet , vnd nit die kin- 
der. awzlegung deutsch des vatter vnnser. 
(1518). Aif. 

Abldschei , bei Luth. noch die alte rich^ 
tige Schreibung aMeschen, in der figürlichen 
hedeutung sflnde abieschen, tilgen: wiltu 
genug tbun vnd deyne schult belzalen, deyne 
sunde abieschen , höre meinen radt. auslc" 
gwtg deutsch des v, u. (151 8). Giij*> ; ver- 
nanift kan es nicht höher brengen denn da- 
bin, das sie gedencket , ich habe gesnndiget 
mit wercken, so mus ich widder mit wercken 
gnuglhuen, die sunde abieschen vnd beza- 
len. ausleg. d. euang. von ostem bis auffs 
aduent. (1527). HiiijK 

Ablesen, los machen: vnd als bald wenn 
jr hin ein kompt, werdet jr finden ein füllen 

angebunden löset es ab vnd ftirel es 

her. ifarc. 11,2. vnd lOsetens ab. 11, 4 ; 
was machet jr, das jr das füllen ablöset? 11,5. 

AUige« 9 bei iMth. richtiger abliegen {s. 
lügen j, ablaugnen: du wirst mir auch nit 
abliegen das buch Thome Radini, lieber luge- 
ner. auff des bocks zu Leypczick antwort. 
(1521). aüij"». 

Abaabme« fabmanen) , , zur herausgäbe 
wovon mahnen, abfordern: er ist starck 
gnug, ders jnen wird abraanen {das durch 
ien ablasz unrechtmäszig erworbene geld). 
v^iderHans Worst. (1541). Mij". 

AbHtlem (abemalen), pingere. 1) durch 
malen ein büd wovon entwerfen: welche 
die leute nicht kundten vnter äugen ehren, 
dammb das sie zu ferne woneten, Hessen 
sie aus ferne landen das angesiebt abmalen. 
veish. 14, 17. 



2) geistiges abmalen , beschreiben , dar» 
stellen, vorstellen: gleych wie die euangeli 
Christum abemalen. awzig.d.epist. vnd euang. 
vom christag etc. (1522). Hiiij"; das ybm 
ein yglicher gott abmalet nach seinem wahn 
vnd gutdttncken. vber das erste buch Mose. 
( 1 527). Yyj^; sie (die Juden) haben jren messia 
bey jnen selbs abgemalel. von den Juden 
vndjrenlügen. ( 1 548). Bji* ; o bapst wiebistu 
hie mit deyner kirchen so wol abgemalet in der 
parabolen oder gleychnis. von der beychi. 
(1521). hüj*"; mich dunckt der meister er Just 
Henius hab darynnen ewres hertzen ein gros 
stuck wol getroffen vnd ewer nolturfll (wie 
wol blintzling) fein vnd eben abgemalet. 
vorr. zu der Schrift J. Menü von christlicher 
haushaltung. (1529). Aij\ 

3) abgrenzen: wie die adeler yhn kein ort 
abmalen, wo sie hin fliegen wollen, sondern wo 
ein ass ist, da ßuden sie sich hin. ein sermon 
von des Judischen reichs ende, f 1 525). Cij''. 

Abmeien^ abmähen: da sprach d. M. L. 
sie meyen auff allen enden aufls reinste ab. 
tischreden 61"; der bawren arbeit ist am 
frölichslen vnnd voller hofluung, denn Keren, 
pflügen, säen, pflantzen, pfropfTen, abmeyen, 
einschneyden , draschen , hollzhanwen , das 
hat alles grosse hoflhung. ebend. 339\ — 
schon mhd. begegnet meigen neben maejen, 
mähen {Ben. 2, 20). vgl. auch grasmeider. 

AbmcrgclB (abemergeln, abmorgeln) „bis 
aufs mati entkräften , vom mark kommen 
lassen" (Grimm wtb. 1, 78): (der Türke) 
macht seine Widersacher vnd feinde also malt 
vnd müde vnd mergelt sie abe. tischr. 427' ; 
auff das sie Xdie kinder Israel) durch Ziegel- 
stein streichen vnd andere frondienste an 
den feslungen abgemorgelt wurden. Eist, 
ausg. 1, 281'*. — vgl. zermergeln. 

Abmessen (abemessen ), 1 ) ein bestimmtes 
mctsz zuüieilen, masz und ziel stecken: da 
stund er (gott) zwischen Israel vnd den Egyp- 
tem vnd mas das land also abe, das die Egyp- 
ter nicht weiter kundten , denn er yhn ab- 
gemessen hatte, der prophet Habacuc. 
(1526). niiij«; die gottliche gewalt aber 
mag vnd kan nicht also beschlossen vnd ab- 
gemessen sein, das diese wort Christi noch 
feststehen. (1527). fiiijS' die weil well- 
lich gebot keinen nutz ym hymel schaffen 



ABNAGEN 



24 



ABQUETSCHEN 



80 ist dennoch sein (goUes) gebot vnd befelh 
da, das weltlich gebot also abgemessen sein 
sol. eine bericJu an einen guten freund, 
(1528). Fj''; wie kanstu seine (goUet) 
Weisheit vnd gewalt abmessen, das er seinen 
ieib vnd blut nicht allein im sacraroenl kOnd 
haben, das dennoch seine seel vnd gottheit 
nicht darinnen were, obgleich seine seel vnd 
gottheit on leib vnd blat nicht sein kan? 
Jen, 3, 574'*; wir aber rhümen vns nicht 
vber das ziel, sondern nur nach dem ziel 
der regel, damit vns gott abgemessen hat das 
ziel zu gelangen auch bis an euch. 2 Cor. 
10 > 13. — das suhUantiviseh gebrauchte 
parL praet, hat die bedeutung von zuge- 
messen: ein jeder vnter dem lürckischen 
dienslgesinde hat sein abgemessenes an 
speise. Eisl. ausg. i, 522*. 

2) nach dem Verhältnis eines andern 
dinges beurlheilen: auch das man alle an- 
dere bOse stuck aus diesem erkennen vnd 
abmessen müge. von kauffshandlung vnd 
, Wucher, (1524). Cif. 

Abaageij nagend ablösen: so bastu mir 
aber mein wiesen vnd ecker abgenaget vnd 
verderbet. Jen, 5, 270^ 

AbieliMcn (abnemen, abenemen), nihd, 
abe nämen {Ben, 2, 366), ahd, ap(b)anSman 
(Grair 1. 1062). 

/. transitiv. \) sinnliches davon% herun- 
ternehmen: wen man reisen sol, so sollen 
die leuilen die wonung abnemen. 4 Mos, 1, 
5 1 ; zur selbigen zeit wird der herr den hart 
abnemen. Jes. 7, 20 ; die Juden baten Pila- 
tum, das jre {der gekreuzigten) gebeine ge- 
brochen vnd sie abgenomen wirden. Joh. 
19, 31 ; {Sauls diener) muslen wol das hül- 
lin für yhm {David) abnemen, da er bei gna- 
den war. vier tröstliche psalmen, ( 1 526). 
Cvj^ 

2) die Sünden abnehmen: zum ersten 
schreibt er {Eck) ich mackel das sacraraent 
der tauff, das ich sage, es neme nit alle sund 
abe. von den newen Echischen bullen. Futl- 
temb, 1520. Af. 

3) figürlich ist abnehmeii t^ovon als er- 
kenntnis ziehen, entnehmen: {Gorgiiu) sähe 
den rauch ,* dauon konde er abnemen , was 
geschehen war. 1 Macc, 4 , 20 ; yhr kund 
wol abnehmen, wie ein helle grosse stymm 



es hat müssen seyn. ausleg, der zehengepot, 
(1528). Dvj«. 

//. intransitives abnehmen bezeichnet ein 
allmähliches schwinden ^ vermindern, eine 
bedeutung, die sich aus der transitiven 
leicht ergibt, denn was abgenommen ist, 
fehlt und gebricht : vnd das gewesser ver- 
lieflT sich von der erden jroer hin vnd nam 
abe. 1 Mos, 8,3; nach dem mond rechent 
man die feste, es ist ein liecht das abnimpt 
vnd wieder zunimpt. Sir, 43, 7; die heili- 
gen haben abgenomen. ps, 12, 2 ; (Abra- 
ham) nam ab vnd starb. 1 Mos. 25, 8 ; ein 
trawhg Ihier abnimpt vnd mager wird. vorr. 
auf den psalter. Bindseil L,'s bibelüber- 
Setzung 1, 322. 

Abielmei^ n, der substantivisch gesetzte 
Infinitiv: das dir zu hertzen gehe aller 
Christen vnd der gantzen gemein abnemen 
oder fall. Jen. 1, 212^ Syllogismus ist eia 
abbemmen wie man spricht: das könnet jr 
bey euch selbs wol abnemmen. tischr. 409^ 

Akiöthigeiy abdringen, abzwingen: kein 
gesetzwerck gehet mit lust vnd liebe abe, 
es ist alles erzwungen vnd abgendliget. vorr. 
, auf das a, lest. Bindseil bibelübersetzwig 
7, 308. — gebildet von nöthig, wie ab- 
müszigen von roüszig. 

AbpflJickci; mit den ^^ngerspitzen {des 
daumens und Zeigefingers) abbrechen: es 
gehet im lande vnd im volck eben als wenn 
ein olebawm abgepflockt ist. Jes. 24, 1 3. — 
abpflocken ^ carpere schon in der ersten 
deutsch, bibel. pflocken ist eine nebenform 
von pflücken {Dasyp, pflücken), wiemiuelndd, 
plocken von plucken {vgl. Diut, 2, 204, 210). 

Abpacke« ^ eig, losschlagen, losklopfen 
{vgl, pochen), in folgender stelle figürUch 
fUr abzwingen, abnöthigen : vnd wollen gott 
mit solchem lesterlichem verdamptem gebet 
seine gnade abpochen, von den jüden vnd 
jren lügen. (1543). Biiif. 

Abp^ltera , was obpochen : als da leider 
sind der mehrteil im geistlichen stand, die da 
gott mit jren hübschen wercken wollen den 
himel abpoltem. Eisl, ausg. 1, 28% 

AbiiaetscheB (abequetsdien, in den tisch- 
reden und der Eisl. ausg. von Luth, Schrif- 
ten auch abquetzschen), eine Zusammen- 
setzung von ab und dem schallnaehahmenden 



ABRECHNEN 



25 



ABRICHTEN 



queUcheti, gebraucht LiUh, von den an dae 
ufer anscMagenden vnd wieder xurückpral' 
linden wellen: gleich wie die vodea auff 
dem ffleer vber den fels dahyn fallen vnd 
qoeUcfaen sich dran ab. ausleg, der euang. 
an den ßmemisten feelen. (1527). tiij*; 
die wasserwogen mtlssen sich am vfer ab- 
quetschen, tisehr. 442*^. vgl, Brem, wlb, 
3.398. VilmaridioL 308. 

Ahredmea, abrechen, abkürxung für ab- 
recheoen. t) von etwas abnehen: so man 
die Teiertage vnd andere massige tage ab 
rechenu der 147. psaim. Wtltemb. 1532. 
Biiij'. 

2} rechnend vergleichen: als wolle er jnen 
solchs aoffittcken odder mit jnen ab rechnen. 
eine schone osterpredigt. (1538). Cj"; ich 
wil eines gegen dem andern abgerechnet, 
vergessen vnd vergeben, hausposl, Wittewib. 
\bib. sommertheü. 142^ 

3) III ende rechnen, ausrechnen : (welche) 
iieist das er die zeit gewis abrechent vnd 
stimmet« wie lange vnd wie viel iar dahin 
sein sollen, der prophet Daniel. (1530). 
Eij^ ah das sie (die Juden) doch einen guten 
astronomon hellen hie gehabt, der es ein 
wenig genawer helle abgerechnet {nemUch 
wie viel Jahre der zweite ten^el länger ge- 
standen «(a der erste), von den Juden vi%d 
jren lügen. (XbiZ). fiii*. 

üftdtm gebraucht Luth. für das steifer 
lilingende verabreden, vereinbaren: (Order 
i^t abgeredt, dasz die häuser so jelzo an 
kirehen vnd schulen gebracht worden, sie 
geboren welchem herrn sie wollen, forthin 
bey den schulen vnd kirehen bleiben sollen, 
de Wette br. 5, 796. 

Abredigi vgl. abhändig. 

Abreibe«) durch reiben wovon absondern, 
wegschaffen: woll gern seinen bösen grind 
\od gnatz an mir abreiben, die kleine atU- 
«or( auff h, Georgen buch. (1533.) Gj"; 
mit eim Ziegelstein die haut abreiben. Eist. 

1, 92^ 

i&reiiica (abreissen, abereissen), mhd, 
abe ri^en (Ben, 2, 756), tritt in zwei haupt- 
hedeutungen auf: 1) durch reiszen abtren^ 
aea, tHtransiUv und transitiv, a) intransi^ 
iiti : das jr jnen saget, wie das wasser des 
Jordans abgerissen sey fnr der lade des bun- 



des des herrn. Jos. 4, 7. 5) gewöhnlicher 
transitiv und zwar sowohl sinnlich: reisset 
ab die gttiden ohrenringe. 2 Mos. 32, 2 ; vnd 
die heublleule Hessen jnen die kleider ab- 
reis8en.apoal.^e<cA. 1 6. 22; ich wil hin gehen 
vnd jm den kopffabreissen. 2Sam. 16, 9. als 
auch figürlich »= entziehen, hinwegreiszen: 
der nam (sc. priester) ist vnsz allen gemein 
mit aller seyner gewallt, recht vnd zuhorung, 
wilchs vnsz disze rewber vnd gotlsdiebe 
gemn abreyssen wollten vnd yhn selb alleyn 
Izu eygen. eyn widdersprw^. (1521). bl. 
b^ ; so sols doch daran nicht mangels (ob 
gotl wil) das ich die warheil hell vnd dürre 
gnug wil für yhre äugen stellen vnd etliche 
yhrer schuler abreissen. das diese u}orl 
ChrisU noch fest stehen. (1527). hj\ 

2) ein bild wovon (in den hauptUnien) 
entwerfen: das etwa ein gelerter ehrlicher 
man solch bild hat angeben vnd abreissen 
lassen, vom schem hamphoras. (1543). 
Eiij* ; vnd mir vieleichl fast feind sind, das 
ich sie bisher nicht recht vnd gnug gemalet 
habe, sondern allein auff ein papier schlecht 
abgerissen, ein widderruff vom fegefeur. 
(1530). 

Abreiteii wegreiten: da ist ein solch zu* 
vnd ahreilen. Jen. 5, 21*. 

AkreiDCD, sich, vom rosze stürzen, tm- 
terUegen: das wir nur desle mehr yhren 
falschen vnluchligen grund finden und sehen 
sollen, (wie sie) sich selb vom rosz abren« 
nen mit yhrem vnstttroigen loben, auff das 
vbirchristlich buch bocks Emszers. (1521). 
Hüj**; alszo daucht mich Emser helle sich 
selb abgerandl vnd myr gewonnen geben, ein 
Widderspruch. (1521). Aiij"; sihe das heist 
sich selbs abgeronnen mit eigen werten. 
vom abendmal Christi. (1528). qij*. das 
starke pari, prael. abgeronnen, welches der 
im ganzen sich treu an Luth. manusc. An/* 
tende originaldruck bietet (die Jen. ausg. 
3, 518" hat abgerant), ist eigentlich part. 
von abrinnen. 

Abriehten tritt bei Luth. nur an einer 
stelle vor, wo es die bedeutung von abferti" 
gen, abweisen hat: du bist yhe mein son, 
wo mit habe ich das verdienet, das du mich 
so abrichtest, von der sunde widder den 
hea.geist. (1529). Dij^ ist in dieser 5e* 

4 



ABRUPFEN 



26 



ABSCHEIDEN 



deuiung, welche auch ndd, affrichten hatte 
(he richtete sie öuei äff. t Sam. 25, 14 ndd. 
hihel V, j. 1561 ; Luth, : er schnaubele sie 
an), jetzt erloschen, — vgl, ausrichten. 

Abrapfen^ durch topfen absondern: wenn 
du in che saat deines neheslen gehest, ' so 
magst u mit Her band ehren abrupffen. oMos, 
23, 25. — rupfen ist aus dem nd. einge- 
drungene intensive nehenform von raufen, 
vgL Weigand totb. der d. synon, 2, 517. 

Absagen (nbesagen), mhd, abesagen (Ben, 
2\ 1 8). in mehrfacher anwendung. 

1 ) für abschlagen, gegensatxvon zusagen : 
dalzu sagt er widder {weder) abe noch tzu, 
ob er vnsz wolle reynigen. euang, von den 
ixehen ausxsetxigen, (1521). Fiij** ; der dritte 
entschuldiget sich gar nichts, saget schlecht 
abe, er könne nicht komen. xwo predigt. 
(1535). Eiij«'. 

2) aufkündigen: darauf ich yhm abgesagt 
fUr meine person alle gemeinschaft. Burh- 
hardt briefw, 192. 

3) versagen, im stich lassen: weil men- 
schen hdlffe vns absagt, so wird gewislich 
gottes htllffe bey vns sein, die Weisheit Salo' 
monis. (1529). Aij^; wenn ich weis, das 
einem sein gewissen absagt vnd widerstehet, 
so kan ich mich für jm nicht furchten, ein 
briefvon s, buch der winckelmesse, (1534). 
Cij\ 

4) entsagen, sich wovon lossagen: der 
nicht absaget allem das er hat, kan er nicht 
mein jünger sein. Luc, 14, 33; darnach 
lasz der priester das kind durch seyne paten 
dem teuffei absagen, das tauffbuchlin 
(1523). biij'». 

5) heraussagen, erklären : so ists kurtzdmb 
abgesagt mit dem spruch, das wir alle ster- 
ben müssen, vber das erste buch Mose. 
(1527). Oj-. 

6) das part. praet. abgesagt '^^ öffentlich 
erklärt: Syluester meyn abgesagter widder- 
sacher. appellation. (1520). Aij*; herzog 
Georg ist mein abgesagter feind. von heim- 
lichen vnd gestolen brieffen. (1529). Biij'>. 
dasselbe substantivisch: als einen tyrannen 
vnd abgesagten des euangelii. Jen. 3, 189^. 

Absftgei (absegen). mittelst der säge wovon 
trennen: wie er {der arxty die band ab- 
hewet odder das bein abseget. ob kriegs- 



leute auch ynn seligem stände seyn künden, 
(1 527). Aiiij*. 

Absafi^ m. „der ort, wo eine gerade UnU 
oder fläche unterbrochen wird" {Campe 
wtb. 1, 45): absatz des altars. Eteeh. 
43, 14. 

Absehabei^ abreiben: vnd sollen den ab- 
geschabenen leimen hin aus -für die stadl an 
einen unreinen ort schütten. 3 Mos. 14, 41. 
spätere ausgg, der bibel änderten das starke 
part. abgescbaben in abgeschabt.«^/, schaben. 

Abschifen (abeschaffen ),toe^5cAaJf an, 60- 
seitigen: hie schaffet er stracks abe Tod 
wirffl zurUcke das ganlze alte testament. 
Eist. ausg. 2, 22*^; wir haben alhie das auif- 
heben des sacraments abgeschafft. Jen. 8, 
19tA 

AbsehalcD (abschelen), eig. die schale ico- 
von ablösen, figürlich absondern, (rennen: 
also kanstu auch nicht die gottheit von der 
raenschheit abschelen. vom abendmal Christi. 
(1528). iij". 

Abschauten^ als Steuer oder Schätzung 
wegnehmen: ein geitzwanst dem färslen 
mehr abschätzen, denn eine gantze stad ge- 
ben kan. ausleg. der epist. vnd euang. von 
ostem etc. (1544). Aaiij". 

ibsehäaiien (abscheumen), eig. den 
schäum wovon wegnehmen, figürlich das 
beste wovon nehmen: man scheumet oben 
ab von den bislumen, klostern vnd lehnen. 
an den christl. adel. {verm, ausg. 1520). 
Ciij'«. 

Abscheid s, abschied. 

Abscheiden, mhd. abscheiden {Ben. 2^ 
98)( wovon trennen, absondern, sowohl in- 
transitiv als transitiv. 

1) intransitiv a) fürvondannengehn: ym 
abscheiden sagen wir, gehabt euch wol, habt 
gute nacht, lasts euch wol gehen, vier tröst- 
liche psalmen, ( 1 526). Cij*. b) für aus die- 
sem leben scheiden, sterben: ich h&be Inst 
abzuscheiden vnd bei Christo zu sein. PhiL 
1, 23. c) das part. praet, erscheint schon in 
der form abgeschieden : abgeschiedene See- 
len, sermon von der heuptsumma gottes ge- 
pots. (1526). Aviij\ 

2) transitives trennen: die capemaiten 
scheideten auch das werck vom wort vnd 
fielen auff das leibHch fleisch essen, gleich 



ABSGHEUDEN 



27 



ABSCHINDEN 



wie vnser schwermer thun, scheiden die 
wort ab vnd lassen sie faren, darynn das 
geistlich essen stehel. das diese wort Christi 
noch fest stehen. (1527). liij". im part. 
ickwankt Luth. zwischen abgescheiden und 
abgescheidet; so steht Matth. 5, 32 und 19, 
9 abgescheidete und Lue. 1 6, 1 8 abgeschei- 
dene ßr dimissa, 

3) dasx Luth. abscheiden auch für fertig 
uerden, zu ende kommen verwende, wie 
Grimm wtb. 1, 97 angibt, können wir 
nidu bestätigen, die von Grimm hierfür 
angeführte stelle gehört nicht Luth., sondern 
dem kurf. v. Sachsen herzog Friedrich an, 
widhat abscheiden hier wie auch Jen. l, 
131'* vnd \,\3^^die bedeulung von schliesz- 
Uch feststellen, verabreden, vgl. abschied 4). 

ibscheideB, n. weggang aus diesem leben, 
tod: die zeit meines abscheidens ist furhan- 
den. 2 Tim. 4, 6. 

Abscheren, mhd. abe schern {Ben. 2^ 
149), mit der scheere abschneiden: der all 
hohe priester must {durfte) sein har nit 
lassen abscheren, von dem bapslum zu 
Eome. Vuittenb. (1520). Eiij^>; und am sie- 
benden tage sol er alie seine bar abscheren 
aiiffdem heuht, am hart, an den augbrunen, 
das alle har abgeschoren seien. 3 Mos. 1 4, 9 ; 
und (Delila) rieff einem, der jin (Simson) 
die sieben locke seines heubls abschöre. 
rieht. 16, 19. die abgeschornc wolle. 
Bindseil 7, 492. 

Abschea, f. gegenständ vor dem man 2tt- 
rückschreckt : halten auch vnsern herren 
goli nur als einen strohpolzcn, der im hanfl* 
den vogelB zur abschew gesteckt wird. Eisl. 
1, 498\ 

Absckeachei^ davon-, weg-, . fortscheu- 
chen: sie werden ihene abscheuchen vnd 
abhalten, das der baw mus fort gehen, der 
prophet Sacharja. (1528). Hij"*; vom leben 
vsd bimel abgescheucht. Eisl. 1, 261'\ 

Absckevig^ adj. von absehen: gehässig 
vnd abscheuig machen, de Wette br. 5, 28. 
Grimm erklärt „verabscheuenswerth'' , 

AbseUedj abscheid, m. letzteres die 
ältere, rechte gestalt, ersleres die jüngere 
form dieses Wortes, in Luth. Schriften laufen 
beide formen neben einander her ; dasz da^ 
«*i7, wie Grimm vermuthen möchte, ein 



unterschied der bedeutung angedeutet werde, 
müszen wir bezweifeln, da für ein und die- 
selbe bedeutung des Wortes bald abscheid 
bald abschied verwandt wird. 

1) für Weggang, entfemung, namentlich 
wie auch abscheiden für das scheiden aus 
diesem leben, den tod: nach meinem ab- 
schied {Nümb. bibel von 1483: nach mei- 
ner abscheydung) werden vnter euch komen 
grewliche wolfle. apost. gesch. 20, 29 ; ich 
wil aber vleis thun das jr allenthalben habt 
nach meinem abschied {erste ausgg.: Aus- 
gang) solches in gedechtnis zu halten. 2 Pet» 
1,15; vnd wenn die zeit kompt, gib vns ein 
gnediges stdndlin vnd sehgen abschied (der 
Grimmas wtb. zu gründe liegende druck 
Aal:, abscheid) von diesem jamerthal. Jen. 
6,331^; euch zu vermanen in ewrem vnlall, 
so euch jlzt durch äbscheid ewers sons als 
den eitern widerfaren. Jen. S, 228". 

2) die beim scheiden stattfindende ßrm- 
liche beurlaubung, sowohl das nehmen als 
geben des Urlaubs : er (Christus) seineu ab- 
scheid nimpt vnd die letze lesst mit eitel Irost 
vnd freuden. ausl. der epist. vnd euang. von 
ostem etc. (1544). Ev^; da^ sol mein ab- 
schied vnd letze sein, ebend. hiij^. erleube 
mir zu uor, das ich einen abscheid mache mit 
denen, die in meinem hause sind. Luc. 9,61 ; 
darnach macht er seinen abschied ( 1 522 : ab- 
scbeyd)mitdenbrüdem. apost. gesch. 18, 18. 

3) dienslentlassung : weicheritzt gen Tor- 
gau zum caplan berufen wird vnd sein abschied 
wird nehmen. Burkhardt briefw. 329. 

4) en^ich ist abschied auch der beim 
ausgang einer Verhandlung gefaszte be- 
schlusz: den abschied zu Augspurg ... hat 
mir mein gn. herr hertzog Ernst von Lüne- 
burg mundlich vnd schriftlich offenbart. 
Burkhardt briefw. 331; der stende ab- 
schied vnd beschlies. brief an ehurf. Fried- 
rich v. fr eitag nach pfingsten 1523. nachdem 
orig. imarchiv zu Weimar, Opag. 74 FF. 2. 

Absehiesien (abeschieszen), wegschieszen^ 
losschieszen : als wenn ein pfeil abgeschossen 
wird zum ziel, weish. 5, 1 2 ; lieber, wie la- 
det man diese büchse ? odder wie scheussl man 
sie abe? das schöne confitemini. (1530). Gij*. 

Absrhiuden (abeschinden), mhd. abe schin- 
den {Ben. 2^ 140), die haut abziehen : jr 

4* 



ABSCHLAGEN 



28 



ABSCHRECKEN 



scliindet jnen die haut abe. Mich, 3, 2. dann 
figürHck, berauben : alle vnszer gut hat er 
{derpäbsi) abgeschunden. buUacenedomini. 
(1522). Eij*. 

AksddagCB (abschlahen), mhd. abeslahen, 
xusammengexog, abe slän {Ben. 2\ 371), 
ahd. apaslahan {Graff 6, 766), davon scMa- 
genj in vielfacher anwendung, 

1) den köpf vom rümpfe, den staub von 
den hleidem, die blüle von der ähre schla- 
gen: da nu der brauttag ausz war, liesz er 
dem man den koplT abschlahen. von tßelU' 
licher vberkeyit. (1523j. Fv''; auch den 
staub, der sich an vns gehenget hat von ewer 
Stadt» schlahen wir abe. Luc, 10, 11; wie 
die erste blUet an den ehern werden sie ab- 
geschlagen werden. Hiob 14, 24. 

2) im krieg abschlagen, schlagend abneh* 
fiten, abgewinnen: der könig Jerabeam so 
gluckselig war vnd gewan alles Widder, was 
Hasael der KOnig zu Syrien halte dem kO- 
nigreich Israel abgeschlagen, der prophel 
Jona, (1526). Bij''; das wir dem teuflel 
viel leute abschlagen vnd aus seim rächen 
reissen. die epistel des prophelen Jesaia, 
(1526). ¥}^ ;. (Petrus) durch eine predigt 
dem leuffel abschlug drey tausent seelen. 
hausposUUe Jhena, (1559). bl, 44 1^ 

3) figürlich ist etwas abschlagen von sich 
weisen, verweigern, versagen: wuchs yhn 
alles abgeschlagen vnd versagt ist. vrsach vnd 
antwortt das iungkfrawen kloster gotlich 
verlassen mugen, (1523). Aiij*; die bitte 
des elenden schlahe nicht ab. Sir. 4, 4 ; 
das e. f. g. dem elenden man yn des eyn 
gnedige antwort oder Vertröstung nicht gar 
abschlahe. Burkhardt briefw, 99; dasz 
wir vns selbs nicht im licht stehen vnd sol- 
chen frieden abschlagen, de Wette br\ 4, 37 1. 

4) abschlagen «» im preise fallen : wenn 
das kom oder der wein abschlegt. hauspost. 
Wittemb, 1545. wintertheil 92^; das der 
arm mau sorgen mus, die wahre wolle ab- 
schlagen. Jen. 2, 477^ 

5) aus der art abschlagen, degenerare: 
wenn die Christen ausz der art abschlagen 
vnnd abfallen, so sind sie viel ärger vnd gott- 
loser denn die heyden. tischr. 303*. in die- 
sem fall setzen wir heute einfaches schlagen. 

AbsehUgHBg (abschlahung), f, Verweige- 



rung: zu dem endvrteil ist geeilet wor- 
den, ein gemeiner beschlus der sach be- 
schehen mit abschlahung (Jen. 3, 450^, ah- 
schlagung) weiters fürbringens. von er 
Lenhard Keiser, (t52S).'Diij\ 

AkschBeMcB (abschneiten, abeschneitenj, 
mhd. abe sntden {Ben. 2\ 438), davon 
schneiden. 

1) nnnlich: den hart vom fttttn, die haare 
vom hauptt das haupt vom rümpfe, glieder 
vom leibe, den zipfel vom kleide, die rebe 
vom weinstock u. s. w, abschneiden: aller 
hart ist abgeschnitten. Jes, 1 5, 2 ; wil sie 
sich nicht bedecken, so schneite man jr auch 
das bar abe. 1 Cor. 11,6; darnach schneit 
(schnitt) sie jm den kopff abe. Jud. 1 3, 9 ; 
(die Juden) dem kneblin die vorbaut ab- 
schneiten, von den Jitden und ihren lugen. 
(1543). Diij*; hastu gnug gesogen vnd bist 
starck worden, wiltu drumb die zilzen ab- 
schneiten, das die andern nicht saugen 
können? Jen. 2, 55*; da er (David) den 
zipffel Saul halte abgeschnitten, schlug er 
in sich. 1 Sam. 24, 6; vnd sie kamen bis 
an den hach Escol vnd schnitten daselbs eine 
reben ab. 4 Mos, 13, 24; das man die 
Stengel mus mit sicheln abschneiden. Jes, 
18, 5. 

2) figürlich : a) mit blosxem ace. wo man 
aber alle werck so rein abschneit, da mus ia 
die meinung sein, das allein der glaube ge- 
recht mache, ein sendbrieff von dolmetschen. 
(1530). Cij'; ich berste schier für zom vad 
Widerwillen vnd bitte, schneit die sache nur 
abe, hOrt auf! weiter mit jnen zu handeln. 
aus einem verdeutschten brieff Luth, an J. 
Jonas. Jen. 3, 147. b) mit acc. der sacKe 
und persönlichem dativ: das ist auch seer 
ein gemein laster, das da heisst dem nehe- 
slen sein ehre vnd leumund abschneiden. 
ausl. d. epist. vnd euang. von oslem etc- 
(1544). yiij*. die ere abschneiden begegnet 
schon in der Nümb. bibel. 2 Mos, 22. 

Akschrecken (abeschrecken), eig, absprin- 
gen machen (vgl, schrecken). 

1) einen abschrecken, „einen auffahren 
machen, in furcht jagen vnd von etwas ab* 
halten*' {Grimm wtb, 1, 109): da hinderte 
das Volk im lande die band des volks Juda 
vnd schreckten sie ab im bawen. Esra A, 4 ; 



ABSCHREIBEN 



29 



ABSEUFZEN 



so sandte deoo Tobia brieae mich abzu- 
schrecken. Neh. 6, 19; du drewisl auch, 
vil bocher zu replicieren vnd trolzisl mit 
großem vorradt deynerkanst, damit du mich 
abeschrecken wilt. auff dtu vhirchristiich 
6itdk boeks Emsxer», (1521). Jiiij*; noch 
ms lassen seine grosse gewalt, ehre, sieg, 
glflek vnd gut angleissen md locken, noch 
sein grewlich schwert vns abschrecken, ver- 
le^g des aleoran. (1542). Bj*. 

2) einem etwas abschrecken, „durch dro^ 
\en wid eingeflöszte furcht d^ehmen" 
(ffrtmm a. a. o.): so weis ich doch auch 
widerumb, das Christus noch lebet vnd re- 
girl, vnd bin des gewis, und las mirs auch 
in keinem weg abschrecken, es sein jm vn- 
terworffen alle ding. Jen. \, 214''. 

ibsckrelkfi; describere : mein gnedigster 
herr hertzog Friderich solch bOchlin lies ab- 
schreiben, vom kriege undder die Türeken. 
(1529). Aiij''; dasselbig büchlein mir heim- 
lich , keiner rechten weis , abgetrogen oder 
abgeschrieben ist. de Welle br, 3, 121. 

ikchrifti f. capie : darauff schicke ich e. 
k. f. g. hiemit die abschrifl des antworts, so 
ich herzog Georgen gegeben, de Welle br, 
3, 404 ; ich meiner briefe keiner abschrifl 
behalte, ebend. 5, 4 1 1 ; vnd bitte gantz de- 
mfliig e. f. g. wollen mich mit solchen ze- 
dein odderabschrifften vnuersucht lassen, von 
Keimlichen vnd geslolen brieffen. (1529). Aij^. 

IbMhipfeii vooron wegsloszen, entfer- 
nen: (hendel) dadurch man furnimpt, dem 
»ehesten etwas abzugewinnen vnd jn von 
dem seinen abzuschupffen. deudich Cate^ 
tkitmus. (1529). Liiij". vgl. schupfen. 

AbschitIdB (abeschatteln), durcA schul" 
idn absondern : vnd schOtlelt ( 1 522 : schut- 
leltj auch ab den staub von ewern füssen. 
Imc, 9, 5. 

Abschwatiea (abschwetzen) , durch ge- 
fchwätx entziehen, abnehmen: sollen sie nu 
reich werden, so mOssen sie es den leuten 
mit lOgenpredigen abschwetzen vnd abstelen. 
ierprophel Sacharja, (1528). Bif . 

Abseii (abe sein), nUid. abe sfn, abe we- 
>en, ahd, apawesan, gebraucht Luth, sehr oft 

\) in der bedeutung von abgethan, xu 
^nde sein, aufhören : wo die vom gesetz er- 
ben &ind, so ist der glaube nichts, vnd die 



verheissung ist abe. Rom, 4, 14; die gepot 
dem voick Israel gegeben, die das eusserliche 
wesen betrefTen, las ich faren ... die gesetze 
sind tod vnd abe. vber das erste buch Mose. 
(1527). Bj*; es sol nicht heimlich noch jnn 
einem winckel geschehen, das hie einer vnd 
dort einer aufferstehe, sondern ein öffentlich 
wesen sein für aller weit, da beide tod, sünd 
vnd alle vnglück ab sein wird, das 1 5. cop. 
der ersten ep. s. Pauli an die Corinlher. 
(1534). Pj**; weil das geistlich regiment des 
Worts vnd glaubens auflhOren sol, so mus 
auch des keisers vnd meister hansens mit 
dem schwerd abe sein, ebend. Piiij''. 

2) mit gen. verbunden entspringt die 5e- 
deutung des los und ledig seine : wenn eyn 
man stirbt, so ist die fraw auch ledig vnd ist 
also eyns des andern loss vnd abe. vorr, 
auf die epist. an die Römer {nach der sep^ 
temberausg. des n. lest, v. j. 1 522) ; sie nu 
aller erst recht frey ist, einen andern zune- 
men, das sie vorhin nicht kundte thun, ehe 
sie jenes mannes ab war. ebend. Bindseil 
bibel 7, 443. 

AbsetteD (abesetzen), mhd. abe setzen 
(Ben, 2^ 350), davon setzen, ablhun, 

1) sinnli(^: die von brOsten abgesetzt sind. 
Jes. 28, 9. gegensalz ist ansetzen. 

2) figürlich, vomamt, dienst entsetzen: er 
setzt könige abe vnd setzt könige ein. Dan, 2, 
2 1 ; ym geisllichenn recht stet, wen der bapst 
szo schedlich bosz were, das er gleich die 
seelenn mit grossen hauffen zum teuffei füret, 
kund man yhn dennocht nit absetzen, an den 
christlichen adel, (1521). Biij"; ein abge- 
setzter priester. ebend. B l''. 

3) steht absetzen auch dem zusetzen ent- 
gegen, einer Sache etwas entziehen: essihel, 
als hab der llahmet vieleicht etwas gestellel, 
darnach seien so viel meister darüber ko- 
men, da einer das, der ander das, dran ge- 
zimmert ab vnd zu gesetzt nach eines jedem 
dUnckel. Verlegung des alcoran, (1542). 
Vj\ 

Abseafieiii durch seufzer entziehen : sie 
haben noch lange zu schreien, ehe sie das 
herwidder schreien, das jhn der Luther mit 
gottes gnaden hat abgesufltzet. in der vorr. 
zu Laz. Spenglers bekendnis. Wittemb. 
1535. Aiij". 



ABSIEGEN 



30 



ABSTECHEN 



Absicgen^ einem absiegen, durch besiegen 
ahgemnnen: (Chrüttu) der rechte siegman 
ist, der dem teufel in seinem reich so viel 
leute ahsiegel. HausposL Jhena. (1559). 
hl, 442. dagegen ist absiegen in folgender 
stelle wohl so viel als obsiegen, besiegen: 
DU hatte er {AnUochus d. gr,) zuuor, da die 
Römer yhm absiegten, seinen son Anliochus, 
genant eddel, den geringsten vnd vngeach- 
teslen gen Rom tur gisel odder pfand ge- 
schickt, der prophet Daniel. (1530). Diiij\ 

Akflonderi (abesondem), mhd, ab sundern, 
gewöhnlicher einfaches sundern {Ben. 2\ 
742. 743), abtrennen, abscheiden. 

1) mit transitivem acc: es wird schuldig 
vnd vnschuldig einer mit dem andern leyden 
müssen, wie es denn allwege zugehet ynn 
einer gemeinen landschaffl, das man da nicht 
kan die vnschuldigen absondern, der pro- 
phet Habacuc. (1526). ej**; {der kor) von 
alters her dazu sonderlich ist gebawet vnd 
abgesondert, das man daselbst hat dassacra- 
ment gehandelt, der 111. psalm. (1530). 
Dij"; das macht alles die vnbescheydenheit, 
die do nicht ahszondert, die tzusetzung des 
gesanges oder gcbettes, von der rechten na- 
turlichen mesz. eyn sermon von dem n. test. 
(1520). Eij"; excommunicare heyst von der 
gemeyn thun vnd eyn glyd von disem corper 
abszondern. eyn sermon von dem hochwir- 
digen sacrament. (1519). aij''. part. abge- 
sondert, separatus: die abgesonderte herd. 
1 Mos. 30, 40; neben dem abgesonderten 
plaiz des heiliglhums. Ezech. 45, 6. das- 
selbe substantivisch: phariseer das ist die 
abgesonderten, ausleg. der euang. von ostem 
etc. (1527). fvij^. 

2) sich absondern : zu Christus Zeiten sol 
kein vnheiliger nicht in der Christenheit 
sein, sie müssen alle eines geisls vnd glau- 
bens sein, das widder {weder) ketzer noch 
sonst falsche Christen bey yhn bleiben, ja 
sie sondern sich auch selbsahewie diesprew. 
derprophetsacharja. (152S). Rkv**; darumb 
gehet aus von jnen vnd sondert euch abe, 
spricht der herr. 2 Cor. 6, 17. 

AbsoBderaig (absunderung), f., trennung, 
Scheidung: syhe nu vorsteestu was heyligenn 
heyst, was heilig ist, dan es ist nit anders 
dan ein absunderung von dem miszpraucb tzu 



dem gotlichen brauch. ausxUg. deutsch des 
v.u. (151 8). Biij" ; der bindeschlüssel ist die 
macht odder ampt, den sünder (so nicht btts- 
sen wil) zu straffen mit einem öffentlichen 
vrteil zum ewigen tod durch absonderuDg 
von der Christenheit, von den schlüsseln, 
(1530). Jiiij*. 3 Mos. 15, 25. 26 gebraucht 
Luth. absonderung ßr das hebr. n*^: , die 
monatliche reinigung des frauenximmen; 
in der ersten ausg. der fünf bOcher Mosis: 
beyihun. 

Abspanen^ eig. ablocken, vom ahd. spa- 
nan {Graff 6, 339 ff.) locken, überreden, 
und darum auch vorzugsweise vom abwen- 
digmachen des gesindes gebraucht: da spaot 
yhm einer ein magd ab, der ander ein knecbl. 
der 112. psalm. (1526). biij^; das ist aber 
bey vns nicht seltzam das einer dem anderu 
sein knecht oder dienslmagd abspannet vnd 
enlfrömbdet. deudsch catechismus. (1529)* 
Liiij''. aber auch von Sachen: hie aber bt 
auch gewehret dem nehisten nichts abzu> 
spannen, ob man gleich mit ehren für der 
weit dazu komen kan. ebend. hüj^; {die lat. 
iibersetxung des gr. katech. im concordien- 
buch hat an der entsprechenden stelle: hie 
vero ea quoque animi pravitas et versulia in- 
lerdicta est, ne quid proximo persuasione 
aliqua e manibnsauferamus). — nicht zuver- 
wechseln mit abspannen, abjungere von ahd. 
spannan, spien. 

Abspeisen^ sättigen : so er viel leute mit 
brot in den wüsten abspeisen solt. haus- 
post. Wittemb. (1545.) wintertheil 91'. 

Abspielen, heimlich verabreden, was das 
heutige abkarten : der kaiser gleichwohl dem 
papst mit diesem gespräche einegroszescbalk- 
heitthut, die er nicht gern hat (es wäre denn 
also zuuor abgespielet). de Wette br. 5, 364. 

Absprechen, mhd. abe sprechen {Ben. 2^ 
526), abjudicare, „durch entschiedene er- 
klärung entziehen** {Weigand wtb. 1, Sc- 
habt yhr des auch beweisung aus der schriflt. 
die gotts allmec'htickeit dis stuck absprechet 
das diese worl Christi noch fest stehen. 
(1527). eiij*; ich lieber die metze demZub- 
dorf ab- denn zuget^prochen bette. Burk- 
hardt briefw. 418. 

Abstechen, 1 ) durch stechen absondern : 
wenn ich ein Christen were, so were icb ge- 



ABSTEHEN 



31 



ABSTIMMEN 



synoet, das mir einer lieber den hals ab- 
steche, denn solch tttcklin beweiset, da ich 
fiiil meinem buch mus den seelen gifft für 
tragen, das diese woti ChrisU noch fest 
4ldieH, (1527). siiij*; Herodes mit falschem 
herizen sich vnterstehel Christum anzubeten 
vnd wil jhm doch den hals abstechen. EisL 
cnsg, \, 29*. 

2) durch graben ableiten: ein solch rha- 
men, das nicht eim bach vol Wassers gleich 
sey, welchen man austrocken odder ab- 
stechen (gedr.: abschrecken) kan, sondern 
dem meer vol wasser gleich, welchs niemand 
susirocken noch abgraben kan. der prophel 
Habacuc. (1526). liiij* {Jen, 3, 276^). 

Abstehei; wovon lassen, auf etwas ver- 
zichten. 

a) mit gen, : disz die aller adelichist vnnd 
lewri^le tugent des glaubens ist, das er in 
diszem fal seyn äugen tzuthut vnnd eynfel- 
ficklichen solicher Forschung abstehet, eyn 
sendbrieff ob auch yemant on glauben elc, 
(1523). Aij*^; weil sie der Sachen nicht ab- 
stehen, de WeUe br. 4, 142. 

h) mit derpraep. von: stehe ab vom zorn, 
ps. 37, 8 ; er rauste von seinem freueln fur- 
nemen abstehen. 2 Macc. 5, 1 8 ; das kan die 
vemuDßl nicht lassen vmbgehen, das sie da- 
von i«c. ßr die Sünde selbst genug zu thun) 
abstünde, sermon an dem 23. sontag nach 
pfmgiten, (1523). Bij*. — mhd. abe stehen, 
iusammengez. abestan (Ben. 2 2, 575). 

AbsteU» (abstelen), heimlich wegnehmen, 

1 ) einem abstehlen : vnd wil meine hende 
gewaschen haben von aller blut, der seelen 
sie (Jen. 3, 378' ändert: von aller blnt der 
»eelen, die sie) mit solcher giflt Christo ab- 
fielen, das diese worl Christi noch fest 
iteken, (1527). bj*; gleich als wenn ich 
cmm seine waflen mit listigen worten ab- 
fiele, ebend, ciij*; die obrigkeit solle straffe 
gehen lassen vber die, so einem sein kind 
heimlich abstelen mit verlobnis. von ehe^ 
*(icAen.(t530), Dj''; es were allis treglicher, 
wen sie das gut allein vns alszo abstolen (ab- 
gestohlen), an denchristlichennadeL (1520. 
rtrm, ausg,) Giiij*; vnsere wort abgestolen. 
tofr. auf den psalter. Bindseil 7, 327. 

2) sich abstehlen, sich heimlich entfer- 
nen: dasz ich itzt mit gewalt hab müssen 



mich abstelen von den leuten. de Wette 
br, 5. 83. (Jen, 6, 542*). 

Absteige! (abesteigen), niedersteigenf ge^ 
gensatx von aursteigen : da steig (sUeg) er ab 
(sc, vom wagen). 2 kön, 5, 14; ihr werdet 
noch sehen den hymell offen stehn vnd die 
engell auff vnd absteygenn vbir den sun des 
menschen, von der freyheyt eines Christen 
menschen. (1620). Ciiij'' (auflsteygen vnd ab- 
steygen aulf den sun des menschen Joh. 1,51, 
in derNümb. bibelv.j, 1483; erste ausgg. 
des n. lest, : auff vnd nydder steygen) ; die 
leiter bedeutet auch Christum, auf wilchem 
die Propheten vnd die gantze schriffl auff 
vnd abe steiget, vber das erste buch Mose. 
(1527). Qqiij^ figürlich : ist derhalb kein 
wunder, das die kranckheit vom heubt in die 
glieder, von bepsten in andere niedere prela- 
ten abgestiegen ist. Jen, 2, 171^ 

AbstellcHj figürlich für aufheben: das 
solch vbel vnd ergernis in der stifftkirchen 
abgeslellet werden. Jen. 2, 276*^; o liebe 
kinder last vns gotl ernstlich bitten, das vns 
gott wider sein lebendige wort zuschick, vnd 
seinen zorn abstelle. Bisl, t, 29^ 

Absterben, 1 ) durch tod abgehen, dahin 
sterben: das allein jnn solch Fürsten thum, bey 
den viertausent gelerter personen geboren, der 
teglich jnn zehen jaren wol das dritte teil ab- 
sterben. d(u man kinder zur schulen halten 
solle. (1 530). Diiij'': dazu so bin ich auch alt 
vnd schier abgestorben, de Wette br. 5, 8. 

2) figürlich einem dinge absterben, für 
dasselbe nicht mehr vorhanden sein^ ihm 
entsagen: nu sind wir vom gesetz los vnd jm 
abgestorben. Aö'm. 7,6; der sOnde abgestor- 
ben. I Pet. 2, 24 ; vnd sterbest dem (allem 
abe, was dir angeboren ist. vber das erste 
buch Mose. (1527). bj\ 

Absterben^ n., inf. des vorigen, tod: nach 
absterben keiser Heinrichs, vorr. vber den 
Propheten Daniel bei Bindseil 7, 384; 
dazu itzt durch sein absterben seins weibs in 
jamer vnd elend steckt, de WeUe br. 5, 
403; es ist alhie er Peter Julerbocks leben 
auf e. k. f. g. still durch sein absterben los 
[wurden. Burhhardt briefw. 234. 
I AbstlHueB, womit nicht übereinstimmen : 
diszer arlickel . . . ist falsch, abstimmend der 
heyligen lerern vnd dem rechten vorstand der 



ABSTINMIG 



32 



ABTHEILEN 



schriflft. eyn wrteyl der iheologen txu ParUx. 
(1 521). Biij^ davon das folgende adj. 

.Abitiimlgj nicht übereimHmmend, ent- 
gegen: «tiszer arlickel ist falsch, ergerlich, 
dem gollichen vnd natürlichem recht abstym- 
mig. ebend, Cij*. 

AbsUsieBjmM.abestd;;eQ(Ben. 2\ 664), 
$i08»end wovon entfernen: das schiff vom 
lande, die bistter vom bäum, den reiter vom 
pferd etc. absloszen. von dannen stiessen 
wir ab vnd schifften vnler Cypem hin» apo" 
stelgesch. 27, 4; wie eine eiche vnd linde, 
welche den stam haben, ob wol jre blelter 
abgeslossen werden. Jes, 6, 13; das er mit 
eynem langen spiesz vnd kurtzen degen 
drew'et, den kurisser (wie er mich angab) 
ablzuslossen. eyn Widderspruch (1521). 
Aij^ ; Jason, der seinen bruder von seinem 
ampt abgestossen hatte. 2 Macc. 4, 26 ; 
von anbegin der weit bisher sehen wir, wie 
er (gott) jmer einen könig durch den andern, 
einen herrn durch den andern abstdsset vnd 
andere auffsetzl. Jen, 3, 254*. 

AbstreidieD^ durch strekhen entfernen, 
gegensatz von anstreichen : ich wil yhro den 
firneys abstreichen vnd die färbe nemen. der 
prophet Sacharja, (1528). Riij\ 

Alstrelfei (abestreifen), davon streifen, 
entziehen, sinnlich und figürlich : hawet den 
bawm vmb vnd behawet jm die este vnd 
streiflt jm das laub abe. Dan, 4, U ; streif* 
fete er flugs seine hosen ab. tischr. 218'*; 
jhr habt aber noch nicht gesehen wie man 
euch den schönen balck (balg) abstreiffen 
kan. vermanung an die geistlichen. (1530). 
Giij"; darumb wir solche abgöttische todte 
vnd toll lext entkleidet vnd jnen die schöne 
musica abgestreifft vnd dem lebendigen hei- 
ligen gotles wort angezogen, vorr. zu den 
begräbfUsgesängenv.j. 1542 bei Wacher- 
nagel kirchenlied S02. — mhd. abe strei- 
fen und abe slroufen (Ben. 2*, 689). 

Abstriekei; figürlich für wegnehmen, 
entziehen (eig. vom strick losen), ein im 16. 
jh. häufig angewandtes, bei Luth. jedoch 
nur in den tischr. vorkommendes wort: sol 
nun unser fleisch vom tode erlöset vnd dem 
teufel widerumb ahgestricket vnd abgewon- 
nen werden, tischr. 38"; damit macht er, 
dasz uns die leut feind werden, strickt sie 



uns also ab. ebend. 258^ — Haltauf 
hall abstricken ßr das nd. aftrecken, ab- 
ziehen {Brem. wtb. 5, 104). 

Abstinei, durch einen stürz absondern: 
rureten jn (Jesum) zur stad hinaus, wollen 
jm den hals den fels hinunter abstdrtzen, als 
einem schedlichen menschen. Jen. 8, 141*. 

Abt, m. Vorsteher einer abtei, mh. abbei, 
abet, abt, apt (Ben. 1, 2), ahd. abbat {Graff 
1, 92), von dem aus dem aramäischen abba 
{s. d.) in die lat. kirchensprache aufgenm- 
menen abbas. Luther spricht sich selbst 
über den Ursprung des wertes aus: abba 
heyst auf hebreisch eyn vatler, daher kom- 
men ist, das ettlicher klöster prelaten abt 
heyssen. auszleg. der epist. vnd euang. vom 
christag etc. (1522). Kkiij»»; ein klosler ist 
ein helle, darinn der teuffei abt vnd prior ist, 
mttnch .vnd nonnen die verdampten seelen. 
die kleine antwort. (1533). Cj^ — derpl. 
lautet gewöhnlieh äbte (ebte) : die wird er 
zu grossen reichen cardinelen, bisschouen, eb- 
ten . . . machen, vorr. vber denpropheten 
Daniel. Bindseil bibel 7, 383. doch be- 
gegnet auch able z. b. buUa cene domini, 
Wittemb. 1522. Aj*'. 

Abtanieii durch tanzen entziehen: {Jo- 
hannes) von einer bübin der hals abgetanuet 
ward, ausleg. der ep. vnd euang. vom ad- 
uentetc. (1543). pvj^ 

Abthiter (abetheter), m. abrogator, von 
abthun, abschaffen, tilgen: so mustman den 
bapst nennen ein vorstorer der Christenheit 
vnd abetheter gottis dienst, an den chnst- 
liehen adel. (1520). verm. ausg. Diiij*. 

Abtheilen (abteilen) absondern, abtren- 
nen, 1) Irans.: dis stück, so abgeteilet ist, 
hengen sie an das vorige stück, von den 
jüAen undjren lügen. (1543). Zij*»; weil na 
der tod allein die ehe scheidet vnd losmachet, 
so ist ein ehebrecher auch schon gescheiden, 
nicht durch menschen, sondern von gott 
selbs, vnd nicht allein von seinem gemahl, 
sondern von diesem leben abgeteilet. Jen. 
5, 382^ 

2) refl.: es sind wol viel Christen, die gern 
milerben wollen sein vnd jnn gesaroleten 
leben mit dem herrn Christo sitzen» aber sie 
wollen nicht mit jm leiden, sondern teilen 



ABTHUN 



33 



ABTRAGEN 



sich ab von jm jnn diesem stück« ein chrüt-' 
Ucher schöner trosL (1535). Aiij". 

iklku (abetban) , mhd. abe luon {Ben. 
3, 140), in mehreren bedeutungen» 

1) iunäehsl für sinnliches davon", weg" 
thun, almehmen, ablegen , abziehen: man 
musz das scbarohttüin ablhun. hausposUlle. 
WiUemb, 1545. winlertiieil. 78"; darumb 
woUeo wir Girislo die ehre geben • . jm zun 
fOäseD fallen, für jm das paret ablhun. Jen. 
S, 288*^ ; vnd wenn er (Moses) hin ein gieng 
für den herm mil jm zu reden, thet er die 
decke abe. 2 Mos. 34, 34 ; der könig Ihet abe 
seioen fingerreüT. Eslh. 8, 2 ; jr aber seid 
gelrost vmt tbut ewre hende nicht abe. 2 
chron, 1 5, 7 ; thu nicht von mir die band 
ab, gel mein heil. ps. 21, 9. 

2) ßu' beseitigen, abschaffen: die gölzen 
jrer gütter thul ab. 5 Mos. 12, 3; wenn 
das leglieh opflTer abgethan wird. Dan. 12, 
11 ; es ist wol der grosten not eine, das alle 
belleley abthan wurden in aller Christenheit, 
an den ehnsllichen adel, verm. ausg, ( 1 520). 
Jiij^ ; die geystlich vnd weltlich vbirkeit sol- 
len yn yrem ampt nit vnformlich handeinn, 
szo sie alle bettelseck ablheten. eyn.sermon 
ton dem wucher. (1520). bj^; o wolt got 
vom bymel, das eyn mal auch eyn solch re- 
giment wurd angefangen, die gemeyuen 
frawenhenser abtzalhun. von den guten 
vercken. (1520). Miij*. 

3J mrd abthun in der bedeutung des lil- 
gern, aupiören machens auf lebendige tre- 
ten angewandt, so stehl es für hinrichten, 
ichlachten : es worden aber auch hin gefurt 
zweeD ander vbeltheter, das sie mit jm ab- 
gethan würden. Luc. 23, 32; willlu mich 
auch ablhun, wie du gistem den Egypler 
abeihalisl? apost. gesch. 7, 28 nach der er- 
ten ausg. des n. lest, v.j* 1522; die armen 
leule, die man richtet vnd ablhut vmb jhrer 
fflisselbat willen, ein widderruff vom fege feur. 
(1530). Ciij*; — da wirslu sehen was die 
hochzcit ist da gott sein ochsen vnd mast- 
fihe abelhan hat, wie ym euangelio stehet. 
fin sermon von dem hochwirdigen saera' 
nenf. (1519). biij"; was ist yhm daran ge- 
legen, das man keyn zickleyn soll ab thun 
^eyl es noch milch seugt? epistel sanci Pe- 
iri gepredigt. (1523). Jüj*. 

DiKTz, W&rterboch. 



4) sich abthun, wie mhd. mit gen. der 
Sache, etwas aufgeben, sich eines dinge» 
entäusxem: diejenigen, so sich der lutheri- 
schen lere ablhun. de Wette br. 2, 416. 

Grimm scheint älteste, noch ins heiden- 
thum reichende bedeutung von abthun die 
des schlachtens der opferthiere xusein; be^ 
lege hierßr bieten jedoch weder ahd. noch 
mhd. denkmäler, 

Abthan I n. substantiviseh gesetzter inf. 
des vorigen : das abthun des unflats am Oeiscb. 
1 Pet, 3, 21 ; allein sein (des zinskaufs) ab- 
thun das einige vnd beste mittel ist jm zu- 
rahlen. Jen. 2, 275**; ob man doch mil 
diesem dienst des abthuns solchs unaus- 
sprechlichen grewels der messen m(khte den 
zorn Undern. Jen. 1, 351^ 

Abtkmg, f. dbschaffung: die könige in 
Juda gepreiset werden von abthuung der ido- 
lolatrie. de Wette br. 6, 223 (Jen. 7,39r). 

AbUlgeD, mhd. abelügen ti. abe tiligen 
(Ben. 3, 37), wegtUgen: tilge ab meyne vn- 
gerechtickeit. die sieben p%tszpsalmen. Wit^ 
temb. 1517. Diiij"; vnd tilgete die alten ebr- 
hchen geselz ab. 2 Macc. 4, 1 1 . 

AbüssiD (ebtissin), f. Vorsteherin eines 
klosters oder Stifts: sonst wird der teuffei 
(sorge ich) abt vnd seine mutler ebtissin 
werden, vermanung an die geistlichen, 
(1530). Füij\ ahd. abalissa {Graff 1, 92), 
mhd. eppetisse, auch epüschtn (Ben. 1, 2), 
voc. ex quo : eyn ebtyn. 

Abtrag, m. 1) ao viel als austrag, ende^ 
abschlusz : solches schreibe ich darum, dasz 
ihr wollet dazu thun vnd diese böse sache 
zum ende oder gütlichen abtrage fördern. 
de Wette br. 4, 658. 

2) genugthuung: so hat müssen der einige 
son gottes an vnser stat tretten, für vnser 
Sünde ein opffer werden, dadurch goltes zorn 
versönet würde vnd ab trag geschehe, aus- 
leg. der ep. vnd euang. von ostem etc* 
(1544). hv". — in dieser letzten bedeutung 
mhd. abelrac {Ben. 3, 76. Oberlin 9). 

Abtragen, mhd. abe tragen (Ben. 3, 71), 
wovon hinwegtragen, entziehen, gegensatx 
zutragen : es müsst nichl klein zutragen die 
zeit dem, der die wahr allzeit vberkomen 
mag, gleich wie sie nicht wenig abtregt dem, 
der nicht kan der wahr los werden oder 



ABTREIBEN 



34 



ABTBCNNISCH 



vberkomen. Jen. 1, 199^; wo die messe so 
v\e\ aLiiilg als sie zutregt, soll sie htild wer- 
den, was der beute] nur wolle. Jen. % 143. 
— /tir die diesem entziehen ganz entgegen- 
gesetzte hedefUtungdesgutmadiens, erstaitens 
{wovon das vorherige abtrag 2) kennen wir 
aus Luth.'s schriftenkeinenbeieg beibringen. 
khirtlktn» mhd. abe irtben {Btn. 3, 87), 
treibend wovon entfernen, a) mit ace, der 
person: Idiuden vnd lamen werden dicb ab- 
treiben. 2 Sam. 5,6. b) mit daüv der 
person: vnil thun aus dem geist alles Trey 
willig, was das gesetz vns abireiben vnd ab- 
zwingen wolle, die epistel des propheten 
Jesaia. {\ 526). Giiij«. 

AUremeH, n. substantivisch gesetzter 
inf.: sie {die Judenchristen) sind aber bc- 
richt worden widder dicb, das du eyn ab- 
trennen lerist von Mose, apost. gesch. 21/ 
21 (nach dem n. test. v. 1522). 

AUretei (abetrelten), wovon hinwegtreten, 
sinnhch und figürlich : gleicb als wenn einer 
von einem hohen berge stürzet, da er meinet, 
er gienge auff einem guten wege vnd trette 
bey seit abe in die lufft vnd fiele hinunter 
jns tal odder meer. wamunge an seine lic' 
ben deudschen. (1531). Piij^; hierauff ge- 
Schachs, das der eine bapst , Gregorius ge- 
nannt, williglich abtrat vnd sein bapstum 
dem concilio vbergab. wider das bapstum 
zu Rom. (1545). Bj"; were das schwerd 
nicht eyn gottlicher stand, soll er sie {Jo- 
hannes d. t. die ihn fragenden kriegsknechte) 
heyssen abtretten, von weltlicher vberkeit. 
(1523). Aiiij*; wer alszo wolt leben mochis 
ihun, vnd wenn er wolt wider abtrclten. 
auff das vbirchristlich buch bodu Emszers. 
(1521). GijV — mÄd. abe treten (fren.3,97). 

AMrIegra, betrüglicher weise entziehen: 
dai^selbig büchlein mir heimlieh, keiner rech- 
ten weis abgetrogeu oder abgeschrieben ist. 
de Wette br. 3, 121. — wie Luther noch 
riehHg liegen /tir logen schrieb, so auch 
triegen für trügen. 

AbtrcekneH, einem gegenständ die feueh- 
iigkeit entziehen, daher figürlich in folgen* 
der stelle ; ich bin aus des vaters haus ge- 
schüpift, habe kein erbleyl, reyn abgelrock-* 
Hpt vnd versigen, vber das erste buch Mose. 
(1527). nnij*. 



AbirUMftfg (abtrünnig), abtrinnig, ftnever- 
bindung aufgebend, abgefallen, untreu. 

1 ) adj. : Serababel hat müssen auch mit 
seim eigen votck fechten, das sie nicht durch 
vnnulz« meoler verzagt, abtrünnig, vnd lass 
zum bawen wurden, der prophet Sacharja. 
(152S). PiHf ; Petrus hatte den berm ver- 
leugnet vnd verschworen vnd sich selbs ver- 
flucht vnd die andern waren alle flOcblig vnd 
abtrünig an jm worden, eine schone oster- 
predigt. (1533). Aitij^; werdet nicht abtrün- 
nig von dem herrn. Jos. %% 1 9 ; dazu ward 
er (HwXcta) abtrünnig vom könige zu Assyrien. 
2 k6n. 18, 7. — die losen abtrünnigen, ab- 
gefeimten Christen, vom schem hamphoras. 
( 1 543). Hiiij'' ; abtrünnige abegöttische leule. 
der prophet Sacharja. Eiiij^ ; das volck hat ein 
abtrünniges, vngchorsamcs hertz. Jer. 5, 23. 

2) belege für die substantivische Verwen- 
dung: nu ists klar, das die euszerliche ei- 
nickeit romischer \ersamlung macht nit Chri- 
sten, szo macht yhr euszernung {sie) gewisz- 
lich auch kein ketzer odder abtrünniger. 
von dem bapstum zu Rom. (1520). Cj*; der 
bapst spricht, wer my ein heller nympt, der 
sey des teuflels mit leyp vnd seel, ein kelzer^ 
ein abtrinniger vnd alles vnglück bestehe 
yhn. bulla cene domini. (1522). Cüj**; die 
abtrinnigen werden sich nicht erhohen kfln- 
nen. ps. 66, 7; die abtrünnigen bleiben 
in der dürre, ps. 68, 7 ; deine fürsten sind 
abtrünnige vnd diebs gesellen. Jen. 1, 23. 

abtrünnig, mhd. abtrünnig» abtrünnig, 
abetrünncc {Ben. 3, 96), ahd. abtrünnig 
{Graff b, 533) ist von der praeteritalform 
eines verlornen ahd. verbums trinnan {prael. 
sing, trau, pl. Irunnun) herzuleiten, vgl. 
trennen. 

Abtronnlgkeit (abtrinnigkeit), f. ahfaU, 
treulosigkeit: die blinden freuet Hehler solchs 
aufl* erden für kctzerey vnd abtrinnigkeit 
schelten, vrsaeh vnd antwort etc. (1523;. 
Aij* ; falsche lerer vnd rottengeister müssen 
durch jre abtrünnigkeit auch erkennet wer- 
den. Eisl 2, 2 1 6". 

AMriMiisch, adJ. wtu abtrünnig : solch» 
sage ich müssen die prediger vnd pfarher 
bey solchen abtrunnischen leuten thun. vtm 
kriege widder die Türeken. (1529). Gj". 

Abtreniisdi, adv. nach der weise ab- 



ABTRÜNNVffG 



35 



ABWEISEN 



Irmmger: aber da ferct ewer bischoff afler 
erst recht eraus, da er vermanet vad gebeut, 
das OMB das sacrament oicht solle voi( yrri- 
gea vnd ablrttnnigeD piieslern noch abtrCln- 
Bisch reich eo lassen, eine berichi an einen 
guten freund. ( 1 528). Gii\ 

Abtrtuimg (abtrinnung), f. abfaU: (der 
hapei) allein ist aller abtrinnung viid par- 
teyen beupt vrsacb vnd aoheber. grund vnnd 
wach aller arlickel (1530). iij\ 

ibordicll»^ ein endgiliigee wriheil «pre- 
cken: dieser spruch gillt nicht aUeyn dem 
teuflel, sondern auch den lestererq, wilche 
er hie mit abvrteylet vnd verdampt. ausleg. 
der ep, vnd euang, van der heyl, dreykö* 
nigefesl etc, (1525). 8ij\ 

ibf erdicMB (abeverdienen), durch dienst 
ton jemand erwerben: so ei1>eitea sie (die 
Juden) nicht, verdienen vns nichts abe . • . 
noch haben sie vnser geld vnd gut. von den 
Juden vnd jren lügen. (1 543). Sij" ; golt hat 
nicht gedacht, das solche grosse heiligen 
kooien würden , die jm den messia wtlrden 
abrerdienen. ebend. Yiij*; das ist erst ein 
recht heilig werck, damit sie meinen, golt 
den himel abverdienet zu haben, da« 1 6. cap. 
s. Johannis. (153S). Diiij". — v^/. abdienen. 

ibwigea (abwegen), ^wogegen nach 
schwere u. (bildl.) gehalt prüfen"{ Weigand 
vih. 1, 11): alles zelen vnd abwegen. Sir. 
42, 7 ; dis ist der brüiTsteyD, das nchlscheyd 
md die wage, damit yhr alle lere solt ab we- 
gen, eyn predigt vnd wamung. (1525). 
Biüj^; da namen wir eine gold wage, das 
^irs ia gewis treffen vnd gnaw abwegelcn. 
das diese wort Christi noch fest stehen, 
(1527). eiif. 

wsgen ist das starkbiegende mhd, wägen, 
ühd. w^an und wird daher richtiger wägen, 
wiegst, wiegt, praet. wog statt wügen, 
wägst, wagt, praet, wSgle eonjugiert, 

Ibwiliciij schon ahd. abewelzan {Graff 
1, 791), mhd. abe welzen {Ben. 3, 478). 
tfoton wegwälxen: vnd wurden gewar, das 
der stein abgeweltzet war. Jfarc. 16, 4; 
sie fanden aber den stein abgeweltzet von 
dem grabe. Luc. 24, 2. 

AbwirÜgkett , f. was abwesenheit: ynn 
^bwertickeyt des bisschofls. ausxleg. der ep. 
rnnd euang. des aduenU. (1522). BBj'*. 



Akwasckeii etwas durch waschen en^ 
fernen: vnd wusch jnen die strimen abe. 
apost. geseh. 16, 33; las dich teuffen vnd 
abwaschen deine sttnde. apost. gesch. 22» 
1 6 ; vnd royr der bestien charaeter mit sso 
viel bullen ist abgewaschen, wider den faUeh 
genantien geystUchen stand. (1522). Aj*"; 
{die taufe) wescht ab zweyerley vnflat. der 
prophet Sacharja. (1528). Hhi^\ 

AkwaHhaagi f. die han^ung des ab* 
wasckem: diese ahwasehang geschieht alleta 
durch gottes willen, arüekelt so da het$en 
etc. (1538;. Gj''; lieber warumb heist denn 
Paulus die lauffe ein ab waschung der sttnde? 
vom abendmal ChrisU. (1528). eiij^ 

Ahwechsela^ vertauechen: die collecten 
vnd sttffiragieu geecnge , so aoff der heiligen 
httUr lauten, (sollen) vmb collecten vnd ge- 
senge von der zeiL geenderi vnd abgewech- 
selt werden. Eisl. ausg. 1, l7S^ 

Abwege m. ein vom rechten weg ad/tiA« 
render: welche jren weg verkeren vnd fol- 
gen jrem abwege. spr. 2, 15. — statt die- 
ser xusammenseisung aus ab und weg ge- 
braute die iUiere spräche Awicki, iwiggi 
n. {Graff i, 671), mhd. iwicke n. {Ben. 3, 
639) ; ab weg ist uns xuerst in der ersten 
deutsch, bibel begegnet: vnd betrengst sy 
dz sy gend vppiglich durch den abweg (vulg. 
invium). Uiob 12, 24. 

Abweichen^ sich wovon entfernen : so ich 
doch aoiT seyner ban meynen fuss setze vnd 
seynen weg hallte vnd nicht abweyche-ffto^ 
23, 11 nach>der isbersetxung v. j. 1524; 
das einer eropfahe diesen dienst vnd aposteU 
ampl, dauon Judas abgewichen ist. apost. 
gesch. 1, 25 {die ersten ausgg. des n. test. 
haben abtrellen); er (Hiskia) hieng dem 
herrn an, vnd weich {wich) nicht binden 
von jm abe. 2 kön. 1 8, 6 ; sie sind alle ab- 
gewichen. Rom. 3, 12. 

Abweichen > n. substantivisch gesetxier 
inf. des vorigen verbums : was sol man wei- 
ter an euch schlahen, so jr des abweichens 
nur deste mehr machet. Jes. 1, 5. 

Abweisen (abeweisen), mhd. abe wfsen 
(Ben. 3, 759), weg-, xurückweisen : wer 
also den teuflel kan abweisen aufT den herrn 
Christum, an welchem er das maul verbren- 

5* 



ABWENDEN 



36 



ABWESENDS 



net hat, der ist genesen, hauäpost. Wit- 
iemb. 1545. sommertheil 5*; nu weiset er 
«ie jhe vnfreundlich abe. von der sunde md- 
der den heil. geUt (1534). Df ; hiemit wifl 
ich kurtzlich abgeweyset vnd vnterricht ge- 
ben haben yderman. von kauffshandhmg 
vnd Wucher. (1524). Cij"; da die liinder 
nicht rechte erben waren, sondern wurden 
mit eim genannten [einer hesUmmlen stmime) 
abgeweiset. Hschr. 313^. — das parL ab- 
geweist entspricht der ahd. und mhd. Mein 
geltenden schwachen conj. des verhums 
weisen (s. <i). 

Abwenden (abewenden), teovon wegwen- 
den^ aupiallen, verhindern, wie wenden mt( 
kehren, auch gleichviel mit abkehren , toe«- 
halb es dem zukehren entgegenstehen kann. 

1) Irans, a) {Jerobeam) wand Israel bin- 
den ab vom herm. 2 kön. 17, 21 ; solcher 
dunckel vns abfiiret von gotl vnd abwendet 
von rechtem gotlsdiensL der prophet Jona. 
(1526). Ej*. b) inf, mit zv: wer sein obre 
abwendet zu hören das gesetz, des gebet ist 
ein grewel, spr. 28, 9. c) das , wovon ab- 
gewendet wird, bleibt oft auch unausge" 
drückt, kann aber leicht ergänzt werdend- 
er {der könig) sol auch nicht viel weiber ne- 
men, das sein hertz nicht abgewand werde. 
5 Mos. 17, 17; diesen finden wir das er 
das volck abwendet. Luc. 23,2; ich vvircke, 
wer wils abwenden. Jes. 43, 13; antlitz 
abwenden ist ein izcichen des zorns, zuke- 
renn aber ein tzeichen der gnade, die sieben 
ptuzpsalm. (1517). Evj'». 

2) refl. : da die obersten reuter sahen, das 
er nicht der k5nig Israel war, wandten sie 
sich von jm abe. 2 chron. 18, 32; welche 
sich von der warheit abwenden. Tit. 1, 14; 
lassen sich auch von solcher jhrer treudlerey 
durch keinerley vermanung vnnd schrifll nicht 
abwenden, tischr. 204^ 

Abwendige abwendig machen, entfremden, 
abspenstig, abtrünnig machen : heissels nicht 
geslolen noch betrogen, so heisset es den- 
noch des neheslen guls begeret, das ist, dar- 
nach gestanden vnd jm abwendig gemacht. 
Jen. 4, 407**; wir sollen gotl fürchten vnd 
lieben, das wir vnserm nchesten nicht sein 
weib, gesinde oder vihe abspannen, abdrin- 
gen oder abwendig machen. Jen. 8, 383^ 



Abweidng^ f. aversio : verbergung oder 
abwenduttg des anthtzs ist, wenn das wort 
der verheissung hinweg ist. Eist. 2, 53*. 

Abwerfen^ mhd. abe werfen (Ben. 3,735), 
ahd, aha werfan (Notker ps. 2, 3), werfend 
absondern : wie ein olebawm seine bittet ab- 
wirffi. Hieb 15, 33; da sie aber schrien vnd 
jre kleider abworffen. apost, gesch. 22,23; 
szo last vns abwerffen die werck der finster- 
nisz vnd an legen die wapen des liecbls. 
Rom. 13, 12 in der ausxleg. der ep. vnnd 
euang. des aduents, (1522). Aij*. — sieb 
abwerfen ßr sich empören, abfallen ge- 
braucht Luther in seinen Schriften niM; 
die bei Grimm wlb. 1, 152 angeführte 
stelle gehört dem 1525 geschlossenen ver- 
trag zwischen dem bund zu Schwaben und 
der bauerschaft am Bodensee an, welchen 
Luther nur nachdrucken liesz. 

AbweseBi n. abwesenheit: was solt der 
fleischlich mensch thun ym abwesen des 
geistes odder der gnaden widder die sznnd, 
szo er ym beiweszen des geistes streittet 
Widder go(t für die sund? grund vnd vrsach 
aller artickel. (1520). eiiij**; eyn knecht 
im abweszen seynes herm grosser, windige 
vnd ehrlicher gehalten ist, denn ym bey we- 
szen. auszleg. der ep. vnnd euang. des ac(- 
uents. (1522). BOj**; wie es vmb eine herd 
schaffe stehet, wenn der wolff yn des birtcn 
abwesen vnter sie komen ist. der prophet 
Sacharja. (1528). Ej'; zu Wittenberg durch 
mein abwesen der satan in mein bürden ge- 
fallen ist. de Wette br. 2, 4S. heute ist die- 
ser substantivisch gebrauchte inf. des ver- 
bums abwesen {ahd. abawesan, mhd. abe 
wesen) durch abwesenheit verdrängt. 

Abwesend, nicht gegenwärtig, part.praes. 
von abwesen : derhalben ich auch solchs ab- 
wesend schreibe. 2 Cor. 13, 10; abweseml 
von euch höre. Phil. 1 , 27. die ersten 
ausgg. der Luth.*schen Übersetzung hatten 
in der letzten stelle wie cap. 2, 1 2 ynn mey- 
nem abwesen. substantivisch steht abwesend 
weish. 14, 17: auff das sie mit vicis heuch- 
len möchten dem abwesenden. 

Abwesends, genitivische nebenform ton 
abwesend: für lügen vnd falscher dentung 
(sonderlich abwesends) kan ich nichts. Jen. 
6, 3\ 



ABWESENS 



37 



ABZIEHEN 



Abweseas» ad/v. in ahwesenheU: wir sol- 
len einem failscheii cardinal gleuben, der vom 
bapst wider gott zum Itfgener verordent ist, 
iv^enn er sich selbs rhdmet vnd abwesens 
«eines gegen parts eines mans rede filret. 
wider den bieeho/f xu Magdeburg. (1539). 
Dj*; abwesens H. Philippt habich euerschrift 
massen brechen, de Weite br. 5, 27; das 
consistortttm abwesens derperson auch nichts 
thuQ kand. Burkhardt briefw. 419. — 
dia abwesens, welches schon frühzeitig er- 
ioteh, ist der gen, des obigen snbst, abwe- 
«en. 

Abwetieij etwas durch wetzen wegschaf- 
fen: mein koplT ist wie ein messer, denn der 
stahl ist ganlz vnd gar abgewetzt vnd eytel 
^jsen worden, tischr, 354^ 

AMckelOi wickelnd wovon entfernen: da 
isl es gar ynn einem haufTen, auiTeinemkuaul« 
wenn du gleich lang abwickelst, so (indestu 
iloch nichts anders, vondersundewidderden 
heiUgen geist. (1529).^Aiij''. vgl, wickeln. 

Abwiideoi gleichviel mit abwickeln, mhd. 
ab winden {Ben, 3, 678): was man nicht 
»:hlichten kann ohne verstörung des frie- 
öens, soll man es auf ein knebel winden, bis 
es golt selbst einmal abwinde, de Wette br. 
h. b60. 

AbwischeM (abwüschen), durch wischen 
entfernen: wenn man jnen ein purpurkleid 
anzeucht, so mns man jnen den staub ab- 
wischen. Bar. 6, 12; (das gold) gleissel 
nicht, wenn man den rost nicht abwuschet. 
6, 23; gott wird abwischen alle threnen 
TOD jren augem offenb. Joh. 2 1 , 4 ; die rot- 
t^'ngeister haben die bawem ynn ein schweys 
gefürt, den sie nicht bald werden abwischen. 
rher das ersU buch Mose. (1 527). Biij*». — 
Wäschen ist eine schon mhd. vorkommende 
nehenform von wischen. {Ben. 3, 764). 
tgl awh aufwischen. 

.ttwickeni (abewuchern), durch wucher 
^ziihen: er wird auch seinem nehesten 
fiichis abwuchem. zwo predigten auff der 
kindertauffe. (1540). Hj*; vnd mit jnen 
rechen, was sie vns abgewuchert vnd dar- 
nach gütlich get«ilet. von den jüden vnd 
jren lügen. (1543). fij*'; abgeitzen vnd ab- 
wuchem. s. abgeizen. 



AhwirgeM; durch wiirgen dbnöthigen: 
er wurde es nicht leiden in gleichem fall, 
das man jm solt vnuerhort durch marter eine 
vrgicht abwürgen, wider den hischoff zu 
Magdeburg. (1539). Diiij*. 

Abiihlei (abzelen^ zählend absondern: 
vnd (Salomo) zelet ab ^iebenzig tausent man 
zur last. 2 ehron. 2 , 2 (vulg. numeravit 
septuaginla miUia virorum portantium hu- 
meris, wonad^ die Nümb. bibel v. 1483: 
vnd zalt sibentzigtausent mann auf den ach- 
seln tragende); zete es ab, was du zu geben 
gedenckest, vom andern gut, wie Moses leret 
die zehenden beylegen vnd absondern, randgl. 
zu Sirach 29, 1 5. 

Abiiainei^ den zäum abnehmen: also 
führet er den man ins haus vnd zeuroet die 
kamel ab. 1 Mos. 24, 32 ; sie haben meine 
saelen ausgespannen, vnd mich zu nicht ge- 
macht, vnd das meine abgezeuroet. £rto& 30, 
11, wozu Luth. in einer randglosse &e- 
merkt: id est, deposuerunt, prinarunt curru 
et aurigatu, id est, dominio meo (Bind« et ff 
bibelhat: domino, was wohl druckfehler ist). 

Ahltehei, abzihen, abezihen, mhd. abe 
ziehen (Ben. 3, 926), ahd. abaziuhan {Graff 
5, 606), wovon wegziehen. 

I. transitive bedeutungen. 

1) angelegte kleidungsstücke, waffen etc. 
sich selbst oder einem andern abziehen : es 
were eine kleine ehre, wenn ich den huet 
für meinen eitern abzuge vnd liesse sie gleich 
wol darneben hunger leiden, auszleg. der 
zehen gepot. (1528). Kvij^; damit dem 
schalck seine laruen abgezogen werden, an 
die pfarrherm wider den umcher zu predi- 
gen. (1541). Aij**; nu mus hie ein fleisch- 
licher mensch seine schuhe abzihen. vber 
das erste buch Mose. (1527). Di]**; vnd lies 
jm das purpurkleid, sampt dem andern 
schmuck abziehen. 2 Alacc. 4, 38 ; vnd zo- 
gen jm seine waflTen ab. 1 Sam. 31,9. 

2) die haut abziehen, schinden: man sol 
dem brandopffer die haut abziehen. 3 Mos. 
1, 6; vnd zogen jm haut vnd bar ab. 2 
Macc. 7, 7. 

3) die band wovon abziehen, zurückziehen : 
Josua aber zoch nicht wider ab seine band, 
damit er die lantze ausreckt. Jos. 8, 26; 
vnd Saul sprach zum priester, zeuch deine 



ABZIRKELN 



38 



AGB 



band abe. 1 Sam, 14, 19; das jr innen 
werdet, was sey, wenn ich die band abziehe. 
4 Mos, 14,34; das wir greiffen bei sol- 
chen groben slücken, wie from die nalar ist, 
wenn goU die band abzeucht von seinen 
grossen lieben heiligen, vber das erste buch 
Mose. (1527). iijV 

4) eine flüszigkeit abziehen, abxapfen: 
vnd den wein sol er auch zur zeit abzihen. 
Burkhardibriefw. 358. 

5) figürlich für enlxiehen, wegnehmen: 
€r {goU) wil sie (die obrigkeit) absetzen vnd 
die goLtheit abzihen. der S2. psa/iii.(l530). 
Hij" ; das ist aber bey vns nicht seltzam, das 
«iner dem andern sein knecht oder dienst- 
magd abspannet vnd entfrönibdet odder sonst 
mit guten worten abzeucht, deudsch cate^ 
chismus. ri529). Liiij^; abziehen die speise, 
die gott geben hat den gleubigen zu genie- 
sen. Jen. 1 , 4 ; da er ein fluch vber sie gibt, 
zeucht er das wort ab, vnd lesst sie in jrer 
nalur. Jen. 4, 1^. 

IL intransitiv steht abziehen, une das 
einfache ziehen für davon gehn, abgehn, 
sich von einem ort entfernen: da zoch er 
(Hasael) abe von Jerusalem. 2 kön. 12, 
IS; die Chaldeer, so für Jerusalem gelegen, 
da sie solch gericht gebort hallen, waren 
von Jerusalem abgezogen. Jer. 37, 5; Judas 
zog ab von der bürg Sion. 1 Maec. 6, 32 ; 
so zeucht der vierde auch abe. Burkhardi 
hriefvD. 375 ; was nu e. k.f.g. schafll beyde 
mit dem vorigen piarrer abzuziehen, und mit 
diesem genannten aufzuziehen, lasz ich gott 
wallen, de Wette br. 3, 49. — ü5er die 
conjug. dieses verbums vgl. das einfache 
ziehen. 

AMeleij ein xiel abstecken: also theten 
die jaden, versuchten vnd plagten gott wol 
in der wüsten, murreten wider gott, was sie 
nur wol'en, musl er schier thun auff einen 
gestrackten termin, als wasser, wachtein vnd 
himelbrot etc. geben, zieltens jm ab mit mas 
vnd zeit, wenn ers jnen geben solt. Eisl. 
ausg. 1, 52 5\ 

Abzirkeh (abecirkeln) , mit dem zirkel 
abmessen, abgrenzen: dtr ander zimert holz, 
vnd missets mit der schnür vnd zeichets mit 
rötelstein, vnd hehewet es vnd cirkelts abe. 
Jes. 44, 13; Paulus sagt ynn den geschieh- 



ten, das er einem yglichen hinichafft ah- 
zirckelt. vber das erste buch Mose. (1527). 
tt iiij^. daher bildlich, genau erforschen, he^ 
stimmen: darurob lasse die klüger solches 
abe zirkeln vnd messen, wir aber wollen jon 
der ein fall des glaubens bleiben, vom Jhesu 
Christo eine predigt. (1533). Fij\ 

Abitchti f. abzug, weggang: nach der 
abzucht der magi. auszleg. d.ep. vnd euang. 
vom christag etc. (1522). Qqüij*. — mhd, 
abezucht (Ben. 3. 939). 

Ahtwackei (abezwaeken), hei Luih. nur 
bildlich, entliehen, abdringen : zwackt vnd 
reisset er (der türke) etwas den grentzea 
vnd nachlbarn (sie) abe. eine heerpredigt 
Widder den türcken. (1529). Cij*"; babeo 
sie ielzt bei iren pfarren ein fleck hoU, so 
zwackt man es inen ab. Uschr. 1 P. 

Abiwageiii abwaschen , wegspülen: ich 
wil jhm die laruen, srhminck vnd nameo 
oder schein, abziehen vnd abzwagen. tischt. 
282". — abzwagen ist das mhd. abe twaben 
(Ben. ?>, 157) von Iwahen, €Ml. th(d}wahan 
(Graff 5. 267), goth. l)vahan (Joh. 13, 14) 
waschen. 

Abiwingeo (abezwingen), einemmitgewali 
etwas abnehmen: vermisset sich gott den 
himel abe zu zwingen, deudsch catechismus. 
( 1 529). Biij* ; wir wollens euch durch got- 
tes wort abgezwungen vnd als den lesterem. 
Verfolgern vnd mOrdern abgeiagt haben, ver- 
manung an die geistlichen. (1530). Fj^ 

Acby in späteren drucken, namentlich in 
der bibel fast nur »h, ahd. ah (Graf I. 
105), mAtf.ach (Ben. 1, 5), interj.a) äusze- 
rung des Schmerzes, der klage und vet' 
wandter empfindungen, aber nicht ist es 
uns als ausruf der freude bei Lulh. begeg* 
net : ah, au, vsch, das stücklin schmertzt sie. 
wider das bapstum zu Rom. j(1 545). Aiiij'; 
ah, ich hab viel ein ergers gelhan. ebend. 
Bj^ ; ach es ist buberey vnd des teufTels mal- 
wille mit vns. trosiunge an die d^risten x« 
HaUe. (1 527). Biiij^ vnd er legt den leich- 
nam in sein grab vnd klagten jn, ah bmder. 
1 kön. 13, 30; ich höre ein gesckrey der 
lochter Zion, die da klagt, vnd die beade 
auswirfit« ah weh mir. Jer. 4, 31. einrnd 
auch wie ahd. u, mhd. mit gen. : ah mei- 
nes jamers vnd hertzenleids. Jer. 10, 19. 



ACH 



39 



ACHT 



h) häufiger atudruch des flehentlichen hU- 
iens, wofür Lulh. es selbst erklärt : so heisst 
SU hosea hilff oder Ihu hOlfTe, das na binden 
dran lautet flehüch vnd bedeut ein herzlicb 
kgir, wie wir tu deadscb sagen : acb hilff, 
lieber hilff, hflff doch, gleich wie wir mit 
demselbigen acb odder doch anzeigen vnser 
flehüch berlz. das schone confileminü 
(1530). Nij**; ach gott lasz meinen printz 
gesund, de Wette 5r. 6, 149 ; ah herr straffe 
mich Dicht in deinem zorn. ps. 6, 2; acb 
Cbrisle mein her sich herab, lasz her bre- 
chennd einen iungsten lag. an den christ- 
heften adel. verm. ausg, (1520). Kj''; ah 
lieben brüder thiit nicht so vbel. 1 Mos. 1 9, 
7 ; ab mein herr gebet jr das kind lebendig. 
1 kon. 3, 26. c) als ausdruck des unwilligen 
ahweisens steht ach in folgender stelle : ali 
was Christus? Christus? das sind lutherische 
bossen. von den schlüsseln. (1530). Cij'*. 
dieser leiste von Grimm nicht angemerkte 
gehrauch ist noch volksühlich, 

Ich^ n. die substantivisch gesetzte inter- 
jection (odergieng dassubst. der interj, vor- 
am?): vnd stund drinnen geschrieben , klage, 
ah vnd wehe. Ezech, 2,10; vnd gehen eitel ah 
vnd weh vnd schrecken vberjn. etliche schöne 
frediglen aus der 1. ep. Joh. (1533). Jiij*'; 
so dalzn mal nichts denn ach vnd awc singen 
kondlen. das schone confitemini.{ 1 530).Biiij''. 

ktkst, f. die Stange (linie), um die sich 
eheas im kreise bewegt, so am wagen das 
(pierholz, um teelehes sich die räder bewc" 
9^: vnd waren reder wie die wagenrcdcr, 
YDd jr achsen, nahen, Speichen und feigen 
<ni{$. et axes earum, et radii, et canlhi, 
ei nu^dioU) war alles gegossen. 1 kon. 7, 
33. die erste deuUehe bibel (1462?) und 
ebenso die Nümb. bibel v. 1483 haben hier 
^sonstdenpl. echscn vom sing, echs, wie er 
•• b, in der ersten deutsch, bibel Sir. 33, 
5 rorkommt, 

MKd. ahse (Ben. 1 , 14), ahd. ahsa 
[Gralf l, 139) tat ohne zweifei eins mit 
l<u. axis, gr. a^cay, welche auf die würzet 
^g, im tat. agere, gr, äytiy bewegen, zurück- 
gehen, vgl, Weigandwtb, \, 13. Grimm 
»t6. 1. 163. ' 

lehsel^ /l schutter, mhd. absei statt ahsele 
l^en. 1, 14), ahd. ahsala {Graff 1, 139), 



wie axilla fortbildung von axis, so achsel 
von achse: Rebeca trug einen krug auff jrer 
achsßlu. i Mos. 24, 1 5 ; vnd wenn ers fun- 
den hat, so leget ers auff seine achseln mit 
Dreuden. Luc. 15, 5 ; so falle meine scbulter 
von der achseln. J7iod 31, 32. während 
Luther sonst scbulter mit achsel gleichbe- 
deutend gebraucht, unterscheidet er es hier, 
zwar kann nicht mit Sicherheit angegeben 
werden, wie Lulh. diese Unterscheidung 
meint, doch läszt sich vermuihen, dasz 
achsel hier in seiner eig. bedeutung („die 
stelle, wo sich der oberarm an der schulter 
dreht," Grimm wtb. 1, 163) gebraucht 
sei. ebenso auch in folgender stelle: lege 
diese zurissen vertragene alte lumpen vnter 
deine achsel. Jer. 38, 12. — vgl. schulter. 

Eine bei Luth. wiederholt vorkommende 
sprüchwörtliche redensart ist auf beiden ach- 
seln tragen, den bäum auf beiden achseln tragen 
«-> sich zweideutig benehmen, um es mit kei- 
nem zu verderben (Weigandwtb. 1,13): es 
lesstsich nicht also verment ein, vergleichen vnd 
auff beiden achseln tragen, des bapstslere vnd 
das euangehum Christi zugleich vnd mit ein- 
ander wollen haben vnd beide zu freun- 
den behalten. Jen. 3, 189*; aber christlich 
leben ist nicht priscillianisch, das den bäum 
also auf! beiden achsseln trage, sondern ein- 
feltig, schlecht vnd recht, wie es im hertzen 
glaubt, so redet es mit dem munde vnd lebt 
mit dem leibe. Jen. 3, 434^; ich achte aber, 
ewer frOchthn vnd kreutlin zu Halle hat nu 
ausgcheuchelt vnd lange gnug den bäum auff 
beiden achseln getragen, wird nu seiner nes- 
selart sich vleissigeu das frOmichen. Eist, 
ausg. 2, 32S\ 

Aehtj die cardinalzahl, in der altem 
Sprache wesentlich zweisilbig, goth. ahtau, 
ahd. ahtd, mhd. ahle, und wahrscheinlich 
dual form, so dasz acht hiesze zweimal vier 
[SC. finger). die zweisilbige form begegnet 
bei Luth. nur noch vereinzelt: wenn er 
(gott) oben erab sagte, nein, es (sc. 2 u. 5) 
sind achte, so solte ichs gleuben. Jen. 6, 
68^. gewöhnlich mit abgelegtem e: diese 
acht gebar Milca dem Nahor. 1 Mos. 22, 
23; Josia war acht jar alt. 2 kon. 22, 1 ; 
inwendig acht tagen, von den Juden vnd 
Jren lügen. (1543). kj-. 



ACHT 



40 



ACHTEN 



Acht^ achle, f. achlung, aufmerksamkeil, ^ 
heacMung, mhd. ahte, aht {Ben. \, 15): 
ahd. ahta (Graff 1, 108), u>oM aus einer 
Wurzel mit goü^. aha verstand, und abjan 
denken, meinen: a) das gebet )in scheyne 
vnd leypiich ist das eusserlich mummeln vnd 
pleppern mit dem munde, on alle acht, ausx» 
leg. deudsch des v. u. ( 1 5 1 8). Aij* ; vnd wie- 
wol dis buch (die Offenbarung Johannis) 
nicht solcher acht ist, das es zum streit die- 
net, hab ich doch dem widerteil etliche Zeug- 
nis daraus wollen fürhalteu. Jen. 2. 12^; 
ich bin nicht entschlaffen vnd an mein selbs 
acht gegangen. Jen. 3. 21. — b) häufiger 
in den noch jetzt gangbaren redensarten: 
acht haben, acht geben, acht nehmen, aus 
der acht lassen, aus der acht schlagen, aa) 
da sie lange betet für dem herrn hatte Eli 
acht aufTjhren mund. 1 Sam. 1, 12; haslu 
nicht acht gehabt auff meinen knecht Hiob. 
Hiob 1,8; habt acht auiT ewcr almosen. 
Matth. 6, 1 ; ein iglicher sol darnulT achte 
habenn, wasgott mityhmwirckt. diuma^m- 
ficat vordeulschl. (1521). diiij\ auch mit 
dem gen. statt der praep. auf: gleich wol 
wolt ich dennoch, das sein adel vnd land- 
schaft des spiels ein acht hetton. Jen. 6, 5^; 
bb) must acht drauflf geben vnd von hertzen 
vleissig sein, randgl. zu spr. 2, 2. — cc) 
acht nehmen hat in der regel den gen. bei 
sich: nu gehen sie hin sicher vnd nemen 
derselben brUch nicht acht. Jen. 1, 24*; 
das man für allen dingen der sunden acht 
neme. der prophet Jona. (1526). Fij*. doch 
auch einmal mit der praep. auf: ach das 
deine oren acht nehmen wollten auff das ge- 
schrey meines bittens. ps, 1 30, 2 nach den 
sieben pusxpsalmen v. j. 1517. — dd) dar- 
umb wil ichs nicht aus der acht lassen, euch 
allezeit solches zu erinnern. 2 Petr. 1, 12 
nach der ersten ausg. des n. test. — ee) das 
wort goltes feHt bey v^eilen aufT die, die es 
nicht annemen vnd gar aus der acht schlagen. 
Jen. 3, l72^ 

Acht, f. „auszschlieszung zu öffentlicher 
Verfolgung und lödtung": wicwol ich nu 
wol drcy jar verbannet vnd in die acht ge- 
Ihan. Jen, 2, 459^; vber das acht ich, das 
lautts disz mandalls ich Martinus Luther 
solle billich aus bepstlichem vnd keyserlichem 



bann vnd acht seyn bis aufls kflofitig con- 
cilium. icidder die verkehrer vnd feischer 
keyserlichs mandaU. (1523). Bj^; ein auff- 
rbUrischer mensch, den man des bezeugen 
kan, schon in gottes vnd keiserlicher acht 
ist, das, wer am ersten kan vnd mag densel- 
ben erwürgen, recht und wol Ihat Jen. 3, 
129^; es sey zum tode oder in die acbu 
{vulg. sive in mortem, sive inexilium, Nünb. 
bibel: es sey zu dem tod oder zu dem eilend i. 
Esra 7, 26. 

Mhd. 4hte, achte (Ben. 1, 18), ahd. ahla 
{Graff 1, 109) proscripOo und persecuiio, 

AeÜbar^ adj. mhd. ahlbaere, ahtebaere 
{Ben. 1, 16), achlung verdienend: diser 
hochgelert, ihener achtbar, ausl. der ep. 
vnd euang. vom heil, dreykonige lag etc. 
(1525). Jiij". — häufig in Uleln gebraucht: 
achtbar, hochgelarler, lieber herr dovtor. 
Burkhardt briefw. 223, 100 mehr bei- 
spiele in br. an Luth. s, 122. 120. 344; 
auch grosznchtparer 282. 

Achtbarkeit, f. würde^ ansehen, von dem 
vorigen und ebenfalls als anrede : solches mus 
ich mit cwer achtbarkeit freundlicher weise 
schertzen. Jen. 5, 120'; ewr achtbarkeit 
halte mir mein geschwetze zu gut. 5, 120^ 

Aehtf I die Ordinalzahl^ lautete golh. ah- 
tuda (Luc. 1 , 59), ahd. ahtodo {Graff U \ 38), 
nüid. ahtode, ahle {Ben. l, 14), steht mithin 
für acht'le, achtele: der achte tag sol auch 
heilig heisseu. 3 Mos. 23, 36; am achten 
tage kamen sie zu beschneiten |das kiudlio. 
Luc. 1, 59 ; bul das ist der acht mond. [kön. 
6,38. 

Acbtckalb (achthalb), sieben und ein hal- 
bes : gerade als were der engel sogar ein 
narr oder kind, der nicht 7. zelen künde, ^ni 
spreche sieben, da er achtehalbe sprechen 
solt. von den Juden vndjren lügen. (I543i. 
aj^. achthalb wochen. ebend. 

Achten^ mhd. ahten {Ben. 1, 16), ahd- 
ahton {Graff^ 1, 106), von dem subsL acht. 
welches man sehe, die ursprüngliche he- 
deutung des worles achten isi wofU seinem 
Ursprünge gemäsz den geist, die sinne vo- 
rauf richten, woraus dann einerseits äe 
be^ulungen des aufmerkens, wahmehmens, 
beachtens, beobachlens, sorgetragens wofir» 
andererseits die des eraehtens, meinem* 



ACHTEN 



41 



ACHTEN 



dafür hallens, Schulzens entsprangen, doch 
laufen beide hauptbedeulungen in einander 
übeTf was man nicht beachtet^ schälxl man 
auch nicht und umgekehrt, 

1) achten, putare, opinari. a) mit infin,: 
(las acht ich nicht geschehen ausz vn wissen. 
bvüa cene domini. (1522). Aij*^; ich achte 
€s billich sein. 2 Petr, 1 , 13; sie zürnen, 
das ich den teufel durch sie reden achte 
(glaube, dasx der teufel durch sie redet). 
Jen, 3, 484". b) statt des inf. ein abhän- 
giger satz: ellich achten, es sein vmbs bapst 
Willen zu Rom teglich mehr dan zwentzig 
Uuseot mauipferd. von den newen Ecki- 
sehen buUen, (1520). Aij**; ich achte aber, 
es sollt biUicher seyn, das ynn der Christen- 
heytyio newen testament keyn betleley were. 
ton kauffihandlung vnd toucher. (1524). 
Fj''; ich acht, du lessest dich bereden. Jes, 
36, 5; ich achte, dem er am meisten ge- 
scheockt bat. Luc, 7, 43; achte ich, die 
weit würde die bücher nicht begreiflen. Joh. 
21, 25; ich achte, das alle pestilentz durch 
die bösen geister werden vnter die leute ge- 
bracht, ob man für dem sterben fliehen muge, 
(15*27). Biij"; nu aber acht ich nicht, das 
solchs gesetzel vnd geordenet sey von groben 
heuchlem. vberdas erste buch Mose, (1527). 

2) achten, aestimare, pendere, a) mit 
acc: die solch yre gepresten gering achten, 
in den wind schiahn. auszleg. deutsch, des 
t* tt. (1518). Cij^; als sie (Hagar) nu sähe, 
das sie schwanger war, achtet sie jr Trawen 
geringe gegen sich. 1 Mos. 1 6, 4 ; der die 
heyligen gottisivorl nit hoher acht vnd hand- 
iel, dan als het sie einn stock odder gelt narr 
ia der Fastnacht für ein mehrlin ertichtet. 
ton dem bapstum zu Rome, (1520). Aij*^; 
czum funfflen soll man yhe zu sehen mit 
allem ernst vnd vleysz, das man die heyligen 
sacrament grosz acht, eyn sermon von der 
^^reytung zum sterben, (1519). a ij^ ; ab (ob) 
sie yre gerech tickeit nichts achten n. die 
hieben puszpsalm. (1517). Hv; nun seynd 
ellich den disze wori der gnaden alszo leycht 
geachtet seya. ebend. ; jr blut wird thewr 
geachl werden für jm. ps. 72, 14; vnd soll 
sie vnrein achten. 3 Mos. 11, 24, zum an- 
dern schreybt doctor Eck mehr, das ich die 

Dien, W6rierbiiek. 



rew vomichte vnnd vnnottig achte, von den 
newen Eckischen bullen, ( 1 520). Aj** ; umb 
der werck willen, die man Sünde achtet. Wid- 
der die verkerer vnd feischer keyserlichs 
matidal«.(1523).Aiiij^;dasgottsiesoltdarum 
sein volck achten, von den Juden vnd jren tu- 
gen. (1543). Hj\ 

b) mit der praep. für : wan euch vil anfech- 
tung anstossen solt yrdasselb für grosz freud 
achten, auszleg, deutsch des v. u, (1518). 
Hiiij^; darumb acht es nicht für eyn schympff 
leding. eyn predigt vnd wamung. (1525). 
Bj*^; er achtet mich für seinen feind. Hiob 
19, 11; der tempel der grossen göttin Diana 
wird für nichts geachtet, apost.gesch. 19,27. 

c) statt der praep. für ist dlie partikel 
wie- oder als dem casus vorgeschoben : du 
woltest deine magd nicht achten wie einlöse 
weih. 1 Sam, l, 16; vnd sind geachtet wie 
schlachlschafe, ps. 44, 23 (in der parallel* 
stelle Rom. 8,36: für schlachlschafe) ; er 
achtet blutvergiessen wie nichts. Sir, 8, 19 ; 

sie werden jr gold als einen vnflat 

achten. Ezech. 1, 19. 

d) sich achten: das ist ein jemerliche 
schwere blindheit, dass sie sich yn dem hohen 
grade der volkommenheit achten, die sieben 
puszpsalm. (1517). Hv" ; ich achte mich, 
lieber Agrippa. selig, so ich mich heutte für 
dyr verautwortten soll, apost, gesch. 26, 
2 im n. lest. v.J. 1522; darurob ich auch 
mich selbs nicht wirdig geachtet hab, das 
ich zu dir keme. Luc. 1, 7 ; vnd achtet euch 
selbs nicht werd des ewigen lebens. apost, 
gesch. 13, 46 ; vnd sich doch frome leut ach- 
ten vnd achten lassen. Jen. 1,259". 

3) achten, worauf merken, beachten, sorge 
wofür tragen, a) mit dem gen. : aber disse 
geyster, die die hymlische stymme alleyne 
haben, achten freylich meyner dolmetschung 
nichts {beachten sie nicht), widder die hy- 
melischen Propheten. (1525). Hj\ sie ach- 
ten keines rechten, spricht der herr. Arnos 
3, 10; der miedling achtet der schafe nicht. 
Joh. 10, 1 3 ; wo kein gesetz ist, da achtet 
man der sünde nicht. Rom. 5, 13 ; gros sind 
die werck des herrn, wer jr achtet, der hat 
eitel lust dran. ps. 111, 2 ; was solt der hO-' 
liest jr achten? p«. 73, 1 1. 

b) mit acc. : du achtest nicht das ansehen 

6 



ACHTEN 



42 



ACKER 



der menschen. Malth, 22, 16; gott achtet 
das ansehen der menschen nicht. Gal, 2, 6 ; 
vnd achten das ansehen der person vmbs 
nutz willen. Judä 16. 

c) mit der praep, auf: jr solt nicht auf 
vogel geschrey achten. 3 Mos, 19, 26; ich 
habe einen bund gemacht mit meinen äugen, 
das ich nicht achtet auff eine Jungfrau. Hiob 
31, 1 ; wer aufT den wind achtet, der seet 
nicht, pred, 11,4; ein böser achtet auff böse 
meüler. spr, 17, 4; aber sie gehorchten 
nicht vnd achten nicht auff mich, spricht der 
herr. Sack, 1 , 4 {in der ausig. dieses pro- 
pheten: vnd merkten nicht auff mich, bl, 
Eiiij*); daran lernen die nachkommen, das 
nichts besser sey, denn gott fürchten, vnd 
nichts sussers, denn auff gottes gebot achten. 
Sir. 23, 37. 

ktkitUf n. d€U subslanlivisch verwandte 
verbum, sowohl im sinne von beachten: weil 
ich solches Standes (das manuscr. Stands) 
und achtens bin. de Wette br, 3, 38; als 
von erachten: er redet nicht (meins achtens) 
vom gewUrm aufi dem lande: Jen. 3, 263; 
das ist meines achtens, das der text spricht. 
randgL zu 1 hon. 6, 4. 

Acht igen ^ ächten, in die acht erklären: 
den exbannilis vnd gei(chtigten ist schon ge- 
nommen ihr stand und würde, so doch nicht 
alle feinde für geächtiget zu halten, de Wette 
br. 6, 224. 

Achtsam^ adj. attentus : wo das herlz also 
achtsam der sach gewisz, bestendig vnd 
auszgcfeget ist, das ist ein rein fein hertz. 
hauspost. Wtttemb. 1545. winteriheil 67". 

Achtnng, f. ahd. achtunga ((rra/f 1,108), 
bei Luther wie acht nur in der bedeutung 
von aufmerksamkeit , beachtung, obacht: 
das weyttleufTtige laster der aflfterrede vnd 
achtnng fremder sunde ist fast die vnseligsl 
sundt auf} erden, ausxleg, deutsch des v. 
u. (1518). Hj''; solche achtung vnd auffvvar- 
ten heist hie die hut des herrn. der prophet 
Sacharja. (1528). Niij'*; vnler andern sagt 
er zu jhnen (Paulus zu den ältesten von 
Ephesus) habt achtung auff euch vnd auffs 
volck (apost. gesch. 20, 28 : so habt nu acht 
auff euch selbs). Jen. 2, 17''; solt sich gott 
die hohe maiestet also herunter lassen, das 
er aufi mich armen madensack solt achtung 



haben, auszleg. der zehen gepotL (1528). 
Evfj* ; vnd hatte hertzog Friederich mich an 
rath alda (zu Augsburg) verschrieben, das 
sie gut achtung auff mich haben solten. Eist. 
1,2**; wenn Christus redet, so sol manbeyde 
obren fegen vnd mit hohem fleisz darauJf 
achtung haben was er redet, tischr, 87*" 

Acbtiehen^ Zusammensetzung von acht 
und zehen, die nicht {wie achthundert adu- 
mal hundert, achttausend achtmal tausend) 
achtmal zehn bedeutet, sondern acht plos 
zehn; bei Luther noch wie mhd, achieben: 
die kinder Israel dieneten Eglon, der Moabi- 
ter könig, achzehen jar. rieht. 3, 14. 

Afhliebnte, die Ordinalzahl^ uneder mü 
dem mhd. stimmend bei Luth. achzehende. 
Jen. 1, 59\ 68?, 185"; im achzehenden jar 
des kOnigs Josia. 2 kön. 22, 3. 

Acbtsig^ d. i. achtmal zig (goth. tigus, 
ahd. zuc, mhd. zic •— « zehn), gleichfalls der 
ausspräche gemäsz ohne t, wie noch Yi^ii 
schrieb: vnd Mose war achzig jaralt. 2Uoi. 
7, 7. goth. lautete jedoch achtzig nirht etwa 
ahtautigus, sondern ahlautehund, welchem 
das ältere ahd. ahtoz6 entspricht. 

Achtiigste, octogesimus: im vier hunderl 
vnd achzigsten jar nach dem ausgang. 1 
kön. 6, 1. 

Aehien^ nac/i Weigand wtb. I, 14 vm 
ach =a ach schreien, tief aus der brüst ge- 
preszte schmerzenslaute ausstoszen : das isl 
jr leiden vnd creulze, darüber sie seufluel 
vnd ächzet, auszleg. der ep. vnd euang. von 
ostem etc. (1544). qiij"; darüber vns als 
einem weih in kindsnöten bang ist, kreisten 
vnd ächzen müssen, hauspost. Wiltemb. 
1545. wintertheil ^S^. — heute isl nur 
ächzen üblich. 

Achten^ n. substantivische Verwendung 
des verbums: solchs seufitzen vnd ächzen 
der creatur habe ich nicht gebort, ein christ- 
licher schöner trost. (1535). Biiij'*. 

Ackf r^ m. pl. äcker (ecker) , mhd. acker 
(Ben. 1, 6), aAd.acchar (GraffX, 133), golh. 
akrs (Matth. 27, 7. 8. 10) undmillat. ager. 
gr. äygog stimmend, wohl aus der wurzel, 
die sich in agere treiben, thun zeigt , daher 
wahrscheinlich zunächst Weideland, triß, 
wohin das vieh getrieben wird, und dann 
erst das angebaute pfiugland. vgl, Grimm 



ACKERBAU 



43 



ACKERWERK 



wih, I, 172. W^eigandwtb. \, 14. Luth. 
gebrauehi es in der bibel ttnoohl fUr land, 
leid überhaupt, als für das einem eigen-- 
ikimer zugehörige, abgegrenzte stück pfiug^ 
tontf: wenn du den acker bawen wirst sol 
er dir fort sein vermügen nicht geben (n/. 
\nbel\ als gij den aardbodem bouwen znlt, 
hij zal u zijn vermögen niet meer geven). 
t Mot. 4,12; dein acker sol darch die 
scbnor ausgeteilel werden (nl. bibel: uw 
land zal door hei snoer oitgedeeld worden). 
Amo% 7. 1 7 ; bittet fiir mich gegen Ephron 
dem son Zohar, das er mir gebe seine zwi- 
fache böte, die er hat am ende seines ackers. 

1 Mos. 2d, 9 ; ich scheneke dir den acker. 
ff. 1 i ; vnd hast vns ecker vnd Weinberge zu 
erbteil gegeben. 4 Mos. 16» 14 ; aufT bügeln 
^nd auff eckern. Jer. 13, 27. sprüchwort: 
des berm fustappen ttlngen den acker wol. 
ias U.U. 15. cap.JoAannu. (1538). Qqiiij'*. 

Ackerht«^ m. f eidbau, landbau: weil das 
▼oick weg gerurt ist, so ist das land wttste 
Tnd ist kein rechter ackerbaw noch vieh- 
tacbt. der prophet Habacue. (1526). oiij'*; 
die jflden aber warteten jres ackerbawes. 

2 Maee. \2, 1. — in der älteren spräche 
kommt ackerbau kaum vor; mhd, ist dafür 
ackerganc (Ben. \, 457) üblich ^ was in 
Hessen nach Vilmar idioticon s. 1 bis 
am ausgange des 16. Jh. in gebrauch ge- 
«eien ist. Grimm hat das wort nicht, ob» 
gleich noch bei Alberus dict. U}^ acker- 
gang treiben vorkommt. 

Ifkerbaaeii, zusammenfUgung des inf. 
mi dem objeet : meinstu, das darutnb ange- 
fangen sey, wie mandiebawern zwinge, land 
vod leat regire, haushallen und ackerhauen 
l^rne? das 1 5. cap. der ersten ep. s. Pauli 
«« die Corinther (1534). KJ^ 

Ackerkabe^ m. ackerjunge, ackerknecht: 
der bapst {soll) seynen sland auch vnler- 
werilen dem ackerbuben. auszleg. der ep. 
^ndeuang. des aduents. (I522j. Siij**; was 
were es fiir ein rhum, wenn er einen stal- 
knecbt oder ackerbuben bette vertilget? der 
m.psalm. (1534). Oiiij"». 

ktktf^tldf n. ackerlohn: die bück geben 
dir das ackergeld {vulg. agri pretium). spr. 
27,26. inder Schrift von derbeicht: das lohn- 
gelU znm ackerbau. Bindseil bibelZ,^Sl. 



Aekerkiechti m. was ackerbuhe: mus 
doch eyn ackerknecht futter vnd lohn von 
seyner erbeyt haben, von kauffshandlung 
vnd Wucher, (1524). Anij*; der geringste 
ackerknecht kan für dir besser sein, denn 
ich. Jen. S, 221". 

Ackerleafe (auch ackerleut) , der pl. von 
ackermann: aufT dOrffen sind ackerleut vnd 
viehe vnd was zur nanmge dienet, der pro- 
phet Sacharj'a. (152S). Jij'*; ewre söne wird 
er {der konig) nemen zu ackerleuten, die jm 
seinen acker bawen. 1 Sam. S, 12. 

Ackemaaiiy m. aekerbauer, mhd. acker- 
man {Ben. 2, 34), ahd. accharraan (Qraff 
2, 739): Kain aber ward ein ackerman. 1 
Mos. 4, 2 ; Noah ward ein ackerman. 9,20 ; 
pflüget oder brochet oder erbeitet auch ein 
ackerman seinen acker jroerdar zur saat? 
Jes. 28. 24 ; ich bin kein prophet, sondei^n 
ein ackerman. Sach. 13, 4, welches Luth. 
in der ausleg. dieses propheten erklärt: ein 
ackerman, das ist ein schlechter mensch 
gleich den andern, der prophet Sacharja. 
(1528). Jij". 

Ackern^ von acker, nach Weigand wtb. 
1,15 erst mit 1400 außommend {im über 
ordinis rerum v. j. 1429 bl. 26*^: akcheren 
»» lat. arare und colere). unsere ältere 
Sprache gebrauchte dafür eren {s, d.), wel" 
ches zwar noch bei Luth. vorkommt, aber 
nicht in 4er bibel. hier nur ackern undmehr 
noch gleichbedeutend damit pflügen, wiewohl 
er beide anderwärts wieder unterscheidet : 
wir sollen ackern, pflügen, seen, erndten. 
hauspost, Jhena. 1559. bl. 138^; wie kan 

der der lere warten, der pflügen mus 

er mus dencken, wie er ackern sol. Sir. 38, 
26. 27 ; es kompt die zeit, spricht der herr, 
das man zugleich ackern vnd erndten wird. 
Amos 9, 13; die pflOger haben aufl* meinem 
rücken geackert {der psalter deutsch. Witlemb. 
1 524 : gepflüg€l)pa. 129, 3. — vgl. pflügen. 

Ackerwerk, n. 1 ) ackerbau : das weysz 
ich wol, das viel gotUicher weere ackerwerck 
mehren, vnd kauflmanschafll myndern. an 
den christlichen adel. verm. ausg. (1520). 
Miiij^ ; was sol ich mit der vnlüstigen haus- 
erbeit oder ackerwerck vnd schweren dienst 
mich zu plagen ? ausleg. der ep. vnd euang. 
von ostem. (1544). Nvj*; darumb haben 

6* 



ADAM 



44 



ADE LISCH 



die weisen aller aienschen werck gefasset 
vnd geteilt in zwey stück, agriculluram vnd 
mililiam, das ist, in ackerwerck vnd kriegs- 
werck, wie sich^ denn selbs natürlich also 
teilet, ackerwerck sol neeren, kriegswerck sol 
wehren. Jen. 3, 356" ; jr seid gottes acker- 
werck {vulg, dei agricultura estis). 1 Cor. 3, 9. 

2) das hesiizthum an äcker : denn er sein 
ackerwerk und viehe so eilend nicht ver- 
kaufen kan. de Weite br, 4, 209. — in bei- 
den bedeutungen in Hessen üblich. 

Adam ^ der alte adam , gebraucht Luth. 
oft für die uns von Adam aufgeerbte sünd- 
liehe nalur: der faulenlzer aller adam, der 
nicht gerne erbeytet vmb seyn brod zu er- 
werben, von kauffshandlung vnd wucher. 
(1524). Jij*; der adam ist zu schweer vnd 
helt zu hart widder. der prophet Sacharja. 
(1528). Kj*; halten ymer an mit derselbigen 
ersten lere widder den faulen adam. ebend, 
Qij'^; das wir mürb vnd gar werden nach 
dem allen sündlichen adam, das schöne con- 
/iletntm. (1530). Liiij*; was bedeutet denn 
solch wasserteuffen? es bedeut das der alle 
adam in uns durch tegliche rew vnd busse 
sol erseuffl werden vnd sterben mit allen 
Sünden vnd bösen iüsten. Jen. S, 386. 

Adamaiti m. mhd. und ahd. ebenso, von 
dem lat.'gr, adamas (gen. adamanlis), ein 
edelstein (demant?): die stuck, die den hcy- 
ligen romischen stuel halten, die sipd alleyn 
ynadamanl gegraben, von der begeht. (1521). 
cj'*. davon das folgende adjectiv. 

Adamaiitischi adamantinus: das heist 
dürre den himel mit adamantischen steinen 
zugemauret vnd zugeschlossen. Eist. 2, 24 S''. 
figürlich, hart, unbeugsam: so haben sie doch 
ein adamantischen kopfi vnd trotzigen geist, 
derda niemand weichen will. Eist. 1, 403". 

Ade (adeh), mit betontem auslaut, mhd. 
ad4 {Ben. 1,7), verkürzt aus franz. adieu 
(»» i dieu zugottl gott befohlen !), abschiedst 
grusz, leb* wohl! adeh liebs Rom slinck fürt 
an was da stinckt. ein sendbrieff an den 
bapst Leo X. (1520). Aiiij^; ade gesetz. 
wie das gesetz vnd euangelion zu vnter- 
scheiden sind. Witlemb. 1532. Bij^ sub- 
stantivisch: vnd geben vns damit ade zu 
gutter nacht, vom abendmal Christi, (1528). 
Diij**; zur letze vnd ade. Jen, t58^ — he%Ue\ 



durch Wiederherstellung des vollen frans. 
adieu verdrängt. 

kdtlf m. mhd, adel n. selten m. {Ben. K 
7), alid. adal n. {Graff 1, 142). l)ptfrjo- 
nen bevorzugten gescMechts und standef: 
vnsere junker vom adel haben bisher gniig 
gebrasset, eine heerpredigt wider den iür- 
cken. (1542). Fj*; es wirts doch die lenge 
nicht tragen eyttel adel mit adel heyraticn. 
wider den falsch genannten geystiichen 
stand. (1522). Hiij'*; auch vornunfflige er- 
farende fürsten, adel vnd leyen mochten mit 
ym rad sitzen, von den newen Eckischen 
bullen. (1520). Bij"; der deutsche adel. 
ebend. Aij"; der frenckisch adel. Jen, 3,352'; 
der adel gemeyniglich lewen, beren, wollfe 
vnd andere wilde Ihier ym schilde füret. 
der prophet Habacuc. (1526). diiij'. 

2) dann würde und hoheit überhaupt: 
sie ist herlichs adels. weish. 8, 3 ; gehorsam 
ist aller werck adel vnd gute, vorr, auf das 
a. lest, bei Bindseil 7, 306; Abraham aoi 
ade] des geblüts oder gehurt nich ts gefeilet hat. 
von den Juden vnd jren lügen. (1543).Biiij'. 

Die ableitung des wortes adel ist noch 
nicht sicher festgestellt; die endsUbe el ist 
ableitungssilbe {Grimm gr. 2, 101), der 
stamm dürfte wohl mit dem alts. part. 6dan 
geboren und ahd. nodal Vaterland, erbgul, ei- 
nem wurzelverbum adan, uod angehören, vgi 
Grimm wtb. 1,177. Weigand wl^. 1, 15. 

Adeler s. adler. 

Adelichi adj. nobilis, dem adel gemäss: 
-er weysz, das ebenn disz die aller adelichist 
vnnd tewrste tugent des glaubens ist. o\> 
auch yemant on glauben verstorben selig 
werden muge. (1523). Aij**; sew vnd wiWe 
thiere sind doch wir deutschen, das so gar 
kein adeliche gedancken oder mut in vns ist. 
Jen, 3, 327 ; für welchen sie sich rhumen, 
jrer fleischlichen geburt vnd adelichem ge- 
bUit der veter. von den Juden vnd jren lü- 
gen. (1543). Biiij^ — die Schreibung ade- 
lich (st. adellich), nicht adelig wie bei de 
Wette br. 2, 454, ist die der bildung des 
Wortes allein entsprechende, da es nicht 
von adel durch ig abgeleitet, sondern su- 
sammensetzung von adel und lieh ist. mhd. 
adellich (Ben, 1,8), ahd. adallth {Graff 1,143). 

Adelisch^ verkürzt adelsch, nach art des 



ADELN 



45 



AFFE 



aäeli : E. von S. treibet alle hendel vnd kre- 
Dierey mit ander leiile schaden, ist das auch 
adeliscfa? fi<cAr. 394*; das ich auffadelsch 
dauoD rede, ob kriegsleuUe auch ynn seli' 
gern stände seyn künden, { 1 527). Dij^. 

idcln^ adel ertheilen: mit dem blut 
Christi geadelt seyn. de Weile hr, 5, 417. 

Adelaeb s, adelisch. 

kdtm «. athem und ödem. 

Ader (adder ), md. form für oderouC, trt> ab 
pkr ob, nach furuocli^hegegnei bis zum Jahr 
1 520 nicht allein in den originaldrucken der 
Schriften Lulhers, sondern auch in seinen 
eigenhändigen briefen. belege unter oder. 

ider^ auch mit Verdunklung des a in o 
odder, wie noch landschaßlich gesprochen 
vnrd, istbeiLuUi,, wie in der älteren spräche 
überhaupt, sowohl nervus als vena, 

1) die bedeulung von nervus hat adcr 
dem grundtexte i^"*:,) gemäsz in sämmtlichen 
Hellen der bibel: mit heinen vnd ädern 
baslu mich zusammen geftiget {LXX: oari- 
otg di xal rfvQOtg /i£ i'y^iQuq; vulg. : ossi- 
bas et nenis compegisli me). Hiob. 1 0, 11 : 
die adem seinor schäm starren wie ein ast 
[Ger lach: die Länder seiner lenden sind 
fc>l verschlungen). Hiob 40, 12. einmal 
auch von der sehne der armbrust gebraucht: 
der banger (bei der belagerung von Jeru- 
salem durch Titus) so gros war, das sie die 
oddem von armbruslbogen frassen. ein ser^ 
moit ton des jüdischen reichs vnd der weit 
«de. (1525). Aiiip. 

2) ßr Vena : da jm (Mahomet) eine ju- 
dinne die ader hat gelassen. Verlegung des 
a/coron. (1 542). Rij". auf das innere üder- 
haupt angewandt: were anders eyn gutle 
f^dder ynn dyr. wider den falsch genanlten 
geystlichen stand, 'Wittemb, 1522. Hij\ — 
mAd. ider (Ben. 1, 9), ahd. 4dera (Graff \, 
156) roR dunkler herkunft. 

idern (edern) , entnerven, der ädern 5e- 
rauben: mit der oder jener sunde hastus ver- 
dient, das man dich solt redem vnd edem. 
da« 14. vnd 15. cap, s. Johannis, (1538). 
AAj'; wenn ich richter were, so wolt ich 
eine solche frantztfsichle {tischr, 325" iran- 
UOsische) gilltigc hure redern vnd edern las- 
sen. /en. 8, ll8^ 

Adler (adeler) m. ein bekannter raubvogel, 



aquila, mhd, adelar, adlar (Ben. 1, 49), zu- 
sammengesetzt aus ahd, adal edel und aro 
aar, also «» edler aar, die beiLuth. neben 
adler vorkommende form adeler, welche sich 
in der bibel bis ins \l,flk. erhielt, begegnet 
später nur noch dichterisch (z, b. „lobe den 
herren der alles so herrlich regieret, der dich 
auf adelers fittigeu sicher geftihret"). in der 
heil, Schrift wird von den eigenschaften des 
zum konig der vögel erhobenen adlers viel' ' 
fältiger gebrauch gemacht: wie ich euch 
getragen habe auf adeler flttgeln. 2 Mos. 
19, 4. vgl. b Mos. 32, 11; vnd du wider 
jung wirst wie ein adeler. p«. 103, 5} die 
auff den herrn harren kriegen newe kraflt, 
das sie auflaren mit flttgeln wie adeler, Jes. 
40, 31 ; wo aber ein ass ist, da samlen sich 
die adler. Matth. 24, 28. hierzu bemerkt 
Luther in der randglosse : das ist ein Sprich- 
wort vnd wil sagen so viel, wir werden vns wol 
zusamen finden.wo ich bin,werdet jr auch sein, 
gleich wie ass vnd adler sich wol zusamen fin- 
den, vnd darir kein ort sonderlich anzeigen. 

{fern (euern) begegnet bei Lulh. nur 
spr. 17,9: wer sttnde zudeckt, der macht 
freundschaift, wer aber die sache euert (in 
früheren ausgg. aber vnd abermal meldet) 
der macht fürslen uneins (vulg. qui altero 
sermonc repetit, separat fpederatos). wie 
Luih. äfern verstanden wissen will, sagt er 
selbst in der zu dieser stelle gegebenen rand- 
glosse: (euern) widerholen, wider anziehen, 
wider regen etc., woraus zugleich ersicht- 
lich ist, dasz er es nicht, wie Grimm meint, 
mit eifern zelare mengte, was allerdings 
später geschah , wie nicht allein die nach 
Jütting bibl. wtb, schon 1575 vorkommende 
verballhomisierung des wortes afem in ei- 
fern zeigt, sondern auch Stieler teutscher 
Sprachschatz s. 4 beweist. — mhd. afem 
{Ben. 1, 73), ahd. avardn (Gra/f 1, 180) 
von avar =» wieder, wie iterare von iterum. 

ktt, m. simius: der äffe wil alle ding nach 
thun. der 101. psalm. (1434); also wil der 
teufel ymerdar gotles äffe sein, vber das 
erste buch Mose. ( 1 527). Zz j« ; wo etwa ein 
geugler kompt, der auff dem seyle gehet od- 
der äffen veyl hat, des kan man sich verwun- 
dern, der 1 1 1. p«o<m.( 1530). Diij". — mhd. 
äffe (Ben. 1, 10), ahd. affb (Graff 1, 159), 



ÄFFEN 



46 



AFTERBURDE 



vrie es scheint mtl verlornem kehUaute zu 
anfange des wertes dasgUichbed.gr.xijnog, 
x€tnog, skr. kapi. vgl, Grimm wlb. 1J82. 
Weigandwib. \, 17. 

Äffen (eiTen), mhd, effen {Ben. \, 11), 
von äffe, Mum äffen machen, zum besten ha- 
ben, verspotten, betriegen {vocab. ineipiens 
teut. ante latinum bl. SLb^: äffen, vexare, i. 
tribulare) ; bei Luther häufig : vnü effelen 
seine proplieten {illudebantque prophetis), 
2 ehron, 36, 1 6 ; der cardinal mit gensepre- 
digt alle weit effel. wider den bischoff zu 
Magdeburg, (1538). Eiiij''; also gehets de- 
nen, die da wollen golt teuschen vnd effen, 
das sie sich selbs effen vnd nerrcn. ein ser- 
mon auff Matiheixix}, (1535). Bj''; vnd 
yderman sehen, wie sie die well mit falschem 
heuchlischen schein der heilickeil effen vnd 
veriuren. deudsch catechismus, (1529). 
Hij" ; vnd ist mir schwer, dasz mein tisch- 
ganger sollt vnsre bürgertochter äffen, de 
Wette br, 5, 195. 

Affenbuchlehi^ n. affenbuchle nennfXucA. 
in seiner schrift : von dem bapstum zu Rome 
Widder den hochbertimpten romanisten zu 
Leiptzck. Vuittenb, (1520). Hiij" eine zu 
Leipzig erschienene anonyme schrift, welche 
die ebengenannte hervorrief. 

Affenfenieiii.n. betrügerei: (hapst, cardi- 
nal) szo vnvorschampt sind, das sie solche 
yhren truncken geyffer vnd affenfentzen 
durffen dem christlichen voick furgeben. 
bulla cene domini. Wittemb.- 1522. Cij". — 
vgl. alfünlzen u. firlefänzen. 

Affemgesefi, n. albernes gesetzt vnd las- 
sen sich die weil des bapst affengeselz nicht 
jrren. Jen. 1, 531". 

Affenhasfe^ m. vnd ist eyn rechter affen- 
hawffe, der da alles nach thult was er sihet. 
auszleg. der ep.vnd euang.von christag etc. 
Wittemb. 1522. Vviij«. 

AffeiimaKl^ m. was maulaffe («• d.) : die 
falschen propheien werden euch zu affen- 
meulem machen, hausp. Wittemb. 1545. 
sommertheil 87''. 

AffcMcbwaiiii m. in der redensart: auf 
einen affenschwaulz itlhren «^ täuschen, 6e- 
trügen: das heysl meyn ich recht auff eynen 
auffenschwautz gefurt, wie fraw putze die 
natur pflegt izu thun. auszleg. der ep. vnd 



euang. von christag etc. (1522). hhhiij'', 
vnd habe (sc. Christus) seine braut, die 
Christenheit, auff einen affenschwaulz gefo- 
ret, als ein teuscher odder blastfleker. von 
den schlüsseln. (1530). Ej\ 

Aff«Hgpit;l, n. possen, gaukelspiely töu- 
scherei: was roeynstu selten solch leuit von 
dir bock Emser halten, der du eyttell lugeo 
vnnd das aller vngeschickistaffenspiellfDrtre- 
gisl ausz deynem eygen kopff ertrewmei? 
auff das vberchristlich buch bociu Emszers. 
(1521). Kiij''; ondz(da5x)königHeynlzseyD 
alfenlzen vnd affenspiel treiben rousz. antwort 
deuUch. (1522). Eiij^ der leuffel stimetalle 
winckei vol kirchen, da man tag vnd nacht pler- 
ret vnd heulet, vnd des affenspiels vnzelieh viel 
mehr, vber das erste buch Mose. (1527). 
mmj'^; ein recht affenspiel vnd nnrrenweirk. 
der prophet Sacharja. (1528). Yii]'; das 
ist nichts denn des teuffels affenspiel vnd be- 
thürung. das 14. u. 15. cap. Johannis. 
(1538). Bj>'; das bild so 'des teufeis affeD- 
spiel gewesen, tischr. 92*. 

ifferei, f. was affenspiel : haben nur lust vnd 
gefallen zu dem narrenwerckvndeffereieodes 
verdamptencardinals. Jen. 8,277'' 6et(7niRm. 

Äfisch, närrisch oder betrilgHch? vnd 
betreugl nur christlich gewissen mit seyneo 
nichtigen, effischen gepotten. vonderbeychl. 
(1521). fiiij-. 

After, fortbildung der partikel ab (goth. 
•dt), erscheint zwar bei Luth. nicht mehr 
wie ahd. allar {Gra/f \, 185), mhd. afler 
(Ben. 1, W) als praep. , wohl aber als ad- 
verb in mehreren Zusammensetzungen, in 
denen es die bedeutung von nach, hinter hat. 
— das goth. f erhielt sich auch im hoch- 
deutschen in folge des nachlreienden t. 

AfterUrde (aflerburt), f. aftergehvri, 
nachgeburt: gleich wie das kindiein in mut- 
(erleibe vmbgeben vnd gewickelt ist mit ei- 
nem dünnen heullin, das die Griechen cbo- 
rion nennen, wir Teutschen heissens die 
afTterbdrde. tischr. 172"; die alllerburl. die 
zwischen jr eigen beinen sind ausgangeo. 
5 Mos. 28, 57. spätere ausgg. setzen ifleT- 
gehurt. — häufiger als afterbdrde ist älter- 
nhd. einfaches bdrde, bürd iAlberus dici. 
Rriiij") für secundae; das dtmtn. burdiin 
schon in der ersten deutschen bibel. 



AFTERGLAUBE 



47 



A6TSTE1N 



UUr^lwäht, m,was abergiaube, irrglaube, 
falscher glaube : es isl gar ein kleyn riiog 
vfflb böse Sitten vnd werck gegen falschen 
IcreD vun«l afflerglauben. a%iffdasvbirchrisi» 
Hch buch boeksEnuxers. ( 1 52 1 ). lu}" ; Pau- 
lus Gal. 5. den afllerglauben vnd ketzcrey 
werck des fleyschs nennet, ausleg. der ep, 
nuf euang, von der heyl. dreyköiäge fest 
eie. (1525). A5''. — davon,gebildel ist das 
adj. afterglüiibisch, das uns xu>ar nicht bei 
iMih. selbst vorgekommen istt aber in den 
ton Rodt verdeutschten summarien Joh, 
BugenhagenSj welche dem festtheil der kir- 
ehenposlille Luthers beigegeben wurden, 
begegnet: das alles ist widder die müniche 
vDÜ afflergieubiscben leyhenbrader. ausleg. 
der euang. an den ßmemisten festen, (1527). 
Biij\ da dieses wort bei Grimm wtb. 1, 
186 nicht verzeichnet ist, sogeben wir noch 
einen beleg aus der reformationszeit : die 
allen ketzerisch afi) erglau bische weis. Bai' 
tatar Stranberger ein dialogus das 
von gottes belanget, o. j. Aiij'*. 

AfterltMCB, n. afterreden, verleumden: 
liie solt ich auch sagen von dem grossen vnd 
schedlicheo laster des afflerkosens, so einer 
den andern verleflmpl, rieht yhn aus vnd re- 
det yhm vbel nach, ausleg. der euang, von 
oslemete. (1527). pviij»*. 

kosen, mhd. k6sen {Ben. \, 863), ahd. 
choson (Graff 4, 501), sprechen, plaudern 
ül entlehnt aus tat. cansari ^^^ eine rechts^ 
*acke oder einen rechtshandel führen , vor 
Spricht sprechend vertheidigen. vgl. Wei- 
send wtb. 1,626. 

AftcniMBUig, m. wie Ijuth. selbst erklärt 
^ (Unstag: gleich wie wir den dinstag nen- 
nen den aflfteruoontag, also nenneten die ja- 
den den andern tag nach dem hohen sahbath 
den aOler sahbath, wie das aus Nalth. xxviij. 
wol zu nemen ist. randglosse zu Luc, 6, 1 . 
Bindseillriben,^iH. 

Aftemdfi f, iible nachrede: das weytt- 
leoinige laster der affterrede. ausxleg. deutsch 
des v.u. (1518). Hj^ 

ifterrcdcB, übel nachreden, verleumden : 
^er do gerne claffet vnnd aflfterredt, der ist 
^eynem menseben holdt. ausxleg, deutsch 
des v.u. (1518). Hij* ; afilerredet nicht vn- 
lenander, lieben brflder. Joe. 4, 1 1 : daher 



gehöret sonderlich das leidige schendliche 
laster afflerreden odderverleumbden. deudsch 
catechismus. (1529). Kiij'; beliegen, verra* 
ihen, afflerreden oder bösen leumund machen. 
in der erktärung des S.gebots, Jen, 8, 383^ 

Afterreder, m. Verleumder,- ealumniator: 
das heissen nu afilerreder, die es nicht bey 
dem wissen bleiben lassen, sondern fort fa- 
ren, vnd yns gericht greiflen, vnd wenn sie 
ein stiicklin von einem andern wissen, tra* 
gen sie es ynn alle winckel, kutzeln vnd krawen 
sich, das sie mügen eins andern vnlust rttgen. 
deudsch catech. (1529). Kiij''; hie ist aber 
eine vnterscheyd, b wischen den afllerredem 
vnd fromen , denn der frome Joseph hat sie 
{seine bruder) nicht ausgetragen noch ein 
böse geschrey von yhn gemacht, sondern 
wenn er von andern ein böse geschrey hö- 
rete, sagt ers dem vater heymlich vnd bringts 
nicht weiter aus. vber das erste buch Mose. 
(1527). hhjK 

After§abbatb, m. nach Luthers eigner 
erktärung {s. unter aflermontag) der tag 
nach dem hohen sabbath : es begab sich auff 
einen aflersabbath. Luc. 6, 1. 

Aghster, f, die elster, ein bekannter 
schwarz und weisxgefiederter, langeschwänZ' 
ter, zum rabengeschlecht gehöriger vogel: 
also reden sie die wort, gleich wie der pa- 
pagoy oder die aglaster, die sie nicht ver- 
stehen, der 130. p^alm. (1539). Dij'* {Ver- 
deutschung der lat, auslegung,Luth.'s durch 
G, Major); wie es vnmUgiich ist, dasz die 
aglaster jr ' hüpffen vnd getzen lasset , die 
schlänge ihr stechen, so wenig ISszt derjttde 
von seinem sinn Christen vrobzubringen. 
Uschr. 423''. 

Aglaster, mhd, agelster {Ben, 1,12), ahd. 
agalastra {Graff \, 131), ist nach Wacker- 
nagel wtb, 6 und Weigand wtb, \, 288 
Zusammensetzung des ahd. k ■»■ im-, ohne 
und galslar {v. galan singen) gesang, 

AgIsteiM, m. suceinum, in der randgl, zu 
Ezech, 1, 4: (liecht helle) in ebreo stehet, 
wie die geslalt hasroal (bnvH, das wil nie- 
mand wissen, was es sey. ' wir lassens sein 
das allerhellest im fewer oder blitzen, das 
etliche speciem electri, dem weissen agtstein 
gleich halten. 

Agtstein ist mhd, agetstein bemstein und 



AUER 



48 



AHNE 



magnel (Ben. 3, 613), ahd. agatslein lapis 
nigellus ((rra/f 6, 687), tti welchen das 
erste wort der Zusammensetzung wahrschein' 
lieh aus roman, agata {achat) st, gagate 
hervorgieng^ wie denn im mitlelaUer achat, 
gagal, magnet und bemstein von unkundi- 
gen oft verwechselt wurden, vgl. We ig and 
wtb. 1, 19. neben agtstein begegnet auch 
agstein {z. b. bei Dasyp. dict, 296% 100 auch 
300* augstein)» wie schon mhd. ageslein, 
ahd. agislein. 

Aber (eher)» f. die ähre, goth. lautete 
dies alte wort ahsyen. ahsis, ahd.mitwand^ 
lung des s in r ahir» später ehir (Graff 1, 
134), mhd. eher, Kher (Ben. 1, 411); doch 
bieten voc.ex quo und gemma gemmarum noch 
aber, die wurzel ist 9ih, welche den begriff 
des spitzen, stachelichten in sich trägt (vgl. 
lat, acus^ acies etc.). dasgentis war bis in« 1 6. 
jh. neutrum (Dasyp. difcl. 13^ das spilzlin 
an dem äher; 230''eyn äher; Älberus dict. 
Uj*": spica, das äher), bei Luth. ist jedoch 
das f. jiher mit dem pl. flihern schon durch- 
gedrungen, wie die folgenden stellen zeigen: 
wie gehel das zu, das der halm aus der er- 
den wechst, aus einem einigen körn vnd so 
viel kürnlin aulT der ehrn (sie) tregt vnd ei- 
nem iglichen seine gestalL gibl? sermon von 
dem sacrament des leibs vnd bluts Christi. 
(1526). Avj"; jnn dem faulen vnd verwesen 
{sc. des Saatkorns), wenn es nichts mehr 
taug noch bleibt, kriegt es erstlich eine wur- 
tzel vnter sich , vnd ein stenglin odder halm 
vber sich vnd eine schone ehren (Jen. 6,274^: 
ehern) vol newer kOrner. das 1 5. eap. der 
ersten epistel s. Pauli an die Corinther. 
(1534). cij^ zweifelhaft ist es jedoch in 
folgenderstelle: schiboleth heisst ein eher 
am körn, randgl. zu rieht. 12, 6. /tir den 
pl. bietet die bibelübersetzung belege in 
überflusz : die sieben dünne ehern verschlun- 
gen die sieben dicke ehren. 1 Mos. 41, 24; 
die sieben magere vnd versengete ehren sind 
sieben jar thewrezeit. 41, 27. 

Ahle (aal), f. subula , ein Werkzeug der 
lederarbeiter, welches beim niü^en zum vor- 
stechen gebraucht wird: wie ein schusler 
seiner nadel, aal vnd drat brauchet zur er- 
beit. deudsch catechismus. (1529). Cij^. — 
die Wurzel dieses wortes , ahd. ala (Graff 



1, 224), mhd. al (troj.kr. 1 17), voc. ex quo 
Tv^ : subula. eyn seüel oder ael, ist dunkel; 
mit lat. acus und aculeus ist es unver- 
wandt, denn das h im heutigen able ist nur 
dehnzeichen (bei Dasyp. 235% 295* wie hei 
Luth. die Schreibung aal). 

AbneOj ohmen, omcn, Omen, ein uns 
heute nur noch in der Zusammensetzung 
nachahmen (^=> „nac^ maszgabe äftnficA 
sich ausdrücken oder darstellend wieder- 
geben*' Weigand wtb. 2, 228; „conor 
exprimere aliorum facta seu mores, ich 
omnach*' Alber us dict. Ee'}% taucht bei 
Luth. eimgemal als einfaches verbum auf: 
hüte dich für ohmen vnd nachspielen, vber 
das erste buch Mose. (1527). mmj*; das ist 
gottes bilde, das eben also gesynnet ist, sol- 
chen verstand vnd liecht hat vnd solche werck 
Ihut wie gott vnd sich ymer nach yhm omet. 
ebd. H}^ ; die lieben veter, weyl sie on sprachen 
gewesen sind, haben sie zu weilen mit vielea 
Worten an eynem spruch geerbeitet vnd den- 
noch nur kaum hynnach geomet vnd halb gera- 
ten, halb gefeylet. an die radherm aller stedte 
deutsches lands, das sie chrisUiche schulen 
auffrichten vnd halten sollen, ({b2A). Giiij'; 
imebreischen lauten die zwey wort (korb vnd 
ende) fast gleich K^iitz vnd Ketz. also Ömet er 
von einem zum andern, vnd spricht, der korb, ja 
das ende ist komen, wie wir sagen möcblen, 
ich wil mit dir reden, ja ich wil dich reden 
etc. randgL zii Arnos 8, 1 . das im anfange 
des 17. jh. in den Wtttenb. bibeln noch er- 
scheinende Omen änderten spätere ausgg, 
in kommen» wie schon die nd. bibelv. 1561 
also Omet er übersetzt: also valt he. 

Nach We ig and wtb. 1,20 eins mit nhd. 
Amen ein gefäsz messen von kme name ei- 
nes maszes (vgl. Ben. 1 , 28. 29), welche 
herleitung des wortes jedoch Grimm {totb. 
1, 191) ebenso bedenklich erscheint als die 
ableitung aus den lat. wörtem. vgl. dage- 
gen Weigand wtb. d. d. synon. 3, 1203. 

Ahne (ayn , ain) , f. flachs- {hanf-) und 
ähren- (namentlich gerstenähren-) sptiUer: 
denn er doch nicht einer ayn gros gleichob 
an sich hat. vom abendmal Christi. ( 1 534 1. 
s iij^ ; da er nach stein vnd kalck greifT {griffe* 
ergreifl er spynweb vnd aynen. das ander 
teyl Widder die hyml.propheten. ( 1 525). Gij'* 



AHNEN 



49 



ÄHREN 



Ahoe, voe, ine, leiU. ddvij** ane [in einer 
Marburger kaslenrechnung v, j. 1 532 eyn, 
hei Alberus aun) ist die xusammengezogene 
form für agen» mhd. agene {Ben. 1,13), ahd, 
Apaz(6raff\, 1 32)> goth. ahana (Luc. 3, 1 7) 
wndkat ohne Zweifel mit aher tährc) eine und 
äie4elbe tcurzel. 

ikien^ „dunkel vorempfinden** (Albe- 
rui dtcl. Vij" pracsagio, ich mcrck zuuor, 
es anet mir) : Ps ist war, er hat yhn nicht 
eriennct vor der tauff, es wird yhm aber ge- 
ahnt haben. ausL der euang, an den für^ 
nendslen festen. (1527). Zvj"; es hat yhm 
geahnet odder villeicht so viel gesehen vnd 
gehört bey seinen mcuchelmördern, das er 
mflste herhalten vnd Christus mertcrer wer- 
den. Irostunge an die Christen zu Halle. 
(1527). Bj'; denn es mir selbs ant» gott 
werde mir einmal zu seiner gnade helflTen. 
Jen. 3, 158''; hat mich das nicht geant? hat 
es mir nicht das hertzgesagel? £i«<. 2/397". 
die construction mit dem acc. der person» 
vDtlehe der letzte beleg bietet, gehört wohl 
nicht LuA., sondern dem aufzeichner oder 
Herausgeber der predigten, denen die stelle 
entnommen ist, an. 

Ahd. fehlt dies merkwürdige, in seiner 
elymologie noch nicht ganz aufgehellte wort ; 
mhd. dagegen erscheint sowohl mich anel 
üis auch mir anot (Ben. ), 31), und heute 
ut es ganz geläufig, nach Schmeller wtb. 
3, 537 und Grimm gr. 4, 241 gilt dane- 
ben volksmundartlich auch: es schwant mir, 
vas jedoch nach meiner beobachtung mehr 
die dunkle rückerinnerung als Vorahnung 
bezdehnet. 

Abnherr (anherr). m. mhd. anhärre (Ben. 
li 666) wie das einfache an, ane, ahd. ano 
nur groszvaler, bei Lulh. auch vorfahre 
nberhaupt : so vbel lonet er dem alten man 
seinem anherren, der nu das sechste gelicd 
erreychet hat. vber das erste buch Mose. 
(1527). Rij*; Hcrodes Agrippa, der folgete 
seines anfaerrn vnd vettern exempel. haus- 
poK. WUtemb. 1545. festlheil. 48''. 

Ihillcil (chnlich) , adj. und adv. eigent- 
lieh an das gleiche rührend, nicht völlig 
gleich, sondern der Übereinstimmung sich 
(innähemd, wiewohl im gemeinen leben mit 
gleich vermengt, ähnlich, richtiger änlich, 

BiKTE, Wörterlmcli. 



ist nämlich zusammengesetzt aus an (mhd. 
ane, ahd. und goth. ana) und lieh (mhd. und 
ahd. Ifch, goth. letks), dessen i den umlaut 
», doch erst nhd., bewirkte, denn mhd. noch 
anelich (fieii. 1, 971), ahd. anagaltch (Gra/f 
2, 114), goth. analeiks. 

1 ) belege für das adj. : etliche sprachen, 
er ists, etliche aber er ist jm ehnlich. Joh. 
9, 9 ; hat jemand Weissagung, so sey sie dem 
glauben ehnlich. RÖm. 1 2, 7. 

2) für das adv. : (der bapst) sihet dem 
Mahometh aus der roassen ehnlich. vom 
kriege widder die türcken. (1529). Gij"; 
vnd sihet eins dem andern so fast ehnlich, 
das des beywesens oder beywonens halben 
kein vnterschcid ist. zwo hochzeit predig- 
ten. (153G). Aiij». 

ihnlichen, ähneln, eben so von gleichen 
verschieden wie ähnlich von gleich: vnser 
pfarher er Johann Pomer meynet, es (vom 
kikajon Jonas ist die rede) heysse bei sey- 
nen Pomern heylige wurlzel, vnd wachse so 
gros, das vber ein haus hin gehe, wilch der 
nacht schatten ehnlicht. der prophet Jona. 
(1526). Kiiij''. 

Ah«rDj m. den harten laubhölzem ange- 
höriger bäum, den man an dem weinblättem 
ähnlichen laub und seinen flügelfrüchten 
kennt iUnne acer): ich bin aufgewachsen 
wie ahOrneu. Sir. 24, 19. 

.ihre^ spica s. aber. 

ihre II (ären, ehren), arare, ackern, pflü^ 
gen : es ist noch viellanndt, das nit vmbtrieben 
vnd geehret ist. an den christlichen adel. 
Wittemb, 1520. Mij*. vermehrte ausgäbe 
Miiiji' (die erste Jen. ausg. hat 1, 347'' ge- 
hcret anstatt geehret, was wohl blos druck' 
fehler ist); der bawren arbeit ist am frd- 
liebsten, vnnd voller hoffnung, denn aeren, 
pflügen (also ären und pflügen unterschie-- 
den), säen, pflanlzen, pfropflen, abmeyen, 
einscbneyden, dräschen, hollzhauen, das hat 
alles grosse hoffnung. ItJcArecten 339". — die- 
ses alte, goth. arjan (Xiic. 17,7), ahd. aran 
und erran {Graff 1, 402. 403), mhd. aren 
und ercn (Ben. 1 , 49) lautende und dem 
tat. arare genau entsprechende wort ist heut-- 
zutage in der Schriftsprache durch das jün- 
gere ackern (s.d.) verdrängt (schon Frisch 
führt es wtb. \, 33 als „im schreiben nicht 



AI 



50 



ALBER 



mehr gebräuMieh auf) und nur noch in 
volksdialecten erhalten, vgl Schmeller 
wib, t , 95 {gedr. 97), und Schmid wlb. 
170. auch tu Oberhessen lebt das wort 
aren noch und xwar nicht allein im parL, 
wie Vilmar idiol. 16 annimmt, sondern 
auch im praes. und inf. das praet, lautet 
wohl ikberall, wo eren gebraucht wird, ur 
statt ier, wie Tul staU fiel, blus statt blies, 
gung statt gieng u. a. 

Alj dendiphthong, verwendet Luth.nur in 
sehr wenigen Wörtern, wie es scheint, um 
sie von andern mit ei zu unterscheiden^ z. 6. 
ain (ahne), hain, laib (panis), waibel, waise ; 
dagegen schreibt er keiser, leie , mei , seile 
(chorda), seitenspiel, weizen. einige wenige 
ai, die auszer den oben aufgeführten in den 
ältesten drucken der Schriften Luih. begegnen, 
sind woM auf rechnung süddeutscher setzer 
zu schreiben. 

Albe» f. das weisze Chorhemd der geist- 
lichen: na ist ausheben des sarraments, pla- 
ten tragen, kasel vnd alben anlegen etc. ein 
thun, da goll nichts von geboten noch ver* 
boten hat. Jen. 3, 62" ; in der pfarr haben 
wir noch kasel, alben, altar. ebend. %2^. 

mhd. albe {Ben. I, 22) van tat. alba. 

Alber, ein nach form und bedeutung gro- 
szem Wechsel unterlegenes wort, gebraucht 
LuO^er noch im sinne von schlicht, einfach, 
unerfahren, unkundig, dumm und stellt es 
dem witzig (»• verständig), weise, klug, 
listig entgegen. 

1) belege für denadj. gebrauch: einfeltig 
TRd alber sind die worl, das machet auch 
das die klugen geister darüber rauschen vnd 
verachten, als betten sie es lange an kinder 
schuhen zulretten. das 17. cap. s, Johan- 
nis. Wittemb. 1530. Rij*"; das ist nicht ein 
schlecht alber schlengelin das froschlin fris- 
set, sondern die gantzen weit verschlinget, 
es ist der leidige teufTel in der schlangen. 
von den letzten Worten Dauids. Wittemb. 
1543. Nij"^; wir sind gegen solche listige 
vnd vnergründliche, wolfHsche klugheit für 
war sehlechte, albere scheflin. Jen. 8, 7'*; 
wer alber ist, der mache sich hieher. spr. 
9, 4 ; verlasset das alber wesen , so werdet 
jr leben (ndd. bibel v. J. 1 56 1 : vorlatet dal 
ahierne wesentj. spr. 9, 6 ; ob ich alber bin 



mit reden, so bin ich doch nicht alber in 
dem erkentnis {ndd. bibel: wowolyokaloero 
byn myt redende, so byn yck doch nicht al- 
uern yn der erkentenisse). 2 Cor. 11,6. 
es mocht villcicht eyn alber mensch solch (l 
Mos. 49, 1 1 ) verstehen, als soll diser Silo eins» 
reicher konig werden, das der weyn tzQ sei- 
ner tzeit so wolfeyl als wasser seyn wurde. 
das Jhesus Christus eyn gebomer Jude sey. 
Vuittemb. 1523. Ctiij^; es ist niemand so 
alber, der nicht könde goltes wort jnn mund 
nemen zu einer creatur vnd etwas damit 
machen, wie die zeuberer vnd lenflelsharen. 
von der heiligen tauffe, Wiliemb. 1535. Ciij*; 
es sind fürwahr nicht alber leute, sondera 
greifens sehr weislich an. de Wette br. 4, 240. 

2) für die substantivische Verwendung: 
ein alber gleubt alles, aber ein witziger merckl 
auff seinen gang. spr. 14, 15; der witzige 
sihel das vnglOck vnd verbirgt sich, die al- 
bern gehen durch hin vnd werden beschedigt 
spr, 22, 3 ; das zeugnis des herm ist gewis 
vnd macht die albern weise, ps. 19, 8; dis 
ist die schriffl, die alle weisen vnd klagen 
zu narren macht, vnd allein den kleinen vod 
albern offen stehet, vorr, auf das a. tesi. 
Bindseil bibel 7, 304. 

3) alber cUs adverb: ach kindisch vnd al- 
ber reden sie vom himel. vom abendmal 
Christ. Wittemb. 1534. viiij", solchs hab 
ich so grob vnd alher daher müssen sogen 
vrob der groben, faulen Christen willen. veT- 
manung zumsacrament. Wittemb. 1537.HJ''* 

Wm die etymologie dieses wortes betrifft» 
so gieng das nhd.d\her {seit dem ende des 17. 
Jh. der jedenfalls aus dem ndd. eingedntn' 
gene nom. sing, albern , den jedoch noch 
Frisch wtb. 1 , 17 verwirß) mit versiär-' 
kung des w zuh atumAd. alewaere,alwaere. 
alwäre simplex {Ben. i , 21 ; ^ , b2\) her- 
vor, welchem ahd. alawAri {einmal tu der 
bedeutung benignus erscheinend), ala^'^r 
(zusammengesetzt aus dem den begriff t^er- 
stärkenden ala und war, verus ^^ ganz wahr) 
zu gründe Hegt. vgl. Wackernagel wth. 
s. 9. Grimm wtb. 1, 201. die bedeutung 
des Wortes gieng hiernach von der dei 
wahren, offenen in die des einfachen, ein- 
faltigen erst in gutem , dann in üblem ver- 
stände über. 



ALFÄNZEiV 



51 



ALL 



Altuici (alfentzen, allfenlzen), narren, 
^awkeln, Hwas vorhringen, vorspiegeln, um 
XII täusd^en, tu betriegen, gebraucht Luih, 
sehr häußg, doch nicht in der bibel : ich 
mftcbt auch gerne hören eynen texl aus den 
prophelen, die von eym leybe vnd blul ver- 
kündtgen, das für die Sünde solle geben wer^ 
den, wie dieser Ittgen geyst alfenUt. da» 
Binder legi widder die* hgml. propheten, 
{ 1 525). Fiij'' ; hie soll der IroUige hell anl- 
Worten, so flattert er für vber vnd alfentxt 
die weil ein anders, vom aben^al Christi, 
il534). piüj*.; wenn könig Heyntz auch sey- 
nes königreichs hett gewartet, odder basz 
yim der seh rißt studieret, wurde er nicht szo 
tolpisch alfentzen mit gottis wortten. ant- 
uorit deutsch. (1522). Diij"; sie {der bapst 
mit den seinen) mttgen sagen, lulaflen vnnd 
alfeDtzen, was sie wollen, soll sie niemant 
richten, auszteg, d. epist, vnd euang. vom 
chmtag etc, (1522). Miij"; wen sie iha nar- 
ren vnd alfentzen wollen , thetten das ynn 
yhreii gttltem vnd liessen gottis werck vnd 
der Seelen geschefll mit friden. von beyder 
gestaü des sacraments, (1522). Bj*; ein 
Eulycbes möcht alfentzen , nein Petrus ist 
nicht gelert, sondern seine seele. von den 
cimäUis vnd kirchen. (1539), Viij"; ja es 
ist gut gauckeln mit conciUjs vnd vetern, 
wenn man mit den buchstaben alfentzet« 
€hend. Hij*. stibstantivisch: alfentzen vnd 
gauckelwerck, da nichts hinden ist. ausleg. 
der ep. vnd euang. von der heyl. dregkönige 
fett etc. ( 1 525). Oiij^ ; ich höre leglich solchs 
alllantzen , das der teuffei hyn vnd her ge- 
lrieben hat vnd noch treybt. widder den 
MvDen abgoit. (1524). bij''; wissen sie selbs 
die schelcke gar wol, das es ein lauter al- 
feDtzen ist, die vngelerten jnn ebreischen 
sprachen zu effen. ein brieff wider die sab" 
^ther. (1538). Diiij*; wer nu ein Christen 
ist, der mache nur solches allfentzen nicht 
>iel, ich bin frey vom gcsetz, darilmb mag 
ich thnn, was mich gelüstet, ausleg. d, ^p. 
rad euang. von ostem elc, (1544). Aaiiij'*: 
darumb sey des alfentzens dis mal gnug zum 
«rslen tcih Jen. 2, 1 54*'. 

Ein anseheinend undeutsches, gleichwoM 
^ber in unsrer alten spräche begründetes 
vor(. zwar kann aus den ahd. und mhd. 



denkmälem weder das einfache fenzen, noch 
das mit alcofii|Nmir<ealfenzen nachgewiesen 
werden, wohl aber begegnet ein ahd. gana- 
venzAn (GraffS, 54 S), d. t. gi-ana-fenz6n, 
spotten, und dies ahd. fenzAn muss mii dem 
nhd. fenzen in alfenzen , wie auch in dem 
Luther'schen affenfenzen und firlefenzen {so 
hat nämlich der originaldruck, nicht firle- 
fanzen) einerlei sein. fenz6n aber entspringt 
aus fanzj6n , das ein ahd. fanz voraussetzt, 
welchem das altn. fantr schalk etUsprechen 
würdet und woraus das nhd. alfanz, alefanz, 
alenfanz {die fünfzehn bundgenoszen. 9. 
bundtgnosz aiij") hervorgegangen ist. vgl. 
Grimm wtb. 1, 203. 204. 

Alfmuerei (alfentzerey) , f. gaukelet, 6e- 
triegerei: das ist die hübsche entgrobung, 
sludirung, Verwunderung, langweyl vnd des 
gleichen teuffels allfentzerey. widder die hg^ 
melischen propheten. (1 525). Giij" ; darumb 
ists eitel alfentzerey vnd lose teding mit jhren 
gedancken. dasll.cap.s.Johannis. (1530). 
Lij'* ; mit alfanzerey vmbgehen vnd die leute 
betriegen. tischr. 1 24\ 

Alfeiulsciii adj. nugax : was ist alfentzis- 
scher, denn der Versor Tartaret vnd der glei- 
chen schreyber. egn vrteyl der theologen tzu 
Pari»*. (1521). Diiij\ 

All> adj. integer, totus, omnis, universus, 
cunctus, quUibet; mhd. und ahd. al, goth. 
alls, nach Grimm wtb. 1, 206 aus frühe* 
rem sali, salv, sarv entsprungen. 

1) die formen mit den geschlechtsendun* 
gen (m. aller, f. sWe, n. alles [im anfang bei 
Luth. noch die md. form allisz, alli.s], mhd. 
aller, alliu [elliu], allez, ahd. alMr, alliu [elliu, 
ellu], allaz), dulden einen bestimmenden ar- 
tikel nicht vor sich, auch entziehen sie sich 
der schwachen ßexion. vgl. Grimm gr. 
4, 391. 516. es ist daher tadelhaft, wenn 
z. b. statt „mtl diesem allem" gesagt wird 
„mit diesem allen*', wiewohl bei Luth. in 
diesem fall die schwache ßexion schon ges 
läufig ist : wie dem allen , es ist viel guts 
dinges drinnen, die Weisheit Salomonis. 
(1529). Aiij^; in diesem allen sündiget Hiob 
nicht. Hiob 1, 22; in dem allen lesset sein 
zom nicht abe. Jes. 5, 25; 9, 12. 15 und 
Sfter ; vor diesem allen werden sie die hende 
an euch legen. Luc. 21, 12; nach solchem 

7* 



ALL 



52 



ALL 



allen Irachten die hetden. 4fa(lA. 6, 32. Luc, 
12» 30. der gen, biegt jedoch auch bei L, 
nur stark: auffs erst» dancke ich meinem 
gott durch Jhesum Christ ewer aller halben. 
Rom. 1,8; welcher ist unser aller vater. 
4, 16; die ist unser aller mutter. GaL 4» 
26 ; ein gott vnd vater vnser aller. Eph, 4, 
6 ; die ergesle feinde vnsers hcrrn vnd vnser 
aller, von den Juden vnd jren lügen, (1513). 
giij\ 

2) statt des noch heute wiemhd.vorartikel 
und possessiva tretenden flexionslosen all ge- 
braucht Luth, in der regel unveränderliches 
alle : finde ich funlTzig gerechten zu Sodom in 
der stad, so wil ich vmbjrer willen alle den orten 
vergeben. 1 Mos, 18, 26 ; alle dasland, das du 
sihesl, wil ich dir geben. 13, 15; alle das 
gerechte hlut» das vergossen ist aiiff erden. 
Matth, 23, 35; du hast alle mein hausrat 
betastet. 1 Mos, 31, 37 ; gott hat mich las- 
sen vergessen alle meines valers hauses. 41, 
5 1 ; der du vormnls hast alle deinen zorn 
auffgehaben. ps, 85, 4 ; alle sein thun ist 
warheit. Dan, 4, 34 ; so sol alle seiner from- 
keit nicht gedacht werden. Ezech, 33, 1 3 ; 
da gebot Pharao alle seinem volck. 2 Mos, 
1,22. doch fehlt es auch nicht an beispie- 
len für den gebrauch des all : der himel ist 
durchs wort des herrn gemacht vnd all sein 
beer durch den geisl seines mundcs. ps, 33, 
ü; darumb szo ist den wercken der kopff 
ab, vnd all yr leben vnd gute nichts, von 
den guten wercken, (1520). Aiij^; vnange- 
sehen ob der bapst vnd all sein recht odder 
vnrecht dawidder sey. an den christlichen 
adel, (1520). Ilj^ 

3) nach den praepositionen auf, für, in 
mit, samt. Über, zu u. a, scheint alle vor 
artikel oder possessiv Überrest des alten tn- 
strumentalis {ahd, allu, mhd. alle) zu sein 
und es ist möglich, dasz aus diesem von der 
praep, abhängigen alle jenes unorganische 
alle statt all hervorgieng: er hat seinen en- 
gein befohlen vber dir, das sie dich bchaten 
auffalle deinen wegen, ps, 9\, 11; ich wil 
einen bund machen fdr alle deinem volck. 
2 Mos, 34, 10; auch sollen sie freiheit ha- 
ben in alle meinem kOnigreich. 1 Macc, 10, 
34; was wtltu mit alle dem beere. iMos. 33, 
8 ; also kam Jacob gen Lus sampt alle dem j 



volck, das mit jro war. 1 Mos, 35, 6; die 
heubtleute vber alle sein beer. 2 Mos, 14,7; 
zu alle seinem dienst. 35, 21. 

4) doch erscheint in den unter 2. 3 auf- 
geführten fällen nicht selten auch flecHeries 
all: sihestu wol allen diesen grossen baw? 
Marc, 1 3, 2 ; alles sein fett aber sol er he- 
ben. 3 Mos, 4, 19; ebenso v. 26, dagegen: 
alle sein fett, v, 31*; sonst wurden alle blas- 
beige vnd alles vnser haueben keinen schnee 
zurscbmcllzen. der 147. psalm, (1532). 
Eij^; auch Salomon in aller seiner herrlig- 
keit nicht bekleidet gewesen ist, als dersel- 
bigen eins. Matth, 6, 29 ; der nam (priesler) 
ist vnsz allen gemein, mit aller seyn er gewallt, 
recht vnd zuborung. eyn widderspruch. 
(1521). Av*>; errette mich von aller meioer 
Sünde, ps. 39, 9. 

5) namentlich steht volle flexion . wenn 
all ganz (totus) ausdrückt: solcher vnral 
fleusst aller daher, das man Christum ver* 
leugnet haL von den schlüsseln, (1530). 
Bij^ ; solcher jamer ist aller aus diesem aber- 
glauben erstanden, hauspost, Witten^. \ 545. 
sommerteil S^; das er seynen son Chrislam 
hat sein blut alles vergicssen lassen, epistel 
sanct Petri. (1523). Gij"; hell man meyn 
schreiben laszen frey gehn , es weer langst 
alls gesch wigen vnnd auszgesOngen. de Wette 
br, 1, 207 {hier nach Luth.'s handschriß); 
vnd dis geschieht ward alles racbtbar. Luc, 
\, 65. 

6) während in der alten spräche das auf 
all oder aWe folgende adj, überwiegend staH:e 
form bekam, neigt die heutige mehr zur 
schwachen flexion; Luth, zieht die starke 
form vor: alle ffcckete vnd bundte ziegen. 
1 Mos, 30, 35 ; da gaben sie jm alle frembde 
götter. 35, 4 ; dem werden alle frome hart- 
zen zufallen, ps. 94, 15; da regen sich alle 
wilde thier. 104, 20; alle heilige enget mit 
jro. Matth, 25, 31; diese rede von jm er- 
schall iri alle vmbliegendc lender. Imc, 7, 
17. auch oblique stark: seid unlerlhan al- 
ler menschlicher Ordnung. 1 Pet, 2, 13; ein 
beheltnis aller unreiner geister , vnd ein be- 
heltnis aller vnreiner feindseliger vogel. 
offenb, Joh, 18,2. doch auch schwach: 
zu allem guten werck geschickt. 2 21rm. 3.17. 
das allein auftretende adj, dagegen scheint 



ALL 



53 



At^LBERElT 



er Siels schwach zu declinieren : alle feilen 
auf erden, ps. 22, 30 ; dafttr werden dich 
alle heiligen billen. 32, 6; du wirffsl alle 
^otüosen auir erden weg. 1 19, 119. 

7) all drückt sowohl ganxheil wie allheit 
üui, weiche leUlere bedeulung, als die jün- 
^ere, sich aus der ersleren enlfallel haben 
mag; das unversehrte, unzersliickle ist, weil 
ein ganzes, zugleich ein all. der allheit ist 
num. pL angemeszen, der ganzheit Vorzugs^ 
weise sg. dem pL 9\\e steht einsg. jeder zur 
seile, dodh verwendet Luth. auch den sing, 
ton all im sinne von jeder; so in folgenden 
stellen: du suchest jn teghch heim, vndver* 
suchesl jn alle slund. Biob 7, 18; meine 
straffe ist alle morgen da. ps, TS, 14 ; seine 
baniiherUigkeil hat noch kein ende, sondern 
sie ist alle morgen new. klagt. Jer, 3, 23 ; 
diese Verwendung von all für jeder ist zu- 
mal unter dem volk gebräuciilich, — die 
bedeutung der ganzheit behauptet sich bei 
Lulh, noch oft im sing, von all : aller staub 
des iaods ward Icuse. 2 Mos» 8, 17; alle 
well fürchle den herni. ps, 33, 8 ; alles volck 
spreche amen. 106, 4S; stehet dir nicht al- 
les land oiTen ? {vulg, ecce universa terra co- 
ram te est), t Mos, 13, 9. doch zieht er 
schon häufig ganz vor: da hub Lot seine 
aogen aiilT vnd besähe die gantze gegcnd am 
Jordan. 1 Mos. 13, 10; das ganlz volck 
aber, das im lager war, erschrack.. 2 Mos. 
19, 16. die alte spräche bediente sich des 
all ßr ganz noch ungleich häufiger; wenn 
Luth, Matth. 22, 37 verdeutscht: du soll 
lieben golt deinen herrn von ganlzem her- 
tzen, von gantzer seelen, von ganlzem ge- 
niale hiesz es ahd. fon allemo thinemo her- 
zen, fon-allero Ihfnero s61n, fon allemo Ihi- 
oemn muote. bei Luth. Marc, 12, 30 : von 
ganlzem herlzen, von ganlzem gemUle, von 
ganlzer scele vnd von allen krcfilen ist golh, 
Q^ allama hairlin l>einamma jah us allai sai- 
valai ))einai jah ils allai gahugdai l>einai jah 
US allai mahtai ])einai. 

8) als merkwürdige eigenheit unserer 
Sprache, wovon auch Luth. häufigen ge- 
hrauch maM, ist endlich noch hervorzuhe- 
ben ein praedicativer gebrauch des all im 
sinne von erschöpft, beendigt, vernichtet: 
<iie missethat der Amoriter ist noch nicht 



alle. 1 Mos. 1 5, 1 6 ; nu die gesichle alle sind 
vnd ein ende haben, der prophet Sacharja. 
Wittemb. 1528. Tiij'*; da lassen wyr die 
messegewand, allar, liechler noch bleyben bis 
sie alle werden, deudsche messe. Wiltemb. 
1526. Bitj**; bis das ewre leibe alle werden 
in der wüsten {ndd. bibel: belh dalh yuwe 
lyue tho nichle werden yn der wOstenye). 
4 Mos. 14, 33 ; es sol das dritte teil von dir 
an der pestilenlz sterben vnd durch hunger 
all werden (ndd, bibel: dorch hunger tho 
nichte werden). Ezech, 5, 1 2 ; dennoch müs- 
sen sie untergehen, ja vergehen vnd alle 
werden, de Wette br, 2, 72 ; hie mit wirstu 
die Syrer stossen, bis du sie alle machest. 
1 kön, 22, 1 1 in der bibel vj. 1534; zwar 
golt selbs befihleLs, das sie sich rüsten sol- 
leu zum streit vnd also stellen, gleich als 
wollen sie Amalek mit dem seh wert gar til- 
gen vnd schlagen, vnd sie sollen jn doch 
nicht mit dem seh wert allmachen. Eisl. 1, 
3S1''; allis allmachens hab ich ein end ge- 
sehen. Übersetzung von ps, 1 19, 90 in der 
Schrift: von der beicht. Vuittemb. 1521. kiij". 
Adelung erklärt {wtb. \, 178) dies aller- 
dings seltsame, ahd, und mhd, noch nicht 
aufzuweisende all für gemein und ein adverb 
{ nebenwort), dessenman sich in der anständi» 
gerth schreib- und sprechart lieber enthalte, 
doch adverb kann es nicht sein, da der begriff 
all das adverb ausschliesst, auch die Verbin- 
dung mit sein, werden, machen nolhwendig 
ein adj, fordert, über den Ursprung dieses 
praedicaliven all vgl. Grimm wtb. 1, 21 l. 

9) seine Stellung kann flectiertes wie un- 
flectiertes all sowohl hinter als vor dem no- 
men einnehn^en, wie die obigen beispiele zur 
genüge zeigen, hier noch einige stellen, in « 
denen es nachfolgt: da er bey myr war, 
leuckct er diese artikel alle, eyn brief an 
^e Christen zu Antorff, (1525). Aiiij*; also 
mus man die bilder all abbrechen, widder 
die hynU. Propheten. (1525;. Diiij"; Daniel 
der vbcrtraiT die furslen vnd landuögte alle. 
Dan. 6, 3 ; das vierde thier, welchs gar än- 
derst war, denn die andern alle. 7, 19; 
diese macht wil ich dir alle geben. Luc, 4, 6. 

Allbereiti durch all verstärktes bereit: 
wie denn allbereil etlichen geschehen ist. 
der durchleuchligen hochgebomen f. Ursu- 



ALLDA 



54 



ALLER 



len vrsach etc. WiUemb. 152S. Füj**; denn 
sie alhereit gebunden sind, zwo predigten 
auff der kindertauffe, Wittemh. \ 540. Hiiij* ; 
wer an Christum gleubel (sagten sie) der 
were allbereit aufferstanden. ausleg. der 
epist, vnd euang, von ostem etc, Wittemb. 
1 544. Gj". — wie später bereits vorgezogen 
wurde, so auch allbereits. 

Alida (alda), anfangs auch mitunter mit 
verdunkeltem a aldo, den durch da ausge- 
drückten ortshegriff verstärkend, daselbst: 
vnd er predigt alda den namen des herru. 
1 Mos. 1 3, 4 ; vnd bleib (blieb) vber nacht 
alda. 24, 54 ; vnd legt jn ins gefengnis, da 
des königs gefangene inne lagen, vnd er lag 
alda im gefengnis. 39, 21 ; vnnd wenn sie 
hyn eynkomen wonen siealdo. Matth. 12^45 
in der ersten ausg.des n. lest. v.J. 1522; es 
ist auch gleichwol die not alda, sieben kin- 
der vnd keine mutler dazu. Burkhardt 
briefw. 269; vnd hatte hertzog Friederich 
mich an rath alda verschrieben. Eisl, 1, 2*^. 
— heute wird diese wohllautende partikel 
als steif gemieden. 

Allein (alleine), adj. solus, für sich abge- 
sondertf ohne ein anderes, Verstärkung von 
ein, eine, das schon dasselbe ausdrückt; 
bei Luth. häufig noch die schwache form al- 
leine, welche mhd. sogar vorherrschend war 
{Ben. \, 420): wo ein solcher {ein verzag^ 
ter} allein ist in einer kamer. zwo predigten 
auff der kindertauffe. (1540). Mj'; es ist 
nicht gut, das der mensch aliein sey. 1 Mos. 
2, 18; vnd (Jacob) bleib allein. 32, 24; 
warumb sitzest du allein? 2 Mos. 18, 14; 
so lange das mal an jm ist, sol er vnrein 
sein, alleine wonen. 3Mos. 13,46; (Petrus) 
sähe die leinen tücher alleine ligen. Luc. 24, 
1 2 ; iJhesus) weich von dannen auff einem 
schiff in eine wüsten alleine. Matth. 14, 13; 
vnd ruret sie auf! einen hohen berg beson- 
ders alleine. Jllarc.9, 2; ich kann euch nichl 
allein ertragen. 5 Mos. 1, 9; wie kan ich 
«tllcin solche mtthe vnd last vnd hadder von 
euch ertragen? v. 12; als weren sie alleine 
eitel beiden und risen. eine heerpredigt irt- 
der den türcken. Wtltemb. 1542. Hij'; vnd 
wolle allevne klug seynn. antwortt deutsch. 
(1522). Bif. 

AllelDi adv. und conj. ausschlieszlich. 



nur : (der satan) hat biszher mill myr allevne 
gerungen durch eyltel grobe tölpische kÖplT. 
von beyder gestalt des sacramenls. (1522). 
Aj^ ; das niemand auff sich selb sich vorlasze, 
sundcrnn alleyne auff golt. de Wette br. \, 
78 (hier nach dem original); nicht allein 
aber das, sondern wir rhümen vns auch gol- 
tes. Rom. 5, 11; nicht all eine das thun. 
sondern auch das wollen. 2 Cor. 8, 10; al- 
lein, das du der stim des herm deines gotles 
gehorchest. 5 Mos. 1 5, 5 ; allein das du sei- 
nes bluts nicht essest, v. 23 ; so aber das 
weih dir nicht folgen wil, so bisiu dieses 
eides quit, alleine bringe meinen son nicht 
wider dorthin. 1 ifo5. 24,8; jr aber lieben 
brüder seid zur freiheit beruffen, allein sehet 
zu, das jr durch die freiheit dem fleisch nicht 
räum gebet. Gal. 5, 13. 

Alleiilhalben> adv. auf allen seilen, nach 
jeder richtung hin, in jeder beziehung: vnd 
der herr hatte jn (Abraham) gesegnet alleol- 
halben. 1 Mos. 24, 1 ; Joseph thet allent- 
halben kornheuser auff. 41, 56; darauff 
waren genge allenthalben herumb. Ezech. 
41, 5; wir haben nicht einen hohenpriester, 
der nicht künde mitleiden haben mit vnser 
schwacheil, sondern der versucht ist allent- 
halben. Heb. 4, 15; wie in der heiligen 
schrifll allenthalben zu sehen ist. zwo pre- 
digten auff der kindertauffe. R^Uemd. 1 540. 
Liiij". einigemal die weniger gute form al- 
lenthalb: ein jglicher den ehestand an jm 
vnd andern allenthalb also ansehe, das es 
von gotl also geschaffen, geordnet, geschickt 
vnd (wie man sagt) beschert werde. 2tro 
hochzeitpredigten. Wittemb. 1536. Aiij'; 
wie er denn allenthalb im euangelio genialet 
wird, das 1 6. cap. s.Johannis. ( 1 538). Cciiij '. 

mhd. allenthalben (Ifen. 1,615), aneinan- 
dergerückte dat.pl. (ahd. allön haib6n;aA^ 
halbi, mhd. halbe «» seile, richtung i fut 
unorganischem eingeschobenen, aber mehr 
adverbialisches ansehen gebenden l. vgl 
Grimm gr.'X 217. 118. 

Aller^ gen. pl. von all, gewöhnlich Super- 
lativen zur Verstärkung vorgesetzt, kommi 
einmal alleinstehend als adverb mil derbe- 
deutung ganz und gar, omnino in Luth't 
bibelübersetzung vor: er war so gar er- 
schrocken, das er aller litlerte. 2 Mace. 3. 



ALLERACHTBARST 



55 



ALLEREINFÄLTIGST 



17. so noch in a%isgg. am der xweüen Hälfte 
iu 1 7. jA., später in all erzitterte geändert, 
analoge beispiele bei Grimm wtb. 1, 220 
und Vilmar ich'ol. s. 8, denen wir noch 
folgende xupigen : er ist aller rein (vulg, est 
mundiis lolus) Joh, 1 3, 1 tu der Nümb. bibel 
r.j. 1483; die obgeschreben somme hat 
Wilh. Wollenscblcier aller vorlegt, register 
iber einnakme u. ausgäbe der capelle xu 
Wehnhausen v. j\ 1 520. Vilmar vermU" 
thet m alier elipOsches aller dinge ; Bugen- 
hagens Übertragung der bibelübersetzung 
Luih.'s ins ndd. hat auch 2 Macc. 3,17: 
he was so gantz vorschrocken, dath he aller- 
liinge Izeterte. 

Ulf richbant I verbrenne nur, so bisiu 
^hon der allerachlbarest, hocbgelertest do- 
ctor. Jen. 1 , 220\ 

Allerillest: Tertollianus, der oller elteste 
lerer, so man hat sint der apostel zeit, das 
äewcrtChrisHnoehfeststehen.{ib21),nuj''. 

Allenuiflicktigsl: eine widwe betct(e) (tir 
jren tyranneft auffs allerandechligst, das jn 
gou wolle ja lange lassen leben. Jen, 3,340\ 

Allerirgest : als hette ich hertzog Georgen 
lufls aller ergeste geflucht, von heimlichen 
tnd gestolen brieffen. Wittemb, 1 529. Diij». 

UlfrbeiieBdest: die Weisheit ist das aller- 
behendest. weish. 1, 24. 

Allcrberedsl: die weyszheyt gots macht 
die Zungen der vnberedten aufl* das allerbe- 
redlisu eyn deuUch theologia, (1518). Aj''. 

Alltrkest: seiner sackpfeiflen hall» ist der 
aller beste schall, ein brieffan die zu Franck- 
^oriamlfayn. (1533). Cj'*; vnd gibt yhm 
(iie aller besten worl. derprophel Sacharja. 
(152S). Giij"; das allerbeste schendet er 
lufls höhest. Sir. 11, 32. 

Alle rchrlstllf hst : dennoch sind es die al- 
lerchristlichsten leutl. das Jhesus Christus 
ein gebomer Jude sey, (1523). Aiij\ 

Allerdcaatigsl: die kinder zuuom sclbs 
yhr eidern vnd freundschafll aufls aller de- 
mnligst ersucht vnd gebeten haben vmb hulflT 
eraii9 tzii komen. vrsach vnd antwortt etc. 
(1523). Aiij*; das will ich, wie gesagt e. f. 
g.lgoit gebe nil zur letze) aufs allerdemtt- 
thi|;esle vnd treulichst geschrieben haben, de 
Weue 6f. 3. 57. 

AUerdeitildist : will ich ettlich worl hie 



kartzlich aufTs aller deutlichst ich mag, aus- 
streichen, vorr, au ff die sprüche Salomo, 
Bindseil 7, 333. 

AllcNÜngr^ adv, in allen stücken, ganx 
und gar, gewisxlich, bei Luih. noch unver* 
knüpft aller dinge : wo warhafltige Christen 
sind die sind aller dinge einlrechtig. vber 
das erste buch Mose, (1527). eiij"; ob sie 
gleich jr sache aller dinge gewunnen betten. 
vom abendmal CArisU*. (1534). bij''; so sol- 
len wir seine wort nicht ehe leucken, wir 
wissen denn zu beweisen gewis, das Christus 
leib aller dinge nicht müge sein wo gott ist. 
ebend. 1 ij** ; es sol aller dinge kein bettler 
vnter euch sein. 5 Mos. 1 5, 4 ; vnd er (Ahab) 
macht sich zum grossen grewel , das er den 
götzen nach wandelt aller dinge, wie die Arno- 
riter gethan hatten. 1 kön. 2t, 26; vnd ge- 
boten jnen, das sie sich aller dinge nicht hö- 
ren Hessen, apost. gesch, 14, 8 ; es war aller 
dinge sein wille nicht, das er jtzt keme. i 
Cor. 16, 12. oft auch mit abgelegtem e: 
das sichs aller ding stellen wird als werde 
nichts draus, vber das erste b%u^h Mose. 
(1527). niiij''; da machet er die, den er 
solchen befelb gibt jm aller ding gleich in der 
Sendung, xwo predigten au ff der kinder- 
tauffe. (1540). Jij*; sei nur getrost vnd seer 
freidig, das du haltest vnd thust aller ding 
nach dem geselz. Jos. 1, 7; also nam Josua 
alles land ein , aller ding wie der herr zu 
Mose geredt halte. 11, 23; ich aber sage 
euch, das jr aller ding nicht schweren soll. 
Malth. 5, 34 ; ich mus aller ding das kaofllig 
fest zu Jerusalem hallen, apost. gesch. 18, 
21 ; daher must er aller ding seinen brUdern 
gleich werden. Hebr. 2, 17. — heutzutage 
durch die form allerdings verdrängt, welche 
den schon im gen. pL ausgedrückten adver- 
bialbegriff nochmals durch das s des gen. 
sg. hervorzuheben sucht, 

Allcredelst: gleich dem alleredlesten stein 
einem hellen jaspis. offenb. Joh. 21,11 ; die 
aller edliste vnd nheste bereytung zur messe. 
eyn sermon von dem n. lest. (1520). Bij"; 
das erste vnnd höchste aller edelst gut werck 
ist der glaube in Christum, von den guten 
wercken. (1520). Aiij*. 

Allercinfiiltlgst: der heylig geyst ist der 
aller eynfelligst schreyber vnd reiher. auff 



ALLEREINIGST 



56 



ALLERHEILIGST 



das vbirchrütUch buch hocks Emszers, 
(1521). Eij*"; {das schaf) ein fasl nerrisch 
vnd das aller eynfeltige&t Ihier ist. ausL der 
euang, von oslem etc. (1527). Hviij'\ 

All ercin igst : das gOlilich wesen isi das aller 
einigst wesen. die drey symbola, (1538). Eij". 

Allerelendest: vnd findet sich also den 
aller elondcsten menschen, der prophei Jona, 
(1526). Eif. 

illlererastliaftig : wenn wollen wir doch 
ein mal des teufTels aller ernslhalTtigs aflen- 
spiel ym hapst erkennen ? grund vnnd vrsach 
(1520). niij\ 

Allererst: adj, omnium primw : vnd diese 
Schätzung war die allererste. Luc. 2, 2. 

Allf rerst| adv. mhd. aller £rest, allererst, 
alr^rste, alrdrst, alr^ste, alrdst,alrest(iien. 1, 
438), verstärktes , näher bestimmtes erst, da 
erst , dann erst, eben erst, gerade erst, jetzt 
erst: ich haHe mich schier zu rüge gestellet 
vnd meynet es were ausgestritten, so hebt 
sichs aller erst, widder die hyml. propheten, 
(1525). Aij"; nu thun sich aller erst die 
tapffern helle erfur zu Leyptzck auff dem 
marckl. von dem bapstum zuRome, (1520). 
Aij" ; dieser tölpc geysl will noch aller erst 
alle Kriechen zur schulen füren, das ander 
teyl Widder die hymL propheten. (1525). 
Diiij"; o wie sollen sie aller erst recht seh wer- 
men, daumein vnd poltern, wenn sie hie her 
komen? kurtz bekenntnis vom heil, sacra- 
ment. (1544). Ej**; da wird sich allererst 
die not anheben. Malih, 24, 8. 

Allerfciiidseligst: dazu ehren sie auch 
die allerfeindseligsten thier. weish. \b, 18. 

Allcrfeinst: die dich die aller feynest ge- 
daucht halt, auff das vbirchristlich buch 
bocks Emszers. (1521). Jiiij'' ; vnd versorget 
also sein volck beide mit gesetzen vnd leuten 
auffs allerfeinest. vorr. auff das alte lest. 
Bindseil 1, 305. 

Allerfcstest : vnd wird nach den aller 
festen stedten trachten. Dan. 11, 24. 

Allerf^f nndlichst : man find wol die sich 
gegen frembde aufis aller freundlichst vnd 
gelindisl hallten, auszleg. der epist. vnnd 
euang. des aduents. ( 1 522). Zj". 

Allerfronmst : s. Rernhard der allerfrö- 
mest mUnch. Jen. 6, 24. 

Alle rffurstlirhst : die am aller fürstlichsten 



geberden wollen, derprophet Daniel, ( 1 530 ). 
Aiiij^ 

AlUrgelstllriist: welche mich ymer haben 
wollen hohe ding vnd den aller geistlichsteD 
geist leren, d. proph. Sacharja. ( 1 528). Aiij*. 

AUergrlelirtest : weil er der allergelehr- 
tist, fleiszigt, frUmmest, trewste ebräist isU 
de Wette br. 3, 484. 

Ailrrgemeliist : wilcher teuffei hat yhn(ift- 
nen) doch gesagt, das die wort die die aller- 
gemcynsten, aller öffentlichsten sein sollen . . 
sollen aller heymlichst vorporgen sein? eyh 
sermon von dem n. lest. (1520). Biij". 

Allergeringst: ich halte aber, gott habe 
vns apostel für die allergeringsten dargeslel- 
let. 1 Cor. 4, 9. 

Allergewissest: vnd wüste auffs allerge- 
wissest, das was gott verheisset, das kan er 
auch thun. Rom. 4, 21. 

Aliergiftigst : ja wenn alles laub vnd gras 
Widder uns auffs allergiftigesl und bittersl 
schändlichst und lugenhafligst schrieben, de 
Wette br. 4, 240. 

Allergnadigst: wie denn zu hochgeaan- 
ter kay. may. vnd e. k. f. g. ich mich dieser 
vnd aller andern christlichen , kay. vnd ßlr. 
tugenl vnd gnaden, als zu meinen allergoe- 
digsten vnd gnedigslen herra tröstlich ver- 
sehe. Jen. \, 480''. 

Allergränliclist : der aller grewlichsi fluch 
so ynn deudscher sprach ist. von heimUchen 
vnd gestolen brieffen. (1529). Dij'*. 

Allergrösiest: die tewre vnd aller gros- 
sesten verheissung(en). 2 Pefr. 1 , 4 ; das isl 
doch ja die aller grosses t bescheisserey die 
auff erden komen ist. die lügend von. s. Jo- 
hanne Chrysostomo. (1537). Diij". 

Allerhaniij aus dem zusammenriidten der 
gen. pl. aller bände, aller hende (Ben. 1,630) 
=s jeder art, entsprungen, bei Luth. selten, 
gewöhnlicher allerlei : aller hand m(the winl 
vber jn komen. Hiob 20, 22 ; das wir da^ 
siebende jar aller hand beschweruog frey 
lassen wollen. Neh. 10, 31. die ndd. Über- 
setzung hat an beiden stellen aller bände. 

Alierheftigst : vnd alles, wie eine flut vber- 
schwemmet haben auffs allerheffligst. vorr. 
vber d. propheten Daniel. Bindseil 7,3S7. 

Allerheiligst: wenn im hapstum kein jr- 
ihum were denn das der bapst der allerhei- 



ALLERHEILIGSTE 



57 



ALLERMÄNNTGLICH 



ligftst hiesse, so wolt ich jn dreimal den 
alleriiefligsten heissen. ein brieff an die xu 
Franckfwri am Meyn, (1533). Ej"; dem al- 
lerheiligsten vater dem papst solllet jhr geld 
gegeben haben, de Wette br. 3, 83; aller- 
heyligsle bulla des abentfressens. buUa cene 
dmini, (1522). Aij* «. öfter; dem allerhey« 
ligslen sluel zu Rom. ebend. Aj'' ; vnd sollen 
«lie allerbeihgsten opffer, nemlich speisoplTer, 
sQndopfler vnd schuldopffer daselbst hinein 
legen. Ezech, 42» 13; erbawet euch aufT 
earen allerheiligslen glauben, br. Jud. 20. 

Allerbeilipte^ n. der innerste räum des 
tempeU, in welchem die bundeslade stand: 
vod {Salomo) bawel binden im hause zwen- 
zig elleo lang ein cedern wand vom hoden 
in bis an die decke vnd bawet daselbst in- 
wendig den chor vnd das allerheiligst, t kön, 
6, 16; abo brachten die priester die lade 
des bundes des herrn an jren ort in den chor 
des haoses, in das allerheiligst. 8, 6. 

AlIerheilsaMst : ob wol solch peichl dz 
(das) aller heilsamst dinck isU ein vnterrieht 
der beychlkinder. (1521). aiiij\ 

Allerheinlicksl: wir halten ein laterne 
vnd einen dielrich mit vns, brachen yhm ynn 
das aller heymlichst kemerlin vnd schlössen 
alle kästen vnd laden aufT. das diese wort 
Christi noch fest stehen. (1527). eiij^ 

Allerhellsl: jr (der sonne) Hecht ist das 
allerhellesl liecht. Sir. 42, 16. 

iUerhenUebst : so danke ich vnserm aller- 
faerzliebsten vater im himel. Jen. 3> 389'* 
hei Grimm. 

AIIerh«ehgeleiirtest : dem aller hochge- 
lenisten trefOichen gottis priester. eyn wid- 
derspruch. (1521). Aij". 

Allerhtekmiitygat : was sollen die aller- 
hochmniigsten geister dem armen Luther 
nichi ihon ? kurtz bekentnis vom heil, saera- 
«enl. (1544). Diij''. 

Allerbochst: aber woll gott, das wir deut- 
schen mesz zu deut.sch leszen vnd die heym« 
liebsten wort aufls aller hohist sungen. eyn 
«ennon von dem n. lest. Wittemb. 1520. 
ßiij'^; halte von dieser schrillt als von dem 
allerbdbesten eddelslen heiligthum. vorr. 
o^fdas a. test. Bindseil 7, 304. 

Alierhichste, m. in der bibel häufige be- 
Zeichnung gottes: da der allerhdhest die völ- 

I>WTz, WarterbnclL 



cker zerteilet. 5 Mos. 32, 8; vnd lobe deinen 
namen du allerböhester. ps. 9, 3 ; mit bei* 
stand des allerhöhesten. fxerkgung des al* 
eoran. (1542). Riij*. 

Allerk6Uisdit: dis ist der dritte ergeste 
grewel in ewer allerheiligstdn , ja allerhel- 
lischten newen kirchen. Jen. 7, 424^. 

Allerklirlidial: können doch die poeten 
auff das allerfeinest mit den allerkläriichsten 
Worten reden. Jen, 3, 477. 

AllerUatllclisl : ausz der aller köstlichsten 
vnd reichsten fundgrube. tischr, 80^. 

AllerlMterst: das allerlauterst gold. 1 
chron. 29, 18. 

Allerlei» was allerhand, und auch wie 
dieses durch aneinanderrücken der gen. pl. 
aller und lei (leige nach Grimm gr, 3, 79 
vom romanischen ley, loi, weise, art) gebil- 
det, verwendet Luth. äusserst häufig: gott 
scliufl grosze walfische vnd allerley thier. 
t Mos, 1, 21 ; soll gott gesagt haben, jr soll 
nicht esseu von allerley bewme imgarten? 
3, 1 ; vnd machten jnen jr leben säur . . . 
mit allerley frönen aufT dem felde. 2 Mos, 
1, 14; vnd namen heuser ein vol allerley 
guter. Neh, 9, 25. einigemal tritt es a«c^ 
aus seiner obliquen stelle in die directe und 
macht dann einen gen. von sich abhängig: 
vnd sich nicht mehr verunreinigen in allerley 
jrer vbertretlung. Ezech. 14, 11; nach dem 
allerley seiner göttlichen krafflvnsgeschenckt 
ist. 2 Petr, l, 3. 

AllerlcMest : myr ist das am aller leyde- 
sten vnd hoch zu erbarmen, ermanunge zum 
fride auff die zwelff arUkelderbawrsehafft. 
(1525). Eiij\ 

Allerletit : bis du den aller letzten scherfT 
bezalest. Luc. 12, 59. 

AllerUcUicIist : vnser allerlieplichster se- 
ligmacher. ean trostlichs buchlein in aller 
widerwertickeyt. Aij". 

Allerliebst: darumb wil ich mich am aller- 
liebsten rhttmen meiner schwacheit. 2 6'or. 
12, 9. 

Allcrmäckdgst : diser der aller mechtigest. 
diser der aller christlichst . . . geborn vnd 
her komen ist. ausl. der ep. vnd euang. von 
d. heyl. dreykönige fest, (1525). Jiij*. 

AUermäniilgliciLj ein jeder, jedermann: 
myr solle auch vnuerbolten vnd vnuerweysz- 

8 



ALLERMASZE 



58 



ALLES 



lieh seyn gegen allermenniglich. so in dem 
Jen, 2, 264 ff, zum theil abgedruckten ori' 
ginal, der Jen» druc^ Aal jnen allermeoiglich. 
ein alles gutes wort , das jedoch hetUe wie 
männiglich steif und kanzleimäsxig kUngt, 
ahd, allere manno galth (eihortatio ad ple- 
bem Christian am). 

Allema'siej in jeder weise: das ich das 
kindlin sehe in der mutler schos , das sich 
lesst handien, seugen, heben vnd warten, 
alier masse wie ein ander kind. Jen. 6, TO**. 

Allemelst^ ahd, allero meist {Graff 2, 
884) : so lasset vns gutes thun an jederman, 
allermeist aber an des glaubens genossen. 
GaL 6, 1 ; die fürsten vnd herren , so das 
Wort gottes sollen fordern, die weren, ver- 
bieten vnd verfolgens am aller meisten, der 
82. psalm, (1530). Ej". 

Allematwllllgst: ein aller mutwilligster 
bube. wider d, bapstumxuRome.( 1 545).Oiiij". 

Allernärrlscht: ich bin der aller nerrischt. 
spr. 30, 2. 

AUemitiMt : welche das aller nützest 
sind im menschen leben, weish. 8, 7. 

Allerniitilichst : dis werck (leren) nehest 
dem predig ampl das aller nützlichst, grüssesl 
vnd beste ist. das man kinder zur schulen 
halten soll (1530). Hj>'. 

AllcroffentUchst , beleg s. unter allergo- 
meinst. 

Allerreiclilichst : das gibt vns der psalter 
auffs aller reichlichst, vorr. auff den psalter. 
Bindseil 7, 319. 

Allerrelcliiit : ein aller reychist ewiges gul- 
tes leslament. eyn sermon von dem n. test. 
(1520). Bij"; von der allerreichsten fund- 
gruben. vorr. auf das a. lest. Bindseil 
bibel 7, 304. 

Allerrdiist: das allerreinest lauter Öle, 
2 Mos. 27, 20. 

Allerreisigst, nach Grimm promtissimus : 
ich meine, das sey ein recht erlztückhn vnd das 
allerreyssigest slttcklm, das mir der leidige teu- 
fei beweisen könne, auff des honigs zu Engel' 
land lesterschrifft, (1527). Biij\ vgl. reisig. 

Allersehäiidliclisi : die Juden auiTs aller 
schendlichst wurden mit laslerschriflten vnd 
schmachreden geschendel. vorr. auff die 
Weisheit Salomonis. Bindseil 1, 414. 

Allersf honst : gotl Heben, das ist die al- 



lerschönsle weisheil. Str. 1, 14; deine baw- 
leul haben dich aufTs allerschOnsle zugehchl. 
Ezech, 27, 4 ; ich bin die alierschönsle. «.3. 

AUenicIierst: darumb ist dis das aUer 
sicherste, von Jhesu Christo. (1533). Hiüj*. 

AUenpöUischst : auffs aller spöttischst 
ausstreichen, das 1 5. cap. der ersten ep. $. 
Pauli an die Coriniher. (1534). Ziij^ 

Allcntoliest : die kunst kan er (der toi) 
das er die aller stoltzesten vnd freidigsten 
verzagt vnd feig machet, ebend. Yiiij''. 

Allers&siest : die biene ist ein Ueins vö* 
geJin vnd gibt doch die allersUsseste fnicht. 
Sir. 1 1, 3. 

Allerllienerst : ich setze gleich, das s. 
AugUstin, der aller tewresl lerer, ein solcher 
esel gewesen were, wie sie sind. /en. 3,521; 
aller tewerster Felix, aposl. gesch. 24, 3. 

Allertiefst: die geistliche hoffart ist das 
letzte vnnd aller tydeste laszter. die sieben 
puszpsalm. (1517). Uv". 

.Aliertrefllickst : in der allertrefOichsteD 
Sachen, vorr. aufd.psalt. Bindseil1,2\9. 

AUernngelelirtest: der aller vngeleriiste 
leyh. ausleg. der euang. an den ßmemisten 
festen. (1527). kvj'«. 

AUeninterst : allerley stende vom hdhest«n 
an bis zum allerunlersten. vorr. auf die bu- 
eher Salomonis. Bindseil bibel 7, 331. 

Allernnterthinigst: dank ich e. k. f. g. 
aufs allerunlerthünigst. de Wette br. 5, 348. 

Allerferaclitest : er war der aller verach- 
test. Jes. 5.3, 3. 

AUerveräehtigsl : die Juden wurden für 
das aller verechtigste volck gehallen, ausleg. 
der euang, von ostem etc. (1527). oij'*. 

Alierwei», was allermasze und auch ufie 
dieses gebildet: sonst sind sie aller weis 
gleich den vcrdampten. Jen. 1, 16*'. 

Allerwenigst: die am allerwenigsten beten, 
die da scheinen am allermeisten beten. Jen. 
1, 71-. 

AUerwnnderliekiit : das. war das aüerwan- 
derlichste, das fewr am meisten im wasser 
brand. weish. 16, 17. 

Aileniemliehst : vnd der selben seiner 
artickel viel mehr , dye auffs aller zymlichsi 
wol anstehen der bepstlichen kirclien. grund 
vnd vrsach aller artikel. (1520). Hüj**. 

Alles, mhd. alle^ {Ben. 1, 20), adverbia- 



ALLESAMMT 



59 



ALLMÄCHTIG 



ler aceuiotiv, in der bedeutung von allexeity 
beständig, immer, ertdkeinl auch bei Luih., 
doch XU einsilbigem als gekürzt: mein lieber 
doctor Staupilz pfleget(e) als zu sagen, wenn 
golt einen slralTen wil, so macht er jn zuuor 
blind, d^ 101. psalm, (1534). Sij**. in 
HeueUf wo dieser gebrauch des als noch 
heule ganx gewohnlich ist (vgl. Vilmar 
idiot. s, 9)j hört man hin und wieder auch 
alsl «lall als. ein solches alst begegnet ein- 
mal auch in Luih.*s bibelübersetxung : vnd 
Absalom macht sich alst des morgens früe 
auff an den weg bey dem thor. 2 Sam, 1 5, 
2 nach der ausg. von 1545; spätere aus- 
gaben setzen als oder also , welches letztere 
schon in einigen bei Luth.'s lebzeiten er- 
schienenen ausgg, steht, die ndd, bibel v. j. 
1561 Oberselzl alst durch alle tydt. 

AllesamMt (allesampt), alle zusammen, 
sämmUich: sie seyn alle sampt schridt- 
losze, nackete, vngelerete schreyber. der 
36. psalm. (1521). Diiij": die machen 
allesampt mit sönen vnd tüchtern drey vnd 
dreissig seelen. 1 Mos, 46, 15; sie sind alle 
abgewichen vnd alle sampt vn tüchtig, ps, 
14, 3; die rechte des herm sind warhafllig, 
allesampt gerecht. 19, 3; alle sampt seid 
vnteroander vnterthan. 1 Petr. 5, 5. — nüid, 
alle samt, alle samet, alle sament (Ben. 2^ 
47), ahd. al sament, al samant ((rra/f 6,43). 

Allewege^ an allen orten, überall, alle- 
seit: vnd trage das ampt der kinder Israel 
aulT seinem hertzen für dem herm alle wege. 
2 Mos. 28, 30 ; es sol alle weg an seiner 
Stirn sein. v. 38; herr gib vns allewege solch 
brot. Joh, 6, 34 ; meine zeit ist noch nicht 
hie, ewer zeit aber ist alle wege. 7, 6. — 
mAd. alle wege, alwege, allewec (alliwec), 
alwec (Ben, 3, 637). vgL allweg. 

Ulcielt^ XU jeder zeit, immer, ahd, all6 
zlti (Graff 5, 634), mhd. aUe zit (Tnst. 32» 
l): das sie das volck allezeit richten. 2 Mos. 
18, 22; ich wil den herrn loben alle zeit. 
J»- 34, 2 ; jr habt alle zeit armen bey euch, 
micb aber habt jr nicht alle zeit. Matth. 26, 
U. auch verkürzt allzeit (altzeit): sund ist 
das bo3ze der natur das do bleyben ist vnd 
allzeit bleybl. die sieben puszpsalm. Wit- 
temb. 1517. Büij^; alszo ist au vielen ortlen 
deutsches landts noch allzeit blieben das 



mummeln von Johan Husz. von den newen 
Eckischenn bullen. Vuittemb. 1 520. Biij" ; 
•diegotloszen fallen vnd schlipflTem altzeyt hyn 
vnd her. der3ß.psalm. Wittemb. 1521. Ciij*. 

Alleiamal (alle zumal, alle zu mal), mhd. 
alle ze mite (Ben. 2*, 22), a//ztt«amtiiefi: 
aUezumal heilig vnd rein, der prophei 
Sacharja. (1528). Kkij"; damit heben wir 
nu des bapsts lyranney, gepot vnd zwang 
allezumal aulT. deudsch catechismus. verm. 
ausg. (1529). Pvj**; wenn wir sollen alle 
zumal so jhe geborn sind, widder auflerste- 
hen. das 1 5. cap, der ersten ep, s. Pauli an 
die Corinther. (1534). Aj'*; jr seid alle zu- 
mal leidige (röster. Hiob 16, 2; sondern 
müslen alle zu mal so viel jhe auff erden 
komen sind, ewiglich darinne (in der höUe) 
bleiben, von Jhesu Christo. (1533). Jiiij\ 

AUgeb«t; adv. immer, stets: wer da spielt, 
der kans nicht , aber wer zusihel , der kans 
allgebot besser. Eisl. 2, 163'*. vgl. Schmel- 
ler wtb, 1, 223. Grimm wtb. 1, 215. 

Allhcr (alher), verstärktes her, At^^ier: 
sie wollen etwa den Dolzken oder sonst je- 
mand allher lassen kommen, de Wette br, 
3, 29 ; da er seine secte zu Eisleben gestiff- 
tet vnd vergifllel, kompt er alher gen Wit- 
temberg. 6, 248. in der vorrede zur deut' 
sehen theologie Wittemb, 1518. Aij" auch als 
zeitadverb : ich danck golt, das ich yn deut- 
scher Zungen meynen gotl alszo höre vnd 
finde, alsz ich vnd sie mit myr alher nitfunden 
haben, oder ist es druck fehlerer anher, wie 
die Eisl. ausg. 1, 1" hat? 

kllUe (alhie), verstärktes hie (hier), hier- 
selbst : dazu hab ich auch allhie nichts ge- 
Ihan, das sie mich eingesetzt haben. 1 Mos. 
40, 15; sind nicht auch seine Schwestern 
alhie bey vns? Marc, 6, 3; ja wenn wir 
solchs kdndten, so weren wir bereit alhie 
selig, eine schone osterpredigl, (1538). 
Aiiij** ; wir haben euer liebe niflel und kinder 
allhier angenommen, de Wette br. 5, 674; 
weil der selb hie bleibt, kan ich nicht gleu- 
ben, das eine peslilentz alhie sey. original'' 
brief im archiv zu Weimar. N. pag. 1 09. H. 

Allmichlig (almechtig), omnipolens, ahd. 
alamahlic (Graff 2, 618), mhd. almehlec 
(Ben, 2, 9): ich bin der allmechtige golt. 
1 Mos. 17, 1 ; ich gleube an golt vater all- 

8* 



1 



ALLMÄGHTIGKEIT 



60 



ALMOSEN 



mechügen, schOpffer hymels vnd der erden. 
deudsch ealechiimus, ( 1 529). Aiij* ; der mani- 
mon ist ein ailmechtiger gott. ein rndder- 
ruffvam (egefeur. (1530).Dj''; ists nü nicht 
eyn allmechtig vnaussprechlich ding vmb den 
glauben? ausleg. der ep, vnd euang. vom 
heiligen dreykönige fest etc. (1525). Tij'. 
substantivisch, eine gewöhnliche bezeichnung 
gottes: der allmecbtige hat mich seer be- 
trübt. Ruth \, 20 ; weger dich der Züchti- 
gung des allmechtigen nicht. Hieb 5, 17; 
meinstu das dem aUmechtigen gefalle, das du 
dich so from machest? 22, 3; den aUmech- 
tigen aber mügen sie nicht begreilTen. 37,23. 

Allmafbtigkdt^ f. bei Luth, nur dieses, 
nicht das gleichbed. allmacht : alle weit weis 
von göttlicher almechtickeyt zu sagen, der 
prophet Jona. ( 1 526). Gj* ; alles seinem wil- 
len, Weisheit vnd almechtigkeit heim geben. 
ausleg, der euang. van ostem etc. (1527). 
Oviij^ ; gott zeigt damit abermal an seine all- 
mechtickeit. der prophet Sacharja. (1528). 
Pij^ ; wo gottes allmecbtigkeit vns verlesst, 
so ist der teuflel an seine slai allmechtig. Luth. 
in der vorrede zu der schriß E. Alberus: 
der barfuser münche eulenspiegel. Witlemb, 
1542. — mhd. almehtekeit {Ben. 2, 10). 

tllwuAf jedesmal : sollt er (Christus) all- 
mal erab vom hymel komen vnd selbs sege- 
nen? anttoort deuUch. (1522). EijK 

Allweg, 1170« allewege, dessen Verkürzung 
es ist: meyn zeytt ist noch nicht hie, ewer 
zeytt aber ist alweg. Joh, 1, 6 nach der er^ 
sten ausg. des n. lest. v.J. 1522, spätere ha- 
ben allewege ; es ist im aber das nüszlin all- 
weg zu hart' gewesen, de Wette br. 1, 315; 
dazu so bin ich auch alt und schier abgestorben 
und allweg kaum den halben tag tauglich. 
b, 28. daneben auch noch allwege und all- 
wegen : frewet euch in dem herm allwege. 
KUL 4,4; ein zerbrochener böge behelt 
doch allwege ein narbe. hauspost. Jhena. 
1 559. bl. 306* ; wo gott die ordenliche weise 
wil endem , so thut er allwegen wunderzei- 
chen dabey. derprophetJesaia. {ib2S), Eiij^ 

Allin (alzcu, altzu), verstärktes zu , heut- 
zmtage gewöhnlich, aber ohne noth, nUt dem 
folgenden adj. oder oclv. zusammengerückt, 
bei Luth. noch getrennt geschrieben: altzu 
bepstisch. von beider gestalt. (1522). Aj*"; 



altzu euangelisch. ebend. ; allzu gnugsam. eine 
bericht, ( 1 528). Hiij^ ; alzcu hitzig, tu €tiim 
briefv.j. 1519. de WetUbr. \, 208; al- 
tzu vngeschickt. appeUation. (1520). Aij*; ! 
allzu weit, das schöne confUemmi. (153ü). 
Bij*. die Schreibung allzu wahr br. b, 12 ge- 
hört ohne zweifei nicht dem original, son- 
dern de Wette an. 

AlliMMal, aUzusammen: es sind allzumal 
hülfen (buben) vnd Ittgner ynn der haut der 
prophet Jona. (1526). bij^; die jflnger all- 
zumal haben aus diesem becher getruncken. 
von dem abendmal Christi. (1528). yf; 
vnser veter vnd wir sollen aUzumal narren 
gewest sein, der Wl.psalm. (1530). Qüf; 
jr seid gOtter vnd all zumal kinder des hft- 
hesten, ps. 82, 6 ; sie sind allzumal sflnder. 
Rom. 3, 23. vgl. allezumal. 

AlMMfB (almusen), n. mhd. almuosen [Ben. 
1,24), ahd. alamuosan {Graff 1,238). über 
herleitung, bedeutung und gebrauch des Wor- 
tes spricht sich Luth. selbst aus: Mallb. 6. 
spricht Ghristus habt acht aulTewer wolikal 
etc. welch wir nach der allen gewonheit almo- 
sen nennen aus dem griechischen eleemosyne 
{iXttifiavv^), wie wol das wort almosen auch 
mit der zeit jnn den misbrauch komen ist, 
das man almosen nicht anders heisst, denn 
ein stttck brods, dem bettler für der thar ge- 
geben, so es doch eigentlich eleemosyne, 
hesed (ipn), wolthat oder guithat heisst. 
das schöne confUemim. (1530). Bij«\ ds< 
genus ergeben deutlichfolgende stellen: wie 
das wasser ein brennend fewr lesscht, also 
tilget das almosen die stfndc. Sir. 3, 33 ; er 
bettelte das almosen von denen, die in den 
tempel giengen. apost. geseh. 3, 2 ; der umb 
das almosen gesessen hatte, v. 1 0. nur ein- 
mal (apost. gesch. 24, 1 7) erscheint das f. 
eine almosen, an welcher stelle die ersien 
ausgg. des n. lest, ein almosen (sept. ausg. 
v.J. 1522: almoszen) haben, fast könnte 
hier ein druckfehler angenommen werden, 
doch begegnet das f. auch in der älteren 
spräche (eyne almuse. urk. v.J. 1370; ^mb 
solicher almusze wiln. urk. v.J. 1467). — 
die schreibuf^ almusen (alrauszen) bietennur 
die ältesten Wittenb. drucke Lulh:seher 
schrifften: die gnugthuung wirl weyter ge- 
teylet ynn drey teyl, das ist, beeteui vasleiv 



ALP 



61 



ALS 



almuszen. eynn sermon von dem ablas zvnnd 
gnade. (1518). Af. 

ilp, m. böser dämon: vnd würden jtzt zu 
dieser zeil vns gar fast wuodern was diese 
nameobapst, cardinal, bisschoff, oiessepfairen 
elc. hiessen» was für Ihiere, obs kobold, kil- 
krob, nixen oder alpeD gewest wereo. ein 
hrieff ran seinem buch der winekelmesse. 
<1534j. Cj^. — in der alleren spräche galt 
^p (pL elbe) auch für die guten lichtgeister, 
äe iM, elbe, unrichtig elben, noch unrich^ 
tiger elfen heiszen, 

llphthety n. der von den beiden ersien grie" 
ehitchen buchstaben hergenommene name 
ßr das abece: im ebreischen alpbabelh, da 
alle buchslaben ziphren oder zablbucbslaben 
sind, vom schem hamphoras. (1543). Dij^» 

Aiphtbetsciiiler, m. der noch mit erler'- 
nung des abece zu thun hat : gegen jn {den 
leufel) zu rechnen sind wir alphabel schttier. 
Uschr. 210'. 

AlniM (allrun), f, name einer pflanze 
mit rettigarliger, in form verschränkter beine 
gespaltener würzet, mandragora, ahd. al* 
nina (Crra/f 2, 523), mhd. alrAne (Ben. 1, 
25), von Luth. in den 1523—1528 er- 
ickienenen ausgg. des ersten theiles des alt. 
tesL als Übersetzung des 1 Mos. 30, 14 /f. 
Torkommenden dunklen Wortes Q^Kni"i ge- 
braucht, mit welcher Übersetzung er frühe- 
ren dolmetschem folgte {vulg. mandragora, 
vas die Nümb. bibel v. j. 1483 beibehält, 
die sog. erste deutsche bibel aber durch al- 
nim, pl. alrumen, und die ndd. v. J. 1522 
durch alrunen übertragen). Luth. hielt Je- 
doch später diese Übersetzung für falsch, 
veshalb er auch in der ausgäbe der ganzen 
^el v.J. 1534 lilie verdeutschte und end- 
lich gar das hebr. wort wieder herstellte. 
tchon in den predigten über das erste buch 
Mo$e sagt er: die allruu, wilcheaufTebreisch 
heissen dudaim, halten etliche es seyen vio- 
len gewest , aber es mUgen nicht die blaw 
odder gele violen sein, denn hie sagt der 
leit, Rüben habe sie ynn der weitzen 
erndte gefunden, wie auch Salomon ynn sei- 
nem hohenlied (c. 7, 1 3) spricht, dudaim die 
geben yhren ruch. aus dem scheinet es, das 
e« sind feine blumen gewest, die vmb die 
Zeil der erndte wol riechen, als bey vns die 



neylichen, lilien vndrosen. aber was für blu- 
men sind, weys man nicht gewis, das aber 
alle dolmetzscher haben allrun draus ge- 
macht, wilchen ich gefolget habe, weil sonst 
kein gewisse blumen zu nennen war, halt 
ich für nichts, was solt allrun riechen vnd 
so wol gefallen den weibern ? ich neme ney* 
liehen odder weisse lilien dafttr. es scheinet, 
weil niemand gewis gewust hat, was dudaim 
heist, das etwa ein jUde habe vnser gespott» 
es heisse allrun. vber das erste buch Mose. 
Wittemb. 1527. Ttij'»— iij-. 

üeberden abergläubischen gebrauch, den 
man von dieser pflanze machte, woher auch 
ihr name, vgl. Grimm myth. 3. ausg. s. 
876. 1153 /f. 

AISj vergleichende, demonstrative und- 
consecutive partikel, welche aus ahd. aU6 
(d, t. s6 mit verstärkendem al), mhd. alse, 
als hervorgieng. die kraft von also ruhte 
mithin im so, nichtimaü , gleichwohl aber ist 
unserm als von dem so nur das s geblieben. 

I. vergleichendes 9h verwendet Luth. noch 
oft da, wo für das heutige Sprachgefühl nur 
wie stehen darf^ und zwar 

1 ) neben dem verbum : Adam ist worden 
als vnser einer. 1 Mos. 3, 22; hat es vns- 
doch gehalten als die frembden. 31, 15 ; du 
solt deinen nehesten lieben als dich selbs. 
Matth. 22, 39 ; wer das reich gottes nicht 
enipfehet als ein kindlin , der wird nicht hin 
ein komen. Marc. 10, 15; vnd haben jn 
nicht gepreiset als einen gott. Rom. 1, 21 ; 
ermane jn als einen valer. 1 Tim. 5, 1 ; zubereit 
als eine geschmückte braut, offenb, Joh. 21,2. 

2) neben dem subst. : ich sehe des ersien 
laufft, als den laulT Ahimaaz. 1 Sam. 18,27; 
ein geschrey als eins getümels. Jes. 1 3, 4 ; 
glauben als ein senflkorn. Matth. 1 7, 20. 

3) neben dem positiv des adjeetivs: ehe 
der herr Sodoma vnd Gomorra venierhet 
war sie wasserreich als ein Garten des herrn. 
1 Mos. 13, 10; weis als der schnee. Matth. 
28, 3 ; weis als ein liecht. 17,2; so dürr 
als ein schcit. klag. Jer. 4, 8; so süsse als 
honig. Ezech. 3, 3. 

4) indessen gebraucht atich schon Luth. 
in allen diesen lagen fast überwiegend das 
ursprünglich nur fragende wie : es ist dem 
jünger gnug, das er sey wie sein meister 



ALS 



62 



ALSBALD 



vod der knecht wie sein herr. MaUh. 1 0,25 ; 
sihestu wie ein mensch sihet? Hioh 10, 4; 
hastu mich nicht wie milch gemolcken. v. 10; 
seine gestalt war wie derbUtz. JfaKft.28,3 ; 
äugen wie fe werflammen, offenh. Joh, 2, 18; 
seine hende waren rauch , wie Esaus seines 
bruders hende. 1 Ko«.27,23; rot wie blut. 
2 kön, 3, 22 ; schon wie der mond, auss- 
erwelet wie die sonne, schrecklich wie die 
heerspitzen, hohelied 6, 9. 

5) geläufig ist noch bei Lulh. me im 1 6. 
jh, überhaupt diu correlative als — als: 
der bapst solchs nit macht hat zu pietten, 
als wenig als er macht hat zuuorpieten es- 
sen, trincken vnd den naturlichen auszgang. 
an den christlichen adeL (1521). Uij"; das 
wirl er bey keynem ding alsz woll erkennen, 
alsz bey den werckenn der hebe, euange^ 
lium von den tzehen ausxsetiigen. (1521). 
EiJ'' ; als oit als eine ehesache vorrallen wird. 
de Wette br, 5, 795. vereinzelt sogar noch 
also — als : ich wil auch bischoue vnd pre- 
diger vnter yhn erwelen, also wol als ynn 
Juda. der prophet Sacharja. ( 1 528). Aa iiij\ 
doch fehlt es auch nicht an heispielen für 
so — als : es war aber in gantz Israel kein 
man so schön als Absalom. 2 Sam. 14, 25; 
ich bin gotles eben so wol, als du. Hioh 
33, 6 ; er war so schön als kein bawm im 
garten gottes. Ezech, 31, 8; einen schuch 
zu rechen fast so lang als ein elbogen. der 
prophet Habacuc, (1.^26). kij\ 

6) neben den adv. fem, oft, viel läszt L. 
die eine der beiden correlativpartikeln auS' 
fallen: (Moses) vns nicht weiter angehet, 
denn als fern er mit dem natürlichen gesctz 
vberein kompt. auszleg. der xehen gepott. 
1528. Biiij'*; alsz olTl ich weniger yn der 
schriirt dan Christum funden hab, bin ich 
nach (noch) nie sat wurden, die sieben pusz^ 
psalm. (1517). Hv*; das ist die rechte weise 
zu trösten, das man den tod, den wir leiden, 
aus den äugen reissen, als viel es jmroer 
müglich ist. zwo predigt vber derleiche des 
kürfursten. (1532). Aiiij^ 

7) vergleichendies als in einem Zwischen- 
satz: als ich achte, als ich sorge, als ich 
sage, als vor gesagt ist sind bei Luih. häufig 
vorkommende formein, als geschrieben ste- 
het in den propheten. Marc, 1, 2; Ephraim, 



als ich es ansehe , ist gepflanzt vnd hübsch. 
Hos, 9, 13. auch bei dieser eonsimclum 
brach später wie statt als durch. 
IL Demonstratives als. 

1) das im nom. stehende prädicat wird 
durch ein als hervorgehoben : wir sind stets 
als ein fluch der weit. 1 Cor. 4, 13. dodi 
auch wie ahd, und mhd, noch ohne als : bistu 
ein knecht beruffen, sorge dir nicht. 7, 21: 
darumb müssen alle heiligen vnd christeo 
sich Sünder erkennen. Jen. 1, 15^ 

2) ebenso der acc. : halt jn als einen bei- 
den vi\d zölner. Matth. 18, 17; mit solchem 
vnglauben machestu deinen gott als einen 
lügner. Jen. 1, 66^ 

3) bei anführungen, au f Zählungen steht 
als im sinne von nemlich: kompt aber (Us 
yhn hart beysset odder sticht, als ein hörnis 
odder wurm , so wisscht er aus dem schlaff. 
der prophet Habacuc. (1526). iiiij^ 

4j dem relativpronomen tritt als herror- 
hebend hei: ich wil des menschen leben re- 
chen an einem jglichen menschen, als der 
sein bruder ist. 1 Mos. 9, 5 ; der sol desbluts 
schuldig sein, als der blut vergossen hat. 3 
Mos. 1 7, 4 ; jr habt diesen menschen zu mir 
bracht, als der das volck abwende. Luc. 23, 14. 

5) eben so tritt als in der bedeuiung ntn 
nemlich auch vor die conjunctiomlKz: solch 
verbuntnis musz sich gründen vnd sieben aulf 
dem gewissen , dere , so sich verbunden, al^ 
dasz sie alle wollen einti jichtiglich glauben. 
de Wette br. 3, 465. 

6) endlich steht demonstratives als auch 
in der bedeutung des heutigen so, wenn sich 
ein folgendes dasz darauf bezieht : welchs 
ah» oflentlich am tage jedermann bewust ist, 
dasz nit wol zu denken isL de Wettebr. 1,50S. 

ilL Conseculives als. 

Wie hinter comp, vergleichendes als tn 
die stelle des dann (denn) getreten, so con- 
seculives als an die des da : als na Noah er- 
wacht von seinem wein. 1 Mos. 9, 24; als 
nu die sonne vntergegangen. 15, 17 u. r. a. 
St. doch gebraucht Luth. auch da (s, d.). 

Alsbaldi adv. und conj, gleich nach ifc» 
augenblick, sogleich: alsbald ward er von 
seinem aussalz rein. Matth, 8, 3 ; als bald 
treib Jhesus seine jünger, das sie in das scbÜT 
tratlen. 14, 22; vnd der feigenbawm ver- 



ALSDANN 



63 



ALT 



liorret als balde. 21, 19. soll 'der arnjune-' 
iioMbegriff erseheinen, so fugt Luth, in 
der Mel erst ein wenn , da hinzu : als bald 
weoD jr hin ein kompt, werdet jr finden ein 
fallen angebunden. Marc. 11» 2; als bald da 
alles volck jn sähe, entsalzten sie sich. 9, 1 5. 
tu den übrigen Schriften auch die reine conj. : 
das du auch als balde tröstest vnd erbebest» 
alsbald der mensch fümimpl sich zu demü- 
tigen. Jen. 1 , 20** ; alsbald er {der mensch) 
sich ein sQnder erkennet, vnd dirs klaget, 
als bald ist er gerecht, ebend, als bald sein 
leib ins begrebnis ist geleget worden, ist als 
bald ein erschrecklich rumor vnd gethdmel 
gehört worden, ein wellisdie lügenschrifft. 
(1545). Aitj^; alsbald sie von den schlangen 
angehauchet wurden, ward jnen die haut 
fewerrot. hauspost. Jhena. 1559. 6/. 266^. 
mkd, also balde also (Ben. 1 , 81. 2', 462). 

Altdain (aisdenu), adv. verslärkies dann, 
gekürzi aus alsodann : als denn wil ich ge- 
dencken an meinen bund. 1 Mos, 9, 1 5 ; als 
denn soltu meines eides quit sein. 24, 4 1 ; 
als denn kom vnd opffer deine gäbe. Malth, 
5, 24; ab denn werden sie fasten. 9, 15; 
so stünde es yhn als denn wol an, das sie andern 
den Splitter aus den äugen zögen, eine bericht 
w einen guten freund, (1528). Aij'*. 

k\99f durch al verstärktes so , mhd. als6 
{Ben. 2\ 461 ff), ahd. als6 {Graffß, 15. 
16), trt'rd gebraucht 

1 ) für ita, so, ganz so, eben so, auf diese 
dri: also vnd also hat Luther wider gottes 
wort geredl. Jen. 2, 175^; ists nicht also? 
1 Mo$, 4, 7; warumb thustu also? 1 kön, 

I, 6; thun nicht die zölner auch also? Matth. 
5. 47; vnd es geschach also. 1 Mos. 1, 9. 

II. 15. 24. 30; es ist nicht also, du hast 
grlachl. 18, 15; wolt jr leben, so thut also. 
42, IS; vnd mache jn {den kästen) also. 6, 
15; darumb soll jr also beten. Matth, 6, 9; 
d€r phariseer betet bey sich selbs also. Luc. 
IS, 1 1 ; (die kundschaßen) hiessen also. 4 
Mot. 1 3, 5 ; also solltt zu den kindern Israel 
sagen. 2 Mo«. 3, 14; danckestu also dem 
heim deinem gott. 5 Mos. 32, 6 ; die schlang 
betrog mich also, das ich ass. 1 Mos. 3, 1 3 ; 
es gehet auch gemeyniglich mit allen slrafung 
golts also, das die oberkeit am meysten ge- 
strafft wird, der prophel Habctcuc. (t 526). 



c iij* ; nu hab ich dyssen artickel nitt alszo 
gesetzt, das wydder den Turcken nit zu streit- 
ten sey. grund und vrsach, (1520). niij'*; 
also hat gott die well geliebet, das er seinen 
eingeboren son gab. Joh. 3, 16. 

2) als folgernde eonjuncHon für itaque 
»- que ita : also ward volendet himel vnd 
erden. 1 Mos. -2, 1 ; also gieng Kain von dem 
angesicht des herrn. 4, 1 6 ; also ward ver- 
tilget alles was auff dem erdboden war. 7, 
23 ; wie der weise stirbt, also auch der narr. 
pred. 2, 16; wie hyena mit dem hunde sich 
gesellet, also auch der reiche mit dem annen. 
Sir. 13, 22; gleich wie man an dem heer- 
panier erkennet, als bey eym gewissen zei- 
chen, was für eyn berr vnd beer zu felde 
ligt, also erkennet man auch gewisz an dem 
euangelio wo Christus vnd seyn beere ligt. 
das eyn ehristltche versanUung macht habe 
alle lere zu vrteylen, (1523). aij\ 

AlMbild (also bald , also balde) , vollere 
/brm /Ur alsbald : also balde stunden seine 
schenckel vnd knöchel feste, apost. gesch. 3,7; 
vnd also bald schied der engel von jm. 12, 10; 
also bald für ich zu vnd besprach mich nicht 
darüber mit fleisch vnd blut. Gal. 1, 1 6 ; da zer- 
berste also bald der basiliscus vnd zersprang. 
ausleg. der euang. von ostem. (1527). Rvj". 

Ahl s. alles. 

Alt» velus. wie wir noch heute jung und 
neu ttti(er«cAetd6n, so unterschied die alte 
spräche auch zwischen Sil und fime und 
setzte alt dem jung, firne dem neu entgegen, 
allmählich aber wurde der gebrauch des 
Wortes firne {s. d.) immer beschränkter und 
alt, an seine stelle tretend, diente nunmehr 
für beide bedeutungen. 

1) alt sowohl in hinsieht auf lebenszeit 
überhaupt, als besonders im gegensatz zu 
jung: ein jghch kneblin wens acht tag alt 
ist, solt jr beschneiden. 1 Mos. 17, 12; ein 
kind eins vierteil oder halben jars all. von 
den Juden vnd jren lügen. (1543). Qij"; ei- 
nes jars alt. 3 Mos. 9, 3 ; ich bin jung ge- 
wesen vnd alt worden, ps. 37, 25 ; sorge 
macht alt vor der zeit. Sir. 30, 26; von 
groszeni angest deynes gerichts bin ich alt 
vnnd graw worden, die sieben puszpsalm. 
(1517). Bv"; dazu so bin ich auch alt und 
schier abgestorben, de Weite br. 5, 28 ; je 



ALTAR 



64 



ALTER 



eller, je kerger (sprüchw,), hatuposi, Jhena, 
1559. bL 15'*; Elihu halle geharret, bis das 
sie mit Hiob geredt hallen, weil sie elter 
waren denn er. Hiob 32« 4 ; da fodderl Si- 
mon seine zween ehesten söne für sich. 1 
Macc, IB, 2. alt und jung — aUe: vnd umb- 
gabeil das haus, jung vnd all, dasganlzevolck. 

1 Mos, 19, 4; wir wollen ziehen mil jung 
vnd all. 2 Mos. 10, 9; vnd verhanlen alles 
was in der slad war beide manvndweib, jung 
vnd alt. Jos. 6, 2 1 ; da kam weib vnd man, 
jung vnd alt zu Osia. Jud. 7, 13. 

2) ah toi gegensatse lu neu : wer hat 
daran gezweifTell, das das all geselz vnd seine 
iiguren müssen ym newen erfüllet werden. 
von dem bapstum zu Home, (1520). Ej"; 
alles was ym allen hohen priesler ist figurirt, 
musz im newen erfüllet werden, ebend.; szo 
folgen wir dem allen vndgewonlichem brauch. 
bulla cene domini. (1522). Aiiij**; vnd sich 
erfindet, das sie die allekirche vnd jren alten 
hreulgam als ein erlzleufelshure verlassen. 
tDider Hans WorsL (1541). Eiij*'; ziehet den 
allen menschen mil seinen wereken aus vnd 
ziehet den newen an. CoL 3, 9. 1 ; niemand 
flickt ein all kleid mit einem läppen von 
newem luch. Matlh, 9, 1 6 ; man fasset auch 
nicht mosl in alle schleuche. v. 1 7 ; das alle 
ist vergangen, sihe es ist alles new worden. 

2 Cor. 5, 1 7 ; der aus seinem schätz newes 
vnd alles erfttr tregl. Mallh. 1 3, 52. 

Nach Grimm {gr. 2, 8. wtb. 1 , 262) 
stammt all , mhd. v. ahd. all st. ald , goth. 
al]>eis, von alan, aljan, lat. alere nähren, deS' 
sen part. altus hoch (d. t. aufgenährt) der 
lautverschiebung nach goth. al)>eis entspricht, 
vgl. auch Weigand wtb. \, 32. 

AlUfj m. opfertisch, von /a(. allere: Noah 
aber bawet dem herrn einen allar. 1 Mos. 
8, 20 ; (Abraham) bawet daselbs dem herrn 
einen allar. 12, 7; das creulz ist vnsers 
hohenprieslers vnd bischofTs allar. hauspost. 
Jhena. 1559. 6/. 159'*. der pl. von allar 
ist allar (d. t. allare) : Assa thet weg die 
frembden allar. 2 chron. 14, 3; vnd lies für 
jm abbrechen die allar baalim. 34, 4 ; ich 
woll es weren keyne {bilder) auff den allaren. 
von beider gestalt. (1522). Ciij\ — mhd. 
sagte man deutscher aller (Ben. 1,26), was 
einigemal auch bei Luth. noch erscheint: 



dan sallu geben, szo du will, zu derkirchen. 
altern, schmuck, kilch. von ablasz vnd gnade. 
(1518). Aiij^ wir haben mit der laL fotnK 
auch die uns fremdartige betonung ahdr zv- 
riickgefuhrt. 

kliMf^ttf m.: capellenboleo, aller bolen, 
glockeu boten, tum holen. buUa eene do- 
mini. (1522). Aj^ 

Altarlickt) n.: messegewand, kirchen- 
schmück , allerliecht vnd der gleichen, rom 
abendmal Christi. (1528). Giij*. 

AltarllBi n. arula: nach dem durch Kains 
bosheil der gollesdiensl gefallen war, ward 
er dazu mal wider auffgerichl, vnd jrgend 
ein allarlin gebawel, dahin sie sich versam- 
lelen, das goltes wort zuhOren vnd zubelen. 
randgL zu 1 Mos. 4, 26. 

AltintdB^ m. Jen. 6, 557\ 

AlUrtBch I n. die decke des aUars : man 
findet auch etlich die vnter dem allertacfa 
lassen mesz halten, ein sermon von dem n. 
test. (1520). Dij^ 

Alte^ m. senex, die schwache form in 
adj. : ein frech volck, das nicht ansihel die 
person des allen. 5 Mos. 28, 50 ; gehet es 
ewrem vater dem alten wol. 1 Mos.AZ, 27: 
einen allen schelle nicht, l Jim. 5, 1 ; für 
eim grawen heubt soltu aulTslehen vnd die 
allen ehren. 3 Mos. 19, 32; wiewol got lu 
Zeiten wunderlich einem iungen mehr wiu 
vnd verstand gibt denn eim alten, als Tino- 
Iheo vnd Salomon, so ist doch die naiarlich 
onlenung, das die wilz hey den allen ist. 
ausleg. der zehen gepot. (1528). Cv^. Dan, 
7, 9 bezeichnet der alle gott als den evoigen 
(antiquus dierum). 

Alter, n. mhd. alter (Ben. \, 26), ahd. 
allar (Graff 1, 19S) ist 1) aevum, zeitaller, 
in welcher bedeutung es sich jedoch nur tn 
den adverbien vor alters , von allers einfach 
erhalten hat, während man sonst die Zu- 
sammensetzungen zeilaller, weltaller ror- 
zieht; so auch -bei Luth.: darnach soltu be- 
wonel werden wie vor alters. Jer. 46, 26; 
vernewe vnser tage, wie vor alters, klagi 
Jer. 5,21; weil es von alter her also ge- 
weret hat. epistel sanct Petri gepreßt- 
(1523). Gij"; das war aber von aller her 
gewonheyt ynn Israel. Ruth. 4, 7 nacA der 
ersten ausg. des andern theiles des a. teil 



ÄLTESTE 



65 



AMBOSZ 



( 1 524 ?) später hier ii^ie sonst von alters her ; 
diese waren die einwoner von alters her die- 
ses knds. 1 Sam. 27, 8; gott ist mein könig 
TOD alters her. ps. 74, 12. Älberus dtel. 
w\f: vor alters, aber von aller her. 

2) aetas, lebensalter, auf Jeder stufe, su- 
mal aber das höhere alter: (Adams) gantzes 
alter ward neunhundert vnd dreissig jar. 1 
Mos. h, 5; Jesus nam zu an Weisheit, alter 
Tnd gnade hey gott vnd den menschen. Lue. 
2, 52; Sara gebar Abraham einen son in 
seinem alter, t Mos. 21, 2; in gutem alter 
begraben werden. 15, 15; Abraham starb 
io einem rOgigem alter. 25, 8 ; das allter ein 
schweer vnselig wesen vnd leben ist. der 
prophet Habjacue. (1526). cj^; das alter ist 
vergessen vnd wesschicht. vfider das baps^ 
litmxuÄome. (1545). Viy^ 

liteste^ m. s. eheste. 

iltkergebracht, von alters hergebracht: 
Tnser althergebrachte religio. Jen. 8, 292*^; 
der althergebrachte glaube. 8, 295**. 

AlthcrkMiHeBd ^ von allen zelten her 
iiammend: ihr voriges altherkommend un- 
chrisllich wesen. de Wette br. 3, 16. 

AlÜlch^ Jetst ältlich , adv, seniUter : der 
Seelen angst vnd leiden erstrecket sich vnd 
greiftet auch an den leib, das das antlitz ver- 
blasset , die äugen stumpff vnd tunckel wer- 
den, die Stirn verruntzelt, vnd alles was am 
geberde ist, altlich gestalt(et) wird. Eist. 2, 
36*. — früher altig (gemma gemmarum 
[1513] bl zij^), alüechlig (Dasyp. dict. 
22 IS 259^ 297*), auch allechtig (ebend. 
W. 86«; 2970. 

Altfitery m. i)pa(rtarcA, envaier: der 
aituater Jacob, /en.4,2 1 4* ; die altueter Adam, 
Noah, Sem auff demselben berge (Morija) 
gott geehret, gefurcht, gedienet haben. 
randgl. zu 1 Mos. 22, 2. 

2) bezeichnung der ersten christlichen 
finsiedler: also hat ein altvater in der wüsten 
ein guten spruch gesagt. Jen. 3, 175*; es 
ist auch vorzeiten ein fromer altvater gewe- 
sen, der gerathen hat, sich des sacraments 
nicht zu enthalten. Eist. 1,7'. 

AitTetlelisch (altvettelsch, wie adelsch ßr 
jidelisch), altweibisch, anilis: der vngeistli- 
chen aber vnd altuettelschen fabeln entschlahe 
dich. 1 Tim. 4, 7 ; der vngeweyhet^ aber 

Dam, WdTterVoek. 



vnd altvettlische(ii) fabeln entschlahe dich. 
von mensdhen leren tzu megden. (1522). 
Aiiij*, bei Bindseil fehlende Variante zu 
1 rtm.4, 7; alltvettelsche merlin. ebend.Bi^; 
altvettelsch geschwetz. ebend. bei Dasyp. 
altvetlisch, altuettlisch ; Älberus: üi vete- 
lisch ; von vettel und dieses vom lat. vetula, 
altes frauenzimmer, 

km, Verschmelzung derpraep. an mtl dem 
dat. sg. des männlichen und neutralen ar-- 
tikels, mhd, anme, ame, weil an deme : da am 
ersten seine hatten war. t Mos. 1 3, 3 ; da der 
tag am heissesten war. 18,1; vnd hub am gros- 
sesten an bis auff den jangsten. 44, 12 ; auff 
der Strasse durch der philister land, die am 
nehesten war. 2 Mos. 13, 17 ; am letzten tage 
des festes der am herrlichsten war. Joh. 7, 37. 

AHichtig^ schwach, kraftlos, ahd. dmah- 
tig (Gra/f 2, 618), mhd, ämehtec (Ben. 2,9): 
gedachten o der bapst hat könige, fUrsten 
vnd bischofi gedempflt, sollt er nicht auch 
eynen amechtigen manch dempffen? antwort 
deutsch. ( 1 522). Aiiij'* ; vmb eines amechtigen 
manchs willen, widder den meuchler zu 
Dresen. (1531). Biij"; auf derselben seile 
aber aucA ein ammechtiger manch ; vnd fris- 
set dich ein amechtige drus oder pestilentz 
dahin, eine heerpredigt widder den Türeken. 
(1529). Dj"; ein amechtige pestilentz. ob 
man für dem sterben fliehen muge. (1527). 
Biij'' ; du amechtiger toller Luther solt ich 
dir antworten vnd deine sprüche verlegen? 
vom abendmal Christi. (1534). niij"; der 
amechtige geist. ebend. fiij*. häufiger jedoch 
und in der bibel ausschlieszlich die schrei' 
bung ammechlig ßr anmächtig (s. d.). 

AHb«8i (ambos, anfangs auch noch an- 
bosz, anbos), m. der eiserne hämmerbloch 
der schmiede: sie fulensz weniger den der 
anbosz des Schmidts die hemmerschkg fulet. 
diu magnificat. (1521). gij^, auf dem fol- 
genden blatt ambosz ; eyn hertz wie eyn an- 
bos haben, ausleg. der ep. vnd euang, v. d, 
heyl. dreyhönige fest etc. ( 1 525). q iij*" ; (gott) 
darff keiner essen, hamer, ambos noch Zan- 
gen, der 147. psalm. (1532). Dj"; ein 
schmid, der mus bei seinem ambos sein. 
Sir. 38, 29. den pL bietet folg. stelle : es sind 
grobe verstockte hertzen, die widder (weder) 
selbs fulen noch yhn von andern sagen las- 

9 



AMEISE 



66 



AMT 



sen, wie der schmid ambosse. an die herm 
deuUchs Ordens, mttemb. 1523. Cij\ 
(irrt mm sieht {vielleicht durch den gen, pl, 
der schmid st, schmide irregeleitet) in dii'e- 
sem ambosse ein verbum mit der bedeutung 
cudere, 

Ambosz, mhd. anebö^ (Ben. 1» 191), ahd. 
^Mpbi{Graff3,232),istzusammensetzg.aus 
an und h^i schlag von pö^m, bA^en schlagen, 
klopfen, wobei das n vor h in m übergieng. 
obgleich die form anbosz {bei Alberus dict. 
Hij'' aabusz neben ambosz) noch öfter im 
1 6. jh. vorkommt, so begegnet amlioss doch 
schon im 15. jh. (f. b. in der ersten deut' 
sehen bibel Hiob AO, 15). 

AHeise , f. f,das als musler des ßeiszes 
bekannte insect", mhd. amei^e {Ben. 1,29), 
ahd. amei;4 (Graff \, 254), hochstwahr' 
scheinlich von der umrzel am, von der auch 
altn. ami arbeit, mühe und ahd. ema:;tc {un- 
«er emsig) abgeleitet sind, vgl, Grimm wtb. 
1,281. Weigandwtb. 1,35. die älter-^hd, 
formen dieses Wortes sind auszerordentlich 
mannigfaltig; voc. ex quo: amesz, voc. in- 
dp, teut. ante lat,: amais, Keisersberg 
omeis, Alberus dict. emes, emesz und 
emeysz, in der barfuser münche eulenspiegel 
ehmes, beiLuth, emmeis, eimmeis u. eimmes : 
gehe hin zur emmcissen du fauler, spr, t),6 ; 
er macht ein eigen capitel von der emmeissen. 
Verlegung des alcoran. (1542). Hj*'; die 
eimmeisen ein schwach volck. spr. 30, 25 ; die 
grillen kamen im winter, da sie nichl mehr 
zu essen fanden zu den eimmessen. ausleg. 
der ep. vnd euang. von ostern etc. (1544). 
Xx vjK 

Ames, gewöhnlicher gebetsschlusz , vom 
hebr. ynv^ wahrlich, gewis, so sei es, wie es 
auch Luth. selbst wiederholt erklärt: das 
worüein amen ist hebreischer oder iudischer 
sprach vnd heyst auff deutsch vorwar oder 
werlich vnd ist fast wol tzu bedencken, dz 
es druckt aus den glauben, den man haben 
soll in allen bitten, ausleg. deutsch des v. u. 
(1518). Jj'*; amen das ist gewis vnd war- 
hafflig. randgl. zu 2 Cor. 1>20; und in der 
bekannten stelle des kl. catechismus : amen, 
amen, dasheist, ja, ja, es soll also geschehen. 

Ahm«! f. mhd, amme (Ben. 1, 30), ahd. 
apmä {Graff i, 251), ursprünglich, wie im 



südlichen Deutschland noch jetzt {vgl 
Schmeller wtb. 1,54), dtemiiller6eief^ 
nend, bei Luth. 1) (säugende) aufnahrerin 
und Wärterin eines kindes, nulrix: also Hes- 
sen sie Rebeca jre schwester ziehen mit jrer 
ammen. 1 Mos. 24, 59 ; wie eine amme ein 
kind tregt. 4 Mos. 11, 12; Naemi nam das 
kind, und legts auff jren schos, vnd ward 
seine amme. Ruth, i, 16 tn den ersten ausgg. 
der bibel, später Wärterin. 

2) hebamme: Moses schreybt, das goU 
den zwo ammen wol that vndheuserbawete. 
der 127. psalm. fVittemb. 1524. Aiiij''; io 
auch die erste deutsche bibel 2 Moi. 1. 
17: die ammen vorchten gotL 

AHHer^ f. unter der asche erhaltener 
funke: wir aber sind vberblieben wie die 
kolen vnd ammern. der prophet Sacharja. 
(1528). Nj**; wird man die ammern widder 
auff scharren vnd viel dreyn blasen, so mflgen 
sie gewarten, wem die funcken jnn die äugen 
stieben werden. Luth. in der vorr, zu B. 
Raid's schriß: widder das lester vnd lü" 
genbüchlin Agricola Phagi. Wittemb. 1 533. 
Aiij"* ; die amern so ein zeit lang vnter der 
asschen gelegen, dennoch wider fewr geben 
vnd anzünden, so man sie rüret vnd auff 
bleset. awl. d. ep, vnd euang. von ostern eU. 
(1*544). biij\— aM.eimurii (^ra/f 1.253). 
im voc, theut, noch eymercn heysse asche. 

Ampel; f. lampe, soll nach einem von 
Grimm wtb. 1, 279 gebrachten beleg bei 
Luther in der ausleg, des v. u. vorkommen, 
ein originaldruck dieser schriß ist uns svar 
eben nichl mehr zur hand, wir haben aber 
einen solchen seiner zeit sorg fällig excerpieri 
und es würde uns ein wort wie ampel gewu 
nicht entgangen sein, ohne zweifei liegt 
Grimms dtat ein süddeutscher nachdruck z^ 
gründe, der das wort lampe des Originals mit 
dem mehr oberdeutschen ampel vertauschte. 

kmi (ampt), n. 1 ) dienst, inbegriffübertra- 
gener oder übernommener obliegevMten, m- 
nisterium, officium: vber drey tage wird Pha- 
rao dein heubt erheben vnd dich wider an dein 
ampt stellen. 1 Mos. 40, 13; ich bin wider 
an mein ampt (erste deutsche bibel: anbedi- 
tunge, sonst ambechlung) gesetzt. 41, 13; 
jr ampt sol sein zu warten der bret vnd ri- 
gel und seulen vnd fttsse der wonung. 4 Mos. 



AMT 



67 



AMTMANN 



3, 36; da die zeit seines ampts aus war, 
gieng er heim in sein bans. Luc. i, 23; hat 
jemand ein ampt, so warte er des ampts. 
Born, 12, 7; ein ampt heisset ein geordnet 
ding, so in einem jeden regiment sein raus, 
das es mancherley besteUete vnd befolhene 
werek habe von wegen des, derdieherrschaffl 
hat, oder einer gantzen gemeine, das damit 
den andern gedienet wenle. autleg, der ep, 
md eu^mg. «oti oalerti eie. (1544). Ffij*; 
der name ftirst ist nicht ein naroe der natur 
odder des wesens, sondern des ampts. ein 
ff edigi ton den engein. (1531). Cij"; epi- 
scopus odder bisscholT heyst eygentlich nicht 
anders denn ein amptman vnd bistumb ein ampt. 
rier iroitUehe peiUmen. (1526). Fiiij"; thue 
was dein ampt oder stand fordert, das I4.tmii 
1 5. aap. a. Johannis. (1538). Piü^ ; ich kome 
oicht getrolt aus eigenem fumehmen vnd gut- 
duDcken, sondern mns es thun von ampts we- 
gen, doa 5. 6. vnd 7. cap. s. Matth. ( 1 532).Bj'. 

2) die messe, das hochamlimgoUesdienst: 
der teulTel einest in der kirchen vnter dem 
hauffen bey dem ampt der messe gewesen. 
eine predigt vber die ep, von d. heil, engein. 
(1544). Aiiij"; darnach folget das ampt vnd 
demrange. deudsche messe. (1526). Diiij". 

3) bezirk: dieser pfarher sol superatten- 
dens sein auff alle andern priesler, so im 
ampt oder refier des orts sitzen, vnterrichl 
der risitaiom. (1538). Lij". 

Fürdenpl. Meten Luih.'s Schriften die for* 
M^ampte u. ampter, empte u. empter : nu sind 
da jüdische menner, welche du vber die ampt 
(d. t. ampte) im lande zu babel gesetzt hast, 
i^an. 3, 12; sie können der ampt auch nicht 
gewarten. Sir. 38, 37 ; der konig hat ynn 
den dreyen ampten mit den seinen zu schaf- 
fen, die ep. des propheten Jesaia. (1526). Fj* ; 
er sielt sich als wolt er konige vnd fursten 
nit lestem, beyst aber yhre gewerben vnd 
ampter. bMa eene domini. (1522). Biij^; 
wie sollten disze ynn geistlichen empten 
^d gutem eynes synnes seyn. ausleg, der 
ep, vnd euang, von d, heil, dreikönige fest, 
(1525). Jiy*; die andern aber halten, man 
mOge wol fliehen, sonderlich die, so nicht mit 
empten verhafftet sind, ob man für dem ster^ 
btn flehen muge. (1527). Ai]**; es komen 
die grossesten schelcke vnd bosewichter jns 



regiment vnd jnn die empter. wamunge an 
seine l. deudschen, (1531). Ej''; vnd sind 
willig vnd weise zu allen emptem. 1 cAroti. 
29, 21 ; vnterschied der werck, gaben vnd 
empter sein müssen in der kirchen. vorr.auf 
denpsalter. Bindseil 7, 324. 

mhd. ambet, ampehte, ambahte (Ben. f, 
27), ahd. ampafat u. ampahti (Graff 3, 25), 
goth. andbahti von dem persönUiÄen and- 
bahts (ahd, ampaht , später erloschen , loo- 
gegen das bei N. 102, 21 ; 103, 4 ersehet- 
nende arobahtari noch im 15. jh. in der 
form ambechter begegnet: Moyses vnd Josue 
sein ambechter die stünden auf. erste deut- 
sche bibel. 2 Mos. 24 ; die ambechter schlu- 
gen in mit backenschlegen. ebend.Mare. 14), 
etner Musammensetsung der partikel and (icn- 
ser heutiges ent) — gegen mit dem im goth. 
fehlenden, aber altn. , alts. und angels, er- 
haltenen hak «^ riieken, wonach andbah ts ur- 
sprüngl. den im rilcken, hinter einem stehen- 
den bezeichnet, vgl. Grimm wtb. 1, 280. 

Amtkaaa^ n. wohnung des amtmanns : inn 
solchem sein die schergen für das amblhaus 
geritten vnd die zwen henger vndybr knecht 
ynn das amblhaus gegangen, von erLenhart 
ITetaer. (1528). Diiij". 

ÄHtleh (emptlin), n. diminutiv von amt: 
jtzt ist kein emptlin so klein, da nicht ein jgli* 
eher wil recht vnd macht haben, zuthun vnd zu 
heissen was jn gelüstet, etnaerm. auffMalthei 
xxij. (1535). Diiij* ; dasz sie in Zwickau sollten 
bekomen ein amptlin. de Wette br, 4, 475. 

AmdeBtf ^ pL von amtmann, beamte, Vor- 
steher: wir haben szo einen frumen redli- 
chen landtsfursten vnd amptleut, das die 
entschuldigung kein behelfl* mag haben, von 
den newen Eekischenn btUlen. ( 1 520). Biü]*" ; 
ich sol vnd wil nicht mich des weltlichen re- 
giments annemen, noch e. k. f. g. amptleute 
verunglimpfen. Burkhardt briefw. 192; 
die amptlente vrsachen nemen aus dieser 
schwinden zeit, selbst fursten zu Sachsen zu 
sein, ebend. ; schafle, das er amptlente ver- 
ordne im lande. 1 Mos. 41, 34; Hehler vnd 
amptleute soltu dir setzen. 5 Mos*. 16, 18. 

AmtMftBB^ m. mhd. ambetmann (Ben. 2, 
34), oAd. ampahtman (Graff 3, 26): das 
wf re mir ein schöner amptman, der da wolle 
im fUrstenthum sitzen vnd sagen, ich bin des 

9* 



AMTSCHILDLEIN 



68 



ANBETEN 



forsten TOlerthan, vnd halle jn für meinen 
heim, aher was er mich heisset, das wil ich 
lassen, doi 14. vnd 15. cap. s, Johannis. 
(1538). Eeiiij*"; der amplman vber das ge- 
fengnis. 1 Mos. 39, 23 ; amptman vber die 

schencken amptman vber die becker. 

40, 2. 

iMtschildUein, ». eine vem (UUestameni' 
Uehen Hohenpriester auf der brusl getragene 
viereckige tasehe, in welcher sich das urim 
und ihummm befand, vgl. 2 Mos, 2, 15 /f. 

iMtskleid^ n. ein von beamteten tur aiM- 
Meichnung getragenes: die amlskleider vnd 
die heiligen kleider des priesters Aaron. 2 
Mos, 3U 10. mit wegfall des genitivischen 
s: machten sie Aaron amptkleider. 39, 1.41. 

AHta^rge {nicht amtssorge), f. die mit der 
Verwaltung eines amts verbundene : von die- 
ser sorge redet hie {Matth. 6) Christus nicht, 
denn es ist eine amptsorge. das 5. 6. vnd 7. 
eap. s. Matthei. (1532). rüij*. 

AHtsferwalterj m. administrator praC' 
feeturae: die weit ist sonst nicht wert, das 
sie solche amtsuerwalter haben solte. Eist. 
1, 391^ 

An, uralte Partikel, goth, ana, ahd, ana 
(6raff\,213lf.),mhd.^ne(BenA,ZSff.),nach 
Grimm wib, 1,285, dem auch Weigand 
wib, 1, 37 beistimmt, einer wurxel mit dem 
in der bedeutung verwandten in angehörig, 
dient 

1) als praeposition mit dat, oder 
acc. Je nachdem ruhe oder bewegung be- 
zeichnet werden soll, mit dem folgenden dat, 
des männlichen und neutralen artikels kann 
an SU am {s, d,), mit dem acc, des neutralen 
artikels zu ans («. d.) verschmolzen werden, 
belege ßr die einzelnen fUgungen hier an' 
zuführen, dürfte wol OberßHszig sein. 

2) als adverb erscheint an hauptsäch» 
lieh in Zusammensetzungen, dann auch ein- 
zelnen Substantiven oderpartikeln unmittel" 
bar naehtretend und zu adverbialen redens- 
arten sich mit denselben verbindend, dieses 
nachfolgende an ist jedoch bei Luther in der 
regel nodC getrennt geschrieben. 

üeber den verhiüt derpartikel an zu den 
verwandten partikeln in, bei, za u. a. vgl, 
Grimm gr. 4, 771 ff. 

Ankeginn, m. anfang, der erste beginn: 



habt jrs nicht verstanden von anbegin der 
erden? Jes. 40, 21; von anb^n aber bts 
nicht also gewesen. Matth. 19, 8; nachdem 
ichs alles von anbeginne erkundet habe. Imc 
1,3. — ahd. sagte man dafür anakin, ana- 
ginni und bigin (Graff 4, 2 1 5), mhd, anegin 
und begin {Ben. 1, 529), ata welchen bei- 
den zusammen anbeginn eiUsprang, docK 
nicht erst im iß. Jh.; S(J^on in der ersten 
deutschen bibel: herre bistu denn nit von an- 
begin mein heyliger gott. Hab. 1 , 1 2 ; von dem 
anbegind. ebend. Zach. 1 2, 7. mhd. anbe> 
ginne n. {Ben. \, 529). 

Anbehalten: nicht das er nacket gewes^en 
sey, sondern hat die königliche kleider abge- 
legt vnd nur gemeine kleider an behalleo. 
randgl. zu 1 Sam. 19, 24. 

Anbeisien, an, in etwas beiszen, ii» e$ 
zu kosten: vnd als er(Pe(nM) hungerig ward, 
wolle er anbeissen (ynicaad-cu, vulg. gu- 
stare). apost. gesch. 10, 1 ; brach das brod 
vndbeis {bisz) an. 20, 1 1 ; wir haben vnsbart 
verbannet nichts an zu beissen. 23, 14. — 
ahd. sagte man für gustare nicht anapi^an. 
sondern antpf^an, inpt^an, mAd.enbt;ett, leo- 
von unser imbisz noch übrig ist. 

AnbeUeben, was ankleben: meyne ge* 
beyne seyn anbeclebet meiner haut, die sie- 
ben puszpsalm. (1517). Evj^ 

Anbellen, aüatrare, beiLuth, noch stark 
conjugiert: vnd wird nicht ein hond dich 
tharen anbellen. Jud. 11, 13; siUen auf 
unser mist vnd uns anbellen ist ein schlech- 
ter geist. de Wette br. 2, 521 ; da sie na 
das trew handUn der kirchen, Johannes Hos, 
in solchem diebstal erfand, anball vnd verriet, 
füren sie zu vnd machten aus dem diebstal 
einen offenberUchen raub. Jen. 6, 348' ; sis 
er nu aus dem tempel gieng, holten die eherne 
hunde jhn an. vomschem hamphoras. (1 543)' 
AiiiJ». 

Anbeten (anbetten), adorare, die höchiU 
(göttliche) Verehrung erweisen, a) der ge- 
genständ des anbetens bleibt unausgedrüdU: 
wenn wir angebetet haben, wollen vrir wi- 
der zu euch komen. 1 Mos. 22, 4; vnser 
veter haben auflf diesem berge angebetet' vnd 
jr saget zu Jerusalem sey die stete, da man 
anbeten solle. Joh. 4, 20. 

b) mä dem acc. derperson oder foc^- 



ANBETEN 



69 



ANBILDEN 



du solt anbeten gott deinen herra. Maüh, 
4, 10; vnd (M(nuuse)heiiBi an alleriey heer 
am himel. 2 chron, 33, 3 ; Bathseba neiget 
sich vnd bettet den kOnig an. 1 kön, 1,16; 
die leate in Egypten beten beide thier, den 
crocodil vnnd den igoeumon ftlr gOtter an. 
Uichr. 92^ 

c) das objeet in einem abhängigen satz: 
sie meinen, was sie lesen vnd jmaginiren» 
das mOsse also isein vnd alle weit anbeten, 
ro» den eoneilijs vndkirchen, (1 539). Ciiij" ; 
im bapstnm da haben wir den leufel hOren 
müssen, vnd schier angebetet, was ein jeder 
manch, mit vrlaub, gefisten vnd gefartzet hat. 
hausposl. Jhena, 1559. bl. 314^ 

d) mit praeposiHonen: du soU anbeten 
für dem herm deinem golt. 5 Mos. 26, 10; 
Ahimaaz betet an für dem kOnige. 2 Sam, 
18, 28; ich wil anbeten gegen deinem hei- 
ligen tempei. ps. 5, 8 ; da fiel sie (Rulh) auff 
jr angesicht vnd betet an zur erden. Ruth 
2, 10; sie (ÄbigaU) stund aufi vnd bettet an 
aufi jr angesicht zur erden. 1 Sam. 25, 41. 

Üeber die bedeulung des wertes anbeten 
an und fwr sich erklärt sieh Luther selbst 
tu der Schrift: von anbeten des sacramenls. 
WiUemb. 1523. Ciij^ welche erklärung hier 
foUslänÜg mitgelheilt zu werden verdient: 
anbellen ist nidit mundwerck, szondern des 
ganlzen leibs werck, nemlich mit dem heubt 
neygen, sich bücken mit dem^eybe, auff die 
Inye fallen, anff die erden lallen etc. vnd 
solchs ihun tzum tzeychen vnd bekentnis der 
vberkeyt vnd gewalt, gleich wie man den 
weltlichen fursten vnd herm auch still- 
schweygendt sich neyget vnd wie die bepst, 
bisschoff, ept vnd das voick sich lassen eh- 
ren vnnd ehrbieten mit bücken vnd knyen 
etc. solche eoserliche ehrbietunge heyst ey- 
genilich ynn der schrillt anbeten vnd ist ausz 
lantter vnverstandt das wortlin adorare ver- 
deuischt auff anbeten, wilchs von betten des 
mnnds tzu starck lautt, vnd wens nicht szo 
gar were gemeyn worden, were es noch gutt, 
das man nicht spreche anbeten, szondern 
ehrbieten^ odder wie das ebreisch gibt ney- 
gen (gemeint ist das hithp. von TtJ^, wel" 
chet die LXX stets durch TtQoaxvreTy Ober» 
ietxl). 

anbeten erscheint zwar schon ahd, {Graff 



3, 60 anapet6n), weU häufiger aber steht 
für adorare das einfache mit dem acc, der 
person construierte pelAn, während mhd. 
beten im sinne von adorare stets mit der 
praep, an verbunden wird. 

«Anbetei) n. der inf. des vorigen verbums 
substantivisch]: solch vertrawen vnd beifallen 
ist das recht anbeten. Jen. 1, 500''; es macht 
'sie das eusserlich anbeten jrre. 2, 278* ; diszes 
anbettens ist jtzt leyder alle wellt, ynn allen 
winckeln voll, von anbeten des saeraments, 
(1523). Cij^ 

ABbeter, m. adorator: es kompt die zeit 
vnd ist schon jtzt, das die warhaflUgen an- 
beter werden den vater anbeten im geistvnd 
in der Wahrheit. Joh. 4, 23 ; etne von Bind' 
seil nichi angegebene var, dieser stelle: 
es kompt aber die Izeytt, vnnd ist schon itzt, 
das rechtschaffene anbeter den vatter anbe- 
ten werden geysüich vnd rechtschaffen, von 
anbeten des saeraments. (1523). Gij"; man 
wird mir meine anbeter . . . herbringen zum 
geschenck. Zeph. 3, 10. — das ahd, ana- 
petari {Graff 3, 60) hat die bedeutung von 
hariolus. 

Aibetlsch: das sage ich nicht darumb, 
das ich die bilder verteydingen wöUe odder 
die vrteylen, so sie zubrechen, sonderlich die, 
die gottes vnd anbettische bilderj {bilder, 
die angebetet werden) brechen, widder d. 
hyml. Propheten. (1525). Cij*. 

ABUeteS; offerre, mhd. ane hinten {Ben. 
1 , 1 82) : wenn du für eine Stadt zeuchst sie 
zu bestreiten, sa soltu jr den friede anbie- 
ten. 5 Mos, 20, 10; wenn die fürsten recht 
anbieten, so isls fast an dem kneufQin, da 
das hembd anhenget. der 101. p«alm.( 1534). 
Biiij* ; das ist das geding vnd der vertrag, den 
gott seinem volck anbeut, ausleg. der zehen 
gepot. (1528). Cv*; da aber Simon sähe, das 
der heilige geist gegeben ward, wenn die 
apostel die hende aufliegten, boter jnen gelt 
an. apost. gesch. 8, 18; yhr habt die grosse 
gnad nicht verdienet, sondern ist euch lautter 
vrobsonst angepoUen. epistels. Petri: (1 523). 
Eiiij^. vgl. bieten. 

kMUtMf in einem bUd vorstellen: die 
Juden gott schuld geben, er habe Dauid nicht 
trew noch glauben gehalten, weil er den 
messias nicht geschickt hat, welcherley weise 



ANBINDEN 



70 



ANBRECHEN 



sie es gerne helten, vnd wie sie es jm für 
malen vnd anbilden, ein Meff wider die 
sahbalher. (1538). Dij". 

ABbiBdeBj durch binden an ettcas be- 
festigen, mhd, ane binden {Ben. \, 130). 

1) nnfUich: balde werdet jr eine esdin 
finden angebunden. Malih. 2 1 , 2 ; den (kahn) 
hüben wir auff vnd brauchten der halffe vnd 
bunden jn vnlen an das schiff. aposL gesch,* 
27, 17; da wil keiner das maul au£fthun 
oder (wie man sagt) der katzen die schellen 
anbinden, das 1 4. vnd 1 5. cap. s, Johannis, 

(1538). 

2) figürlich: wenn man yhn (goU) so wil 
hefflen vnd anbinden an zeit, person vnd 
stete ... so hat man sein gefeylet. vber das 
erste buch Mose. (1527). Hüj**; darumb ha- 
bens die apostel auch selbs für nötig ange- 
sehen, das sie das newe testament in die 
griechische sprach fasseten vnd aubunden. 
Jen, 2, 464*. Grimm meint, Luther ver- 
wende hier anbinden für itbersetzen, doch 
kann wolvon einer Übersetzung des n. test. 
in die griechische spräche durch die apostel 
keine rede sein. 

3) sich anbinden: es sey denn, das ersieh 
dir anbinde vnd bescheide dich zu einem son- 
derlichen lissch durch sein worU das diese 
wort Christi noch fest stehen. (1527). hij^. 

AvUsi^ m. was imbisz: kinder habt yhr 
eyn anbisz ? Joh. 21,5 nach der sept, ausg. 
des n. test,v,j. 1522; später: habt jr nichts 
zu essen? — t70c. v. 1429 bei Sehmeller 
wtb. 1 , 209 : jentaculum, morgenprot, anpis; 
voc. gemma gemmarum (1513). bl. Diij**: 
vesca. ein spysz oder ein ambysz. 

ABblahcB (anhieben), anblärren, anblö- 
cken: wo dis (sc. das auslegen) nicht ge- 
schieht, so ist diegemeyne der lection nichts 
gebessert, wie bis her ynn kloslem vnd stifi- 
ten geschehen , da sie nur die wende ha- 
ben angeblehet. von ordenung gottis dienst. 
( 1 523).Aif. -von mAd.blaehen (Ben. 1 , 1 96). 

AnblMen^ an etwas blasen^ ahd. anapld- 
san (GraffS, 236): wind kom herzu aus 
den winden vnd blase diese getOdten an. 
Exech. 37, 9 ; vnd da er das saget, blies er 
sie an. Joh. 20, 22 ; mit einem bösen ödem 
anblasen, ob man für dem sterben fliehen 
muge. (1527). Biij"; man mus vns ansingen 



vnd anblasen, das wir den herrn sollen prei- 
sen, der 147. psalm. (1532). Auf. 

ABblftlMB s. anplatzen. 

AAblkk^ m. einmal auch n., mhd. anblic 
{Ben. 1, 207). 

1) das was sieh unserm blick zeigt: 
der glaub mus ein geisthchen anbliek haben, 
daran er hafile, aber brod ist ein leiblich an- 
bliek. vom abendmal Christi. (1528). tiij*; 
der glaub kan nichts leiblichs zum anbliek 
haben, ebend.; vber der tauffe Christi ist nicht 
ein solcher schrecklicher anbliek zu sehen ge- 
west, wie am berge Sinay. zwo predigten 
auff der kindertauffe, (1540). Eiiij''; wie 
lang sali das anbliek (das uns vor äugen 
stehende göttliche gericht iai^emetnl) leuch- 
ten, die sieben puszpsalm. ( 1 5 1 7). Bv^ ; wie 
finster vnd tunckel ists da, von allerley be- 
trübtem anbliek des zorns gottes. vorr. auf 
den psalter. Bindseil 1, 320. 

2) der auf etwas gerichtete blick: freund- 
hcher anbliek erfrewet das hertz. spr, 15, 
30 ; nu ists ia einerley kindlin, einerley heiland, 
vnd wird doch zweierley weise angesehen, 
geistlich durchs wort, leiblich durch den an- 
bliek. das diese wort Christi noch fest stehen. 
(1527). If. 

3) einmal auch wie das einfache blick 
für momentum: das wir plötzlich vnd jnn 
einem anbliek dieses trosts vergessen haben. 
das 16. cap. s. Johannis. (1538). Bbiij^ 
vgl. augenblick. 

AsUIckcni den blick worauf richten: 
hette aber meyn Heyntz vnszer bibhen nur 
eyn wenig angeblickt, anlwort deuUch. Wü- ' 
temb. 1522. Eiiij^ — mhd. aneblicken(£ea. 
1, 206), ahd. anaplicchan {Graff 3, 244). 

Anbrechen gebra%tchl Luth. 1) tnirat»i(ir 
t?om eintreten des lichtes , der morgenrolke, 
destages imgegensatz zur nacht, dann auch 
eines lages überhaupt : Joab mit seinen men- 
nern giengen die gantze nacht das jnen da» 
liecht an brach zu Hebron. 2 Sam. 2, 31; 
da rang ein man mit jm bis die morgenröle 
anbrach. 1 Mos. 32, 24 ; wenn der tag an- 
bricht stehet auff der mörder. Hiob 24, 14: 
vnd der sabbath brach an. Luc. 23, 54. — 
da es mhd. hiesz der tac brichet üf {Ben. 
1, 240), so ist auch wohl unser anbrechen 
in der tag (morgen) bricht an zusammen- 



ANBREffNEN 



71 



ANDÄCHTIG 



4etiUKg mit brachen und nicht mit bröhen 
UHchten, strahlen. 

2} eigenthOmUeh ßr feindliches einbre- 
chen steht anbrechen in folgender stelle: 
der Tdrck dieser zeiten an viel orten anbricht 
vnd der Christenheit grossen Abbruch thut. 
Jen, 2, 1 64*». 

AibreBBeB, in doppelter anwendung, 

1) iu brennen beginnen: wenn ein liecht 
odder strohalm gftr ansgebrand, ilzt verles- 
sehen wil, so gibls eine ffamme von sich, 
a)$ wolis aller erst recht anbrennen, der pro» 
^^iDam'tfi. (1530). Aij"; sein zorn wird 
haid anbrennen, ps. 2, 1 2 ; mein zorn vnd 
mein grimm ist iusgesehttt vber diesen ort . . . 
>Dd der so! anbrennen das niemand lesschen 
möge. Jer, 1, 20. 

2) beim kochen unten an den topf fest- 
brennen: das die marckstflcke anbrennen. 
Ezech. 24, 10 ; das ingebranle wil nicht ab- 
gehen, denn es ist zu sehr angebrand. v. 12. 

AiMagen^ 1 ) an eineperson bringen, mit- 
tkeilen: sölchs {dasx nemlich der heil, geist 
den Heiden gegeben wäre ohne das gesetz 
Mosii) besteitigt nu Petrus ym concüio zu 
Jerusalem, da Paulus vnd Barnabas sölchs 
aus Aotiochia an brachten, 'eine bericht an 
einen guten freund. (1 528). Giij". 2) tfi der 
bibelübersetiung verwendet Luih. anbringen 
üHch einmal in der der älteren spräche an- 
gehörigen, heute erloschenen bedeutung von 
enreizen, aufbringen: der könig lies die 
elephanten mit roten wein vnd maulbeersafll 
l>e$prtttzen, sie an zu bringen vnd zu erzür- 
nen. 1 Mace. 6, 34. 

Anbrach^ m. 1) das was zuerst von einer 
wehe vorweggenommen wird : ist der anbruch 
heilig, so ist auch der teig heilig {il Si^ 
ttntt(»/^ cl//a, xat tb (pvgafda, vulg. si de- 
libalio sancla est, et massa) Rom. 1 1, t6; er 
\Chrittus) ist der erstling, anbruch vnd pri- 
iDogenitura (wie Paulus sagt) des geystüchen 
leben«. episUl s.Pelri. WiUemb. 1523. Viiij. 

2) eintritt, anfang, beginn: anbruch des 
ersten feyrtags. randgL zu Matth. 28, 1. vgl. 
anbrechen 1. 

Andadit, f. gebraucht Luth, 

1 ) noch in der älteren, weiteren bedeu- 
tung ton andenken überhaupt : das sind mir 
die allerbesten gesellen, die sich für der 



Schlacht ermanen vnd ermanen lassen duich 
die löbliche andacht jrer bulschafll vnd lassen 
jnen sagen, hui nu, denckt ein jgUcher an sei- 
nen liebsten bulen. Jen. 3, 358'*». hierzu vgl. 
Grimm myth, s, 370. 

2) häufiger Jedoch schon mit Verengerung 
des begriffs von der ricKtung der gedanken 
auf göttliches, heiliges: frey, frey solls seyn 
nachdem du andacht vnd gelegenheyt hast. 
von anbeten des sacraments. (1523). Ciiij''; 
die andern aber die nur boffel erbeit draus 
machen, können nimer mit lust noch andacht 
beten, das b.Q.vndl.cap.s. Matth. (1532). 
g iij** ; zu dem ersten tempel, den Salomo ba- 
wet, lieset man nicht, das so viel beiden vnd 
könige dahin komen sind vnd so viel andacht 
dazu gehabt haben, als zu diesem letzten. <ler 
prophet Sacharja. (1528). Ziiij"; zu zeiten 
kaum in einem halben jar einmal, kOmet mich 
ein andacht an, das ich hinzu gehe {sc. zum 
abendmal). Eist. 1, 95". 

3) ofl steht andacht auch im sinne von 
meinung, dtinJke/, gutdünken: etliche als 
Bonaventura haben hie jr andacht, doch mit 
freiem gewissen, das Johannes euangelist vnd 
Maria Magdalena seien breutgam vnd braut 
gewest in der hochzeit zu Gana . . . dagegen 
mag ein ander seine (doch frey) andacht ha- 
ben, es sei Simon oder Juda der breutgam. 
Jen. 8, 140"; vnd doch nichts ist, denn dein 
dunckel oder andacht. 5, 516"; nu ists vor- 
mals offt beweiset, das mflncherey on goltes 
befehl vnd wort, allein durch menschen an- 
dacht vnd gutdttnckel aoff komen ist. Jen. 6, 
22'' ; Gedeon richtet aus eigner andacht ein 
ephod an. ein widderruff vom fegefeur. 
U530). Bij\ 

mhd. andAhl (Ben. \, 350), ahd. anadAht 
(Graff 5, 1 63) ist zusammengesetzt aus ana 
an und ddht denken, gedanke. das urspr. 
lange a vor ch noch dialektisch z, b. in 
Hessen. 

Andicktig (andechtig), pius, devotus: die 
andechtigen vnd erbarn weiber {vulg. mu- 
lieres religiosas et honestas), apost. gesch. 
13, 50; wenn Christus selbs odder seine 
mutter itzt etwa kranck lege, da were ein 
iglicher so andechtig, das er gerne diener 
vnd helffer wolt sein, ob man ßr dem ster- 
ben fliehen mOge. ( 1 527). Cj" ; daselbst vrab- 



ANDÄGBTI6UCH 



72 



ANDER 



her an den wenden kund man solche an- 
dechlig {xur andacht dienende) bilder vnd 
gemeide lassen malen, ebend, Gvj*^. — mM, 
andaehtic {Ben. 1,350), ahd. anadMiÜc ( Graff 

b, 163). von andacht. 

ABd&cktiglick (andechtiglichen), adv. 
devote: als man diese wort im patrem ge- 
sungen hatte vnd gebetet andechtiglich. EisL 
2, 431; so bitte ich gar andechtiglichen e. 

c. h. wollen mir meinen tisch- vnd hausge- 
nossen vngemeistert vnd vngeheiet lassen. 
Jen, 6, 327*. da dieses von BudUichügmiltels 
lieh gebildete adv, bei Grimtn fehlt, so 
erlaube ich mir, den belegen aus Luth, 
noch einige andere beizufügen: drey gesel- 
len, zwen burger vnd ein bawr giengenl mit 
einander kirchferten andechligklich in die stat 
Mecha. Steinhötoel, Esop. Freib, 1545. 
bL 91^; vnd nam die bruch andechtiglich 
mit jm als wer es heiltumb. ebend,. 127*. 
voc, incip. teul. ante lat, bl. h'f : andech- 
tigclich deuote altenle suppliciter und: an- 
dechligclichen betten supplicare. 

Ander, mhd. ander {Ben. 1,35), aftd. an- 
dar {Graff l, 370), goth. an))ar, comparativ 
von einem positiv, welcher skr. anja lautet 
und mit Übergang des n in 1 lat. alius, goth. 
ahs, aM.aH,eli((rra/f 1,223). vgl. Grimm 
gr. 3, 635. 636. wtb. 1, 305. bei Luther 
begegnet statt der mit den geschlechtsen- 
düngen versehenen formen im nom. sing, bei- 
nahe immer unflectiertes ander ; wir erlau- 
ben uns kaum noch xu sagen ander geld, 
ein ander herz, LiUh. unterdrückt auch die 
männliche ßexion : ein ander weihe es ein. 
5 Mos. 20, 4 ; kein ander sol von dem heiligen 
essen. 3 Mos, 22, 1 ; bis das ein ander kdnig- 
auff kam. apost. gesch. 7, 1 8 ; Luther ist ein 
ander Hus, Zwingel ist ein ander Chore, vom 
abendmal Christi, {\b2S). b iiij''. noch häufi- 
ger ist dieses unßectierte ander im artikulier- 
ten nom. sing, aller geschlechter , wie über- 
haupt Luth. das „überlenge e** gern ausfallen 
liest, die obliquen casus fordern selbstver- 
ständlieh auch bei Luth. die ßexion. statt der 
volleren form anderes {ahd. andarai;, mhd. an- 
dere;) bedient sich Luth. der gekürzten an- 
ders {mhd. ander;): etliche schrien sonst, 
etliche ein anders, apost. gesch. 19, 32; viel 
anders mehr vermanet vnd verkündiget er 



dem volck. Luc. 3, 18; fielen sie aaff ein 
anders thörlich fürnemen. weish, 1 9, 3. 

Was die bedeuiung von ander betrifft, so 
ist es 

1) zunächst das Ordnungszahlwort der 
zweizahl. Lulher zählt stets der erste, der 
andere, zum ersten, zum andern «ml nickt 
der zweite, zum zweiten : da ward aus abend 
vnd morgen der ander tag. 1 Mos. 1 , 8 ; so 
er kompt in der andern wache vnd in der 
dritten wache. Luc. 12, 38; das ander weh 
ist dahin, sihe das dritte weh kompt schnei. 
offenb.Joh. 11, 14; vnd der bahn krehet 
zum andern mal. Marc, 14, 72; ebenso: das 
ander buch Mose, das ander buch Samuelis. 
die ander epistel an die Gorinther. heuU 
ziehen wir zweite dem ander vor, doch ver- 
einzelt haftet es noch. vgl. anderthalb. 

2) dte bedeutung von alter behauptet an* 
der in allen sätzen, wo eins daneben steht: 
darein bewilligt sie , doch mit dem bedinge, 
d^s der eine sie leret in den himel faren, der 
ander, das sie wider herab faren künde, ver- 
legung des alcoran. (1542). Ej"; ein nach- 
bar {gedruckt nachtbar) ist dem andern einen 
brand schuldig, der 147. -psalm. (I532l. 
Biiij''; ein wolff beschreyt den andern nit. 
die sieben puszpsalm. Wiltemb. 1517.Gliij''; 
es wird schuldig vnd vnschuldig einer mit 
dem andern leyden mUssen. derprophet Ha- 
baeuc. (1526). ejK 

3) ander — alius : ob sie {die i^ttndeii- 
male Christi) noch frisch, offen vnd rott sol- 
len gewest sein, wie die maier malen, Usse 
ich andere örtern. zwo predigt auff der hin- 
dertauffe. (1540). Nj*"; Lucas schreibt von 
Paulo, Apollo vnd andern, das sie freidiglich 
handelten, der prophet Habacuc. (1526). 
hij^; wenn ich nur das ablas widderriefT, 
szo hett das ander kein nolt. auff des bocks 
zu Leypczick antwort. (1521). biiij*; (die 
taufe) ist ein ander bad vnd waschen , denn 
durch natOrUch wasser. zwo predigt auff d, 
kindertauffe.{ibiO). Fj^ ; er wil nicht sagen, 
das man die bar nicht könne puluem, das sie 
schwartz odder ander färbe kriegen, dat 5. 
6. vnd 7. cap. s. Malthei, (1532). Yiiij'; 
der adel gemeyniglich lewen, beren, wolffe 
vnd andere wilde thier im schilde füret, der 
pr. Habacuc. diiij*. 



ANDERHALB 



73 



ANDERSWOHIN 



Amkrltlb^ die organische form für an- 
derthalb *» 1 1 ^, mhd. anderhalp {Ben, 1 , 
614): Udster da etwa «nderhalb hundert 
personen jnnen gelebt, auff das vermeint 
keUerHeh edici. (1531). Fiiij"; ein jglich 
rad war anderhalb eilen hoch. 1 kön, 7, 32 ; 
anderhalbe eilen lang und breit. Exech. 40, 
42; vnd ich ward mit jr eins vmb funffzehen 
silberlinge vnd anderhalben homer gerslen. 
Hol. 3,2. in der Mbelhommt jedoch auch die 
dem dritthalb, vierthalb nachgeahmte form 
anderthalb vor: anderthalb eilen die breite 
vnd anderhalb eilen die höhe. 2 Mos, 25, 10. 
17. 23. 

Anderlei , anderer art , verschieden : das 
du dein vieh nicht lassest mit anderley (vulg, 
alterius generis) ihier zu schaffen haben. 3 
Mos, 19, 19; ich meyn yhe das sey klar 
gnog beweysset , das wir alle priester sein 
lud diese priester nil anderley priester, son- 
der knecht vnd ampt leutt sein, auff das 
vMrchristlich buch bocks Emszers, (1521). 
Cj'; erstlich ist das gewis, das Zwingol vnd 
Ecolaropad ym verstand einlrechtig sind, wie 
wol die wort anderley sind, das diese wort 
Christi noch fest stehen, (1527). ciiij''; es 
were doch die lügen nicht so gros vnd die 
schände nicht so gros, wenn sie einerley 
wort an anderley orten vneiniglich vnd vn- 
gleich deuteten, von dem abendmal Christi, 
( 1 528). a iiij''. «^j. allerlei. 

hdeni (endern), mutare, bei Luth, 

{) transitiv: reiniget euch vnd endert 
ewre kleider. 1 Mos, 35, 2; vnd enderten 
dienamen. 4 Mos, 32, 38; die rechte band 
deshOhesten kan alles endern. ps, 11, 11; 
er endert zeit vnd stunde. Dan, 2, 2 1 . 

2) reß.: wie die zeit des jars sich endert. 
vfeith, 7, 1 8 ; weil gott lob itzt die schröpfe 
ein wenig sich geändert, de Wette dr. 4,2 1 8 ; 
die erfarung wirds geben, das dieser Ordnung 
viel stuck wflrden sich ändern rotlssen. 6,81. 

iidf rii; n, : das endem vnd bessern sind 
weierley. der \Q\,psalm, (1534). Rj^ 

Aiden, mAd. anders (Ben, 1, 36), ahd, 
anderes [Graff 1, 377), adverbialer genitiv 
ton ander. 

\)aäter, auf andere weise: vnd raocht 
wol gerne hören wer das anders beweeren 
»oU. eynn sermon von dem ablas z, (1518). 

Dmrx, Wörtarbnch. 



Aij* ; so ers wol kund anders zu wegen brin- 
gen, wider den bischoff zu Magdeburg 
(1539). Giij^• er treibt die teufel nicht an- 
ders aus, denn durch Beelzebub. AfaltA. 1 2,24. 

2) alioquin, sonst, übrigens: las mein 
voick das mirs diene, ich wil anders dis mal 
alle meine plage dber dich selbs senden. 
2 Mos, 9, 1 4 ; man fasset auch nicht most 
in alte schleuche, anders die schleuche zu- 
reissen. Matth, 9, 17 ; niemand fasset most 
in alte schleuche, wo anders, so zureisset 
der most die schleuche. Lue, 5, 37 ; habe 
ich anders gnade für deinen äugen funden. 
4 Mos. 11, 15; so anders gottes geist in 
euch wohnet. Rom, S, 9. 

Änderst; adv, erscheint bei Luth., wie im 
16. jh, überhaupt, häufig für anders: ich 
wttrde yhm die sporen änderst gerinckt ha- 
ben, von heimlichen vnd gestolen brieffen, 
(1529). Ciij*; seyt yhr nicht auch hencker 
vnd mörder Christi, ob yhr wol mit der fed- 
der änderst kirret? widder die hymLprophe" 
ten, (1525). Hiiij^; nu aber llmn die kelzer 
nicht änderst mit gottes wort, denn als wer 
es menschen wort, kurtz bekentnis vom heil, 
«acramen(. (1544). Eij**; das vierde thier, 
welchs gar änderst war, denn die andern 
alle. Dan, 1, 19. 

Andersw«; adv, an einem andern ort, 
zusammengeschobenes anders wo: kan er 
dich do auch nicht stUrlzcn, so grcylTl er 
dich aber anderswo an. epistel s, Petri. 
(1523). ccj*; doch hab ichs sonst anderswo 
sola fide gebraucht, ein sendbrie/f von doU 
metschen, (1530). Bij"; das ich wol geneigt, 
jn anderswo helffen zu verbitten. Jen, 3, 
425"; sondern steiget anderswo hin ein. 
Joh, 10, 1. 

Anderswthcr^ adv, von einem andern ort 
her: vnd es gewis dafür hielten, er würde 
nirgend anders woher komen, denn von dem 
stamme Dauid. Jen, 3, 462'*; ein fremdling 
heisst ein einkdmiing oder auslender, der an 
dem ort da er wonet nicht bürger ist von 
ankunfTl vnd gehurt, sondern anderswoher 
sein ankunm hat. Eist, 2, 137'*. 

Aaderswtkin^ adv. an einen andern ort 
hin: yhren kindern vnd erben das brott aus 
dem maul ncmen vnd anderszwo hyn wen- 
den, ordenung eyns gemeynen kastens, 

10 



ANDERTHALB 



74 



ANEINANDER 



(1523). Aüj*'; ehe denn wir genannten do- 
ctorem anderswohin ordnen. Burkhardt 
hriefw. 366; wo soll dis bilde anderswo hin 
gehören, denn vnter diethiere in apocalypsi? 
Jen, 3, 341". 

Asderthalb s, anderhalb. 

ladering^ f. mutalio: vmb des lands 
sunde willen werden viel enderunge der 
fttrslenlhUme. spr. 28, 2 ; bcy jnen ist kein 
vnterscheid der zeit, stete» werk oder der 
enderungen. randgl, zu Exech. 26, 20. 
Bindseil bibel 1, 527. 

iBderwelt^ adv, hat bei Luih. noch die 
hedeulung von Herum , zum zweiten male : 
darumb hatt Christus wollen geporn werden, 
auff das wyr durch yhn anderweytt gepornn 
wurden, auszleg. d. ep, vnd euang, von 
christag elc, (1522). Fiij"; der allmechtige 
gol vnd vatter vnszers herrn Jhesu Christi, 
der dich ander weyt geporn liatt durchs 
Wasser vnd den heyligen geyst. das tauff" 
buchlin verdeutscht. (1523). biiij*'. im n. 
lest. Übersetzt Luth, yeyyfjSijyat ayio&ty 
ttVon neuem geboren werden.** die stelle 
GaL 4, 19: meine lieben kinder, welche ich 
abermal mit engsten gebere, wird in der 
ausleg, des propheten Sacharja Cciij'* ct- 
tiert: welche ich anderweyt gepere. — 
mhd. anderweit, anderweide {Ben, 3, 552), 
gleichviel mit anderweit, ander weide ist an- 
derwerbe {voc. ex quo 6/.R5'') vgl. Grimm 
gr. 3, 232. 

Anderw«^ was anderswo : dann aller erst, 
szo du wilt, roagstu geben zu dem gebewde 
s. Peters adder anderwo. sermon von dem 
ablasz vnd gnade. (1518). Aiij'>. 

AndrehcBi drehend anjfugen, in der figür- 
lichen redensart: den rechten eine wechs- 
serne naseu andrehen. Eist. 1, 392". 

Ane (an), ohne, praep. mit acc, ahd. änu, 
Ano {Graff \, 285), mhd. Ane, kn {Ben. 1, 
40): an forcht vnd demut mag gotl niemant 
behagen, die sieben puszpsalm. JVittenb. 
1517. Bij"; es wirt wolmehrdingsangrundt 
vnnd bewerung gesagt, eyn sermon von dem 
ablasz. (1518). Aiij^; das nu wenig muglicb, 
vnd an sunderc gottis gnaden vnmuglich ist 
{nemlich ketischheit zu halten), eyn sermon 
von dem ehelichen stand. (1519). Aij^ ; Ge- 
deon an all schwertschlag die feynd verjagt. 



eyn sermon von der bereytung zum sterben. 
(1519). bj"; das ist nit an sonderliche orde- 
nung gottis geschehen, eyn kurcx form der 
czehen gepott. (1520). Aj*"; alszo magk ein 
ytzlicher dewten an alle ferligkeil. euang. 
von d. tzehen auszsetzigen. (1521). Kj"; da 
hat er an tzwcyffel gewollet, das man nit 
schlecht hyn glewbe den singententzemn. 
der 36. psalm. (1521). Diij^ später on{d.i. 
one), s. ohne. 

Anc (an), erscheint wie nü^d. (Ben. 1,40) 
und ahd. ((irra/f 1,283) auch noch bei Luih. 
in Verbindung mit sein vnd werden im sinne 
von los, ledig, frei, der von ane abhängige 
gen. geht stets voraus. 

a) mit sein : die bOsze fleyschliche lust, 
der niemant an ist. eyn sermon von dem eH" 
liehen standt. (1519). Aij'*; die Schmeichler 
der kein hcrr magk an sein (oAne die kein 
herr sein kann), das magnificat. (1521). 
1 ij'*. in der seplemberausg. des n. lest. v. j. 
1522 statt an sein schon on sein: der sun- 
den on seyn. t Pelr. 2, 24. 

b) mit werden : so man ansieht sclieyoet 
es wol, das yhre lichter zu vil tzeyt vnd pa- 
pyr gehabt, derselben nit hatt wiszt pasz an 
zu werden, dann das er mit vnsaweren Wor- 
ten die warheyt angriffen, eyn sermon von 
dem ablas vnd gnad. (1520). Aüij**; alles 
bringen wir also vmb vnd werdens vnnflU 
an. Uschr. 429*; alle jr gut mit den crtzlen 
war anworden, tisehr. 349". in der verbin' 
düng mit werden erhielt sich also älteres an 
länger, wiewohl bei H. Sachs auch on wer- 
den begegnet: man findt aber ... vil trun- 
ckencr pöllz , spieler , hürer, die also das jr 
vnnütz on werden, ein dialogus . . . dengeytz 
auch ander offenlich laster etc. betreffend. 
(1524). Bij^ etwa seit dem 18./A. erlosch 
an werden in der Schriftsprache, 

Aneinander j continuus, Jugiter, zusam- 
menschiebung der vorgesetzten praep, an mt( 
einander: wilche spräche hat solche weyse 
odder arl zu reden, das sie zwisschen zweyen 
Worten die aneynander gehören eynen sol- 
chen hauffen wort vnd solche eyne predigt 
cynwerffe ? das ander teyl widder d, hyml, 
propheten. (1525). Fiiij"; wenns auch eilei 
türkische, tatterische keiser vnd eitel zornige 
könige vnd fttrsten regnete vnd schneyele 



ANERERBT 



75 



ANFAHREN 



neun lar aneinander, vier trostUel^ psahnen, 
(1526). Cv^ tfi der hibel die praep. auch 
gesonderi: ftlnffe (teppiche) sollu an einan- 
ander fügen. 2 Mos. 26, 9; sie (die goHlo^ 
sen) hengen sich an einander, ps. 10, 2; 
vnd sind an einander erhitzet in jren lüslen. 
Jtoifi. 1, 27. vgl, aufeinander. 

Aiererbty durch erbschaß überkommen : 
da sie mit einander sitzen in der ordentlichen 
anererbten gewalt. ausleg. d. ep. vnd euang. 
von Ottern etc. (1544). Mij^. vgl. ererben. 

Anfahen, anheben, beginnen, mhd, an 
vihen, xusammengez. ane v^n (Ben, 3, 20 3), 
ahd. anaflihan (GraffS, 394. 395). das 
heule auch ins praes, vorgedrungene anfan- 
gen hal Luth. noch nicht, doch sagt er im 
prael. nur anfieng und im pari, praet, an- 
gefangen, nie anfie und angefahen. 

1) transitiv, a) mit acc: die Römer fahen 
das jar an calendisJanuarij. hausposl. Jhena. 
1559. bl. 67"; so wissen wir das sie sol- 
chen krieg nicht niügen jnn gottes namen 
anfahen. wamunge an s. L deudschen, (1531). 
Bij*; wer sol für uns hin aulT ziehen den 
streit anzufahen mit den kindern Benjamin. 
rieht. 20, 18; Judas fieng einen gesang an. 
2 Macc. 12, 37 ; Jhesus fieng an eine lange 
predigt. Marc. 6, 34; das ding ist nit yn 
gottis namen angefangen, auff des bocks xu 
Leypexick antwort. (1521). a ij". 

b) mit praepositionalem tn/in. : heute wil 
ich anfahen dich gros zu machen. Jos. 3, 7 ; 
er wird anfahen Israel zu erlösen, rieht, 1 3, 
5 ; in dem ich aber anfieng zu reden, fiel der 
heitige geist aulT sie. apost, gesch, 11, 15; 
fieDg an Tertullus zu verklagen. 24, 2 ; vnd 
fiengen an zu predigen mit andern zungen. 
2, 4 ; als wen man anfienge tzuleren es 
were sund des kilchs futter antzururen. 
von heider gestalt. (1522). Bj^; ich hab 
angefangen zu geben für dir den Sihon mit 
seinem lande. 5 Mos. 2, 3 1 3 es haben viele 
solch ding zuslrafien angefangen, bulla cene 
domini. (1522). Eiij*. den bloszen inf. ohne 
zu gebratichl Luth. bei anfangen nicht, hau- 
fig sieht aber 

c) statt des inf, ein angereihtes und: 
Noah aber fieng an vnd ward ein ackerman. 
1 Mos. 9, 20 ; Beltsazer fieng an vnd sprach, 
^an. 4, 16 ; vnd sie fiengen an vnd baten jn 



(xai fj^l^ayTO naQaxaXtty avj^v). Marc, 
b, 17 ; da fieng er an vnd saget (^(>^aTO AA 
yuy). Luc. 11, 29. 

d) bei anfangen finden sich die praep, an, 
mit, von: fahet aber an an meinem heilig- 
Ihum. vnd sie fiengen ap an den alten leuten. 
Ezech. 9,6; wenn man anfehel mit der 
sichel in der saat. 5 Mos. 1 6, 9 ; vnd (Jhe- 
sus) fieng an von Mose vnd allen propheten. 
Luc. 24, 27. 

e) part, praet, : ich tiberschicke e. f. g. 
hiermit das angefangene magnificat. de Wette 
br, 1, 582 3 gott stärke euch im festen glau- 
ben vnd verbring in euch sein angefangen 
wcrck seliglich. ebend. 4, 532. 

2) intransitives anfangen : von der Izeyt 
an , da die schullheologie , das ist die trie- 
gische theologie halt angefangen, ist die theo- 
logie des creutzis ausgeledigt. ein vrteyl 
der theologen tzu Parisz. (1521). Ciiij^; 
arme fibelisten vnd anfahcnde schUler. von 
den concilijs vnd kirchen. (1539). Gj\ 

3) sich anfahen: wie dasz rotten vnd 
zweiung sich sollen auch unter euch anfahen. 
de Wette br. 3, 4. vgl. fahen. 

Anfahen^ n. .* das anfahen haben sie ver- 
sehen, das haben die papisten zuuor. Jen, 
5, 307*; es ist noch alles das anfahen. de 
Wette br. 2, 136. 

Anfahren (anfaren), intransitiv und trän- 
siUv. 

1) intransitiv, fahrend an einen ort her^ 
ankommen, mit dem schiff ans land fahren, 
landen: wir müssen aber anfaren an eine 
insulen. apost. gesch. 27, 26; sie kamen in 
das land Genesareth vnd füren an. JUarc. 6, 
53; Japho ist die stad Joppe da man itzt 
anferet, wenn man zu Jerusalem feret. der 
prophet Jona. (1526). Cij\ 

2) transitiv , einen anfahren, a) jeman- 
den zuslossen : diese schrift hab ich eilend 
abgefertigt, das nicht e. k. f. g. betrtibnis 
anfüre von dem gehöre meiner zukunfTl. Jen. 
2, 58^ 

b) häufiger einen mit heftigen worten 
anreden: vnd Petrus nam jn zu sich, für jn 
an, vnd sprach herr schone dein selbs. Matth. 
1 6, 22 ; die jünger aber füren sie an. 1 9, 1 3 ; 
sondern (der heilige geist) mus sie schelten 
vnd vbel anfaren. das 5. 6. vnd 7. cap. s, 

10* 



ANFALL 



76 



ANFEGHTER 



Malthei, (I532).biiij*; die gesellen, so yhm 
{herzog Georg) diesen meinen bricff brachten 
vnd reiLzteu widder mich soll er mit fttrsl- 
lichem ernst angefaren haben, von heimli- 
chen vnd geslolen hrieffen, (1529). Bij\ 

Aufill, m. mhd. aneval (Ben, 3, 222), 
bei Lulh. in doppelter anwendung. 

1 ) das , was uns plötzlich befällt, wie z. 
h. eine krankheit, ein sehrecken : vnd isl hie 
zu mercken , dasz dieszer psaim vnd seyns 
gleychen uymer mehr wirt grundlich vor- 
standen ader gebelt , es gehe dan dem men- 
schen der anfal vnder die äugen {es isl von 
dem schrecken vor der göttlichen strafe die 
rede), die sieben puszpsalm, (1517). Aiij'^ 
vnd gotl slellel sich mit solchen mancherley 
bösen anfeilen als wolt er die leul schlechls 
treiben vonderhurerey zum ehelichen leben. 
Jen. 2. 159^ 

2) für heim fall eines lehens: es hat aucli 
der liebe romische geytz den prauch erdacht, 
das man die pfreunden vnd leben vorkeuffl 
vnd leyhet auff solchen vorteil, das der vor- 
keufler odder handlhierer draufl behelt den 
anfai vnd zusprach, das szo der besilzer 
stirbt das lehen frey widder heym sterbe 
dem der es vorhyn vorkaufll, vorlihen odder 
vorlassen hat. an den chrislUchenn adel, 
( 1520). verm. ausg, Diiij**. 

3) tmn. lest, iibersetzt Luth. xXijQog {vulg. 
sors) durch anfall: du wirst weder teil noch 
anfai haben an diesem wort, apost, gesch, 
8, 2 1 ; vnd (Judas Ischarioth) halle vbir- 
kouien den anfal dises ampts. 1,17 nach 
der ersten ausg. des n. lest. 1522. 

Anfangs m. das erste wovon, gegensatz 
von ende: am anfang schulTgott himel vnd 
erden. 1 Mos. 1^ 1 ; im anfang war das wort. 
Joh. 1,1; ynn yhenem leben ist anfang, 
mittel vnd ende der wellt ganlz aulT eynem 
klumpen, epistel s. Pelri. (1523). Xij"; vu- 
geschalfen, des wesen kein anfang noch ende 
hat. die drey symbola.{\h3%).k\\\^ \ eshililt 
nit das man wil auflblaszen es hab ein gutten 
anfang vnndseyeingut werck. andenchristl. 
adel. ( 1 520). verm, ausg. II üi]** ; ym anfange, 
ehe die kranckeit vberhand nympl. ob man 
für dem sterben fliehen mu^e.( 1527). Giiij\ 

anfang pflegt wie ende gern defn abhän^ 
gigen gen. nachzufolgen: die furcht des 



herrn ist der Weisheit anfang. ps. 1 1 1, 10; 
den schendlichen götzen dienen ist alles bö- 
sen anfang. weish, 14, 27; das ist der not 
anfang. Marc. 13, 8. 

mhd. anevanc {Ben. 3, 210), ahd. ana- 
fanc {Graff 3, 411). 

Anfaagea s, anfaheu. 

küdm^tf, m. auctor, Urheber: auffsehen 
auirJhesum den anfenger vnd volender des 
glaubens. Hebr. 1 2, 2 ; weil er solcbs Spiels 
anfenger vnd meister ist. wider die antino- 
mer. (1539). Ai]*"; anfenger vnd vrsacber. 
Jen. \, 144^ 

AnfaBglick für anfangend ist uns nur in 
den ersten ausgaben des n. lest, begegnet; 
apost. gesch. 1, 22 übersetzt Lulh, an das 
griechische genau sich anschUeszend : an- 
fenglich von der taufle Johannis (dgl^dfu- 
rog dno xov ßamiafiajog ^Iwdyyov)^ spä- 
ter: von der taufle Johannis an. 

Aafechten, mhd. ane väblen {Ben. 3,3 1 0), 
ahd. anaföhtan (Graff 3, 444), eig. an eineu 
fechten, bekämpfen, bestreiten ^ versuchen, 
beunruhigen: tcghch fechten sie meine wort 
an. ps. 56, 6 ; der neidhart mag die warheit 
anfecliten, aber er mag nymmer mehr obhe- 
gen. ausleg. d. euang. an den fumemisten 
festen. (1527). tv^: weytter sage ich, das 
ich auch ynn dem buch . das der lügenkü- 
nig anficht, zii wenig than habe, antwort 
deutsch. (1522). Bj"; besorge auch, so die- 
sem mittel nicht folge geschieht, vnd weiter 
werde angefochten mit gewalt odder werten, 
so wird das ding allererst recht eraus fahren, 
vnd aus dem schimpf ein ernst werden, de Wette 
br. 1,208 ; vnd ob wir damit angefochten wttr* 
den, das wir doch endlich gewinnen vnd den 
sieg behalten. Jen. 8, 3 8 5^ ; es ficht mich nichts 
an, das ellich myr schult gebenn, ich wolt 
juich anmaszen grdszer kuust, denn alle wellt 
halt, manuscr. d. biblioihek zu Gotha cod. 
Chart. 379 pag. 9 {ErL 24, 13). das praet. 
lautet bei Luth. noch anfacht: das der satan 
zu seiner rechten stund vnd facht yhn an. der 
prophet Sacharja. (1 528). Mtj" ; dieses facht 
mich auch an , das ablas gering zu achleo. 
Jen. 1, 115''. oder isl es hier anfachen 
impellare, ineendere? 

Anfechter, m. bezeichnung des teufeis als 
Versucher: dazu wundsch vnd biete ich e. f. 



ANFECHTLEIN 



77 



ANGEBEN 



:. gldck vod heil, das es zur gesund heil 
iene vndzur veriechungdes anfechlers. Jen, 
i. t79'. — fiiAd.'anevehUere (Ben. 3, 312). 

AofeckÜeiBj n. eine leichle anfechlung: 
r yit-hel hat ein kleines anfechtlein bekom- 
DeD. de WeUe br. 4, 490. 

iifechtVBg» f. Versuchung, mhd. anvSb- 
üBge (jfen. 3« 312): die anfechlung lerel 
Ulis Wort mercken. Jes. 28, 19; wachet 
od betet, das jr nicht in anfechlung fallet. 
iatlh, 26, 41; zu der zeit der anfechtuug 
lUeii sie abe. Luc. 8,13; widderUmb hat 
ica auch eine weibische anfechlung. vber 
\u erste Imch Mose. (1 527). Ttj" ; ich hab 
«ol so barlte anfechlunge da erlitten vnd 
BJch gerungen vnd gewunden, das ich gerne 
raus gewesen were. eyn brieff an die chri- 
itn zu Slraspurg. (1525). Aiiij''; die an- 
tera anfecbtungen vnd leyden sind alles noch 
ikhi^schwentz dar gegen, ausleg. der ep, 
lui euMig, von der heil, drey könige lag. 
1525). CiiJ^ 

Aifeliden, hassen: was kau dirs schaden, 
»b (lieb gleich alle weit aufls böchsle an- 
iuQdet. das 14. vnd 15. cap. s. Johannis. 
153S). Ooiiij*; wie ists mUglich, weil die 
%l>ler die Üebreer also anfeindeten, das 
üe joen jr Silbergeschirr borgen vnd leihen 
lolleD? EisL \, 332'' ; es sein dennoch gott 
erbarm es, sonst allzu uiel, die es (d.wortgoltes) 
KBleinden, verfolgen vnd leslem. Jen. 8, 307-\ 

lafikrtB, anleiten, unierweisen : also (tiret 
^ ^der Uufel) das weih an, das sie dencket, 
Adam wird es nicht recht verstanden haben, 
r&er (j(u er«le buch Mose. (1527). Kiij"; sie 
Iretien aufl der vernunffl dunckel, der sol sie 
Kol recht anfuren. das diese worl Chrisü 
wcA feil stehen. (1527). fij". 

Aafirt, wie das einfache fürt bald m. 
^^d f., ort sum anlanden, hafen : Sebulon 
vird am an fürt des meers wonen vnd ab 
iofurt der schiffe. 1 JKfos.*49, 13; gegen 
il''o aofurt des meers. 5 Mos. 1, 7; eines 
UifurU aber wurdei»sie gewar. apost.gesch. 
2". 39 ; da ist der anfurl an das jüdische 
liöd. derprophel Jona. (1526). Cij". weib- 
^cA: Asser sass an der anfurt des meers. 
^^^ 5, 17; (Simon) erobert die stad Joppe 
^d die anfurt dabey. 1 Macc. 1 4, 5 ; da die 
«Dfuri vDgelegen war zu wintern, aposl. 



gesch. 27, 12. pl.: das auch die anfurt er- 
beben werden. Esech. 27, 28; au allen an- 
fürten des grossen meers. Jos. 9, 1 . die ndd. 
Übersetzung Hugenhagen's hat nUi aus- 
nähme von 1 Mos. 49, 13, u^o anfart steht, 
have, was Luth. nur an einer stelle {Ez. 
25, 16) braucht, in den meisten dieser 
stellen ist Jedoch nach dem hebr. (Cjin) das 
gestade, die meeresküste gemeint. 

weder ahd. a na fürt noch mhd. anevurt 6e<- 
gegnet, auch in den vocab. des ausgehenden 
1 5. und angehenden 1 6. jh. habe ich anfurt 
nicht finden kötmen ; erst Alberus dtcl.Zij* : 
portus, nauale, slatio. schifllend, anfurt. 

AngaffcBi mit geöffnetem munde und weit 
aufgerissenen äugen bewundernd anstarren, 
mhd. anekaffen, an kaphen, an kapfen (Ben. 
1, 786): die scheinenden heiligen aber gaf- 
fet ein jeder an. Jen. 3, 28^". vgl. gaffen. 

Aagebeij in mehrfacher anwendung. 

1) andeuten, anzeigen: darumb ich auch 
ym vorigen capilel die allegorien odderheym- 
licht'n deutungen hieher gespart habe, weil sie 
derprophel hie selbst erfur zeucht vnd angibt. 
der prophet Sacharja. (1528). Hiij\' 

2) bezeichnen, nennen, wofür ausgeben: 
den kurisser wie er mich angab, eyn widder- 
Spruch. (1521). Aij''; was gott für wunder 
thel, das waren keine wunder bey jnen (den 
pharisäem) , was sie aber für wunder an- 
gaben vnd stimpten, das sollen wunder sein. 
Jen. 2, 378**. 

3) beschuldigen, anklagen: das erden- 
ckistu, mich antzugeben, wie du schreybisl, 
eynen hochtragenden,hochmaiigen menschen. 
auffdes bocks zu Leypczick antwort. (1521). 
aiij^; darumb hat der teuffei vnd ein buhe zu 
samen gelhan,mich für der well an zugeben, als 
helle ich hertzog Georgen auffs aller ergesle 
geflucht, von heimlichen vnd gestolen brief" 
fen. (1529). Diij"; da zu hat er deinen knecht 
angegeben (vulg. accusavii) für meinem herru 
könige. 2 Sam. 19, 27; für dem keiser auffs 
aliergiflUigsl angegeben vnd verklagt, vorr. auff 
die Weisheit Salomonis. Bindseil 7, 414. 

4) sich angeben, sich wofür ausgeben: er 
(der teufel) kan auch die kunsl, das er sich in 
dermaiestel für gott angibt, ausl. der ep. vnd 
euang. von ostem etc. (1544). bij". 

AngebeBi n. 1) Vorschlag, rath: zum 



AiNGEB£R 



78 



ANGEIi£N 



\ierUn hat magisler Spalatinus durch an- 
geben herr Fabian von Feilitz das vorge- 
schlagen, de Welle br. 1 , 208 ; man halte 
auch aus des Ptolemei angeben ein gebot 
lassen ausgehen. 2 Macc. 6, 8; ich hatte 
mir fargenomen, durch frumer leute ange- 
ben, e. k. m. diese vier psalmen zu zuschrei- 
ben, vier Iroslliche psalmen. (1526). Aij'\ 

2) anzeige, beschuldigung : die lugen vnd 
falsch angeben der boszwicht. auff das vbir-^ 
chrisllich buch bocks Emszers, ( 1 52 1 j. Aij^. 

Angeber^ m. anzeigen sie ist der heim- 
licher rat im crkentnis goltes vnd ein ange- 
ber seiner werck. weish. S, 4. 

Angeboren (angeporn, angeborn), mhd. 
an geborn (Ben. \, 157), durch geburlmil- 
gelheill: es musz allis auszgefegt werdenn, 
was vnsz angeporn ist von Adam, toidder 
die bullen des endchrisls. (1520). Bij'^; ich 
mus wol ein sunder sein , es ist mir ange- 
boren, serman von dem sacramenl, (1526). 
Gviij^ ; das sie böser art waren vnd jr bos- 
heit jnen angeborn. weish, \2, 10; das erb- 
lich angeborn vbel. arlickel so da hellen 
sollen elc, (1538). Fij'^; es künipt aber alles 
von der leidigen angebornen plage vnd vbel, 
das da heisst die erbsünde. ausleg, d. ep. 
vnd euang. von oslem elc. (1544). Rrv**. 

Angefäkr (angefehr, angefer), adv. für 
ohngePdlhr (s. d.) begegnel nur noch in den 
älleslen drucken Lulh,'scher schriflen: das 
er (Eck) mich vu vorsehen s rysse ynn eyn 
disputalion vnd ergriffe bey eynem wortle 
von dem bapstum gesagt , das myr apgefehr 
empfallen war. eyn sendbrieff an den bapsl 
Leo X. (1520). Aiiij'^; es begab sich aber 
angefer. Luc. 10, 31 in der erslen ausg. 
des n. lesl. v. j. 1522. 

Angf haben^ gleichbedeutend mit anheben, 
doch förmlich davon verschieden und nach 
Grimm wlb, 1, 339 vondem subsL anhab, 
angehab anfang abzuleiten : der angehabende 
geist vnd das erste stuck der gnaden hat al- 
lein die art, das es widder die vbrigen sunde 
erbeittet. grund vnd vrsach. (1520). ciiij\ 

Angehaben^ par(. praet. von anheben {s,d,). 

Aageken , mhd. ane gön , ane gdn {Ben. 

1,467), ahd. ana-g4n, anagen (Graffi,19), 

mit trans. und intrans, bedeutungen^ die 

Jedoch Grimm wtb. 1, 341 — 343 dadurch 



auszugleichen sucht, d<isz er ßr öiefi 
anscheinender inlransiUon einen ausgelau 
nen acc. annimmt. 

L transitive bedeutungen, 

1 ) einen angehn, an einen herankomm 
bei anwünschungen sowohl von heil als m 
von Unheil : so müsse dich auch ein gut ] 
angehen. Jen. 2, 457"; pfu das euchdisod 
ihencs angehe. ausL der zehen gepot. (152( 
Fiiij**. ähnliche Verwünschungen bei Agr 
cola sprichw, : das dich ein bös jar ai 
gehe, n' 472; das falbel (fallend übel, zf^ 
dich an. n. 475; die drus gehe dich aii. 
482. ohne zwei fei reichen diese formth 
hohes alterthum zurück, wo man sich « 
heil, Seuchen, krankheiten noch aUleba 
dige, den menschen feindlich anfalUni 
Wesen dachte, vgl. Grimm myth. 3. a«< 
s. 1106. 

2) eine gleich alle phrase ist noth^el 
einen an, welche bei Luth. einen iro;« im 
Ihigen, bestimmen ausdrückt: was wa 
Christum not angangen, das er solche w(m 
so eben sollt vber dem darreichen vnd da i 
heysst essen, sagen, so er wol ander zp 
dazu hatte, das ander teyl widder d. hy» 
Propheten. (1525). Fj"; was mag «] 
den euangelislen not angehen, das er m 
hieher setzet, wie des herrn Christi muiw 
vnd brüder draussen gestanden sind \n(i m 
jm haben wollen reden. Jen. 4, 45 1^^^ 
Wtis gienge mich noth an in eins aniie^ 
Sachen? de Welle br. 4, 186. 

3 ) häufiger ist angehn mit etwas zv schaff 
haben, damit in Verbindung stehenM^^M 
was gehet dich der fried an? 2 kön. 9i I^ 
was gehet vns das an? Matth. 27, 5; w' 
gehen mich die draussen an? 1 Cor. b, 12 
er (Moses) vns nicht weiter angehet, d?" 
als fern er mit dem nattirlichen geselz ^ii 
ein kompt. ausl. der zehen gepotL {\'o-^ 
Biiij'' ; ettwas das'götlerey odder goltes Aierd 
nicht angehet, widder d. hyml. prophei^ 
(1525) Bij»'; was angellct dis zeillich lebej 
zwo predigt auff der Kindertauff. ( 1 540 1 H'j 

U. intransitive bedeulungen. 

1) beginnen, anheben, das feuer gf'lu >ij 
beginnt zu brennen: man sols keinem förs'^ 
verargen, wo er merckt bey seynem naclibar 
das es rauchen wil, ob er friede vnd sich« 



ANGEHÖREN 



79 



ANGEL 



al begerd, ehe das feur angehe, die kleine 
iltrorl. (1533) Hij^ ; das fewr ist aogangen 
iirch meinen zorn. 5 Mos. 32, 22. fewr 
leng an in Jacob, ps, 78, 21 ; wenn das 
ans der hülizern, vergoldeten vnd vbersil- 
erlen gOizen vom fewr angehet, so lauffen 
IC ptafTen danon. Bar, 6, 54 ; dasz der wald 
ci VVerda auch angangen sei vnd viel orten 
k£hr, hiirt kein löschen, de Welle hr. 5,200. 
itich dem feuer enlbrennl auch der grimm 
»4 lorn : danimb gieng auch .mein zorn vnd 
mm an. Jer. 44, 6. der zorn gieng an vber 
K vogleobigen. Sir. 16, 7. vom einlrelen 
nchrecJkender wie froher ereignisse: die 
hge warangangen vnler dem voick. 4 Mos. 
6i 47; wo der recht hewhlstreytt angehet 
lii dem leuflel vnter vns selhs, müssen wyr 
IKwjrten. das auch die fallen, die ilzt die 
pitzpD füren, von beider geslalL (1522). 
^j' ; baiiger müssen wyr tzu erst werden, 
Bd new fasz machen, ehe die weyn ernd an- 
',eliet. thend. Biiij'' ; vnd storben zur zeit der 
»sten erndten wenn die gerslenerndte an- 
fcbel. 2 Sam. 21, 9; Christus reich gieng 
n^da Josua stam vnd priesterthum noch stund. 
^propAe(5acAar/a. (1528) Oij"'. 

2i^/ttdkai, gelingen: triegen ist, wen die 
H^^ geraten vnd angehen, wie den bapsts- 
ittgen geschehen ist. huUa cene donUni. 
[id22). Eij«; (Ismael) wird ein gewaltiger 
Meiltiger herr, gehet yhro glücklich an nach 
i^em furnemen. vber das ersle buch Mose. 
11527). Hb i^ 

3j endUchbrauchlLuih. angehn im gegen- 
Ml« lu abgehn auch für das anlrelen eines 
*'«, äensles : vnd die obersten vber hun- 
^ llicten alles, wie jnen Joiada der priester 
geboten halte vnd namen zu sich jre menner, 
lue des sabbalhs angiengen mit denen sie des 
>ibbatiisabgiengen. 2 kön. 11,9; wenn ein 
teil abgieng, so gieng das ander an. randg. 
»2fcöii. II, 5. Bindseil bibel 7, 497. 

Attgekdrei, an einen gehören, xugehoren, 
^•liommen, bei Luih. ide mhd. {vgl, Ben, 
1' 713; vad äUer-nhd. slets mil acc: wer 
dich aogehdret in der stad , den füre aus 
**ierstel. 1 Mos. 19, 12; meine tochter, 
'«0 gehörest du an? 24, 23; wer ledig ist, 
wr sorget, was den herrn angehöret, wie er 
^^ lieim gefalle, wer aber freiet, der sor- 



get, was die weit angehöret. 1 Cor. 7, 32. 

33. ebenso v. 34.; welche aber Christum 
angehören, die creutzigen jr fleisch sampt 
den lasten vnd begirden. Gal. 5, 24 ; wenn 
es zeit sein wird, sol er aulT einen tag alle 
die jn angehören widder erfur heissen komen. 
das 1 5. cap. der erslen ep. s. PatUi an die 
Corinther. (1534). Pj\ im 17 jh, tral an 
slelle des acc. der heule allgemein gilUge 
daliv; eine Willenb. bibelausg. v.J. 1664 
hal noch beide casus neben einander, x. b. 
1 Mos. 19, 12: wer *dich angehöret, da- 
gegen 24, 23: wem gehörest du an? 1 Cor. 
7, 32 : was dem herrn angehöret, und t7. 33 : 
was die well angehöret. 

Angel gebraucht Lulh, 1) als masc. in 
der bedeutung von hamus, fischangel: 
yderman hcts gerne verschlungen, aber der 
angcl ist yhn tzü hart vnd tzü schariTgew^est. 
antworl deutsch. (1522). Aj^; gehe bin an 
das meer vnd wirif den angel. Mallh. 17, 
27 ; wer nun nicht lust hat zur klaren, ge- 
wissen Wahrheit, kann sich leicht verdrehen 
und auswircken, ob er gleich das maul etwa 
reiszen musz wie der hechl, wenn er sich 
vom angel reiszt. de Welle br. 5, 215; 
da hat der mensch angel, netze, garn, 
körbe, reusen vnd allerley gerOst, das man 
sie febet. derprophet Habacuc ( 1 526). f iiij^ ; 
alle die, so angel ins wasser wcrflen. Jes. 
1 9, 8 ; das man euch wird eraus rücken mit 
angeln. Arnos 4, 2. 

2) als f. in der bedeulung von cardo, 
ihürangel: ein fauler wendet sich im bette, 
wie die Ihttr in der angel. spr. 26, 14. auch 
in dieser Bedeulung sieht bei Lulh, der 
starke pl, angel, wofür jedoch schon bibel" 
ausgg. desXl.jh. angeln selten: auch waren 
die angel an der Ihtlr am hause . . . gülden. 
I kön. 7, 50; das ein jglichc thür zwey blat 
hatte an einander hangen in jren angeln. 6, 

34. — eine bei Lulh, häufig begebende 
spriichwörlUche redensarl ist : zwischen thür 
und angel kommen , stecken in die klemme 
geraihen, bedrängt sein: darumb wurden 
die jaden, weil sie so zwischen thur vnd 
angel steckten, zu beiden seilen wol geplagt. 
der prophel Daniel. (1530). Cij»; die pro- 
pheten haben allzeit zwyschen thür vnd angel 



ANGELANGEN 



80 



ANGESICHT 



sieben müssen vnd sich klemmen lassen. 
lischr. 348*^. vgl, Ihüraiigeln. 

Nach Grimm tctb. 1, 344 wt angel, 
mM. angel {Ben. 1, 45) a/uf. angul (Graff 

1, 345) fortbildung des gleichbedeutenden 
ahd» ango, mhd, ange, was vielleichl mil lat. 
uncus hciken wurzelverwandt ist. vgL da- 
gegen Adelung wlb. 1, 208. 

Angelangen s. anlangen. 

Angelegen s. anliegen. 

AngeUben^ versprechen: vnd Herodi an- 
gelobt bellen wider zu jm zukomen. hauS' 
post. WiUenb, \bib. festtheil 19^ 

Angelubde, n. feierliches versprechen : vnd 
wird e. f. g. nichts helfen, dasz er aus seinem 
angelubd gcscbrillen isl. de Wette br. 5, 3 1 . 

Angenehm ( angenem , angenhem) , adj, 
acceptus, gralus, was gern angenommen wird, 
wohlgefällig, bei Luth, häufig, nicht seilen 
noch in der vollen gestalt angeneme : wenn 
du from bisl, so bislu angeneme. 1 Mos. 4, 
7 ; kein prophel ist angenem in seinem vater- 
lande. Luc. 4, 24 ; Samuel war angeneme 
bey dem herrn vnd bey den menseben. 1 Sam. 

2, 26 ; alles was einen feil bat, soll jr nicht 
oplTern, denn es wird für euch nicht ange- 
neme sein. 3 Mos. 22,20; ewer brandoplTer 
sind mir nicht angeneme. Jer. 6, 20 ; das 
gebet der fromen ist jm angeneme. spr. 1 5, 
8 ; aufTricbtigkeit isl dir angenem. 1 chron. 
30, 17; zu lobe seiner herrlichen gnade^ 
durch welche er vns hat angenem gemacht 
in dem geliebten. Ephes. 1,6; {der glaube) 
alle andere werck vorgnltet, angenem vnd 
wirdig macht, von den guten wercken. ( 1520). 
Aüij** ; aulT das nu Christus yhm bereyttet 
eyn angenhem liebes volck. eyn sermon von 
dem n. lest. (1520). Aij**; er sucht, das er 
fünde angeneme wert. pred. 1 2, 1 ; zu predi- 
gen das angeneme j.ir des herrn. Luc. 4, 19 ; 
ich habe dich in der angenemen zeit erhöret. 
2 cor. 6, 2. — ahd. sagte man ohne an ndmi, 
ginimi (Graff2, 1073), mhd. genaeme (nhd. 
genehm) und annaeme {Ben, 2, 370). 

Anger^ m. mhd. anger {Ben. 1 ,4 5)a/ki.angar 
(Graff 1,3 50 ),^ra«p/aU, „wisenßeck*' {voc. 
incip. teul. bl. bj'^), ^.pratum, viridarium" 
{Alb er US dict. Vuj''): die anger sind vol 
schafen, vnd die awen stehen dick mit körn. 
ps. 65, 14; Nebucad Nezar lies ein gülden 



biid machen ... vnd lies es setzen im laai 
zu babel auff einen schönen anger. Dan. 
1. — die herkunfl des wortes ist dukke 
Frisch 1, 28 leitet es von eng ab. 
Angesehen, adv. in belraehtung. 

a) mit dem aec. : hab doch, mein vormug( 
angesehen, mich alle tzeit tza geringe 
funden, etwas für Izunemen, das winlig s 
e. f. g. tzu erbieten, von den guten verck 
(1520). Aj*"; also wird für goll das h 
rein vnd das gewissen gut vnd sicher, ni 
angesehen mein eigen reinigkeit oder leb 
für der weit, sondern angesehen den lic 
schätz, den mein hertze ergreiffet. Jen. 6, 42| 

b) mit nachfolgendem dasz: angesebei 
das sie mich darüber für einen kelzer . . 
scheiden. Luthers erbieten (1 521). bUf; i 
w. wird sich hierin christlich vnd ehrbariic 
wissen zu halten, angesehen, dasz sie [i 
briiderhäuser) weder dem pfarrherr, doc 
dem kirchspiel schädlich, sondern fast otllzli 
vnd besserlich sind, de Wette br. 4, 33 

Angesicht; n. mhd. angesihle n. an^es 
f {Ben. 2^ 283. 284) , ahd. ohne ge ao 
sibt {Graff 6, 124) vorzugswäse mit 
bedeutung von ansehen, anschauen, anbi 
während nhd. die von fades, anlUn t 
herrscht und angesicht nur für edier gilt 
das einfache gesichu 

1 ) im sinne von aspeclus, conspectui 
bHck, gegenwart des sehenden^ gegenvan 
steht angesicht in folgenden stellen: sie im 
apostel) giengen aber frülich von des m 
Angesichte {vulg. a conspectu concilii). oyosi 
gesch. 5, 4 1 ; nach dem wir ewer eine «ve 
beraubet gewesen sind, nach dem angesicht« 
nicht nach dem hertzen (vulg. aspectu, do 
corde). 1 Thess. 2, 1 7 ; stellen für das an^ 
sichte seiner herrligkeit (constiluere aol^ 
conspectum gloriae suae). br. Jud. 24 ; e> i> 
kein gesundbeit yn all meym Qeysch vor tiefl 
angesicht deines izornes. es isl keine niH 
alle meynem gebeyne vor dem angesicht oM'ij 
ner sunde. ps. 38, 4 nach der übenetzm 
in der ersten ausg. der sieben butspsalnei 
(1517). in der ausleg. hierzu sagt hi^ 
selbst, dasz angesicht in der schrift oft ..M 
gegenwßrtigkeit oder die empfmälicMitii 
eines dinges" bedeute, ebenso erklärt H 
auch das angesicht gottes : gollis angesicb 



ANGESICHTS 



81 



ANGLÄNZEN 



heiszet, das »ich gott offenbart vnd sich kiind- 
lich kegenwerlig macht, wilchs geschieht 
durch seyoD worl vnnd werck vnd das ist 
deo bösen schrecklich den fnimmen Imstiich. 
äeuUch ausxlegung desQI, psalmen. (1521). 
Aij\ 

2) fadei, anUitz : im schweis deines an- 
gesichts soUu dein brot essen. 1 Mos. 3, 19 ; 
da fiel Abram auff sein angesicht. 1 7, 3 ; im 
angesicht des menschen hat er das schmeisz- 
hausz, die cloaca, in die mitten gesetzt. 
tischr. 42^. mit angesicht der erden 4 Mos. 
22, 5 ist die Oberfläche derselben, wie sie 
sich schauen lässt, bezeichnet. 

der pl. ist beiLuth. nur angcsichte, nicht 
angesiebter: elwan ist eine alte gewonheit 
gewesen, dasz man die todten also begraben 
vnd gelegt hat, dasz die angcsichte gegen 
morgen vnd der sonnen auffgang gcwand 
sind. Uschr. 145**; ein jglichs ((Ater) hatte 
vier angesichte. Ezech. 1,6; .der herr wird 
die threnen von allen angesichtcn abwischen. 
Jei. 25, S; mit gcschmincklen angesichten. 
3, 16; oder mit abgelegtem e: fewrrot wer- 
den jr angesicht sein. Jes. 13, 8; aller an- 
gesicht sind so bleich wie die töpflen. Joel 
2, 6. 

ABgesichts^ genitivisches adv. im anblick : 
Eck dahin arbeitet, wie er e. k. f. g. durch 
mn gewönlich lose geschwetz bewege, 
>n$ nur angesichts seines Schreibens vnd 
schwinds vrteib zum land ausjagen. Jen. 1, 
15P; er (herzog Georg) verhoffl, mein 
gnedigster herr der kurfttrst würde mir an- 
ge^chls seiner schrifH. flugs alles thun, was 
er wol gern sehe. 6, 3'- 

Aigewinnen^ an oder von einem gewinnen, 
abgewinnen. 

a) mit dat. der person, ace. der saehe : 
Abia jaget ierobeam nach vnd gewan jm 
sledte an (nd. bibel : vnnde gewan em stede 
all). 2 chron. 13, 19; Sihon halte zuuor 
mit dem könige der Moabiter gestritten vnd 
jm alle sein land angewonnen (nd. bibel: 
aflgewunnen). 4 Mos. 21, 26; solche wort 
haben dem fromen kind ein röte angewonnen. 
hauspost. Wittemb. 1 545. fesUheü.' 32^ ; die 
well wil vnserm herrn gott mit recht den 
himel angewinnen. Eisl. 1 , 500^ ; ein weiser 

DiÄ«, W6Tt«rlmch. 



gewinnet eym das hertz an. spr. 11, 30. 
nach der ausg. des dritten theils des a. lest. 
v.J. 1524. 

b) statt des aee. ein abhängiger satx : wo 
er (der teufel) mir das angewOnne, das ich 
Christum als einen lautem menschen für mich 
gekreutziget vnd gestorben ansehe, so wer« 
ich verloren, das 1 4. vnd 1 5. cap. s. Jo^ 
hannis. ( 1 538). Bb iij% 

c) mit blossem dat. drückt angewinnen 
besiegen, überwinden aus: die knechte des 
königs zu Syrien sprachen zu jm, jre gölter 
sind berge götter, darumb haben sie vns an- 
gewunnen, o das wirmitjnen auff der ebene 
slreitten mttsten, was gilts wir wolten jnen 
angewinnen? 1 kön. 20, 23; wie ist es denn 
möglich das man got künne angewynnen? 
vber das erste buch Mose. (1527). bbj**; 
Jacob ist genennet ein man der got ange- 
wonnen hat. von der beicht. (1521). hij'*. 

d) ohne jeglichen casus: Israel (heiszl) 
ein fürst oder kempffer gottes, das ist der 
mit gott ringet vnd angewinnet (nd. bibel: 
auerwint). randgl. zu 1 Mos. 32, 28. — 
mhd. an(e) gewinnen (Ben. 3, 712), ahd. 
anagawinnan {Graff 1, 880). später wurde 
dies von L, noch häufig verwendete „gute, 
kräftige'* wort seltener ; Frisch fuhrt es 
nicht auf. 

AngiesteDi giesxend woran befestigen: 
vnd es waren zwo rigen knoten vmb das 
meer her die mit angegossen waren. 2 chron. 
4, 3. 

Angifl, f. angeld, angäbe, arrha: anno 
1 536 halff ich Greger Tyschen sein heüshn 
keüffen vmb hundert gfllden, die erste an- 
gifft gab ich für yhn. de Wette br. 6, 326. 
— schon ahd, erscheint anagift (Graff A, 
125), aber in allgemeinerem sinn. 

Grimm wtb. 1, 354 ii^trd aucA angilt, 
m. für venenum, venefldum aufgestellt und 
eine stelle aus L.*s Schriften dafür als beleg 
angezogen; die betreffende stelle ist aber 
nicht einer schrift Luthers, sondern dem 
aussehreiben des bischofs zu Meissen vom 
24. Jan. 1 520 entnommen. 

Anglanien, glänz woran werfen: wen 
nur das geschlagene silber einen frohchen 
blick gab vnd yhre laschen freunllich an* 
glenlzet. bulla cene domini. (1522). Aij\ 

11 



ANGLEISZEN 



82 



ANGST 



Aigkiiiei^ was anglXnzen : damil wir nicht 
mit dem Mahmel verdampt werden, noch 
vns lassen seine grosse gewalt, ehre, sieg, 
glück vnd gut angleissen vnd locken. Ver- 
legung des alcoran. (1542) Bj*. 

Angl«tiei, starr ansehen, ansUeren, eig, 
mit weit aufgesperrten äugen ansehen : wie 
die narren eym yns maul sehen vnd mit den 
äugen anglotzen, das diese wort Christi noch 
feststehen. (1527). liij". 

glotzen, erst ende deslb.jh, vorkommend, 
steht nach Weigand wtb, t, 447 ßr 
klotzen v, mhd. klie2;en, ahd, chlio:;an =» 
auseinanderreiszen, spalten. 

Angreife!, praet. angreif, an etwas grei- 
fen, in vielfacher anwendung. 

1) sinnlich, mit derhand etwas anfassen: 
da greifT er jre hand an vnd das fieber ver- 
lies sie. Mallh. 8, 15; wer pech angreifll, 
der besudelt sich damit. Sir, 1 3, 1 ; wenn 
du ein eisen angreiffest, das jnn der essen 
ligt vnd glUet, da greiffestu nicht schlecht 
eisen, sondern fewr an, das da brennet, von 
der heil, tauffe. (1535) Ej''; solche leute soll 
man dazu mit bäum wollen angreifen, de Wette 
br. 4, 241. 

2) eine arbeit, ein werk angreifen, hand 
daran legen, damit beginnen : man musz hie 
mit einem vortzog leyplicher gewalt in de- 
mutigem vortrawen gottis diesachangreyffen. 
an den christlichen adel. (1520). Aüj*"; das 
bilde stürmen habe ich also angryffen, das 
ich sie zu erst durchs wort gottes aus den 
hertzen rysse. widder d. hyml. propheten, 
(1525). Bj"; auffdas, ob sie ja mUsten oder 
auch wolten gott jrgend einen eusserlichen 
dienst thun, das sie dieser einen angriffen. 
vorr,auf das n. lest. Bindseil bibel 7, 
307 ; es sind fürwahr nicht alber leute, son- 
dern greifens sehr weislich an. de Wette br, 
4, 240. 

3) feindlich angreifen, bestreiten, be- 
kämpfen: das er mit vnsaweren Worten die 
warheyt angriffen, eyn sermon von dem ab- 
lasz. (1518). Aiiij''; das ich bepstlichen 
pracht hab angriffenn thut meynem hem 
doclor wehe, von den newen Eckischenn 
bullen. (1520). Aij''; wer mich feyg machen 
wil, musz nit mit lugen mich angreiffen. auff 



des bocks XU Leypctick anlwort. (1521). 
a iij* ; der heisst ein auffrürer, der die ober- 
keit vnd recht nicht leiden wil, sondern greifll 
sie an vnd streit widder sie. wamunge an f. 
l. deudschen. (1531). Biiij*; also bat der 
teuffei zu thun vnd greifll Christum an mit 
drey beer spitzen, die drey symbola. (153S). 
Gj"'; das sind nu solche anleuflle, damit er 
(der teufel) die gantze Christenheit angreiffet. 
das 6. cap. der epistel Pauli an d, Epheser. 
(1533). Diij**; da er also ausgeredt halte, 
greiff er die feinde an, ehe sie sichs ver- 
sahen. 1 Macc. 3, 23. 

4) geld, schätze angreifen, davon nehmen: 
Antiochus greiff seine schetze an vnd ordnet 
sold auff ein jar. 1 Jlfacc. 3, 28. 

5) sich angreifen, alle kräße außieien, 
sein äusxerstes thun: es thuls nicht lieber 
mensch, das du gedenckest, du wollest dicii 
hart angreiffen ... so werde gott solche 
harte busse vnd blutpeitzschen ansehen. xu>o 
predigt auff der kindertauffe, (1 540). Biij'; 
wo er sich würde angreifen mit bezalunge. 
Burkhardt briefw. 269. 

Angst (angest, angist), zuerst m„ dann f,, 
Sowohl das beengende {bedrängnis, notk» 
gefahr), als auch den durch die beengung 
hervorgerufenen seelenzustand (beklommen- 
heil, bange erwürtung, furcht) ausdrückend: 
vor groszem angest deynes gerichts byn ich 
alt vnd graw worden, die sieben puszpsalm. 
(1517). Bv*; derhalben geschichls auch, das 
denen, die nit vnfall haben odder an (ohne) 
angist seyn, odder yhr vnglUck nit fülen, disx 
heylig sacrament nit nütz ist. eyn sermon 
von dem hochwirdigen sacrament, (1519). 
aiiij'*; vnd kömpt in solch angst vnd zagen 
das jn niemand trösten noch auffrichten kan. 
zwo predigt auff der kindertauffe. ( 1 540). 
Mj*; wir sahen die angst seiner seelen. \Moi, 
42, 21; angst kam die Philister an. 2 Moi. 

15, 14; die angst meines hertzen ist gros. 
pr. 25, 17; in der weit habet jr angst. Jok, 

16, 33; vnd hab auch dazu gesehen jr angst« 
wie sie die Egypter engsten {in den ersten 
ausgg. der fünf bücher mosis : yhr beschwe- 
rung da mit sie die Egypter beschweren). 2 
Mos. 3, 9 ; der herr sähe vnser elend, angst 
vnd not. 5 Mos. 26, 7. einigemal begegnet bei 
Luth. für angst schaffen, machen auch ang^t 



ANGST 



83 



ÄNGSTER 



ÜMu, wie schon Otfried {lY, 6, 29; 18, 
\^)9agU: es wird wol ein ander müde {fnhd. 
v^Äeie s» mMigkeii) sein, die jnen angst 
ihut. Jes, 9» 1 ; diese fliegen waren schier 
\oll vnd sat, das sie mir nicht mehr so angst 
üieten. Jen. 3» 340*. der pl. van angst /ati- 
iele oAd. angusti, folglich nhd» nUi umlaul 
äogs^e, aber nicht ängsten ; Luther scheint 
sogar noch den pL angst (d. i. angste) ge^ 
braucht zu haben : angst der hellen (^*n2^7a 
b^KC, tnUg, pericula infemi) hatten mich 
troffen, ps, 11 6, 3. später nahm man angst 
für den sg, und änderte deshalb den pL des 
rer^ttiiu. Jonas in der Übersetzung der apo- 
logie: die engste der hellen, sonst kommt 
auch hei Luth. der umlautende pL vor: 
wenn mein hertz in engsten ist, so rede ich. 
j>«\ 77, 4; er sie errettet aus jren engsten. 
107, 6; meine liehen kinder, welche ich 
abermal mit engsten gebere. Gal^ 4, 19. 

Angst, mhd. angest (Ben. 1, 43), ahd. 
angust {Graff 1, 342) ist mittelst der ab- 
leitungssilbe ust von ahd. angi {unserm enge) 
gebildet, diese herleitung von enge nimmt 
sckon Luth, an: angst im ehreischen laut 
als das enge ist, wie ich acht, das im deud- 
sehen auch angst daher kome, das enge sey, 
darin einem bange vnd wehe wird, vnd gleich 
geidemmet, gedruckt vnd gepressel wird, wie 
denn die anfechlungen vnd vnglück thun, 
nach dem spricliwort, es war mir die weite 
well zu enge, da« ^cAd'n^con/Üemini. (1530). 

öj". 

inggt^ adjecUvische Verwendung des 
iubst, : David sprach zu Gad, es ist mir fast 
äogst. 2 Sam. 24, 14; es wird vns angst 
vod weh werden, wie einer gebererin. Jer. 
6, 24; Sin sol angst vnd bange werden. 
Ezech. 30, 16; also viel engster sol dir 
werden, wenn du Christus leiden bedenckest. 
Jen. 1, 170**- — Ober den Übergang aus 
dmsubst. in das adj. vgk Grimm gr, 4, 
243. 244. 

AagstlNid^ n.; vnd ich derselbigen einer 
gewest, der in diesem schweis ja angstbade 
wol gebadet habe. ausL d. ep, vnd euang, 
ronoslem. (1544). Ttiü]". 

.iagstbeichte, /*. in der angst geschehene 
beichte: die grosse plage, marter vnd gewalt, 
die sie aller weit haben angethan mit jrer 



angst beicht. wamunge an s. L deudschen, 
(1531). Giif. 

Angstbösewieht, erzbösewicht : da weis er 
selbs wol , der angstbösewieht, was der Lu- 
ther vom gehorsam schreibt. Jen. 5, 303^; 
der angstbösewieht vnd meuchelmordbren- 
ner, der zu Wolffenbültel den mordbrand habe 
angericht. wider Hans fKor^t. (1541). Oiiij*. 
Alb er US dtcl. iiiiij^: TQioxarunjvaog. i. 
tribus mortibus dignus , ein angstböszwicht. 
vgl, angsterzhure. 

ligsten (engsten j, 1) bedrängen, beklom' 
men machen, in angst versetzen, ahd. an- 
gustan (Graff \, 343): hab auch dazu ge- 
sehen jr angst, wie sie die £gypter engsten. 
2 Mos. 3, 9 ; darumb gabeslu sie in die« band 
jrer feinde, die sie engsteten. Neh. 9, 27; 
ich allenthalben geengstet werde, ps, 6, 8 ; 
mein geist ist in mir geengstet. 143, 4 ; ich 
wil dich engsten mit bolwerg. Jes, 29, 3; 
die, so durch Satzungen geengstet waren. 
Zeph, 3. 18. 

2) auch intr. für angsten, angi, ahd. an- 
gusl^n (Graff \, 343): vnd fieng an zu er- 
tzitlern vnd zu engsten. Marc. 14, 33 nac^ 
dem n. tesl. v, j, 1522 (seplemberausg.). 

3) sich engsten : da wir haben mtts t schwit- 
zen vnd vns engsten, etn sendbrieff von dolr- 
metschen,(\ 530). Bij* ; wir haben allenthalben 
trübsal, aber wir engsten vns nicht. 2 Cor, 4,8; 
mein hertz engstet sich in meinem leibe, ji«. 5 5, 
5 ; alle creatur sehnet sich mit vns vnd engstet 
sich noch jmer dar. Rom. 8, 22. zu dieser stelle 
Luth. in der predigt Ober die ep. am 4. 
Sonntag nach trinitatis (ausl, d. ep, vnd 
euang. von ostem etc. Wittemb. 1 544. r j") : 
es brauchet aber hie Paulus ein sonderlich 
wort, welches wir nicht anders haben geben 
können, denn engsten, es heisset aber eigent- 
liche solche schmerlzen vnd wehe, wie sie 
ein weib in kindsnöten hat. — ängsten ge- 
statten sich jetzt nur noch dichter, in der 
prosa ist angstigen gebräuchlicher, welches 
spätere bibelausgaben hin und wieder auch 
in Luth.*s Übersetzung einschwärzten, 

Ingster^ m. treiber, bedränger: spitzen, 
spiesse, streitbogen vnd alle engster sollen 
von yhn genomen werden, das ist, es sol 
nicht leiblich zugehen, da sol kein heerspit- 
zen, kein pfeil noch spies, kein bogen sein, 

11* 



ANGSTERZHURE 



84 



ANHANG 



auch kein feldheublman der sie treibe zu 
streiten, der prophet Saeharja. Witiemh. 
1528. Ddi«». 

Angstenhire, /*. was erzhure : die kunst 
kan auch ein angst ertzhare auff der gassen. 
wider Hans Worst. (1541). Bj". vgl. angsl- 
hure tt. angstbösewicht. 

Ang8tgl«8se; f> schlechte glosse, wozu in 
der angst gegriffen wird : müssen sich mit 
solchen angst gloszen vnd dodreden so lausz- 
sich vnd bettelisch behelflen. von der begeht. 
(1521). diij*. Grimm las durch einen 
druck' oder Schreibfehler veratUasxt angst- 
losen und stellte wtb, i, 363 das unerfind- 
liehe wort angstlose »» ausrede auf. 

Angsthen^ n. : Gaynsz ding ist enge ding 
vnd macht eytell vertzagte angsthertzen. 
auszleg. der ep. vnd euang. vom christag 
etc. (1522). Kkij'*. 

Angsthire^ f erzhure: einer solchen angst- 
huren solts nicht sawr werden, ein solch 
buch zu reden, wie Hans Worst hie von 
WolRenbüttel geschrieben hat. Jen. 1, 4 1 9\ 

Ängstige adj. angst empfindend, mit angst 
erfüllet, ahd. angusttc {Graff 1 , 342): der 
hohepriester so engstig war. 2 JUacc. 3,21 ; 
seinem nehesten, der engstig ist vnd trost 
begert. zwo predigt auff der kinderlau ffe. 
(1540). Kij". heute sagt man lieber ängst- 
lich. / 

Ängstiglidi^ mittelst lieh von ängstig 
gebildetes adv. und nicht unnöihige Verlän- 
gerung für ängstlich, toie Campe (wtb. 1, 
147) meint: wenn du sie zUchtigest, so ruf- 
fen sie engstiglich. Jes, 26, 16. 

Ängstiicil, dasselbe was ängstig, ahd. 
angustilh (Graff 1, 342): das engstliche 
harren der creatur. Rom. S, 19; yhr macht 
euch ewr brod vnd oarung hart vnd säur 
vnd ist doch nicht der erbeyt schuld, sondern 
ewers engstlichen vngleubigen hertzen. der 
121. psalm. (1524). Gif; 

Anhaben, in zweifacher bedeutung. 

1) an sich haben, an sich tragen: als nu 
Joseph zu seinen brüdem kam, zogen sie jm 
seinen rock mit dem bundtenrockaus, den er 
anhatte. 1 üfo«. 37,23; lange her den mantel, 
den du anhast. Ruih» 3,15; Goliath hatte ein 
schttppicht pantzer an. 1 Sam. 17, 5; so 
werde er jm , wie ein kleid , das er anhabe. 



ps. 109, 19; mancherley vnglück ist mir 
angethan gewaltiglich . . . vnd mus es an- 
haben, wie einen rock am halse, randgl. zu 
Hiob 30, 18. 

2) einem etwas anhaben , an ihm erlan-- 
gen: ob sie wider dich streiten, sollen sie 
dir doch nichts anhaben. Jer. 15, 20; er 
(der teufel) kan yhm nu nichts mehr an- 
haben, trostunge an die Christen zu Halle. 
(1527). Ciiii*. 

Anhalten, an etwas hallen, nicht davon 
lassen, andauern, fortwähren : haltet an ain 
gebet. Rom. 12, 12; aulT das sie kOndifo 
deste herter anhalten am gesetz des herro. 
2 chron. 31,4; halt an mit lesen, mit er- 
manen, mit leren, bisichkome. 1 7V}ii.4,13; 
haltet an mit dem streit wider die slid. 2 
Sam. 11, 25; haltet aber nur an mit vieis, 
das jr thut nach dem gebot vnd geselze. 
Jos. 22,5; zur vermanung , das e. k. m. 
solte frisch vnd frOlich anhalten , das heilige 
gottes wort in Hungernland zu fördern. Jen. 
3, 304'; als sie nu anhielten jn zu fragen, 
richtet er sich auff. Joh. 8, 7 ; eins gerech- 
ten gebet vermag viel wenn es anhelt. rom 
kriege widder die türcken. ( 1 529). Gij* [hei 
Bindseil fehlende var. zu Jac. 5, 1 6); faer- 
renhofe haben viel zu thun vnd ist noth, <la- 
selbs anhalten, wie man sagt, de Wette br. 
3, 38 ; vnser herr gott hat solche geiler gern, 
die getrost anhalten, hauspost. Witiemb. 
1545. wintertheil 78". 

2) einen wozu anhalten, wozu nothigen, 
dringen: auffseher, die das volck zum dienst 
anhielten. 2 chron. 2, 18. 

Anhalten, n. andauer, stäligkeit, dringen- 
des bitten: wachet dazu mit allem anhailcn 
vnd flehen. Eph. 6, 1 8 ; nu bitten wir <lar- 
umb, klagen vnd foddern mit allem anhalten. 
wamunge an s. L deudschen. (1531). Q\ 

Anhalter, m. der wozu anhaltende, trei- 
bende (vgl. anhalten 2) : so hat er auch dar- 
neben eingesetzt stockmeyster, treyber tii(i 
anhalter. dergesangSimeonis. ( 1 526). .^v>U^- 

Anhang, m. wa^i anhängt, mhä. anebanc 
(Ben. 1, 611). 

1) von personen: weil der hauffe vnd an- 
hang gros ... das machet sie kecke. ^ 
110. psalm. (1539). Fiij^; wenn derbapst 
nit szo groszenn anhang vnnd scheyn het(«t 



AI9HANG£N 



85 



ANHEBEN 



SSO kand er nymer endcbrisl seyn. auff das 
tbirchrütlich buch hocki Emszers. (1521). 
Gij''; da es morgen ward . . . findet sich 
Arius zeillicl^(s=>: zeilig) mil seinem anhang. 
zwo predigt, (1535). Ciiij'\- vnd lies allen t- 
balbendes Juda anhang suchen. 1 Macc. 9j26. 

2) ßur angehängte hedingung, clausel: 
das hes ich wol verba de fuluro heissen, 
wenn ein conditio , anhang odder auszog da 
bey gesetzt würde, von ehesachen, (1530). 
Biiij* ; das Stipendium noch ein jähr zu las- 
sen, doch mit dem anhang, wo er bey der 
theologie wolt bleiben, de Wette br. 5, 27. 

ABhaagen, praet, anhieng, woran han^ 
gen: ich hange an deinen Zeugnissen, ps, 
119, 31 ; meine seele hanget dir an. 63>9 ; 
so finde ich mir nu ein gesetz, der ich wil 
das gute thun, das mir das böse anhanget. 
Aom. 7, 21 ; ein jglicher hange an seinem 
erbe. 4 Mos. 36, 9 ; hanget dem guten an. 
Rom. 1 2, 9 ; er wird einem (herm) anhan- 
gen Tnd den andern verachten. Matth. 6,24 ; 
bis das der hell kome, vnd demselben wer- 
den die vdlcker anhangen. 1 Mos. 49, 1 ; da 
jerlich der ostertag mit seinen anhangenden 
festen sich ender t. ton den concilijs vnd 
hrchen, (1539). Lij'; {Hiskia) hieng dem 
heim an. 2 hon. 1 8, 6 ; alles volck hieng 
jm {Jesu) an. Luc. 19, 48; etliche menner 
aber hiengen jm {Paulo) au. apost. gesch. 
17, 34; alle seine fluchtigen, die jm an- 
biengen, sollen durchs schwert fallen. Ezech. 
17, 21. daneben auch anhängen /tir anhan- 
gen : der alte schlam beuget mir so schwer 
an. von Jhesu Christo. (1533). Dij"; kneuff- 
lin, da das hembd anhenget. der 10 t. psalm. 
(1534). ßüij\ 

Aibiagea^ praeti anhängte, anhangen 
machen, Irans, und reflexiv : gnade vnd Irew 
werden dich nicht lassen, henge sie an dei- 
nen hals vnd schreibe sie in die- tafel deines 
hertzen. spr. 3, 3 ; am ende mus ich auch 
das anhengen. kurtz bekentnis vom heil, sa^ 
crament. (1544). Fiij"; vnd schlug seine 
feinde im hindern vnd henget(e) jnen eine 
ewige schände an. ps. 78, 66. neben 
diesem richtigen praet. hängte auch das 
praet. von hangen, mit welchem hangen im 
gebrauch sich mischt: dein hertz hieng sich 
an die weiber vnd liessest dich sie betbOren 



vnd hiengesl deiner ehre ein Schandflecken 
an. Sir. 47, 21 ; sie hiengen sich an Baal 
Peor. jp«. 106, 28. da« pari. t?oti anhäugen 
ist angehängt : darümb hat golt diesem gepot 
auch ein ernslhch dreuwort angehenget. 
deudsch catecMsmus. ( 1 529). Giiij" ; mit an- 
gehengter bitt. Originalbrief im archiv zu 
Weimar. Opag.li.FF2. doch daneben auch 
angehangen f lad angehängt : vnd den reisigen 
zeug zu beiden seilen angehangen hatten. 2 
üfacc. 15, 20. neuere ausgaben änderten 
{diesmal richtig) angehänget. 

Aihiiger^ m. der einer personzugethane: 
damit furkomen werde, das ich vnd meyn 
anhenger nichts newes, bis aufl* das kunfitig 
concihum, schreyben odder drucken lassen. 
de Wette br. 2, 336 {hier nach dem im 
Weimarer archiv befindlichen original); 
diesen psalm wil ich widder hertzog Georgen 
gebettet vnd gesetzt haben, sampt allen sei- 
nen brieflfs dieben vnd anhengern. von heim' 
liehen vnd gestolen brieffen, (1529). Fiiij". 

Anhängig y adj. zugethan, beistimmend: 
etliche treffliche hochgelarte leute in fremb- 
den nation, die keinem teil anhengig sind, 
ein gefallen dran haben vnd sich fast vber 
mir frewen. Jen. \, 225^; wie es die erfa- 
rung zeuget , das jr leider allzuuiel an gott 
treulos, vnd dem leidigen teufel nur des gar- 
stigen wansts halben anhengig werden. Eist, 
1, 372**; weil sie dem euangelio anhengig 
sind, de Wette br. 4 , 561. eine anhängige 
Sache ist eine vor gericht schwebende: 
mocht alszo villeicht die sach anhengig wer- 
denn vnnd ynn yhr selbs vorgehn. de Wette 
br. 1, 208 (hier nach dem in Gotha sich 
findenden original). 

Anhangang;/^.; die heiligen drey könig 
auff die vertrawung gottes vnd anhangung 
der prophecey Micheae 5. des heiligen worts 
gottes gen Bethlehem zihen. Eist. \, 28*. 

Ankaicheoi den aus dem mund kommen^ 
den athem woran strömen lassen: alsbald 
sie von den schlangen angehauchet wurden, 
ward jnen die haut fewerrot. hauspost. Jhena. 
1559. bl. 266^ bildlich: on das ich sie zu 
weilen auch ein wenig angehaucht, wider 
die antinomer. (1539). Gj*. 

Anheben, praet. anhub, pari, angehaben, 
vereinzelt auch angehebt (x. b. Jen, 3, 448^ : 



ANHEBEN 



86 



ANÜEIMEN 



angehebt vnd gesagt), anfangen, beginnen, 
Iransiliv und intransiliv» 

1) irans, a) ml acc: die Juden heben 
den tag mit der nacht an vnd ist jnen nacht 
vnd tag ein gantzer tag. hawposl. WiUetnh, 
1545. sotnmeriheU i^; da hub er (BUeam) 
an seinen spruch. 4 Mos. 23, 7 ; darüber 
haben die Meintzischen tempelknecht vnd 
seelieger (seeljäger) den streyl vber euch 
angehaben. eyn christlicher Irostbrieff an die 
Miltenberger, (1524). Biij*; darumb hab ich 
an zu heben vnszer kundschafll vnd freunt- 
schafft, disz traclatell vnnd sermon euch wol- 
len zuschreyben. von der freyheyi eynisz 
Christen menschen. (1520). Aij''. 

b) mit inf,: nu hebt golt an yhn Izu be- 
tzalen. eyn vrteyl der Iheologen tzu Parisz. 
(1521). Düj''; wenn vns nur ein rauhes 
windlin vnter äugen wehet oder ein klein vn- 
glück vbergehet, heben wir an zu schreien vnd 
heulen, ein christlicher schöner Irost, ( 1 535). 
Biij"; das volck hub an zu huren mit der 
Moabiter tüchter. 4 Mos. 2b, 1 ; da sie aber 
anhüben daselbs zu wonen. 2 kön. 17, 25; 
für dem du zufallen angehaben hast. Eslh, 

6, 1 3 ; szo gar zeyttlich (zeilig) haben die 
papisten angehaben zu hegen, auff das vbir- 
christlich buch bochs Emszers, (1521). Hij'*. 

c) statt des inpn. steht wie bei anfangen 
auch ein anreihendes und: so hebe nu an 
vnd segene das haus deines knechls. 2 Sam. 

7, 29 ; vnd der büsewicht hub an vnd betet 
zu dem herrn. 2 Macc. 9, 13; Petrus aber 
hub an vnd erzelets jnen. aposl. gesch, 1 1,4 ; 
das nit der mensch anheb vnd den ersten 
steyn lege, eyn sermon von dem n. lest. 
(1520). Aiij»'. 

2) die intransition wird gewöhnlich durch 
sich hervorgehoben : die kirchenfest sich am 
abend zuuor anheben, hausposl. Witlemb. 
1545. sommerlheiL i^; da wirt sich aller- 
erst die not anheben. Matth. 24, 8 ; da alles 
bereit ist, was zum volck goltes gehöret, 
hebt sich das werck vnd vbuug an. vorr. 
auf das a. lest. Bindseil bibel 7, 305; 
laut dieses ersten gebots, das sich anhebet 
omnis. Jen, 1, 52 5^ 

3) pari. : sihe so war ists, das ich für dir 
ein Sünder bin, das auch sünde mein nalur, 
mein anhebendes wesen, mein empfengnis 



isL Jen. 1 , 29" ; disem gdttlicheo, angeha- 
benen werk zu folgen, de Wette br, 2, 498. 

Anheben^ n. anfang, beginn: furcht ist 
nicht anders, denn ein anheben des verzwei- 
ueln, vnd hofinunge ein anheben des geneseo. 
Jen. 3, 25^ 

Anlieber, m. anfänger, urheber: es hgt 
(spricht man) an eym guten anheber, vnd 
ein guter anheber ist aller ehren werd. der 
prophet Sacharja. (1528). Mj^; (der bapsl) 
der erst vnd allein ist aller abtrinnuog vod 
parteyen heupt vrsach vnd anheber. grvnd 
vnd vrsach. (1520). iij*. 

Anheften^ woran befestigen : vnd soll den 
furhang mit hefTten anhefflen. 2 Mos. 26,33 ; 
dieses Hessen sie auff messiuge tafel schrei- 
ben, das mans an die pfeiler auff dem berge 
Sion anheulen solt. 1 M<icc. 14,26; (Jesumi 
habt jr genomen durch die hende der vnge* 
rechten vnd jn angehefltet vnd erwürgeU 
apost. gesch. 2,23; vnd ist nit eynangebeff- 
ter slernn geweszen, wie astronomi die stemn 
nennen, szondernn eyn freyer stem, der sich 
heben vnd sencken ynn alle ortt wencken 
halt mugeun. auszleg, d. ep. vnd euang. von 
christag. (1522). hhhij". das pari, hat auch 
die bedeutung von angehängt : mit aller de- 
mut vnd ehrerbietung vmb Vergebung vnd 
gnad bäte, so ich etwas freueUch gehandeil 
oder geredt bette, mit angeheHler anzeiguog, 
das ich gautz wiHig vnd bereit were, mich 
zu weisen vnd leren lassen. Jen. I, 124''; 
mit angehefHer bitt. brief v. freitag nach 
Pfingsten 1523. 

Anhein^ accusalivisches adv.,nachhause: 
nachdem ich nu ein Zeitlang alhie gewesen 
vnd euch gepredigt habe, auch nu anheiui 
mus. Jen. 8, 340"; (Zipora) keret wider 
zurücke au heim mit den kindern. EisL i, 
310". gewöhnlicher ist das einfache heim 
{s. d,). — fff» 16. jh. begegnet auch anheim 
für daheim (Petrus ist vber feit, Paulus 
ist nit auheym. Bodenstein appellalion, 
Vuittemb, 1520.aiij''), doch nicht bei Lulh.; 
die bei Grimm wtb. 1, 372 daßr ange- 
führte stelle ist einem brief I^eonhart Kei- 
sers entnommen. — Alberus dicL 11 j'': 
domum, heym, anheym, ad locum. 

Anheinen , was anheim : wir hoffen vnd 
bitten, dasz gott vns vnsern lieben landesva- 



ANHEIMISGH 



87 



ANKER 



(er vnd gnädigsten heim aufls schierst fröh- 
lich wieder anheimen helffe. de Wette hr. 
b, 645, wozu Grimm wtb. 1,372 bemerkt: 
.xerwtrftiehe form, falls richtig gelesen Ml.'* 
doch hat auch Alberus diel. : ich ker mich 
beymen zu. vgl. auch daheim en. 

Aihelnlsflij zu hause anwesend, daheim: 
ilie leute nicht anheymisch gewest. origi- 
nalbr. v. 2. aug. 1543 auf der landesbibl. zu 
Casiel; solch vrteil hab ich müssen der Sa- 
chen abzuhelfen sprechen, weil vnser pfarr- 
her nicht anheymisch ynd das consistorium 
abwesens der person auch nichts thun kund. 
Bufkhardt briefw. 419. Grimm erklärt 
Vit, 1, 373 anheiniisch wie anheimsch /tir 
entstelltes anheims. 

Aiher, adv. hierher: ewr frage, so yhr 
anher gen Wittemberg zu vns geschickt 
habet, ob man für dem sterben ßiehen muge, 
11527). Aij*; es hat mir herr Johann Pom- 
mer, vnser pfarrer, geschrieben aus Ham- 
burg, wie er sich gerüstet, wieder anher zu 
kommen, de Wette br. 3, 452. auch als 
ieitadverb: jr solt dem voick nicht mehr 
^iTo samlen vnd geben , das sie ziegel bren- 
nen» wie bis anher. 2 Mos, 5, 7 ; es sol auch 
keinem kein leid widerfaren, vmb des wil- 
len, so bis an her wider vns gethan ist. 2 
Macc. 11,31. — erst nhd. entstanden und 
heute wenig mehr üblich, 

Aiker«kraft; f : dasz es möchte aufge- 
schoben werden bis zu der anherokunfl ihro 
fär^ü. gnaden, de Wette br. 6, 288. — zu- 
tammensetzung des subst. .knnit mit dem 
reralteten adv, anhero statt anher. o in an- 
hero, ihro ist nachhall eines älteren a, denn 
her lautet ahd. hera. 

Aiketiei; anreizen, antreiben wozu : das 
yhn die fraw ym hause des königs hofemeisters, 
heb gewinnet vnd anhetzet beyyhr zu schlaf- 
fen, rber das erste buch Mose. (1527). 
kk iiij\ davon das folgende subst. 

Alketier, m. anreizer, antreiber, wofür wir 
^her aus lÄuh.'s Schriften keinen beleg bei- 
hringen können, denn die bei Grimm wtb, 
1. 375 01» Jen. 5, 17» angeführte stelle 
(m1 böser thalen, der er aller anhetzer, zu- 
J^<*hflrer vnd vrsacher gewest) gehört Luth. 
»ichc an, 
Aikii, verstärktes hin oder umgekehrtes 



hinan: 'tobett ymer anhinn man soll frum 
seyn. auszleg, d. ep. vnd euang, von chriS' 
tag etc. ( 1 522). Sij" ; {Noah) lest sich aber 
nicht erschrecken, prediget ymer anhyn. vber 
das erste buch Mose. (1527). Vij\ 

Aihoren^ n. : wil ich nu zum dritten mal 
sie in ewer gegenwart vnd anhören ermanen. 
Jen. 2, 279*. 

Aihftrendj angehörig, pari, von anhören 
/lir angehören: vnd mein anhörende sind ferne 
von mir gestanden. Jen. 1, 25". 

AbIs^ m. eine bekannte gewurzpßanze : 
die yhr verzehendet die royntz, anys vnd ky- 
mel. Matth. 23, 23 nach derseptemberausg. 
des n.test, v,j. 1522. später (mehr dem gr. 
uyrjd-oy entsprechend) tili. 

neben anis, anisz, mhd. ant^, n. (Ben. \, 
46) aus lat, anisum, welches aus gr. Sytaoy, 
galt früher auch enis (erste d, bibel Matth. 
23, 23), enisz (Dasyp. tO^ 320S Albe- 
rus dict. GGiij"). 

Aukehren^ anwenden, bei Luth. stets mit 
fleisz verbunden: nu musz man yn diszem 
handell allen vleisz ankehren, das man dyszer 
dreyer bild keyns zu hausz lade, eyn sermon 
von der bereytung zum sterben. ( 1 5 1 9). a iij** ; 
lieber keret vleisz an vnd suchet ... das yhr 
das schwerd ia findet, auff das vbir christlich 
buchbocks Emszers. (1521). Gij^; doctor 
Eck ynn seyner disputation allen vleysz an- 
keret hatt mich vnnd roeyn matery hesszig 
zcu machen, de Wette br. 6, 18; ich solle 
vleys ankeren, e. c. f. g. einen prediger gen 
der Newstad anzuzeigen. Burkardt briefw. 
1 24 ; (Simon) in alle weg vleis ankeret, sei- 
nem volck guts zuthun. 1 üfacc. 14, 35. 

Anker, m. ein eisernes, mit Widerhaken 
versehenes Werkzeug, welches ausgeworfen 
wird, wenn das schiff still halten soll : vnd 
worffen binden vom schiffe vier ancker. 
aposl, gesch, 27, 29; da sie die ancker 
auifgehuben, Hessen sie sich dem meer. 40. 
bildlich: vnd halten an der angeboten hofi- 
nung, welche wir haben als einen sichern 
vnd festen ancker vnser seelc. Hebr. 6, 19. 

anker, voc. ex quo encker, Dasyp, ün- 
cker, mhd. anker, enker (Ben. 1, 46), <ihd. 
ancher (Graff 1, 350), ist entlehnt aus lat. 
ancora und diesz aus gr. ayxvQa, dessen 



{ 



ANKLAGE 



88 



ANKOMMEN 



grundbegriff das gekrümmte {ayxvXo^, ge^ 
krümmt) ist. vgl. Weigand u>lb. 1, 43. 

Anklage^ f. accusatio, beschuldigung : 
du solt falscher anklage nichl gleuben. 2 Mos. 
23, 1 ; im anfang seines königreichs schrieben 
sie eine anklage wider die von iuda vnd Je- 
rusalem. Esra 4,6; vnd räum empfahe, sich 
der anklage zu verantworten, apost. gesch. 
25, 16; wo solch anklag mir feischlich auff- 
gelegt, würden e. k. f. g. nicht eben in so 
grosser fahr stehen als ich, der ich nichts 
hin? Jen. l, 22 1^ 

AaUagei; accusare, beschuldigen : (Macca- 
beus) brachte die heubtleule zusamen vnd klag- 
te sie an, das siejrebrüdervmbsgeld verkaufll 
vnd die feinde dauon betten komen lassen. 
2 Macc. 1 0, 2 1 ; ich werde angeklaget vmb der 
holTnung vnd dufferstehung willen dertodten. 
apost. gesch. 23, 6; vnd werde angeklagt 
vber derhoffhung an die verheissunge. 26, 6. 

Ankläger^ accusator, verklagen stille den 
grausamen alUerreder, anclager vnd grosz- 
macher vnszer sunde den böszen geyst. eyn 
kurcz form der czehen gepott. (1520). Cv"; 
ich wil hcrtzog Georgen widder zum richter, 
rechtsprecher, mcister noch herm haben, 
sondern zum feinde, anklagcr vnd widder- 
sacher. von heimlichen vnd gestolen briefen. 
(1529j. Diiij". — heute gilt nur ankläger; 
Grimm stellt die umlautlose form gar nicht 
auf. 

Ankleben^ eig. mittelst eines klebrigen 
Stoffes woran haften, meist aber figürlich, 
anhangen: allerley böse lüste, so vns 
von nalur ankleben, deudsch catechismus. 
(1529). Süj**; er klebt an, wie kot am rad. da« 
14. vnd 15. cap. s. Johannis. (1538). 
hbbiiij"; lasset vns ablegen die stinde, so vns 
jmer anklebt. Hebr, 12, 1. — schon ahd. 
anachlepSn (Graff A, 545). 

Anklebig^ anklebend, fest anhaftend: 
zum andern ist der auszsatz ein suchtige, 
anklebige plage, euangelium von den tzehen 
ausxselzigen. (1521). Lij". — bei Grimm 
nicht verzeichnet. 

Ankleblsch, dasselbe was anklebig : noch 
Alle ich jmerdar den alten anklebischen vnflat. 
summa des christlichen lebens. (1533). Fij**; 
die anklebische sunde. Hebr. 12, In. test. 
v.J. 1522. 



Anklebang; f. adhaesio, anhangung: 
also auch were es vnmflglich, das wyr inoch- 
ten reyn werden von der anklebung der zeit- 
lichen guter, von kauffshandlung vnd %cueher. 
(1524). Eiiif. 

Ankleiben^ ankleben: sie haben auch 
frembde feddern (das istsprüche derschrifit; 
gestolen vnd mit wachse angekleibt. vom 
abendmal Christi. (1534). kiiij\ — ahi, 
anakleiben (Graff 4, 544). 

Anklopfen, woran klopfen: ich stehe für 
der thür vnd klopffe an. offenb. Jäh. 3, 20: 
da ist die slim meines freundes, der ao- 
klopffet. hohelied 5, 2 ; klopffet an, so wird 
euch auflgcthan. Matth. 7,7; man thurste 
nicht anklopffen oder hinein gehen in des 
forsten zu Assyrien kamer. Jud. 14, 9. /i- 
gürlich: warumb ich geschrieben vnd ange- 
klopfft, vnd jtzt Öflentlich anklopflfe vnd 
schreibe. Jen. 4, 471; sie wollten auch 
solches anklopffen unser gottes un^luniig 
aufnehmen, de Wette br, 3, 336. 

Anknäpfen^ knüpfend woran befestigen: 
es gilt aber, wer dem andern die schellen 
anknupfU,. an den christlichen adel. renn, 
ausg. (1520). Aij"; sie werden wol gehengt 
werden, vnd schendlicher, denn wenn sie 
vom henger angeknüpfil wurden, ausl. der 
zehen gepot. (1528). Miiij"; kanstu jm {dtm 
einhom) dein joch anknüpflen die furchen 
zu machen. Hiob 39, 10. — ahd. aoagi- 
chnuphan {Graff 4, 582). 

Anköken^ anspeien: sie (die falsd^en hei- 
ligen) sind der gerechtigkeit so vol, das sie 
die andern armen sunder an köken. das 5. 
6 vnd 7. cap. s. Matthei. (1532). Fiij'. vgl 
koken. 

Ankönnen^ intransitiv und iransitit, i» 
mehrfacher bedeutung. 

I. intransitiv, wohin kommen, wofür die 
ältere spräche einfaches komnieD gebrauchu : 
wir kamen an zu Tyro (vulg. venimus Tgrum, 
erste d. bibel: kamen zu Ihyri). apost. gesch. 
21,3; vnd kamen des andern tages an zu 
Sidon. 27,3; Judas vernam, das Oemethus 
Seleuci son zu Tripoli mit grossem volck >d<J 
viel schiffen ankomen. 2 Macc. 14. 1. i» 
folgender stelle scheint ankommen die ht- 
deutung von auskommen, ausreichen, fori^ 
kommen zu haben: dasz arme gesellea in 



ANKUiHFT 



89 



ANLAUF 



dieser schweren zeit mit solcher besoldung, 
wie zu Braunschweig nicht mögen ankommen. 
de WeUe br. 4, 205. 

//. transilivbedeulungen. 

i) wie sehwii ahd. anaqufiman mii aee. 
der penon in der bedeutung „über jemand 
kommen"» ihn befallen, ergreifen, a) mit 
wupersÖnliehem es: vnd es kam sie hart an 
fber der gehurt. 1 Moe. 35, !?• b) häufiger 
mü einem im nom, stehenden subsL : angst kam 
die Philister an. 2 Mos. i 5, 1 4 ; es kam auch alle 
Seelen furcht an. aposL gesch, 2, 43 ; zittern 
vod schrecken kam sie an. Jud. 4, 2 ; es kam 
sie jre webe an. 1 Sam. 4, 19; es möcht 
mich ein vnfal ankomen. 1 Mos. 19, 19; 
mich wil aber schier ein schwinde! ankomen. 
ron den concilijs vnd kirchen, ( 1 539). Gij'* ; 
faierauff ist mich lust ankomen zu antworten. 
wider das bapslum xu Rom. (1545). Aij*. 
feil dem vorigen jh. ist an die stelle des 
üUen, richtigen acc. der daUv getreten; schon 
Dentzler hat neben es kompt mich schwur 
aD,attcA; das ist mir saurankommen.Frtfc^ 
v(6. l, 534 : es ist ihm oder ihn die lust an- 
gekommen. 

2) einen ankommen „an jemand heran 
kommen", auf ihn stoszen, ihn antreffen: 
Tod erwargelen alles ^ was sich auff den 
mauren zur gegenwehr stellet vnd was sie 
sonst ankamen. 2 Macc. 10, 17; wenn mich 
ein fflörder auff der Strassen ankeme. Jen. 
6, 12*. (Steuer gebrauch von ankommen ist 
teraltet. 

Aikinfty /. 1) ort^o, Ursprung, abkunß, 
ahitammung: dergottisdienst, der itzl allent- 
halben gehet, hau eyn christliche feyne an- 
kunfft. von ordenung goltis dienst. (1523). 
Aij'; was sein ankunffl aus der schrifft nicht 
hal, das ist gewishch vom teuffei selbs. Jen. 
% 13**; warumb solten wir nicht fragen 
nach ankunffl solcher gewonheit. 2, 11 b^; 
dieses namens, da er Jehouah genandt wird 
{sprechen die jüden selbs) weis man keine 
vrsach noch ankunlt anzuzeigen. 3, 470". 

2) advenlus: nach dem aber myr auf 
lueyo ankunfi gestern zcwey stück seyn für 
gehaUen. Burkhardt briefw. 39. 

Anlichcln^ lächelnd ansehen: wenn er 
deio bedarfi, kan er dich fein eilen vnd lechell 
dich an. Sir. 13,7; doch hub er yhren Schleyer 

DiiTz, WftrterbaclL 



auff vnnd lechelt sie freuntiich an. das ma* 
gnificat. (1521). cij^ 

ABlachen, gegen, an einen lachen: weil 
man dich freuntUch anlachet vnd dich lieber 
freund heysset, so bistn wol from. ausL der 
zehen gepot. (1528). Lviij'*, tropisch: alle 
creatum vns frölich anlachen. ausL der ep. 
vnd euang. von ostem etc. (1544). ciiij^. 

Anlange!^ an einen langen, reichen^ 

1) etnen um etwas angehen, bitten: da 
sehet jr den, vmb welche mich die gantze 
menge der jaden angelanget hai.apost.gesd^. 
25, 24 ; nu hat mich gedachte Else mit wei- 
nen und klagen angelangt, de Wette br. 4» 
273; da haben wir . • . demütiglich mit 
bitten angelanget dendurchleuchtigslen hoch- 
gebornen farsten. Jen. 4, 334; aber mein 
lieber bapsl vnd der heylige römische stul 
stost zu poden vnd vordampt solch heylige, 
geystlich Ordnung gantz mit einander durch 
anlangenn {auf anregen, bitten) der priester» 
schalll. an den christlichen adel. (1520). 
verm. ausg. Diij\ statt anlangen begegnet 
auch augelangen, docA nicht bei Lulh, ; der 
Grimm wtb. \, 345 vorkommende beleg 
aus Luth.*s schriflen ist einem brief L. 
Keisers entnommen. 

2) einen angehen, betreffen: du Emser 
hast dich dieszer Sachen mutlwillig ange* 
masset, die dich nichts anlanget, auff des 
bocks zu Leypczick antwort. (1521). biiij^ 

AnlasscB^ sich, se gerere, sich gestalten, 
den anschein haben : wie sichs so gar nichts 
da zu reymel vnd gar vngleich anlesset. der 
prophet Sacharja. (1528). Yiij\ wenns ge- 
schieht, wie sichs anlUszt. de Wette br. 2» 
597; vielleicht wird Witleroberg, wie sichs 
anläszt mit seinem regimenl nicht s. Veits 
tanz, noch s. Johannis tanz, sondern den 
beltler tanz oder belzebuhs tanz kriegen. 5» 
753, vgl. lassen. 

Anlasibrief^ m.: notddrftig conipromiss 
und anlaszbrief. bei Grimm wtb. 1, 393. 

Anlanfi m. „ausholende geschwinde (na- 
mentlich feindliche) bewegung woraufhin** 
(Weigandwtb, 1,43): er (Paii/u«) heisset 
aber sein slreitten vnd kriegskunst einen 
listigen anlauff. das 6. cap, der ep. a. d. 
Epheser. (1533). Ciiij'; das ich im ersten 
anlauff schier zornig ward vber s. Hüarium, 

12 



ANLAUFEN 



90 



ANLEGEN 



von den coneiUjs vnd hirchen. (1539). Oiij^. 
pL mit und ohne umlaut: was aber und wie 
mancherley seine listige anleaffe sind» wer- 
den wir nicht erzelen noch erdenken ktfnnen. 
Jen. 5, 515"; das jr bestehen kttnd gegen 
die listigen anlauff des teufeis. Eph. 6, 11. 
— akd. analour {Graff 4, 1120;, mhd. an- 
lo\d (Ben. \, 1046). 

Anltnfen, mhd. ane loufen (Ben» 1, 1045), 
ahd. anahlaufan {Graff 4, 1 1 1 7), an einen, 
an etwas laufen. 

1) einen anlauTen, ^^^m hülfe und beistand 
hei einem anhalten": welche jn ansehen 
vnd anlauflen, der angesicht wird nicht zu 
schänden, ps. 34, 6. dazu die randgl. : die 
sich zu ihm dringen vnd gleich vberfallen, 
wie die geilende fraw den richter. Luc, 18. 
. . . denn er hats gern, das man suche, klopfTe 
vnd poltere mit beten on ablassen. Bind' 
seil bibel 7, 504; da nu der kOnig wider 
heim reisete, lieflen jn die jttden in allen 
stedten an und klagten jm, das Onias vn- 
schuldiglich ermordet were. 2 Maec, 4, 36 ; 
das ich teglich werde angelauflen. 2 Cor. 
U, 28. 

2! an etwas laufen, woran anstossen, 
widerrennen: so die bösen an mich wollen, 
müssen sie anlaufTen und fallen, ps. 27, 2; 
sind sie darum angelauffen, das sie fallen 
sollen? Rom. 11, 11; hiemit wil ich yder- 
man verwarnet haben, das er nit durch ro- 
mischen bandet vnd doetor Ecken beschissen 
an mir anlauff. von den newen Eckisehen 
bullen. (1520). Biiij''; weil nu yhene das 
nicht sehen lauffen sie an mit yhrem men- 
schen dunckel. sermon von dem sacrament 
des leibs vnd bluts Christi. (1526). Biij"; 
darurab ist dis das aller sicherste, wer da wil 
recht faren vnd nicht anlauflen, das er nur 
bleibe bei den Worten, von Jhesu Christo 
eine predigt. (1533). iiiij\ mehr belege s. 
bei Grimm wtb. \, 394. 

3) den Sturm anlaufen, einen sturmlauf 
beginnen : da lies Judas ausruffen im gantzen 
beer, das das kriegsuoick eine Ordnung 
machen solt, und den stürm anlauffen. 1 
Maec. 5, 51. 

Anlavfei^ n. anstossen: sie haben sich 
gestossen an den stein des anlauITens (Vulg. 
offenderunt enim in lapidem offensionis, erste 



d. bibel: sy schatten an dem steine der scha- 
dünge) Rom. 9, 32 ; ich lege in Zion einen 
stein des anlauffens. v, 33. dagegen Jes. 8» 
14: ein stein des anstossens. 

iBlasfl, m. ahd. analauft (GraffA, 1 120), 
was anlauf : nach diesen ist komen ein ander 
anlaufft des schalckhaffligen teuffeb. das 6. 
cap. der ep. an die Epheser (1533). Dij''; 
das yhr bestehen kundt gegen den listigeo 
anlaufil des teuflels. Eph. 6, 1 1 . n. lest. r. 
J. 1522; ist vns wol von nOten, das wyr 
seynes listigen vnd schalckhaffUgen anlaufÜs 
warnemen. der prophet Jona. (1526). Aij*. 
pl. : das sind nu sokhe anieufUe, damit er die 
gantze Christenheit angreiffet. das 6. cap. 
der ep. an die Epheser. Diij^. 

Amlegei^ mhd. anlegen (Ben. 1, 99 Ij, 
ahd. analeckan (Graff 2, 91), golh. ana- 
iagjan. 

1 ) sinnlich, kleidungsstüeke, waffen etc. 
an den leib oder theile des leibes legen: 
vnd legt jm den leinenrock an. 3 Mos. 8, 
7; lege dein kleid an. Ruth 3, 3; voil 
legten jm einen purpur mantel an. JfaUA. 
27, 28 ; wer vberwindet, der sol mit weissen 
kleidern angelegt werden, offenb. Joh. 3, 5 ; 
(Ah ab) legt einen sack an seinen leib. 1 hon. 
21, 27; du solt deinen schmuck anlegen. 
Gzech. 24» 17 ; man wird dir stricke anlegen. 
3, 25 ; vnd legt jm ein pantzer an. 1 Sam, 17, 
38 ; lasset vns anlegen die waffen des liechls. 
Rom. 13, 12. Mo^xe« anlegen i^anMeiden: 
sorget nicht was jr essen, trincken vnd an- 
legen solt. Jen. 2, 161*. 

2) figürlich, einem leid, trabsai, unglflck, 
plage anlegen, wofür wir heute Heber anlhon 
sagen : der du den jaden alles leid anlegest 
2 Maec. 7, 31 ; nach dem es recht ist bey 
gottzuuergeltentrflbsa], denen die euch trflb- 
sal anlegen. 2 Thess. 1,6; ich gedachte euch 
vnglUck anzulegen. Sach. 8, 14 nach der 
Übersetzung in: der prophet Saeharja. Wit' 
temb. 1 528. Gij'* ; bisher haben sie für keUer 
alle die verfolget vnd alle plage angelegt, so 
beider gestalt genossen haben, wamun^ 
an s. l. deudschen (1531). Dij. ebenso ehret 
Schmach, schände anlegen : (die glieder) die 
vns dClncken die vnehrlichsten sein, denset- 
bigen legen wir am meisten ehre an. 1 Cor. 
12, 23 ; vnd jm viel schmach anlegen, klagl 



ANLEITEN 



91 



ANMÄGHTI6 



Jer. 3, 30; die vns alle schände anlegen« 
2Mace. \, 28, 

3) atUegen »- anwenden: es gibt offl 
einer etwas, da ers vbel anlegt, dagegen, 
gibt einer, da en seer wol anlegt. Sir, 20, 
10 ; das man solche leier anlege gottes wort 
ZQ lernen, deudseh eale<^i$fnus. (1 529). Dj^» ; 
bist du nicht ein schöner marterer ¥nd hast 
dein bhit vnd gut fast wol angelegt, war-^ 
nunge an s. l. dendsehen. (1531). Diiij^; es 
ist doch ein vergeben dienst, der an jnen 
nicht angelegt ist. ein ehristlieher schöner 
Iroit. (1535). Cüj*; weil er alhie studirt vnd 
seioe zeit 3fni studio angelegt, originalbr. 
tm 2. Äug, 1543 auf der landesbihL zu 
€a$sel ; dasz er solche gäbe gottes und gro- 
ssen verstand in der schrifl schuldig sei an- 
zulegen, de Welle br. 5, 51 1. 

iileiteiy an, xu eiv>a$ teilen, anweisen : 
verstehestu auch was du liesest? wie kan 
ich, so mich nicht jemand anleitet. aposL 
gadi. 8. 30. 3i. — ahd. analeitan {Graff 
2, 184. 187). 

inleitwig^ f. antceieung: Jesaias auch 
selbs gleich mit fingern seine leser dahin 
weiset als zu einer anleytunge vnd grund 
seines bnehs. der prophet Jesaia deudseh. 
( 1 528). bl ji* ; das aber die jenigen, so es nicht 
besser wissen» ein anleitung vnd vnterricht 
haben. v(nr. auff das a, lest. Bindseil 
Ubel 7, 303 ; der beide Jethro greiflt Mosi 
für, gibt jme rat vnd anleitung. wie er re- 
gieren vnd es recht treffen solle. EisL 1, 
389'. 

Anliegen; hei Lulh, nodi richlig anligen, 
ohd. analigan, woran liegen, diehl woran 
tchUeszen. 

1) iinnlid^: das es {das schildlein) auff 
dem künstlich gemachten leibrock hart an- 
ligc 2 Mos. 28, 28 ; das es auff dem leib- 
rock hart anlag. 39, 2 1 . 

2) figurHeh , wotan bedrängt werden : es 
ligl mir beides hart an. PhiL 1, 23, tn den 
^ften ausgg. des n. lest : denn ich werde 
mit zweyerley gedrungen (erste d, bibel: 
ich wird bezwungen von z waien.) ; darumb 
lieben herm, lasst euch das werck anligen, 
das gott so hoch von euch foddert. Jen. 2, 
467''; wenn den leuten etwas angelegen war. 
tomft. 14, 21 ; ein wacker, fleissig mensch. 



der des seinen mit vleis wartet, vnd lessts 
jm angelegen sein. Jen. 6, 149^; czum 
vierden sol man beten nicht wie gewonheit 
ist, viel blelter oder kornle tzelen, sonder 
etliche anligende nodt furnemen. von den 
guten wercken. (1520). Fiiij^. von personen 
gebraucht heiszl es mit bitten drängen : sie 
lagen jm (Filato) an mit grossem geschrey. 
Luc. 23, 23. 

Ailiegen^ n. das, was engt, bedrängt: 
wirff dein anligen auff den herrn. ps. 55, 
23; betet stets in allem anligen. Eph. 6, 
1 8 ; mit vnser not vnd anligen. der prophet 
Sacharja* Gij''; also thun auch alle heilige 
gleissner, wenn sie etwas anstösset, das sie 
nicht zu gott lauffen, sondern von vnd für 
jra fliehen, nur gedencken wie sie durch sich 
selbs, oder menschliche hdlffe, jres anligens 
ledig werden. Jen. 1, 259*. — bei Albe» 
rus: ein anligens, und so noch in Oberhessen, 

Anlagen^ bei Luih. wie «lAd. anliegen 
[Ben. 1, 102.*^), dhd. analiugan {Graff 2» 
131), auf einen litgen : was ists wunder das 
dw mich anleugist vnd schmehisl. von den 
newen Eckischen bullen. ( 1 520). Aiiij* ; das 
er flugs forn an im tilel vnd im anfang mich 
vnd mein buch schendlich anleuget vnd lestert. 
Widder den meuchler zu Dresen. (1531). 
Aij**; wir machen auch seinen leib nicht aus 
dem brod, wie vns der geist anleugl. vom 
abendmal Christi. (1534). eiij"; sie stehen 
alda vnd liegen gott an. von den Juden vnd 
jren lügen, (1543). Dj"; sie thun vns gewalt 
vnd liegen vns an. zwo predigt. (1535), Aiiij* ; 
jlzl raus ich abbrechen vnd auffs concilium, 
so der bapst mit den seinen angelogen vnd 
villeicht auch ausgelogen hat. die drey «ym- 
feote. (1538). Fj*. 

Annnehty Luth. assimilierend ainmacht f. 
deliquium: da er mit mir redet, sanck ich 
in eine ammacht. Dan. 8, 18; noch muszlen 
sie leben vnd solchen vberdrusz mit aller 
macht vnd ammacht tragen, de \^ette br. 4, 
4 1 5. sonst avLch anmacht : funffzehn mal in 
anmacht fiel, tischr. 230^ und onmachl s. 
Ohnmacht. — mhd. ^maht {Ben. 2, 9), ebenso 
Alb er US dict. rrij^ 

Anmachtig, ebenfalls gewöhnlich am- 
machtig geschrieben, kraftlos, schwach : so 
mechtig als yhr gewesen seyt, so anmechtig 

12* 



ANMALEN 



92 



ANMUTEN 



seil yhr nu. die ep. des prophelen Jesaia. 
(1526). Cij*"; der alber ammecluige teuffei 
meynet, man solle yhn nicht sehen, das an» 
der theyl widder d. hynU, propheten, ( 1 525). 
Jij"; ewr glaube steht aafTeym am mecbtigen, 
vnge wissen puncl vnd buchstaben. ebend. 
Dj^; es ist yhc ein schlechte ammechtige 
krafil vnsers leibs gegen einem geist. vber 
dcu erste bwh Mose. (1527). aaiüj^; der 
• ammechtige elende meyssenkopf. de Weite 
br. 6, 247. 

Aaiialen^ daraniMUen: vnd yhm (goit) 
eine färbe anmalen, das er so vnd so ge- 
synnet sey. vber das erste buch Mose» ( 1 527). 
U iij'' ; {die Heiden) yhrem Mercurio, der das 
reden füret, filtiche angemalet haben, ebend, 
Oij«. 

Anntsiei, reß., sich aneignen, sich 
unterfangen, unterbinden, sibi arrogare, 
usurpare, nach Grimm wtb. 1, 405 ahd, 
und mhd. unvorhanden , auch bei Luther 
picht erscheinend, kommt gleichwohl in 
Luthers Schriften häufig vor, aus den ztM- 
reich vorliegenden belegen nur folgende: 

a) mit dat, der person und acc, der sache : 
wollen Sodoma vnd Gomorrha vns noch be- 
schuldigen, das wir uns den verstand der 
schrifil allein anmassen? Jen, 2, 24^. mit 
dat. der person auch bei Alberus dict. 
eeij^: arrogo mihi, ich mas mir an. 

b) häufiger mit acc. der person und gen. 
der Sache: seine (C^rM(t)gerechtickeit, Weis- 
heit, leben und alle tugend die sind mein, 
der mag ich mich vnterzielien und anmassen 
wie meins eygenen guts. ausleg. der euan» 
geUen an den fümemisten festen. Wittemb. 
1527. oij"; es ficht mich nichts an, das ett- 
lieh myr schult gebenn ich woll mich an- 
maszen grosser kunst denn alle wellt hatl. 
manusc. der bibliothek zu Gotha cod. chart. 
370 pag. 9 {Erl. ausg. 24, 13); du Emser 
hast dich dieser sachen muttwillig angemasset, 
die dich nichts anlanget, auff des bocks xu 
Leypczick antwort. Wittemb. 1521. biiij^; 
so man geystliche freyheyt leret, raast sich 
das fleysch der freyheyt an zu seynem mutt- 
willen. randglosse zu Matth. 9, 16 nach 
der septemberausg. des n. test. v.J. 1522; 
wenn ichs merckt oder höret, das sie sich 
meiner gemeinschafll anmasselen. kurtz be» 



kentnis vom heiligen saerament. (1544)* 
Diiij\ 

c) einigemal stall des gen. der sacke et» 
inf, mit zu: wo seyt yhr iunckem die yhr 
euch ahmasset die schrifft auszzulegen. auff 
das vbirehristlieh buch bocks Emszen. 
WiUemb. 1521. Kij"; der sich mit Lndfer 
anmast vber seyn stand vnd ampt ynn gottes 
gericht zu fallen, ein vnlerrieht der begdU* 
kinder. Vuittemb. 1521. aij\ 

d) das pari, praet. hat die bedeutung 
von usurpiert: hieraus folget, das alle das- 
jenige, so der bapst aus solcher fabcher, 
freueler, lesterlicher, angemaster gewall ge- 
tfaan und furgenommen hat, eitel teufelisch 
geschieht und geschefll gewest und noch sei. 
Jen. ausg. 6, 549\ 

Sich anmaszen ist nach Grimm tttb. K 
406 etn an sich messen, sich zumessen, bei" 
legen, erst in gutem, Mmälieh m itbelm 
sinn; auch Weigand hält (u>tb. 1, 44) die 
bedeutung: „über das masz des zustdienden 
in anspruch nehmen" für die jüngere. 

Annänlea» etwas die zahne weisen: nicht 
das ich den schwermem diese spräche für 
lege, denn sie sollen die selbigen wol an 
meulen vnd flux vber hupffen. das duse 
wort Christi noch fest stehen. (1527). mij*; 
die bilder haben sie (die schwermer) ein we- 
nig angenaeulet, aber doch nicht gebissen. 
vom abendmal Christi. (1534). liü]**; an- 
meulen vnd plaudern heisse ich nicht beissen. 
ebend. yiii}\ — Campe wtb. 1, 162 A^ 
einen anmaulen «SB mit ihmgroUen, gegenih% 
das maul hängen lassen, auch, gegen ihn 
das maul verziehen. 

AanateDi an einem begehren, xumuUn, 
ansinnen: vnd thtlren vns anmuten, ja mit 
drewen vnd gewall darauff treiben, das wir 
jren menschen tand für notig hallen, das 5. 
6. vnd 7. cap. a. Malthei. (1532). Ptiij'': 
sonst sollen sie vnser billich auch verschonen 
vnd solche torheit oder kindheit nicht an- 
muten, von den eondlijs vnd kirchen. ( 1 539 ). 
Jj^; er {der teufel) musz ein boszhafftigerr 
gifiliger, durstiger geist seyn, dasz er dem 
son gottes darff anmuten, dasz er ßlr jm sol 
niderfallen vnd jn anbellen. Uschr. 200^ 

AnnateB, n. substantivisch gebraudUtr 
inf. des vorigen: es ist nicht ein vngleicb 



ANNAHEN 



93 



ANNEHMEN 



»muten Tnnd anwerben. tUchr. 370^; vmb 
des ▼ncbristlichen Avesens vnd anmutens. 
Burkhardt hriefw. 99. 

Annahea, für herannahen: auch mich 
nunmebr mit golt resolviret, annähenden 
heil. Christabend bey euch zu seyn. de Wette 
br. 5, 231. 

AinaMe^ m. beiname, xuname in üblem 
ifnH, vmname^ mhd. 4name {Ben. 2, 307): 
daher komen die spöttischen, bönischen an- 
aamen. hauspost. Witlemb, 1545. irtnler- 
theil 33^ in einem brief herzogs Georg 
iu Sachten an Luth. auch das verb. an- 
namen: so hastu doch aus deinem grimme 
. . . vns auch mit mehrer Yuwarheit weiter 
angegriffen vnd als deinen vngnedigen herm 
angenamet. Jen. 3, 210^ 

AiaeliiieBi in mehrfacher anwendung, 
wäpere^ recipere, suecipere, sumere, assu- 
mere, 

\ ) transiHver gebrauch, 

a) mit persönlichem objecl : vnd der knecht 
nam Rebeca an vnd zoch hin. 1 Mos. 24, 6 1 ; 
Tod Dam die leviten an für alle erslegeburl. 
A Mos. 8, 18; dazu nam er an aus Israel 
hundert taosent starcke kriegsleute. 2 cAron. 
25, 6 ; vnd nam Maccabeum an zum freund. 
2 Afacc. 13, 24 ; dieser nimpt die sttnder 
aD. Lue. 15, 2 ; als aber der heublman nahe 
her zu kam, nam er jn (Paulum) an, vnd 
hies jn binden, apost, gesch, 21, 33 ; zu dem 
soll Hans Schanz auff der Morizburg geHlng- 
lich angenommen sein, de Wette &r. 4, 677 ; 
wir haben euer liebe niltcl vnd kinder all- 
hier angenommen. 5, 674; die leer jungen, 
die zu solcher vnlerrichl angenomen waren, 
deudfcfee messe. (1526). Aiiij''; vieleicht 
nird er mich annemen. 1 Mos. 32, 20 ; vnd 
wil euch annemen zum volck. 2 Mos. 6, 7 ; 
denn werden zween auff dem felde sein, 
einer wird angenomen, vnd der ander wird 
verlassen werden, zwo werden malen auff 
der mttle, eine wird angenomen, vnd die 
ander wird verlassen werden. Matlh. 24, 
41.42. 

h) das objeei ist eine sache: nim doch 
den segen von mir an. 1 Mos. 33, II; da 
namen die heublleule jre speise an. Jos. 9, 
U; nemet an meine gnade. 2 kön. 18, 31 ; 
nein gebet nimpt der herr an. ps. 6, 10; 



danimb fug ich e. f. g. zu wissen, das mein 
gnediger herr auch vber tisch mein bitte 
gnediglich angenomen. de Wette 6r« 6, 209 ; 
nim an Weisheit, nim an verstand, spr. 4, 5 ; 
wer aber straffe annimpt, der wird klug wer- 
den. 15, 5; {Onias) nam die freundschafft 
vnd den bund an. 1 Afacc. 12,8; wenn sie 
es hören, nemen sie das wort mit freuden 
an. Luc. 8, 13; sein zeugnis nimpt niemand 
an. Joh. 3, 32; niemand wird michs bereden, 
das ein vernunfflig mensch solch buch ernst- 
lich annemen vnd gleuben könne. Verlegung 
des alcoran, ( 1 542). Tj" ; er nam die erma- 
nung an. 2 Cor, 8,17; darin er grosse 
grumpen fttrgibt, er habe die walh angeno- 
men. exempel einen rechten christlichen dt* 
schoff zu weihen. (1542). Ej*; vnd yhn vei^ 
manet solchs ampt anzunehmen, de Wette 
br. 6, 101. 

2) sich etnea dinges, einer person anneh* 
nien, sich darum bekümmern, sorge dafür 
tragen^ zu herzen gehen lassen, vgl. Ben. 
2, 366. 367. 

a) mit gen. der person oder sache : vnd 
er nam sich keins dings an, weil er jn hatte, 
denn das er ass vnd tranck. 1 Mos. 39, 6 ; 
was ist der mensch, das du sein gedenckest 
vnd des menschen kind, das du dich sein an- 
niropst? p5. 8, 5 {in den ersten ausgg. des 
psalters: das du auffyhnsihcst?); wol dem, 
der sich des dürffligen annimpt. 41, 2; nie- 
mand nimpt sich meiner seelen an. 142, 5 ; 
ein weiser nimpt sich der leute hertzlich an. 
spr. \i, 30 ; ich wil mich meiner herde 
selbs annemen. Ezech, 34, 11; vnd nemcn 
sich keins regierens nocti straffens an. Ba-- 
ruch 6, 53; sich allein des armen ratten 
nestes zu VViitemherg annemen. zwo predigt. 
(1535). Fij''; ich sol vnd wil nicht mich des 
weltlichen regimenls annemen. Burkhardt 
briefw. 192; solche leute, die so gar nichts 
fulen noch sich annemen, die heyssen rechte 
bogdim vnd apilgicotes. der prophet Haba- 
cuc. (1526). fiij". 

b) das object ist durch um (umb, mhd. 
umbe) angeknüpß : das jr euch vmb die re- 
dekunst so ernstlich annemel. Jen. 4, 37 7**; 
mit ernst vmb gott vnd sein wort annemen. 
6, 146^ 



ANNEHMEN 



94 



ANREGEN 



Annek«eB| n.: bey dem herrn unsenn 
goU ist kein vnrecht, noch ansehen der per- 
son, noch annehmen des geschencks. 2chrim. 
19, 7. 

AmiehMaiig, f. annähme: dieser siebend 
vers sagt von der annemung der beiden. 
Jen, X, 99*; annemung der schweren, vn- 
treghchen menschen barden. 2, 52"; an- 
nemung sonderhcher kleidung oder orden. 
EUL l.MOl". 

Abpfeifen, sibilare, assibilare: wenn man 
jnen davon saget, so ist jnen als wenn sie 
eine gans anpfiffe. Eisl. 2, 20*'; wie klar, 
hell vnd gewaltig sie golts wort widder sich 
hören, so hilflts nicht, es ist ab pfiffe sie 
eine gans an. der prophel Sacharja, ( 1 528). 
Yj". gewöhnlich ,,mil pfeifen und zischen 
ichimpfen** (Frisch wlb. 2, 50'), pfeifend 
spoUen, verhöhnen: vnd hat sie gegeben in 
zurslrewung vnd verwttstung, das man sie 
anpfeiflt. 2 chron. 29, 8 ; alle die für vber 
gehen, klappen mit henden , pfeiflen dich an 
{vulg, sibilavcrunt, erste d. bibel: wispel(en) 
vnd schütteln den kopff vber der tochter Je- 
rusalem, klagl. Jer, 2,15; sie werden zu 
dir komen . . . vnd werden deine worle hö- 
ren, aber nichts darnach thun, sondern wer- 
den dich anpfeiflen. Ezech. 33, 31 ; die Ju- 
den kamen zur predigt, nicht das sie gleu- 
beten oder sich bessern wollen, sondern 
das sie den armen propheten anpfiffen vnd 
spotten, randgl, zu Ezech, 33, 32. Bind' 
seil 7. 527. 

Anpfistf D^ dasselbe was anpfeiffen : wenn 
ich hie widerumb spreche, ich las mir den 
leib Christi vom wo^t nicht scheiden, so sol- 
len sie mich wol anpfeiffen vnd pfisten. das 
diese worl Christi noch fest stehen (1527). 
qiiij''. — pfisten von einem verlornen starken 
pHsen, pfeis (voc, gemma gemmarum ziiij": 
sibilare : pfysen. Dasyp, pfeisen). 

Anplatien fanblalzen), anreden: da sie 
(Maria Magdalena) des herrn Christi* als 
des gerlners gewar wird, denckt sie nicht 
weiter, blatzt jhn an vnd meinet alle weit 
sey mit jhr gleich gesinnet, ein sermon vber 
das euang, Joh, etc. (1531). Aiij*. — von 
platzen plaudern (Älberus dict. HHüj**: 
ich blatz, blatero). 

Anrede, f. allocutio: kei. mai. hat ver- 



heissen, s. c. f. g. goediger herr zu sein vnd 
nichts wider s. c. f. g. farzunemen on vor- 
gehende anrede. Jen. 7, 884^. 

Anredeif an einen reden, einen an- 
sprechen, angehen um etwas: als vormasz 
ich mich zuhoch, das ich vorachter« begebner 
mensch, solche hohe vnnd grosze slende thar 
anreden, an den christUiiien adeL (1520*. 
Aij* ; sie waren nide/ geschlagen vnd lagea 
auff der erden, vnd wenn sie Christus nicht 
widerumb angeredt bette, legen sie noch auff 
den heutigen tag. EisL t , 435** ; der od- 
mechlige vnd elende meiskopff allein dawider 
(wider Luthers lehre) lestert vnd sie vnrein 
schendet, meuchhngs vnd hinterlistig, ehe er 
vns darumb angeredet oder verwarnet Jen. 
7, 378*"; es haben e. g. zu Toi^aw mich 
angeredt vmb ein schriffl. 3, 433'; vd> 
ser Schwester ist klein vnd hat keine brttsle. 
was sollen wir vnser schwesler thun, weoD 
man sie nu soll anreden (um sie werben)^ 
hohel. 8, 8 (vulg. quid faciemus sorori nostrae 
in die, quando alloquenda eßl? «ml dama^ 
die erste d. bibel : an dem lag so sie ist an* 
zereden). 

Anregen, 1 ) an etwas regen, rühren, be- 
wegen, wozu antreiben, reisen, veranlassen: 
auffrur vnd vngehorsam, so ynn aller men- 
schen hertzen steckt vud durch den teuflel 
angeregt wird, der prophet Sacharja. ( 1 528). 
Niiij'* ; ich bin dem hadder feynd wü nienianu 
anregenn nochreytzen. eynsendbrie/fanien 
bapst Leo X. (1520). Bij''; ich wil nur an- 
geregt vnd vrsach zugedencken geben haben. 
an den christlichen adel. fl520}. tem. 
ausg. Fj* ; erstlich gnedigster herr entschul- 
dige ich mich, das ich so hart habe angeregt, 
die vniflersilet zu ordiniren. originalbrief des 
archivs zu Weimar. Reg. O pag. 1 24. E£E 
n. 4 ; darauf er nun wieder geschrieben vnd 
gebeten , bey e. k. f. g. anzuregen um eioe 
schrirt. de Wette br. 3, 452. 

2) erwähnen , anfuhren , in ensmerung 
bringen: das sie gerne haben, so man yhre 
bernsche tugent ymer widder anrege ^nd 
rhüme. etne bericht an einen guten frdmd. 
(1528). Aif. 

Anregen, n. incilatio: wo das, so hetle 
ich aus zweyffeln mein anregen lassen an- 
stehen. Originalbrief des archivs zu Weimar. 



ANREGER 



95 



ANRUFEN 



Reg,0.pag. 124; da:« sacramenl sollt yhe nur 
durch anregen vnd bitte der hungerigensee) an 
gebandeU werden, von b^dergestalt des «a- 
cramemU, (1522). Cij'* ; {Simeon) kam aus an- 
regen des geistes in den tempel. Lue. 2, 27. 

Anreger» m. indtaior: daher auch der 
heylig geysl heysl paracletus» eyn anreger 
derdo reylzt vnnil anheilt Izumgullen. ausz' 
leg, der ep. vnndeiMng, des aduents. ( 1 522). 
Bij''; ein heubt vnd anreger der auflrbttri- 
sehen. Jen. 3, 105*'. 

Airegamgy /l ineiiaUo: solchs alles wollte 
€. c. f. g. zur vnterthenigen anregunge von myr 
gnediglich annenien. originaXbrief tm ges.»ar<- 
chiv zu Weimar. Reg. Opa^. 124. EEE.n. 4. 

Anreimagy f. insUgalio: reichtumb, ehre 
vnd gewali slarcke anreilzung vnd vrsach 
geben zu dem hosen, das magnificat. (1521). 
cüj^ darumb sind solch mündlich gebet nicht 
weiter anzunemen, denn als einanreitzung vnd 
beweg unge der seelen, das sie dem sinne vnd 
deo begirdeo nachdencke, die die wort an- 
zeigen. Jen. 1, 70. 

AnreBBCB , wogegen rennen , kriegerisch 
angreifen: vnd rennet die feinde widerumb 
an, vnd schlug sie in die flucht. 1 Jface. 1 1 , 
72. — mhd. an rennen (Ben. 2, 719), ahd. 
anarennan {Graff 2, 508). 

AnrickteB^ mAd. anrihten (von^lerapet^e 
bei Grimm wtb. \, 427). 

1 ) f^rüg^ speisen zum auftragen zurich^ 
(en {daher der kikchenlisch , auf welchem 
dies geschieht, die anrichte) : wir essen gleich 
das, dasz die sawen vnnd andere vnuernanir- 
lige Ihier essen» allein dasz wirs gekocht in 
die schossel legen vnnd anrichten, tischr. 
36'; liebes volck, bisher seid jr geladen, itzt 
i^t es zeit, koropt, itzt wird man anrichten. 
swo predigt. (1535). Eij'\ dann auch das 
naht anrichten, anordnen : gleich als bette 
dieser hansuater ein meuse mal angerichtet 
vnd allein zu essen, aber nichts zu trincken 
gegeben, ebend. Diij". 

2) vonpetsonen, die wozu instruiert wer» 
den: bis er (der teufet) zu letzt eine alte wet- 
terhure anrichtet, das 1 4. vnd 1 5. cap. s. 
Johannis. Wtttemb. 1538. mmmiiij*'. 

3) etnrtcAlen, herrichten: wo die ehern 
oder Verweser der iugent diese mube durch 
sich selbs odder andere nicht wollen mit yhn 



haben, so wird uymer mehr keyn catcchis- 
mus angerichtet werden, deudsche messe. 
(1526). Aiiij*'; das er die schulen wol kan 
mit lesen vnd singen helffen anrichten und 
erbalten, de Wette br. 6, 82; das er 
mich auch auffs iungsl gericht lad , vber der 
schwermer messe, die er (Cartstadt) dazu 
mal (hilfT got) wie mit grossem heyligen 
geyst hatte angerichlt. t^idder die hynU. 
Propheten. (1525). Eiij'*; derhalben lies ich 
dich in Greta, das du sollest voUend anrich- 
ten, da ichs gelassen habe. Tit. 2, 5 ; [Sa- 
muel) richtet ein königreich an. Str. 46,16; 
da richten sie zu Jerusalem heidnir^che spiel- 
heuser an. 1 Macc. 1, 15; vnd richten den 
tempel ganlz wider an. 4, 51; vnd ward 
dieses opffer wider angerichtet, v. 54. 

4) ansUUen, anstiften: die nichts Ihun, 
denn alle vnglück anrichten, gibt man vberig 
genug, vber das erste buch Mose. (1527). 
rriüj*; der teuffel versucht allerley vnlust 
vnd vneinigkeit jnn dem ehestand anzurich- 
ten, zwo hochzeitpredigten. (1536). Büij*'; 
haben also viel ein grewlichern wüst in der 
Christenheit angericht, denn die phariseer 
vnd schrifllgelerten. zwo predigt auff der 
kindertauffe. (1540). Cj*>; sein zungen rieht 
mühe vnd erbeit zn.ps. 10, 7; der hadder 
zwischen brudem anrieht, spr. 6, 19; ein 
hart wort richtet grim an. 1 5, 1 ; das ge- 
setz richtet nur zorn an. R6m. 4, 1 5 ; vnd 
richteten eine auffrhur in der stad an. apost. 
gesch. 17, 5; vnd richten rotten an. der 
prophet Saeharja. (1528). aiij". 

Airiechea^ 1) an einen riechen: im Ni- 
derlande ist ein seltzam grewlich vngehewr 
vmbgelauflen, so hoch als ein mensch vnnd 
in gestalt eines hundes, das hat die leiKe an- 
gerochen, die da haben sollen sterben, tischr. 
21 7^ 

2) daneben auch passiv, odore inficire : 
der eine punkt, welcher mich Witzelisch an- 
reucht. de Wette br. 5, 233. 

Airichtigy in üblem rufigeiruch) htehend: 
da sind sieben kinder mit vater vnd mutter 
verstoszen (das acht ist in desz gestorben) 
vnd müssen dazu anrüchtig vnd vntachtig 
vor iederman seyn. de Wette br. 5^ 30. 

Aimfeii, das rufen an einen richten, um 
hülfe ansprechen: rufie mich an in der not. 



ANBUFEN 



96 



ANSAGER 



so wil ich dich errelten. ps. 50» 15; da du 
mich in der nol anriefiest, halff ich dir aus. 
81» 8; der herr ist nahe allen» die jn anruf- 
fen, allen die jn mit ernst anruflen. 145, 18 ; 
der dem vieh sein futter gibt, den jungen ra- 
ben die jn anrulTen. 147, 9; ich rufTe aber 
golt an zum zeugen. 2 Cor^ 1, 23; Mariam 
zur furbilterin anruffeu. das 14. vnd 15. 
cap, 8, Johannis, (1538). Oj"; raffet der- 
halb die jungfraw Maria an, das sie . . . mein 
rückhdllerin wolle sein. hausposL WiUemb. 
1545. unnterteiL 3^; da man die liebe mut- 
ier Maria an seine slat gesetzt, vnd als eine 
milllerin angerufft. Jen. 6, 74'*; die heiligen 
sollen für sich selbs nicht angerufft werden. 
6, 354^ auch von sacken: schwerdsoll keyn 
Christen für sich vnd seyne sache füren noch 
anruffen. von weltlicher vberkeit, (1523). 
Giiij"; rüfil hollz vnd stein an, bawet vnd 
festet sich mit den selbigen , die sollen yhn 
behüten, der prophel Habacue, ( 1 526). küj**. 

AlirBfeii f n. invocalio : darumb können 
wir aus dem aue Maria weder ein gebet noch 
anruflen machen. Jen, 2, 510*. 

Anrafer^ m. invocator: darumb heissi er 
noch heules tags des anrUffers {frühere ausgg, 
anrufl*ers) brun, der im kin backen ward. 
rieht. 15, 19. 

Anrafaiig; f. invocalio: vnd damit den 
kaiser aller erst recht erzürnet vnd gleich 
alle hohe ursach gegeben, sich zur notrache 
zu begeben mit anruflung des reichs. de Wette 
br, 6, 107. 

Anrlhreni an etwas, an einen rühren, 
berühren, woran heranreichen : esset nicht 
da von , rürets auch nicht an. 1 Mos. 3, 3 ; 
vnd da er sähe, das er jn nicht vbermocht, 
rUret er das gelenck seiner hüfilan. 32,25; 
wer den berg anrürel , sol des lods sterben. 
2 Mos. 1 9,' 1 2 ; wer nu jrgend einen lodlen 
menschen anrürel, der wird sieben tage vn- 
rein sein. 4 Mos. 19, 1 1 ; da trat Esther 
erzu vnd rürel die spitzen des scepters an. 
Esth. 5,2; einer gleich einem menschen 
rttret meine lippen an. Dan. 10, 16 ; vnd rü- 
rel seines kleides saw^m an. Matth. 9, 20; 
da rürele er jre äugen an. v. 29 ; es hat 
mich jemand angerüret. Luc. 8, 46; vnd sie 
brachten kindlin zu jm, das er sie anrttrele. 
Marc. 1 0, 1 3 ; kein quäl rürel sie an. weish. | 



3, 1 ; jr beladet die menschen mit vnlreg- 
lichen kslen, vnd jr rüret sie nicht mit etDem 
finger an. Lue. 11, 46. früher auch ckne 
undaut : ob mein lieber Philippus yhn woll 
meisterlich hat geantworttet, hat er sie doch 
tzu senflle angerurl. eyn vrteil dertheohgen 
txu Parisz. (1521). Dij"; vnnd rarel den 
sarck an. Lue. 7, 1 4 nach der sept. aru§, 
des n. test. v.J. 1522. — mhd. anruoren 
(Ben. 2, 8 1 4). vgl. auch rühren. 

Aarahrllchi adv. auf tastbare weise : da jr 
mich nicht mehr anrflhrlich noch greiiflich, 
sondern mit dem glauben erkennen vnd ha- 
ben sollet, ausl. der ep. vnd euang, von 
ostem etc. (1544). Avj^ 

Ads^ zusammenxiehung der praep. an ml 
dem artikel das, mhd. an^ (Ben. 1, 313*) 
wenn ich vom land ans wasser kome. da« 
14. vnd 15. cap. s. Johannis. (1538). Jüj': 
vnd rhumet sich hie, er habe mit dem slock 
den bapsl ans ore geschlagen, das ander 
teyl Widder die hynU. propheten. (15251 
Mj** ; den staub abgewischet, gefeget vnd ans 
Hecht bracht, das 16. cap. s. Johannis. 
(1538). Rij\ 

Aasagen, 1) sagen, hersagen: sage an, 
was sol dein lohn sein? 1 Mos. 29, 15; nun 
sage an, vnler welchem bäum hastu sie bey 
einander ergriffen? 5ua. 58; Simon, ich habe 
dir etwas zu sagen, er aber sprach, meisler, 
sage an. £tic. 7, 40; lieben brUder, wohjr 
etwas reden vnd das volck ermanen, so saget 
an. apost. gesch. 13, 15. 

2) melden, verkündigen, anxe^en.-dakam 
einer der enlrunnen war, vnd sageis Abnni 
an. 1 Mos. 14, 13; da wurden Bebeca an- 
gesagt dise Worte jres grössern sons Esau. 
27, 42; am drillen tage wards Laban ange- 
sagt, das Jacob flöhe. 31, 22; wer büret 
fluchen vnd sageis nicht an, der hasset sein 
leben, spr. 29, 24 ; wenn man aber ia der 
caplan odder Seelsorger begerd das man sie 
foddere odder lasse die krancken ansagen bev 
zeit, ob man für dem sterben /Udie» muge. 
(1527). Giiij". — (Ml. anasag^n {Graff^, 
100). mhd. ansagen (Ben. 2^ 18). 

Anstgea^ ti.: diszes blat vnsers bannesr 
maledeyung, abthunsz, ansagens. buÜa cern 
domini. (1522). Cij\ 

Aasiger^ m. nunlius, verkündiger: diese 



ANSCHAFFEN 



97 



ANSCHLAGEN 



newe mher Tnd der ansager haben mich seer 
\ud höchlich errrewet. Jen. 1, 120"; da 
wflrdestu dem ansager antworten, bislu (hö- 
rieht oder schertzestu? v(>m schem ham^ 
phoras. (1543). Miüj". 

knMthMWtm, insUiuere, amUffien : das ja 
kein schein hätte, als durch euch angeschafft. 
de WeUe br, 4, 523. — in dieser bedeu- 
iMtig nodi bei Logau. vgL Grimm wtb, 

K434. 

insclMieBj ibeiraehtend) ansehen: vnd 
das weib schawet an, das von dem bawm 
gut zu essen were. 1 Mos, 3, 6 ; {Moses) 
furchte sich gott an zu schawen. 2 Mos. 3, 
6; ?nd da sie sähe Petrum sich wermen, 
schawet sie jn an. Marc. 14, 67 ; gedenckel 
an ewer lerer, die euch das wort gottes ge- 
sagt haben, welcher ende schawet an, vnd 
foiget jrem glauben nach. Hebr. 1 3, 7 ; die- 
sen Spruch, Marci x. müssen wir nicht mit 
blbsaugen aneschawen, oder ansehen wie 
eine kuhe ein new Ihor ansihet. lischr, 155*^; 
ein chri:il soll dis zeitliche leben nur mit zu- 
gelhanen äugen vnd blindslich anschawen, 
aber das zukünfllige, ewige leben solt er 
mit gantz anflgethanen äugen, vnd mit klarem 
hellem Hecht ansehen. EisL2, 136^ — 
mhd, aneschouwen (Ben. 2^, 198), ahd. 
aoascouwon (Graff 6, 554). vgl, auch 
schauen« 

iiscIuiMBj n. : gnug haben aHein an dem 
blick >Dd anschawen. das 1 5. cap, d. ersten 
9p. s. Pauli an die Corinther. (1534).Tiij\ 

Aisfhaaery m. mhd. anschouwaere (Ben. 
2^200): wyr sind anschauer gewesen sey- 
nermaiestel. 2 Pelr. 1, 16 nacA der ersten 
üusg, des n. test^ v. J. 1522. 

iisdiflB€By opparere: das miehs offl 
^niudert hat, wie ein mensch möcht solchen 
hass tragen vnd leben, wiewol es deinem 
leibe nicht wenig anscheinet. Jen. 1, 360^ 
hei Grimm, 

AiscUftgy m. mhd. anslac (Ben. 2^ 382), 
ij vorhaben, absieht, plan in gutem und 
hösemsinn: es ist gott kein schertz noch ver- 
geblicher anschlag gewest, das er vns men- 
schen dis sacrament gestifftet vnd eingesetzt 
bat termanung zum sacrament. (1537). 
Büij^ ; da aber Paulus Schwester son den an- 
'^<^hlag boret, kam er dar. apost. gesch. 23, 

DiXTz, W$rt«Tbiie1i. 



16; da ich ein kind war, da redet ich wie 
ein kind, vnd war klug wie ein kind vnd hatte 
kindische anschlege. 1 Cor. 13. 11; jsolch 
roitische vnd kluge anschlege denckt der 
geyst nicht, das gott sehe odderwerenktlnde. 
Widder die hyml. propheten. (1525). Gij*; 
des teufeis list, anschlege vnd trug, ein ser- 
mon vom creutx. (1531). Gj". 

2) concilium, rat, Vorschlag: vnd wirtl 
anschlag des friedes sein zwischen den 
zweien. Sacharja 6, 13 in der ßusl. des 
Propheten Sachar ja. ( 1 528). Tiiij** ; er spricht, 
es soHe ein anschlag odder rat des frides 
zwischen den zweien sein, ebend. \}^; denn 
also bin ich berichte das er sey aus der meu- 
chelmörder anschlag durch bischofffiche brie*- 
ue aus Halle gen Asschaßenburg gefoddert. 
trostunge an die Christen zu Halle. (1527). 
Bj"; vnd were vnrecht, wo mirs anders 
gienge (wenn ich menschlichen anschlegen 
folge) denn den krebs gang nach, auff des 
königs zu England lesterschrifft. (1527). 
Aiiij". 

Anschlage!^ im praes. bei Luth. noch an- 
schlaben, mhd. an slahen (Ben. 2., 371), 
ahd. anaslahan (Graff 6, 766). 

1) sinnlich, a) schlagen an etwas: schla- 
het die sicheln an (den halm), denn die ernd 
ist reifT. Joel 3, 18; schlag an* mit deiner 
sicheln vnd erndte. offenb. Joh. 14, 15; vnd 
der auff der wolcken sass , schlug an mit 
seiner sicheln an die erde, vn^hHe erde ward 
geerndtet. v. 1 6. 

b) durch anschlag bekannt machen: 
vnd zu scblos Susan ward angeschlagen ein 
gebot. Esth, 3, 1 5 ; milier weile ein roandat 
wider mich vnd meine büchlin ausgangen 
vnd an vielen orten angeschlagen ist worden. 
Jen. 1, 498^ 

c) einen kauf anschlagen ist ihn abschUe^ 
szen, was durch handanschlag geschah: wir 
wollen nun zufahren vnd mit vnserm herr- 
golt einen kauf anschlagen vnd im vnser 
werck verkcuflen. lischr, 352". vgl. kauf- 
schlagen. 

2) figürlich : a) schätzen, taxieren: dar- 
umb ist mein rat, das man die rüslung nicht 
so geringe anschlahe. vomkriege widder die 
Türeken. (1529). llj". 

b) aussinnen, beschlieszen, sich vomeh- 

13 



ANSCHLÄGIG 



98 



ANSEHEN 



men: was hilflls denn viel sorgen vnd an- 
schlahen wie es mit vns werden soll, de 
WeUß br, 2, 609; des menschen hertz 
schiebet seinen weg an. spr, 16, 9; ehe 
denn er nahe hey sie kam, schlugen sie an, 
das sie jn tödten. 1 Mos. 37, 18. 

Aischligig, aäj. klug, ^.gewandt zur aus- 
fuhrung** : man wird von tag zu tag . . . ge- 
schwinder vnd anschlegiger aufT den sehend- 
liehen verfluchten geilz vnd wucher. hausp. 
WUtemb. 1545. untUerieiL 99*. 

Aasekiiftabeiij heftig anfahren, schnau- 
bend anreden: Daaid hat boten gesand aus 
der wüsten vnsern herm zusegenen, er aber 
schnaubet sie an. 1 Sam, 25, 14; die ian- 
ger aber schnaubten sie an. Malüi. 19, 13. 
ausg. des n. lest, v. J, 1 522 ; one has zu 
sein, nicht zornig zu sein, freundlich geberd 
geben, nicht an zu schnawben, der ist kei- 
ner nicht. ausL der euang. von ostem etc. 
(1527). gj\ — mhd. an snouwen (Ben. 2*, 
450). 

AiiBchftaaenj eine bei Keisersberg (post. 
1, 31) vorkommende nebenform von an- 
schnauben, erscheint einmal auch bei iMth. : 
er aber schnauet sie an. 1 Sam, 25, 14 in 
den beiden octavausgg. des andern theils 
des a, test.^v.j. 1524 u. 1527; die erste 
(folio)ausg, hat anschnauben. 

ABschnaatienj was anschnauben : dysze 
wort iJoh. 2, 4j handelt Johannes Crisosto- 
mus heflflig ^arumh Christus seyn multer 
also angeschnautzt hab. ein sermon von dem 
elichen standt. Leypszyk. 1519. Aiiij^ — 
frequentativum von anschnauben (an- 
schnauen), und nicht auf schnautze zurück" 
zuführen, vgl. Grimm wtb. 1, 447. 

Aaschreiben^ 1 ) an (in) etwas schreiben, 
anmerken, notieren: vnd das ganlz Israel 
ward gerechnet, vnd sihe, sie sind an ge- 
schrieben im buch der kOnige. 1 chron. 10, 
1 ; schreibet an diesen man für einen ver- 
dorben. Jer. 22, 30 ; schreib diesen tag an. 
Ezech, 24, 2; zu der gemeine der erstgebor- 
nen, die im himel angeschrieben sind. Hebr, 
12, 23; alle ausgäbe vnd einname anschrei- 
ben. Sir. 42, 8 ; ich weis, das du sie (die 
thränen) alle in deinem register anschreibest. 
Jen, 6, 122". 

2) einen anschreiben ^^t einen schriftlich 



angd^en: lieb wäre mirs gewesen, dasz 
hochgenannter fürst mich selbs hatte vmb 
solche rede lassen einen geringem, denn den 
kurfttrsten ansprechen oder anschreiben, de 
Wette br. 4, 577. 

AaschreleBi prael. anschrei, das-sehreien 
woran richten: gleich v^ie wir pferde vod 
ochsen anschreien. Jen. 3, 440* ; eine saw 
kennet doch die fraw odder raagd von wel- 
cher sie die trester, kleyen vnd geslrod xq 
fressen krigt, leofil jr nach vnd schreiet sie 
an. ifer 147. psalm. (1532). Aii^'. ist das 
schreien an götter oder mensd^en gerichtet, so 
bezeichnet es gewöhnlich das flehenllicke 
anrufen um hülfe: gehet hin \iid schreiet 
die gölter an die jr erwelet habt, last each 
dieselben helffen. rtcAl. 10, 14; ich schrey 
euch an, aber jr halfll mir nicht 1 2, 2 ; vod 
sie gieng aus, den könig an zu schreien vmb 
jr haus vnd acker. 2 kön. 8, 3. 

Aaschirea^ anregen, antreiben: wo man 
da nicht jmer wider anschüret durch d» 
wort, hausp. Wittemb. 1545. winterieil 
107". — von mhd. schttrn stoszen, schieben 
(Ben. 2K 196). 

AaBchaneaj anknüpfen, anbinden: ich 
musz yhn die schellen voUend aoschOrUeo 
vnnd den teuflel noch basz ertznmeB. anh 
woH deutsch. (1522). Diiij". — das vert 
fehlt in Grimmas wtb. schürzen ^^^ binden 
schon im pass. 218, 94 (ein seil man oucb 
d6 schürzte vmbe shien hals). 

Aasehea^ mhd. ansehen (Ben. 2\ 2741. 
aJhd. anasehan (Graff 6, 1 17). 

1 ) sinnlich, die äugen, den blick auf ei- 
nen gegenständ richten, a) das objeet ist 
eine person: kttnd er mich mit basiliskes 
äugen ansehen, so thet ers gewis. von den 
Juden vnd Jren lügen. (1543). Riiij^; ^iid 
Saul sähe Dauid säur an. l Sam. 18,9; vnd 
er (Jesus) sähe sie vmbher an mit zom. 
Marc. 3, 5 : vnd der herr wandte sich vnd 
sähe Petruro an. Luc. 22, 61; Petros aber 
sähe jn (den lahmen) an mit Johanne vnd 
sprach, sihe vns an. apost. gesch. 3, 4; wer 
ein weih ansihet jr zu begeren, der hat schon 
mit jr die ehe gebrochen in seinem hertzen. 
Malth, 5, 28. — sich ansehen ist su^ 
wechselsweise ansehen: da sahen sich ^^ 
junger vnternander an. Joh. 13, 22. — 



AUSSEHEN 



9» 



ANSEHEN 



b) das objed ist eine saehe: wenn je- 
aiand eine schlänge bei« ( fMraeQ, so sähe er 
die eherne schlänge an. 4 Mos, 21, 9; sihe 
den regenbogen an. 5t>. 43, 12: vnd als 
€r nahe hinzu kam, sähe er die stad an. Lue, 
19, 41 ; sehet an den feigenbawm vnd alle 
hewine. 21, 29; wie gar scliarpffvnd genaw 
hat der man gottes werck angesehen, der 
m.psalm. (1532). Üiiij''. 

c) inf, mtlzu nach adj,: vnd goU der herr 
lies auffwachsenaus der erden allerleybewme, 
lustig an znseben vnd gut zu essen. 1 Moi, 
2, 9 ; lieblich anzusehen. 3, 6 ; ein seer gros 
vnd hoch bilde stund gegen dir, das war 
schreckÜcb anzusehen. Dan. 2, 3 1 ; thier, die 
fein anzusehen sind, weish, 14, 19; vnd war 
schrecklich anzusehen, slücke in Esther 4,^. 

d) dieselbe fiigung mit wie : es war aber 
man wie coriander samen vnd anzusehen wie 
Meilion. 4 Mos, 11,7; seine gestalt war 
anzusehen wie ein engel gottes. richi. 1 3,6 ; 
die thiere waren anzusehen wie feurige ko- 
ien. Ezech. 1, t3. 

2) ist gotl der anschauende^ so verbindet 
»rh mit ansehen häufig der begriff des er» 
barmens, gnädigseins: du wolltist dieszen 
N. gnediglich ansehen, das tauff buehUn 
verdeuUchl, (1523). aiij''; der herr sähe 
gnediglich an Habel vnd sein opffer, aber 
Kain vnd sein opffer sähe er nicht gnediglich 
an. t Mos. 4, 4. 5 ; vnd der herr sähe an 
Hiob. Hieb, 42, 9; ich hab mein voick an- 
gesehen vnd sein geschrey ist für mich komen. 
1 Sam, 9r 1 6 ; der herr hat angesehen mein 
elende. 1 Mos, 29, 32; Joahas bat des herrn 
aogesicht, vnd der herr erhöret jn, denn er 
»he den jamer Israel an. 2 kön, 1 3, 4 ; vnd 
ersähe jre not an. ps, 106, 44; gedenck 
herr, wie es vns gehet, schaw vnd sihe an 
^nser Schmach. kiagL 5, 1. 

3) einem ettoas ansehen: was einer im 
$ion hat das sihet man jm an den äugen an. 
^>' 13, 31 ; man sihets einem wol an. 19, 
26; man sähe es jm an, weil er sich so jm 
aogesicbt entferbet hatte, das er in grossen 
«ngsten war. 2 Macc. 3, 16. 

4) einen, etwas tcofur ansehen, haUen: 
^T soll bald sprechen, wo für sibestu mich 
an, heltestu mich fttr einen solchen? ausleg. 
der zehen gepott. (1528). Mij% habe ichs 



auch für gut angesehen, nach dem ichs alles 
von anbeginne erkundet habe, das ichs zu 
dir, mein guter Theopbile, mit vleis ordent- 
lichen schriebe. Luc, 1, 3; die diesz wesen 
für teuflisch ding ansehen, de Wette br. 2. 
148; ja meine schrift kann man für scharf 
vnd heRig ansehen. 4, 239 ; du sihest die 
schatten der berge für leute an. rieht. 9, 36. 
doch auch noch ohne zudschengeschobenes 
far : seine lieben Christen lauter kinder, nar- 
ren vnd beltler gegen «sie anzusehen sind* 
Jen. 6, 159**. 

5) beachten, berücksichUgen: es ist hie 
vielmehr anlzusehen, was gemeynem hauffen 
zur Seligkeit not ist. an den christlichen 
adel. ( 1 520). verm. ausg, Gij^ ; die fromen 
Christen baten jn, er wolt bey jnen bleiben 
vnd ansehen, wie das euangeÜum noch fast 
schwach in dem volck were, sonderlich in 
den vmbligenden stedten . • . auch ansehen, 
das er von jnen berulTen were gottes wurt 
zu predigen. Jen, 3, 38"; die papisten aber 
bitt ich wollten ansehen, dasz ich in kein 
vnrecht thue. de Wette br, 2, 56. hierher 
gehört auch die biblische redensart die per- 
son ansehen. 

6) häufig ist endlich bei Luth. die redenS" 
art es sihet mich an für es scheint mir so, 
kommt mir so vor, dünkt mich: mich dieser 
psalm ansihet, als sey er aufl solch Osterfest 
gemacht. Jen, 5, 20 S''; diese historien sihet 
mich an, als wollt sie ein exempel werden« 
de Wette br, 2, 14; vnd gleuben, das gottes 
wille allzeit besser sey , weder vnser wille 
ist, ob vns nach fleischlichem dunckel viel 
anders ansihet. ein trost D. M. Luthers für 
die weiber, (1542). Jij"; vnd sihet sich an im 
capilel vacca (das ist kue) als erleube er, 
beide mannen vnd weibern die stummen 
Sünden. Verlegung des akoran. (1542). Cj"; 
weil sichs ansihet, dasz euch gott hiermit 
versuchen will, de Wette br, 5, 98 ; da sichs an- 
sehen lies, als wolt er keine gnade mehr er- 
zeigen, vberdas erste buch Mose, {\b21).3i}\ 

Aaaelien, n, nach den verschiedenen be* 
deutungen des ansehens, 

1) aspectus, anblick, a)activ: das ist nicht 
ein freundlicher blick oder gnedig gesiebt, 
sondern ein sawr zornig ansehen, ausl, der 
ep, vnd e%tang, von ostem etc, (1544). tij*. 

13* 



ANSEHNLICH 



100 



ANSINGEN 



h) passiv: jr ansehen isl wie fackeln. iVaA. 
2, 5 in den ersten ausgg. der propheten 
und der ganzen bibel; weil seine geslalt 
heslicher ist, denn ander leule, vnd sein an- 
sehen, denn der menschen kinder. Jes, 52, 14 ; 
das er aber von dem angesicht des vihes re- 
det, meinet er das ansehen vnd gestalt des 
vihes. Jen. i, 520'. 

2) rücksicht, beachtung: bey dem herrn 
vnserm gott ist kein vnrecht noch ansehen der 
person. 2 chron, 19,1 ; der on ansehen der 
person richtet. 1 Petr, i, 17. 

3) achtung, ehre, auctorilas: (die phari- 
• säer und saducäer) ein gros ansehen hatten, 

weil sie die obersten vnd regenten im volck 
waren, zwo predigt auff der kindertauffe. 
(1540). Aiiij^; einer von den grossen ban- 
sen, vom hohen adel, der grossen anhang im 
volck vnd ein ansehen oder namen halle, wie 
Calilina zu Rom. randgl, zu 2 Sam, 20, 1 ; 
du soll niemand rhümen vmb seines grossen 
ansehens willen, noch jemand verachten vmb 
seines geringen ansehens willen. Sir. 11,2; 
vnd besprach mich mit jnen vber dem euan- 
gelio, das ich predige vnler den beiden, be- 
sonders aber mit denen, die das ansehen 
hatten. Gal, 2, 2. 

Ansehnlich (ansehelich, anschlich), an" 
sehen habend, hervorragend, bedeutend: 
der bock halte ein ansehelich hörn {vulg. 
cornu insigne) zwischen seinen äugen. Dan, 
8, 5 ; dazu (war Paulus) nicht ein ansehe- 
liche person, gering vnd mager von leibe. 
das 15. cap, der 1. epistel s, Pauli an die 
Corinther. (1534).Fiiij\ statt ansehelich er- 
scheint in den tischreden 37*^ ansehlich : an- 
schliche hülfie, die man sehen, greifen vnd 
fahlen kann, beide formen, ansehelich und 
ansehlich, sind (loie auch unser ansehnlich) 
aus ansehenlich hervorgegangen, was Jen. 
1, 399 verwandt wird (da richte ein an- 
sehenlicher magister die brandstele an) und 
auch in den bibeln des 16. und angehenden 
17. jh. an die stelle von ansehelich trat, /e- 
doch schon gegen mitte des 11. jh. in an- 
sehnlich verkürzt wurde, da mhd. sehanlth 
und sehantlih galten, so dürfte nhd. auch 
anschenllich statthaft sein; die nd. bibel v. 
j. 1561 gebraucht letztere form Dan. 8, 5. 8. 
' Ansebang, f gebraucht wie ansehen : lie- 



ben brttder, halts nicht da für, das derglaube 
an Jhesum Christ ansehung der person leide. 
Joe. 2, 1 . unsere bibeln setzen auch hier 
ansehen der person ; mir das ireonüich zu- 
uortzeyhen, yn ansehung, das es alles alleis 
der christlichen warheyt vnd nit meynem 
lob oder geniesz zu gutt gescheen ist. Lu- 
thers erbieten. (1521). Bij*. 

Ansetien» mhd. an setzen (Ben. 2', 351), 
ahd. anasezan (Graff 6, 297). 

1 ) woran sitzen machen, gegensatz ton 
absetzen: der teufel weis seine argumeul 
wol anzusetzen. Jen. &, 103*. 

2) bestimmen, anberaumen: der bapst 
nennet vnd setzt an {als orie, wo das caa- 
eilium gehalten werden soll) die aller vabe- 
quemsten vnd vngelegensten ort vnnd mal« 
stete, tischr. 368^; es gebare nicht eioem 
keiser noch jemand ein concilium anzusetzen. 
wider das bapstum zu Rom. (1545). Aij^; 
{wir) diszer zeyt keyn trostlicher hofflicher 
mittel haben ertrachten künden, denn das 
der bapst mit verwilligung Ro. key. Nayst. 
eyn frey christl. concilium an gelegen mai- 
stat deutscher nation auszuscbreyben vnd 
aufTs lengest ynn jars frist antzusalzen ver- 
schafle. Originalbrief im arch. zu WeitMr. 
pag. 74 FP2. 

Ansichtig, adj. nur noch in verbind^ 
mit werden, zu gesicht bekommen^ erbHcken, 
gewahr werden. 

a) mit gen. : wenn er sein ansichtig wird, 
schwinget er sich da hin. Hiob 40» 28. 

b) häufiger wie mhd. mit acc: ak er aber 
den ersten haulTen des Maccabei ansichtig 
ward. 2 Macc. 1 2, 2 2 ; als wir aber Cypem an- 
sichtig wurden, aposl, gesch. 21, 3 (frühere 
ausgg.: yns gesicht kamen) ; so baldjrewero 
Widersacher ansichtig werdet, oder ao jo 
gedenckt, so leufll euch die gall vber. haut' 
post. Wittemb. Ibib. sommerteil. 74*; \yi^ 
er den Corinthum vnd seinen hauflen ist an- 
sichtig worden, hat er sich mit den seinen 
bald dauon gemacht, ebend. 52*. 

mhd. ansihtic {Ben. 2^ 285), ahd. ana- 
sihlic (öra/f 6, 125). 

Ansingen^ an einen singen: man mus vos 
ansingen vnd anblasen, das wir den herrn 
sollen preisen, der 147. p«aim.(1532j.Aiij^; 
musz mir zu mttte seyn, als wen mich evn 



ANSINNEN 



101 



ANSPRECHEN 



luQllers Ihier angesungen bell, sermon von 
dem abUux tnd gnade, (1518). €ij\ 

lisiftMBi anmuten, xumulei^, gebildet 
nach mhd. an einen sinnen, einen um etwas 
angehen (ahd. sinnan ^^^ gehen), doch statt 
des j^ersänUchen aee. mit dativ der person : 
sind es papislen, die euch solchs ansinnen. 
brielf von seinem buch der utinekelmessen. 
(15S4). Aij**; es hat mir Caspar Müller aus 
e g. befelh auff zwey stttck antwort ange- 
rsonnen. Je». 3, 165*; es hat mein lieber 
herr ?nd freund, doclor Brück an mir ge- 
soonen, das ich mich hinfurt des scharflen 
Schreibens enthalten wolt. 5» 332". 

Aispaftaeftj mhd. ane spannen {Ben. 2^ 
4SI), von spannen, spien, bei Luth. nur 
com spannen des Zugviehes an den wagen 
gebraucht: spannet rosse an. Jer. 46, 4; 
ilu stad Lachis span leufler an vnd fare da 
voD. Micha 1,13. aber auch den wagen 
anspannen : da spannet Joseph seinen wagen 
an. l Mos. 46, 29; vnd er (Pharao) span- 
net seinen wagen an. 2 Mos, 14, 6. selbst 
<^ne einen acc: sage Ahab, span an vnd 
fahre hin ab. 1 kön, 18, 44 ; da sprach Jo- 
ram, spaunel an. 2 kÖn, 9, 21. 

ABspeieii^ mM. an sptwen (Ben, 2^ 5 1 3), 
cneinen,an etwas {zum zeichen d,verachtung) 
speien: so sol seine schwegerin zu jm tret- 
ten für den el testen vnd jm einen schuch 
•ausziehen von seinen füssen vnd jn anspeien. 
5 Mos, 25, 9 ; vnd speieten jn an. Matth. 
27, 30 ; vnd ein solch arm creatur seynen 
goll schöpffer szo erschrecklich, grewUch 
aospeyet vnd sprüet, das auch entsetzlich ist 
dauon zu hören vnnd reden, auff das vbir- 
ehristUch buch bocks Emszers, ( 1 5 2 1 ). Gülj*" ; 
das were ein kttner hellt, den man solt 
aaspeyen vnd mit lungen zum dorfl auswerf- 
fen. das diese wort Christi noch fest stehen, 
(1527). ciij\ 

Ansptaftea, eig, spinnend , verbinden, fi- 
gürUeh, anknüpfen überhaupt: aus diesem 
trost na welchen du hast, das du weist, das 
golt seynen son für dich in den tod geben 
vnd dir geschenckt hat, da solt du andere 
vod mehr argument anspinnen. Eist, 2, 332K 

Aisprache^ f* wiemhd, anspreche [Ben, 2\ 
536) «=> anspruch: wer getOdtet wird, der 
thut gnug durch den selben tod, hie auil er- 



den vnd nach dem jrdischen regiment gegen 
denen, widder die er gesundiget hat, das er 
da mit bezalet vnd niemand kein anspräche 
mehr zu jm haL von Jhesu Christo, ( 1 533). 
Giij**. was bezeichnet aber der pl, anspra- 
chen in folgender stelle? einlagen, zunfflge- 
rechtigkeitten, ansprachen, bussen, straffen, 
vnd koren . • . sollen allenthalb ynn gemei- 
nen kästen geschlagen vnd mit eingebracht 
werden, ordenung eyns gemeynen kastens, 
(1523). Biij\ 

AnsprecheB i mhd, an sprechen (Ben, 2, 
526), ahd, anasprehhan {Graff 6, 376). 

1 ) Worte an jemand richten, anreden, de- 
grüszen: vnd sprach sie freundlich an. st, in 
Esther 4, 8 ; du hast mich getröstet vnd 
deine magd freundlich angesprochen. Ruth 
2, 1 3 ; wie wol er sie auch sonst mehr mit 
harten worten angesprochen hat. von der 
Sünde wider den heil, geist, (1529). Dj'>; 
wer hat vngewönlicher, vngeschickter ding 
jemals gesehen oder gehört, denn das der 
könig der königen vnd herr der herrn auff 
erden sol von (dem geringsten, verachtesten 
menschen angesprochen werden. Jen. 1, 
220*"; darümb fehet er nu an, mit eitel sol- 
chen Worten, damit man pflegt kriegsleute 
anzusprechen vnd zuermanen, das sie ritter- 
lich stehen vnd kempffen. das 6. cap, Ephes, 
(1533). Aiij^; abo kamNicanor zu Juda vnd 
sie empfieugen vnd sprachen einander fried- 
lich an (vulg, salutaverunt se). 1 Macc, 7, 
29; da sprachen sie einander an. 11,6. auch 
figürlich: ich mus hie yhr gewissen ein we- 
nig ansprechen, das diese wort Christi noch 
fest stehen. (1527). nij". 

2) um etwas ansprechen, bittend anreden: 
sprich deinen nehesten drumb an. Sir. 1 9, 1 3 ; 
sprich deinen freund darumb an. v. 15. s. 
auch anschreiben 2. 

3) fordern, verlangen, als das seine in 
anspruch nehmen: das seine ansprechen vnd 
foddern. das 5. 6. vnd 7. cap. s. Matthei, 
(1532). Zij*^; der mich vnd dich für das 
seine ansprechen vnd als die seinen vom 
teuffei abfoddern wolle, hauspost. Wittemb, 
ibih. winterteil, 20^ 

4) anfechten, verklagen: wo sichs be- 
gibt ym zank, das ein öffentliche Verlöbnis 
odder hochzeit durch ein heimlich Verlöbnis 



ANSPRUCH 



102 



ANSTECKEN 



wird angesprochen vnd angerochlen, wie bis- 
her oiU geschehen ist, beide mit lagen vnd 
mit vvarheit, sol man hinfurt das heimliche 
Verlöbnis widder sehen noch hören vnd den 
anspruch nicht gesUten. von ehesaehen. 
(1530). Dj"; was wiltu deim gewissen ant- 
worten, wenn dichs ansprechen wird, das 
du die wort Christi vom kelch trincken nicht 
gehalten hast, eine berichl an einen guten 
freund. (1528). Hj*. 

Anspraeh^ m. 1 ) einrede : am vierden (cO' 
pilel) fehet er an zu begegen ettUchen eynreden 
vnd anspruche (spätere ausgg, ansprüchen). 
vorr. auf d, ep. s. Pauli an die Römer. 

2) recfuliche forderung, klage, anklage : 
hat aber Demetrius vnd die mit jm sind vom 
handwerck zu jemand einen anspruch (ndd. 
bibel v.J. 1561 : anklage), so helt man ge- 
rieht, apost. gesch, 19, 38; gott hat jm das 
vorteil behalten, das er zu einem jglichen 
heiligen ein vrsache vnd anspruch hat, das 
jm niemand zu heilig ist, den er nicht könne 
mit recht verurteilen. Jen. 6, 40*^. 

Anspriiken (ansprUen) s. anspeien. 

Anstanil; m. indueiae^ ujaffenstilUtand 
(Älter US diel. Oij''): die Römer haben mit 
den Juden einen friede vnd anstand gemacht. 
von den Juden vnd Jren lügen. ( 1 54 3 ) . a iiij^ ; 
weltliche könige, fürslen vnd herrn, wenn sie 
sich müde gekrieget haben, so machen sie 
ein an- vnd friedstand etliche ja r. tischr. 149*^; 
im Niederland soll ein anstand sein zwischen 
den Burgundern vnd herzogen von Jülich, de 
Wette br. 5, 558. — Dasyp. dict. 58"^: 
induciae, ein anstal oder fryde, der auff* ge- 
wisse zeyl bestimpt ist. 

AnstaUi durch zusafnmenrückung der 
praep. an mit dem subst. statt entsprungene 
praeposition mit von statt abhängigem gen,, 
bei Luth. noch getrennt an stat : ich wil dir 
an stat alle deines leides zwyfeltigen trost 
vnd guls geben, der prophet Sacharja. 
(1528). Bbiij''; itzt sich gebtirt zu predigen 
an stat der braut messe, zwo hochzeit pre- 
digten. (1536). Ej"; darum sage ich noch, 
das jch jnn dem gantzen bapstum mein leb- 
tage nie keine fasten gesehen habe, die recht 
christlich gefastet were, sondern eitel schand- 
fasten vnd fräs an stat des fastens. das 5. 6. 
vnd 7. cap. s. MatMU. (1532). kü}^; dasz 



er (ife/a»cfclAofi) anstatt seiner grSken lectioo 
der heiligen schrifl lection sich vnterwunde. 
de Wette ^r. 2, 49 1 ; besetzt die stedte in 
Samaria an stat der kinder Israel. 2 hon. 1 7. 
24 ; an stat deiner veter wirstu kinder kriegen. 
ps. 4b, 17. häufig erseheint der dbhä$i^e 
gen. zwisd^en an undsMi: vnd opffert jn ao 
seines sons stat. t Mos. 22, t3; las deinen 
knecht hie bleiben an des knaben stat. 44, 
33. jr seid auffgetreten an ewr veter stat. 
4 Mos. 32, 14; vnd woneten an jrer stat 
daselbs. 5 Mos. 2, 23 ; ich wolle jn bey mir 
behalten, das er mir an deiner stat diene!, 
Philemon 13. vgl. statt. 

Aastechen^ woran stechen. \) den wem 
anstechen für das fasz anstechen, den Spund 
durch stechen öffnen, anzapfen: den aller 
besten wein anstechen, der 112. psalm, 
(1526). avj^ figürlich: meinen gnk'dijTfB 
herrn dorfl ich nicht anstechen, de Wette 
br. 4, 523. 

2) anrühren, berühren, zur spräche 
bringen: ich wills nur itzt kurtzlicb aa 
stechen vnd tzeygen, was von der gantzea 
Heyn tzen seh rifftyiin den andern sacramenten 
tzu halten sey. antwort deutsch (1522)Pp; 
also thun die apostel allwegen, das sie lu 
rUck lauflen ynn das allte testament, wie ichs 
droben auch anstach, das benedictus. {Ib2b), 
Dj"; nach dem der jade, so mich bewegt hat, 
nebest mal von den jaden zu schreiben, 'auch 
dis Stack anstach, es kündte nicht beweiset 
werden, das Jhesus vom stam Juda were.vo» 
schem hamphoras. (1543). GHij"; (tcA)W' 
dis mal diese sachen allein angestochen vod 
entworlTen haben, die drey sgmbola. (t 538). 
Fj**; droben hab ich auch angestochen, ob 
man mit gutem gewissen müge solche stQcke 
lassen verfallen sein, von den coneilijs vnd 
kirchen. ( \ 539). Nij«». 

Ansterkcn) bei Luth. nur in der be- 
deutung anzünden, in brand setzen: <iu 
Karole soll jmer fewr lesschen vnd Praock- 
reich sol jmer anstecken, wider das bapi* 
ihum zu Rome. (1545). Ciiij*; ich wÜ eia 
fewer vnter jren thoren anstecken, das die 
heuser zu Jerusalem verzeren, vnd nicht ge- 
lescbt werden sol. Jer. 17, 27; das man jre 
synagoga oder schule mit feuer anstecke. 
von den Juden und Jren lügen. ( 1 543). e üj* ; 



ANSTEHEN 



103 



ANSTOSZEN 



da sehet zu das das dorff nicht werde ange- 
steckt, predigt von den engein, (1535). Cij^; 
die sprew aber, das ist, den grossen gott- 
losen bauffen» der verslockt bleibt, vnd jm 
nicht sagen lesst, wird er anstecken vnd mit 
ewigem fear verbrennen, swo predig auff 
ier kindertauffe^ (1540). Bij^; wanimb hal- 
ben deine knechte mein stock (acicer) mit 
fewr angesteckt ? 2 Sam. 14, 31. 

nM, anstecken und anstechen (Ben, 2^, 
623. 626). 

Aistehei» 1) sinnliches stehen woran: 
Toil weren lieber vber hundert meil gewesen, 
denn vnden am berge an gestanden, ausleg* 
der xehen gepoU. (1528). Gvij*. 

2) passen, ziemen: vnd werden mir meine 
kleider scheuslich anstehen. Hiob 9,31; denn 
also heissen die pries terkleider Exo. 28. 
lob vnd Zierde, darumb das sie wol anstehen. 
derprophet Sac^r/a. (] 528). Vf; die glie- 
dere die vns vbel anstehen, die schmücket 
man am meisten, denn die vns wol anstehen, 
die bedurffens nicht. 1 Cor, 12, 23. 24; es 
stehet einem narren nicht wol an von hohen 
dingen reden, spr. 17, 7; hie sollen sie zu 
erst Widder yhr eigen gesellen schreiben vnd 
sie straflen vnd demtttiglich bekennen, das 
yhn solch laster leid were, so stünde es yhn 
als denn wol an, das sie andern den sphlter 
aus den angen zOgen. eine bericht an einen 
gulen freund. (1528). Aij^ 

3) veraeheh, warten, aufhallen r ob es 
iias urteil gotles über den meineidigen) ein 
weile lang anstehet, sol yhn doch nichts ge- 
lingen, deudseh catechismus, (1529). Dj*. 

4) anstehen lassen, unterlassen^ sein 
lauen : es were mein trewer radt, da» solche 
nigelerele küpff yhr buchmachen lieszen an 
steen. auff das vbirchristlieh buch bocks 
Emzers. ({b2\). Fij*; das wir in vnsern 
kirchen die eleualion haben fallen vnd an- 
stehen lassen, kurtz bekentnis v, abendmal, 
n544). Fiij''; da nu Saul angesagt ward, 
das Dauid von Kegila entrunnen war, lies er 
.«ein aasziehen anstehen. 1 Sam, 23, 13; 
gefeit dirs aber nicht mit mir gen Babel zu 
ziben, so las anstehen. Jer, 40, 4. 

mhd, ane st^n, ane sl4n und ane standen 
(Ben. 2^, 575), ahd, anast^n, anastandan. 
[Graffß, 591. 599). 



Aistelleiii anordnen: das eyn Frey conci- 
lium angestellet vnd ynn des die sache ge- 
stillet werde, ufidder die verkerer vnd fei" 
scher keyserl. mandats, (1523). Aiij\ 

knsitrktmf durch tod eines andern über- 
kommen: darttmb lesen wir, das die könige 
vnd herren viel weiber gehabt haben, das 
mehrerteyl daher, das sie yhn angestorben 
sind, vber das erste buch Mose. (1527). 
i i iij*^. — mhd, an sterben und an ersterben 
{Ben. 2^, 642. 643). 

ADStiMncfty anfangen erschallen xu 
lassen: sol vnser herr gott hiemit die po- 
saunen wider sie angestimmet haben, an 
kurßrsten zu Sachsen, (1545). Eiiif . 

Aistest (anstos), m. acUv und passiv, 

1) gegenständ, woran gestossen wird, 
hindemis, ärgemis: du soll für dem blinden 
kein anstos setzen. 3 ifb«. 19, 14; reuroet den 
weg, hebt die anstOsse aus den wegen nißi- 
nes volcks. Jes. 57, 14; das niemand seinem 
bruder einen anstos oder ergernis darstelle. 
Aö'm. 14, 13; sehet aber zu, das diese ewre 
freiheit nicht gerate zu einem anstos der 
schwachen. 1 Cor. 8, 9. 

2) anfall, angriff, anfechtung: manicher 
gehet dahm zwentzig iar hat keinen anstoss, 
wenn einmal ein fieber kOmpt, das vber drey 
tage weret, so wil er aus der haud faren. 
ausleg. der sehen gepott,(\b2S). Gvij'^; wir 
viel anstnsse vnd bttffe darüber müssen leiden. 
deudseh catechism,'{ 1 529). Rij" ; vnd zappeln 
so gar leichtlich ynn geringen anstüssen. vier 
tröstl, psalmen. (1 526). Giij". -^mhd, anest6:^ 
(Ben. 2^,668), ahd. anastö^ [Graff 6, 736). 

Aastesieii, 1 ) sinnlich an etwas stoszen : 
da furchten sie sich, sie würden an harte 
orte anstossen. apost, gesch, 27, 29; sties 
sich das schiff an. 27, 41 ; ich wil dich auf! 
rechter bahn leiten, das, wenn du gehest, 
dein gang dir nicht säur werde, vnd wenn du 
leutfest, das du dich nicht anstosspst. spr.i, 1 2. 

figürlich: wirl nu der beichtvatter yemand 
forschen, ob er meine buchle hah odder lesze, 
vnnd da mit sein blodikeit anstossen, sol er 
yhm antworten, ein vnterricht der begeht" 
kinder. (1521). aij\ 

2) befallen, zustossen: furwar die christ- 
lich kirch auff erden nicht grosser macht, 
noch werck hat, dan solch gemeyn gebet 



ANSTREICHEN 



104 



ANTIGHRISTISGH 



wider alles, was sie anstossen mag. von den 
guten wercken, (1520). Hij*; o bruder, wan 
euch vil aDfechtung anslossen, soll yr dasselb 
für grosz freud achten, auszleg, deutsch des 
v.u. (151 8). Hiiij^ ; so aber yemand das 
grawen vnd schawen für den krancken an 
slösset» der sol einen mut nemen. ob man 
für dem sterben fliehen muge. ( 1 527). Bij^ ; 
ein geringe anstossende (xustosxende) kranck- 
heil. ausleg, der ep. vnd euang. von ostem 
etc, (1544). Hj-. 

AnstrelcheDi mhd. anstrichen (Ben. 2^ 
685), färbe woran streichen: der tückisch 
geytz vnterweylen yhm selb eyne färb an 
slreycht, als neme er das vbrige für eyn ge- 
schenck. von kauffshandiung vnd umcher, 
(1524). Gij''; meine schafe haben ein ander 
merckzeichen» nicht mit rollelslein vnd färbe 
gemalet oder angestrichen, ausleg. der ep. 
vnd euang. von ostem. (1544). Nj". 

AüBMckeiiy angehen, ersuchen, bitten: zur 
ehe zu greyfien sollt man widder (weder) 
gefatterschaiU noch pattschafft ansehen, auch 
Widder bapst noch bischolf drumb ansuchen. 
ein sendebrieff an Jhan von Schleynilz. 
(1523). Aiij"; wiewol ich verachter mensch 
mich zu gering halte, das ich solle so grosse 
fürtreffliche herm ansuchen vnd ansprechen. 
Jen. 2, 130**; mit hier inliegender schrift hat 
Calixlus vns angesucht, de Wette br. 5, 30 1 . 

Ansarhen, n. bitte, ersuchen: da lies eyn 
weyser radt auiT solch ansuchen furfordern 
die baumeyster. von b. Henrico, (1525). 
Bj'' ; e. c. g. ich vnterlheniger meynuug nicht 
will verhalten das ich solchs e. c. g. an- 
suchen allenthalben zu vnterthenigem danck 
angenomen hab. Originalbrief im ges. arehiv 
XU Weimar. pag. 74. 

Antasten, tasten woran, anrühren, an- 
greifen, anpacken, vornehmlich in feinde 
licher absieht: wer diesen man oder sein 
weih anlastet, der sol des tods sterben. 1 
Mos. 26, 1 1 ; ich habe meinen knaben ge-; 
boten, das dich niemand antaste. Huth 2, 
9; taste an alles was er hat. Hiob 1,11; 
tastet meine gesalbeten nicht an. 1 chron. 
17, 22; aulT das nit bey etlichen wolmey- 
nenden hertzen werde angesehen, alsz thu 
ich yhm Izü viel, das ich die grossen hermn 
antaste, tnder den falsch genantten geyst' 



liehen stand. (1522). Aij^; vnd szo das alles 
sie nit helffen mag, richten sie tzu ellicli 
losze gesellen, die mit lasterschrifften vnd 
bdszen buchern vns antasten, der 36. piaim. 
(1521). Aiij"; solche tyrannen die das mit 
gesetzen wollen fahen vnd ertzwingen, musx 
man scharff vnd hart antasten, von bäder 
gestalt. (1522). Cf ; ich bynn alleyn vond 
szoüiell widdersacher mich szo grewlich an- 
lasten. Originalbrief auf der bibl. xu Goiha. 
cod. Chart. 379. pag. 9. — mhd. aneUslen. 
(Ben. 3, 17). 

Antasteri m. attreclator: mich zu werea 
vnd schützen gegen meine lugenhafflige vnd 
boszwillige antasler« auff des bocMs xu Leyp- 
txick anlwort. (1521). a ij^ 

Aatastangy f. angriff: solt man auiT alle 
antastung streitten vnd gar nichts vbersehen» 
were nymmer keyn frid. das magnißeal. 
(1521). hj^ 

Aatiian^ mhd. ane tuon (Ben. 3, 140u 
ahd. analuon. (Graff 5, 315). 1) induere, 
ankleiden, anlegen: sein eigen kleider ao- 
thun. 3 Mos. 1 6,24 ; ein man sol nicht weiber- 
kleider anthun. 5 Mos. 22, 5; vnd (Daiudi 
thet andere kleider an. 2 Sam. 1 2, 20 ; auf 
einen beslimpten tag thet Herodes das kö- 
nigliche kleid an. apost. gesch. 12, 21 ; ihu 
deine schuch an. apost. gesch. 12, 8; der 
war angelhan mit einem kiltel. offenb. Joh» 
1, 13. auch ohne object ist es ankleiden: 
sorget nicht für ewern leib was jr anthun 
sollet. Luc. 12, 22. figürlich: jr aber soU 
in der stad Jerusalem bleiben, bisdasjrange- 
than werdet mit kraffl aus der höhe. 24, 49. 

2) einem etwas anthun braucht Luth. nur 
in der bedeutung übles anthun : die grosse 
plage, marter vnd gewalt, die sie aller well 
haben angethan mit jrer angstbeichL tcar- 
nunge an s. l. deudschen. (1531). Güj'; 
dieser ist auch der sprach einer der den 
jaden das gebrandte leid anthuU von den Ju- 
den vnd ihren lügen. (1543). Qiij^ dieser 
Spruch Ihut den jaden das gebranle leid an. 
ein brieff wider die sabbather. (153S); ob 
sie vns todten oder alles vngUtcks anthun. i^ 
Wette br. 2, 165. 

Antichristiseh, adj. widerchrisUich: ^o 
gar öffentlich vnd unverschämt ist die bulle 
in ihrem anlichrisllichen venlamniren. ^^ 



ANTLITZ 



105 



ANTREIBEN 



Wette br, l, 526. — von dem aus dem gr, 
entlehnten antichrist, bei Luth. endechrist. 
(*. d,) 

intUtl (andlitz), n. angesichts xaMreiche 
belege bietet die bibelObersetzung ; es steht 
hier wie das gleichbedeutende angesicht 

1 ) für vultus : da nu seine brüder zu jm 
kamen, fielen sie für jm nieder zur erden anff 
jr andlitz. 1 Mos, 42» 6; Dauid neigt sein 
andlitz znr erden vnd belet an. 1 Sam. 24, 
9; da das Elia hOret verhallet er sein andlitz 
mit seinem manlel. 1 hon. 19, 13; lege mei- 
nen Stab auff des knaben andlitz. 2 kön, 4, 
29 ; vnd jre andlitz ipL) stunden gegen ander. 
2 Mos, 37, 9. 

2) (ur die manifestation, gegenwart got" 
tei: vnd ich wil mein andlitz wider euch 
stellen. Lev, 26, 17; ich aber werde mein 
andlitz verbergen zu der zeit. 5 Mos, 31, 
IS; herr erhebe vber vns das liecht deines 
andlilzs. ps, 4, 7 ; jr solt mein andlitz suchen. 
27, 8 ; las leuchten dein andlitz vber deinen 
kneeht. 31, 17. 

Antlitz {Luthers Schreibung andlitz ist 
unKochdeutsch) ist mhd, antlitze, anlltttze 
(Ben. 1, 1060) und antlutz (erste deutsche 
hibel z. b. 1 Mos. 4, 14. 16; 9, 23; 17, 
3. u, oft), ahd. anlluzi, assimiliert annuzi. 
iGralf2y 322). golh, würde andavlits ent" 
sprechen, wofür aber ohne anda (ahd, ant 
^gegen)blosz\\iisund mit anda andavleizes, 
beide von vleitau blicken, anblicken, erschein 
nen. die formen antluzi, anlltttze, antlutz 
entsprangen jedenfalls durch vermengung 
mit dem zwar gleichbedeutenden, aber for- 
mell verschiedenen ahd, antlutti, mhd, ant- 
iütte, deren lutti, Itttte auf goth. ludja ge^ 
sieht zurückgeht, vgl, Grimm wtb, 1, 501. 
Weigand wtb. 1, 48. — antlitz ist eins 
der wenigen wörler, in denen sich die alte 
parUkel ant erhalten hat, wahrend sie sonst 
SU ent geschwächt wurde. 

Aifmgen^ nihd, antragen (Ben. 3, 71). 
1) <ni sich tragen, anhaben: Ahia trug den 
leibrock an. 1 Sam, 14, 3; also haben sie 
diesen Johannem auch gelobet, darümb das 
er eyn rauche cameis baut angetragen, das 
henedictus, (1525). Aiij*; die propheten 
trugen secke an. der prophet Sacharja, 
(152S). Hhiiij**; die weltfromcn gehören 

Biets, Wörterbuch. 



nicht hieher, die saubere kleider antragen. 
de Wette br. 3, 356; (dte^uden) nicht einen 
bissen essen, noch einen faden antragen, den 
sie vns nicht gestolen vnd gerauhet haben. 
von den Juden undjren lügen, (1543). Zj''; 
weil er (der mensch) das fleisch antregt, mus 
er schmerzen haben. Hiob 14, 22. 

2) etwas an einen tragen, vortragen, vor» 
stellen, vorbringen, anbringen: wollen wir 
recht mesz hallen vnd vorstan, so müssen 
wir alles faren lassen, was die äugen vnd 
alle sinn in dyszem handel mugen tzeygen 
vnd antragen, eyn sermon von dem n, test. 
(152U). Aiij^; das ich den selben sun be- 
wegt hett, meyn nodt vnd gewerb dem für- 
sten antzu tragen, ebend. Ciij" ; da nu Mose 
dem volcke angetragen, das yhm der herr 
befohlen hatte, ausleg, der zehen gepoti, 
(1528). Dv\ 

Aatrageiiy n. vorstellen, bitten: (seine 
mutter) begerd auch hülff vnd rad von yhm 
mit demütigem vnd sittigem antragen, ausleg, 
der ep, vnd euang. von der heil, dreykönige 
fest (1525). Lij'; derhalben wolt ewer hei- 
ligkeit jre velerliche obren, so an Christus 
stat, dis mein antragen hören. Jen, 1, 144*. 

iBirfffriiy ahd, anatrefan. (Graff 5, 527). 
1) an einen treffen, ihm begegnen, ihn fin* 
den: jtzt werdet jr jn eben antreffen. 1 Sam, 
9, 13; daselbs werden dich antrefl*en drey 
menner. 10,3; vnd es trafi* jn an der pro- 
phet Ahia von Silo aufl" dem w*ege. 1 kön, 
11, 29 ; vnd sie traffen jn an auff dem acker 
Naboth. 2 kön. 9, 21 ; (Johann Kolbe) hat 
mich hie zuTorgaw antroffen. Burkhardi 
briefw, 229. doch a%uih von Sachen: alles 
was sie antraff, das frass sie. Jer, 50, 7. 

2) betreffen, angehen: dis verbot trifft 
alle ander an, aber dich nicht, st. in Esther 
4, 8; wenns den glauben vnd gottes wort 
antrifft, da gilts nicht mehr lieben odder ge- 
dtiltig sein, vier trostliche psalmen, (1526). 
Dv** ; du must auff das wort sehen, das dich 
betrifft, das zu dir geredt wird, vnd nicht 
'was einen andern antrifft, vber das erste 
buch Mose. (1 527). Eüj**; es trifft nicht das 
leben, sondern die lere an. ebend. aiiij^ 

Antreiben, etwas fortwährend, an» 

dauernd treiben, wiederholen: was jr bittet, 

'gleubet das jrs haben werdet, so habt jrs 

14 



ANTRETEN 



106 



ANWALT 



^ewis, sonst wo man solch gebet jmerzu 
vmb ein sach aulreibet» ists ein zeichen, das 
wir golt nicht gleuben. Jen, 2, 459". 

kmirtien, wohin treten (sich begeben), 
wn ein amt, einen dienst xu übernehmen : 
ewer das dritte teil, die des sabbalhs an- 
treten {zum tempeldienst). 2 chron. 23, 4 ; 
vnd nam ein jglicber seine leule, die des sab- 
bats antratten mit denen, die des sabbalhs 
abtrailen. 23, 8. 

Antwort, durch worte eines andern, 6e- 
sonders durch dessen frage, veranlasxte 
rede, responsum, bescheid, enlgegnung, ver- 
antwortung. wcks das genus betrifft, so be* 
gegnet in Luth.'^s Schriften wie mhd, bald f, 
bald n., doch mit bevorzugung des letzteren, 
belege für das neutrum: ein richtiges ant- 
wort ist wie ein liebhcher kus. spr. 24, 26 ; 
aber was sagt jm das göttliche antwort. 
Rom. 11, 4 ; das antwort des heiligen gebts, 
welchs herr Simeon vbcrkomen halte, das 
diese toort Christi noch fest stehen. (1527). 
Ij**; solchs antwort mus jch vnd die meinen 
vns jtzt auch lassen gelten vnd gesagt sein. 
wamunge an s. l. deudschen. (1531). Aij'>; 
bitt derhalben vnterthäniglich, wo seine bitle 
ziemlich und e. k. f. g. zu thun ist, wolle 
ihm ein gnüdigs guls antwort lassen widder- 
fahren, de Wette br. 3, 184; ich bit vmb 
ein gnedigs richtiges antwort. von dem baps' 
tum XU Rome. (1520). Eiij*. entschieden f. 
ist es in folgenden stellen : der könig gab 
dem volck eine harte antwort. 1 kön. 12, 
13; auch ward er zornig vber seine drey 
freunde, das sie keine antwort funden. Hiob 
32, 3 ; man wartet der antwort von dir. 34, 
33 ; vnd verwunderten sich seiner antwort. 
Luc. 20, 26 ; sein gegenpart lassen daselbs 
zur verhör vnd zur antwort (veranhoorlung) 
komen. wider den bischoff zu Magdeburg. 
(1539). Gij\ in der bibel führten spätere 
ausgaben das f. noch weiter ein; in einer 
Wittenb. bibel v.J. 1664 ist das f. schon 
bis auf die einzige stelle Hebr. 8, 5 durchs 
gedrungen. 

Antwort, im 16. Jh. noch häfifig antwurt 
(voc. ine. teut. ante lat., voc. gemma^gem^ 
manim, Dasyp. dict. v. J. 1537, doch 1540 
daneben auch antwort), mhd. antwurt f. und 
antwttrte n. (Ben. 3, 810), ahd. antwurti n. 



und anlwurti f. (Graff 1, 1023), goih. aoda- 
vaurdi n. ist zusammengesetzt aus anda- (anl-) 
•— gegen und einer ableitung von wort, alto 
gegenworl. vgl. Weigand wtb. 1, 48. 

AntwerteD^ mhd. antwdrten (Ben. 3, 8 1 D» 
ahd. anlwurian (Graff 1, 1023), goth. and- 
vaürdjan, respondere, entgegnen, erwidern, 
entgegenreden, namentlich durch fragen 
eines andern veranlaszt: da sprachen sie zu 
jm, wo ist dein weih Sara? er antwortet^ 
drinnen in der hülle. 1 Mos. 1 8, 9 ; er sprach, 
wie heissestu? er antwortet, Jacob. 32, 27; 
frage ich aber, so antwortet jr nicht. Luc. 
22, 68. antwortete vnd sprach begegnet in 
der bibel so häufig, dasx belege dafür ansu- 
führen überflüsxig erscheint, die Sache, wor- 
auf man antwortet, wurde ahd. und mhd. 
in den gen. gesetxl, bei Luth. gelten die 
praep. zu und auf: antworteslu nichts zu 
dem, das diese wider dich zeugen. Matth, 
26, 62; nu wollen wyr Izü des königs lügen 
vnnd alfenlzen antwortlen. antwort deuUch. 
(1522). Bj*; woll ich gern richtig vnd klar 
zu dieser frag antworten, de Wette br. \, 
38 1 ; — hat er lust mit jm zu haddem, so 
kan er jm auff lausend nicht eins antworteo. 
Hiob 9, 3 ; vnd er antwortet jm nicht auff 
ein Wort. Matüh. 27, 14; hie mit sey geant- 
wortet auflf alle bücher d. Carlstads. das an- 
der teyl Widder die hgml. propheten. ( 1 525) 
Piij" ; darauff mus ich antworten. Hioh 20 
2 ; es ist nicht not, das wir dir drauff ant- 
worten. Dan. 3, 16. 

Bis ins 16. Jh. hatte antworten auch die 
bedeutung von überliefern, übergeben, Lutk. 
gebrauehtin diesem sinn ntir überantworten; 
die beiden &ei Grimm wtb. 1, 510 dafür 
gebrachten belege aus der Jenaer ausg. von 
Luthers Schriften gehören Luth. nicht an. 

Alitwertaiigi f. Verantwortung: vber das 
vermag sie niemand, das sie ans licht wollen 
vnd zur antwortung stehen on bey jres glei- 
chen. Jen. 2, 451". 

ABwachseD; woran wachsen: wenn er 
sich solcher gaben vberhebet, als weren sie 
jm angewachsen vnd bette sie nicht em- 
pCangen, der machet jm ein abgoit draus. 
WiUemb. (1539). 1, 222*. — o^d. aiawah- 
san. (Graff 1, 685). 

Anwalt, m. sai^walter, proeurator, m 



ANVVARTUNG 



107 



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änem hei Burkhardt hriefwech$el «.415 
nach einer abschrift mitgetheilten hrief 
lAUhers bald starke bald schwache form: 
vDDuu gewesch vnd holhypeiey des anwaldes 
Simon Blick; des anwalden elstergeschrey. 
^ahd, anawallo (Graff 1, 813) von ana- 
wall poieslcts, gewall, 

AiwartiBg, f. anwarlschaft, „rechlsan^ 
Spruch auf künftigen besiU" : (Moses) halte 
die anwartung, das nach Pharaonis tode er 
were kOnig worden. Eisl, \, 291". zuerst in 
einer ungedr, urk. v, j, 1 459 : wir ader vn- 
szer erben enbehalden vns keynerley rcchl, 
furderunge ader anwarlunge me darane. 

AiwebeBy praet. anweisete, an, zu etwas 
veUen, wozu hinfuhren, anzeigen, bezeich^ 
nen: vnd er sandle Juda für jm hin zu Jo- 
seph» das er jn anweiset zu Gosen. 1 Mos, 
46, 28; viel sind, die von den lugenden 
schreiben, mehr die namen preisen, denn jr 
aalur anweisen. Jen, 1 , 21''; wie mich der 
rhal zu Aldenburg ersucht vnd gebeten, vmb 
einen guten prediger anzuweisen. Jen, 2, 
65' . vgl. weisen. 

Aiweiser^ m. instruelor, leiter, f&hrer: 
er i Johannes) ist der an weiser vnd fuhrer 
zum wahren liecht, nicht das Hecht selbst. 
Ei$i 2, 415'*. — mhd, anwtser =• bei' 
uänder (Ben, 3, 762), voc. ine, teut, b iij: 
anweyser Informator eroditor instruelor. 

AiweisMif;, f, tnhd, anewisunge {Ben. 3, 
762), anleilung: aulfdas die einfeltigen vnd 
die so der historien nicht wissen noch lesen 
können, dis buch s. Danielis doch eltlicher 
massen magen vememen, wil ich mit dieser 
vorrhede ein kleine anweisung geben, der 
prophel Daniel. (1530). Bj"; solchs thu ich 
allermeist darfimb, das ich damit allen andern, 
M) es bedttrffen, vrsach odder an Weisung 
gebe, das heubtstück vnser christlichen lere 
jnn der schrifft allenthalben zusuchen vnd 
zuhandeln. der 117. psalm, Hij"'*. 

AiwcMileB, an etwas wenden, worauf ver^ 
vtnden: er ist zu loben, vmb seiner arbeit 
vnd angewentes vleis willen. Jen, 5, 260^. 

Anwerkea, werben an jemand, begehren, 
*. anmuten» 

Anwcrdea. s. ane. 

Aiwerfeii gebraucht Luih. einmal im sinne 
Ton ansuchen, ersuchen: da schickte der 



bischofT zween seyner redte gen Bremen vnd 
Hesse anwerffen, das man yhm den mttnch 
schicken wolt. von B, Henrico ynn Died- 
mar verbrand. (1525). Bj''. 

ADiahl (anzal), f. undm, in zwifaeher be- 
deutung. 1) für numerus, wie gewöhnlich f,: 
slro sol man euch nicht geben, aber die an- 
zal ziegel soll jr reichen. 2 Mos, 5, 18; et- 
liche anzal der tage. 4 Mos, 9, 20 ; das rA- 
mische reich allzeit seine gewisse anzal hatte 
beide des fusvolcks vnd reisigen zeugs. rer« 
manunge zum gebet wider den Türeken. 
(1541). Fiiij" ; eine redliche summa vnd an* 
zalh koms vnd erbeiss. Ordnung eyns ge* 
meynen kastens, (1523). Dj''. 

2) im sinne von frohndienst, in welcher 
bedeutung Lulh. anzahl männlich verwen» 
det : vnd Salomo legt einen anzal (hebr, D!D, 
LXX fp6pog, vulg. indictio, Luth. in früheren 
ausgg. ausschos) aulT gantzes Israel, vnd der 
anzal war dreissig tausent man. 1 kön, 5, 
13; vnd Adoniram'war vber solchen anzal 
(nd, bibel: antal). v. 14. — bedeutung vnd 
genus scheint sich aus dem niederdeutschen 
antall — ■ zukommender theil (Brem, wtb, 
5, 1 0)demhochd. worte nUtgetheilt zu haben, 
vgl, Frommann vorschlage «.17. — weder 
mhd, anezal, noch ahd. anazala begegnet. 

Auaylen (anzepfen), „mittelst eines 
Zapfens die erste flüssigkeil auslassen'^ 
(Weigand wtb, 1, 49): vnd haben jre 
reden also gelautet, helle man das hier wider 
im fasse so würde maus nicht anzepffen. 
Eisl. 1, 529*. vgl. anstechen 1). 

Ameichneuj bei Luifi, anzeichen d. i, 
anzeichenen (s. zeichnen), notare, anmerken: 
so aber jemand nicht gehorsam ist vnserm 
wort, den zeichent an durch einen brieff. 2 
Thess. 3, 1 4 ; (die Juden) vliessen sich da- 
mit das sie fast alle maus bilder vnter yhn 
anzeichneten, sermon von der heubtsumma 
gottes gepots. (1526). Aviij'*. 

Anielgeiiy tndtcare, kund thun, melden, 
offenbaren, bei Luth. sehr häufig : Christus 
fodderl hie (Joh, 21, 15 ff.) von sancl Petro 
drey mal die lieb, ehe er yhm die schaff be- 
ruhet, damit er klerlich antzeigt, wo nit liebe 
ist, da gebort das schaffweyden nit hynn. 
grund vnd vrsach aller artickel. (1 520). 1 j* ; 
solche ausflachtige rede zeigen an, das man 

14* 



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108 



ANZIEHEN 



das liecht schewet. auff das vermeint fcetser- 
lich edict. (1531). Ciij''; dannl isl also an- 
gezeigt, das wir buben yhn der haut sind. 
ausL der zehen gepott (152S). Bvij^; e. k. 
f. g. wollen sich lose mäuler nicht lassen 
Widder mich bewegen vnd aus angezeigten 
vrsachen bedenken die hohe unmeidliche 
noth, die mich gedrungen hat scharf zu 
schreiben, de Wette hr, 240; man musz 
grund antzeygen» die widdersacher zu- 
schweygen. von den newen Echischen btUlen 
vnd lugen. (1520). Blij**; das magtjr, wo es 
euch anders gelastet, denen anzeigen, die 
vieleicht der Stenckefeld wider mich be- 
stenckerl vnd beschmeisst. kurtz behentnis 
vomheiL Sacrament. (1544). Diij''; schelzen 
ist hie, das eyn iglicher halt müssen an zey- 
gen wie viel er vermocht am gut. randgl. zu 
Luc, 2, 1 ; dasz ihr dem guten herrn und 
freund wollet anzeigen, dasz er nicht schul- 
dig sey, solche weise furzunehmen sich und 
sein hausvolcklein zu communicirn. de Weite 
hr. 5, 39 ; du hast mir heute angezciget, wie 
du gutes an mir gethan hast. 1 Sam, 24, 
1 9 ; der herr hat mirs verborgen vnd nicht 
angezeigel. 2 kön. 4, 27 ; herr, aller hertzeil 
kundiger^ zeige an, welchen du erwelet hast 
vnter diesen zween. apost, gesch, \, 24. 

Anieigen^ n. indicium, anzeige^ merkmal, 
anzeichen: das doctor Eck von Rom sey 
kummen, wirl mir durch viele tappere an- 
tzeygen bekundigt. von den newen Eckischen 
bullen, (1520). Aj'*; es fodcrt die noddurfil 
eyn antzeygen vnd vorrhede zu stellen, vorr. 
auf das n. test. in der September ausg, v. j. 
1522. bL 2"; das gilt nicht, hat auch key- 
nen grund noch anzeygen ynn der schri(U. 
der \21.psalm, (1524). Aiiij"; vnd ist ge- 
wis ein anzeygen des geylz odder fawlheyl. 
von kauffskandlung vnd wucher. (1524). 
Jiij* ; furwar es musz der zinszkoufl ein figur 
und antzeygen sein, das die weit mit schwe- 
ren Sunden dem teufiel vorkaufll sey. an den 
christlichen adel. (1521). «Mj*'; welchs ist 
ein anzeigen jnen der verdamnis, euch aber 
der Seligkeit. PhiL 1, 28. die ndd. bibel hat 
hier bewyss. 

Aiiieigcr, m. person oder sache die etwas 
anzeigt : villeicht seind die orgelen der selben 
senger vnd beter (die nur mit dem mund 



singen vndbeten) figur vnd antzeygen auszleg, 
deutsch des v, u. (1520). Dj*. 

AueigVBgi f. anweisung, anzeige, kund' 
gebung, zeid^en: wolan, so denn der hohe 
geyst erstummet vnd keine anzeygung gibt, 
so bitten wyr vmb gnade, das ander theil 
teidder die hymL propheten, (1525). Cij"; 
wer den heiligen propheten iesaiam wil 
nützlich lesen vnd desle bas verstehen, der 
lasse yhm (so ers nicht besser hat odder 
weis) diesen meinen rat vnd anzeigong 
(Bugenhagens Übertragung ins ndd.: 
anwysinge) nicht veracht sein, der prophd 
Jesaias, (1528). bL 1^; also ist das nu eine 
helle klare anzeygung, das diese wort, damit 
golt hie drawel vnd verheyssct, allein die 
jaden betreffen, ausleg, der zehen gepoU, 
(1528). Fvij"; szo bin ich ejn glid der 
Christenheit nach laut vnd anzeygung diszes 
sacramenls. eyn sermon von der bereytu$ig 
zum sterben. (1519). biij"; der scepter ein 
ofTentlich anzeigung vnd vrkund ist einer 
königlichen oder richterlichen herrschafit 
vnd gewall. der 1 10. psalm. (1539). Kiiij\ 

Anilehea (anzihen), mhd. ane ziufaen, an 
zien (Ben. 3, 924. 926.), gebraucht LuA. 
1 ) vom anlegen von kleidungssliieken aller 
arl, sich oder andern : am dritten tage zog 
sich Esther königlich an. Esth. -b, 1 ; sorget 
nicht für ewren leib, was jr anziehen werdet. 
Matlh, 6, 25; vnd gott der herr macbet 
Adam vnd seinem weihe rocke von feilen vnd 
zog sie an. 1 Mos. 3, 21; brod zu essen 
geben vnd kleider an zu ziehen. 28, 20; 
(Thamar) legt den mantel ab vnd zoch jre 
widwenkleider wider an. 38, 19; vnd den 
sOnen Aarnn soltu röckc, gttrtel vnd hauben 
machen, die herrlich vnd schOo seien, \iiil 
solt sie deinem bruder Aaron sampt seinen 
sdnen anziehen. 2 Mos. 25, 40. 41 ; danunb 
zihet secke an, klagt vnd heulet, /er. 4, S : 
vnd sollen nicht mehr ein rauchen mantel 
anziehen. Sach. 13, 4 ,^ es greyllen maochs 
mal zwey zur ehe, die kaum eyn hembd an- 
zuzihen haben, der 127. psalm. (1524). 
Bj*; so wundert mich, das solcher kluger 
kdnig nicht auch noch die kinder schuch an- 
tzeucht. anlwort deutsch. {\b2'2y Bij*. hieran 
schlieszt sich 

2) ein häufiger figürlicher gebraut^ : vnd 



ANZIEHEN 



109 



ANZWEIFEL 



zocli aa den fluch wie sein hewbd. ps. 109, 
IS; zeuch macht an du arm des ]ierrn. Jes, 
h\,9; zeuch deine stercke an. &2, 1; er 
zeucht gerechtigkeit an wie ein pantzer. 59, 
17; ziehet an den herrn Jhesum Christ. Rom, 
13, 14; ziehet den newen menschen an, 
Eph. 4, 24 ; so ziehet nu an . . . hertzliches 
erbarmen, freiindligkeit, demut, saniTtmut, 
gedult. CoL 3, 12; da zog der geisl des herrn 
Gideon an. rieht. 6, 34 ; der geist zoch an 
Aniasia. 1 chron. 13, 18; darumb wir solche 
abgöttische todle vnd toll text entkleidet vnd 
JDen die schiene musica ahgestreifft vnd dem 
lebendigen heiligen gottes wort angezogen. 
von. zu den hegräbnisgesängen t\ j. 1 542. 
Wackernagel kirchenlied s. 802. 

3) vorbringen^ anfuhren, cUieren: wan 
ich den glauben szo hoch antzyhe vnd solche 
^ngleubige werck furwirlT, schuldigen sie 
cDJch ich vorhiele gute werck. von den guten 
vercken. (1520). Aiij'*; es hatt her Carolus 
^an Miltitz gesternn hoch angezcogen die 
^aeer vnnd freuell, szo durch mich der rö- 
mischen kirchen zeugefugt, originalbrieff der 
bibl. zu Gotha cod. charL 379 foL 2. de 
Welle br. 1, 207; darumh ist das nicht ein 
wunder, das sie das für ein wunder anzilien, 
nemlich das jm ein gros teil der weit zu ge« 
lallen ist. Verlegung des alcoran. (1542). 
Fiij*; alhie {Joh. 16, 9) wird der vnglaub 
für sund angezogen, ausleg. der ev. von 
ostem etc. (1527). Niij"; gottes name, wort 
vnd tiiel, soll nicht vergeblich noch vnnUtze 
anzogen werden, ermanunge zum fride. 
(1525). Bij^; drumb bleiben wir aufl* Chri- 
stus Worten die ich antzogen hab. anlwort 
de^Uch. (1522). ^üj**; diszer artickell ist 
der heubtartickell, vnd das er ia wol eyn- 
sesse, ist er gar durch viell capitell . . . 
ymmer an vnd angetzogen. warumb des 
bapsU bucher vorbrant. (1520). Aiij''; wie 
die itzl angezogen psalmen anzeigen, von 
eigner gerechUgkeit. (1530). Biiij^ 

4) einmal erseheinl auch sich anziehen 
ßr sich annehmen : das thun nu die mied- 
bog nicht, die ziehen sich der scheflhn nicht 
^0. ausl. der ev. von ostem etc. (1527). 

kuMgf ffi. das heranziehen : es haben vns 
Ifis daher so mancherley newe zeitung vnd 



geschrey von des Türeken anzug endlich jrre 
gemacht. Jen. 7, 392. 

AniJiBflen (anzünden), 1) brennbare Stoffe 
in flamme setzen, entzünden : wenn ein fewr 
auskompt vnd ergreiffl die dornen vnd ver- 
brend die garben oder getreide . . . sol der 
widerstalten, der das fewr angezündet hat. 
2 Mos. 22, 6; vnd (solt) den ganzen wider 
anzünden auA dem altar. 29, 13; das fewr 
auif dem altar sol brennen vnd nimer ver- 
lesschen, der priester sol alle morgen holtz 
drauir anzünden. 3 Mos. 6, 1 2 ; das liecht 
Israel wird ein fewr sein vnd sein heiliger 
wird ein flamme sein, vnd wird seine dornen 
vnd hecken anzünden. Jes. 10, 17; man 
zündet auch nicht ein liecht an vnd setzt es 
vnter einen scheflel. Matth. 5, 15; da das 
der könig höret ward er zornig vnd schickete 
seine beere aus vnd brachte diese mörder 
vrab vnd zündet jrc slad an. 22. 7 ; was ists 
wunder das blick vnd donner ofll kirchen an- 
tzundet, die weil wir aus dem bethausz also 
ein spothausz machen, von den guten wercken. 
(1520). llij«'. 

2) oft auch figürlich: ich armer bruder 
bab aber einn new fewr antzundt. euange'* 
lium von den tzehen aussetzigen. (1521). 
aij*; richten auch an alle hindernis zum gu- 
ten vnd alle foddernis zum bösen, heizen die 
leute zu samen , zünden hie vnd da fewr an, 
wo sie können, derprophet Sacharja. (1528). 
Gij"; ein zorniger mensch zündet hadder an. 
Sir. 28, 1 1 ; die zunge zündet an allen vn- 
sern wandel, wenn sie von der helle entzün- 
det ist. Jac. 3, 6. 

die frühere spräche verwendet ßr incen^ 
dere tcie accendere nur entzünden (s. d.), 
erst im 1 5. jh. begegnet anzünden (z. b. in 
der ersten deutsch, bibel: der do anzündet 
das; fewr, der gelt den schaden. 2 Mos. 22, 
6 M. 671er). 

Aniweffelj adv. ohne zweifei: c.f.g.wolt 
sich aller gunsl vnnd trew zcu ym vorsehen, 
wie dann anzcweyfell e. f. g. die selbe oflt 
an ym erfundenn. Originalbrief aus dem j. 
1517; begere vorgebung lautterlich vmb 
gottis willen von allen menschen, deren wir 
vill antzweyflel beleydiget haben, eynsermon 
von der bereytung zum sterben. (1519). aj\ 
später on zweifei. — voc. ine. teut. biij**: 



AKZWINGEN 



110 



APOSTELTAGE 



anzwcifel adverbium proculdubio . . . sine 
dubio. 

ABiwingen^ durch zwang an einen brin' 
gen: so jemand mit geboten woUanzwingen. 
tischr. 317»'. 

Apfel, m. eine bekannte obsiart, mhd, 
apfel, aphel (Ben. 1, 47), ahd, aphul, aphol 
(Graff l, 173). derpL ist beiLuth, gewöhn» 
lieh wie mhd, epfel , doch erscheinl in etni- 
gen originaldrueken seiner sehriften auch 
die im 15. 16. und 1 7. jh. häufige Schrei- 
bung öpfel, wozu das vocab. ine. teut. bl. 
rvij'' sogar den sing, opfel bietet, vielleicht 
ist apfel , dessen 1 von der würzet ausge- 
schlossen bleiben mtuz, mit obst verwandt, 
vgl. Grimm wtb. \, 533. Weigandwtb. 

1, 50. 

a) beispiele für den sing.: das machet 
aber das er den apffel ass, er hatte eine newe 
braut, von der sünde wider den heil, geist. 
(1534). Eij"; weil Adam jnn einen apffel 
beissel sol er souil ausgerichtet haben , das 
alle menschen nach jm bis zu end der weit 
müssen des tods sein, das 15. cap. der er- 
sten ep. s. Pauli an die Corinther. (1534). 
Nij«'. 

b) für den pL: er erquicket mich mit 
blumen vnd labet mich mit epfleln. hohe lied 

2, 5 ; wenn man einen bawm schüttelt vnd 
zween odder drey epffel darauff bleiben, das 
1 5. cap. der ersten ep. s. Pauli an die Co- 
rinlher. Oij*' ; (der Wucherer) erbeit nicht, 
sitzt hinder dem ofen vnd brett Öpflel. an 
die pfarrherm wider den wucher zu predi- 
gen. (1540). Ej'*; kanstu hie nicht höher 
noch anders dencken, so bleib hinder dem 
ofen vnd brad die weil birn vnd öpffel. vom 
abendmal Chnsti. (1528). iij^ 

c) eine beiLuth. wiederholt vorkommende 
redensart ist in einen sauren apfel beiszen 
"» schweres unternehmen, unangenehmes 
geschehen lassen: das müssen wir lassen 
gehen vnd als jnn einen sawem apfel beis- 
sen. ein tröstliche predigt von der zukunfft 
Christi. (1532). Cj"; e. k. f. g. ein wenig 
hat müssen wermulh essen und in einen 
sauren apfel beissen. de Wette br, 4, 347. 

Apfelbaimij m. malus: aus einem kleinen 
körn einen solchen schonen apffejbawm odder 



kirschbawm zu machen. d(u 15. eap. der 
ersten ep. s. Pauli an die Corinther, {\bZA). 
d iij* ; vnter dem apffelbawm weckt ich dich. 
hohe lied S, 5 ; Granalbeume , palmbeume, 
epffelbeume. Joel t, 12. statt dieser Zu- 
sammensetzung galt ahd. apfultri, allaltri 
(Gralf i, 174. 175), mhd. affaller (Bai. 3. 
31), voc. ine. teut.hü}^: alfalterniro/dnKJk- 
fehler für affaltern, heute nur noch in orti- 
namen erhalten, vgl. Grimm wlb. 1,534. 
Weigand wtb. 1, 18. Vilmar idioi. «.5. 

Apfelbisi, m.: der apflelbisz, so Adam 
vnd Heuagelhan, ist ein schwer ding gewest. 
wir müssen dej noch alle entgelten. (iicAr. 
44^ 

Apfelguttj m.: was ist das anders, denn 
aus gott einen gOtzen, ia einen apfelgoU 
gemach et. deudsch eatechismus. (1529). 
Biij«. 

Apfelkönig, m.: was werens sonst far 
kOnige odder herm? apffelkOnige oder ge- 
malte herrn müstens sein, der in.psalm. 
(1530). Giij^ bH Franck chron. 515^ 
auch apfelkaiser. — apfel dient in diesen 
Zusammensetzungen als bezeichnung des 
geringfügigen. 

Apustel (apostol), m. abgesandter, vom 
gr. dnoaroiog, goth. apaustaulus, ahd. hei 
Tat. 154, 16 postul, iiiAd. apostel: aposld 
ist eben so viel gesagt als ein gesandter, ausl. 
der ev. an den fumemisten festen. (1527i. 
Aiiij'' ; zu den zeyten der apostolen. eyn ser- 
monvondem neuen test. (1520). Cj*. die 
ältere spräche verdeutschte zwelfbote. 

ApoBtelant, n. anoaioX^ : das einer enn 
phahe diesen dienst vnd apostelampt, dauon 
Judas abgewichen ist apost. gesch. 1, 25; 
damit zeigt er selbs, das das apostel ampi 
nichts anders ist, denn das amt eines freier» 
oder brautdieners. zwo hochzeit predigten. 
(1536). Eiij^ 

ApostelstMd, m.; Judas must auch kei- 
nen geringen, sondern den apostelstant be- 
schedigen. warumb des bapsts buther vor- 
brant. (1520). Biij«. 

^ AposteltagCj die den aposteln gewidme- 
ten f eiertage : dasz ohngeßihr ein befehl ko- 
men sey die zwey stücke w^idder auflzurick- 
ten, nämlich das welterleuten und die apo- 
st ellage zu feyren. de Wette br. 3, 445. 






APOSTOLISCH 



111 



ARBEIT 



ip«stolbck^ von den aposleln herrufe 
rend: die epislel Jacobi keyn rechte aposlo- 
lisch epistelist. epistels. Pelri.({b23).Bin}^ ; 
es musz eyn apostolischer odder euaiigeli- 
scher geyst hie seyn. ausL der ep, vnd 
tuang, van ehtistag etc. (1522). eeeiij^ 
auch die vom bapst ausgehenden sehreiben 
bekommen dieses atlribul: vorfelscher der 
buUeo odder apostolischen brieflen. de eene 
domim. (1522). Bj^B^iij^ 

Apttheke, f*mhd, apol^ke, appot^ke(Ben. 
1, 4S), vae, ex quo Biiij* gekürzt apthek, 
roK gr, äno&i^x7j, eigentlich magazin, spei' 
eher überhaupt, immittelalter eingeschränkt 
auf die niederlage von specereien und arz^ 
neien igemmagemmarum b vij' apolheca : ein 
specery gaden : oder apoteck), so auch bei 
Luih,: der name Josias ist ein eddel reuch- 
werg aas der apoteken. Sir. 49» t ; lieber 
was sind alle erlzte» apoteken vnd warler 
gegen gott? ob man für dem sterben ßiehen 
fnuge, (1527). Biiij^; ich habe dagegen ein 
idsüich tiriack vnd apolecken» so der sClnde 
jr kraflt vnd gifll nimpt. ausleg. der ep, vnd 
euang. von ostem etc. (1544). Xxj"; Chri- 
stas vnser herr gebe e. k. f. g. . . . eine slarcke 
enzoey vnd apoteken gegen solche kranck- 
heil zu erhalten. Originalbrief im archiv zu 
Weimar. N. pag. 109. H. JVtim. 42. I.e. — 
heute ist apotheke nur „heilmittelladen,** 

A^thekcr^ m. voc. ex quo aplecker, aus 
miteüat. apotfaecarius, inhaber einer apo' 
^ke, pigmentarius , speciarius (voc, ine. 
(All.): der massen ist das auch, das du mich 
frleychisl dem apoteker, die aulTyhr buchsen 
Ruit litell schreybenn vnd gifll drynnen ha- 
ben, auff das vbirchristlich buch bocks Em- 
aen, (1521). Jij*; allerley puluer eines 
apotekers {vulg. pigmentarius). hohel. 3, 6 ; 
seine backen sind wie die wachsende wurtz- 
gerllin der apoleker. 5, 1 3 ; der apoleker 
1^. unguentarius) macht ertzney draus. 
Sir. 38, 7. 

ApvdiekeriB^ f. : ewre löckter aber wird 
er Deinen, das sie apotekerin, köchin vnd 
beekerin seien, l Sam. S, 13. 

Apttkekcrkmut, f.: die kunst woMrie- 
fhende oele, salben, räucherwerk zu berei» 
iniV vnd mache ein heiliges salbOle nach der 
apoleker knnst. 2 Mos. 30, 25; vnd mache 



reuchwerg draus nach apoleker kunst ge- 
mengt. 30, 35; allerley specerey nach apo- 
leker kunst gemacht. 2 chron. 16, 14. 

April, m. der vierte monat im Jahr, bei 
Dasyp, neben aprill auch aprel, me noch 
mundartlich, mhd. abrille, abereile (Ben. 1, 
4. 5), welches schwach biegt, von tat. aprt- 
lis : hey yhn (den Juden) ist der erste mond 
vnd des jars anfang der april. der prophet 
5acAarja. (1528). FijK — den schwachen 
gen, wahrt die folgende Zusammensetzung. 

AprillcBwcttery n. veränderliches, unbe^ 
ständiges weiter, daher die sprOchwörtliche 
redensart: herm gunst vnd apriUenweller 
verkeren sich bald, hauspost. Jhena. 1 559. 
bl. 476^ doch auch aprillwetter : (David) 
muste auch erfaren, das ftlrsten hulde april- 
Wetter were. vier trostliche psalmen.(\b2S}. 
Ciiij^; forsten gnad aprill weiter, ebend. — 
mhd. aberellen weter (Ben. I, 5). 

Arbeit^ f. beiLuth. ntirerbeit, dialectisch 
noch (x. b. in Oberhessen, der Wetterau) 
erwet, ist 

1) jede auf einen zweck gerichtete thälig" 
keit, beschäßigung, die mühe und anstren^ 
gung fordert: (die Egypter) machten jnen 
(den Israeliten) jr leben säur mit schwerer 
erbeil im Ihon vnd zigeln vnd mit allerley 
frönen aufT dem felde vnd mit allerley erbeit, 
die sie jnen aufl*legten. 2 Mos. \, 14; vnd 
die kinder Israel suflzelen vber jre erbeit. 
2, 23 ; sie hörelen jn nicht für seufflzen vnd 
angst vnd harter erbeil. 6, 9 ; wer ein er- 
beit thut am sabbath tage, sol des todes 
sterben. 31, 15; drauben so on deine er- 
beit wachsen soltn nicht lesen. 3 Mos. 25, 
5; die helfll Ihelen die erbeit, die ander 
helfll hielten spiesse, schilde, bogen vnd 
pantzer. Neh. 4, 16; feyren das ist müssig 
stehen von der erbeit. deudsch catechismus. 
(1529). Dij\ 

2) molestia , mühsal, beschwerde : vnd 
wens köstlich gewesen ist, so ists mflhe vnd 
erbeit gewesen, ps. 90, 10; du sihest die 
erbeyt der vnlerdrückten, was sie leyden 
müssen von den tyrannen. bulla cene do" 
mint. (1522). Eiiij^ 

in arbeit, mhd. arbeit, arebeit (Ben. 1, 
53), ahd. arapfb)eil (Graff 1, 407), goth. 
arbai{)s, gehört arh der wurzel, eil der ab» 



ARBEITEN 



112 



ARCHE 



. 



leitung zu, diesem wurzelhaßen arb liegt 
aber nichts' näher als das goth. arbi, das 
erbe «» (nachgelassenes) grundeigenihum, 
und arbeit könnte ursprünglich wirken auf 
seinem grundeigenthum, feldbestellungsein; 
doch hat schon das goth. arbäi{)s die bedeu- 
tung bedrängnis,noth. vgl. Weigand wib. 
1, 52 tt. 299. Grimm wlb. 1, 539. 

Arbeiten^ goth, arbaidjan, ahd. arapeitan 
und arapeilön» mhd. arebeiten, arbeiten, bei 
Luth. erbeiten, wie erbeit für arbeit. 

1) intransitives arbeiten, wirken, schaff 
fen: der faulenlzer alter Adam, der nicht 
gerne erbeytet vmb seyn brod zu erwerben. 
von kauffshandlung vnd wucher. (1524). 
Jij"; elllich vngehewr erbeyten vnd haben 
doch kaum brod zu essen, der 127. psalm, 
(1524). Bij"; erbeyte ein yglicher des tags, 
den er lebt, morgen weys er nicht, ob er 
lebe, lebet er, so erbeyte er aber, vber das 
erste buch Mose. (1527). Niiij" ; das erste 
stuck der gnaden hat allein die art, das es 
Widder die vbrigen sunde erbeytlet. grund 
vnnd vrsach. (1520). ciiij"; sechs tage soltu 
erbeiten vnd alle dein ding beschicken. 2 
Mos. 20, 9 ; wo hastu heut gelesen vnd wo 
hastu geerbeitet? Ruth 2, 19; wo der herr 
nicht das haus bawet, so erbeiten vmbsonst, 
die dran bawen. ps. 127, 1 ; die da baweten 
vnd erbeiten am hause des herrn. 2 kön, 
12, 11; künstlich zu erbeiten am gold , Sil- 
ber, ertz. 2 Mos. 31, 4; so sende mir nu 
einen weisen man zu erbeiten mit gold , Sil- 
ber, ertz, eisen. 2 chron. 2, 7 ; sie {die tu- 
gentsame hawfrau) erbeitet gerne mit jren 
henden. spr, 31,13; die da erbeiten im 
worl vnd in der lere. 1 Tim. 5, 1 7 ; vmb 
meines namens willen erbeitestu. offenb. 
Joh. 2, 3. 

2) lran«t(tve« arbeilen, bearbeiten, mit 
acc. der sache : die vil besser Ihun, die der 
schrillt nach die erden erbeylten. an den 
christlichen adel. (1521). Mi]** ; erbeite deinen 
acker, darnach bawe dein haus, spr, 24, 27. 

3) sich arbeiten, sich anstrengen, mühen : 
hab doch ich selbs wol drey jar mich ge- 
erbeitet, ehe ich aus des bapsls geselzen 
mein gewissen erlöset bah. Jen. 2, 75^; ich 
erbeyte mich mit meynem suflzen. ps. 6, 7 
nach der Übersetzung in den sieben busz* 



psalmen v, j. 1 525 ; s. Augustin de consensu 
euangelistarum vil sich drinnen erbeitet. 
vom abendmal Christi. (1528). yiiij*. ^^ 

Arbeiten (erbeiten), n. substantivisch gt' 
brauchter infj wo der herr nicht das hau5 
bawet j da ist das erbeiten vmb sonsL der 
prophet Sacharja. (1528). Gj»; es ist ein 
einzeler vnd nicht selb ander vnd hat weder 
kind noch brOder, noeh ist seines erbeitens 
kein ende. pred. 4, 8. 

Arbeiter (erbeiler), m. Operator, opera- 
rius : bevleissige dich gotte zuerzeigen einen 
rechtschaffen vnd vnstrefHichen erbeiter. 2 
Tim. 2, 1 5 ; was von eynem leybeygen hie 
Paulus sagt, das ist auch von alle gemiedteo 
knechten, megden, taglöner, erbeytter vnd 
gesind gegen yhren herrn vnd frawen zu 
hallten, das 7. cap. der ersten epistel s. 
Pauli an die Corinther. (1523). hij"*; am 
siebenden tag aber sollen knechl, taglöner 
vnd allerley erbeyter . . . rüge haben, aus* 
leg. der zehen gepott. (1528). Jv»; ein er- 
beyler ist seiner speise werd. Matih. 10,10; 
das himelreich ist gleich einem hausvaler, 
der am morgen ausgieng erbeiter zu mielen 
in seinen Weinberg. 20,1; also machten 
alle weise menner vnter den erbeitem am 
werck die wonung. 2 Mos. 36, 8. 

Arbeffsan (erbeitsam), voc. ex quo erbet- 
sam, mhd. und ahd, arbeitsam. 

1) aerumnosus, beschwerlich, mühselig : 
es wirt myr sauer vnd erbtsam (siel) nie» 
leben, die sieben puszpsalmen. (1517). Aiiij' ; 
das gantz puszende leben vnnd erbtsame 
casteyung des fleischs. ebend. Fj^ 

2) laboriosus: am siebenden tag sollen 
pferd, ochssen vnd ander erbeytsaro \\the 
rüge haben, ausl. der zehen gepoU. (152S). 
Jv. 

Arbeitsleiitc , pl. des sing, arbeilsmtnn. 
Jen. 1. 2S3^ 

Arehe (archa), f. kästen, äUer^^ihd. auch 
arch (erste deutsche bibel, Nümb. bibJ), mhd^ 
arche, ahd. arrha, arka, goth. arka, entlehnt 
aus lat. arca. 1) vorzugsweise für das 
kastenartige schiff Noahs gebraitdU: das 
man die archa nennet ist ein latinisch wort 
ynn die deudsche sprach geraten, als wir 
sonst viel mehr latinisch vnd welsche wort 
haben, wir heissens auff vnsere sprach eigenl- 



ARG 



113 



ÄRGERN 



bell einen kästen odder eio lange laden, vber 
doi erste hnch Mose. ( 1 527). Tüij^; bis an 
den lag, da Noe zu der archen eingiedg. 
Mailh, 24, 3S ; zu den zeiten Noe, da man 
dip archa tuilislel. I Pelr. 3, 20 ; es war 
gar eyn nerriscb rede für den menschen» da 
Noe die arca bawet vnd saget die welll wurde 
vorsiocken. ausieg, der ep. vnd eumg, von 
ChrUUtg etc. {ib22), Yyij^ 

2) doch auch, wie in den vorltUh, Inbeln 
nachvorgang der vulg,, vonderbundestude: 
die priester stunden mit der arca ym Jordan. 
«yn iermon von dem hochwirdigen saera- 
mefU. (1519). cj* ; waran hat es den gefeh* 
let? was (loar) doch die archen odder laden 
da, da golt so gewis war als ym sacrament. 
ausl, der euang, von ostem elc, (1527). 
Bj*; vnd der tempel gottes ward auffgethan 
im himel vnd die archa seines testaments ward 
in seinem tempel gesehen, offenb. Joh, 11,19. 

A^o» <^/* ^^l» böse, comp, erger, superl. 



ergesl. 



ai auf Personen angewandt: dis ist eine 
»^t .irt. Luc. 1 1 , 29 ; das wir erlöset wer- 
den von den vnartigen vnd argen menschen. 
2 Thest, 3, 2 ; drttmb bistu ein dieb vnd 
rt'tilter, ia viel erger denn ein Strauchdieb. 
a»/. der zehen gepot, (1528). Mvij"; yhe 
ertier schalck yhe besser gluck {sprikchwort), 
d^r 112. p<a/m. (1526). aiij^; das sie müs- 
sen darüber sterben als die ergestenschecher 
nid scheodlichsten bos Wichte, das 16. cap. 
^ ioKannis. (1538). Eij\ 

M auf Sachen bezogen : ein fauler bawm 
l>nnget arge frttchle. Matth. 7, 17; aus dem 
liertzen komen arge gedancken. 15,19; was 
)u^ einem argen seh alckhafl\ igen hertzen 
^•iinpl, das ist nicht gut. vberdas erste buch 
^o«e. (1527). Ziiij'*; dasz mir gestern vnd 
dies« nacht mein hals arger worden ist. de 
Heue br. 5,330 : dis stück lesst nicht allein 
lieine kirche bleiben, sondern macht das er- 
g^>ie slanck gemach des teufeis draus, wider 
tfaw Worst, (1541). Diiif. 

ci ohne beigefügtes subst.: ich hab nichts 
arges an dir gespart. 1 Sam. 29, 6 ; jr hasset 
das gute vnd liebet das arge. Micha 3, 2 ; die 
panUe weit hgt im argen. 1 Joh. 5, 19; sie 
^hun mir arges vmb guls. p«. 35, 12; ah 
ich hab viel ein ergers gethan. wider das 

DiKrz, Wörtertuch. 



bapstum XU Rome, (1545). Bj'^; (alle crea« 
turen) . . . den fromen dienen zum besten, 
den bösen zum ergisten. vber das erstebueh- 
Mose. ( 1 527 j« Giü]** ; es ist nur das das ergeste, 
dass man yrre wird vnd das volck yn zweifei 
geret. Burkhardt briefw. 328. 

Arg, mhd. arc (Ben. 1 , 54), ahd. arc, arac 
[Graff 1,411), hatte in der älteren spräche 
vorzugsweise die bedeutung von geizig, feig, 
woraus die mehr allgemeinen bedeutungen 
von böse, übel, schlimm hervorgiengen. vgl. 
Grimm wtb. 1, 545 ff. 

kfgf adv. ahd. argo {Graff 1, 413): nu 
ich wils nicht so arg auslegen« das diese 
wort Christi noch fest stehen. (1527). biij^ 

Arge , m. dient als bezeichnung des teu^ 
fels: so kompt der arge vnd reisset es hin, 
was da geseet ist in sein heriz. Matth. 1 3, 1 9 ; 
der arge wird jn nicht antasten. 1 Joh. 5,18. 

Ärgerlich^ adj. anstöszig: heb dich satan 
von mir, du bist mir ergerlich (vulg. scanda- 
lum es mihi). Matth. 16, 23; seid nicht er- 
gerlich {in den ersten ausgg. seyt vnanstos- 
sig) weder den jaden noch den griechen. 1 
Cor. 10, 32; er wolt gern nicht viel kost 
lassen drauf gehen , damit er nicht ergerlich 
were den frenckisschen knaben vnd knappen* 
Burkhardt briefw. 151. 

Irgf rliebj adv. : ja sprechen sie, es laut er- 
gerlich. einsendbr.v. dolmetsch. (1 530). Cij**. 

Ärgern^ mhd. argern, ergem {Ben. 1, 55), 
ahd. argir6n, crger6n [Graff \ , 414) von 
dem compar. argiro , daher eigentlich ärger 
machen, verschlechtem, verschlimmem, ge^ 
gensatz von bessern. 

1 ) Irans, veranlassung zur sünde geben : 
so ein priester der gesalbel ist, sandigen 
wOrde , das er das volck ergerl {vulg delin- 
queere facienspopulum). SMos. 4, 3 ; ergert, 
das ist, mit leren oder leben ongefelir zur 
sttnd vnd schuld vrsache geben, randgl. zu 
vorstehender stelle; ergert dich aber dein 
rechts äuge, so reis es aus. Matth. 5, 29 ; 
wer aber ergert dieser geringsten einen, die 
an mich gleuben, dem were besser, das ein 
mülslein an seinen hals gehengel wUrde vnd 
erseufll warde im meer. 1 8, 6 ; wer wird ge- 
ärgert vnd ich brenne nicht? 2 Cor. 1 1,29. 

2) reß., anslosz woran neAmcn ; selig ist 
der sich nicht an mir ergert. Matth. 11, 6; 

15 



ÄRGERNIS 



114 



ARGWÄHNIG 



in dieser nacht werdet jr euch alle ergern 
an mir. 26, 31 ; wenn sie auch alle sich an 
idir ergerlen, so wil ich doch mich nimer 
mehr ergern. 26, 31; das sich viel vher dir 
ergern werden. Jes* 52, 14; widderumb 
strafft er die hochdunckenden menschen, die 
sich ob denselben eynfeltigen sloszen vnd 
ergern. eyn deuUeh theologia, (1518). Aj**; 
das sag ich darumb, das ich voi^warnet haben 
will eynen iglichen , der diss buchleyn liszt, 
das er seynen schaden nit vorwircke vnd sich 
ergere yn dem schlechten deutsch, ebend. — 
der gegenständ des ärgemisses wurde früher 
durch den gen. ausgedrückt {myst. M 0, 1 4), 
welche fugung jedoch bei tulh, nicht mehr 
erscheint; die stelle, welche Grimm wtb, 
1,548 da/ur aus Luthers Schriften bei- 
bringt, ist einem brief Th. Münzers ent- 
nommen, vgl, Jen. 3, 145". 

Irgenils (ergernis) , anfangs f. , später 
vorherrschend n., offendiculum, scandalum, 
anstosx: wo dujrengötlem dienest, wird dirs 
zum ergernis geraten. 2 Mos. 23, 33; ein 
stein des anstossens vnd ein fels des erger- 
nis. Jen, S, 14 {in der parallelstelle Rom. 
8, 33: fels der ergernis) ; das ergernis des 
creutzes. Gal. b, 1 1 (in den ersten ausgg, 
des n. lest, und derbibel: die ergernis)'; das 
rede ich darumb , das freylich die grosseste 
ergernis der schwermer ist, so die vnwirdi- 
gen teuflen. vom abendmal Christi. (1528). 
e'f; drumb lieber lugener hab ich nit ge- 
sagt, wie du mir aufflegist, die ergernisse 
der einfeltigen sein mir so voracht , das ich 
liesz den teuflel drein schlahen. auff des 
bocks zu Leypezick antwort, (1521). aiij''; 
vnd sie (die engel) werden samlen aus sei- 
nem reich alle ergernisse. Matth, 13,41. 

Ärgernngy f. Verschlimmerung, Verschlech- 
terung^ gegensatz von besserung: das man 
sie mit dem munde nur gemummelt oder ge- 
plappert hat, on alle frucht vnd besserung, 
ja mit ergerung des hertzen. Jen, 1 , 71''; 
hab ich doch in dem selben buch nichts von 
dem bapsthumb geschrieben, sondern nur 
von seiner besserung vnd ergerung. 1,428"; 
es müst ein böszwicht sein, auch erger den 
Emser selbs, dem nicht hertzlich leydt wercr 
des armen voicks ergerung. auff des bocks 
XU Leypczik antwort. (1521). aiij''. 



9 

mhd. ergeninge, ai^gerunge (Ben. \, 56). 
ahd. argerunga (Graff I, 415), doefr mehr 
im tinne von scandahunj wie auch noth 
äUer-iMi. (nit lege die ergerung für dea 
blinden. 3 Mos. 1 9, 1 4 erste d. bibel). 

Argkelt^ argkeit, f, mhd. arkheit (Ben, 
I, 55), malifia, nequiäa: nicht imsawrteyg 
der boszheyt vnd argheyt. 1 Cor. 5, 8 nach 
den ersten ausgg. des n. lest.; in der sep- 
lemberausg, v.J. 1522: argkeyL 

Arglistige calUdus: die arglistigen So- 
phisten. Jen. 3, 360*. 

Argliatigiccit^ f. Schlauheit: ar^istigkeit 
ist nicht weisheiL Sir. 19, 19. — «lAd. aro 
listekeit (Ben. \, 1012); gemma^emmarum 
cij'' argelistikeit. 

Argwaha^ und mit Verdunkelung des au 
0, argwöhn, m,, üble meinung^ verdacht,-mis' 
trauen: halt keinen rat mit dem, der ein 
argwon zu dir hat. Sir. 37, 11; sagen, er 
hette es nicht beschlossen, das so sev, soo- 
dern einen argwöhn gehabt, wider Ham 
Worst, (154 1). Nj" ; das man salt schlechtem 
argwahn vnd bösem dttnckel oder auch bö- 
sen meulem, so eine dime heimlich ver- 
leunibden , folgen , das ist widder gott \n^ 
recht, von ehesachen, (1530). Gj**; wort- 
kViegen, aus welchen entspringet neid, bad- 
der, lesterung, böse argwahn. 1 Tim. 6, 4. 
— mhd. und wohl schon ahd, arcwin , ?«- 
sammengesetzt aus arc arg und w4n wohn, 
die Verdunkelung des organischen ä zu ö 
begegnet schon im 1 b,jh. (z. b, in der ersten 
d. bibel, wo auch arckwonung ii«5eii artk- 
won vorkommt). 

Argwahnea (argwenen), mhd, arcwaeoen 
(Ben. 3,498), ahd. arcwÄnan((rra/f 1,865 K 
argwöhn, verdacht haben : aufl das royr ort 
not sey zu argwennen er hab sein gehira 
ym ketzschperg vorloren. antwort auff die 
txedel. (1520). Aij'\ auch unpersönlich: 
solch gesuche argwöhnet mir fast sehr, de 
Wette br. 5, 205. 

Argwahnig (argwehnig, argwonig), adj, 
von argwahn , in activer und passiver be- 
deuiung 

\) argwöhn habend: (die liebe) denekt 
nicht arges, das ist, sie ist nicht argwehnig. 
ausl, der ep, vnd euang. von derheyl.drejf^ 
könige fest, (1525;. hij^; das sind aber fepe 



ARGWÖHNI6KEIT 



115 



ARMBRUST 



leutt, die alle ding zum besten ausslegen vnd 
Dicht argwooig sein* epislel s. Petri gepre- 
digel.(1523).Sij*; den gifiligen» argwenigen 
dentern. ein brieff an den eardinal erishi-' 
sckoffxu Menlx. (1530). Aij". 

2) ärffwf^uk erregend, verdächUg: ich 
rede itzt als ein argwonigerverlauffenniOnch. 
üe kleine aniwarL (1533). Hüj". 

wM, arcwaenic {Ben» 3, 495). 

irgwdfcnigkeit» f, was argwöhn : dadurch 
wider sie ein vordacht vnd argwanigkeit als 
mgeborsamen vnd widerstrebem der heil, 
kirchen erwachsen« hei Grimm wlh, 1,551, 
gehöri tooM Luth, nichl an* 

ifMy M. braehium, mhd,9Tm{Ben, 1, 57), 
ahd. aram (Graff 1, 425), golh, anns (arm 
tmd eUenhogen)^ mii dunkler wwrxeL 

\) »gHed des Oberkörpers xum umfangen 
und arbeiten'* : hab ich nu alles volck em- 
pfangen oder gebom , das du zu mir sagen 
magst, trag es in deinen armen (wie eine 
amme ein kind tregt). 4 Mos. \i, 12; vnd 
jrea todlen son legt sie an meinen arm. 1 
ion. 3, 20 ; da nam er jn aufi seine arm. 
Lue, 2, 28 ; vnd vmbfieng sie mit seinen ar- 
men. $L in Esther 4, 8. 

2) ichuUerblatt der thiere : das sol aber 
das recht der priester sein an dem volck vnd 
an denen , die da opfiern , es sey ochs oder 
schare, das man dem priester gebe den arm 
^nd beide backen vnd den wanst. 5 Mos, 1 8,3. 

3) bildlich «a macht, stärke, kraß: vnd 
wil ench erlösen durch einen ausgereckten 
ann. 2 Mos. 6,7; auch verlas mich nicht gotl 
im alter, wenn ich graw werde, bis ich dei- 
nen arm verkündige kinds kindem vnd deine 
kraJii allen die noch komen sollen, ps.li, 
18; mit einem hohen arm füret er sie aus 
dem selbigen, apost. geseh. 13, 17. 

Am 5 adj, elend und dürftig y mhd. arm 
(Ben. 1, 57), ahd. aram (Graff \, 420), 
ffoth, anns [doch nur miser , nicht pauper 
ausdrückend), der compar. zuerst ohne, 
dann mit umlaut: als offt aber ich meer dan 
Chiislum fnnden hab, byn ich nie armer 
wurden, die sieben pusspsalm. (1517). Hv" ; 
ein ander karget, da er nicht sol vnd wird 
doch enner. spr. 11, 24. 

l) pauper, dürftig, gegensatt von reich, 
a) prä^UcaUv : herlzog Friederich war in 



der erste arm. tischr. 346*" ; ist er aber arm 
. . . so neme er ein lamb zum schuldopffer. 
3 Mos. 14, 21 ; selig sind, die da geistlich 
arm sind. Matth. 5, 3 ; ist er (gott) so dürff- 
tig arm, das er seine armen vnd widwen» 
Waisen vnd frembdling nicht emeeren kan, 
er lasse denn dazu rauben? Verlegung des 
ajcoran. (1542). Nj"^ 

b) attributiv: so soltu dein hertz nicht 
verhörten, noch deine band zuhalten gegen 
deinem armen bruder, sondern solt sie jm 
auflthun vnd jm leihen nach dem er mangelL 
5 Mos. 15, 7. 8; ich bin ein armer geringer 
man. 1 Sam. 1 8, 23 ; es kam eine arme wid we 
vnd legte zwei scherfflin ein. Marc. 12, 42. 

c) substantivisch: reiche vnd arme müs- 
sen vntemander sein. spr. 22, 2; armen 
habt jr allezeit bey euch. Joh. 1 2, 8. 

2)miser,elend, bemitleidenswerth, gering: 
ynn der hebreischen sprach lautten die tzwey 
wortt arm vnd senfilmutig nit fast vngleych 
vnd heyst eyn solchen armen, nitdergeprech 
an gellt vnd gutt leydet, szondem der da ym 
hertzen iamerig vnnd genydrigt ist. ausleg. 
der ep. vnd euang, des advents.(ib22).E}^; 
der arm mensch wil schreybenn von dem 
heubt der Christenheit vnd vor grosser dol« 
beit meynet er, heubt vnd her sey ein ding. 
von dem hapstum xu Rome, (1520). Dij''; 
myr ist gnug das meyn name tzu Rom auf! 
das fest szo berlich auszgeruflen wirt mit 
den armen ketzern. buUa cene domini. 
(1522). Aiiij^; es must ein armer teuflel 
sein, dem die selten eine seele abbeten. ein 
ufidderruff vom fegefeur. Fj" ; mein arm alte 
letzte tage, de Wette br. 5,753; ewrn kur- 
fürstlichen gnaden seynd mein arms gebelt 
vnd dienst allzeit znuoran bereit, ebend. 1,349« 

Ambnistj n. aus schaft und bogen be^ 
stehende schieszwaffe : es gemahnet mich 
doch des geists eben als wenn ein toller 
mensch ein armbrust bette, vnd mit grossem 
geschrey vnd wesen die winden neme vnd 
das armbrust spannet, vom abendmal Christi. 
(1528). fij^; gott schaffls durch seine liebe 
engel, das das armbrust jm ausschlegt. haus^ 
posL WiUemb. 1545. festtheü. bl. 78^ der 
pl. lautet armbrttste: feine silberne arm- 
brüste. Jen. 5, 268; mit kleinen armbrüsten 
schiessen, ebend. 

15* 



ARMBRUSTBOGE 



116 



ARMÜTIG 



nihd. arnibrust, armbrost (Ben. 1,61), ist 
ohne zweifei nichts anders als das deutsch 
geformte mitlellaL arcubaUsta, arbalisla. 
vgl. 6rra/f 1,475. Schmeller wtb.\,\\B. 
Grimm totb. 1,556. Weigandwtb, 1,55. 

Armbrulbn^e, m.: der hunger so gros 
war, das sie die oddern von armbruslbogen 
frasseu. sermon von des jüdischen reichs 
ende, (1525). Aüif. 

AmbraatadiiiBi^ m. : eyn armbrust schosz 
weit. var. zu 1 Ho«. 21,16. Bind« et U, 39. 

Xmel s, ermel. 

Annen, arm machen, indem spriichtDort: 
almosen geben arm et nicht. ausL der ep. vnd 
euang, von ostem etc, ( 1 544). Aa ij''. mhd. ist 
armen arm werden, arm machen dagegen er- 
men(Ben. l,59),aA<{.armjan {Graff 1,423). 

Armenkaaten, m. kosten (hasse) zur Un- 
terstützung der armen : dasz e. k. f. g. den- 
selbigen armenkasten mit solchem leben be- 
gnaden wolle, de fVette br. 3, 497. 

Arngf istig , arm an geist, heute geisles- 
arm: die reychgeystigen müssen vorvolgen 
die armgeystigen wie Esau Jacob, die sieben 
puszpsalm. (1517). Cvj^ 

Amigeseknieidej n. armschmuck : vnd nam 
die krön von seinem heul>t vnd das armge- 
schmid (sie t) von seinem arm. 2 Sam. 1,10; 
keten, armgescbmeide, ringe. 4 JVo«. 31, 50. 

Amirliig« m. armilla : zween armringe an 
jre bende. 1 Mos, 24, 22 ; als er sähe die 
Spangen vnd armringe an seiner Schwester 
hende. 24, 30. 

Armsnlj n. armulh, elend: in all seiner 
not vnd armsat. hauspost. (1545). sommer- 
theil. 59". — mhd, armsal {Ben, 1, 58). davon 

Armselig» miser: Christus ist ganlz vnd 
gar armselig, hauspost. (1545). tmnler- 
theil, bL 12*; so hat er (Enos) müssen heissen, 
das er ein betrübt armselig mensch ist gewe- 
sen, vber das erste buch Mose, (1527). Riiij". 

Afniseiigkelt, f. miseria: des namensoltu 
Ismael heissen, darumb das der herr dein 
armselickeit erhöret hat. var. zu 1 Mos. 16, 
lt. Bindseil l, 29. 

Arnuinnlg, was armgeisiig : wo ein arm- 
sinniger mensch bedarÜT eins meisters, da 
bedarlT ein reichsinniger zehen meisler. Jen. 
l> 94'^; je reichsinniger vernunfft, je arm- 
sinniger vcr^itand. ebend. 



Amiapnngc, f. was armrtng : die kelelia, 
die armspangen, die hanben. Jes. 3, 19. 

AmiHth (armut), mhd. armuot, armuole, 
arro6le, armdt (Ben. 1, 58), ahd. armuoii, 
aramuolt {Graff I, 422. 423), mit schwan- 
kendem gesehlecht; ahd, giU nurdasf.,mkd. 
erscheint neben diesem auch das n., Luth, 
gebraucht gewöhnlich das n, , selten das f, 
was heute allein gilt, die bedeutung des 
Wortes ist, wie noch heute, 

1) mangel (besonders an zeitlichen gu- 
tem), gegensatt von reichthum : armut vnd 
reichlhum gib mir nicht, spr. 30, 8 ; armnt 
weh thut (sprüchwort). der prophet Haha- 
cuc, (1526). eij'>; es ist hie auch das liek 
armut. Burkhardtbriefw,2^%\ wermfls- 
siggang nachgehet, wini armuts gnug haben. 
spr, 28, 19; weis yhn auch fur^var anirili< 
mal aus grossem armut kein ander tranppclt 
zu geben, auff des königs zu Bngelland 
lesterschrifft. ( 1 527). Aij'* ; ich weis deine 
werck, vnd deine irübsal vnd deine araiiK. 
apost, gesch. 2, 9. 

2) ärmlicher besitz: diese (witwe) hat>on 
jrem armut alles was sie hat jre ganlze na- 
rung eingelegt. Marc, 12, 44; das wir die 
maullreyber, slalkncchl, ia hurnvnndhubenn 
zu Rom mit vnserm armut reych machen müs- 
sen, vondembapstum zuRome. (1520). Uij^ 

3) die armen leute: das man solchem öf- 
fentlichen mulvvilien steure, da gehören fiir- 
slen vnd öberkeit zu, dieselbs äugen vndiien 
mul betten, Ordnung zu stellen vnd hallen 
ynn allerley hendel vnd kauIT, auff das <las 
armut nicht beschweret vnd verdrückt wO nie. 
deudsch catechismus. (1529). Kj". 

Es ist zweifelhaft, obinsirmnlhableitung 
mittelst der ahd, ableitungssilbe öii^ oder, vie 
in demuth, langmuth, übermuth u. a., eine Zu- 
sammensetzung mit muth vorliegt, während 
Grimm gr. 2, 256 das wort als ableiluns 
behandelt {vgl. auch Ben. 1, 58), neigt er 
wtb, 1, 561 mehr zur annähme einer Zu- 
sammensetzung, welcher annähme auch 
Weigandwtb. 1, 55 beistimmt, 

Armiitigi gleichviel mit armgeislig, ami- 
sinnig: neyn spricht er, sondern meyn geyst 
woneit ynn eynem armüttgen, demOl^eo 
I geyst, der meyn wort ehrett. antwort deutsch. 



ARREST 



117 



ART 



(1522). Kj*. — den bnehstaben nach ganz 
das ahd. annmuotig pauper {Graff 1,423). 
kfttsXf m, gerichtlicher be$cMag: das ge- 
treide were jneo in der marck auffgehalten 
darch einen arrest vnd kummer. tischr, 60'*. 
— tom alifranz, arresl, jetzt arr^t. 

Arsekj m. der körpertheü, wo der mcMf- 
iarm atugehl^ -bei iMlh, noch wie mhd. ars 
(arsz) imf dem pl, erse : sihe da du beslia, 
kucke mir in den sra (Umstellung von ars). 
mder das bapstum zu Rom, (1545). Biiij"; 
wer dich esel , schätzen vnd bachanten mit 
raten slriehe, das dir das blul vom arse flösse. 
ebend, Tj'* ; ich masz dem arsz sein regtmenl 
la^seo. tisdtr, 44^^; so wil ich jnen dienehr- 
lichste wort geben , vnd s^e heissen Marcol- 
phom im arsz lecken, ebend. 330*^; den kopff 
fidr den arsz legen »» enthaupten, ebend. 3 1 7^ 
fiinir gohlen erse. 1 Sam, 6, 4 ; so müsset jr 
nu machen gleiche geslalt ewren ersen. 6, 5. 
Etymologisch am nächsten liegt diesem, 
heule als niedrig geltenden und darum in 
anständiger gesellschaft gemiedenen, worte 
das gr. o^^og für oQoog steisx , bürzel, mit 
velehem worte, zunächst von vögeln und 
Tierßsztgen thieren gebraucht, falls es auf 
ogrvfii ich rege, bewege zurückgeht, sicii 
in begriff reger beweglichkeit verbindet, 
rgi Grimm wtb. ], 564. fVeigand wtb. 
I, 57. die wie in birsehen, Hirsche u, a. 
vorgegangene Wandlung des rs in rsch 60- 
gegnet schon bei Alberus dict. rij** (arsch, 
arschbacken, dunnarsch, dickarsch). 

Ankunniel > f. eine auf dem heimlichen 
gmach sieh gern aufhaltende grosse fliege : 
der scheispoetLemchen, der auch ein solche 
mhammel gewest ist. Jen, S, 284''. 

Arsdil«di (arsloch),ii.m6d. arsloch, ahd. 
srslob, anus, culus: wir sind bald geschie- 
()cn, wie ein reifer dreck nnd ein weit ars- 
loch, de Wette br. 5, 598. 

Ancbwltcll^ m. anitergium: weil denn 
^' c. h. dem keiser in sein kamergerichte 
scheisat, der stad Halle die freiheit vnd dem 
schwerd zu Sachsen sein recht nimpt , dazu 
alle weit vnd vemunffl fttr faule arschwiche 
helt (so lauten fast die reden) vnd alle ding 
so gar bepstlich, rdmisch vnd cardinalisch 
hsDdell, so wirds, ob gott wil» vnser herr 
gou durch vnser gebet schicken einmal, das 



e. c. h. den dreck selbst wird mOssen aus- 
fegen. Jen. 6,386*^— Alberus diel, rij«» 
anitergium arszwisch, gemma gemmarum 
byj'* anutergium. ein arszwisch, voc.tnc.leul. 
biiij'' arswisch podiscus podisoius verpus. 
Arl^ f. in mehrfacher bedeutung. 

1) generatio, geschlecht: vnd nicht wür- 
den wie jre veler, ein abtrOnnige vnd vnge- 
horSame art (erste ausgg. ein abtrtlnig vnd 
vngehorsam geschlecht), ps. 78, 8; die böse 
vnd ehebrechersche art suchet ein zeichen. 
Matth. 12, 39 ; o du vngleubige vnd verkerte' 
art. 17, 17 {in der parallelstelle Marc. 1 1, 
19: du vngleubiges geschlecht). 

2) genus, gattung: diese art feret nicht 
aus, denn durch beten vnd fasten. Matth. 17, 
21; die beste art (deradier) pflegt seine 
jungen mit den flttgeln zu schlahen vnd wa- 
cker zu machen, das sie fliegen lernen. ausL 
vber das Ued Mose. (\b32). Diij"; die erde 
bringe erfür lebendige (hier, ein jgliches 
nach seiner art. 1 Mos. I, 24; den geyer, 
den weihe und was seiner art ist. 3 Mos. 
11,14; alle raben mit jrer art. 11,15; frucht- 
bare bewme , da ein jglicher nach seiner art 
frucht trage. 1 Mos. 1,11; es ist mancherley 
art der stimme in der weit. 1 Cor, 14, 10. 

3) natur, beschaff enheit: jtzt sey so viel 
gesagt zum anzeygen , das du wissest , wie 
dieses geyst art sey. das ander teyl widder 
die hyml. propheten. (1525). Bj*; der adel 
gemeyniglich lewen, beren, wolfle vnd an- 
dere wildere thier ym Schilde füret, es be- 
deut yhre art. derprophet Habacuc, ( 1 526\ 
diiij*'; ich weis die art der zamen vnd der 
wilden thiere . . . mancherley art der pflan- 
zen vnd kraflt der wurtzeln. weish. 7, 20 ; 
wir reden aber itzt nicht vom brauch odder 
miszbrauch der stende, sondern von art vnd 
natur der stende. das siebend cap, s. Pauli 
zu den Corinthem. (1523). Dij"; alszo ist 
das bapstum, wie aller lügen art ist, wider- 
spenstig ynn seiner lere, antworl deutsch. 
(1522). Bij"; die natur vnd art des gebeis. 
ausleg, deutsch des v, u. (151 8). Aiiij' ; in 
deutscher zungen gibts die art der spräche, 
das wenn wir aufl eyn ding deutlen, das für 
vns ist, so nennen vnd deulten wyrs eyn das. 
das ander legi widder die hyml. propheten. 
(1525). Diiij''; vnglaube vnd böse lust ist 



ARTEN 



118 



ARZNEI 



Ton art sunde. varr, auff das alle teslament. 
Bindseil hibel 7,310; so wil nu Hahacuc, 
das die parden odder wOllIe schnelle sind, 
nicht das sie von art schnelles lauffes seyen 
für andern thieren, sondern das sie eylen vnd 
yhn iach ist zum ranbe, wenn sie hungern. 
der prophel Habacuc, {lb26), diiij*'; es wil 
doch art von art nicht lassen, vorr. auf die 
Schrift des licenüalen St. Klingebeyl: van 
priester ehe, (1528). Aiij". 

4) modus, weise, manier: also ist sein 
art» er feret gerne wüste vnd wilde wege. 
Jen, \, 553*; merck die apostolische art, 
wie höfflich vnd seuberlich suchet s. Paulus 
diese slewre bey den Römern. randgL ru 
Rom, 15, 25; wuchs ist geprediget auffdie 
art der entdeckunge des geheymsz (vulg, se- 
cundum revelationem mysterii). Rom. 16» 
25 nach der septemberausg, v.J. 1522. 

5) geschieh, lüchUgkeil : so doch gott sonst 
e. r. gn. vil mehr tugent und art in andern 
Sachen gegeben hat. de Welle br, 3, 57. 

mhd, art m. und f. {Ben, 1 , 50) , Jeden- 
falls nicht auf ^rstn pfiOgen zurückzuführen, 
folglich mit ahd, art aralio (Graff 1, 404) 
unverwandt, wie auch das mit unserm art 
genau übereinstimmende slaw. rod" auf die 
Wurzel rodili zeugen^ gebären zurück gehl, 
die aber von orati pfiügen absteht, vgl, 
Grimm wtb, 1, 568 ff, Weigand wib. 1, 
57. 58. 

Arteiij mhd, arten {Ben, 1, 51), eine be- 

' schaff evJieil haben: also sollen die regenten 

geartet sein. Eist. U391^; {die menschliche 

Uebe) artet sich nach der rechten göttlichen 

liebe. etUche schöne predigten, { 1 533). Hiiij''. 

Artige mhd, erüc {Ben, 1,51) adj, undadv. 

1) adjectivisch gebraucht hat esbeiLuih, 
die bedeuiung von rechter, guter art, echt : 
wir da mit der alten kirchenehnlich, ja eben 
der selben rechte artige glieder sind, wider 
Hans fVorst, (1542). Giiij^; mein artiger 
geferte {av^vye yyrjau vulg, germane com- 
par). Phil, 4, 3 nach dem n.tesl. v,J. 1522. 

2) als adv. ist artig auf eine gute art, 
passend, apte, concinne: vnd war alles artig 
in einander gefügt. Ezech, 41, 21; Mose ist 
ein feiner doclor vnd lerer, der weis von 
Sachen artig zu reden. Eist. 1, 497^; wir 
deudschen gott eben mit dem namen von 



alters her nennen (feiner vnd artiger, denn 
kein ander sprach) nach dem wortlin gut 
deudsch catediismus. (1529). Biij*'. einmal 
auch noch wie mhd, mit umlaut: das man 
den latinischen text verdolmetscht vnd b- 
linischen don odder noten behellt, las ich 
geschehen, aber es laut nicht ertig noch recht- 
schaffen, undder diehynU. propheien, ( 1 525). 
Llj''. die Witlenb, gesammtausg, (2, 24^) hat 
ertig beibehalten, der Jen. drucfc (3, 66^> 
ändert in artig. 

Artikelabriefj m, Urkunde, welche kriegs" 
Ordnungen enthält, statuta miUtaria: die 
kriegszleul in kriegen sagen : gehorsam vnd 
sich nach dem artickelsbrieff halten sev der 
sieg, tischr. 93^ vgl. Frisch wtb. \, 37'. 

Artlandy n. pjiugland, terra arabiUs: 
vmb Hall, Halberstadt vnd bey vns ists gar 
eben» dasz man drey meilen lang vber eitel 
heyde zeucht, da vorzeiten artland vnd äcker 
gewest. tischr. 432''. 

ahd. art bepßügung von der würzet sr 
in aran, gotii. arjan arare, pflügen. diAer 
a%^h arlbar urbar, arthaft, auch arthaftig 
(arthaftig gudes land. Gerstenb., chron. in 
monum. Hass, 1, 102). 

AriBeij Luth, nur ertzney, f, heilmiUei: 
jre frucht wird zur speise dienen -vnd jre 
bletter zur ertzney. Ezech. 47, 12; der herr 
lesst die ertzney aus der erden wachsen. 
Sir, 38, 4 ; einen geitzwanst kan man trOslen 
mit gelt, einen kranken mit ertzney. das 15. 
cap. der I . ep. s, Pauli an die Corinther, 
(1534). Liij"; wo die herrn vnd vberheim 
solchen kranckheiten nicht mit ernst vnd aller- 
ley ertzney belffen vnd steuren werden soll 
wol ein land sterben draus werden, original' 
brief des Weim. archivs. Reg. N, pag. 1 09. 
H. Num. 42, 1 e; auffz erst las ich das die 
doctores der ertzney vrteilen. ob man für 
dem sterben fliehen muge. (1527). Cv*. 

mhd, arzenfe u. erzenfe {Ben. 1,64) nad^ 
Weigand wtb, 1, 58 mit mhd. enioen 
heilen nicht von arzt, jooher vielmehr da$ 
mhd. arzlitfe, älter-nüid. artztei (ob es mit 
dem gebrechen die artztey jhe lenger jbe 
erger macht? Jona«apoio^aBiiij*), son^^ 
wahrscheinlich, da arz <»> mitteUat. arci- 
d, i, archi- v, lat,^gr. archfgenes {b. Dufresnet, 
dann archienes «=- arzt {voc. opt, 33^ 3)> 



ARZNEIEN 



119 



ASCHE 



xuent aber hei Juvenalis SaL 6, 235 et- 
j^ennome eines sehr berühmtent aus Apamea 
gebürtigen arzies (lAQy^iyiyrig), — Da'oon 

Ameien (ertzneien)» mhd. erzenfjen 
{Berthold 245 vererzenigen), mit arznei 
hfilwiiMn: zom ersten leugl er, das ich der 
kirchen den kopff wolle abhawen vnnd dar- 
nach den körpererlzneyen. aniwürl deutsch. 
<lo22). Diij**; es ist vrobsonst» das da viel 
ertzneiest, du wirst doch nicht heil. Jer. 46» 
1 1 ; hilff dir vor selber/ ehe du andere artz- 
neiesi. Sir. 18, 20 ; betten hilfH mehr denn 
ertzneien. randgL zu Sir, 38, 13. 

int^ m. medicus, heilkundiger: ein from- 
mer artzt mercket, das dem krancken wol zu 
beUTen were mit einer hüner brOhe oder 
bissen fleisschs. von den conct/t/f vnd larchen, 
(1539). aj^; artzt hilff dir selber. Luc. i, 
23; die starcken dUrffen des arlzles nicht, 
sondern die krancken. Matth. 1 9, 2 ; wer für 
seinem schepffer sündigt, der mus dem artzt 
in die hende komen. Sir. 38, 15; las den 
arlzi zu dir. 38, 1 2. der pL, welcher mhd. 
iTiiie, gekürzt arzte lautet, ist bei Luth. 
ante (ertzte): was sind alle erzte, apoteken 
^nd warter gegen gott? ob man für dem 
sterben fliehen muge, (1 527). Biiij**; viel er- 
liddeo von vielen ertzten. Marc. 5, 26; die 
hatte alle jre narung an die ertzte (die erste 
<iusg. des n. lest, vom Jahr \ 522 ertzete) 
gewand. Luc. 8, 43. 

mhd. arzet, arz^t (Ben. 1, 63), ahd. arzdt 
{Graff 1, 477), Jedenfalls nicht aus mittel- 
lat. artista, «ondem mit tvegfall des aus» 
kaufenden r, sowie des i nach ch von lat. 
archiäter aus gr. uqx^^'^Q^Q» oberster arzt, 
erster leibarzt. vgl. Grimm wtb. i, 577. 
Weigandwtb. \, 59. 

Antgeld, n. arztlohn: kompt er auff, das 
€r ausgehet an seinem stabe, so sol der jn 
schlug, vnschaldig sein, on das er jm bezale, 
vas er verseumet hat vnd das artztgeld gebe. 
2 Mo*. 21, 19. 

As^ n. dte eins auf würfet und karte, bei 
l^., wie älter-nhd. überhaupt, ess {noch 
bei Slieler 388 esz), weil mhd. und spät- 
flU esse (Ben. l, 448. Graff 1, 481) au« 
^em lat. assis<=s as entsprungenen ital. asse : 
tausess hat nicht, sees zing gibt nicht, quater 
«Irey die helffen frey. randgl. zu Neh. 3, 5. 



. 



Asdij m. topfartiges gefäsz also seinen 
ktthen die milch auch gestolen ward, streiffete 
er flugs seine hosen ab vnnd setzete einen 
wechter in einen asch vol milch, tischr. 
218K — mhd. im passional 351, 67 dte 
Schüssel, auf welche Johannis d. t. haupt 
gelegt wird. 

der name asch wohl weil das gefäsz ur^- 
sprünglich aus dem holz der esche (mhd. 
asch, ahd. asc) gedreht war. 

Asehe^ f. 1 ) der von verbrannten körpem 
zurückbleibende feine staub : was wäre den 
blutdurstigen, vnsettigen tyrannen zu Gost- 
nitz not, das sie mit dem todten vorpranten 
Johan Husz,8zogrewlichvnmenschlich füren, 
vnd Hessen die erden mit der aschen so tieff 
aiiszgraben vnd in Reyn werden t von den 
newen Eckischen buUen vnd lügen. (1 520). 
Bij** ; das gantze tal der leichen vnd asschen 
. . . wird dem herrn heilig sein. Jer. 31, 
40 ; vnd hat die stedte Sodoma vnd Gomorra 
zu asschen gemacht. 2 Pet. 2, 6 ; diese vb- 
rigen lesschbrende der türck vnd bapst vnd 
was an jm hanget, so jtzt mit jrem rauch 
das euangelium vnterstehen zu dempffen, 
auch voUend müssen zu asschen vnd puluer 
werden, der 110. p«a^m. (1539). Oiiij^; es 
sollen vnd müssen doch die papisten vnd jr 
gott der teuflel, mit jrem wüten vnd loben 
nichts anders thun, denn jnn die asschen 
blasen, das jnen die füncken vnd asschen jn 
die äugen stieben, vorr. Luth.'s auf Urb. 
Regiib%ich: wider die gottlosen blutdürstigen 
Sauliten. (1541). Aiij'*. 

2) staub überhaupt: ich habe mich vnter^ 
wunden zu reden mit dem herrn, wiewol 
ich erde vnd asschen bin. 1 Mos. 18, 27; 
der mensch würde wider zu asschen werden. 
Hiob 34, 15; das er alle steine des allars 
machet, wie zuslossen steine zu asschen. 
Jes. 27, 9. 

3) das haupt mit asche bestreuen und in 
der asche sitzen {liegen) war im alterthum 
zeichen tiefster trauer, demüihigung, busze : 
Thamar warff asschen auff jr heubt. 2 Sam. 
13, 19; Hiob sass in der asschen. Hiob 2, 
8 ; darumb schuldige ich mich vnd thu busse 
in staub vnd asschen. 42, 6 ; o tochter mei- 
nes volcks zeuch secke an vnd lege 'dich in 
die asschen, trag leide wie vmb einen einigen 



ASCHENBRODEL 



120 



ASCHERMITTWOCH 



son. Jer, 6, 26 ; soll das die fasleii sein, die 
ich erwele, wenn ein mensch des tages seine 
seele casteyel vnd sein heubt vmbhindet, wie 
ein bund stro, vnd machlseinlagerynn staub 
vnd asschen ?d.propA.5ac^r;a. (1 528). Xj^ 

4) häufig sind bei Lulh. auch die bild- 
lichen redensarten in die asche Tallen, in der 
asche liegen, zu asche werden «» verloren 
gehen, in Verachtung gerathen, in nichts 
verfallen: vnd bin der hofinung, gotl werde 
je ewer elliche erwecken, das mein trewer 
rat nicht gar in die asschen falle. Jen. 2, 
467*'; ja ich habe dennoch etwa gesehen, 
das der gerechte hat müssen Vnlerligen vnd 
ist seine sache gar in die asschen gefallen 
für den golllosen. 3, 309'; der huflnung 
immer siebet, es solle sich verziehen vnd zu- 
letzt dadurch in die aschen fallen, de Welle 
br, 5, 197; vnd hie mit hoff ich, ligt das 
bapstum in der asschen, antwort deudsch, 
(1522). Kiij"; hat er nu das treulich keiser- 
Ihumb, da es am hohesten gewest vnd mit 
ehren das heuht der weit genennet vnd ge- 
rhümet ist, also zerrissen vnd in die asschen 
gelegt. d«r WO. psalm. (1539). fiij*'; also 
ligt der Zwingel mit seiner deulelcy in der 
asschen, das diese wort Christi noch fest 
stehen. (1527). dij"; wie viel haben sie nur 
sint der zeit, da das euangelium ist angangen, 
rahtschleg Türgenomen, vnd noch heutigs 
tags für vnd für einen vber den andern, die 
alle zu rück sind gangen vnd zu asschen 
worden. Jen. b, 314. 

Asche, mhd. asche und (wie noch heute 
mundartlich in Hessen) esche {Ben. \, 65), 
ahd. ascä, asgä (Graff 1, 492), goih. azgo 
ist dunkler Abstammung, 

Aschenbrödel ( aschenproddel , aschen- 
prödel, aschen hrodel, aschcnbrüdcl), m. ein 
zu allerlei schmutzigen Verrichtungen im 
hause verstoszener mensch: ein gering gantz 
cuangelisch voracht asschen proddel. ausL 
der ep, vnd euang. von christag etc. (1522). 
Aiij"; was suche ich rttssichter asschenprOdel 
zu königs vnd furslen höfe? auff des Königs 
zu Engelland lesterschrifft. (1527). ßj"; 
(gott) wil das herlz rein haben, ob es gleich 
auswendig ein asschenhrodel jnn der kuchen, 
schwartz, rustrig vnd bestoben ist. das 5. 6. 
l.cap. s. Matthei. (1532). Giij''; wer an 



seinem wort banget, sei kein aschenbrddel 
hinder der thUr sein, von der sunde wider 
den heil, geisl, (1529). Eüj**; sie ybn nicht 
anders gehalten haben, denn für einen 
aschenbrödel. vber das erste buch Mose. 
(1527). l iiij'* ; Jacob aber muste der ascheih 
brödel sein, ebend. Ji j** ; der elende, nichtige 
asschenbrüdel Hahel. ausl. der ep. vnd euang. 
von ostem etc. (1544). kij\ 

brodeln «» wühlen und stäuben in der 
asche. vgl. Weigand wtb. 1, 60. der 
hessische name für aschenhrOdel ist äscbeu- 
puttel von putleln >:= in flüssigem oder 
staub hin und her schütteln. 

AsckeBbrödieia^ n. dimtn.: das ann 
asschenprodlin bat nichts denn eyttel mangel 
vnd vngemach. diu magnifical verdeuts^. 
(1521). ciij". 

Ascheshaiifc^ m. ; seinen kropff mit seinen 
feddern sol man neben dem altar gegen des 
morgen auff den asschen haüffen weHTen. 
3 Mos. 1, 16. 

AsckenkücheSy m. in der asche gebackener 
kuchen : das volck macht jm asscheo kochen 
draus {aus dem manna). 4 Mos. 11, S. — * 
Alb er US dict. Rj" : aschenküch, mhd. ascher- 
kuoche {Ben. 1, 856). 

Asckenplatij m. platz wo die asche {die 
Überreste : der verbrannten leichname) auf" 
bewahrt wurden: der gantz todten hoffend 
do.r asschen platz, sampt dem gantzen todleo 
acker. Jer. 31 , 40 in der ersten ausg. der 
Propheten, (1532). 

AsfhcDtopf, m. 2 Mos. 27« 3 ; 38, 3. 

AsckerMiltwochy m. dies cineris, der 
erste mittwoch in der faslenzeit als tag der 
bestreuung mit asche zum gedächtnis dei 
todes in der römisch-kath, kirche. in der 
„vermanung an die geistlichen versamlei 
auff dem reichstag zu Augsburg" (153 Mi 
führt Luth. den asscher mitwoch unier den 
stücken auf, die in der „gleissenden kircht 
in der fasten in Übung vnd brauch sind 
gewest." — mhd. aschtac {Schmeller 1. 
123. Ben. 3, 5), in einer ungedr. urk. t.j. 
1467 : donerslag nach dem eschetage. 

Ascher-, landschaftlich und äiter-nhd. 
auch äscher-, mhd. ascher» tu der obigen 
und andern, jetzt erloschenen Zusammen- 
setzungen setzt ein von ahd, ascA abgeleitetes 



AST 



121 



AUF 



ascari voraus, woraus dann aschaere, ascher 
wurde, 

ktf m. 1) der iheil des baumes* welcher 
mmUtelbar aus dem stamm entspriest: 
{Äbimelech) nam ein axt in seine band, vnd 
hieb pioen asi von bewmen. rieht, 9, 48; 
zu der zeit werden die siedle jrer stercke 
sfin wie ein verlassen ast vnd zweig. Jes. 
i 7, 9 ; vnd kriegte viel esle vnd lange zweige. 
Esech, 31, 5; alle vogel des himels nisteten 
aufl seinen esten. 31,6. 

2) in folgender stelle dürfte ast «- tmir- 
lelknoten des astes in dem stamm sein: so 
wurde doch nichts draus, denn solche grobe 
Togescklachte bewme, voller esle vnd knoten, 
ob wir gleich lang dran waldrechten vnd be- 
scblflgen. der 110. psalm. (1539). Liij«**. 

mhd, und ahd, ast IpL mhd, este, ahd, 
esii), goth. asto (pl. asl6s), wahrscheinlich 
aui einer würzet mit dem gleichbedeutenden 
gr. Q^og, insofern diesx aus oarog hervor- 
gegangen ist. das angels. ost ist nodus. 

istigj ramosus, nodosus: dicke eiche das 
ist esstige. randgl. zu 2 Sam. 18, 9 ; krum 
vnd estig hollz. weish, 1 3, 13; w^s noch 
esüg vnd vnschlachligs an jnen {den Christen) 
ist von der alten gehurt, ausleg, der ep, vnd 
fwing, von ostem etc. (1544). avj*; ein 
kiod, dem man seinen willen lest, wie rauch, 
kDdlichtvnd estig dasselb wird. EisL l,63^ 

ku, n. siehe aas. 

Alkem (atem, adem, addem), m. die ein- 
gtiogene und ausgestoszene lufl: {der teufet) 
kan es alles zu puluer vnd asschen machen, 
wenn er mit seinem athem drein bleset. das 
6. tüf, der ep. PauU an dieEpheser, (1 533). 
Ciif ; hie Emszer wollen wir schreyen, szo 
lang wir atem babenn {leben), auff das 
thxT^risiUch b%uh bocks Emszers, (1521). 
Bf; so er selber jederman leben vnd adem 
(erste ausg, des n. lest, addem) allenthalben 
gibt, apost, gesch, 17, 25. sonst bietet die 
f>ihel nur ödem, welches man sehe, 

»M. älem {Ben. 1, 66), ahd, äturo, itam 
(^rajf I, 155) gehört zu den Wörtern, über 
^ren abstammung schwer zu uriheüen ist. 
Grimm wtb. 1, 591 und Weigandwtb. 
h 62 termulftefi wegen des langen vocal- 
fodauts zusammenziehung aus einem ur- 
^pTüngUchen abalum von ah in goth, ahjan 



denken und aha verstand, woher auch ahona 
geist* vgl. auch Grimm gr. 2, 241. 

Itien s. etzen. 

An^ etn schmerzensruf, gewöhnlich mit 
weh verbunden, einfach in folgender stelle: 
ah, au, vsch, das stttcklin schmerzt sie. wider 
das bapstum zu Rome. (1545). Aiiij\ — 
vgl. auch awe. 

lu, Umlaut des diphth. au, bei Luth. nur 
eu, wie e statt a. 

Aneh^ Vermehrung anzeigende con/tmc- 
tion, mhd. oueh, ahd. oub, goth, äuk^ offen'- 
bar zusammengehörig mit ahd, ouch6n, 
ouhh6n {Crraff 1, 119), goth, dukon ver- 
mehren, weldie der lautverschiebung und 
der bedeutung nach mit tat. augere, gr. 
av^uy stimmen, belege für den gebrauch 
des auch bieten sich überall. 

Aue (awe), f. niedrig gelegenes, feuchtes, 
gewächsreiches gelände, vornehmlich weide- 
reicher wiesengrund, doch auch frucht* 
bares ackerfeld: jnn der awe odder ym 
gründe nicht auff eym berge, der prophet 
Sacharja, (1528). Jj*; ein land da beche 
vnd brünnen vnd seen innen sind, die an den 
bergen vnd in den awen fliessen. 5 Mos. 8, 
7 ; es hat berge vnd awen, die der regen von 
himel Irencken mus. 11, 1 1 ; er weidet mich 
auff einer grünen awen.p«. 23, 2; die anger 
sind vol Schafen vnd die awen stehen dick 
mit körn. 65, 14; die tochter Zion ist wie 
eine schöne vnd lustige awe. Jer: 6, 2. 

Aue, abgekürzt au, mhd. ouwe {Ben. 2\ 
454), ahd, ouwa {Graff \, 504) hängt 
deutlich mit yolA. ahva, ahd. aha •» flusx, 
lat, aqua wasser zusammen. 

AiMMchs^ s. urochs. 

kutf adverb und praeposiHon. 

L als adverb mit der bedeutung in die 
höhe, empor, steht auf 1) zumal wenn es, 
wie oft in Luth.'s bibelübersetzung, ermun- 
lemden ausruf bildet: auff vnd jage den 
mennem nach. 1 Mos. 44, 4 ; auff vnd mache 
vns gOtter. 2 Mos, 32, 1 ; auff lasst vns 
fliehen. 2 Sam. 15, 14. 

2) oder mit ab verbunden: andere bis* 
thura geben geringer auff vnd ab. Jen. 6, 
524''. auf und ab drückt oft awh blosz hin 
und her aus {z. b, bei Älberus: als wir 
viel vff vnd ab geredt hatten), vgl. ab. auch 

16 



AUF 



122 



AUFARBEITEN 



nieder bildet einen gegensalx zn auf. vgl. 
auf* und niedersteigen. 

3) folgt auf einem sub$l., welchem von 
varausgehtt so steht es gleichbedeutend nUl 
an: das hab ich alle gehalten von meiner 
jugent aaff. Marc. 10, 20; weil du von 
kind (1522: kindheyt) auf! die heilige schrillt 
weissest. 2 Tim, 3, 15. 

4) in den xusammensetzungen mit verbis 
verbindet sich mit auf oft auch die bedeu^ 
Uing des öffnens {vgl. aufbeiszen, aufbersten, 
aufbrechen, aufdecken u. a.) und des vollen* 
dens (vgl. aufarbeiten, aufn*essen u. a.). 

//. diep raepos. auf, welche sich erstnach 
und nach aus dem adverb entwickelte {goU^, 
iup ist nur adv.), fordert auf die frage wo ? 
den dativ, auf die frage wohin? den accu-' 
sativ. mit dem acc, des sächlichen artikels 
versehmilxt auf leicht xu aufs, seltener wird 
auf dem xu aufm (mhd. Afem) gekürxt : jren 
trost aufls ablas setzen, wamunge an s. l, 
deudschen. (1531). Fij^; von einem aufls 
ander, wider die sabbather. (1538). Bij"; 
der mir auflm fusse folget, xwo predigt auff 
der Mnd6rfau/fe. (1540). Bj^; auflfin toppel 
spiel. Jen. 8, 142^; auilhi predigstuel. 
tischr. 95*^. — der gebrauch, den Luth, von 
derpraep. auf macM, ist, wie nhd. iiberhaupt, 
ein manigfaltiger, 

1) vor allem dient sie xur bexeiehnung 
POunUicher Verhältnisse, a) mit dativ: der- 
selbige (Johannes) lag auff {später: an) der 
hhist Jhesu. Joh. 13, 25 n. lest. v.J. 1522; 
der auff dem stuel sass sprach, sihe, ich 
machs alles new. offenb. Joh. 21, 5 {statt 
auf dem stuhl sitzen sagte man ahd, sizan* 
ana stuole, goth, sitan ana st6la) ; Paulus aber 
stund mitten auff dem hchtplatz. aposLgesch. 
17, 22 ; füre mich auff dem steige deiner 
geböte. |»f. 119, 35; der ich nu auff der 
gruben gehe, kurtx bekentnis. (1544). Aij'; 
er hat seinen engein befolhen vber dir, das 
sie dich behüten auff alle deinen wegen, das 
sie dich auff den henden tragen, ps. 91, 12. 
b) mit acc. : den vergleiche ich einem klugen 
man, der sein haus auff einen fels bawet. 
Matth. 7, 24; vnd worffen jre kleider auff 
* das füllen. Luc. 19, 35; da er nu hin zoch, 
breiteten sie jre kleider auff den weg. v. 36 ; 
entweich (entwich) er abermai auff den berg. 



Joh. 6, 1 5 ; steig {stieg) Petrus hinauff auff 
den Söller zu beten, apost, gesch. 10,9; ein 
jglicher sähe auff seinen weg. Jes. 53, 6. 

2) xu xeitbesHmmungen: auff den abend 
kam einer von den bürgermeistern, Lucts 
Granach zu jm. tischr. 60*^; auff montag nach 
s. Nicolai, warumb des bapsts bueher ror- 
brant. (1520). Aj^; Herodes auff seinen jar- 
tag ein abendmal gab. Marc. 6, 2 1 ; lasst 
vns auft dis mal weichen. 1 Macc. 9, 9 ; vnd 
stehe bis auft diesen tag. apost. gesdh. 26, 
22 ; er {der erbe) ist vnter den farmUnd«D 
vnd pflegem bis aufl die bestimpte zeit vom 
vater. Gal. 4, 2. 

3) xur bildung von weise, art, beschaffen- 
heil ausdrückenden adverbien: gleich wie 
wir des worts vngldck auch auff zwo wcy5e 
brauchen, der prophet Habacue. (1526;. 
c ij* {ahd. gaU bei wls, wlsa die praep. in. 
vgl. Graff \, 1074); der ich mich auff solche 
gelegenheit vnd leufite nichts verstehe. Hm 
heerpredigt. (1 542). Filj^; er aber antwortet 
auff seine sprach. 2 Jlacc. 7, 8; vnd es 
war geschrieben auff ebreiscb, griechisch 
vnd latinische sprach. Joh. 19, 20; lieber 
rede mit deinen knechten auff syrisch, denn 
wir verstehens wol, vnd rede nicht aoff jü- 
disch mit vns. Jes. 36, 1 1 ; Habacue hept 
auft deudsch ein hertzer. der prophet Ha- 
bacue. ( 1 526). b iiij*. auch in diesen faiien 
galt ahd. in statt auf. 

///. endlich begegnet bei Luih. äusierst 
häufig Verbindung der conjunction dasz mit 
auf mtf derbedeutung „xu demxwecke das:^\ 
jedenfalls entsprungen aus df daz daz {mysl. 
376, 6) auf das dasz, folglich auf auch hier 
praeposiHon. vgl. Grimm wtb. 1, 605 IT. 
Weigand wtb. 1, 66. belege bietet die 
bibel allenthalben. 

Als stamm für unser auf, mhd. dU ahd. 
öf, goti^. iup setxt Grimm gr. \, 49 ivgl. 
wib. 1 , 602) an : goth. inpan aup npun, ahd. 
iofan ouf ufun mit dem pari, praet. ofaa 
{unser offen). 

Aifarbeiten^ fertig arbeiten: damit ich 
meine hetller vnd geiler, die drflcker auf 
den Leipziger marckt nicht verseumete, das 
ich alle andere briefi in ein bOchlin binden 
vnd neben mich legen musste, bis ich aulF- 
gearbeit hatte. Jen. b, 528^. 



AUFBAUBN 



123 



AUFBLASEN 



Aiftuea, erbauen y aufrichten, tu üe 
Koke ßhren: vnd haben feste thfirm diin- 
oea auffgericbtei vnd pallast auflgebawet. 
Jei. 23, 13; wenn sie können, so können 
sie eine kOche vnd schmeiszhausz aufibawen 
ymi auflnchten. Hschr. 402K 

AiAiuieB, sich, eig. sich{baumähnlieh) 
mporrickien , erheben , dann figürHeh sich 
auflehnen: beumete vnd legte er sich auch 
wider den kdnig aufi. Hschr. 4 1 8'*. ausxer 
dieser tlelle können wir aus Lulh,'8 Schrif- 
ten ßr das sanH so geläufige wori keinen 
beleg beibringen; auch bei Grimm wlb. i, 
bis ul nur eine stelle aus Lulh. angeführt, 
die aber gerade wieder einer Xu<A. nicht 
sugehörigen schrift {die zwölf arUkel der 
bauersdiafft) entnommen wurde. 

mhd. nur das einfache, gleichbedeuUge 
boumeo : das; ors begunde sich boumen. Lo' 
hengr. 1 30. aU einfaches verbum in Hessen 
gani gewöhnlich, fehlt jedoch bei Vilmar 
idiotikoH, 

AifbeisMH^ fittl den zahnen öffnen: es 
bat mir noch keynn papisl disz nüszle auff- 
bissen vnd sols auch keyner nyraer aullbeys* 
sen. auff das vbirehrisUich buch bocks Em' 
iiers. (1521). Kij** ; wenn du bapsl mit al- 
len den deinen disz nuszlin auffbeissest . . . 
will ich alles widderruilen. grundvndvrsach, 
■ 1520). hiij*^; disz nuszlin hat noch niemanl 
auflgepissen. von d. bapstum zu RomeJ 1 520 ). 
Fj' ; diu nttszlin beysz myr auff Heintz von 
Engelland. antwort deutsch. (1522). Eiiij«. 

Aifber^len^ aufbrechen : Judas sich selbs 
erhencket vnii der bauch jm auffberstet. 
tischr. 300\ vgl. aulbresten. 

Aafbieten^ t) zumkampf aufrufen, wofür 
bei Lulh, auch aufgebieten {s. d.): wo der 
Weiser durch seine teuffei die papisten ver- 
beizt, auffliieten wttrde zu kriegen, wamunge 
on I. /. deudschen. (1531). Dij" ; (Antiochus) 
lies auffbielen irogantzenkönigreich. 1 Macc. 
3.27. 

2) die Verlobung von der kanzel öffent" 
^ch bekannt machen, proclamieren: man- 
cher hat seine braut aus seinen armen müs- 
sen lassen weg füren vndwidder(tceder) Ver- 
löbnis, noch zeugen, noch auffbielen geholfen 
bal. von ehesachen. (1530). EijK 

AiftietCDj n. proclamaüo: weil er so 



lang stiil geschwigen hat nach dem auflbie» 

ten bis man sich allerding geschickt bis auff 

den bochzeittag. Burkhardt briefw. 418. 

Aifkiaien, in wuhrfacher anwendung. 

1) in die höhe binden: darümb dendcen sie 
voUendieusejnn den peltz zu setzen vnd den 
httnern den schwantz auff zu binden, etit brieff 
andie zuFranckforl amMeyn. (1533). Ej**. 

2) durch binden worauf befestigen: vnd 
jnen (Aaron und seinen söhnen) die haaben 
auQjinden. 2 Mos. 29, 9. bildlich: darumb 
mus vns der bapst gesetze auff binden, von 
den schlüsseln. (1530). Bij" ; da hat s. Paulus 
vns pfarhern vnd prodigem vnser ampt hart 
genug auffgebunden. zwo predigt. ( 1 535). Bj^ 

3) außnüpfen, öffnen: so wirstu sehen, 
wie er wird sack vnd seil auff binden, das 
schöne confitemini. (1530). Oij^. 

mhd. üf binden in allen drei bedeutungen 
(Ben. 1, 130). 

AiifklaheBj außlasen, durch luft aus* 
dehnen, bei iMth. nur figürlich : gute werck 
hieben auff vnd machen stoltz. der prophet 
Sacharja. ( 1 528). Fj** ; der bauer ist so mut* 
willig vnd auffgebleliet {übermülhig, stolz), 
als were er herr vber alleberrn. einebericht 
an einen gulen freund. ( 1 528). Aiij". sich 
auffbUhen: es blehen sich etliche auff. I 
Cor. 4, 18. — vgl. blähen und aulhlasen. 

Aufblähen 9 n.: das nicht hadder, neid, 
zorn, zanck, afllerreden, ohrenblasen, auf- 
hieben, auffrhur da sey. 2 Cor. 12, 20. 

Aifblasen, infiare, sufflare. 1 ) sinnlieh, 
feuer (holen) aulhlasen, durch blasen an'- 
fachen: gleich wie die aroern . . . wider 
fewr geben vnd anzünden , so man rttret vnd 
auff bleset. ausleg. der ep. vnd euang. von 
ostem etc. (1544). biij"; der schmid, so die 
kolen im fewr auffbleset. Jes. 54, 16; es 
wird jn ein fewr verzeren , das nicht auffge- 
blasen ist. Hiob 20 , 26 ; ich wil das fewr 
meines grimmes vber dich auffblasen. Ezech. 
21,31. — die backen aufblasen, dtircA bleuen 
schwellen machen: ich sehe dort von fernen, 
wie er die backen so hefllig auffbleset, das er 
gleich rot wirt. totderdie antinomer. (1539). 
Cij\ — durch blasen wozu auffordern {zum 
heerzug, zum aufbruch derkrieger) : versehen 
sie es. das er die posaunen auflbleset vnd in 
die drummel stosset, so wird bapst, teuffei 

16* 



AUFBORGEN 



124 



AUFBRECHEN 



sampt jrem anbang vber einen hauffen ligen. 
an kurßrsten zu Sachsen. (1545). Eüij''; 
so soll jr doch den son , der an dem wege 
stebel, da ein jederman fttr vber geben mus, 
vernemen vnd hören, vnd gleicherweis, ja 
noch viel hefiliger jn hören ruflen , der mit 
einem grossen gedöne , als einer gewaltigen 
posaunen aufibleseU Eisl. 1,418^. Grimms 
Meg drumb blies man aulT ist einer schriß 
Melanchthons eninommen, 

2) vom aufblasen des feuers und der 
hacken ist hei Luth. ein häufig vorkommen' 
der figürlicher gebrauch entnommen : es ge- 
het on eusserlich worl nicht zu, welches der 
beilige geist wol weis im hertzen zu erin- 
nern vnd aulTzublasen, obs gleich für zehen 
jaren gehöret were. Jen, 5, bO^; ich weysz 
wol, das der romische hauffe wird furwen- 
den vnd hoch auffblaszenn , wie der bapsl 
habe das heylige romische reich von dem 
kriechschen keyser genummen vnd an die 
deutschenn bracht, an den chrislL adel, 
(1520. verm. atw^.). Liiij''; wo yhm (dem 
ieufel) gott räum lesst, da ist er ein meisler 
mit Sünden auff blasen vnd goltes zorn an- 
zeigen, das schöne con/!^emmi.( 1530). Jiij*; 
der böse geist kan auch die leute auffblasen, 
keck vnd mutig machen, das 14. vnd 15. 
cap. s. Johannis. (153S). Ddiiij^; das wis- 
sen blaset auf. 1 Cor, 8, 1. da« pari, pretet, 
hat zumeist die hedeulung von stolz, über" 
miUhig: der hocbmülige, aulT geblasene litcl. 
Jen. 1, 344"; es sind aber nicht denn ver- 
gebliche, schwulstige vnd auffgebiasene wort. 
die ander ep, Petri. (1524). hij''; sol ein 
weiser man so auffgeblasen wort reden. J7io& 
15, 2-; wenn es (das wort goltes) in solche 
wellhertzen feilet, machls nur eytel auflge- 
blasen hertzen. hulla cene domini. (1522); 
Diiij*^; ich wil erlernen nicht die wort der 
auffgeblasenen , sondern die krafft. 1 Cor. 
4, 19. 

3) sich aufblasen: ein vihemagd, die ein 
schön bar hat, blesel sich auff vnd wird stoltz. 
hauspost. Jhena. (1559). hl. 479^; nicht 
ein newling, auff das er sich nicht auflblase. 
1 Um. 3, 6. 

AnAorgen^ was das einfache borgen : ich 
bitte aber dasz die kirchen, da er seyn soll, 
ihm wollte zehrung schicken, oder wo ers 



hie aufborgen musz, dort wieder erslatteo. 
de Wette hr. 3, 345. 

kafkmtf n. aufgehol zur heerfdge: sihe 
zu, was du für sieg erlangen werdest vnd 
mit waserley gewissen du dem keiserlicheo 
außbot gehorsam seiest, wamungt an s. L 
deudschen. (1531). Hiij*'; du solt also sageo 
zum auffbot des keisers oder deines ftirsteo. 
ehend. Eij'^; der tritt freilich aus der bahn, 
vnd ist des teufels, wenn er gleich aus ge- 
horsam vnd dtJrch auflbot seines herrn khe- 
gel. Jen. 3, 356**. vgl. aufbieten l). 

AnAreclien; transitiv und iniramiHv. 

1) transitiv, mit gewaU öffnen, erbrechen: 
vnd wollen die thür auffbrechen. 1 Mos. 19, 
9 ; will damit gewännen vnd kürisser auff* 
brochen haben.- auff das vhirchristUch 6ticA 
bocks Emszers, (1521). Giij*; das er mit 
eynem langen spiesz vnd kurlzen degea 
drewet, den kürisser (wie er mich angab) 
ablzuslossen vnnd aufllzuprechen. eyn iri4- 
derspruch d. Luthersz. (1521?). AijK 

2) scheinbar intransitiv, sieh erheben 
zum weitergehen: darnach brach er (Abram) 
auff von dannen an einen berg. 1 Mos. 12, 
8; wenn das beer auflbricht. 4 Mos. 4, 5; 
wenn jr aber drometet, so sollen die lager 
auffbrechen. 1 0, 5 ; Sanberib brach auff, zodi 
weg vnd keret wider heim. Jes. 37, 37; 
wenn er auffbrechen wird von der hochzeit 
Luc. 12, 36 ; man solt mir gehorchet rnd 
nicht von Greta auffgebrochen haben, apost. 
gesch. 27, 21 ; da brach er auff aus eygnem 
frevel vnd zoch gen Oriamünde. widder dit 
hyml. Propheten. (1525). Fiij". 

3) intransitiv, sich Öffnen: das ist der 
lag, da auffbrachen alle brflnne der grossen 
lieffen. 1 Mos. 7, 11. 

4) in folgender stelle ist auffbrechen wohl 
gleichviel mit sich erheben, sieh brüsten: 
sihe wie rein Iregt sie (Maria) alle ding ia 
golt, wie gar nimpt sie sich keines wercks, 
keiner ehre, keines rhümens an, Ihut doch 
eben wie vorhin, da sie der keines balle, 
fragt auch nichl mehr nach ehren denn vor- 
hin, brüst sich nicht, bricht nichl auff, rflßt 
nicht aus, wie sie goltes mutier worden sev. 
Jen, 1, 463. hierher wird aucft sich auf- 
brechen in folgender stelle zu ziehen sein: 
das ist freylich der lilel aller keyserlhum aulT 



AUPBRESTEN 



125 



AUFDRUCKEN 



erden, sooderiich die sich mit krieg auff- 
brechen. der prophel Habacuc, ( 1 526). ej^. 

Aiflresten^ «oo« aufberslen (wie auch 
Jen, 1,87* das aufbresten des Originals ge^ 
ändert ist): es wirt dir yhe nil der bauch 
daauon auffbresten. auszleg. deutsch des v, 
«.(1518). Hj^ 

zusammengesetzt aus auf und breslen, 
«lAd. bristen (Ben. \, 256), ahd, br^stan, 
prSslan {Graff 3» 271). später wurde bre- 
iten tm sinne van frangere durch die nd. 
form bersten verdrängt. 

MkfimgtUf 1) in die höhe bringen, auf- 
richten: sie werden die allen Wüstung ba wen 
vnd was vorzeiten zuslOret ist, aufibringen. 
Jes,^\,4; wer nit von Christus eygem 
exempel erwarmbl, ermannet vnd gereytzt 
wiril, wer will den selbigen reytzen vnd 
auffbringent ausxleg. der ep, vnd euang. 
des aduenU. (1522). Cj^ hierher gehört 
auch: so die feinde eine stad vberfielen, da 
verdienet der ehre vnd danck, der die andern 
am ersten auflbringt {aus dem schlaf erweckt 
vnd zur vertheidigung auf die beine bringt, 
aber nicht, wie Orimm wtb. 1,629 erklärt, 
gefangen nehmen), Jen. l, 324. 

2} auf die bahn, in gang, in Übung brin- 
gen: fynantzer, die viel newer fundle aufT- 
bringen. randgl. xu Rom. 1 , 30 in der er- 
iten ausg, des n. test. v, J. 1 522 ; kein ba- 
thaol noch esel ist so grob, wenn er nur 
Uiar was newes aufTbringen, so leufll jder- 
man zu vnd gleubts. das 5. 6 vnd 7. cap, 
I. Malthei. (1 532). Nij''; solch verkert mis- 
brauch der menschen vnd der dinge hat auif- 
bracht das geistlich recht. Jen, 1 , 295^ ; men- 
schen aus eigenem gutdüncken solches aufT- 
gebracht haben, zwo predigt auff derkinder- 
l^Mff'e. (1540). Fiij*. 

3) vorbringen, anfuhren: wenn sie denn 
DU eynen sprach der veiter widder mich auff* 
bnogen, szo lauten sie alle glocken. auff das 
rhirehristHch buch bocks Emszers. (1521). 
^^ wollen jn (Christum) schlechts tod 
haben vnd kondten doch kein vrsach auff- 
bnngen. ein sermon aulfMatth.22. (1535). 
Aij'*; vnd brachten auff viel vnd schwere 
^lage wider Panluro, welche sie nicht moch- 
ten beweisen, apost. gesch. 25, 7 ; da die 
verkleger aufAratten, brachten sie der vr- 



sachc keine auff, der ich mich versähe, v. 18; 
da sihe wie sie den spruch so vbel auffbrin- 
gen. von ehesachen. (1540). Cij^ 

4) werben, herbeischaffen, zusammen^ 
bringen: Lysias zoch ab gen Antiochia, wi- 
derumb kriegsvolck auff zubringen. 1 Jface. 
4, 35; (Äntiochus) zoch in Persen, das sel- 
bige land zu schetfen vnd geld auff zubrin- 
gen. 3, 31 ; vnd ob der spruche mer wurden 
auff bracht, rotlssen alle der massen verstan- 
den werden, ob auch yemandt on glauben 
verstorben selig werden mti^e.(1523). Aiij*. 

AnAristen (aufbrustcn), herausstreichen, 
hervorheben: drumb brüstet vnd mutzt er 
solche wort auff. das ander teyl widder die 
hyml. Propheten. (1525). Miij\ sich auf- 
brüsten, sich in die brüst werfen, sich auf' 
blasen: wenn die nonnen im dosier ein 
solch wort hellen, das jr stand hiesse ein 
seliger stand, wie sollen sie sich auffbrüslen 
vnd rhümen? Eist. 1, 214*. vgl, brüsten. 

Aifdeeken^ die decke wegnehmen, ent' 
blasen, enthüllen. 

1) sinnlieh: vnd da sie nicht kundten bey 
jn komen für dem voick, deckten sie das 
dach auff. Marc, 2, 4 ; du soll auch nicht 
auff stufen zu meinem altar steigen, das nicht 
deine schäme auffgedeckt werde. 2 Mos, 20, 
26; decke auff zu seinen fassen vnd lege 
dich. Ruth 3, 4 ; backt sich vnd decket den 
hindern auff. wider das bapsthum zu Rome. 
(1545). Biiij-. 

2) figürlich : deine missethat, du tochter 
Edom, wird er heimsuchen, vnd deine sunde 
auffdecken. A/aj)r/. Jer, 4, 22; das euange- 
lion die geysterey also auffdeckel. an die 
herm deutschs Ordens. (1 523). Aij** ; ich will 
dyr, ob golt will, den teufifel auft decken ynn 
diesen propheten. das ander teyl widder d, 
hyml, propheten. (1525). Aiij^ 

A«fdringen, aufnöthigen, aufzwingen: 
denn so das falsch vnd erlogen ist, das sie 
mir auffdringen, kan niemand demselben on 
grosse fahr glauben geben. Jen. 1, 224^; 
noch ist er für mir scheuchsam, dasz ichs 
ihm musz aufdringen, was er bedarf, de 
Wette br. 6, 92 ; der lieben Christenheit mit 
gewall auffgedrungen. ein sendbrieff von 
dolmetschen. (1530). Diij*. 

Aifdrickett; imprimere: bitte derhalben 



AUFDRÜCKEN 



126 



AUFERSTEHEN 



gar freundlich, wo es nicht beschwerlich ist, 
wollet mich treulich beratlen mit eim will- 
pret und selbs dabey seyn und hellTen das 
Siegel aufdrucken, de Wette 6r, 3, 1 1 . 

A«fdruckcn, dasselbe: auch die bflcher 
haben {die papüten] schmach büchergenen- 
nel, da doch die namcn der lichter auffge- 
drUokt gewesen, widdeg den meuchler zu 
Dresen. (1531). Aij«. 

Anfeinander; bei Luth. noch unverbun- 
den auf ein ander, auf einander, entsprungen 
aus ein auf das ander, ein auf den andern: 
vnd sliesscn aufif einander am teich zu Gi- 
beon. 2 Sam, 2, 13; sie waren schlecht aulT 
ein ander gesetzt. Ezech. 4 2, 6 ; wie sie die 
Schwert zuckten vnd aufl einander schössen. 
2 Macc. 5, 3. 

Atfenthalt^ m. der ort, die statte u>o ei- 
ner wohnt, sich aufhält, geborgen ist : da- 
hin licflen die abtrünnigen, denn daselbs 
hallen sie jrcn auffenlhalt. 1 Macc, 10, 14; 
da er verhoflle einen auffenlhalt zu finden. 
2 Macc, 5, 9. weil der auffgenomtnene auch 
genährt und unterhalten wird, so hatte frü- 
her aufenlhall auch die bedeutung von sus- 
tentaculum, alimentum, wofür uns jedoch 
ein beleg aus Luth,'s Schriften abgeht; die 
von Grimm wtb. 1 , 637 dafür beigebrachte 
stelle ist den „zwölf artikeln der bauer- 
schafft** entnommen, auch die die bedeu- 
tung erhaltung, Unterhaltung belegende stelle : 
aufenlhall und handhabung des christlichen 
glaubens begegnet nicht in Luth.'s Schriften, 
doch steht aufenlhall in diesem sinne in fol- 
gender Stelle: es {das weltlich regiment) ist 
nur eyn schulz vnd auflenlhall der bosheyt. 
sermon am 23. sonnlag nach pfingsten. 
(1523?) Auf. 

AnferbeD; gleichviel mit anerben, durch 
geburt mittheilen, als erbschaß an, auf ei- 
neu bringen: sulcbe bo^ze tuck vnd sluck 
scind vns von Adam auffgeerbel. auszleg, 
deudsch des v. u. (151 8). Diij'' ; szo hals 
yhra {nämlich dem papst d<is grosze gut) 
Christus vnd sanclPelcr auchnitauflgeerbet. 
an den christlichen adel, (1520). Eij^; wie 
vns vnser vorfaren haben auffgeerbel dis ge- 
heimnis ... so erben wirs jnen auch aufif. 
Jen, 8, 49". 

A«ferhebeD| durch auf verstärktes erhe- 



ben : dan ich mein seel aufferhaben hab Uu 
dir. ps, 1 43, 8 in der ausl, der sieben butZ' 
psalmen. (1517). 

Anferstaad^ einige mal noch bei Luth, 
für auferstehung, doc^ nicht wie «iM. ^ 
erslant {Ben. 2^ 590) m,, sondern /.: er 
{Christus) ist das lebendig vnd msterbliclt 
bild Widder den lod, den er erlitten vnd doch 
mit scyner aufferstand von todlen vbir wun- 
den, eyn sermon von der bereyiung zum 
sterben. (1519). bj^; diszer wind vnd da« 
fewr ist nach Christus auQerstand in die weit 
vom himel kom^n. deutsch a%uzlegung des 
67. (68.) psalmen. (1531). Aij'; ich glewb 
eyn oflirstand {siel) des fleyschsz. auszleg. 
der ep. vnd euang. vom chrislag etc. {Ib22}. 
Ei^ 

später auszer gebrauch gekommen, schon 
die Jen, ausg. der Schriften LuihJs seiik 
(1, 183") für auferstand der ersten stelU 
auferstehung; doch bringt Grimm wlb. U 
639 noch einen beleg aus der 2. hälfle des 
ißjh, 

Anfcrstandnisj f. dasselbe was aufer- 
stand: muste doch Christus szo lang mit sei- 
nen iungern umbgahn vnd yhren vngUubea 
tragenn bisz sie gleublen seiner vfiferslenl- 
nisz {sie! in der Jen. ausg. \, 342** aufer- 
stehung), noch einmal begegnet auOensleDl- 
nis in der auszleg, der ep. vnd euang.. vom 
christag etc. (1522). Ggiiij% später immer 
auferstehung. — ahd. irstantnissi »» resv* 
reclio {Graff 6, 609). 

Anfentehen y sich erheben, gebrauch 
Luth, nur von der resurrecUo der todten: 
zu seiner zukuniTt müssen alle menschen auff> 
erstehen mit jren eigen leiben, die drey j^- 
bola, (I53S). Bj'*; deine lodlen werden le- 
ben vnd mildem leichnam aufferstehen. Jes: 
26, 19; ich wil nach dreien lagen aufler- 
stehen. Matth, 27, 63; Johannes der teußtr 
ist von den todten auflerstanden. Marc. 6, 
14; dein bruder sol auflerslehen. Joh. II. 
23 u. d7(er. 

Anferstelica» n. 1 ) resurrectio : die Sadu- 
ceer hallen es scy kein aufifersteben. Maltk, 
22, 23; was ist doch das aulTerstehen von 
den todten ? Marc. 9, 1 0. 

2 ) aufrichtung überhaupt : dieser wird ge- 
setzt zu einem fall vnd auflerslehen \ieler in 



AUFERSTEHER 



127 



AUFFAHREN 



Israel. Lue, 2, 34. — in der ersten bedeu- 
tung mhd. öferst^n {mysL 2, 116, 9). 

infenteher^ m. : darum ists jm {dem Herrn) 
m thun, das ThoruAs nur gleubig vnd auch 
ein auffersteher von seinem halstarrigen vn- 
glauben vnd sunde werde, xtoo predigt auff 
der kindertaMfe. (1540). Miiij^ 

Anfentehaag» f, wa« auferstand , aufer- 
stindnis: ich bin die auflerstehung vnd das 
leben. Joh. 1 1, 25 ; ein zeuge seiner auff- 
enlehung. aposi, gesch, \, 22 ; durch einen 
menschen die aufferstehungder todlen kompt. 
1 Cor. 15« 21 ; dis ist die erste auflerstehung. 
offenb, Joh. 20, 5. 

dieses wori, wofür in der auszleg, der ep, 
tndeuang, vom ehristag etc. (1522) auch 
einigemal vflerslehung (i. h. bl. Kiij**) be- 
gegnet, gehört zu den neueren bildungen; 
ich finde es zuerst in der ersten deudschen 
MM (1462). 

Aiferwachen^ durch auf verstärktes er- 
wachen: ich bin der letzt aufl* erwachet, wie 
einer der im herbst nachlieset. Sir. 33, 17; 
ich bin ein mal zu mittler nacht aufferwacht. 
von der winekelmesse. (1534j. Aiiij" ; daher 
auch etliche vnter den kauffleuten aufferwacht 
vnd gewar worden sind, das vnter yhrem 
bandel manch büser grifT vnd schedliche fy- 
nanlze ym brauch sind, von kauffshandel 
tnd Wucher. (1524). Aij\ 

Aifcrwecketty was das einfache erwecken, 
ervaehen machen j vorzugsweise vom er~ 
tceeken der todten gebraucht: gott wird vn- 
sere sterbliche leichnam aufferwecken. das 
VMn kinder zur schulen halten solle, (1530). 
Cij* ; wie der vatcr die todten aufT erweckt 
vnd macht sie lebendig, also auch der son. 
M. 5, 21 ; welcher ist vmb vnser sünde 
eilten da hin gegeben vnd vmb vnser ge- 
rechügkeil willen auflerwecket. Rom. 4, 25. 
— wenn denn der herr richter aufTerwecket, 
die jnen holflen ans der reuber band, rieht. 
2> 16; jr meinet, der herr habe euch zu 
Babel Propheten aufTerweckt. Jer. 29, 15. 

iiferweeker^ m. : aller todten aufPerwe- 
cker. dieep. des proph. Jesaias.{\ft2^).Eij^. 
Aifcnkhea^ erziehen, grosz ziehen : auff- 
logen in den Worten des glaubeus. 1 Tim. 
4« 6; ich habe kinder aulferzogen vnd er- 
hübet vnd sind von mir abgefallen. Jes. 1,2; 



vnd bin in windeln auflerzogen mit sorgen. 
weish. 7,4; wenn man die kldster noch 
brauchete für zuchtheuser, das man junge 
knaben darin auflerzöge. hauspost. Wtttemb. 
1545. winteriheil 14". 

Aufessen^ bis auf den letzten rest ver* 
zehren: wo jr aber in einem hause zumlamb 
zu wenig sind, so neme ers vnd sein nehester 
nachbar an seinem hause, bis jr so viel wird, 
das sie das lamb aufTessen mögen. 2 Mos. 
12, 4. — in der Schriftsprache nur noch 
selten angewandt, desto gewöhnlicher im 
gemeinen leben. 

kmfttEtn^ auffressen: vnd sind nicht viel 
grosser herrn vnd forsten schetze je mal wol 
angelegt, sondern gemeiniglich durch kriege 
verheeret odder durch solche lose fresswUrme 
aulTgeetzet. das 5. 6. vndl.cap. s.Matlhei. 
(1532). miiij\ 

vgl. etzen. 

AnffaheB s. auffangen. 

Anffaliren; 1) in die hohe, gen himmel 
fcihren, von gott: vnd gott fuhr aulf von Abra- 
ham. 1 Mos. 17, 22 ; wenn jr denn sehen 
werdet des menschen son auflaren da hin, 
da er vor war? «/oA.6, 62 ; rtthre mich nicht 
an, denn ich bin noch nicht auffgefaren zu 
meinem vater. 20, 17 ; der tolle geyst gehet 
mit den kinder gedancken vmb, ails fare 
Christus aulT vnd nydder. das ander teyl 
Widder die hgml. propheten. (1525). Oij^ 
von sich in die luft emporhebenden Sachen : 
auflaren mit flügeln wie adeler. Jes. 40, 31 ; 
vnd jre sprossen auffaren wie staub. 5, 24. 

2) sich plötzlich erheben, aufspringen 
vor zom, schrecken, furcht: da v fuhr die 
gantze gemeine aufT vnd schrey. 4 Mos. 14, 
1 ; da entsalzt sich der kOnig Nebucad Nezar 
vnd für eilends auff. Dan. 3, 24 ; das die 
hasen auflaren vnddahyn wischen, viidrtrost' 
liehe psalmen. (1526). Gv^ 

3) ausbrechen, aufschieszen , aufsprie- 
Sien.*. vnd Mose sprenge jn {den russ) gegen 
•himel für Pharao, das vber gantz Egypten- 
land steube vnd böse schwartze blättern auf- 
faren beide an menschen vnd vieh. 2 Mos. 
9, 9 ; wenn einem menschen an der haut 
seines fleisches etwas aufleret. ^Mos. 13,2; 
wenn vns nur ein bein wehe thut odder ein 
klein blatterhn auff feret, so können wir 



AUFFAHRT 



128 



AUFGANG 



himel vnd erden vol schreien, das schone 
confiUminu (1530). Bf. 

in der ersten bedeulung schon ahd, (kfla- 
ran (Graff 3, 562). 

Aaffahrt (auffart), /*. hei Lulh, nur für die 
himmelfahrt des herm: wer wilden schwer- 
mern gleuben, das die sprttche von der auf- 
fart Christi sie ernstlich bewege widder die 
abendmal nach der auffart. vom abendmal 
Christi. (1528). giij*; in Sonderheit sol man 
halten den christag, beschneilung, epiphanie, 
die osterfeier, auffart, pfingsten. Jen, 1, 14. 

mhd. (üfvart {Ben. S, 255), ahd. üffart 
{Graff 3, 582). 

Aaffalirftngy f. erhehung: vnd haben die 
nicht recht geleret, so gesagt haben, das das 
gebet sey eine erhehung oder auffahrung des 
hertzens zu gott. Eist, 2, 90^ — Grimm 
hat das toort nicht verzeichnet. 

AaCTangeii; excipere, interdpere, ergrei- 
fen, aufnehmen: solche predigte sind durch 
andere gelerte ^uffgefangen vnd alhie zu Sa- 
men bracht, vher das .erste buch Mose. 
(1527). Aj^; das aber diese meine hauspre- 
digten von magistro Vito Dieterich, der zeit 
meinen tischgesellen, auffgefangen vnd be- 
halten, habe ich nicht gewust. vorr. Lulh.'s 
zur hausposlille, Wiltemb. 1545. Aij". im 
praesens noch auffahen: wer eine solche 
memme ist, das er alle wort wil auffahen. ob 
kriegsleute ele. (1527).Ej'^; aber wer ist der 
grossist meer rewber vnd meer morder, 
denn der gotze mit seynem maledeyen, der 
alle Seelen auffehet, lehmet vnnd vmbbringt. 
bulla cene domini. (1522). Dj\ vgl. fahen. 

A«fllicke«j einen flick {fleck) aufsetzen : 
vnd hat eyne sonderliche meynung zu dem 
gantzen völligen text hynzu gesetzt vnd aufl- 
geflickt, wie eyne mosschel aufl eym Jacobs 
mantel. -das ander teyl widder die hyml. 
Propheten. (1525). Ciij". 

Anffressen^ verzehren, wird gebraucht 

1) vom vieh wie von gierigen menschen: 
vnd die sieben magere vnd hesUche kUe, 
frassen auff die sieben ersten fette küe. 1 
Mos. 41, 20 ; (die heuschrecken) frassen al- 
les kraut im lande aufl. 2 Mos. 1 0, 1 2 ; da 
kamen die vügel vnd frassens auff. Matth. 
13, 4; ynn des fressen sie land vnd leute 
auff. der prophet Sacharja. (1528). Xij^; 



die lieben iünger waren so geringes ansehens 
gegen yhre feinde, das die jaden dachten, 
sie wolten sie nicht alleine auffressen vnd 
verschlingen, sondern so leicht als einer ei- 
neil becher odder leffel ausseufll, verschlin- 
gen vnd vmbbringen. ebend, Ggi]**; ich sehe 
das wo], das der teuffel, so er mich bisher 
nicht hat mügen vmbringen durch den bapsl, 
sucht er mich durch die blutdurstigen mord- 
propheten vnd rotten geyster so vnter euch 
sind zu vertilgen vnd auffressen, ermanunge 
zum friede auff die zwelff arlikel der 5atrr- 
schaß. (1525). Dj"; so wenig sie Chnslum 
auffgefressen vnd verzert haben, so wenig 
sollen sie vns auch verzehren, das 1 6. eap. 
s. Johannis. (1538). £eiij". 

2) auf feuer, zom angewandt : las mich, 
das mein zorn vher sie ergrimme vnd sie 
auffresse. 2 Mos. 32, 10; durchs feuer auff- 
gefressen worden, weish. 16, 16. 

Anffretien^ welches sich zu auffressen 
verhält wie aufetzen zu aufessen, erscheint 
nur einmal in Luth.*s bibelObersetsung: na 
wird dieser hauffc auflfretzen (die ersleti 
ausgg. des alten lest, haben auffnagen) was 
vmb vns ist, wie ein ochs kraut auff dem 
felde aufffretzet. 4 Mos. 22, 4. 

Auffahren (aufltlren), in die höhe fuhren, 
aufrichten: ich wil dich engsten mitbolwerg 
vnd wil wallen vmb dich aufitiren lassen. Je$. 
29, 3; er sol aufTÜren den ersten stein. 5acA. 
4, 7 ; vnd den grund noch eins {einmal} so 
hoch aufffttret. Sir. 50, 2. 

Aufgang, m. mhd. (kfganc {Ben. 1, 476», 
ahd. ülkanc (Graff i, 100) bezeichnet, irü 
das lat. onus, gr. uvaroXi^, vorzugsweise 
das hervorkommen von sonne, mond, Sternen 
über den horizont, dann auch die gegend 
des aufgangs. 1) ascensus: vnd jre helflte 
hielt die spies von dem auffgang der moi^en- 
röte bis die Sterne herfür kamen. Neh.4,2U 

2) die gegend des sonnenaufgangt orient: 
die kinder Israel lagerten sich gegen der 
sonnen auffgang. 4 Mos. 21, 11; gleich wie 
der blitz ausgehet vom auffgang vnd scheinet 
bis zum nidergang, also wird auch sein die 
zukunfil des menschen sons. Matth, 24, 27. 

3) der auffgang aus der liöhe. Luc. l, 7S 
ist „die in Christo aufgegangene himmliiche 



sonne. 



tt 



AUFGEBEN 



129 



AUFGEHEN 



AnfgcbcBi in mehrfacher anwendung. 
\) proponere,' vorlegen: ich wil euch ein 
reUel auflgeben. rieht, 14, 12; gib dein 
retzei auff. v. 1 3. 

2j ausgeben: seid keine pfaffeo noch 
manche vnd halt des bapsls gesetze ja nicht, 
gleubt jm auch nicht, das es sttnde oder gewis- 
sen sey, was er farstlndauffgibt. Jen. 2, 100". 

^)tradere, übergeben: das wir euch gebe- 
ten haben, die stad dem Holoferni auffzugeben. 
Jud, 7, 1 7 ; darumb, das er die insel Cypern, 
wdchejmPhilometor befohlen halte, Antiocho 
dem edlen auffgegeben hatte. 2 Mace, 10, 13. 

4) den geist aufgeben •»» sterben: Christus 
wird mein leben sein, wenn ich nu den geist 
auflgeben sol. diu 14. vnd 15. cap. s. Ja- 
hannis. (153S). Lij^; da Ananias aber diese 
worlliOret, fiel er nider vnd gab den geist aufl. 
apost. gesch. 5, 5 ; {Herodes) ward gefressen 
von den Würmern vnd gab den geist aufl*. 1 2,23. 

inAd. Afgeben {Ben. 1, 502. 503). 

Aifgf bieten^ was aulbieten 1) : da nu Bäc- 
chides solchs veriiam, war er aufT mit seinem 
gantzen beer vnd lies den jttden auch auffge- 
bielen. 1 Macc. 9, 63 ; als nu Judas hOret, 
wie grewlich man mit seinen brttdem ge- 
handelt hatte, gebot er seinen leuten auO*. 
2 Mace. 1 2, 5 ; wo es kerne, das ein fttrst 
vm lande odder öberkeit sich weren vnd 

• 

schützen rous, vnd auflgebeut ynn die beer- 
fari, so gehe hyn ym namen gottes. vber das 
erste buch Mose. (1527). lj\ 

Aifgeblascn s. aufblasen. 

lifgeb^ti n. was aufbot: vnterthanen. 
Welche on das jren oberherrn verpilicht sind 
mii leib vnd gut bey zustehen vnd jrem aufi- 
gi'hot zu folgen. Jen. 3, 355**. 

Aifgcbftbcn s. aufheben. 

iifgehe« erscheint auch bei Luther, wie 
nhd. überhaupt , in einer menge von „ein-' 
fachen, schönen bedeutungen." 

1) sinnliche bedeutungen. a) der same 
geht auf, der daraus sich entwickelnde keim 
ipßanze) kommt zum Vorschein : gleich wie 
«'las erdreich keine frucht bringen noch tra- 
gen kan, on den samen, ob wol der same 
nicht allzeit bckleibet vnd auffgehet. das 17. 
iap,s, Johannis. (1530). Qiiij"; etlichs fiel 
in das sleinichte, da es nicht viel erden hatte, 
^nd gieiig bald aufl. üfarc. 4^ 5. — b) gras, 

Bmz, Wörterbuch. 



kraut geht auf, entipriesxt der erde, sieigt 
empor: so lesst er ypilentzen gras vnd kraut 
auffgehen, das es aUes grünet vnd bittet, vber 
das erste buch Mose. (1527). Eiiij*; es lasse 
die erde auffgehen gras vnd kraut, das sich 
besame, vnd fruchtbare bewme« 1 Mos. 1, 
1 1 ; darnach sähe er sieben dttnne vnd ver- 
sengete ehern auffgehen. 41,6. — c) blumen, 
bluten gehen auf, entfallen, öffnen sieh: nu 
ist die zeit wider komen, das wir der dortel- 
lauben stim hören, vnd die blumen auffgehen 
in vnserm land. Jen. 2, 271*; (der mensch) 
gehet auff wie eine blume vnd feilet ab. Hiob 
14, 2; des morgens fand er den stecken 
Aaron des hauses Leui grttnen vnd die bittet 
aufigangen. 4 Mos. 1 6, 8 ; sein rand war wie 
eines becbers rand, wie ein auffgegangen 
rosen. l kön. 7, 26. — d) die sonne geht 
auf, wenn sie über den horizont hervor^ 
kommt: da nu die sonne auflgieng. Marc. 4, 
6 ; vnd die sonne war auflgegangen auff erden, 
t Mos. 19, 23; sie {die sonne) gehet auff 
an einem ende des himels vnd leufll vmb bis 
wider an das selbe ende. ps. 19, 7. ebenso 
morgenröthe, licht: da nu die morgenrOte 
auffgieng. 1 Mos. 19, 15; die da sassen am 
ort vnd schatten des tods, den ist ein Uecht 
aufigangen. Matth, 4, 16. — e) feuer und 
flamme gehen auf, brechen aus und schlagen 
empor: desgleichen ist auch zu reden vom 
feor, so jm walde odder jnn der heide vnd 
gehtthze auffgehet. das schöne confitemini. 
(1530). Gj"; were das nicht ein vnnatttrlich 
fttrnemen, so ein fewr in einer stad auffgienge, 
vnd jederman solt stille stehen. Jen. 1, 324" ; 
da gieng auch eine flamme aufl*. 2 Macc. \, 
32; wo ein fewer auffgehet, das ein dorff 
oder ein haus abbrennet, da sitzt alweg ein 
teuflin dabey. hauspost. Wittemb.lbAb. fest- 
tiieil bl. 78*. auch von der vom feuer ver- 
zehrt werdenden Stadt heiszt es sie geht auf: 
da fieng an sich zurheben von der stad ein 
rauch stracks vber sich, vnd Benjamin wand 
sich hinder sich vnd sihe, da gieng die stad 
gantz auff gen himel. rieht, 20, 40. — 
fj rauch vnd nebel gehen auf, steigen empor: 
da gieng ein rauch auff vom lande, wie ein rauch 
vom ofen. 1 Mos. 19, 28 ; ein nebel gieng auff 
von der erden. 2, 6. — g) aufgehen, sich öff- 
nen : keinem gehet der gttrtel auffl Jes. 5, 27. 

17 



AUFGERIGHT 



130 



AUFHALTEN 



2) abgezogene hedeulungen: zeitlich (zet- 
Ug) nach den aposteln ist schon der yrthum 
aiifTgangen, da von hie Christus sagt, sermon 
von des Jüdischen reichs ende, (1525). Cij"; 
alszo auch tzu vnszernn tzeytlen. . . . sind 
nuflgangen, Icyder, büsze kinder. einvrieil 
der theologen zu Pans. (1521). Aij* ; so bald 
goltes wort aufTgehet durch dich, so wird 
dich der teufel heimsuchen. WiUemb, \, 
hl. iij" ; da aber das euangelion auff gieng, 
hat er das leipliche priesterthumb aufTge- 
haben, ausleg, der zehen gepol, (1528). 
Giiij'^; sein euangelion mit macht würde bey 
euch auflgehen, wo yhr zuuor auslyddet. 
ermanunge zum friede* (1525). Ciij* ; wie sie 
leyder toi vnd töricht worden sein für gros- 
sem erschrecken der auffgehenden warheit. 
Widder die bullen des endchrisls. (1520). Bij*. 

3) aufgehen «= consumi, verthan wer^ 
den, draufgehen : was jtzt auflgehet vnd ver- 
zeret wird, der 65. psalm, (1534). HiiijK 

Aufgerirht, adj. und adv., sincerus, sin- 
cere, heule aufrichtig : (Joseph) hat allein gott 
für angcn vnd die trew seines herrn, ist ein 
fromer auflgerichtet geisl ynn yhm. vber das 
erste buch Mose, (1527). kkiiij''; sie mey- 
nens aj)er gut, heuchlen nicht, sondern han- 
deln auflgericht, recht vnd schlecht, ebend, 
ttiij^; vnd sonderhch ist hiemit vnsern herrn 
Juristen ein ziel gesteckt, das sie zusehen, 
recht vnd aufTgericht mit den sachen vmb- 
gehen. deudsch catechismus. (1529). Kij^. 
ebenso gebraucht auch Agricola das 
fßorl: damit erwiset würde, dz vnsere vor- 
fahren schlecht vnd gerecht vnd aufTgericht 
mit allen dingen seind vmbgangen. sprüch- 
Wörter (WiUenb. ausg, v.j, 1592). vorr, bl, 
3". — vgl, aufricht. 

Aafgiesien; aufschütten : nu lasz sie heisz 
gnug auflgiessen, das sie deste mehr zu 
schwitzen haben, hauspost, Wittemb, 1545. 
sommerteil bl, 63''. 

Aafgraben^ durch graben öffnen: vnd lies 
die Wasserbrünne wider auffgraben. 1 Mos. 
26, 18; vnd deckten das dach auff, da er 
war, vnd grubens auff. Marc, 2, 4. erde, 
die auffgegraben ist «s lockere erde, vber 
das erste buch Mose. (1527). HiijV 

Anfgnnipeiij calcilrare, ausschlagen: so 
wollen die blinden leut mit den fussen da- 



wider auffgumpen. hauspost. Wittemb. 1545. 
fesltheil bl. 26^. — mhd, üfgumpen (Ben, 
1, 526) V. gumpen »» hüpfen, springen, 
welches einem wurzelverbum gimpen (präl. 
gamp, gumpen ) entsprossen ist. {vgl. Grimm 
gramm, 2, 59). 

Aftfhaben^ auf dem köpf haben: (Aarfm^ 
sol den leinen hut aufi haben. 3 Mos. \6, 
4 ; Rahel hat keinen Schleyer auff, drumb ist 
Rahel kein weih, vom abendmal Christi, 
(1528). Ciiii'*. 

A«f halt; m. mora, remora. von auJbalten 
2): wie wol er (kaiser Maximilian) hat 
niUKsen der auffhalt sein bei sevm leben, ob 
kriegsleute im selig, stände seyn, ( 1 52 7 ). Dij*. 

Anfhaiten. 1) offen halten: wenn man 
einem das fercklein beut, so sol er den sack 
auff halten, tischr. 436^. 

2) morariy detinere, zurückhalten, ab- 
halten: hallet mich nicht auff, . . . lasst mich, 
das ich zu meinem herrn ziehe. 1 Mos. 24. 
56 ; wie das wasser in die erden verschleifft, 
das man nicht auffhclt. 2 Sam. 14, 14; wer 
sie auff helt, der hell den wind auff. spr. 27, 
16; verflucht sey, der sein seh wert auff helt, 
das nicht blut vergiesse. Jer, 48. 10: die 
die warheit in vngerechtigkeit anflhaüen. 
Rom, 1,18; was es noch auflhelt, wisset jr. 
2 Thess. 2, 6 ; das gesetz ist ein were, da- 
mit man die bösen auflhalte, das sie nirht 
thun, was sie gerne wölten. sermon von der 
heubtsumma gottes gepots. (1526). Gv^. 

3) sich aufhalten, seinen aufenihalt neh- 
men, wohnen: die kinder Israel hallen sich 
auff in den bergen vnd bügeln, darunter &ie 
sicher sind. Jud.1,9; sich heimlich in der wüste 
zuuerstecken vndauffzuhalten. 1 Macc. 2,31. 

4) endlich steht aufhallen öfter für ab- 
stractes aufrecht erhalten, sustinere,- eon- 
servare, welcher gebrauch aus der sinn- 
lichen bedeulung von auflialten «» in die 
höhe halten entsprungen ist: in der zeit der 
anfechtunge, mus gott selbs vns zusprechen 
vnd mit seinem wort vns trOsten vnd aufT- 
hallen. Jen, 1, 84^; also ist dieser Habacuc 
ein troslprophet, der das volck sol stercken 
vnd auffhalten, das sie nicht verzwe^ffelo an 
Ghristus zukunfit. der prophet Habacuc* 
(1526). biij'*; gleich wie wir auch mflss^'o 
die Christen mit gottes wort auffhalten zum 






AUFUALTER 



131 



AUFHEBEN 



jüngsten tage, ehend. das ist sein einiger 
huhester trost vnd freude^ damit er sich aufT- 
gohalteu bat jnn allen nOten. der 1 10.p«a/iii. 
( 1 539). Ej" ; aber des trosts müssen wir vns 
aoHhalten, das wir wissen, das er komen wil. 
predigt ron der xukun/ft Chrisii. (1 532). Cj\ 

mhd. Afhallen. (Ben. 1» 620). 

Aiflulter^ m. Unterhalter, erhalter, &e- 
schützer: aJle gonner, auffhalter vnnd ruck- 
balter der selbigen (sc. der keizer). huUa 
cene damini. (1522). Aiiij^; alle yhre auff- 
halter vnd die ybn rad, hulff vnd gunst thun. 
ebend. Bj". 

AiAingen (aufhengen), in der höhe han- 
gen machen : a) im praes. begegnet nur auf- 
hingen : vnd (solt) das tuch in der tbür der 
wonung auif bengen. 2 Mos. 40, 5 ; gebet 
vns sieben menner aus seinem hause, das 
wir sie auflhengeu dem berrn. 2 Sam, 21, 
6 ; vnd lies beide kopff vnd band mit füren 
vnd zu Jerusalem auff bengen. 1 Maec. 7, 
47. 5) das praet. von aufhangen ist auf- 
hängte: vnd Judith hengte auff im tempel 
alle Waffen Uolofernis. Jud. 16, 23; vnd 
samleten wachtein . . . vnd bengelen sie auff 
mb das lager her. 4 Mos. 11, 32. andre 
fKal steht in derselben bedeutung auf hieng, 
üaspraet. von auf bangen : hieben jnen bende 
vnd fusse abe vnd biengen sie auff am teich 
zu Hebron^ 2 Sam. 4, 1 2 ; die jre schild vnd 
heim in dir auffbiengen. Ezech, 27, 10. 
r) ebenso begegnet als part. praet, aufge- 
hangen und aufgehängt: das die schlangen 
dorch Mosen auffgehangen Christus bedeut, 
leret mich das 3. cap. Joban. euangelij. Jen. 
1. '29S; die kinder wurden auffgebengt. 1 
Maec. l, 64. 

Aufhängen verhält sich zu aufhangen wie 
aohängen zu anbangen, abhängen zu abhän- 
gen, vgl. bangen und hängen. 

AifkaseB^ durch hauen öffnen: etliche 
hieben die tbür auff, das der gantze hauffe 
liin ein kundte. 2 Maec. 10, 37. dagegen 
heiszt ein haus aufbauen es in die höhe ar- 
beiten, aufschlagen: aus mit dem buhen. 
der newlich hat ein haus helflen auffhawen. 
^om schem hamphoras. (1543). Miiij*^. vgl. 
Adelung wtb. 1, 447. Grimm wtb. 1, 
6C3. 

iifkebea, praet, aufbub, part. praet. 



gewöhnlich aufgehaben, einige mal auch 
aufgebebt: hie werden die gelübd auffgehebt. 
Jen. 1, 328; ist damit sein keiserlichoberkeit 
vnd seiner vnterthanen gehorsam nicht auff- 
gehebt. Jen. 6, 31^; mit auffgehebtem ange- 
siebt, von er Lenhart Keiser. (1528). Diij*'. 

1) empor, in die höhe heben: da hub 
Lot seine äugen auff vnd besähe die gantze 
gegend. 1 Mos. 13, 10; ich bebe meine 
äugen auff zu den bergen, von welchen 
mir hülffe kompt. J7J. 121, 1; Susauna bub 
die äugen auff gen himel. Sus. 35; wie 
thürst ich mein andUlz auflheben für deinem 
bruder Joab? 2 Sam. 2, 22; vnd Joab bub 
sein angesiebt auflf zum fensler. 2 hön. 9, 
32 ; vnd lustet ynn das beubt nit auff heben. 
die sieben puszpsalm. (1 5 1 7). Gv" ; ich bebe 
meine beude aufl zu dem berrn. 1 Mos. 14, 
22 ; ich bab mein band auffgebaben, das land 
ewern velern vnd euch zum erbteil zugeben. 
Ezech. 47, 14; vnd Mose hub seine band 
auff vnd schlug den fels mit dem stab zwey 
mal. 4 Mos. 20, 1 1 ; der hub auch die band 
auff wider den kOnig. 1 kön. 11, 26; vud 
buh die bende auA vnd segenet sie. Luc. 24, 
50; so will ich nu, das die menner beten 
an allen orten, vnd auffbeben heilige bende. 
1 Tim. 2, 8 ; da hub Jacob seine fUsse auff 
und gieng in das land das gegen morgen ligt. 
1 Mos. 29, 1 ; er würde die lersen gar man^ 
lieh auffbeben als schneiet es mit flegeln 
hinder jm her. wider Hans Worst. (1541). 

2) personen und Sachen von einem nie* 
drigeren ort (vom boden) aufnehmen und in 
die höhe heben : wenn die mutter das kind 
auffheht vnd tentzets, so opflert sie es (sc. 
nach der auslegung Carlstad's, dasz auf* 
heben «s opfern sei), widder die hyml. prO' 
pheten. (1525). Kiij^; vnd sie buhen Asahcl 
auff vnd begruben jn. 2 Sam. 2, 32; da hub 
der prophet den leicbnam des maus goltes 
auff. 1 kön. 13, 29; (Eutichus) ward tod 
auffgebaben. apost. gesch. 20, 9; doch dz 
(dasz) solcher schütz geschehe nicht mit viell 
grosserm vnradt, vnd ein loffel aufgebaben 
werd, da man ein schussel tzutrilt (anfpte- 
lung auf das alte sprächworl: beb einen 
teller auf und zerbrich eine schUssel. vgl. 
Jen, 4, 443^). das magnificat vordeutscht 

\1* 



AUFHEBEN 



132 



AUFHEREN 



(1521). hj^; hebt auff aus dem Jordan 
zwelff steine. Jos, 4, 3 ; da hüben sie steine 
auff, das sie auflfjn würffien. Joh. S, 59; vnd 
hub auir den mantel Elia. 2 fcön. 2, 13 ; hebe 
dein bettlin auff* vnd gehe heim. Lmc. 5, 24 ; 
vnd die leuilen hüben die lade aufT. 2 d^roii.5,4. 

3) das sacrament aufheben: wyr sind 
Widder beplisch noch carlstadisch, sondern 
frey vnd. christisch das wyr das sacrament 
auff heben vnd nicht auff heben, wie, wo, 
wenn, wie lange es vns gelüstet, widder die 
hyml. propheUn, (1525). Jiij^. 

4) Stab, spiesz, Schwert aufheben: (Mosei) 
hub den stab auff vnd schlug ins wasser. 
2 Mos* 7, 20 ; er wird dich mit dem stecken 
schlahen vnd seinen stab wider dich aufl- 
heben. Jes. 10, 24 ; (Jasaheam) hub seinen 
spies auff vnd schlug acht hundert auff ein 
mal. 2 Sam, 23, 8 ; es wird kein volck wider 
das ander ein schwert aufheben. Jes. 2, 4. 

5) kleider vnd gewand aufheben: gleich 
wie man auff deutsch pflegt zu sagen, ' du 
mttsstest dich hoch anffheben {um im kiu* 
fen nicht von dem die beine schlagenden 
gewande gehindert xu werden), das du sol- 
lest einem scbalck entlauffen. Jen. 5, 523*; 
gleich als wenn ein grober Ulespiegel mitten 
auff dem marckt lür yderman sich auffhttbe 
(entblöste) vnd seinen mist machet, vorr. 
iMther's zu der schrift Klingeheil's: 
von priesterehe, Wittemb. 1528. AiiijK 

6) sich aufheben «=» aufsteigen, sich er-* 
heben: vnd wenn die wolcke sich auff hub 
von der wonung, so zogen die kinder Israel. 
2 Mos. 40, 36. 

7) geld.zinse, abgaben auf heben, ergeben.* 
es hat je der bapst solch gros gtiter nicht 
kaufft, das er von seinen ofBcijs mag auff- 
beben bei zehen hundert tausent ducaten. 
an den christlichen adeL (1520). Eij^; wie 
etliche geizige blasen thun, die auff be- 
nante tage zinse auff heben. Jen. \, 195" 
hei Grimm, 

8) die stimme auff*heben, erheben, hören 
lassen: (Esau) hub auff seine stimme vnd 
weinet. 1 Mos, 21, 38 ; da der engel des 
herm solche wort geredt hatte zu allen kin- 
dem Israel, hub das volck seine stimme auff 
vnd weineten. rieht. 2, 4 ; da trat petrus auff 
mit den eilflen, hub auff seine stimme vnd 



redete zu jhnen. apost. gesch, 2, 14; do 
predigerin heb deine stim auff mit macht 
Jes. 40, 9. 

9) aufheben — lügen, abschaffen, ire^ 
nehmen, entziehen: da aber das euangelioo 
auflgieng, hat er das leiplich priesterlhumb 
auflgehaben. ausleg, der zehen gepott. ( 1 523). 
Giiij'' ; vnd wird also mit diesem wort das ahe 
testament vnd priesterthum getaddelt ^nd 
auffgehaben. der prophet Sacharja. (152S). 
Oiiij* ; gott hub das alte testament nicht aafT, 
bis er an seine stat das newe testament ein- 
setzt, vom abendmal Chrisü, (1534). büj^; 
wo aber die vberkeit auffgehaben wirdt. da 
werden die ergisten buhen regiren. zwo pre- 
digt auff 1 Thess. 4. (1525). Biif ; das man 
den jttden das geleid vnd Strasse gantz rnd 
gar auff hebe, von den Juden vnd jren lügen, 
(1543). eiiij*; hat er damit nit die slrafl 
auffgehoben, szondem bestettigetL wider den 
falsch genanten geistlichen stand. (1522). 
Aiij^ ; ich werde jr gedechtnis auflheben xhier 
den menschen. 5 Mos. 32, 26 ; vnd wird 
auff heben die schmach seines volcks in allen 
landen. Jes. 25, 8; der letzte feind, der 
auffgehaben wird, ist der tod. 1 Cor. 1 5, 26. 

1 0) gegenseitig aufheben : auch so kompts 
wol widderumb, das du für deine mnhe eit- 
wa zu wenig nemest, da las ynn die wette 
schlahen vnd gegen ander auffheben, wo da 
zu viel genomen hast, von hauffshandlung 
vnd Wucher. (1524). Bj*; sie (die papisten) 
ja so grobe slttck auff jnen haben» als sie vns 
schuld geben, das sie wol mOgen mit vns 
gleich auif heben, das 14. vnd 15. eap.s, 
JohannU. (\b3%), Ffiij^ 

1 1 ) einem etwas aufheben bedeutete früher 
auch einem etwas vorrücken, zum Vorwurf 
machen {vgl. Ben. 3, 644), so in folgender 
stelle: sie hehenn myr auff, das ich eyniger 
allein mich erfur Ihue yderman zu lerenn. 
grund vnd vrsach Mer artickel. (1520). 
a ij** ; du vnd Mumer mit vielen andern aoff- 
hebt mir fast, das ich der geistlichen laster 
allein rare vnd schweyge des adels vnnd der 
weltlichen gewalt strefflich laster. auff das 
vbirchristl. buch bocks Emszers. (1521 ). iij^ 

12) aufheben =» behalten, aujfbewahren; 
ein guter hausvater sol aoffheben vnd zu rat 
halten, hauspost. Jhena. (1559). V- 131^ 



AUFHEBEN 



133 



AUFHÖREN 



kniktktnt n. eUvatio : nu ist aaflf heben 
des sacraments . . . eyn thun, da golt nichts 
TOD gepoten noeh verboten hat. undder die 
h^L Propheten, (1525). Jiij"; das also das 
auff heben (des sacraments) nicht ein zeichen 
des opfTers (wie die papisten narren) gegen 
gott, sondern eine vermannng were gegen 
die menschen, sie zum glauben zu reitzen. 
kurU bekentnis vom abendmal. ( 1 544). Fiiij*. 

AiflebiiBgy f, elevatio, erhebung. 

1) auch were das eine feine deulung, das 
der priester mit auffliebung des sacraments 
nichts anders thette» denn das er die wort 
verkleret (das ist mein leib) als wolt er mit 
der ihat sagen, sehet lieben Christen, das ist 
der le.b der für euch gegeben ist. kurlz be- 
kentnis vom abendmaL ( 1 544). Fiiij\ 

2) also beschlissen alle lerer der schrillt, 
das das wesen vnd natur des gebets sey nichts 
anders, dann ein auflhebung des gemuts oder 
herlzen tzu golt. ist aber die natur vnd art 
des gebeis des hertzens auflhebung, so folget, 
das alles ander, was nit des hertzen erhebung 
ist, nit gebet ist. auszleg. deutsch des v. u. 
(1518). Aiiif . 

Bjdiezehen Vorsteher sollen mit ganzem vleis 
alle zinse, auffhebunge, einkomen vnd schulde, 
beide standhaflige vnd zufellige manen vnd in 
gemeinen kästen einbringen. Jen, 2, 252''. 

AifhelfcB^ in die höhe helfen: wenn du 
deines bruders esel oder ochsen sihest fallen 
auff dem wege, so soltu dich nicht von jm 
entziehen, sondern soll jm aufThelflen. 5 
^oi. 22, 4 ; die jungfraw Israel ist zu hoden 
gestossen vnd ist niemand der jr auffhelfle. 
Arnos 5, 2; er dencket der barmherlzigkeil 
^nd hilflt seinem diener Israel auff. Luc, 1, 
54 ; vnd tretten yhn vollends zu fassen, dem 
iie biilicher sollen auffhelffen. vier trostliche 
^salmen, (1526). Cvj*'. 

Aifhflfer^ m. adminiculator: dargegen 
aber haben sie einen auffhelffer, den heiligen 
geist, der sie tröstet vnd slerckel. aasleg, 
der twxng. auff die fumemisten festen, 
11527). Tv^ 

Aifhcnkea , was aufhangen : die ftirsten 
^ind ynn yhren hcnden erhenckt, Iren. 4, das 
^t, hey den henden auffgehenckt. vom abend" 
mal arwli. (1528). ziij*. 

Aifher^ ieine im 16.^^^. häufig vorkom- 



mende Umstellung von herauf, begegnet etn- 
mal auch bei Lulh,, der er /Ür het schrieb, 
in der form aufer (vgl, eraufj: den ersten 
fisch, der auffer feret, den nim. Matth, 17, 
27. m den ausgg, aus dem anfang des 17. 
jh, steht noch auffer, später auffher, neuere 
setzen herauf. 

AnfböreB (aufhören), davon ablassen, zu 
ende gehen: a) ich wil mich an euch selfos 
rechen vnd darnach auffhören. rieht. 1 5, 7 ; 
meine eingeweide sieden vnd hören nicht 
auff. Hiob 30, 27 ; das sind die drey stuck, 
wie man sagt, so zu einem guten prediger 
geboren, zum ersten das er aufllrette, zum 
andern, das er das maul aufAhu vnd etwas 
sage, zum dritten, das er auch könne auff- 
horen. das 5. 6. vnd 7. cap. s, Matthei, 
(1532). Bj*; so hab ich bisher mit meinem 
schreiben schon alzu viel vnd starcke Luthe- 
rischen gemacht, das ich wol mus auff hören. 
eine bericht an einen guten freund, (1528). 
Aiij\ 

b) sie mästen auff hören die stadzubawen. 
1 Mos. 11, 8; (Lea) höret auff kinder zu- 
geberen, 29, 35; das land höret auff zu krie- 
gen. Jos, 11, 23; vnd als er hatte auffge- 
hört zu reden. Luc. 5, 4 ; wir hören nicht 
auff für euch zu beten. Col. 1, 9; wil er 
{der teufet) nicht auffhören zu zörnen vnd 
schrecken (spreche ich), so gehe er von der 
wand, das 14. vnd 15. cap. s. Johannis, 
(1538). CciiiJ«. 

c) vnd das land halte auffgehöret mit kriegen. 
Jos. 14,1 5; [Basea) lies ab Rama zu bawen 
vnd höret auff von seinem werck. 2 chron, 
16, 5 : vnd höre auff vom bösen. 5tr. 17, 22. 

d) so lange die erde stehet, sol nicht auff 
hören samen vnd ernd, frost vnd hitz, som- 
mer vnd winler, lag vnd nacht. 1 Mos. 8, 
22 ; die liebe wird nicht müde {neuere bibel- 
ausgaben: höret nimmer auf), es müssen 
auffhören die Weissagungen, vnd auffhören 
die sprachen vnd das erkentnis wird auch 
auffhören. 1 Cor. 13, 8; das doch auff bore- 
len schedliche ketzerische, yrrische vnd alle 
menschliche lere, ausleg, deutsch des v. u. 
(1518). Gij\ 

Es ist allerdings nicht leicht, die bedeu-- 
tung des ablassens, endigens mit hören au- 
dtrc zu vereinigen, gleichwohl aber wird mit 



AUFHÖREN 



134 



AUFLAG 



Grimm (vgl, wtb, 1, 670) u. a. dieser Zu- 
sammenhang fesliuhalten sein, damhd.nicht 
allein üfhoeren {z. b, Orlnit 5, 70) ganz in 
derselben bedeulung me nhd. aufhören vor- 
kommt, sondern auch das blosze hoeren 
schon cessare, desinere ausdruckt (vgl. Ben, 
\, 712.713), wie dies in der schwäbischen, 
bairischen und schweizerischen Volkssprache 
noch heute der fall ist (vgL Schmid Schwab, 
wtb, 286. Schmeller wtb. 2, 233. Stal» 
der idiot. 2, 54). 

AiAoren , n. substantivisch gebrauchter 
infinitiv: also slossen sich die Juden noch 
heult zu tag an den sleyn vnd ist keyn auff 
hören als lang biss der jungst tag wirt kö- 
rnen, epistel s, Petri. (1523). Liij'>; vnd ist 
kein mas noch aufhören des verschwendens 
vnd verschlattderns. Burkhardl briefw, 
289. 

Anfhapfen^ aufspringen, zu u)Ulen sein: 
du gottloser vngleubiger pfaff stehest da al- 
lein vnd meinest Christus habs (das sacra- 
ment) vmb deinen willen geordent vnd solle 
dir allein auffhupffen vnd seinen leib vnd blut 
wandeln lassen, so du doch nicht sein glied, 
sondern sein feind bist. Jen, 6, 88". 

AnfkaaleDy bei Luih, aufkeufen {vgL kau- 
fen), coemere: etlliche eyn gut odder wahr 
ynn eym lande odder ynn eyner stad gantz 
vnd gar aufifkeufTen, aulT das sie alleyne solch 
gut gantz vnd gar in yhrer gewalt Iiaben. 
von kauffshandlung vnd wucher, (1524). 
Ciij". 

Aafkeliren^ ganz und gar wegkehren: 
wie rein hat der teuffei das euangelium vnd 
den christlichen glauben auflgekeret vnd aus 
gerottet jnn Griechenland durch Mahomelh 
vnd Türckenl der liO. psalm. (1539). bj^ 

ABfkneafelB^ ein zu knauf und knüpfen 
gehöriges worl und daher wohl gleichbedeu- 
tend mit aufknüpfen, erscheint bei Luth. nur 
in der Verbindung die obren aufkneufeln «- 
zum hören, aufmerken öffnen: noch eyns, 
lieber Peter Rültz, der Gemser soll versu- 
chen, ob er dyr kttnd die oren auJT kneufTeln. 
das ander legi widder d, hyml, propheten, 
(1525). Ej"; da must man yhn (denbauem) 
die obren aufTkneuffelnmitbuchsen steynen, 
das die köpffe ynn der luift Sprüngen, eyn 
sendebrieff von dem harten buchlin widder 



die bauren, (1525). aiij'\ ganz so gebraucht 
d€ts wort Poliander in der schrift : vrtayl 
vber das hart büchlein docior MarUnus 
Luthers (1525). Bj": sie werden auch der* 
wegen got loben vnnd dancken, der allediDg 
wol gemacht vnnd jnen als den taaben der- 
massen jre oren auffgekneuffelt haL 
vgl. auch zukneufeln. 

Anfkemmeiiy 1 ) aufstehn, aufersiekn, er- 
stehen, empor, in die höhe kommen : da kam 
ein newer könig auff* in Egypten. 2 Mos, 1. 
8 ; da auch alle die zu der zeit gelebt halten 
zu jren velern versamlet worden, kam nach 
jnen ein ander geschlecht auff. ricfu, 2, 10; 
an bauren gebrachs in Israel bis das ich De- 
bora aufkam. 5, 7 ; ehe denn Zwingeis name 
auff kam. vom abendmal ChrisH, (152Si. 
ciij"; nach dir wird ein ander königreich 
auff kommen. Dan, 2, 39; wenn sie [die 
kinder) auffkemen, das sie es auch jren kin* 
dcrn verkündigeten. ps, 78, 6; jre söne ko- 
men auff. spr, 31, 28; jr saat sei nicht aulT- 
komen. Hos. 8, 7. 

2) vom krankenlager aufkommen, genesen : 
korapt er auff, das er ausgehet an seinem 
Stabe, so sol der jn schlug vnschüldig sein. 
2 Mos. 21, 19. 

3) von leren und brauchen: so hat der 
teufel das vorteil, das keine lere noch inwm 
so vngeschickt kau auffkomen, er findet schu- 
ler dazu, das diese wort Christi noch feit 
stehen. (1527). bj"; ist ein aller brauch ge- 
wesen villeicht von Adam her auff komes. 
vber das erste buch Mose, (1527) iiij\ 

schon ahd, üfqu^nan {Graff 4, 667). 

Atfladcn, als last auflegen: wenn du et- 
was Jieiligen will von dem deinen oder ge- 
loben, so soltu es auffladcn vnd bringen aa 
den ort, den der herr ervi'elet hat. 5 Mos. 
12, 26; geselle dich nicht zum gewaltigeo 
vnd reichen, du ledesl sonst eine schwere 
last aufl dich. Sir, 13, 2 ; da wir auszogen, 
luden sie auff, was vnsnotwar. aposLgesch. 
28, 10; nach jren eigen lüsten werden sie 
jnen selbs lerer aufOaden. 2 Tim, 4, 3. 

Aaflagy m. auferlegte abgäbe : na hat s. 
Paulus zun Rom. am 13.cap. drey stücke er- 
zelt, die der oberkeit gehören, das erste, 
geschos, darflmb wir allen auflag, gelt vod 



AUFLAGE 



135 



AUFLIEGEN 



«rheit des leibs jnen geben sollen, vnterricht 
der visilalom. (1538). Di\ 

Aifla^j f. impositio: die sterbenden Ihun 
für alles gnug durch jren tod oder abster- 
K'n, vnd sind dem recht der canonum oder 
fdizangen abgestorben vnd also billtch von 
<k'r$elben aufllage (hier aufgelegten genüge 
ihuung) entbunden. Jen. 1, 3. 

Aiflassen^ offnen: hat oflicialis jm die 
harnl aufgelassen. Jen. 3, 407 bei Orimm. 

iiflanfen, aufschwellen : wenn er findet, 
<las weis oder rötlicht mal aulTgelaufren an 
seiuer glatzen. 3 Mos, 13, 43. 

AiflerkcBy lingendo . consumere : da fiel 
das fewr des herm erab . . . vnd lecket das 
Wasser auff in der gruben. 1 kön. 18, 38; 
wie die son den Ueynenn schnee auffleckt. 
buüa eene domini. (1522). Aij\ 

kuitgtm, 1) imponere, a) sinnlich: da 
aber Simon sähe, das der heilige gcisl ge- 
geben ward, wenn die apostel die hende 
aiiflleglen, bot er jnen gelt an, vnd sprach, 
gebt mir auch die macht, das, so ich jemand 
die hende aufliege, derselbige den heiligen 
geist empfahe. aposL gesch. 8,18.19; das man 
ander frisch brot auff legen soll. 1 Sam, 21,6; 
«r lege brieffauff (lege sie vor), das die zu Orla- 
münde yhn haben von Wittemberg gefoddert. 
mddtr die hynU, prophelen. (1525). Fiiij'\ 

b) figürlich: vnd lasse sie jr brot verdie- 
nen im seh weis der nasen, wie Adams kin- 
dern auflgelegt ist. von den Juden vnd Jren 
%efi. (1543). fij"; da ist kein vrsache der 
wehetage gewesen, so golt den wcibern zur 
Mraffe auffgelegU von Jhesu Christo. (\b^Z). 
Gj ; alls was gott aufQegt ist besserlich vnd 
zutreglich den Christen, ein sermon von dem 
ablasz vnd gnade. (1518). Aij'' ; solch ge- 
hni lial der papsl vnsern kindelbetterin auch 
auffgeiegt. hausposl. WiUemh. 1 545. toin- 
terleiL 69" ; so sol man jn vmb geld straffen, 
wie viel des weibs man jm auff legt. 2 Mos. 
2i, 22; wenn jemand wider seinen nehesten 
sümligeo wird, vnd wird jm ein eid auffge- 
legt, den er schweren sol. 2 chron. 6, 22. 

2) impulare, schuld gehen, zur last legen : 
nu bah ich dyssen artickel nitt alszo gesetzt, 
das Widder den Turcken nit zu strcilten sey, 
wie der heylige ketzermecber der bapsl myr 
alhie auffl^l. grund vnd vrsach aller ar^ 



(tX;e/. (1520). niij'*; drumb lieber lugener 
hab ich nit gesagt wie du mir aufQegist. auff 
des hockszu Leyptzick antwort. ( 1 52 1 ). a iij^ ; 
der auOrhur halben, die vns der meuchler 
aufQegt vnd böslich ertichtet. Jen. 5, 307'*. 

3) sich auflegen, sich auflehnen, empören : 
es werden sich (spricht er; wider jnauflllegen 
nicht einer oder zween bawern oder geringe 
vnd lose leute, sondern die ordenliche gewalt 
auff erden, der WO. psalm. (1539). diij\ 

Amütgtn, n. impositio : so ist der verstand 
dieses textes klar, dasJacobus aufliegen nicht 
das heubstück ist. Jen. 3, 290''. 

Auflfgiing, f. dasselbe: das du erweckest 
die gäbe gottes, die in dir ist, durch die auff- 
legung meiner hende. 2 Tim. 1,6; auffle- 
gung der straff mag wol yemand bessern. 
grund vnd vrsach. (1520). iiiij'*; aus dem 
allen sol erfunden werden, das mir mit bil- 
ligkeil von niemands einige aufliegung {be^ 
schuldigung) geschehen sol. Jen. 1,210 bei 
Grimm. 

Anflehnen, sich, sich entgegensetzen, em^ 
pören: bis so lang, das mein herz sich als ein 
steinern ufer wider die wellen auflehnt, de 
Wette br. 2, 107; der herr wird deine feinde, 
die sich wider dich aufliehncn für dir schla- 
gen. 5 Mos. 28, 7 ; die künige im lande leh- 
nen sich auff vnd die hcrrn ratschlagen mit 
einander wider den herm vnd seinen ge- 
salbten, ps. 2, 2; Absalom der sich wider 
seinen vater Dauid aufllehnet, erhieng zu 
letzt an einer eichen, vnterricht der visita- 
tom. (1538). Dj*. — vgl. lehnen. 

Auflesen^ (tom boden) einzeln sammelnd 
aufnehmen: wie man steine auff lieset vnd 
aus dem garten wirflt. der prophet Sacharja. 
(1528). Ggiij"; leset steine auff. 1 Mos. 1, 
46; also auch soltu deinen weinberg nicht 
genaw lesen, noch die abgefallen beer auff 
lesen. 3 Mos. 19, 10; las mich auffs feld 
gehen vnd ehern aufllesen. Ruth 2, 2 ; da 
las der knabe Jonathan die pfeile auff. ISam. 
20, 38; sihe da war eine widwen vnd las 
hollz auff. 1 hon. 17, 10; ich hab ein lioltz 
oder zwey aufigclesen. 17, 12; das wir die 
hiUidlein sein möchten, so die brosamlen 
aufllesen, die von der herrn tische fallen, 
von den concilijs vnd kirchen, (1539). Jij". 

Anfliege«, s. auflagen. 



AUFLÖSEN 



136 



AUFMUTZEN 



AaIIomb (auflosen), solvere, tn/id. üf loe- 
sen {Parx. 511, 30). 

1) sinnlich: vnd balde werdet jr eine 
eselin finden angebunden, vnd ein füllen bei 
jr, lösel sie aulT vnd Türel sie zu mir. Matth, 
21, 2 ; des ich nicht werd bin, das ich seine 
schuchriemen aulTlöse. Jok» 1, 28; vnd 10- 
selen die ruderband aufl*. aposL ghsch. 27, 
40 ; kanstu die bände der sieben slerne zu- 
samen binden? oder das band des Orion aufi- 
losen? irto6 3S, 31. 

2) bildlich: sie verstehet sich auff ver- 
deckte wort vnd weis die retzel aufifzulösen. 
toeish. 8, 8 ; jr soU nicht wehnen, das ich 
komcn bin, das geselz oder die prophelen 
aulTzulösen, sondern zu erfüllen. Matih. 5, 
1 7 ; aus diesem verstand hat man die frage 
leichtlich auflgelosel. deudsch calechismus. 
(1529). Dj\ 

AafldsAns, f. tod: die zeit meyner auff- 
losung ist furhanden. 2 Tim. 4, 6 nach der 
ersten ausg, des n. tesL v. j, 1522; spätere 
ausgg, haben: die zeit meines abscheidens. 

Auflagen^ Lulh. aufliegen, aufleugest, auf- 
leugel, lügenhaft außürden: du flehtest eyne 
frembde lere ynn vns an, die du vns aufl*- 
legest vnd auflleugest, vnd nicht vnser ist. 
das ander teil undder d, hyml, prophelen. 
(1525). Nii]*"; der auflhir halben, die vns 
meuchel aulT leuget vnd böslich erlichtet. 
Widder den meuchler zu Dresen. (1531). 
Ciij'; schicke ich hie einen knahen, der mir 
aus Engelland ist schalklich aufgelogen, de 
Wette br. 5, 402. 

Aafaiadieny 1) öffnen: macht auff das 
loch der hole. Jos, 10, 22; wenn er je- 
mand verschleusst, kan niemand auffinachen. 
Hiob 12, 14. 

2) sich aufmachen, surgere, sich erheben, 
aufstehn, auf den weg machen, häufig in 
der bibel: ich wil mich auflmachen vnd zu 
meinem vater gehen. Luc, 15, 18; vnd er 
machet sich aufl* vnd kam zu seinem vater. 
15, 20 ; nach Abi Melech macht sich auff zu 
helffen Israel Thola. rieht. 1 0, 1 ; las den 
knaben mit mir ziehen, das wir vns auffma- 
chen vnd reisen. \Mos. 43, 8; darumb so 
mach dich auff vnd zeuch durch das land. 
13, 17; machet euch auff vnd gehet aus 



diesem ort. 19, 14. — mftd. Af machen (Bfn. 
2, 16). 

A«fHudinen^ auffordern^ aufbieten: {Gi- 
deon) die auff dem gebirg Ephraim auffmanel. 
den feinden nach zu eilen, hauspost. Wil- 
temb. (1545). festleil. bl. 10". 

Aahierken^ atlendere: wenn ich rede 
werden sie auffmercken. toeish, 8, 12; 
merckt auff jr himmel ich wil reden. 5 Mas. 
32, 1 ; boret zu jr könige vnd mercket auflf 
jr fursten. rieht. 5, 3 ; so sollen nu meine 
äugen offen sein vnd meine obren aaffmerckeo 
auffs gebet an dieser stet. 2 chron. 1, 15: 
ich habe auffgemerckt auff ewren versland. 
Hiob 32, 11. 

Aufmerken; n. attenlio : lesen vnd wide^ 
lesen mit vieissigem auffmercken vnd nach- 
dencken. Wittemb. 1, bl. *iij^; ick acht aber 
es (das wörllein sela) sey eyn tzeycbeno des 
geystis, das wo es ym psalter steht, das da 
bedeut werd ein slyll halten vnd lieff auff- 
mercken. deutsch ausleg. des 67. psatru. 
(1521). Eij^ 

Aufmnnterny ermuntern: diese wori slod 
trefflich gros vnd haben eine kraffl hey sieb 
die leute fort zutreiben vnd auff zumunterji. 
Eist. 1, 494«. 

AnfaittiiieB; aufprägen : der keyser hatle 
seyn bilde zu seynen ehren auffgemantzL 
Widder die hyml, prophelen, (1525). Dj^ 

AnfMutien^ ein heute selten gewordenes, 
bei Luth. aber, wie im 1 6. jh. überhaupt, 
häufig gebrauchtes wort, dessen ursprimg- 
liehe bedeulung „reines hübsches aus$ehe% 
geben, aufputzen", schmücken ist {in dem 
zu Basel 1523 nachgedruckten n. lest, viii 
schmucken als ein unbekanntes wort durch 
zieren und aufmutzen erklärt, bei Dasyp. 
Qviij^ : mangonizo,' ich ziere, schmucke, mutz 
auff zu dem kauff), aus welcher die abge- 
zogene bedeutung des hervorhebens, prwens, 
herausstreichens hervorgieng: da wart er 
tzornig vnd künde nicht leydeo, das ich sey- 
ner kreyen die pfawen feddem anszrupfft 
dareyn er sie geschmückt halte vnnd ffir ein 
vicarius Christi auffgemutzt. aniwort deutsch. 
(1522). Aiiij^; sihe also kan s. Paulus den 
herrn Christum predigen, preissen vnd auf- 
mutzen, das 15. cap. der ersten ep. s. PaiiU 
an die Coriniher. (1534). S'i}^; aber weil 



AUFNAG£N 



137 



AUFNESTELN 



vber md vor diesem allen hat er diesen dienst 
(goUes wart hören) sonderlich gepreiset vnd 
auflgemutzet. summa des chrisü. lebens. 
( 1 533). Aiij* ; aher also hat man golles ge- 
{K>i nicht müssen auflmutzen, sondern ligen 
bssen oder vherhin rausschen. deudseh ca^ 
itchismus. (1529). Eüj^; menschliche Weis- 
heit hek nichts von dem, so man nicht mit 
prächtigen, hochtrabenden Worten lurgibt 
ynd aoir mutzet, das 1 7. eap. s, Johannis. 
/1530). Aiij^; darumb mus Lemech freilich 
eine grosse bossheil an yhm begangen haben, 
weil es die schrifil so hoch aoffmutzet für 
aodem. vber das erste buch Mose, (1527). 
Rij* ; wie kömpts aber, das du dein leiden so 
hoch aoffmulzest vnd denckest nicht ein mal 
hiaauff gen himel was du droben zu warten 
hast, warUmb mutzestu das selbe auch nicht 
auff? ein ehrisU. schöner trosL (1535). Bj"; 
das kan er (der teufel) für einen meister vnd 
weisz nicht allein die stinde vnd das böse 
hoch auflznmutzen, sondern auch die tugent 
zu lestem. iischr. S*'; weil sie solchs mit 
vielprechtigen Worten vnd grossem geschrey, 
das sie furgeben auffmulzen. von der heiL 
iauffe, (1535). Bj^; wenn ein reicher nicht 
recht gethan hat, so sind viel die jm vber- 
helffen . . . wenn aber ein armer nicht recht 
gelhan hat, so kan maus auffmutzen. Str. 1 3, 
26.27 {die ndd, bibel r. 1561 : wenn auerst 
eis arm man nicht recht gedan heilt, so kan 
men ydt groth achten).* 

Nach Grimm wlb. 1, 694 sieht auf- 
motzen mü ausgeworfenem r für aufmurzcn 
^ron ahd, murzan, murzilon, verslümmeln) 
>» aufschneiden, aufstützen, wahrsehein' 
ikher stellt jedoch Weigand wtb, \, 70 
mutzen — ■ putzen mit mhd, müzen, ahd, 
müzdn mutare (wovon unser mauszen) lu- 
iammen, worauf schon Sehmeller wtb, 
2, 664 hinwies, vgl. auch Wa ckernagel 
tf<6. 206. 

AifnageB^ nagend auffressen: nu wird 
dieser häufle auffnagen was vmb vns ist, wie 
ein ochs kraut auflT dem felde aufl* naget. 
4 Mos, 22, 4. in den ersten ausgg. der fünf 
^chcr Mosis. 

Mntkmtn, mhd. üfnemen (Ben. 2, 367), 
in mehrfacher anwendung, suseipere, acci- 
pfn, recipere, 

DiETz, Wörterbacb. 



1) in die höhe nelimen: bis an den tag, 
da er aufgenomen ward, apost. gesch. 1, 2; 
dieser Jhesus, welcher von euch ist auffge* 
nomen gen himel. 1, 11; das gefesse ward 
wider auflgenomen gen himel. 10, 16. 

2) einen aufnehmen, annehmen, zu sich, 
in die gemeinschaß, ins haus nehmen: er 
kam in sein eigen thum vnd die seinen namen 
jh nicht auff, wie viel jn aber auflhamen, de- 
nen gab er macht gottes kinder zu werden. 
Joh. 1, 11. 12; da Jhesus wider kam, nam 
jn das volck auff. Luc. 8. 40; da war ein 
weih, mit namen Martha, die nam jn auff in 
jr haus. 10, 38; wer euch auffnimpt, der 
nimpt mich auff, vnd wer mich aufihimpt, 
der nimpt den auff, der mich gesand hat. 
Matlh. 10, 40; mein vater vnd meine mutter 
verlassen mich, aber der herr nimpt mich 
auff. ps. 27, 10; welcher nicht isset, der 
richte den nicht, der da isset, denn gott hat 
jn auflgenomen. Rom. 14, 3; als einen engel 
gottes namet jr mich auff. Gal. 4, 14 ; wenn 
dein bruder verarmet vnd neben dir abnimpt, 
so soltu jn auffnemen als einen frembdlingen 
oder gast. 3 Mos. 25, 35. 

3) das wort , die rede aufnehmen, in sich 
aufnehmen, zu herzen nehmen : las dein hertz 
meine wort auffnemen. spr. 4, 4 ; wenn sie 
das wort gehört haben, nemen sie es bald 
mit freuden auff. Marc, 4, 16; da jr em- 
pfienget von uns das wort göttlicher predigt, 
namet jrs aufl, nicht als menschenwort, son- 
dern als gottes wort. 1 Thess. 2, 13; sie 
werden nicht auffnemen dein zeugnis von 
mir. apost. gesch. 22, 18. 

4) aufnehmen — ^ intelligere, entnehmen^ 
verstehen: drumb musz man disze rede auff- 
nehmen nach hebreischer weysze. auszl.der 
ep, vnd euang. vom christag etc. (1522). 
Nn ij^ ; in allen leiden vnd anfechtung sol der 
mensch zu aller ersten zu gott lauffen vnd 
erkennen vnd auffnemen, das alles von gott 
zugeschickt werde. Jen, 1, 15*; 3, 1\ 

AnfBesteln^ solvere oder tonstringere ligu* 
las : wo das nicht helffen woll, so wolt ich die 
hosen auff nesteln vnd vber hin springen, das 
mir die rieben sollen krachen, das diese wori 
Chrislinoch feststehen. ( 1 527). e j*>. abstraci 
für aufdecken, enthüllen steht das wort in 
folgender stelle : d. Garlstad wirds thun, der 

18 



AUFPFEIFEN 



138 



AUFRECHT 



"weys den bäpst rechl aulT zu neslelln. das 
ander leyl widder die hyml. prophelen. 
(1525). Liij\ 

von neslel, binde, Herne, mhd, nestel 
{Ben. 2, 330), ahd. neslila, neslilo {Graff 
2, 1107. 1108). 

Anfpfclfen, eigentlich praeeinere Ubia, 
zum tanze aufspielen, bei Lulh.häufig figür- 
lich für ansagen: pfeiff aulT vnd verderbe den 
reigen nicht, las doch sehen ob wir treuen 
odder springen sollen, das diese wort Christi 
noch fest stehen. (1527). ciiij''; pfeyff auff 
Idsz hören deyne kunst, wilchs ist derschrifll- 
lieh vnd wilchs der geysUiche synn. auff das 
vbirchristlich buch bocks Emszers, (1521). 
Ej**; hui Juncker meuchlerpreifft aufl*, las vns 
f wer urteil hdren. wider den meuchler zu 
Dresen. (1531). Biiij"; was wolt yhr hie sa- 
gen liebe romanisten? preylTet auff. von dem 
bapstum zu Rom, (1520). Giij"; da las die 
jaden auffpfeiffen, wer die selbige grossere 
herrligkeit gewesl sey? von den Juden vnd 
Jren lügen. (1543). Tiij''; er (Carlstad) nu 
viel spöttischer vnd hönischer worl daher 
lestert, wie nfan müge Christum yns brod 
vnd weyn bringen, ob er müsse vns auff 
pffeiffen {zu willen sein), wenn wyr wollen 
vnd der gleichen viel schendlicher leslerwort. 
das ander teyl wider die hyml, prophelen. 
(1525). Gj"\ 

mhd. i'if pftfen {Ben. {, 493). 

Aufimfela, was aufraffen, dessen fort- 
bildung es ist: D. Carlstad raffelt auff vnd 
tregt zu samen, alles was vernunflt hyrynnen 
zeygen, leren, richten kan. dtu ander teyl 
wider die hyml. prophelen. (1525). Kj*; wie 
die sew auff der gassen dreck auffraffeln. 
ausl der zehengepot. (1528). Nij". Grimm 
wtb. 1, 703 sind nur diese zwei stellen aus 
Luth. angeführt, doch begegnet das wort 
nicht bei ihm ausschlieszlich, auch J. Jonas 
bedient sich desselben: wie sie es auffraffeln 
szo musz eyn artickel des glaub ens sein, von 
den geystUchen tnd kloster gelubden, Wit' 
temb^ 1522. Kiiij^* {Übersetzung der lat. 
Schrift Luthers : de votis monasticis. 1521). 

Anfraffea, hastig {grössere porUonen zu- 
sammenfassend) aufnehmen. 1) eigentlich: 
vnd ein reiner man sol die asschen von der 
kue auAraffen, vnd sie schatten ausser dem 



lager an eine reine stete. 4 Mos, 19» 9 ; vnd 
meine band hat funden die vOicker, wie ein 
Vogelnest, das ich habe aUe land zusameo 
gerafit, wie man eyer auffraflt, die veriassea 
sind. Jes. 10, 14; da wird man euch auff- 
raflen als ein raub, wie man diehewschreckeo 
auffraßt. 33, 4. aufraffen -* wegraffen: der 
gerechte kompt vmb vnd niemand ist. der es 
zu hertzen ncuje, vnd heilige leute werden auff- 
gerafit vnd niemand achtet drauff. Je*, hl, 1. 

2) bildlich: man soll der lerer wort nicht 
so vnbedacht auffraffen vnd sich drauff grün- 
den on gewisse zeugnis der schrillt, van den 
schlüsseln. (1530) Füi]**; da man hal ausser 
vnd neben der heiligen schrifit angefangtfn 
viel buch er vnd grosse bibliotheken zu sann 
len, sonderlich on alle vnterschei<l allerler 
veter, concilia vnd lerer auffzuraffen. WU- 
temb. \, bl. *ij\ 

Anfraiinenj wegthun, wegschaffen, tilgen, 
a) mit aec. der sache : es wird nicht allen 
grossen vnd reichen gefallen haben, das er alle 
abgOtterey vnd ergernis hat auffgereumbt der 
10l.p«.(1534).Fij\- vnd brachen ab die hö- 
hen vnd altar aus ganlzem Juda, Benjaniio. 
Ephraim vnd Manasse, bis sie sie gar auffreu- 
meten. 2 chron. 31,1; meine zeit ist dahin md 
von mir auffgerenmet, wie eins hirten hatte. 
Jes. 38, 12 ; machet ban, machet ban, reumel 
die steine auff. 62, 10. — b) mit acc. der 
person: weichet vnd ziehet er ab von den 
Amalekitern, das ich euch nicht mit jm auff- 
reume. 1 Sam. 15, 6; hie mit wirstu üic 
Syrer stossen bis du sie auffreumest, 1 ftoiu 
22, 1 1 ; vnd wenn ich bOse thiere in das 
land bringen wUrde, die die leute anflreu- 
meten. Ezech. 14, 15; {die Juden) rüsteten 
sich starck vnd wollen beide Christen \nd 
rOmer aus der weit auffreumen. von den 
Juden vnd Jren lügen. (1543). Xiij*. 

mhd. M rümen {Ben. 2, 792). 

Anfrerht, mhd. üfreht {Ben. 2, 618), ahd. 
üfreht {Graff2, 405), in die höhe gerichtet: 
{das herz) so steiff, auffrecht vnd hart wird 
wider alle anfechlung, teuffei, tod vnd wie 
es heissen mag, das es trOtzlich vnd hoch- 
mUtiglich alles verachtet vnd spottet, was 
zweiueln, zagen, bOse vnd zornig sein wd. 
von den letzten worten Dauids. (1543). 
Bij''. — vgl. aufriebt. 



AUFRECKEN 



139 



AUFRICHTEN 



kwfrttkem, emporrecken, emporstreeken, 
aufriduen, 1) von hand und finger: recke 
deioe hand auft gen himel (ndd.bibel: strecke 
(hue handt iip na dem hemmel). 2 Mos, 9, 
22; die priester aber reckten jre hende auff 
^en himel vnd Heilen den an, der allezeit vn- 
ser volck beschützt hat. 2 Macc, 1 4, 34 ; 
liende auffrecken zu gott bedeut gebet zu 
gotl. /en. 1, 41*; 3, 29^; darumb muste 
Johannes komen mit dem eusserlichen worl 
n«lprgezeugnis vnd seine finger auffrecken vnd 
sagen, da gehet er. Eül. % 4 1 0*. 

2)ron enteren, die sich aufrichten: wie 
ein auflgereckter lewe jagestu mich (ndd, 
hibel: gelyck alse eyn vpgerichtet louwe ya- 
geslu my). Hioh 10, 16. 

3) vom aufgerichteten herscherslab und 

panier: einen auffgerecklen stecken, den ein 

Hehler in der hand hat, wenn er sitzet zu 

gerichle. von den Juden vnd jren lügen. 

(1543). Kij**; er (der apostel Paulus) redet 

nach gemeiner weise von der sachen mit 

solchen werten, die man pflegt zu brauchen, 

wenn man saget vndrhUmet von einem gros- 

seo prechligen heerzug eines gewatligen, 

mächtigen kOnigs oder keisers, der zu felde 

zmhi mit aufTgerecklem panier. Jen. 2, 520**. 

mAd. dfreeken (Ben. 2, 590. 591). 

Aifre ibeiy ganz und gar tilgen, vemich- 

in: du wirst die Syrer schlahen zu Aphek 

bis sie aufTgerieben sind. 2 kön. 13, 17; 

lüchlige mich herr, doch mit masse, vnd 

nicht in deinem grim, auff das du mich nicht 

aalTreibcst. Jer. 10, 24; ich wil sie mit 

^{'liwert, hunger vnd pestüentz auflreiben. 

14, 12; wenn mans wil rechnen, so hat er 

^detiod) die weit schon fast auffgerieben. 

d(i9 1 5. eap. der ersten ep. s. Pauli an die 

Coriniher. (\bU). Oij«; ich hab jr souiel 

gewQrget vnd gefressen (spricht der tod vnd 

leulTel) nn fast sechs tausent jar, ja viel tau- 

^^ni offl in einem tag auffgeriben , was ist 

inirs denn vmb einen menschen? das 16. 

^^P- s. JohannU. (1538). Eeif; da wir 

^elien werden , wie er den tod so gar auff- 

rpihen wird. Jen. 6, 258\ 

Aifreisiei, 1) mit gewalt {durch einen 
"«) offnen: ich habs bisher wol erfaren, 
^vo ich dem tenffel ein maul stopfle, da reis- 
est er zehen menler zur seilen auff. von der 



Widder tauffe. (1528). Aij"; wer hadder an- 
fehet, ist gleich als der dem wasserdentham 
auflreisst. spr. 17, 14; wo euch der teuffei 
ettwa eine Scheiben oder fenster ausstosse, 
Ihur oder dach auff reisse. wider die Anti' 
nomer. (1539). Cij*; das heutlin an seinem 
schwentzlin zurOck auffreissen. von den JO^ 
den vnd jren lügen. (1543). Diij*. 

2) zu gründe richten, vernichten : was ist 
die pestüentz anders denn ein fewr, das nicht 
holtz vnd stro , sondern leib vnd leben auff- 
reisset. ob man für dem sterben ßiehenmüge. 
(1527). Cij*. 

Attfrichti was aufgericht , sincerus , ohne 
falsch : dazu eines erbarn lebens vnd trewen 
auflrichten herlzens. Jen. 8, 11'*. gewöhn^ 
licher ist schon beiL%Uh. aufrichtig, welches 
man sehe. 

Avfrichtcii, mhd. üf rihten (Ben. 2, 636), 
aM. üfrihtan (Graff 2, 428), in die höhe, 
empor richten, errichten , in vielfacher an^ 
Wendung, das part. gewöhnlich aufgericht 
statt aufgerichtet. 

1) vnd er trat zu jr vnd richtet sie auff. 
Marc. 1, 31 ; er aber gab jr die hand vnd 
richtet sie auff. apost. gesch. 9, 41 ; du herr 
bist der schild für mich vnd der mich zu eh- 
ren setzet vnd mein hcubt auffrichtet. ps. 3, 
4 ; sihe deine feinde toben vnd die dich has- 
sen richten den kopff auff. 83, 3; vnd gehen 
mit auffgerichtem halse. Jes. 3, 1 6. 

2) mache dir eine eherne schlänge vnd 
richte sie zum zeichen auf. 4 Mos. 21, 8; 
vnd jm ward angesagt, das Saul gen Carmel 
komen were vnd bette jm ein siegzeichen 
auffgericht. 1 Sam. 15, 12; wie man ein 
panir odder streit zeichen auffrichtet. der 
prophet Sacharja. (1528). Ccij^ 

3) vnd Jacob stund des morgens frtte aulf 
vnd nam den stein, den er zu seinen heub- 
ten gelegt hatte, vnd richtet jn aufl zu einem 
mal. 1 Mos.2H, 18; zu der zeit sollu grosse 
steine auffrichten vnd sie mit kalck tünchen. 
b Mos. 27, 2; es werden in seinem lande 
heilige steine auffgericht werden. Sach. 9, 
16; vnd^die, so im lande vmbher gehen, vnd 
etwa eines menschen bein sehen, "werden 
da bey ein mal auffrichten. Ezech. 39, 1 5 ; 
du solt dir keine seule auffrichten, welche 

18* 



r 



AUFRICUT£N 



140 



AUFRICHTIG 



der herr dein goU hasset. 5 ilfo«. 16, 22; 
gehe hin auff vnd richte dem herrn einen 
aliar auff. 2 Sam. 24, 1 8. 

4) darnach brach er auff von dannen an 
einen berg . . . vnd richtet seine hatten auff. 
1 Moi, 12, 8 ; also soltu denn die wonung 
auffrichten. 2 Ho$* 26, 30; Assur hat es 
angericht zu schiffen vnd haben feste thürm 
drinnen auffgerichtet. Jet. 23, 1 3 ; vndbawen 
das haus, das ein grosser könig Israel ge- 
bawet hat vnd auffgericht. E^ra 5, 1 1 ; bre- 
chet diesen tempei ab vnd am dritten tage 
wil ich jn auffrichten. JoA. 2, 19 ; verflucht 
sey der man für dem herrn , der diese stad 
Jeriho auffrichtet vnd bawet. /o«. 6 , 26 ; 
das man die stad Sihon bawe vnd auffrichle. 
4ifo5. 21, 27. 

5) aber zur zeit solcher königreiche, wird 
gott von himel ein königrcich auffrichten, 
das nimer mehr zustöret wird. Dan, 2, 44 ; 
herr wirst du auff diese zeit wider auffrich- 
ten das reich Israel? ai^osU gesch. 1,6; dasz 
ohngeßihr ein befehl komen sey, die zwey 
stücke Widder auffzurichten , nämhch das 
wetterleuten vnd die aposleltage zu feyren. 
de Wette hr, 3, 445; gott behüte ja gnädi- 
glich e. f. g. . . • für dem unrath , dasz e. f. 
g. sollten die winkelmessen lassen wieder 
aufrichten. 4, 307; so gar vleyssig hatt 
Christus furkummen vnd geweeret, das nie- 
mant menschen gesctz auffrichtet yn seyner 
kirchen. auff das vhirchristlich buch hochs 
ßmszers. (1521). Dij«». 

6) aber mit dir wil ich einen bund auff- 
richten. 1 Mos. 6, 18; vnd der könig schi- 
cket zu jnen, einen frieden mit jnen auff zu- 
richten. 1 Macc, 6, 60; zu einem gedechl- 
nis des auffgerichten friedens vnd bunds. 8, 
22 ; der vertrag, so in neulichkeit aufgerich- 
tet, de WeUe hr. 5, 796. 

7) aufrichten»» ermuihigen, trösten: vnd 
kömpt in solch angst vnd zagen, das jn nie- 
mand trösten noch auffrichten kan. xwo pre- 
digt auff der kindertauffe. (1540). BIj*; so 
wird dein hertz gewis zu frieden gestellet, 
auffgericht vnd getröstet, ehend. Jij^ ; sihe, 
was kostets, ein blöde erschrocken hertz 
auffzurichten vnd zu trösten, der prophet 
Sacharja. (1528). Yiij^; es gleubt kein 
mensch was für mühe dazu gehöret, das man 



ein verzagt blöde gewissen widderumb tröste 
vnd auffrichte. ebend. Tiij*^. 

8) sich auffrichten : da er solchs mit mir 
redet, richtet ich mich auff. Dan. 10, U : 
Jhesus backet sich nider vnd schreib mit dea 
fingern auff die erden, ab sie na anhielten 
jn zu fragen, richtet er sich auff. Joh, 8, 6. 
7 ; vnd meine garbe richtet sich auff vnd 
stund. 1 Mos. 37, 7. 

Aifrichteij n. der inf, des vorigen sub* 
stantivisch: so mus es zugehen ym reich 
Christi, das (dasz) da eytel auffrichten, ymer 
sich bessern vnd bessern, vber das erste buch 
Mose. (1527). viiij". 

Attfrichtigf bei Luih, noch, wie mhd. öf- 
rihtic {Ben, 2, 630), 1) gerade in die hohe 
gerichtet, aufrecht: stehe auffrichlig an? 
deine ftlsse. apost. gesch, 14, 10; also bald 
ward sie auffrichtig. Lue. 13, 13 nadk der 
sept. ausg. des n. test. v.J. 1522, später: 
also balde richtet sie sich auff. 

2) geradsinnig, ohne falsch: auffrichlig 
odder recti heissen eigentlich die, so nicht 
heucheln, sondern thun, was recht ist, keine 
person, gunst, gelt, ehre, noch ichtiges an- 
gesehen, der 1 il. psalm. (1530). Bij^; das 
wort aber, jasar(nTD;), das man zu latin. 
equitas, rectitudo vnd ich zu deudsch auffrich- 
tig heisse, ist so viel, das ein christ nicht au$ 
gunst, noch vmb lohn, noch vmb eioiger 
person ansehen willen guls thut, sondern 
aus freyem, reinen, richtigen, einfdligem 
hertzen. ebend. Giij'*; du kompst nicht er 
ein jr land ein zunemen vmb deiner gerech- 
tigkeit vnd deines auffrichtigen hertzens wil- 
len. 5 Mos. 9, 5 ; darümb zwingt die histon. 
das Abram gar einen hohen auffnchtigeo 
geist ynn dem gehabt habe, gar nicht seinen 
nutz gesucht, sondern alleine seines nehisteo. 
vber das erste b%ich Mose, (1527). miüj^; 
gott hilfft den auffrichtigen von hertzen vod 
nicht den falschhertzigen. von heimlichen 
vnd gestolen brieffen. (1529). Fij^. 

Avfrichtigi adv, recte, sincere, candidf: 
(die liebe) thut niemand keyn bobenstuck 
odder heymiichen bösen tuck vnd hinderii<^ 
sondern handelt redlich vnd auffrichtig «uter 
äugen, ausl, der ep, vnd euang. vom heii 
dreyhonige fest etc. (1525). hij*; vnd gilt 
hie nicht heuchelns vnd meuchelns, sondern 



9 t 



AUFRICHTIGKEIT 



141 



AUFRUHR 



iDus red]teh vnd auSrichüg gehandelt sein. 
ausleg. der ep, vnd euang, von ostem etc. 
0544). Eeyi\ 

Aifrlcktigkeiii /. sincerilas, laulerkeit, 
einßlUgkeit: auflrichtigkeit ist dir angenem 
(vulg. siroplicitatem diligas). 1 c^ron. 30, 17. 

ivfrichtiglichj von aufrichtig miUeUt lieh 
gebildetes odv.: er richtet den erdboden mit 
recht vnd regirt die leut auflrich liglich {ps» 
10, 9). von B. Henrico ynn Diedmar ver^ 
brand. (\b2b), Av. 

fehlt in den meisten tDÖrterbiichem, auch 
bei Grimm, doch nicht bei Den zier, 

Aifrltty m. nach Grimm tPtb, 1,712 «t- 
gentlich besuch zu pferd, zumal der fursten 
und herm mit ihrem gefolg im kloster, dann 
besuch Oberhaupt, Luth. scheint es Jedoch 
mehr im sinne von herberge, ort, wo man 
torreiten und absteigen kann, gebraucht zu 
haben: dieser (der sein gemahl muthwillig 
rerlässt) treibt seinen lauter mutwillen mit 
der ehe, helt auch sein weih vnd kind nicht 
dafür, das er ehelich bey jn wonen vnd blei- 
ben solle, sondern das er einen gewissen 
sichern aufritt wisse, wenns jn gelüste wid- 
derzukomen. das 5. 6, vnd 7. cap, s. Mal- 
(Ad. (1532). Xij«. 

Aifraekj m. was aufgerückt wird, vor- 
vurf: auch jre kinder wflrdens (der m%Uter 
schände) einen ewigen auflhick haben mfls- 
sen. tischr» 326*. später vercUtend, 

Aifrickei, einem aufrücken, vorrücken, 
ronoerfen: es heisst liebe aus reinem her- 
Uen vnd guten gewissen, das jn niemand 
scheiten noch etwas böses zeihen vnd auff- 
rucken kan. summa des christl. lebens,{ 1533). 
Bj^; wo die herrn so wol gestrafH werden 
als der pöfel vnd der pöfel so wol als die 
heim (wie die propheten thun) da kan keins 
dem andern etwas auflrlicken. dar 82. p«a/m. 
fl530). Cij*; so wirstu sehen, wie er wird 
5ack vnd seil auff binden vnd liechler lohe 
brennen, schelten, richten, auflrücken. das 
ichone con/Uemini, ( 1 530). Oij^ ; es wundert 
mich, das du dich nicht schemist in dein 
lierlz, das du mir auflruckist, wie ich wolt 
gern kein bettet orden sein, von den newen 
EcMschen buUen vnd lügen. (1520). Aiij<'; 
rücke dem nicht auff seine sUnde , der sich 
bessert Str. 8, 7 : er {der narr) gibt wenig 



vnd rücket einem viel auff. 20, 15. doch 
schlieszt aufrücken nicht immer einen vor» 
wurf ein, oß ist es bloszes vorhalten: sie 
können recht wueten (sehe ich wol) wenn 
sie recht troffen werden, die sonst yderman 
gedult, sillickeit vnd senflte leren vnd auff- 
rücken. auff des königs zu Engelland lester» 
schriffL (1527). Aiiij*»; rücke yhm also sein 
wort aufi. vber das erste buch Mose. {ib21). 
Xülj*» ; so nympt er (der für Sodom fürbitte 
einlegende Abraham) nu zum ersten für sich 
gottes gute auffs hertiste, sagt nicht, das sie 
nicht gesundiget haben, sondern ruffet seinen 

namen an, rUckt yhm seine ehre auff. ebend, 

•■•I. 
s uj''. 

schon ahd. Afrucchan gegenüber dem ni- 
derrucchan (Graffl, 434), mhd. Af rucken 
(Ben, 2, 781). 

Avfrvhr (aufrur), tumultus, aufstand, em- 
pörung, ist bei Luth,, wie iiberhaupt in der 
älteren spräche (weil mhd. die ruor , ahd. 
die hruora, bewegung) , meist f,: die auffrur 
stinckt jn zum halse heraus, ein brieff an 
die zu FranCkfort am Mein. (1533). Ej*; 
da die auffrur anfieng. einsendbrieffvondem 
harten bücMein. (1525). cj''; ich mus der 
auffrur schuld tragen, vom krieg widder die 
lürcken. (1529). Aij"; es gerate . . . zum 
krieg odder zur auffrur. wamunge an s. L 
deudschen. (1531). Aiiij"; ists nicht so auch 
gangen itzt ynd der nehisten auffrur? der 
proph. Habacuc. ( 1 526). k iij* ; die jtzund also 
scharren, pochen vnd trotzen, die waren jnn 
der beurischen auffrur so verzagt, das sie 
nicht wüsten, wo sie sotten bleiben, einser" 
mon vom creulz. (1531). Bj\ ebenso in der 
bibeliibersetzung : da aber die auffrur gros 
ward, apost. gesch. 23, 10; da es nu also 
bestellet war, richteten die Tarser vnd Mal- 
loter eine auffrhur an. 2 Macc. 4, 30 ; wel- 
cher war vmb einer auffrhur, die in der stad 
geschach, vnd vmb eines mords willen ins 
gefengnis geworffen. XtM;.23, 19; vnd kamen 
vmb in der auffrhur Köre. br. Jud. 11. doch 
begegnet neben mehreren stellen, in denen 
das genus unentschieden ist, auch entschie- 
denes m. : da aber der auffruhr gros ward. 
apost. gesch. 23, 10 in den ersten ausgg. 
des n. lest.; da machte sichderkönig eilends 
auff, das er den auffrhur stillete. 2 Macc. 



AUFRUHRER 



142 



AUFSATZ 



4, 31; vmbs auffrhurs vnd mords willen. 
Luc, 23, 25 ; vns kein schuld noch vrsach 
weder kriegs noch auffrurs mag aulfgelegl 
werden, wamunge an s, L deudschen, (1531) 
Aiiij'' ; jnn solchem bepstischen vnd pfeffis- 
sehen auflrur. ehend, Bj"; die im aufTrhur 
einen mord begangen hallen. Marc. 15, 7. 
— detn f, entspricht der pL die auffruhren : 
in schlegen, in gefengnissen, in aufTrhuren. 
2 Cor, 6, 5; in den ersten ausgg. des n. 
lest mit aulTruhren. 

Aifrahrer^ m. rebeUalor, empörer: der 
heisst ein auflrUrer, der die oherkeit vnd 
recht nicht leiden wil. wamunge an s. L 
deudschen. (1531). Büij"; hierniis kan man 
nu wol verstehen, wasjrHeinlzenvndHeintz- 
linge machet, wenn jr vns auffrhurer schel- 
tet, das wir nicht mit euch dem keiserlichen 
ediclen gehorchen. widerHans fVorsL{\ 54 1). 
Kij" ; nach dem mir etliche aüfTrürer mein 
erbkönigreich genomen haben. 1 Macc, 
15, 3. 

Aafrlhrigy seditiosus, rehellis, ein in der 
Schriftsprache ungebräuchlich gewordenes 
adj,: die auflriiürige vnd böse stad. Esra 
4, 12 (noch im 16. jh. in aufrahrisch ge^ 
ändert) ; vber eynen ofTenllichen aufTrurigen 
(Jen. 3, 129^ setzt auffrhttrischen) ist ein 
iglicher mensch beyde oberrichter vnd scharfl* 
richter. ermanunge zum fride auff die xwelff 
artickelder bawrschafft, ( 1 525.t;erm. ausg,). 
Eiiij^ 

Aafrnkrisehj was aurrahrig: das pflegt 
man aufTrhUrisch zu heissen , wenn man die 
herrn mit gottes wort straflet vnd lesset sie 
nicht frey thun, was sie wollen. Jen, 3, 
253*^; gleich wie sie mich nu auffrurisch 
schelten, vom kriege widder die Türeken. 
(1529). Aiij^; ists nicht aufrtthrisch, daszdie 
pfarren wollen selbst pfarrer wählen vnd 
entwählen, de Wette hr. 6, 60 ; man lasse 
suchen in den chronicken deiner veler, so 
wirstü fmden ... das diese stad aufirbUrisch 
vnd schedlich ist. Esra 4, .15; menge dich 
nicht vnter die auffrttrischen. spr, 24, 21. 

Avfrtthrigchi adv. sediliose: erstlich kan 
ich das zeugen mit diesen zwo scharffen 
schrifflen selbs, das ich nichts auffrurisch 
drinnen handle, originalbr. im Weim. archiv. 
N, fol. 73 {de Wette br. 4, 238); weil man 



doch sonst nicht auffruhrisch noch schwär- 
merisch predige, de Wette br. 4, 18. 

Attfhihrtevfeij m. ein den aufn^ be- 
wirkender, von den conciUJs vnd kirchen. 
(1539j. eii^ 

Avfsageiij 1) hersagen, recitare: wie ein 
Schulmeister die schfller lest jre leclion aufi- 
sagen, ob sie es können odder nicht, ein brieff 
an die xu Franckfart am Meyn. (1535). 
Giij^ ; darumb sol ein bojichter odder beken- 
ner nicht alleine sunde wissen zu erzelen, 
sondern auch daher auff sagen, was er vom 
glauben vnd Christo gelernt hat. e&end.Ciüf ; 
also das einer nach dem andern auffsage das 
vater vnser , den glauben vnd die zehen ge- 
bot, vnterricht dert?ist(aloren.(t538).Mif ; 
das a b c aufisagen. das i 6. eap. s. Johan- 
nis, (1538). Ddf. 

2) außündigen, renuntiare: ehe denn er 
seinen beruft e. f. g. wider auffsaget. dt 
Wette br. 6, 348; wiltu aber deine hulduog 
nicht auffsagen, so thue mit lust vnd lieb, 
was du in der hnldung zugesagt hast, haus- 
post. Jhena. 1559. bl. 404*. — mhd. uf 
sagen {Ben. 2^ 18). 

Avfiannclii ^ sammeln und außeben: 
wenn du dein land einerntest, soltu es nicht 
an den enden vmbherabschneiten, auch nicht 
alles gnaw auffsamlen. 3 Mos. 19, 9. 

vgl. sammeln. 

Attfsati, m, mhd. üfsatz {Ben. 2', 343. 
344), gebraucht Luth. 

1) für TtaQadoaig, traditio , statuium, 
Satzung, gebot : zu dem so ist dieser artikel 
nicht eine lere oder auffsalz ausser der schrillt 
von menschen erlichtet. Jen. 5, 490^; das 
war ein vbergebot vnd auffsalz , da mit >ii^ 
gott vber seine gebot beschweret vnd braoii- 
schelzet. die kleine anCwort. (1533). Eiiij'; 
lesen wir doch , das dier apostel haben der 
kirchen auffsetze vnd gebot gegeben vber die, 
so sie von Christo empfangen hatten. Jen. 
5, 563"*; alles was sie leben oder thun. ist 
alles mit rabinischen vnfletigen auffsetzeo 
vnd misglauben beschmeisst. von den Juden 
vndjren /ii^en. (1543). biij'; warumb vber- 
tretten deine jünger der ehesten anffsetxe? 
Matth, 15, 2; vnd hebt auff gottes wort 
durch ewer auffsetze, die jr auffgesetzt habt. 
Marc. 7, 13. 



AUFSCHABREN 



143 



AUFSCHUB 



2) außage, sehäUung: ich hab gehört wie 
dasz e. f. g. nach abgang diszes anfTsalzes 
wolle eyne andere (sie ! wohl schülzung zu 
ergänzen) ?nnd vüleicht schwerer auflsetzen. 
originalbrief im Weim. ges. arcMv. N. 108. 
41 (de WeUe hr. l, 78); sondern bat auff 
sie gelegt stewrgell, bawgell, hie geschelzl 
vüd da geschelzl mit niancherley auflsetzen. 
Jen. 3, 673*; vmb seiner tyranney, geitz vnd 
auflsalzs willen, ebend,; durch auflselz vnd 
würgen gewonnen. 3, 275". Grimm, wlb. 
1, 718 legt in den beiden zuletzt angeführ- 
ten stellen aufsatzdie bedeutungvon insidiae 
unter, was jedoch dem Zusammenhang nicfU 
entspricht, 

3) aufgeld, Zinsen: wenn dein bruiier 
darber, so leihe jm on auflsalze. Jen, 1,62"; 
der (dritte grad) ist, das wir willig vnil gerne 
leihen oder borgen sollen on allen aulTsalz 
^nd zinse. 1, 196\ 

MsAnfftm, durch scharren hervorbrinr- 
gen: wird man die ammern widder aulT 
scharren vnd vil dreyn blasen, so mUgen sie 
gewarlen wem die funcken jnn die äugen 
stieben werden. Lulh, in der vorr. zu der 
Schrift Balth. Raida's: widder das lester 
vnd lügen büchlin Agricole Phagi, Wittemb, 
1533. Aiij\ 

Aifiirhcvcheil, scheuchend aufjagen: da- 
her man die iaghunde sleuber nennet, die 
die basen vnd wild aufP scheuchen. vter(ro«(- 
lichepsalmen, (1526). GvK 

Aifsrhicbeif procrastinare, verschieben: 
die ander sechs sacrament musz ich ilzl aufT- 
schieben. antwort deutsch. (1522). Fj"; dis 
wil ich ilzl aufischieben. ein sendbrieff von 
dolmetschen, (1530). Ciiij^; die hochzeit 
lang auCTziehen vnd auflschieben ist sehr fehr- 
lich. lischr, 307'^; (gott) scheubet noch den 
trost ymer aulT. vber das erste buch Mose. 
(1527). Liiij*; mit aufschieben ... den hulffe- 
lag haben lassen gehen, de Wette br, 3, 95. 

iifseUesiei, empor, in die höhe schie- 

szen. 

1 ) schiank und schnell aufwachsen : er 
^cheusst aufl* für jm wie ein reiss vnd wie 
eine wiirtzel aus dürrem erdreich. Jes. 53,2. 

2) auftauchen: als die noch nicht ver- 
lockt vnd versuncken sind, sondern noch 



auflschiessen vnd schwimmen, vnd gerne zum 
vfer wollen. Jen, 3, 164*. 

A«fscblagcii| bei Lulh. noch aufschlalicn, 
mhd. üfslahen, üf slan (Ben, 2\ 372). 

1) aufschlagen, in die höhe schlagen, auf- 
richten, errichten: da zocli Isaac von dan- 
nen vnd schlug sein gezelt auff im gründe 
Gerar. 1 Mos. 26, 17; Jacob aber hatte 
seine hütten auflgeschlagen auf! dem berge. 
31, 25; wenn aber das beer zu lagern ist, 
sollen sie (die Leviten) die wonung aufl- 
schlahen. 4 Mos. 1, 51 ; das auch die Araber 
keine hUUen daselbs machen vnd die hirlen 
keine hurten da auff schlahen. Jes. 13, 20 ; 
lesst jm ein solchen reichen jarmarckl ver- 
gebens auffgeschlagen sein. Jen. 1,530*'; vnd 
allenthalben klapperbenckhn {s,d,) auffschlegt. 
hauspost. WiUemb. (ibAb). fesltheü. 55^ 

2) durch schlagen auf etwas befestigen: 
müssen eynem iglichen eyn huffeysen auff 
schlifhen. etn predigt sich zu hiUen für fal- 
schen propheten. (1525). Dj\ eine sprach- 
wörtliche redensart «- niemand ungetadelt 
lasseti, 

3) feuer aufschlagen , durch schlagen an 
einen stein hervorbringen : vnd uamen fewr- 
slein vnd schlugen fewer auff. 2 Macc. 1 0, 
3 ; ein gut gebet sol nicht lang sein ... ist 
gnug, wenn du ein stück oder ein halbes 
kanst kriegen, daran du in deinem hertzen 
ein fcwerUn kanst auffschlahen. /en.6, 336*. 

Aafschlicsien 9 durch schlieszen öffnen: 
da namen sie den Schlüssel vnd schlössen 
auff (sc. die thür der sommerleube), rieht, 
3, 25. 

Anfschreckcn^ aufjagen, aufspringen ma- 
chen: vnd würdest dich legen vnd niemand 
würde dich auffschrecken. Hiob 11, 19. 

mhd, dt schrecken (Ben. 2^ , 212) v, 
schrecken, ahd. screcchan «« springen ma- 
chen, 

Avfsebrelkcii , schriftlich anmerken, no-- 
tare: fieng er einen knaben aus den leuten 
ui Sucolh vnd fragt jn, der schreib (schrieb) 
jm auff die obersten zu Sucolh vnd jre el- 
testen, rieht, 8, 14. 

Aufschvb^ m. mora, dilatio, verzug, frist, 
mhd, üfschup neben einfachem schup (Ben. 
1\ 168. 169): da sie aber her zusamen ka- 
men, machet ich keinen auffschub (ndd, bibeV: 



AUFSCHÜRZEN 



144 



AUFSEIN 



vorlOgeringe) vad hielt des andern tages gc- 
riclile. apost. gesch. 2h, 17; bessert 'euch, 
das doch die plage eynen Verzug vnd lenger 
auflschub gewänne, ermanunge zum fride 
auff die zwelff artickel der hawrschafft. 
(1525). Eiiij"; da nam er einen auflschub 
vnd frist, drey läge sich darauff zu beden- 
cken. Jen. 6, 187'\ 

AvfscUrieii, sich aufschflrzen, {daskleid) 
in die höhe nehmen, gürten, tuccingere: 
er wird sich aufischürtzen vnd wird sie zu 
tisch setzen, vnd für jnen gehen vnd jnen 
dienen. Luc, 12, 37; es lautet seltzam, das 
sie das osterlam mit vngesewerten brot essen 
musten, vnd auiTgeschUrlztdazu stehen, gleich 
ab wanderleute. EüL 1, 353". 

Aufschttrzen, Alberus dict. vff schür- 
tzen, mhd. Afschürzcn {Ben. 2% 165), ist 
xusammenges. aus auf und schürzen »» 
kürzen, v. ahd. scurz kurz {Graff 6, 551). 
vgl. Weigandwlb. 1, 71. 

Aufsf hatten^ zusammen schütten, aufein^ 
ander schütten: das sie getreide aulTschül- 
ten in Pharao körn hcuser. 1 Mos. 41, 35; 
also schattet Joseph das getreide auff. v. 49. 

Anfsebei^ in doppelter bedeutung , 

1) empor, in die höhe sehen : hat er guts 
im sinn, so sihet er frölich aulT. Sir. 13,32; 
(Jesus) sähe aulT gen himel vnd dancket. 
Matth. 14, 19; sie war krum vnd künde 
nicht wol auffsehen. Luc. 13, 11; Saul, lie- 
ber bruder, sihe auff. aposl. gesch. 23, 13. 

2) auf achten, aufmerken: ein jglicher 
pfarher seine pfarkinder besuchen, warten 
vnd auffsehen sol, wie man da leret vnd lebet. 
vnlerricht der visitatorn. (1538). Alj**; ich 
bit euch, lieben brüder, jr wollet ja aufse- 
hen auf die da machen secten vnd ergernisse 
neben der lere, die jr gelernet habt. Jen. 1, 
504^ bei Grimm; Christus das haupt wolle 
auffsehen, vnd den winden vnd bälgen ein- 
hält thun. de Wette br. 5, 70S. 

AifsekcB, n. acht, aufsieht: dein auff- 
sehen bewart meinen ödem. jErto5 10, 1 %; 
er hat ein auffsehen auff seine ausserweleten. 
weish, 3, 9 ; sihe abermal wie gott so genaw 
auffsehen hat auff die seinen, vber das erste 
buch Mose. (1527).nj*; man hat mehr auff- 
sehens auff die grossen gewaltigen hansen, 
denn auff die armen leule. Jen. 4, 529^. 



Aifsekcr^ m. ein mit der aufsieht über 
etwas betrauter, Vorsteher: das heisst die 
schriflt einen rechten bisschoff, der da ist 
ein auffseher oder hUter vnd wechter. ouiL 
der ep. vnd euang. von osiem etc. (1544). 
Lv^ ; eigentlich heisst ein bisschoff ein auff- 
seher oder visilator. vnterricht der visita» 
tom. (1538). Aij^; vnd Samuel war jr auff- 
seher. 1 Sam. 19, 20; drey tausent sechs 
hundert auffseher, die das volck zum dienst 
anhielten. 2 chron. 2, 18. 

Attfseiii^ keine wahre ztuammensetzung, 
sondern mit noch fühlbar loser partikel, bei 
Luth. in folgenden antoendungen: 

1) sich erheben, aufmachen, auf die 
beine machen: vnd alles volck war frae 
auff zu yhm ym tempel. Luc. 21 , 38 nach 
der ersten ausg. des n. lest.; weh de- 
nen, die des morgens frOe auff sind, des 
sauflens sich zu vleissigen. Jes. 5, 1 1 ; lassi 
vns auff sein vnd gen Beth El ziehen. 1 
Mos, 35, 3. zumal sich erheben, auf die 
beine machen zu kämpf und empörung: 
wolan, so lasst vns auff sein vnd solteo vrir 
bei nacht hin auff ziehen vnd jre pallast ver- 
derben. Jer. 6, 5 ; Bacchides war auff mit 
seinem gantzen beer. 1 Macc. 9, 63 ; wenn 
es gott nicht geheissen hette, helle ers ny- 
mer mehr gethan, noch sich thUren vnler- 
stehen aufl zu sein widder so mechtige ko- 
nige, vber das erste buch Mose. (1527). Ij*; 
nichts desle weniger faren die im Briss^w 
vnd in der graueschaill Tyrol jmer fort mit 
empürung vnd auffrhur also vnd dermassen, 
das alles von Inssbruck an bis gen Trienl 
rege vnd auff ist. Jen. 3, 160*; wenn goUes 
wort kompt, da ist alle weit auff, da hebt 
sich toben vnd wüten an allen eodea. 
5, 54^ 

2) verzehrt sein : da aber das fleisch noch 
vnter jren zeenen war, vnd ehe es auff war, 
da ergrimmet der zorn des herrn. 4 Mos. 
1 1, 33 ; vnd lies jm des tages ein leblin bi-^^t 
geben aus der beckergassen , bis d;is alles 
brot in der stad auff war. Jer. 37, 21 ; Ju- 
dith antwortet: ich hab ein wenig mit mir 
genomen, dauon wil ich essen, da spraih 
Uolofernes selb, wenn das auff ist, das du 
mit dir bracht hast, wo her sollen wir andere 
schaffen? Jud. 12, 2. 3. 






AUFSETZEN 



145 



AUFSITZEN 



iibeliei^ wie mhä. if setzen {Ben. 2^, 
351) m vielfachen hedeutungen. 

i)sinnUeh, {dem kauple) haube, heim, 
bona, {der naee) die brille , {dem leudUer) 
die iampe aufsetzen : Jadilh setzet eine hau- 
ben aoff. JinI. 10, 3; wenn sie die spende 
nadel bas stecken oddef die hanben bas anfT- 
setzen kan. ausl, der ep. vnd euang, vom 
heH, drey konigefest etc, (1525). Jiij"; das 
bireüiD aoffselzen. das 1 4. vnd i 5. eap, s, 
Johamds, (1538). AAij^; vnd er lies des kO* 
nigs son erlür komen vnd setzet jm eine 
krön auir. 2kön, 1 1, 12; vndhfllffe ja nichts, 
ob er jm die keiser krön auff setzt, wider 
Hans Warst. (1541). Oiij''; setzt die heim 
aoir. Jer, 46» 4 ; vnd wird das ernste gericht 
anlTsetzen zum heim, weish. 5, 1 9 ; heysse 
yhn pryllen anffsetzen, das er sehen künde. 
episiel s. Pelri gepredigt, ( 1 523). Kj*' ; wenn 
da die lampen aussetzest, söhn sie also se- 
Uen, das sie aUe sieben farwerts dem leuch- 
ter scheinen. 4 Mos. 8, 2. 

2) den köpf aufsetzen »■ hartnäckig, ei- 
gemrmig sein: weil hertzog Georg seinen 
kopff anffselzt. Jen. 4, 315*; da wir sollen 
den kopfT auiTsetzen vnd nicht hören noch 
folgen, eine predigt vom verlornen scHaf, 
(1533). Ciiij*; noch setzet s. Thomas seinen 
kopffauff vnd wils nicht glenben. xwopredigt 
auff der kindertauffe. { 1 540). Liif . ebenso 
die httrner aufsetzen : vnd setzten jren kopff 
vnd hOmer auff, wollen jren eigen messia 
haben, v.d. Juden vnd jren lügen. (1543). Xij^*. 

3) aufs spiel setzen, einsetzen, wagen: 
denn wie wir gebort haben, sind wir alle- 
»mpi schflldig der gifll zu weren, wo mit 
man vermag, weil golt vns befolhen hat vn- 
sers leibs also zu pflegen, das wir sein scho- 
nen vnd warten, so er vns nioht not zuschickt, 
vnd widdemmb auch den selbigen getrost wa- 
gen vnd anffsetzen, wo es di0 not foddert. oh 
inan für d. sterben fliehen muge. { 1 527). Gv^. 

4) instituere, einsetzen, anordnen: es 
mässt auch dem bapst verboten werden, 
nebr solcher orden auflzusetzen oder be- 
steligen. Jen. l, 334**; na hat gott im alten 
lesiament den siebenden tag ausgesondert 
^d aufgesetzt zu feiern, deudsch catechtS" 
"t^. (t529).Dj'*; das mehrer teil menschen- 
lere vnd werck predigen, die sie selb erdacht 

Da«, W6rt«rbiie1i. 



vnnd auff gesetzt haben, das magnifieat ver^ 
deutscht, (1521). ciüj"; die lieben heyligen 
zu gelt kutzen auff setzenn. an den Christ» 
liehen adel. (1520). Jij"; ich hab gehört, 
wie dasz e. f. g. nach abgang diszes auff- 
satzes wolte eyne andere vnnd viUeicht 
schwerer auffsetzen. de Wette br, 1 , 78» 
hier nach dem original, vgl. aufsatz 2. 

5) steigern, wuchern im darlehn und han* 
del {vgl. aufsatz 3) : viel doctores diese wort 
dahin ziehen, als bette der herr Christus 
drin geboten also zu leihen, das niemand 
nichts auifsetzt oder gewinst daran sucht, 
sondern frey hin leihen soll. Jen. 1, 196^; 
wer also leihet, das er auffsetzt, der leihet 
nicht, so verkeuflt er auch nicht, darumb 
mns es ein wucher sein, ebend. ; betriegen 
vnd teuschen vnternander, setzen auff vnd 
machen tewrung. Jen. 5, 463* ; gleich wie 
jlzt die bawr vnd edelleute jren mutwillen 
treiben mit jrem auflsetzen, sie haben den 
boden vnd die fruchte innen, wollen nu auch 
das geld haben, 5, 466*". 

6) verleiten, verfiihren, betrügen: nicht 
vmb Heintzes willen oder die jn auffsetzen. 
wider Hans Worst. (1541). Gj"; lasst euch 
Biskia nicht auflsetzen. 2 kön. 18, 29; las 
dich deinen gott nicht anffsetzen, aufl den 
du dich verlessest. 19, 10. in den parallel" 
stellen Jes. 36, 14 und 37, 10 iibersetxt 
Luih. dasselbe wort (Kt$3) dtirc^ betriegen. 
auch die vomj. 1523 — 1528 erschienenen 
ausgg. des ersten theils des a. lest, haben 
1 Mos. 3, 13: die schlänge hat mich also 
auffgesetzt, wo für spätere ausgg. die schlänge 
betrog mich also. 

Aifsetier^ m. : darumb heisst des gesetzes 
krafft ein treiber oder auffselzer, exactor, 
die epistel des propheten Jesaia. (1526). 
Ciij^; das kein treyber mehr vber sie faren 
vnd walten kund^ das ist kein auffsetzer mit 
dem geselz vnd menschen werck. der pro'» 
phet Sacharja. (1528). Aaiiij^ 

Anfsitiei, aufsteigen, ascendere, Vorzugs» 
weise vom besteigen des pferdes gebraucht: 
da ich aber wolt auff sitzen, floch das 
thier. Verlegung des alcoran. (1542). Oiij^; 
vnd yhe nit der lenffelischen hoffart hinfurt 
zugelassen werde, das der keyser yhm {dem 
bapst) denn stegreyff halte vnd den zäum 

19 



AUFSPALTEN 



146 



AUFSTECHEN 



«eines maulpferds» wen ehr auffsitzt zufeyt- 
len. an den christlichen adßl, (1520). Füj*. 
bildlich: vnd hielt den biäschoffen den steig- 
jreifT, das sie widder auffsessen. vermang. an d, 
geistlichen. ( 1 530). Bij" ; da hat Gsau gedacht, 
nu habe icbs ynn der hand, ist sicher vnd 
^ewis« so lesset yhn gott auffsitzen vnd pran- 
gen» aber ehe er sich vmbsihet, so sttirtxet 
■er yhn. vber das erste buch Mose, (1527). 
Hmiiij'*; beyde ynn keyserthumenvndkönig- 
Teichen sihet man nichts mehr denn abfallen 
vnd auffsitzen, gerade als sey die gantze 
.weit mit yhrer öberkeit gotts turnyr vnd 
xeuterey. der .prophet Habäcuc, (1526). 
cüj^ — mhd. Ar sitzen {Ben. 2^ 331). 

Aufspalten^ durch spalten öffnen: hetts 
das meer nicht gelhan, so betten die felsen 
sich müssen auffspallen. von den Juden vnd 
jren lügen, (1543). Qif- 

Aifspameil^ sursum exlendere: vnd zu 
einem wehrd im meer darauff man die iisch- 
garn aufspannet. Exech. 26, 5 ; von En Geddi 
bis zu En Eglaim ivird man die iischgarn auff- 
spannen. 47, 10. — mhd. dt spannen (Ben. 
22,481). 

Aifspcrrei, weil auflhun, öffnen: gleych 
wie ein erwegen ehbrecheryn die äugen 
auiTsperret vnnd mit voUen äugen vmb sich 
•wirfft. wider d. falsch genantiengey Sil. stand. 
(1522). Biiij^; wir jungen mtinche sassen 
vnd sperreten maul vnd nasenauff. die kleine 
antwort. (1533). Cj^; da er (der text) nicht 
.stehet, da glotzen sie, sperren maul vnd na- 
«en aulT, vnd suchen solchen text. vom abend- 
mal Christi, (1528). Gij"; sie haben jren 
mund aufigesperret wider mich. Hiob 16, 
.1 ; alle die mich sehen, spotten mein, sper- 
ren das maul auff vnd schütteln den kopif. 
ps. 22, 8 ; jren rächen sperren sie auff wi- 
der mich, wie ein brüllender vnd reissender 
lewe. 22 > 14; da niemand eine fedder regt, 
oder den schnabel auffsperret , oder zisschet. 
Jes, 10, 14; o das werc ein trefflich ding, 
4las gleisset vnd kan äugen auffsperren. Jen. 
hf 1 53 ; vnd sperrt dem volck das maul auff 
mit solchen fawlen fratzen. von der beycht. 
(1521). fij^; damit sie nichts thun,.denn 
sperren dem Airwitzigen pöbel das maul auff. 
der prophet Sacharja. (1528). Atij*. das 
aufsperren der äugen, des mundes kann so^ 



tcohl zeichen des Spottes als der verwunde" 
rung sein. 

mhd. df sperren {Ben. 2\ 487). 

Asfsprechcii : es ist, gott lob vnd danck, 
des hanffpotzens zu Rom furcht vnd schew 
ein mal weniger worden, vnd wü das capit«! 
si quis suadente nicht mehr die leute bezaa- 
bem^ die weit kan jtzt den segen aol^precbeD. 
Jen, \, 513. offenbar s. v. a. den xoMber- 
Spruch unhräßig machen, auflösen, woßr 
sonst auc^ den segen auflhun. vgl. Ädelun§ 
wtb. 1,483. SchmellerwOf. 1,211. 

Avbpriitgen^ mhd, Af springen {Ben. 2^ 
541), ahd. üfspringen {Qraff 6, 397). 

1) in die höhe springen: sprang auff, kund 
gehen vnd stehen, apost, gesch. 3, 8; vad 
er sprang auff vnd wandelte. 14, 10; sprin- 
get er iur freuden auff. Jen. 5, 68^ ; Lucas 
sagt, wie sich der herr erfrewet hab im 
geiste, das er gleich für frewden auffge- 
sprungen ist. Eist. 1, 40 1^ 

2) wie aufhupfen, zu dienst stehen: rad 
spottet abermal des worts gotts, ob Christus 
müsse auffspringen umb eyns stinckenden 
odems willen eyns truncken pfaffen. das aa- 
der teyl widder d. hgnU. propheten. (1525). 
Oij^ hierher gehört auch einem aufspringen: 
sonst müsst man einem jgUchen aufspringen. 
tischr. 260% was Grimm wtb. 1, 743 er- 
klärt „einem zu ehre sieh erheben.*' 

Asfspnndei, eig. den spund öffnen^ dann 
öffnen überhaupt : mein schreiben wird weni^ 
newes bringen, on das ich jm gedencke die 
nasen auffzuspünden , die er so fest zuge- 
spundet hat, und nicht riechen wil, wie er 
stinckt auff das ers riechen müsse« Jen. 6. 
384^ de Wette br. 5, 35, wo anfraspon- 
den und zugespundet. 

AHfsl&tthNeni, s, aufsteubem. 

Anfstecheij durchstechen öffhen: wenn 
dyr eyn dorn dienet, das du ein scfaweer da- 
mit auflstechest. auszleg. der ep. vnd eumg. 
vom ehristag etc. (1522). iiij^ biiäiich, an 
den tag bringen, offenbaren: ich will gerne 
alls thun alles leyden, das ich nur nil wer- 
ter auffzcustechen vorursacht werde, ori^ 
nalbr. auf der bibl. zu Oolha cod. ehari, 
379. de Wette br. 1,208; wie wol der bdse 
geist ein anders drin angesehen bat. diraa 
jm mehr gelegen, denn an des bapsts geiti. 



AUFSTECKEN 



141 



AUFSTEUBERN 



er het es sonst lengest selbs aui%estocheii. 
Jen. 1, 519*. 

liftteckeSt stecken auf etwas: vnd er 
steckt des Nlcanors kopff aulT. 2 Mace. 1 5, 
35; kertcen auffstecken. das 5. 6. vnd 7. 
cap. s. MüHhei. (1532). nnij*. 

Aibtehei^ mhd, M st^n, üf slÄn {Ben, 2\ 
575. 576), ahd. üistin. üfstän neben fif- 
slandan {Graff 6, 594. 606). anfangs be- 
gegnet bei Luth. noch der imp, stand auf: 
stand auiT las dich erleuchten Hierusalem. 
auii der ep. vnd euang. von christag etc. 
( 1 522). Zz iij* ; da erscheyn (erschien) der 
engel des herren dem Joseph ym trawm vnd 
sprach stand auff. Matth. 2, 1 3 in den bei- 
den ersten ausgg, des n. test.; nieydlin ich 
sage dyr stand aufl. Marc. 5, 4 1 «• öfter. 

1) aufstehen, sich erheben (vom lager, 
sitze, boden, auch vom schlafe, mahle^ ge- 
bete): so stehet jr morgens früe aufl vnd 
ziehet ewr Strasse. 1 Mos. 19, 2; vnd des 
morgens vor tage stund er aufT vnd gieng 
hinaus. Marc. 1, 35; vnd ob er nicht aulT- 
stehet vnd gibt jm darumb, das er sein freund 
ist, so wird er doch vrob seines vnverschamp- 
teo geilens willen aulTstehen vnd jm geben 
^ie viel er bedarlT. Luc. 1 1, 8 ; da stund er 
aulTvoD seinem sluel. r4cA(. 3, 20; (Jesus) 
stund auJQT vnd wolt lesen. Xuc. 4, 16; da 
stund Dauid aufT von der erden. 2 Sam. 12, 
20: wenn wiltu auflslehen von deinem 
^^hlaff? tfr. 6, 9 ; das die stunde da ist aufT 
w stehen vom schlafT. Rom. 13,11; vnd 
^^T könig stund auff vom mahl vnd vom wein. 
^*^. 1, 7 ; stund er vom abendmal aufl*. Joh. 
13,4; vnd er stand aufT von dem gebet. 
^^c. 22, 45. sprüchwort: früe aufistehcn 
^^d früe freien, das sol niemand gerewen. 
^^' 2, 159% 

2) vom tode aufstehen, auferstehen: wer- 
<}en die verstorbene auilstehen vnd dir dan- 
^^^lil ps. 88, 14; die greber dielen sich 
3ufr vnd stunden auff vil leibe der heiligen. 
^^Uh. 27, 52 ; die todlen stehen auff. Luc. 
7*22; so werden sie auch nicht gleuben, 
«Memand von den todten auffstflnde. 16,31. 

^) ««/^commeii, entstehen, sich erheben: 
»irnacb wird ein roechtigerkOnigauffstehen. 
'^on. 11, 3; das sind fehrliche sachen,. wo] 



irrunge, zwitracht und secten unter den 
Christen auffstehen. de Wette br, 2, 575; 
stehe auff nord wind vndk4>n sudwiod. hohe^ 
Ued. 4, 16. 

infaleigeii^ mhd. üf sttgen (Ben. 2^, 631), 
Mipor, in die höhe steigen^ gegensatx von 
niedersteigen: es gehet nicht also zu wie du 
aufsteigest auffeiner leiternyns haus, «ermon- 
von dem saeramen$. (1526). Bj*"; sihe eine 
leiter stund auff erden, die raret mit der 
spitzen an den himel, vnd sihe die engel 
gottes stiegen dran auff vnd nider. 1 Mos. 
28, 12 ; vnd die engel gottis aufl vnd nydder 
steygen atiff des menschen son. Joh. 1, 51 
im n. test. v. J. 1 522 ; nach diesen sähe er 
ander sieben küe aus dem wasser auffstei- 
gen. 1 Mos, 41, 3; die sieben magere vnd 
heslicbe ktie, die nach jenen auffgestigen 
sind. 41, 27; das thier, das aus dem ab- 
grund auffsteiget. offenb. Joh. II, 7; der 
rauch jrer qnal wird auffsteigen von ewig- 
keit zu ewigkeit. 14, 11; sein königreich 
steig auff (kam empor) vmb seins volcks Is~ 
rael willen. 1 chron. 15, 2 ; er lesst solche 
siedde vnd hirschafften wol ein wenig auff- 
steygen vnd anfahen, aber ehe sie sich vmb- 
sehen, stösl er sie zuboden. der 121 .psakn. 
(1524). Biiij^ 

A«fsteigei| n. ascensus: daselbs hastu 
mein bette besudelt mit dem auffsteigen. 1 
Mos. 49, 4; darumb ist gesang, reden, 
pfeiffen, wenn das hertzlich auffsteigen nicht 
da ist, gleich ein gebet als die butzen in der 
menschen garten sind. Jen, 1, 71'*. 

Anfstellei, in folgenden stellen s. v. a.* 
anstellen: noch erger aber ists, das sie ei- 
nen andern (sc. prediger) an des Verstösse« 
nen stat auffstellen on ewer erlaub. Jen. 5, 
327*; weil sie keine frome, gelerte leute 
mehr haben, die fUr sie fechten vnd schreien 
wollen, stellen sie lose buhen auff. 6, 329'« 

Asfsterken^ ^/etcAvteimif ansterben: dasz 
zu der zeit des geistlichen rechts nicht den 
freunden hatte können auisterben ohn son- 
derlich teslament, sondern den ofBciis heim 
gefallen wäre, de Wette br. 4, 403. 

kmhitwihtrmy bei Ma aler aufstäuben, auf- 
scheuchen, aufjagen: nu aber solche jaghunde, 
ja teuffei hinter vns sind vnd vns auffsleubem, 
so müssen wir wol munter werden, verma^ 

19* 



AUFSTOSZEN 



148 



AUFTHUN 



nung sntm saeratnefU. (1537). GiijW vgl, 
aussleubern u. steuber. 

kwtgUtatm, durch stoszen öffnen: er war 
vns zu starck vnd sties die thür auff vnd lieff 
dauoiL Snsanna 39 ; das er ist hin gangen 
vnd die fahne genomen als ein siegender hellt 
vnd da mit die thor aufl geatossen. von 
Jhesu Christo. (1533). Jiij*. 

Anfstiitiig, xwUtig, uneim: {der teufet) 
macht, das man vnd weih offt mit einander 
auffstatzig werden, der lieb vergessen, wer- 
den vber . einander vngedultig vnd müssen 
doch bey einander bleiben. Jen. 5, 340^. 

AHfiaigei, an den tag bringen, offenba-- 
ren: damit sein vnd seiner, verwandten teu- 
felischen irthumb, gotteslesterung, verzwei- 
uelt schalckheit vnd bosheit nicht für den 
leuten ofleqtlicher auffgetaget vnd er zu der 
reformation gedrungen werde. Jen. 6, 357^. 

Attfthaaen (anfftawen), regelari, Uque" 
fieri. 1) eigentlich: so kan ia niemand sa- 
gen, das golt ein fewr odder hitze dazu ge- 
brauche, wie wir thun müssen, wenn wir 
etwas wollen aufiftawen lassen, der 147. 
psalm. (1532).Eij*; vom ödem gottes kompt 
frost vnd grosse wasser, wenn er auffthawen 
lesst. Hioh 37, 10; er lesst seinen wind 
wehen, so thawets auff. ps, 147, 18. 

2) bildlich: durch den geist golles er- 
^ weicht vnd auffgelawet. Jen. 5, 470**; wir 
sind aufigctawet von dem grawsaroen frost 
der bepsllichen tyranney. ebend. 

AttftkUy bei Lulh, in zwei hauptbedeu" 
tungen, wovon die des öffnens, wie nhd. 
Überhaupt, bei weitem vorherrscht. 

\) da aufthun »» öffnen in d. bibel wohl an 
zweihunderlmal begegnet, so genügt es hier 
nur aus ihr belege für die hauptsächlichsten 
anwendungen auszuschreiben: 

a) für das öffnen von thor, thür, fenster: 
als sie Petrus stimme erkandte, that sie das 
thor nicht auff für freuden. apost, gesch. 
12, 14; man sol die thor Jerusalem nicht 
auffthun, bis das die sonne heis werde. Neh. 
1, 3 ; niemand thet die thttr der leuben auff. 
rieht. 3, 15; Samuel thet die thflr auff am 
faause des herm. 1 Sam. 3, 1 5 ; vnd theten 
sich auff die fenster des himets. 1 Mos. 1, 
1 1 ; nach vierzig tagen thet Noah das fenster 
auff an dem kästen. 8, 6. statt die thore der 



atad auffUiun heiszH es awsh die stad auff- 
thun: da that man jm alle stedteauff. 1 Jfoee. 
11, 2. auch kann der aec. ganz ausbUi" 
ben: thu mir auff liebe freundin. hohdUd 
5, 2; da stund ich auff, das ich meinem 
freunde aufftheU 5, 5 ; klopffet an, so wird 
euch auffgetban. Matth. 7, 7. 

b) des mundes (der tippen), um zu reden: 
darnach thet Hiob seinen mund auff vndver* 
flucht seinen tag. Biob 3, 1 ; ah das goll 
mit mir redet vnd thet seine Uppen auff. 11, 
5 ; thu deinen mund auff für die stummen. 
spr. 31,8; vnd er that seinen mund aulT, 
lerel sie vnd sprach. Matth, 5, 2; da wü 
keiner das maul auffthun oder (wie man 
sagt) der katze die schellen anbinden, dat 
lA.vndib.cap.s.Johannis. (1538). Hhiüj^ 
oder um zu verschlingen: verflucht sebla 
auff der erden, die jr maul hat auffgethu 
vnd deines bruders blut von deinen henden 
empfangen. 1 Mos. 4 11; vnd als er diese 
wort halte alle ausgeredl, zureis die erden 
vnter jnen, vnd thet jren mund Buß, vnd ver- 
schlang sie. 4 Mos. 16, 31. 32. 

c) äugen und obren aufthun : welchs tags 
jr da von esset, so werden ewre äugen auff 
gethan. 1 Mos. 3, 5 ; darnach thet der ksabe 
seine äugen auff. 2 kön. 4, 35; wie sind 
deine äugen. auffgetban? Joh. 9, 10; alsbald 
thaten sich seine obren auff. Marc, 7, 35; 
die obren hastu mir auffgetban. ps. 40, 7. 

d) die bände aufthun, zum geben öffnen : 
wenn deiner brUder jrgcnd einer arm ist . . 
so sollu dein hertz nicht verherten, noch 
deine band zuhalten gegen deinem armen 
bruder, sondern soll sie jm auffthun, vnd jm 
leihen nach dem er mangelt. 5 Mos. 15, 7. 
8; du thust deine band auff vnd erfüllest 
alles, was lebet mit wolgefallen. ps. 145,!^* 

e) das herz aufthun, es für die aufnähme 
des Wortes gottes erschlieszen: (Lydia) Ü)at 
der herr das hertz auff, das sie drauff acht 
hatte, was von Paulo geredt ward. aposL 
gesch. 16, 14. 

f) die Schrift aufthun ist sie ausletfen: 
Paulus redet mit jnen auff drey sabbalhen 
aus der schrifft, thet sie jnen auff, vnd legets 
jnen für, das Christus muste leiden vnd «u8- 
erstehen von den todten. aposL gesdk. 17» 
2. 3. 



AUFTRAGEN 



149 



AUFWACHEN 



g) ein liuch aulthun, aufsMagen: vnd 
Esn thet das buch aulT für dem gantien 
voick • . . vnd da ers auflthet, stund alles 
folck. Neh, S, b] das gericht ward gehalten 
md die bücher wurden auffgelhan. Dan. 7, 
10; wer ist wirdig das buch aulbulhun? 
ojfeii6. Joh. 5, 2. 

k) noch einige gemiechte beitpiele: als 
DU im gantzen lande thewrnng war» thel Jo- 
seph allenthalben kornheuser auiT. 1 Mos, 
41, 56; da aber einer seinen sack aufithet, 
<ias er seinem esel futter gebe in der her* 
berge, ward er gewar seines geldes, das 
oben im sack lag. 42, 27 ; vnd da sie es 
{das kästiein) auilUiet, sähe sie das kind. 2 
Mos. 2, 6 ; da thet sie anff einen milchlopff 
vod gab jm zu trincken. rieht. 4,19; vnd 
iheten jre schetze auff vnd schenckten jm 
gold Weyrauch vnd myrrhen. Mailh. 2, 11. 

2} einigemal gebraucht Luth, aufthun 
üuch im sinne von anthun, zufügen, herei" 
tetit welche bedeutung Jedenfalls aus der 
des außegens, aufsetzens oben auf etwas 
ehlsprungen ist : vnd wollet vuscrm euange* 
lio, das, gott lob, jtzt widerumb blühet, ja 
Uin Unehre auflXhun durch ewern abfall. 
J^.2,\Z2'; warümb thut er yhm die 
schände auff? vber das erste buch Mose. 
(1527). yiiij^; one das der teufel vnd seine 
glieder aus solchem funcken gern ein gros 
/ewr auffbliesen, vnd abo den feinden eine 
freude, dem Tflrcken ein gelechter, dem 
euaogelio eine sonderliche schände aufllheten. 
Jtn, 8, 45*. 

Auflhun, wüid, Af tuon {Ben. 3, 141), er- 
icheinl zuerst in den Windberger ps. des 
Vljh. (Graff 5, 315); ahd. galt für ape- 
nre das mit untrennbarer partikel gebildete 
aülloan, intoan {Graff 5, 317. 318), mftd. 
eoiuoQ St. enttuon {Ben. 3, 144), was nhd. 
eniihun lauten würde, aber längst erloschen 
ist. 

iiftragei^ iffiponere, aufsetzen, 1) vinn 
'royen der speisen auf den tisch: vnd er 
trug auff butter vnd milch vnd von dem kalbe, 
das er zubereitet halte, vnd satsts jnen für. 
1 Mos, 1 8, 8 ; vnd man trug jm besonders 
duir, vnd jenen auch besonders. 43, 32 ; vnd 
da er wider heim kam, hies er jm brot auff- 
^agea. 2 Sam. 12, 20 ; vnd trug jren wein 



auff. spr, 9,2; wo der wirt reich, milde 
vnd kostfrey ist, gnug aufltragen lesst vnd 
vmbsonst speiset, hauspost, Jhena. (1559). 
W. 279% 

2) gotte auftragen» op/em, zu eigengeben : 
wenig vnd ganti hoch geistliche menschen 
müssen das sein, die in ehre vnd lob blos 
gelassen vnd gleich bleiben, das sie sich der- 
selben nicht annemen, gutdüncken vnd ge- 
fallen darinnen haben, sondern ganlzfrey vnd 
ledig bleiben, alle jre ehre vndnamen gott zu 
rechnen, jm allein aufftragen. Jen, \, 264. 
analoge beisp, aus P ei ff er mysl. bei Ben. 
3, 72. vgl. auch Schmeller wtb. 1, 482. 

ABftreifceni 1) aufjagen: triebe man sie 
(etne sau) auff, solt sie wol krochtzen. von 
den Juden vnd Jren lügen. (1543). kiiij^ 
2) ausfindig machen, herbeischaffen: wer 
sichynn goUfrewenvnd Undiglich leben will, 
dem wirt der tenffel eyn creutz aufftreyben, 
das er yhn von der meynung jage vnd wende 
seyn hertz vmb. auszleg. der ep, vnd euang, 
des aduents. (1522). AAj\ 3) abstracl: alle 
die solchen glauben nicht haben, sondern 
vermessen sich die mess als ein opffer auff zu 
treiben, vnd jr ampt gott furtragen, das sind 
olgötzen. Jen, l, 315". 

Anftreten^ eigentlich emporlreten, woraus 
die bedeutung des hervortretens sich leicht 
entwickelte: vnd alle seine sOne vnd töchter 
traten auff, das sie jn trösten. 1 Mos, 37, 
35; aber am letzten tage . . . trat Jhesus 
auffy rieff vnd sprach. Joh. 7, 7 ; da trat Pe» 
Irus auff mit den eilffen, hub auff seine 
stimme vnd redete zu jnen. apost. gesch. 2, 
14; wenn etwa ein schuster wolt in der 
kirchen aufflrelen vnd die leule straffen, das 
sie nicht alle solche schuhe trügen, die er 
gemacht, ausl. der ep. vnd euang. von ostem 
elc, (1544). niiij"; die kOnigin von mitlag 
wird aufflreten am jüngsten gerichte mit 
diesem geschlecht vnd wird es verdammen. 
Matth. 12, 42; es sol kein einzelerzeuge 
wider jemand aufftreten. 5 Mos. 19, 15; 
der herr ist auffgetretten die vOlcker zurich- 
ten. Jes. 3, 13; jr seid auffgetreten an ewr 
veter stat. 4 Mos, 32, 14. 

Aifwachen, erwad^en, 1) von schlaf und 
tod: da nu Jacob von seinem schlaff auff- 
wachte. 1 Mos. 28, 16; {Simson) wachet 



AUFWACHSEN 



150 



AUFW£aF£X 



aufT von seinem schlaff, rieht, 16, 14; wache 
auff, der du schieffest. Epbes. 5, 14; vnd 
viele, so vnter der erden schlaffen ligen wer* 
den auffwachen. Dan. 12, 2; der knabe isl 
nichl auffgewaclit. 2 kön. A, 31. 

2) bildlich: wach auff meine ehre, wach 
auff psalLer vnd harffe. ps. 57, 9 ; weh dem. 
der zum hollz spricht, wach auff. Hab, 

2, 15. 

vgl. auferwachen. 

AalWaciisen^ in die höhe, empor wachsen : 
wilde rebhn, so da wollen mit auffwachsen. 
das lA.vnd Ib.cap. s, Johannis. (1538). 
dddij*' ; gott der herr lies auffwachsen aus der 
erden allerley bewme. 1 Mos. 2, 9; wie wil 
den nu vernunfft vnd sonderlich christliche 
liebe das leyden, das sie {die JUnder) vnge* 
zogen auffwachsen. an die radherm.(ib2i). 
Bijl^ ; vnd hielt einen rat mit den jungen, die 
mit jm auff gewachsen waren. 1 kön. 1 2, 8. 

Aafwartei^ n. einen beleg s. unter achlnng. 

AsfirartS) bei Luth. richtiger aufwerts, 
in die höhe: wer weis, ob der ödem 
der menschen auff werts fare, vnd der 
ödem des vihes vnterwerts vnler die erden 
fare? pr6d. 3, 21. — statt des genitivischen 
Werts älter-nhd. accusativisches wert ; noch 
bei H. Sachs aufwert, mhd. üfwärt {Ben. 

3, 598). 

Aafweckeii, mhd. 6f wecken (Ben. 3,451), 
excitare, suscitare, 1) aus dem schlafe t«e- 
cken, munter, wach machen : (Jesus) schlieff 
auff einem küssen, vnd sie weckten jn auff. 
Marc. 4, 38 ; Lazarus vnser freund schlefft, 
aber ich gehe hin, das ich jn auffwecke. Joh, 
11, 11; der engel kam wider vnd wecket 
mich auff, wie einer vom schlaff erweckt 
wird. Sach. 4,1. 

2) vom tode : wecket die lodten auff. Matth, 
1 0, 8. vgl. auffer wecken. 

3) suscilare : ich werde hirten im lande 
auffwecken, die das verschmachte nicht be- 
suchen. Sadh, 11, 16; der herr wird aus- 
zihen wie ein rise, er wird den einer auff- 
wecken wie ein kriegsman. Jes. 42, 13. 

Asfwefkeij n. substantivisch verwandter 
inf.: hierausz ist leychtlich tzu mercken, 
das eyn spugnisz ist geweszen mit Samuels 
auffwecken. ßusxleg. der ep. vnd euang, 
vom christag etc. (1522). flTiij*. 



Aftfwcrfen^ in die hohe werfen , auffid- 
ten, erfteban, eigentUeh und büäiich, 

1 ) sinnliche bedeutungen, a) -das mau! 
auffwerfen : seinen kopff wird er schattdo. 
vnd in die laust lachen, dein spotten vnd das 
maul auffwerffen. Sir, 12, 19; was ich re- 
det oder thet, das must verspoltet sein, dx 
rümpften sie die nascn, schOUelten den kopff 
vnd worffen das maul auff. der 1 09. psalm, 
(1535). Fj^ ; darüber sollen könige, fürslen 
vnd herrn billich toll vnd vnsinnig werden, 
das ein armer Sünder sie so gar hoch ver- 
acht, vnd sie allesampt in einen haoffen wiHTi 
vnd tril, gehet vnd sihet vber sie hin, ab 
legen nichts anders, denn slrohelmer da im 
wege, wirfft das maul auff vnd spricht, wer 
ligt da? Jen, 5, 51*; ich woll zom wenig- 
sten den rüssel auffwerffen vnd sagen, das 
diese wort ChrisU noch feststehen. {\b21\. 
e j'* ; wenn solche Thrasones jre meuchdev 
begangen, werffen sie den rüssel auff viid 
sind küne eisenfresser. wider Hans Woni. 
(1541). Niij''. 

b) erde, hügel, wall aufwerfen : apbar das 
heisst solche erden, die lose ist, als were sie 
zumalmet, wie die maulworff auffwerffen. 
vber das erste buch Mose. (1527). Eej'; 
vnd hügel auffgeworffen waren am wege, 
darunter man die ersclilagenen mit hauffen 
begraben halte. 1 Maec. 11, 4; wenn man 
die schult {erdwall, vulg, aggerem) auff- 
werffen wird. Exech. 17, 17. 

c) panier aufwerfen, errichten, on/WrA- 
ten: im namen vnsers golles werffen wir 
panier auff. ps, 20, 6; er wird ein panir 
auffwerffen, ferne vnter den beiden. Jes. 
5, 26. 

2) einen zum gott, hanpt aufwerfen, er- 
heben: diese worl sind eben geredl auffs 
allerge waltigst wider die Arrianer vnd alle 
ketzer, jüden vnd vnchristen, die da sagen 
vnd rhümen, sie gleuben nur an einen golU 
der himel vnd erden geschaffen hat vnd vmb 
des artikels willen vns Christen verdanunen, 
als die wir einen andern {zweiten) gott auff- 
werffen. /en. 6, 188*; die beiden, die ybr 
datum auff gewalt vnd hyrschafft ste11e(en, 
wurffen yhren Juppiter zum hohisten gotl 
auff. deudsch eatechismus. (1529). Bij' ; M 
vns einen heubtman auffwerffen. 4 Mos» Ut 



AUPWERPEN 



151 



AUFZIEHEN 



4; sie wurden hatstarrig vnd wuHfen ein 
heobt aufi, dag sie sich wendeten zu jrer 
dtenstbarkeit. Neh» 9, 1 7 ; wenn goll einem 
Toick bat wollen hellTen, hat ers nicht mit 
bflchern gethan, sondern nicht anders, denn 
das er einen man oder zween hat auffge« 
worffeo, der regiret besser, denn alle schrifft 
md gesetze. vber das erste buch Mose, 
11527). SijK 

3) oft ist anfwerfen hloszes erheben, er^ 
hohen, empor j hervor heben : (goU) hat den 
Esaa erfur gezogen vnd aufTgeworffen, das er 
empor schwebte bey zweyhunderl iaren, ynn 
des inuste Jacob ymer schwach vnd gering 
bleiben, vber das erste buch Mose, (1527). 
ccj'; also sehen wir in allen historien vnd 
erfarnng, wie er ein reich auffwirflt, das ander 
Dyder, ein fifrslenthumb erhebt, das ander vor» 
dnickt. das magnifieat. (1521). iiij"; damit 
tnistet er {d. proph. Habacue) sich vnd die sei* 
Den, trotzt auch vnd spottet des babylonischen 
goiLs welchen die Babylonier so hoch auff- 
werffen. 3, 261*; vnser leiden vnd creulz 
nicht also sol auffgeworffen werden, das wir 
dadurch selig werden. Jen. 5, 311''. 

4) häufiger noch gebraucht Luther auf- 
werfen für aufstellen, hinstellen, vorlegen, 
darlegen, für welche bedeutungen Grimm 
^ib. 1, 777 zahlreiche belege gibt, wovon 
jedoch einige besser xu 3 gezogen werden : 
nu antwort Paulus auiT eine frage, die er 
auch yn andern epist. aufTwirfft. sermon von 
ierheubtsumma gottes gepots, (1 526). c iij*^ ; 
^'ie leider bisher geschehen ist . . . das man 
der lauffe gar nichts geachtet, sondern weit 
hioder sich gesetzt vnd schier gar vergessen 
hat, vnd dafür vnser eigen menschen werck 
^nd maneherley orden auffgeworffen vnd an 
jre sUd gesetzt. Jen, 6, 29 5^ 

5) sich aufwerfen, sich erheben, sich für 
fi^as erklären: dieser geist (Thomas Mün* 
'fr) hat sich nu bey dreien jaren Ircdlich 
gerhQmet vnd auflgeworffen vnd hat doch bis 
her nicht ein thetlin gethan. ein brie/f an 
die zu Franekfort am Mein. (1533). Eiij"; 
^riT dich selbs nicht auff, das du nicht fal- 
lest. Str. 1, 36; das ists nu, das den heili- 
gen apostel s. Johannes verursacht hat, seine 
«pistel zn schreiben, weil sich bereit solch 
teufels gesinde allenthalben geregt vnd ge- 



funden hat, die doch auch des euangelij vnd 
Christi sich rhUmetcn vnd christliche brüder 
hiessen vnd sich auffwarlTen als gelerter vnd 
heiliger denn die apostel selbs. Jen. 6, 47"^ 
vnd der kOnig wird thun was er wil, vnd 
wird sich erheben vnd auffweriTen wider 
alles das gott ist. Dan. 11, 36; da vemam 
er, das sich Philippus da auflgeworffen hatte 
für einen kOnig. 1 Macc. 6, 63. 

mhd. Af werfen {Ben. 3, 735. 736). 

AsMgehen^ mhd. üfwischen (Ben. 3, 
764), Luth. aufwttschen, rasch au/fahren: 
wo die kleineste zee getretlen wird, da 
wttsschet der gantze leib aufi". das 1 7. cap. 
Johannis. (1530). MijK diese bedeutungvon 
aufwischen ist heule in der Schriftsprache 
veraltet und nur noch die gleichfalls alte 
von detergere üblich. 

AttfwoUcii^ sich (zur hiUfe) erheben wol- 
len: weil denn die elenden verstöret werden 
vnd die armen seuiTzen, wil ich aufl*, spricht 
der herr. ps. 1 2, 6. vgl. aufsein. 

AHfiamen^ den xaum anlegen: gleych 
als wenn ich wolte eynen man darmit er- 
schrecken, das ich yhm seyn rosz aufftzeu- 
met vnd yhn daraulT reytten liesse. eyn mü- 
siue an Harttmutt vonn Cronberg. (1522). 
Aij*'; die dritten sind die hohen, reichen 
geister von gottes gnaden auffgezeumet, die 
von natur vnd leibs geschick tüchtig sind zur 
ehe vnd bleiben doch willigHch on ehe. Jen. 
2, 151K 

Aifielehneni Luih. aufzeichen für auf« 
zeichenen, notieren, anmerken: die andern 
aber, so es nicht besser können, möchten 
wol hieraus etliche sttick auffzeichen. ver- 
mahnung zum saerament. ( 1 537). Bij* ; man 
mus mit der feder da sein vnd auffzeichen, 
was jm vnter dem lesen vnd studiren sonder- 
lich eingeben ist, das ers mercken vnd be- 
halten könne. Jer. 8, 149"; was aber mehr 
von Josaphat zu sagen ist . . . sihe das ist 
geschrieben in den geschichten Jehu, des 
sons Hanani, die er aulTgezeichent hat ins 
buch der könige Israel. 2 ehron. 20, 34. 

AalMehen^ in die hohe xiehen, grosz-^ 
ziehen, erziehen (vgl. auferziehen). 1) vnd 
da die thor zu Jerusalem auffgezogen waren. 
iVeft. 13, 19. wie Luth. das aufziehen der 
thore verstanden hat^ können wir nichi 



AUFZIEHEN 



152 



AUGE 



tagen, bemerken aber, dasz die sUüe nach 
dem hebräischen heisxen musx : „da es dun' 
hei geworden war in den Ihoren Jeruso' 
lems." 

2) elevare: er (goU) zeucht die nebel auff 
vom ende der erden. Jer. 10, 13. 51, 16. 

3) edueere, ed%icare, erziehen : einer haus 
multer gebttrt die kinder geberen» seugen 
vnd aufTzuziehen. wie das geselze vnd evan^ 
gelion recht gründlich zu vnlerscheiden sind. 
(1532). Aiij"; ha solcher leute zeucht man 
viel aulT mit einem kttbel voll milch, wider 
Hans Warst, (1541). Niiij"; wie ein frumer 
weiser vater sein kind aulTzeuchl, so hat göll 
mit diesem volck auch gcfaren. der prophet 
Sacharja. (1528). Ej"; als er (Moses) ober 
hin geworlTen ward, nam jn die tochler Pha* 
raonis auff vnd zoch jn auff zu einem son. 
aposl, geseh, 7, 21 ; jr veter reitzet ewre 
kinder nicht zu zom, sondern ziehet sie auff 
in der zucht vnd vermanung zu dem herrn. 
Ephes, 6, 4 ; wo ein vater nicht allein ver- 
mag sein kind auffziehen, nimpt er ein Schul- 
meister dazu, deudsch catechismus. ( 1 529). 
Fiij* ; e. k. f. g. selbs allzu wol wissen, das 
junge leule aurzuzihen sind des grossen 
mangels halben hin vnd wider zum predigt- 
amt. Burkhardt briefw, 317. 

4) einen aufziehen, hinhalten: da aber 
Felix solchs hOret, zoch er sie auff. apost, 
gesch. 24, 22; kdmpt es nicht so bald wie 
du sihest, das golt Abraham auffgezogen hat, 
so las nicht abe. vber das erste buch Mose, 
(1527). giij"; alle weit nu lange zeit her mit 
reichstagen vnd concilijs vertröstet vnd auff- 
gezogen. vermanung an die geistlichen. 
(1530). Aij^ etwas aufziehen, aufschieben: 
dazu hat er vns das sehen auch nicht ver- 
sagt, sondern zugesagt, alleine das es auffge- 
zogen vnd gespart wird bis auff den jüngsten 
tag. das diese warte Christi noch fest stehen. 
(1527). liij*"; die hochzeit lang auffziehen 
vnd auffschieben ist sehr fehrlich. tischr, 
307*; vor zeiten jr viel die tauffe der kinder 
gesparet vnd auffgezogen. ebend. 1 59^. 

5) aufziehen im gegensatz zu abziehen: 
was nu e. k. f. g. schaHl beyde mit dem vo- 
rigen pfarrer abzuziehen vnd mit diesem ge- 
nannten aufzuziehen, lasz ich gott walten. 
de Wette br. 3, 49. 

L \ji -^_ 



schon ahd. Afziuhan (Graffb, 607), mhd. 
Afziuhen (Ben. 3, 924. 925). 

Attfkiehingf f. er Ziehung: dasselb (gottes 
wort) helffen mit allem fleis erhalten ftlr tds 
vnd vnser nachkomen, sonderlich durch er- 
haltung guter schulen vnd auffziehung der 
jugent. Jen. 8, 296i>. 

Avbag, m. mhd. dhnc (Ben. 3, 931), Ver- 
zug, auf Schub: das macht der auffzug gött- 
licher gnaden vnd hulff, das die seel sorget, 
sie sey verlassen vnd verdampt. Jen, 1, 44; 
nu ist der aufzug die länge ßihrlich. de WtiU 
br. 2, 380. 

Asgapfei^ augenapfel, m. mhd. ougeappel 
{Sumerl. 30, 31), ahd. ougaphul {Graf \, 
174), die häutige, das Hecht empfangende 
kugel im äuge: las tag vnd nacht threoen 
herab fliessen wie ein bach, hdre auch nicht 
auff, vnd dein augapffel lasse nicht abe. klagl. 
Jer. 2, 18. figürlich auch liebstes, was man 
sorgfältig schützt, wie das- äuge: er behatel 
jn wie sein augapffel. 5 Mbs. 32, 10; wer 
euch anlastet, der lastet seinen augenapflfel 
an. Sach. 2, 8. die bibeln des 1 6. jh, be- 
halten an dieser stelle augenapfel bei, vie 
auch die nd. bibel v.J. 1561 hier ogen- 
appel, sonst aber ogeappel hat. 

Aigbraae s. augenbraune, 

iage^ n. mhd. ouge (Ben. 2, 451), ahd. 
ougä {Graff 1, 122), goth. dng6 (Matüi. ^, 
22), jedenfalls mit skr. akshi, gr. oxog, IsJL 
oculus zu einer und derselben würzet, die 
sich aber nicht bestimmt nachweisen läi:L 

Bedeutungen und redensarlen, 

1 ) wie die heil, schrifl gott hände, arme, 
ohren etc. zwchreibt, so redet sie auch vtm 
dem äuge und von den äugen des herm : des 
herrn äuge sieht auff die so jn itlrchten. p«. 
33, 18; die äugen des herm sehen auff die 
gerechten. 34, 16; herr neige deine obren 
vnd höre. Ihn deine äugen auff vnd sifae. 2 
kön. 19, 1 6 ; so las nu mein gott, deine au* 
gen offen sein, vnd deine ohren auffmerdeD 
auffs gebet an dieser stet. 2 chron, 6, 40: 
aber die erde war verderbet für goltes augen- 
1 Mos. 6, 1 1 . 

2) das äuge als Sehorgan des menst^ 
liehen und thierischen körpers : vnd es begal) 
sich, da Isaac alt war worden, das seine äugen 
tunckel worden zu sehen. 1 Mos. 27, 1 i 



AUGE 



153; 



AUGE 



darin wil ich mit euch einen bund machen, 
das ich euch allen das rechte äuge aussteche. 
1 Sam. 11, 2; (David) war braunlichl mit 
scbdnen augeo. 16, 12; seine {des <Mer9) 
äugen sehen ferne. Hiob 39, 29 ; wenn aber 
der laulH der frttelinge herde war, legte er 
diese stehe in die rinnen für die äugen der 
herde. 1 Mo$. 30, 41. 

3) figürlich gehraucht Luth, auc^ äuge 
von den knospen des weinstocks : der feigen- 
bawm hat knoten gewonnen, die weinstöcke 
haben äugen gewonnen. hoheL 2, 13; das 
wir sehen, ob der weinstock blühet vnd äu- 
gen gewonnen habe. 7, 12. ebenso schon 
vAd. (Ben. 2, 452.) 

4) häufig hedieni sich Luth. in der hibel- 
uberselsung wie in seinen Schriften noch der 
lebendigen formet unter äugen, da wo wir 
heute vor äugen oder ins gesiebt, ins ange- 
siebt sagen: das ist auch seer ein gemein 
laster, das da heisst dem neheslen sein ehre 
>iid leomund abschneiden, es geschehe hin- 
derwerts im rucken oder vnler äugen, ausl. 
der ep. vnd euang. von ostem etc. (1544). 
yiij'; ich wil dich straffen vnd wil dirs vnter 
äugen stellen, ps. 50, 21 ; jre eigen Sünden 
werden sie .vnter äugen schelten, teeish, 4, 
20 ; es kan dir weder könige noch tyrannen 
^Qler äugen trelten für die, so du straffest. 
12, 14 ; etliche worffen sie mit asschen vnter 
<he äugen. 2 ifoec. 4,41; da aber Petrus 
genAnliochiam kam, widerstund ich jm vnter 
äugen. Gal, 2, 1 1 ; wenn vns nur ein rauhes 
wiiidlin vnter äugen wehet, ein christlich 
idoner trosi. (1-535). Biij*; handelt redlich 
vDd auifrichtig vnter äugen, ausl, der ep, vnd 
iwing, vom heyl, dreykonige fest, (1525). 
hij' ; diszer psalm vnd seyns gleychen nymer- 
mehr wirt grundlich vorstanden ader gebett 
(gebetet), es gehe dan dem menschen der 
anfal vnder die äugen, die sieben puszpsalm, 

< 15 t 7). Aüj* ; wie mir auch d. Carlstad selber 
zu Jbene vnter äugen iürwarff. Jen. 3, 64'' ; 
aber bislu im ampt vnd wilt deine gdlter 
oicbt öfienthch vnd vnter äugen (wie dein 
ampl fodderl) straffen, so las auch dein heim- 
hch aflierreden. 5, 151*; denn wo du für 
gerichl soll komen vnd die weit samp't dei- 
nem eigen gewissen dich vberweisen kan 
deines vnreinen lebens, so wird dir bald das 



blut vnter äugen schiessen vnd das hertz 
zappeln vnd beben. 6, 64*; darffest auch 
nicht hoffen, das sie dir hie stehen vnd unter 
äugen begegnen, odder hören was man sie 
fragt, das diese wort Christi noch fest stehen» 
(1527). dj". — heute wird diese früher so 
oft begegnende redensart immer seltner. 

5) vor (Luih. für) äugen : hab ich gnade 
funden für deinen äugen, so gehe nicht für 
deinem knecht vber. lifo«. 18, 3; gehe von 
mir vnd hüte dich, das du nicht mehr für 
meine äugen kompst. 2 Mos. 10, 28; gott 
ist komen, das er euch versuchte, vnd da» 
seine furcht euch ftir äugen were. 20, 20 ; 
ist aber für äugen der grind still gestanden, 
vnd falb bar daselbst auffgangen ist, so ist 
der grind heil. 3 Mos, 13, 37; ich hab den 
herm allezeit^ für äugen, ps. 16, 8 ; vnd ha- 
ben gott nicht für äugen. 54, 5; die notisl 
für äugen, stücke in Esth. 3, 4 ; nicht mit 
dienst allein für äugen, als den menschen zu- 
gefallen. Ephes. 6, 6 ; disze wort musz ein 
yglicher Christen in der mesz für äugen ha- 
ben, egn sermon vom n. test. (1520). Aiij^; 
das heisst auff deudsch ein teufeis gespenst 
für die äugen stellen, kurtx bekentnis vom 
abendmal. (1544). Fj'*; also braucht Haba- 
cuc hie maier kunst, das er den einzug der 
feinde für die äugen malet, der prophet Ha* 
bacuc. (1526). ej*. 

6) in den äugen, in die äugen: vnd sie 
gefiel Simson in seinen äugen, rieht. 14, 7; 
ich wil dir kein leid färder thun, darumb 
das meine seele heutes tags ihewr gewesen 
ist in deinen äugen. 1 Sam, 26, 21; was 
sihcslu aber den splitter in deines bruder» 
äuge vnd wirst nicht gewar den balcken in 
deinem äuge? Matlh. 7, 3 ; schmeisle eine 
schwalbe aus jrem nest» das fiel jm abo heis 
in die äugen, dauon ward er blind. Tob. 2, 1 1 ; 
hawe mir nit zu seher vber dich, die span 
werden dir mit hauffen ynn die äugen fallen. 
auff des bocks zu Leyptzick antwort. (1521). 
a iiij^ ; derhalben ists nichts nütz, das man de- 
mutlere, auff die masse, das man in die äugen 
bildet geringe, verachte ding, widerumb wird 
niemand dauon hohmülig, das man hohe 
ding in die äugen bildet. Jen. 1, 458*. 

7) an den äugen in der redensart emem 
an den äugen etwas ansehen : was einer im 

20 



AUGE 



154 



AUGE 



ninn hat, das sihet man jm an den äugen 
^n. Sir. 13, 31; ein httrisch weib kennet 
man bey jrem vnzüchtigen gesiebt vnd an 
jren äugen. 26, 12. 

8) aus den äugen, e conspeetu: vnd der 
engel des berrn verscbwand aus seinen äu- 
gen« riehU 6, 21 ; nim du die knecbte dei- 
nes berrn vnd jage jm naeb, das er nicbt et- 
wa für sich feste stedte finde vnd entrinne 
aus vnsem äugen. 2 Sam, 20, 6 ; aber solch 
drewen ist zu weit aus den äugen. Sir, 16, 
21 ; der herr mUsse sie nimer aus den äugen 
lassen, p«. 109, 15; mit solcher jrer rede 
werden die wort Christi aus den äugen ge- 
than. Jen. 6, 113^; ich sehe wol, das es 
wil not sein, das man jmer anhalte euch zu- 
uermanen, des das ich euch erstlich gepre- 
digt habe, das jr euch nicbt lasset dasselbe 
aus den äugen setzen noch ans dem bertzen 
nemen, durch ander predigt vnd lere, das 
15. cap, der erelen ep. s, Pau/t an die Co' 
riniher. (1534). Bj**; noch sind die kindlin so 
fett als die Schnecken vnd sihet kein bunger 
aus jren äugen, der 14 7. pfa^m. (1532).Biiij\ 

9) von den äugen, zuweilen gleichviel mit 
aus den äugen : las sie (die Weisheit) nicht 
von deinen äugen weichen, spr, 3, 2 1 ; las 
itie nicht von deinen äugen (aren, bebalte sie 
in deinem bertzen. 4, 2 1 ; vnd der star gieng 
jm von den äugen, wie ein heutlin von einem 
ey. Tob. 11, 14 ; vnd gott wird abwasschen 
aÜe threnen von jren äugen, offenh. Joh. 7, 
17. für von den äugen hei Maaler und 
Dentxler noch ab äugen. 

10) mit äugen: wir sehen mit sehenden 
äugen, das der herr mit dir ist. 1 Mos. 26, 
28 ; ja du wirst mit deinen äugen deine lust 
sehen, ps. 91, 8; wer mit äugen winckel 
wird mtthe anrichten, spr. 10, 10; ein kOnig 
der auf! dem sluel sitzt zu richten, zustreuet 
alles arge mit seinen äugen. 20, 8; des nar- 
ren geschenck wird dir nicbt viel frumen, 
denn mit einem äuge gibt er, vnd mit sieben 
äugen sihet er, was er dafür kriege. Sir. 20, 
14; das sind die ehrgeilzige Sonderlinge, die 
vnser einfeltigkeit lassen, vnd Haren daher in 
sonderiicher Weisheit, das man sie mit äugen 
werffen solle vnd sagen, das ist ein predigen 
Jen. 2, 106''. de Wette hr. 2, 224. 

11) ein äuge auf etwas haben, darauf 



achten: e. k« L g. wollen • « . eben so wol 
auff jr eigen vnd anderer viel, als auff man 
heil ein äuge haben. Jen. 1, 222^; e. L f. 
g. wollen ein christliches äuge vnd einsehen 
haben auff den hochbeschwereten stand der 
gantzen Christenheit, i, 481*; ist wd tu 
dencken, das Hena vnd auch Adam ein aoge 
auff den ersten son gehabt haben, vber doi 
erste buch Mose. (1527). Oiiij*; also auch 
sind die veter versamlet za yhreni volck, als 
auff die gott ein äuge hat. ebend, zxij* ; da- 
raus man billicb bewegt wird, ein vleissin 
äuge aufl dis slttcke zu haben. Je». 4, 349'. 

12) die äugen aufUiun, aufsperren: ni 
als er (Saulus) seine äugen auftbat, sähe er 
niemand, apost. geseh. 9, 8 ; gleich wie an 
erwegen ebbrecheryn die äugen aoffsperret 
vnd mit vollen äugen vmb sich wirfit mder 
den falsch genanUen geysU. stand, (15221. 
Biiij**; da ich zum ersten das ablas angrtif 
{angriff) vnd alle weit die äugen aufisperrete. 
das schone confitemnn. (1530). EüijK 

13) die äugen auffheben, niederschlagen: 
ich hebe meine äugen auff zu den bergen, 
von welchen mir hdlffe kompl. ps. 121, 1; 
vnd der zölner stund von ferne wolle auch 
seine äugen nicht aufibeben. Lue. 18, 13; 
die sich demütigen, die erhöbet er, ^-nd wer 
seine äugen niderschlegt, der wird genesen. 
Hiob 22, 29; er scbleget die äugen nider 
vnd horchet mit schalcks obren. Sir. 1 9, 24. 
auch heisxt es die äugen hoch tragen: eine 
art, die jre äugen hoch tregt. spr. 30, 13. 

1 4) die äugen wenden (abwenden), richlen, 
werfen, fliegen lassen : wende deine augeo von 
mir, denn sie machen michbranstig. hohei^f 
4 ; wende meine äugen ab, das sie nicht sehen 
nach vnnttlzer lere. ps. 119, 37; wer dem 
armen gibt, dem wird nicbt mangeln, wer aber 
seine äugen abwendet, der wird seer ver- 
derben, fpr. 28, 27; jre äugen richten sie 
dahin, das sie vns zur erden störtzen. ps- 
17, 11; es begab sich, das seines herrn 
weih jre äugen auff Joseph warff. 1 Mos- 
39, 7 ; vnd worffen die äugen so gar aufl 
sie, das sie nicht kondten gen himel sehen. 
Susanna 9 ; ein verstendiger geberdel weis- 
lich, ein narr wirlll die äugen bin und her. 
spr. 17, 24 ; las deine äugen nicht fliegen 
dahin, das du nicht haben kanst. 23, 5. 



ÄUGEN 



155 



AU6ENBUGK 



15) ein «uge nasz machen, tcetnen: 'wel- 
cher ist aber vnler euch allen, der für solche 
erschreckliche grewel je ein mal busse ge- 
thao, je ein mal geseofllzet, oder je ein äuge 
&as8 gemacht hau vermonttn^ an die geist" 
Heken. (1530). Biiij*. statt dessen keiszt es 
auch die äugen gehen über, d. t. die vwt' 
eilenden thränen treten über den rand: 
vnd Jhesu giengen die äugen vber. Joh, 11, 
35. die äugen brechen, wenn hei annäherung 
4et tades ihr glänz erUseht: meine äugen 
wollen mir brechen. Jes. 38, 14. 

16) eines äuge sein: lieber verlas vns 
nicht, denn du weissest wo wir in die wttsten 
VHS bgem sollen, vnd solt vnser äuge sein. 
AMo$, 10, 31; ich war des blinden äuge 
Tod des lamen fasse. Hioh 29, 15. 

17) noch einige andere Sprüche vnd re- 
densarten: äuge vmb auge> zaan vmb zaan. 
3 Mos, 24, 20 ; das äuge sihet sich nimer 
sat. pred, 1,8; der menschen äugen sind 
auch vnsettig. spr. 27, 20; sich zusamen 
reymeo wie faust vnd äuge. Widder die hyml. 
yropheten. (1525). Hj"; dort reimet sichs 
denn also hin gleich wie eine faust auff ein 
äuge. Eist. 1, 287\ 

18) adjectiva und parüdpia daneben: 
die weit mit yhren vbersichtigen äugen« das 
mgniptal vorientschet. (1521). aiiij''; das 
Wirt aber scheel äugen machen, das 7. cap, 
i-H^U, 1« dm Cormlftem. (1523). Jüj"; 
das ist nu mit sehenden äugen nicht gesehen. 
sme «ermon auff doa 1 5. vnd 16. cap. der 
apoiktgesch. (1526). Dvj*; verschmachte 
aogen. 5 Mos. 28, 65 ; lebendig äuge. Hieb 
'f 8; fleischliche äugen. 10, 4; hohe äugen. 
^c- 6, 17 ; hofTertige äugen. 21, 4 ; hürische 
^Qgen. Ezech, 6, 9 ; schalckafflig äuge. Jen, 
i>457>'; fröliche äugen. 5tr. 35, 10; rote 
avgen. spr. 23, 29. 

iigen^ ostendere, vor das äuge bringen, 
Hken lassen^ zeigen, bei JMh. stets engen 
g^chrieben und nur reßexivischgebrauäit: 
3Qch sind etlich psalmen mit dem wdrtlin 
^1^ (das ist rüge) vnterscheiden, vnd wird 
weder gelesen noch gesungen, zu vermanen, 
das wo ein sonderlich stuck sich enget im 
sehet, das man da still halt vnd rüge, die 
ineinung wol zu betrachten vnd die wort so 
l^iige &ren lasse. Jen. 1, 70' ; welcher wille 



vnd neigung (dem nächsten schaden zu ihun 
etc,) in einem jeglichen sich enget, sonder-« 
lieh wenn er gereizt wird dazu. 1, 79 (mü. 
unrecht fuhrt Grimm wtb. 3, 96 diese 
stelle als beleg aus Luth. für die aus äugen, 
engen verderbte form eigen an) ; es enget: 
sich jr schalckheit hierin weiter. 1, 362; 
sintemal ^ich die art göttlichs worts vnd 
wercks hie enget, wuchs allzeyt denn am 
meysten sunimpt, wenn mans auffs höhisl> 
verfolget vnd demplfen will, an die rad* 
herm aller stedte deutsches lands. (1524). 
Aij* ; allein das einige stflck bey uns in die 
obren getragen, als sollte sich ungehorsam,, 
aufruhr vnd frevel wider die oberkeit bey 
euch eugen. de Wette br. 3, 464. 

schon goih. augjan. ahd. ougan {Graft 1, 
124. 125), mhd. ougen {Ben. 2, 453). 
später verschwindet dieses „treffliche wort'*; 
Frischwtb. \ , A2^ fuhrt es unter den ver^ 
alteten wörtem auf. 

kngtMUf n. anblickj augenschein {?): 
diser amptmann bette auch wol eyn solch 
augenbild gehabt, das er bette mugen dencken, 
er will mich nicht erhören, egn sermon vber 
das euangelium Joh. 4. (1523). Bj\ 

AigeAblicki m. mhd. ougenbUc {Ben, 1, 
207), bHck der äugen, doch schon im 1 5. jh. 
auch kleinste, einem bUck der äugen gleiche 
Zeitdauer, momentum {voc. ex quo), wofür 
goih. brahv äugins (1 Cor. 15, 52), ahd. in 
siaga dero bräwo {Noik. ps. 2, 12), mM. 
^ ich die haut umbk^rte oder zuo gesidege 
die brft {Erec 5173), und in der legende 
vons. Joh. Chrysostomo: ich bin als lang, 
nie on pein gewesen, als eine augenbraw zu 
der andern mOcht komen. die lügend von s, 
Johanne Chrysostomo. Wittemb. 1 537. Aiiij*. 
1) dte sinnliche bedeutung. welche nhd. nur 
selten vorkommt, erscheint bei Luth. in fol- 
gender stelle : das die romische kirche von gott 
für allen andern geeret sey ist keyn zweyfell, 
danndoselbsanct Peter vnd Paul, xlvj. bebste, 
darzu vil hundert tausent martyrer yhr blnt 
vorgossen, die hei vnd weit vbirwunden, das 
man wolgreyffen mag, wie gar einen besondern 
augenblick got auff die selbe kirchen habe. 
vnterricht auff etHeh arUckel, (1519). Aiij^. 

2) häufiger ist die abgezogene anwen^ 
düng: es ist nicht aus zu zelen , was gott 

20* 



AUGENBLICKLICH 



156 



AUGENLUST 



alle stund vnd augenblick durch die sonne 
für wolthat gibt, das 5. 6. vnd 7. cap. s» 
Mal(hei. ( 1 532). c iiij^ ; {ein leiblicher valer) 
mag wol ein augenblick vater heissen, denn 
er nichts mehr denn eins augenblicks der 
2eit seins lebens gewis ist. die ep. des pro* 
phelen Jesaias, (1526). Eij** ; die freude des 
heuchlers weret ein augenblick. Hioh. 20, 5 ; 
ich hal) dich ein klein augenblick verlassen. 
Jes, 54, 7 ; wir werden aber alle verwandelt 
werden vnd dasselb plötzlich in einem augen- 
blick. 1 Cor, 15,52; vnd (Emser) gern wolt 
hiemit ein mord stich thun vnd alle meyne 
buchle vnd lere auffein augenblick sehenden 
vnd dem teuffell zu eygenn. auff des bocks 
Mu LeypUck antworte (1521). aij\ 

AigenUleklickj adj. momentanem : an- 
gesehen das sein reichthum vnd schätz ewig 
ist| vnd sein vngemach zeitlich, ja augen- 
blicklich. Jen. 2, 27 6\ 

Aig»blicUiek^ adv,momento, im äugen- 
bUch: gleich yn ein ander wesen augenblick- 
lich kummen.^rundtmd vrsaeh aüerartickeL 
(1520). ej^*; sahen aber nicht, das das tuto 
bey dem kilch würde sie augenblicklich ynn 
dreck tretten. das ander ieyl toidder die 
hyml. prophelen. (1525). Eij**. — wir be^ 
nutzen diese stelle ^ ein getßis seltenes adv. 
des \Q.Jh.xu Grimm's wtb. nachzutragen : 
augenblickling ist er rain worden. Wolfg. 
Rusg, ein guete nützliche predig von dem 
rechten giUen glauben, o. o. 1523. aiiij\ 

Angf nbrame^ augenbraue, augbran, aug- 
brane, f, ein in form und bedeutung schwan* 
Jtendes wort, zuerst begegnet es bei Luth. 
als acc, pL in der form augpran in der 1 52 1 
erschienenen Schrift ,,das magnißcat vorteul- 
sehet vnnd auszgelegV, wo die betreffende 
steUe bl, aiiij" lautet: es ist ein volck dem 
sein äugen in die hohe sehen, vnnd seine 
augpran (palpebrae) in die hohe gericht. je- 
äenfaUs steht augbran für augbranen (trte 
die Jen, ausg. \, 451^ an der entsprechen- 
den stelle setzt, und auch die ndd. bibel v. 
j. 1561 z, b, 3 Mos. 14, 9 ^0 mit dem 
sing, augbran, augbrane; oder darf noch 
ein dem mhd. oucbrd, ongebra (Ben. 1,231) 
analoger sing, augbra angenommen werdend 
der sing, erscheint in Lufh.'s Schriften nur 
an einer stelle, nemlich in der schrift: die 



lügendvon s, Johanne Chrysostomo, Wittemb. 
1537 (vgl, augenblick) und zwar wiederwm 
im sinne von palpebrae, die dort vorkom- 
mende form augenbraw entspridU dem äl- 
ter-nhd. augbraw {unser augbraue) mit dem 
pL augbrawen {Dasgp. 299^ ; Framekfurter 
bibel v,j. 1562 3Jlfo«. 14,9 augenbrawen). 
endlich gebraucht Luüh. das wort noch z^ei^ 
mal in der bibeliibersetzung : vnd am sieben- 
den tage sol er {der vom aussatx gereinigt) 
alle seine bar abscheren aoff dem heubt , am 
hart, an den augbrunen {vulg. superciUa). 3 
Mos. 14, 9 ; vnd mttsse nicht sehen die aa- 
genbrttn der morgenrOte {vuAg. ortos sur- 
gentis aurorae) Hiob, 3, 9. der pl. aug(eB)- 
brunen (nicht augbrunnen, wie spätere bibel- 
ausgaben haben) aber dürfte den sing, aog- 
(enjbrüne voraussetzen, woraus damiaugeD- 
braune, die hetUe vorherrschende gestaU die' 
ses Wortes, mit Übergang des ü in au ent- 
Sprüngen wäre. 

Aigenliedy n. Zusammensetzung des «M. 
lit, ahd. hlit -« decket |mil dem gen. sinf. 
oder pl, von äuge , mithin wörtlich augeo- 
decke! : mein anüitz ist geschwollen von wei- 
nen vnd mein augenliede (erste d. bibel: au^- 
browen) sind vertunckelt. Hiob 16, 16; ich 
wil meine äugen nicht schlaffen lassen, noch 
meine augenliede schlummern, ps. 132, 4; 
las deine äugen stracks für dich sehen, Tnd 
deine augenlid richtig für dir hin sehea. 
spr, 4, 25; las dich jre schöne nicht ge- 
lüsten in deinem herlzen vnd verfahe didi 
nicht an jren augenlieden. 6925. nebe% 
dieseim bei iMth, gewöhnlichen pL augen- 
liede erscheint einmal auch der heute aüein 
Übliche augenlieder: das vnser äugen mit thre- 
nen rinnen vnd vnser augenhder mit wasser 
fliessen. Jer. 9, 18. 

weder ahd. ougahlid noch mhd. ougdit 
begegnet; erst ende des Ib.jK {beiKeisers- 
berg) ouglid, pl. ouglidder. 

Aigenlistj f. lust der äugen: augeniosi 
ist geitz vnd reichthum. randgl. zu 1 iok. 
2, 16 ; äugen lust heisst er sein weib, da er 
trost, lust vnd freude von hat randi^. tz 
Ezech. 24, 16. in der Übersetzung beider 
stellen liegt keine Zusammensetzung ver: 
der äugen lust. 1 Joh. 2, 16 ; deiner aogea 
lust. Ezech. 24, 16. 



AUGENSALBE 



157 



AUS 



ligeuftlbe^ f. eo%rtum, 9chon ahd. 
«ucsalp(b)a((]rra^6, 191. 192): salbe deine 
sogen mit augensalbe, das du sehen mü- 
gest offenb. Joh, 3, 18. 

AigeMckeltti m. anhUck, conspectus: 
wenn da kinder hast vnd des landes gewon- 
beit für dir, vnd bist gemenget vnter die bei- 
den, >iid hast jre sitten vnd werck im äugen- 
schein. Eiäl, \, 508*. — mkd. ougen schtn 
{Ben. 2», 145). 

AigeASchelBlIchj adv. klar vor a^tgen, 
4eHtHeh : darnmb wirstu sehen augenschein- 
lich, darauff du dich mit glauben verlassen 
hast. Ei$L 2, 193\ — neben dem adj, au- 
genscheinlich im l^.jh, aucfc augenscheinig, 
wie mhd. schlnic neben schtnlich (Ben. 2^ 
147): zu derselben augenscheinigen fUrde- 
rnng vnd nutzbarkeit. kleglieh ansuchen der 
finjf nideroslerreiehischen lande, o. o. 
(1540). aij*. 

Aigensfera, m. pnpula: vnd geschieht dir 
eben, wie man sagt, das du dich fürchtest 
far deinem eigen augenstem. Jen, 1 , 526**. 

AigeAthrkBe^ f, wiudas etn/acftethräne: 
jr würdet die bette vnd lustige lager mit 
dogen threnen waschen. Jen. 1, 17". 

iigleitt (eugfa'n), n. dimin. van äuge: es 
gehet nicht so schwinde zu, das ein kind in 
motlerleibe bald zur weit geboren werde, 
sondern wird langsam gebildet, euglin, obren, 
vnd alle gliedmas nach einander. Jen, 6, 
324'>. 

Ais, mhd, und ahd. A%, goth, ut wie auf 
ursprüngUeh {im goih,) nur adverb und aU- 
mäklich zur praeposiHim enlwickelL 

L als adverb {und interjeclion) 
ttehi aus 

1) im sinne von fort, weg: aus mit euch 
groben eseln vnd narren, von den conciHJs 
xnd kirchen, (1539). gj*^; aus mit dem bu- 
hen, vom sehem hamphoras, (1543). Miü]**; 
aas zum teufel mit den guten wercken. Jen, 
4, 521*; aus teufel, ich mus jtzt meinem 
beim Christo singen vnd spielen. 6, 221". 

2) aus und aus — omnino, gänslieh, von 
<in fang XU ende : wflchs aUesz darumb ge- 
schehen, das er Christum ausz vnd ausz be- 
^ejsze ein waren gott. aussieg, der ep, vnd 
«uany. ton christag etc. (1522). Riij*. 

3) aus und ein : wer die {spräche) nicht 



weys, der wird sich sülen vnd brechen, das 
er nicht weys, wo er ein odder aus sol. 
vber das erste buch Mose. (1527). Hij^. 

4) aus und an: oben aus vnd nyrgen (so 
im original, Jen, 3, 259* nirgend) an. der 
prophet Habaeuc, (1526). eij**; oben aus 
vnd nirgent an. t^on heimlichen vnd gestolen 
briefen, (1529). Ej*. der bekannte Spruch 
Mum ausfahren der hexen. 

5) aus hinter Substantiven: hebt euch 
zum lande aus. eyn brieff an die fursten xu 
Sachsen, (1524). Cij^; mit der stauppen zur 
stad aus (hinaus), de Wette br. 6, 53 ; gott 
wird darein blasen, so zersteubt es zum 
fenster, zur thur, vnd zum laden aus. der 
112. paa^m. (1526). avj"; auff alle seyten 
aus bist du ein lugener. auff des bochs xu 
Leiptxiek antwort, (1521). aiiij*; zu Augs- 
purg ist den gantzen reichtag aus (hin- 
durch) nicht anders der papisten rede ge- 
west, denn, wo wolt jr lutherischen bleiben. 
wider den meuchler xu Dresen, (1531). Bij'* ; 
e. f. g. wollen doch yhr gnediglich disen 
Winter aus mit brotung behfllfQich sein, de 
Wette br. 6, 211. 

6) in den xahlreichen xusammensetzun' 
gen, welche diesx adv, mit verbis eingeht, 
drückt es xumeist bewegung von innen her, 
entfemung und ende aus, 

il. die praeposition aus fordert stets 
den datiVf mit welchem sie bisweilen xu auszem 
(mhd. ü^^em) verschmUxt: vnd hat gleich ein 
geyssel gemacht von stricken, alle schaff, 
ochszen, tauben vnd wecbszler auszem tem- 
pell trieben, passional ChrisU vnd anti- 
c^rült. (1521?) Ciü]*^; wer äussern schiff 
feilt, tischr, 158^ 

1) am häufigst